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Virale Konjunktivitis

Von

Melvin I. Roat

, MD, FACS, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
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Quellen zum Thema

Die virale Konjunktivitis ist eine sehr ansteckende akute Bindehautinfektion, die meistens durch Adenoviren verursacht wird. Symptome sind Irritation, Photophobie und wässriger Ausfluss. Die Diagnose wird klinisch gestellt, manchmal sind virale Kulturen oder immundiagnostische Tests indiziert. Die Infektion verläuft selbstlimitierend, doch in schweren Fällen sind mitunter lokale Corticosteroide nötig.

Ätiologie

Eine Konjunktivitis kann in Verbindung mit einer Erkältung und anderen systemischen Virusinfektionen auftreten (insbesondere bei Masern , aber auch bei Windpocken, Röteln und Mumps). Eine lokalisierte virale Konjunktivitis ohne systemische Manifestationen wird in der Regel durch Adenoviren und manchmal durch Enteroviren verursacht.

Die Keratoconjunctivitis epidemica wird meistens durch Adenoviren der Serotypen 5, 8, 11, 13, 19 und 37 verursacht und verursacht oft eine schwere Konjunktivitis. Pharyngokonjunktivalfieber tritt in der Regel nach einer Infektion mit den Serotypen 3, 4 und 7 auf. In Afrika und Asien sind gehäuft Fälle einer akuten hämorrhagischen Konjunktivitis (eine seltene Form der Konjunktivitis, die mit einer Infektion durch Enterovirus Typ 70 assoziiert ist) vorgekommen.

Symptome und Beschwerden

Nach einer Inkubationszeit von etwa 5–12 Tagen entwickeln sich zunächst in einem Auge konjunktivale Hyperämie, wässriges Sekret und Augenreizung, die sich rasch auf das andere Auge ausbreiten. Auf der palpebralen Konjunktiva können sich Follikel ausbilden. Oft ist ein präaurikulärer Lymphknoten vergrößert und schmerzhaft. Viele Patienten hatten vorher Kontakt zu jemandem mit Konjunktivitis, einer kurz zurückliegenden Infektion der oberen Atemwege oder beidem.

Bei einer schweren Adenoviruskonjunktivitis können die Patienten eine Photophobie und ein Fremdkörpergefühl aufgrund einer Beteiligung der Kornea haben. Eine Chemosis kann vorhanden sein. Fibrinbeläge (Pseudomembranen) und Entzündungszellen auf der Lidbindehaut, eine fokale Hornhautentzündung oder beides können zu Verschwommensehen führen. Auch nach Abheilung der Konjunktivitis können noch bis zu 2 Jahre später subepitheliale Hornhauttrübungen (multiple, münzförmige Stellen von 0,5–1,0 mm Durchmesser, sog. Nummuli) mit der Spaltlampe zu erkennen sein. Hornhauttrübungen bewirken gelegentlich eine Visusreduktion und signifikante Halos und Strahlenkränze.

Diagnose

  • Klinische Bewertung

Die Diagnose der Konjunktivitis und Differenzierung zwischen bakterieller, viraler und nichtinfektiöser Konjunktivitis (siehe Tabelle: Differenzierungsmerkmale der akuten Konjunktivitis) werden in der Regel klinisch gestellt; spezielle Gewebekulturen sind notwendig zur Virusvermehrung, aber nur selten indiziert. Polymerasekettenreaktionsanalysen (PCR-Analysen) und andere schnelle, in der Arztpraxis durchführbare immundiagnostische Tests können vor allem dann nützlich sein, wenn die Entzündung schwerwiegend ist und andere Diagnosen (z. B. Orbitaphlegmone) ausgeschlossen werden müssen. Hinweise, die bei der Differenzierung zwischen viraler und bakterieller Konjunktivitis helfen können, umfassen Eitrigkeit des Augenausflusses, das Vorliegen einer präaurikulären Lymphadenopathie, und eine Chemosis bei der Keratoconjunctivitis epidemica. Patienten mit Photophobie erhalten eine Fluorescein-Färbung und werden mit einer Spaltlampe untersucht. Die Keratoconjunctivitis epidemica kann punktförmige Hornhautverfärbung verursachen. Eine sekundäre bakterielle Infektion der viralen Konjunktivitis ist sehr selten. Wenn irgendwelche Anzeichen allerdings auf eine bakterielle Konjunktivitis hindeuten (z. B. eitriger Ausfluss), können Kulturen oder andere Untersuchungen nützlich sein.

