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Übersicht der Immunisierung

Von

Margot L. Savoy

, MD, MPH, Lewis Katz School of Medicine at Temple University

Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Quellen zum Thema

Immunität kann erreicht werden

  • Aktiv durch Anwendung von Antigenen (z. B. Impfstoffe, Toxoide)

  • Passiv durch Anwendung von Antikörpern (z. B. Immunglobuline, Antitoxine)

Ein Toxoid ist ein bakterielles Toxin, das dahingehend modifiziert wurde, nicht mehr toxisch zu wirken, aber weiterhin eine Antikörperbildung stimulieren kann.

Ein Impfstoff ist eine Suspension ganzer (lebender oder inaktivierter) oder fraktionierter nicht mehr pathogener Bakterien oder Viren. Für Impfstoffe, die in den USA erhältlich sind, siehe Tabelle: Impfstoffe, die in den USA verfügbar sind.

Für den Inhalt der einzelnen Impfstoffe (einschließlich der Zusatzstoffe), s. die Packungsbeilage des Impfstoffs.

Die Impfung ist extrem wirksam für die Verhinderung schwerwiegender Krankheiten und Verbesserung der Gesundheitsverhältnisse weltweit. Aufgrund von Impfstoffen sind Infektionen, die einst sehr verbreitet und/oder lebensbedrohlich waren (z. B. Pocken, Polio, Diphtherie), heutzutage selten oder gänzlich eliminiert. Mit Ausnahme der Pocken treten diese Infektionen jedoch immer noch in Teilen der Dritten Welt auf.

Wirksame Impfstoffe sind für viele wichtige Infektionen noch nicht verfügbar, einschließlich

Einige Impfstoffe werden routinemäßig für alle Erwachsenen in einem bestimmten Alter, die nicht zuvor geimpft worden sind oder keine Nachweise für eine frühere Infektion haben, empfohlen. Andere Impfstoffe (z. B. Tollwut, Bacillus Calmette-Guérin, Typhus, Gelbfieber) werden nicht routinemäßig gegeben, sind aber nur für bestimmte Personen und Umstände zu empfehlen (siehe Recommended Adult Immunization Schedule der Centers for Disease Control and Prevention und unter der spezifischen Störung an anderer Stelle im MSD-Manual; 1).

Einige Erwachsene erhalten die für sie empfohlenen Impfstoffe nicht. Beispielsweise erhielten nur 55,1% der Personen > 65 Jahren den Tetanusimpfstoff in einem Zeitraum von 10 Jahren. Zudem neigen die Impfraten dazu, bei Schwarzen, Asiaten und Lateinamerikanern niederiger zu sein als bei Weißen.

Tabelle
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Impfstoffe, die in den USA verfügbar sind

Impfstoffe

Typ

Weg

Inaktivierte Bakterien

Subkutan

Bacille Calmette-Guérin (BCG) (bei Tuberkulose)

abgeschwächter (attenuierter) Lebendimpfstoff - Mycobacteria bovis

Intradermal oder subkutan

abgeschwächter Lebendimpfstoff

Oral

Diphtheria-tetanus-azelluläre pertussis (DTaP oder Tdap)

Toxoide und inaktivierte bakterielle Komponenten

i.m.

DTaP-Hepatitis-B-Polio (DTaP-HepB-IPV)

Toxoide, rekombinantes virales Antigen und inaktiviertes Poliovirus

i.m.

Toxoide, inaktivierte Bakterien und inaktiviertes Poliovirus

i.m.

Toxoide, inaktivierte Bakterien, inaktiviertes Poliovirus und bakterielle Polysaccharide, an Protein konjugiert

i.m.

Haemophilus influenzae-Typ-b-Konjugat-Impfstoff (Hib)

Bakterielles Polysaccharid konjugiert an Protein

i.m.

Hib-Hepatitis B (Hib-HepB

H. influenzae Polysaccharid vom Typ B, konjugiert an Protein und rekombinantes Hepatitis B-Virusantigen

i.m.

Hepatitis A (HepA)

Inaktiviertes Virus

i.m.

Hepatitis B (HepB)

Rekombinantes virales Antigen (HBsAg)

i.m.

Hepatitis A und Hepatitis B

Inaktiviertes Virus sowie rekombinantes virales Antigen

i.m.

Hib-Konjugat-Impfung (HbCV) plus Hep B

Bakterielles Polysaccharidkonjugat zzgl. inaktiviertes virales Antigens

i.m.

Humanes Papillomavirus (HPV)

Nichtinfektiöse virusähnliche Partikel

i.m.

