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Typen von Viruserkrankungen

Von

Laura D Kramer

, PhD, Wadsworth Center, NYSDOH

Inhalt zuletzt geändert Feb 2018
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Quellen zum Thema

Das Kategorisieren von Virusinfektionen mit Hilfe des Organsystems, das am häufigsten betroffen ist (z. B. Lungen, GI-Trakt, Haut, Leber, ZNS, Schleimhäute) kann klinisch nützlich sein, obwohl bestimmte virale Erkrankungen (z. B. Mumps) schwer zu kategorisieren sind. Viele spezielle Viren und die Krankheiten, die sie verursachen, werden an anderer Stelle im MSD-Manual besprochen.

(Siehe auch Übersicht über Viren.)

Atemwegsinfektionen

Die häufigsten viralen Infektionen sind wahrscheinlich unspezifische respiratorische Infektionen ("URIs"). Infektionen der Atemwege verursachen eher schwere Symptome bei Kleinkindern, älteren Menschen und Patienten mit Lungen-oder Herzerkrankung führen.

Respiratorische Viren umfassen die epidemischen Influenzaviren (A und B), H5N1- und H7N9-Vogelgrippeviren, Parainfluenza-Viren 1–4, Adenoviren, "Respiratory Syncytial Virus" A und B, humanes Metapneumovirus und Rhinoviren (siehe Tabelle: Einige respiratorische Viren).

Im Jahr 2012 tauchte ein neues Coronavirus, Mittlerer Osten respiratorisches Syndrom Coronavirus (MERS-CoV) in Kuwait auf; es kann zu schweren akuten Atemwegserkrankungen führen und ist manchmal tödlich.

Respiratorische Viren werden in der Regel von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion verbreitet.

Tabelle
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Einige respiratorische Viren

Hauptsyndrome

Prävalenz und Verteilung

Spezifische Therapie

Spezifische Prävention*

Epidemische Influenzaviren A, B und C und Vogelgrippeviren

Akute fieberhafte Erkrankungen der Atemwege

A und B: Saisonale (Winter-)Epidemien, gelegentlich Pandemien

C: endemisch

Global

A und B: Oseltamivir oder Zanamivir

A und B: Impfstoff, Oseltamivir oder Zanamivir

H5N1-Vogelgrippe und H7N9-Vogelgrippe: [/B]mit Geflügel assoziiert

Oseltamivir

Vermeidung von Kontakt mit Vögeln

Parainfluenzaviren 1–4

Akute fieberhafte Erkrankungen der Atemwege (Kinder)

Akute Bronchitis und Pneumonie

Krupp

1: Lokale Epidemien

1, 2, und 3: Verbreitet bei Kindern

Keine

Impfstoffe in klinischer Entwicklung

Adenoviren

Akute fieberhafte Erkrankungen der Atemwege (Kinder)

Akute Respiratorisches Distress Syndrom des Erwachsenen (ARDS):

Akutes pharyngokonjunktivales Fieber

Epidemische Keratokonjunktivitis

Virale Pneumonie

Akute follikuläre Konjunktivitis

Diarrhö

Hämorrhagische Zystitis

Global

Überwiegend Kinder

Keine

Vakzine, die die Typen 4 und 7 für Epidemien unter Soldaten, enthalten

Orthohantaviren

Hantavirus Lungensyndrom (z. B. aufgrund von Sin Nombre Hantavirus, Black Creek Canal Virus, Bayou Virus oder New York Virus)

Nord-, Zentral- und Südamerika

Keine

Keine

Respiratorischer-Synzytial-Viren und humanes Metapneumovirus

Erkrankungen der unteren Atemwege (Säuglinge)

Leichte Erkrankungen der oberen Atemwege (Erwachsene)

Verbreitet unter Kindern

Bei immungeschwächten Patienten wird manchmal Ribavirin verwendet.

Palivizumab i.m. monatlich (nur für bestimmte Säuglinge mit einem hohen Risiko für RSV-Infektion)

Rhinoviren

Akuter Schnupfen mit oder ohne Fieber

Universal, vor allem während der kalten Monate

Keine

Keine

* Unspezifische Vorsichtsmaßnahmen (z. B. Vermeidung von infizierten Patienten sowie von Insektenvektoren und tierischen Überträgern, Routine Hygienemaßnahmen) werden ebenfalls empfohlen.