Tabelle
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Differenzierungsmerkmale der akuten Konjunktivitis

Ätiologie

Ausfluss/Zelltyp

Lidödem

Knotenbeteiligung

Juckreiz

Eitrig/polymorphkernige Leukozyten

Moderat

Normalerweise keine

Keine

Klar/mononukleären Zellen

Minimal

Oft vorliegend

Keine

Klar, schleimig, zäh/Eosinophilen

Mittelschwer bis schwer

Keine

Mild bis intensiv

Therapie

  • Supportive Maßnahmen

Die virale Bindehautentzündung ist hoch ansteckend, und die Übertragungsvorkehrungen müssen eingehalten werden.

Um eine Übertragung der Infektion zu vermeiden, müssen Ärzte

  • Verwenden Sie ein Handdesinfektionsmittel oder waschen Sie Ihre Hände gründlich (seifen Sie die Hände vollständig ein, schrubben Sie die Hände für mindestens 20 Sekunden, spülen Sie sie gut ab und schalten Sie das Wasser mit einem Papiertuch aus).

  • Desinfektion der Geräte nach der Untersuchung der Patienten

Patienten sollten Folgendes tun:

  • Verwenden Sie Händedesinfektionsmittel und/oder waschen Sie ihre Hände gründlich, nachdem Sie ihre Augen oder Nasensekret berührt haben

  • Berühren Sie das nicht infizierte Auge nicht, nachdem Sie das infizierte Auge berührt haben

  • Vermeiden Sie, Handtücher oder Kissen zu teilen

  • Vermeiden Sie das Schwimmen in Pools

Das Sekret sollte aus den Augen entfernt und kein Augenverband angelegt werden. Kleine Kinder mit Konjunktivitis sollten von der Schule ferngehalten werden, um eine Ausbreitung der Infektion zu vermeiden.

Die virale Konjunktivitis verläuft selbstlimitierend mit einer Dauer von 1 Woche in leichten Fällen bis zu 3 Wochen in schweren Fällen. Zur Symptomlinderung werden lediglich künstliche Tränen und kalte Kompressen benötigt. Patienten, die eine starke Photophobie oder einen beeinträchtigten Visus haben, können jedoch von lokalen Corticosteroiden profitieren (z. B. 1% Prednisolonacetat 4-mal täglich). Falls Corticosteroide verschrieben werden, tut das in der Regel ein Ophthalmologe. Eine Herpes-simplex-Keratitis muss vorher ausgeschlossen werden (durch eine Fluorescein-Färbung und eine Spaltlampenunterschung), da Corticosteroide zu einer Exazerbation führen können. (Anm. d. Red.: Antibiotikatropfen werden nur bei einer bakteriellen Sekundärinfektion gegeben.)

Wichtige Punkte

  • Meist wird eine virale Konjunktivitis durch Adenoviren oder Enteroviren verursacht.

  • Hinweise, die bei der Differenzierung zwischen viraler und bakterieller Konjunktivitis helfen können, umfassen Eitrigkeit des Augenausflusses, das Vorliegen einer präaurikulären Lymphadenopathie, und eine Chemosis bei der Keratoconjunctivitis epidemica.

  • Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt.

  • Die Behandlung besteht gewöhnlich in kühlen Kompressen und Maßnahmen, um eine Verbreitung zu verhindern.

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