Influenza Attenuierter Influenza-Lebendimpfstoff (LAIV)

Lebend-Influenza-A und -B-Virus

NOTE: LAIV ist für die Grippesaison 2018–2019 zugelassen (wurde in keiner Population für die Saison 2017–2018 empfohlen.).)

Intranasal

Influenza, Typen A und B(nicht aktiviert)

Inaktiviertes Virus oder virale Komponenten

i.m. oder intradermal

Inaktiviertes Virus

Subkutan

Masern-Mumps-Röteln (MMR)

Lebendviren

Subkutan

Masern-Mumps-Röteln-Varizellen (MMRV)

Lebendviren

Subkutan

Meningokokken, Polysaccharid (MPSV4)

Bakterielle Polysaccharide der Serogruppen A/C/Y/W-135

Subkutan

Meningokokken, konjugiert (MenACWY)

Bakterielle Polysaccharide der Serotgruppen A, C, Y und W-135 konjugiert Diphtherietoxoid Protein

i.m.

Meningokokken-Gruppe B (MenB)

Rekombinanter Impfstoff, zusammengesetzt aus zwei LP2086-Antigenen (Faktor H-bindende Proteine)

i.m.

Pneumokokken, Polysaccharid (PPSV23)

Bakterielle Polysaccharide von 23 Pneumokokken-Typen

i.m. oder subkutan

Pneumokokken, konjugiert (PCV13)

Polysaccharide von 13 Typen, konjugiert mit Diphtherie-Toxin

i.m.

Poliovirus (IPV)

Inaktivierte Viren aller 3 Serotypen

i.m.

Tollwut (Rabies)

Inaktiviertes Virus

Intradermal* oder subkutan

Lebendvirus

Oral

Impfung mit Lebendviren

Intradermal über mehrerePunktionssysteme

Inaktiviertes Toxin (Toxoid)

i.m.†

Tetanus und diphtherie Toxoide adsorbiert (Td)‡ oder Diphtherie-Tetanus (DT)

Inaktivierte Toxine (Toxoide)

i.m.†

Tuberkulose (siehe Bacille Calmette-Guérin)

Kapselpolysaccharid

i.m.

Typhus

abgeschwächter Lebendimpfstoff

Oral

Lebendvirus

Subkutan

Lebendvirus

Subkutan

Zoster (Gürtelrose)

Rekombinant, adjuvant,

i.m.†

Zoster (Gürtelrose)

Lebendvirus

Subkutan

* Intradermal Dosis ist geringer und wird nur für preexposure Impfung verwendet.

† Impfungen mit Adjuvantien sollte i.m. gegeben werden.

‡ Td enthält die gleiche Menge an Tetanus-Toxoid wie Diphtherie, Tetanus, Pertussis oder DT, aber einer reduzierten Dosis von Diphtherie-Toxoid.

Modifiziert nach den Empfehlungen des Beratenden Ausschusses für Immunisierungspraktiken (ACIP). Aufgerufen am 01.04.19.

(Siehe auch PATH's Vaccine Resource Library.)

Impfstoffverabreichung

Impfungen sollten streng gemäß den Empfehlungen der Packungsbeilage gegeben werden; trotzdem können die Abstände zwischen den einzelnen Impfdosen bei den meisten Impfstoffen eventuell ohne Wirkungsverlust verlängert werden.

Injizierbare Impfstoffe werden in der Regel i.m. in den mediolateralen Oberschenkel (bei Säuglingen und Kleinkindern) oder in den Deltamuskel (bei Schulkindern und Erwachsenen) gegeben. Einige Impfstoffe werden subkutan verabreicht. Für Einzelheiten zur Impfstoffverabreichung, s. the CDC's General Best Practice Guidelines for Vaccine Administration and Administering Vaccines to Adults.

Schulterverletzungen im Zusammenhang mit der Verabreichung von Impfstoffen (SIRVA) können durch die unbeabsichtigte Injektion eines Impfstoffs in Gewebe und Strukturen unter dem Deltamuskel der Schulter (2) entstehen.

Kliniker sollten über ein Verfahren verfügen, um sicherzustellen, dass der Impfstatus ihrer Patienten bei jedem Besuch überprüft wird, sodass die Impfstoffe entsprechend ihrer Empfehlungen verabreicht werden. Patienten (oder Betreuer) sollten dazu ermutigt werden, eine Dokumentation (schriftlich oder elektronisch) ihrer Impfungen aufzubewahren und diese Informationen mit neuen Klinikern, Ärzten und Institutionen zu teilen, um sicherzustellen, dass alle Impfungen auf dem neuesten Stand sind.

