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Molluscum contagiosum

Von

James G. H. Dinulos

, MD,

  • Geisel School of Medicine at Dartmouth
  • University of Connecticut

Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Quellen zum Thema

Molluscum contagiosum ist charakterisiert als eine Ansammlung rosaner, kuppelförmiger, glatter, wächserner oder perlartiger und eingedellter Papeln von 2–5 mm Durchmesser. Ursache ist das Molluscum-contagiosum-Virus, ein Pockenvirus. Die Diagnose erfolgt anhand des klinischen Erscheinungsbildes. Die Behandlung zielt darauf ab, Ausbreitung zu verhindern oder kosmetisch inakzeptable Läsionen zu entfernen und kann mechanische Verfahren (z. B. Kürettage, Kryotherapie) und topische Reizstoffe (z. B. Imiquimod, Cantharidin, Tretinoin) umfassen.

Der Molluscum–contagiosum–Virus führt häufig zu einer lokalisierten chronischen Infektion. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt; Ausbreitung erfolgt durch Autoinokulation und über Infektionsträger (z. B. Handtücher, Badeschwämme) und Badewasser. Molluscum contagiosum ist bei Kindern häufig. Erwachsene erwerben die Infektion durch engen Haut-zu-Haut-Kontakt mit einer infizierten Person (z. B. sexueller Kontakt, Ringen). Patienten mit Immunschwäche (z. B. aufgrund von HIV/AIDS, Anwendung von Kortikosteroiden oder Chemotherapie), können eine umfassendere Infektion entwickeln.

Symptome und Beschwerden

Molluscum contagiosum kann überall auf der Haut mit Ausnahme der Handinnenflächen und Fußsohlen auftreten. Läsionen bestehen aus Clustern von rosa, kuppelförmigen, glatten, wächsernen oder perlartigen und eingedellten Papeln, in der Regel 2– 5 mm im Durchmesser, die am häufigsten auf dem Gesicht, Rumpf und Extremitäten bei Kindern und auf dem Schambein, Penis, oder Vulva bei Erwachsenen auftreten. Läsionen können auf 10–15 mm Durchmesser wachsen, vor allem bei Patienten mit HIV-Infektion und anderen Immunschwächen.

Die Läsionen sind in der Regel nicht juckend oder schmerzhaft und können nur zufällig während einer körperlichen Untersuchung entdeckt werden. Allerdings können sich die Läsionen entzünden und jucken, da der Körper gegen das Virus kämpft.

Manifestationen von Molluscum contagiosum

Diagnose

  • Klinische Bewertung

Die Diagnose von Dellwarzen erfolgt anhand des klinischen Erscheinungsbildes; Hautbiopsien oder Abstriche zeigen charakteristische Einschlusskörperchen, allerdings ist diese Untersuchung nur bei unklarer Diagnose erforderlich.

Zu den Differenzialdiagnosen gehören Follikulitis, Milia und Warzen (bei Läsionen <2 mm) und juvenile Xanthogranulome sowie der Spitz-Nävus (bei Läsionen > 2 mm).

Behandlung

  • Physische Entfernung: Kürettage, Kryotherapie, Lasertherapie oder Elektrokauterisation

  • Topische Reizstoffe (z. B. Trichloressigsäure, Cantharidin, Tretinoin, Tazaroten, Podophyllotoxin), oder beide