Anders als RSV-IVIG, beeinflusst Palivizumab nicht die immunogenität aktiver anderer Impfungen (z. B. MMR, Windpocken).

AFRD = akute fieberhafte Erkrankungen der Atemwege; IVIG = i.v.-Immunglobulin; MMR = Masern, Mumps und Röteln; RSV = respiratorische Synzytialviren.

Gastrointestinale Infektionen

Eine Gastroenteritis wird in der Regel durch Viren verursacht und von Mensch zu Mensch über den lfäkal-oralen Infektionsweg übertragen.

Die hauptsächlich betroffene Altersgruppe ist abhängig von Virus:

  • Rotavirus: Kinder

  • Norovirus: Ältere Kinder und Erwachsene

  • Astrovirus: Gewöhnlich Säuglinge und Kleinkinder

  • Adenovirus 40 und 41: Kleinkinder

  • Coronavirus-ähnliche Erreger: Kleinkinder

Lokale Epidemien können unter Kindern auftreten, vor allem während der kälteren Monate.

Hauptsymptome sind Erbrechen und Diarrhö.

Es wird keine spezifische Behandlung empfohlen, aber supportive Maßnahmen, insbesondere Rehydratation, sind wichtig.

Eine Rotavirusimpfstoff, der gegen die meisten pathogenen Stämme wirksam ist, ist Teil des empfohlenen Impfschemas für Säuglinge (siehe Tabelle: Empfohlener Impfplan für das Alter von 0–6 Jahren). Händewaschen und gute sanitäre Maßnahmen können dabei helfen eine Ausbreitung zu verhindern.

Exanthematöse Infektionen

Einige Viren verursachen nur Hautläsionen (wie bei Molluscum contagiosum und Warzen—); andere verursachen auch systemische Manifestationen oder Läsionen an anderen Körperstellen (siehe Tabelle: Einige exanthematöse Viren).

Die Übertragung erfolgt in der Regel von Mensch zu Mensch; Alphaviren haben eine Mücke als Vektor.

Tabelle
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Einige exanthematöse Viren

Hauptsyndrome

Prävalenz und Verteilung

Spezifische Therapie

Spezifische Prävention*

Rubulavirus

Enzephalomyelitis

ZNS-Beteiligung (selten)

Global

Häufigkeit nimmt aufgrund des Impfstoffs ab

Keine

Impfungen

Rötelnvirus

Geburtsschäden aufgrund einer Infektion während der Schwangerschaft

Universal

Keine

Impfungen

Humanes Parvovirus B19

Erythema infectiosum (fünfte Krankheit)

Hautausschlag, Unwohlsein, Arthritis

Hydrops fetalis (Infektion während der Schwangerschaft)

Anämie (bei immungeschwächten Wirten oder Patienten mit Hämoglobinopathien)

Sporadische Ausbrüche

ivIgG (bei schwerer Anämie)

Keine

Humanes Herpesvirus Typ 6

Roseola infantum (Exanthema subitum)

Weit verbreitet

Betrifft kleine Kinder

Keine

Keine

Varicella-Zoster-Virus

Vor der Impfung bei nahezu allen Kindern, gelegentlich bei Erwachsenen

Aciclovir, Famciclovir, Valaciclovir

Immunglobuline, Vakzine

Verbreitet bei Erwachsenen durch Reaktivierung einer latenten Virusinfektion

Aciclovir, Famciclovir, Valaciclovir

Vakzine

Variola

Natürliche Krankheit eradiziert

Cidofovir

Pockenimpfstoff bis zu 4 Tage nach der Exposition

Vakzine

Cidofovir

Alphaviren (manche)

Chikungunya-Krankheit (akute fieberhafte Erkrankung, die mit rheumaähnlichen Weichteilschmerzen einhergeht: Chikungunya [suaheli] = "der gebeugte Mann")

Übertragen durch Aedes Mücken

Afrika, Südostasien, Indien, Europa, Nord- und Südamerika

Keine

Keine

Mayaro-Krankheit (eine dengueähnliche Erkrankung)

Durch Moskitos ausgelöst

Südamerika, Trinidad, Haiti

Keine

Keine

Ross-River-Virus-Krankheit (epidemische Polyarthritis)

Aedes Moskitos

Australien, Papua-Neuguinea, Südpazifik

Keine

Keine

Poxvirus (Molluscum-contagiosum-Virus)

Genital (Erwachsene)

Exponierte Haut (Kinder, insbesondere Atopiker)

Schwerwiegender (AIDS-Patienten)

Kryotherapie, Kürettage

Keine

* Unspezifische Vorsichtsmaßnahmen (z. B. Vermeidung von infizierten Patienten sowie von Insektenvektoren und tierischen Überträgern, Routinehygienemaßnahmen) werden ebenfalls empfohlen.

Basierend auf Tierstudien.

IVIG = i.v. Immunglobulin.

Leberinfektionen

Mindestens 5 spezifischen Viren (Hepatitis A, B, C, D und E-Viren) können Hepatitis verursachen, jedes Virus verursacht eine bestimmte Art von Hepatitis. Ein Hepatitis-D-Virus kann nur bei vorhandener Hepatitis B infizieren. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch durch Kontakt mit infiziertem Blut oder Körpersekreten oder durch den oral-fäkalen Infektionsweg bei Hepatitis A und E (Genotypen 1 und 2).

Andere Viren können die Leber als Teil ihres Krankheitsverlaufs betreffen. Gängige Beispiele sind Zytomegalievirus, Epstein-Barr-Virus und Gelbfieber-Virus. Weniger häufige Beispiele sind Echovirus, Coxsackievirus sowie Herpes-simplex-, Masern-, Röteln- und Varizellenviren.

Tabelle
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Virale Hepatitis

Hauptsyndrome

Prävalenz und Verteilung

Spezifische Therapie

Spezifische Prävention*

Hepatitis A (akut)

Weit verbreitet, oft epidemisch

Keine

Immunglobulin, Vakzine

Hepatitis B (akut und chronisch)

Weit verbreitet

Interferon, andere antivirale Medikamente, einschließlich Nukleosidanaloga (z. B. Entecavir) und Nukleotid-Analoga (z. B. Tenofovir Disoproxil fumarate)

Screening auf Hepatitis-B-Oberflächenantigen

Impfstoff, Hepatitis-B-Immunglobulin (HBIG)

Hepatitis C (akut und chronisch)

Weit verbreitet

Interferon, Ribavirin, direkt wirkende antivirale Medikamente (z. B. Protease-Hemmer, Nukleotid-Analog-Inhibitoren, NS5A-Hemmer)

Screening auf Hepatitis C

Hepatitis D (delta)

Endemische Nester in mehreren Ländern

Parenterale Drogenkonsumenten mit relativ hohem Risiko

Kann nur bei vorhandener Hepatitis B infizieren

Interferon

Keine

Ausbrüche

Genotypen 1 und 2: Entwicklungsländer

Genotyp 3: Europa; übertragen durch das Essen von ungekochten Schweinefleischprodukten

Ernst während der Schwangerschaft

Keine

Impfstoff (nicht in den USA erhältlich)

* Unspezifische Vorsichtsmaßnahmen (z. B. Vermeidung von Körperflüssigkeiten von infizierten Patienten, aseptische Vorsichtsmaßnahmen, Routinehygienemaßnahmen) werden ebenfalls empfohlen.

NS5A = Nichtstrukturprotein 5A.

Neurologische Infektionen

Die meisten Fälle von Enzephalitis werden durch Viren verursacht (siehe Tabelle: Einige neurologische Viren). Viele dieser Viren werden auf den Menschen durch blutsaugende Arthropoden übertragen, vor allem durch Mücken und Zecken; diese Viren werden Arboviren genannt (durch Arthropoden übertragene Viren). Bei diesen Infektionen gehört die Vermeidung von Moskitostichen und Zeckenbissen zur Prävention.