  • Manchmal Kombinationstherapien

Die meisten Läsionen heilen nach 1–2 Jahren spontan wieder ab, sie können jedoch auch 2–3 Jahre bestehen bleiben. Eine Behandlung von Molluscum contagiosum ist nur aus kosmetischen Gründen erforderlich oder um eine Übertragung zu verhindern. Therapieoptionen sind die Kürettage, Kryochirurgie, Laser-Therapie, Elektrokauterisierung, Trichloressigsäure (25- bis 40%ige Lösung), Cantharidin, Podophyllotoxin (bei Erwachsenen), Tretinoin und Tazaroten. Einige Ärzte verwenden Salicylsäure, aber andere halten es für zu irritierend für viele Körperbereiche, in denen Dellwarzen auftreten Ähnliche Bedenken bestehen bei Verwendung von Kaliumhydroxid (KOH). Imiquimod wird in der Regel nicht empfohlen (1). Molluscum-Läsionen innerhalb der Augenhöhle sollten durch sanfte Zerstörung durch eine qualifizierte medizinische Fachkraft entfernt werden. Die Läsionen können vorsichtig mit einer Zange gequetscht werden, um den zentralen Kern zu entfernen. Behandlungen, die nur minimale Schmerzen verursachen (z. B. Tretinoin, Tazaroten, Cantharidin) werden zuerst eingesetzt, vor allem bei Kindern.

Kürettage oder flüssiger Stickstoff können 40–60 min nach der Applikation eines Lokalanästhetikums wie einer eutektischen Mischung von Lokalanästhetika (EMLA) oder 4% Lidocain-Creme unter einem luftdichten Verband verwendet werden. EMLA-Creme muss vernünftig angewendet werden, da sie systemische Toxizität, insbesondere bei Kindern, verursachen kann. Bei Erwachsenen ist die Kürettage sehr erfolgreich, jedoch auch sehr schmerzhaft wenn sie ohne Betäubung durchgeführt wird.

Cantharidin ist sicher und wirksam, kann jedoch Blasenbildung verursachen. Cantharidin wird in 1 kleinen Tropfen direkt auf die Molluscum-Läsion aufgetragen. Bereiche, die Patienten (vor allem Kinder) kratzen können, werden mit einem Verband abgedeckt, da der Kontakt mit den Fingern vermieden werden sollte. Cantharidin sollte nicht im Gesicht oder in der Nähe der Augen aufgetragen werden, weil das Auftreten von Blasen schwer vorhersehbar ist. Wenn Cantharidin in Kontakt mit der Kornea kommt, kann sie Vernarbung verursachen. Cantharidin sollte nach 6h mit Seife und Wasser abgewaschen werden. Weniger als 15 Läsionen sollten einer Sitzung behandelt werden, weil nach der Anwendung von Cantharidin Infektionen auftreten können. Eltern sollten vor Blasenbildung gewarnt werden, wenn ihre Kinder dieses Medikament verschrieben bekommen.

Hautärzte verwenden häufig eine Kombinationstherapie, z. B. mit flüssigem Stickstoff oder Cantharidin im Büro oder Retinoid-Creme zu Hause. Diese Form der Therapie ist in der Regel erfolgreich, aber die Heilung dauert bei einigen Patienten oft 1–2 Monate.

Kinder sollten nicht von der Schule oder Kindertagesstätte ausgeschlossen werden. Allerdings sollten ihre Läsionen abgedeckt werden, um das Risiko der Ausbreitung zu reduzieren.

Behandlungshinweis

  • 1. Katz KA: Dermatologists, imiquimod, and treatment of molluscum contagiosum in children: Righting wrongs. JAMA Dermatol 151(2):125–126, 2015. doi:10.1001/jamadermatol.2014.3335.

Wichtige Punkte

  • Molluscum contagiosum, von einem Pockenvirus verursacht, verbreitet sich allgemein durch direkten Kontakt (z. B. sexuellen Kontakt, Ringen), Infektionsträger und Badewasser.

  • Läsionen sind meist, asymptomatische Cluster von Papeln mit 2–5 mm Durchmesser, die rosa, kuppelförmig, glatt, wachsartig oder perlartig und eingedellt sind.

  • Die Diagnose erfolgt anhand des klinischen Erscheinungsbildes.

  • Eine Behandlung ist nur aus kosmetischen Gründen erforderlich oder um eine Übertragung zu verhindern.

  • Die Behandlungen können destruktive Methoden (z. B. Kürettage, Kryotherapie, Lasertherapie, Elektrokauterisation), topische Reizstoffe (z. B. Trichloressigsäure, Cantharidin, Tretinoin, Tazaroten, Podophyllotoxin) umfassen.

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