Tabelle
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Einige neurologische Viren

Hauptsyndrome

Prävalenz und Verteilung

Spezifische Therapie

Spezifische Prävention*

Polioviren

Poliomyelitis (akute schlaffe Lähmung)

Aseptische Meningitis

Global

Inzidenz jetzt aufgrund des Impfstoffes niedrig

Keine

Vakzine: Lebend (oral), tot (injiziert)

Alphaviren (einige), durch Moskitos übertragen

Westliche Pferdeenzephalitis

Nord- und Südamerika

Keine

Keine

Östliche Pferdeenzephalitis

Nordamerika

Keine

Es steht ein Impfstoff zum Schutz für Pferde zur Verfügung

Entwicklung eines Impfstoffes für gefährdete Laborangestellte

Venezolanische Pferdeenzephalitis

Golfstaaten bis Südamerika

Keine

Impfstoff steht nur für Pferde zur Verfügung

Entwicklung eines Impfstoffes für gefährdete Laborangestellte

Flaviviren (einige), durch Moskitos übertragen

Japanische Enzephalitis

Südostasien, Japan, Korea, China, Indien, Philippinen, östliche ehemaligen Sowjetunion

Keine

Vakzine

Murray-Valley-Enzephalitis

Australien, Neuguinea

Keine

Keine

St.-Louis-Enzephalitis

Nord- und Südamerika

Keine

Keine

West-Nil-Virus-Enzephalitis

Afrika, Naher Osten, Südfrankreich, ehemalige Sowjetunion, Indien, Indonesien, USA, Canada, Südamerika (Argentinien)

Keine

Screening von Blut und Blutprodukten auf das Virus

Flaviviren (einige), durch Zecken übertragen

Powassan-Enzephalitis

Kanada, Osten und obere Mittelwesten der USA

Keine

Keine

Durch Zecken übertragene Enzephalitis

Mittel- und Osteuropa, auf dem Balkan, der ehemaligen Sowjetunion

Ausbrüche, die mit Perioden der Zeckenaktivität zusammenfallen

Keine

Vakzine in Europa und Russland erhältlich

Orthobunyaviren (einige), durch Moskitos übertragene

Kalifornien-Enzephalitis und verwandte Arten (z. B. La Cross-Enzephalitis)

Wahrscheinlich weltweit

Verbreitet im Mittleren Westen und Osten der USA

Symptomatische Infektion vor allem bei Kindern

Keine

Keine

Mammarenaviren (einige)

Lymphozytäre Choriomeningitis

USA, Europa, möglicherweise auch anderswo

Haupteservoir: Hausmaus

Vor allem bei Erwachsenen im Herbst und Winter

Keine

Keine

Tollwutvirus

Tollwut (rabies)

Weltweit

Keine

Vakzine

Postexpositionell: Tollwut-Immunglobulin & aktive Impfung (kombiniert)

* Unspezifische Vorsichtsmaßnahmen (z. B. Vermeidung von kontaminierten Lebensmitteln und Wasser sowie von Insektenvektoren und tierischen Überträgern, Routinehygienemaßnahmen) werden ebenfalls empfohlen.

Hämorrhagische Fieber

Bestimmte Viren verursachen Fieber und Blutungsneigung (siehe Tabelle: Einige Viren, die hämorrhagische Fieber verursachen und {blank} Arboviren, Arenaviren und Filoviren). Die Übertragung kann Moskitos, Zecken, oder Kontakt mit infizierten Tieren (z. B. Nager, Affen, Fledermäusen) und Menschen einbeziehen. Zur Prävention gehört die Vermeidung der Übertragungswege.

Tabelle
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Einige Viren, die hämorrhagische Fieber verursachen

Hauptyndrome

Verteilung

Spezifische Therapie

Spezifische Prävention*

Flaviviren (einige)

Ehemalige Sowjetunion (Sibirien)

Keine

Keine

Indien

Keine

Keine

Afrika, Mittel- und Südamerika

Keine

Impfstoff für Reisende in endemische Gebiete und für Populationen, die einen Ausbruch erleben

Tropen und Subtropen, weltweit

Keine

Impfstoff in Phase-3-Studien

Orthohantaviren (einige)

Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom durch Hantaan-, Puumala-, Dobrava- (Belgrad) oder Seoul-Virus hervorgerufen

Nordasien, Europa

Seoul-Virus: Weltweit bei Haustierratten und wilden Rattenpopulationen

Ribavirin

Keine

Filoviren

Viktoriasee marburgvirus Krankheit

Afrika

Keine

Keine

Sudan-Ebolavirus-Krankheit

Afrika, Sumatra

Keine

Keine

Bundibugyo-Ebolavirus-Krankheit

Uganda

Keine

Keine

Zaire-Ebolavirus-Krankheit

Afrika

Keine

Ring-Impfversuche

Reston-Ebolavirus-Krankheit

Philippinen

Keine

Keine

Mammarenaviren (einige)

Lassa-Fieber

Bolivianisch-hämorrhagisches Fieber (aufgrund Machupo-Virus)

Argentinisch-hämorrhagisches Fieber (aufgrund Junin-Virus)

Venezolanisch-hämorrhagisches Fieber (aufgrund Guanarito-Virus)

Brasilianisch-hämorrhagisches Fieber (aufgrund von

Sabia-Virus)

Südamerika, Afrika (nur Lassa-Fieber)

Ribavirin

Rekonvaleszenzplasma bei allen außer Lassa-Fieber

Vakzine für argentinisches-hämorrhagisches Fieber

Lujo-Virus-Krankheit

Sambia

Keine

Keine

Orthonairovirus

Krim-Kongo-hämorrhagisches Fieber

Ehemalige Sowjetunion, westliches Pakistan, Afrika, Asien, mittlerer Osten, Osteuropa

Ribavirin

Impfstoff (Wirksamkeit unbekannt)

* Unspezifische Vorsichtsmaßnahmen (z. B. Vermeidung der Übertragungswege, Routinehygienemaßnahmen) werden ebenfalls empfohlen.

Haut-oder Schleimhautinfektionen

Einige Viren verursachen Haut-oder Schleimhautläsionen, die wiederkehren und chronisch werden können (siehe Tabelle: Einige Viren, die wiederkehrende oder chronische Haut- oder Schleimhautläsionen verursachen). Mukokutane Infektionen sind die häufigste Art von Herpes-simplex-Virusinfektion. Das humanes Papillomavirus verursacht Warzen; einige Subtypen verursachen Gebärmutterhalskrebs, andere anogenitale Krebserkrankungen und oropharyngealen Krebs.

Die Übertragung erfolgt durch den Kontakt von Mensch zu Mensch.

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Einige Viren, die wiederkehrende oder chronische Haut- oder Schleimhautläsionen verursachen

Hauptsyndrome

Prävalenz

Spezifische Therapie

Spezifische Prävention*

Herpes labialis

Herpetische Gingivostomatitis

Dermatitis

Keratoconjunctivitis

Enzephalitis

Vulvovaginitis

Neonatale disseminierte Krankheit

Labial: Wiederkehrend;

HSV-1-Infektion schätzungsweise zwei Drittel der Weltbevölkerung < 50 Jahre

Gingivostomatitis: Häufiger bei Säuglingen und Kindern

Aciclovir, Famciclovir, Valaciclovir, Penciclovir

Neonatale Infektion: Behandlung der mütterlichen Infektion; Suppressionstherapie beginnend in der 36. Schwangerschaftswoche, wenn die Patienten in der Anamnese ein rezidivierendes HSV haben; Kaiserschnitt, wenn Läsionen oder Prodromalsymptome zum Zeitpunkt der Geburt vorhanden sind

Humanes Papillomavirus

Warzen (Verrucae)

Universal

Verbreitet, häufig wiederkehrend

Kryotherapie, Interferon (genital möglich), Podophyllin (genital), Imiquimod

Vakzine gegen die derzeit bis zu 9-Subtypen von HPV, die am häufigsten mit Krebs und Genitalwarzen assoziiert werden

Kondome

* Unspezifische Vorsichtsmaßnahmen (z. B. Routinehygienemaßnahmen, Safer-Sex-Praktiken) werden ebenfalls empfohlen.

Multisystemische Erkrankungen

Enteroviren, zu denen Coxsackieviren und ECHO-Viren gehören, können verschiedene multisystemische Syndrome verursachen, genauso wie Zytomegalieviren (siehe Tabelle: Einige Viren, die multisystemische Krankheiten verursachen).

Übertragung ist in der Regel fäkal-oral.

Tabelle
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Einige Viren, die multisystemische Krankheiten verursachen

Hauptsyndrome

Verteilung und Prävalenz

Spezifische Therapie

Spezifische Prävention*

Coxsackieviren

Akute fieberhafte Erkrankungen der Atemwege (Kinder)

Paralyse

Fieber und Exanthem

Variiert mit Typen

Die meisten Menschen sind infiziert

Erhöht während der warmen Monate in gemäßigten Klimazonen und ganzjährig in den Tropen und bei Kindern

Verbreitung von Mensch zu Mensch, in der Regel über den fäkal-oralen Infektionsweg

Keine

Keine

ECHO-Viren und in hoher Anzahl Enteroviren

Aseptische Meningitis

Fieber und Exanthem

Meningoenzephalitis

Neonatale Sepsis

Paralyse

Myokarditis

Perikarditis

Wie bei Coxsackieviren

Keine

Keine

Zytomegalievirus

Angeborene Defekte (Zytomegalus-Einschlusskrankheit)

Hepatitis (Zytomegalovirus-Mononukleose)

Bei immungeschwächten Patienten (einschließlich solcher mit AIDS): Retinitis, GI-Erkrankungen, ZNS-Störungen, Lungenentzündung

Weit verbreitet

Angeboren

Üblich bei immungeschwächten Patienten

Ganciclovir, Foscarnet, Cidofovir, manchmal Immunglobulin (z. B. bei Patienten mit Pneumonie nach Organtransplantation)

Ganciclovir, Foscarnet

* Unspezifische Vorsichtsmaßnahmen (z. B. ausreichende Hygiene, Händewaschen) sind ebenfalls zu empfehlen.

Echovirus Typen 10, 21, 22 und 28 wurden umgegliedert, diese Zahlen werden nicht mehr verwendet. In jüngerer Zeit beschrieben Enteroviren sind als Typen 68 bis 72 bezeichnet worden.

AFRD = akute fieberhafte Erkrankungen der Atemwege.

Unspezifische fieberhafte Erkrankung

Einige Viren verursachen unspezifische Symptome wie Fieber, Unwohlsein, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen (siehe Tabelle: Einige Viren, die unspezifische akute fieberhafte Erkrankungen verursachen und {blank} Krankheiten, die durch Arboviren, Arenaviren und Filoviren verursacht werden). Die Übertragung erfolgt in der Regel durch ein Insekt oder Arthropodenvektor.

Rift Valley-Fieber führt selten zu Augenerkrankungen, Meningoenzephalitis oder eine hämorrhagische Form (die eine Sterblichkeitsrate von 50% hat).

Tabelle
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Einige Viren, die unspezifische akute fieberhafte Erkrankungen verursachen

Hauptsyndrome

Verteilung

Spezifische Therapie*

Spezifische Prävention

Colorado-Zeckenfieber-Virus (Coltivirus)

Colorado-Zeckenfieber mit Leukopenie und Thrombozytopenie

Westen der USA, Kanada

Keine

Keine

Flaviviren (einige)

Angeborene Infektion bei Säuglingen in utero infiziert, Guillain-Barré-Syndrom

Afrika, Asien, Amerika, die pazifischen Inseln

Keine

Keine

Phleboviren (einige)

Phlebotomus- (Sandmücken) Fieber

Mittelmeerraum, Balkan, Naher Osten, Pakistan, Indien, China, Ostafrika, Panama, Brasilien

Keine

Keine

Afrika, Ägypten, Saudi-Arabien, Jemen

Keine

Vakzine für Tiere

Menschliche Vakzine befinden sich in der Erforschung

Schweres Fieber mit Thrombozytopenie-Syndrom

China, Korea, Japan

Keine

Keine

Die *Behandlung ist im Allgemeinen unterstützend.

Unspezifische Vorsichtsmaßnahmen (z. B. Vermeidung der Übertragungswege, Routinehygienemaßnahmen, Screening von Knochenmark, das zur Transplantation verwendet wird) werden ebenfalls empfohlen.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.

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