Tipps und Risiken

  • Wenn eine Impfungsserie unterbrochen wird, sollten die Praktiker beim nächsten Mal, wenn sich der Patient vorstellt, die nächste empfohlene Dosis verabreichen, sofern das empfohlene Intervall zwischen den Dosen verstrichen ist; sie sollten keine neue Serie beginnen (d. h. mit der ersten Dosis).

Wenn eine Impfungsserie (z. B. Hepatitis B oder humanes Papillomavirus) unterbrochen wird, sollten die Praktiker beim nächsten Mal, wenn sich der Patient vorstellt, die nächste empfohlene Dosis verabreichen, sofern das empfohlene Intervall zwischen den Dosen verstrichen ist; sie sollten keine neue Serie beginnen. Sie sollten keine neue Serie beginnen (d. h. mit der ersten Dosis).

Tabelle
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Richtlinien zur Impfstoffverabreichung bei Erwachsenen

Parameter

Nadelstärke

Kommentare

Nach Route

Subkutan

23–25 Breite

1,5875 cm long (5/8 inches)

Die Nadel sollte in das Fettgewebe über dem Trizeps eingestochen werden.

i.m.

23–25 Breite zur Injektion in den Deltamuskel

Die Nadellänge wird durch das Geschlecht und das Gewicht (siehe unten) bestimmt.

Nach Geschlecht und Gewicht für i.m. Injektion

Männlich oder weiblich, < 60 kg

1,5875–2,54 cm lang (5/8–1 inches)

Eine 1,5875 cm (5/8 inches) lange Nadel kann nur dann für eine i.m. Injektion in den Deltamuskel verwendet werden, wenn das subkutane Gewebe nicht gebündelt ist und die Einstechung in einem Winkel von 90º vorgenommen wird.

Weiblich, 60–90 kg

2,54–3,81 cm lang (1–1,5 inches)

Männlich, 60–118 kg

2,54–3,81 cm lang (1–1,5 inches)

Weiblich, > 90 kg

3,81 cm lang (1,5 inches)

Männlich, > 118 kg

3,81 cm lang (1,5 inches)

Gleichzeitige Verabreichung verschiedener Impfstoffe

Die gleichzeitige Gabe von Impfungen ist mit wenigen Ausnahmen sicher, effektiv und bequem; sie ist besonders zu empfehlen, wenn Kinder möglicherweise für zukünftige Impfungen nicht verfügbar sind, oder wenn Erwachsene gleichzeitig mehrere Impfstoffe benötigen (z. B. vor internationalen Reisen). Eine Ausnahme stellt die gleichzeitige Verabreichung des Pneumokokken-Konjugatimpfstoffs (PCV13) und des Meningokokken-Konjugatimpfstoffs MenACWY-D (Menactra®) bei Kindern mit funktioneller oder anatomischer Asplenie dar; diese Impfungen sollten nicht während desselben Besuches verabreicht werden, sondern ≥ 4 Wochen voneinander getrennt werden.

Bei der gleichzeitigen Gabe kann es sich um Kombinationspräparate handeln (siehe Tabelle: Impfstoffe, die in den USA verfügbar sind) oder um die Verwendung von 1 elnzelnen Antigen-Impfstoffen. Es kann auch mehr als ein Impfstoffprodukt zur gleichen Zeit verabreicht werden, wenn verschiedene Injektionsstellen und Spritzen verwendet werden.

Wenn Lebendimpfungen (Varizellen- und MMR) nicht zur gleichen Zeit gegeben werden, sollten sie in einem Abstand von ≥ 4 Wochen verabreicht werden.

Referenzen zur Impfstoffverabreichung

Einschränkungen, Vorsichtsmaßnahmen und Hochrisikogruppen

Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen sind Bedingungen, die das Risiko einer adversen Reaktion auf einen Impfstoff erhöhen oder die die Fähigkeit eines Impfstoffs, Immunität zu erzeugen, beeinträchtigen. Diese Bedingungen sind in der Regel vorübergehend, was bedeutet, dass der Impfstoff zu einem späteren Zeitpunkt verabreicht werden kann. Manchmal ist eine Impfung indiziert, wenn eine Vorsichtsmaßnahme besteht, weil die schützende Wirkung des Impfstoffes gegenüber dem Risiko einer adversen Reaktion auf den Impfstoff überwiegt.

Kontraindikationen sind Bedingungen, die die Gefahr einer schwerwiegenden Nebenwirkung erhöhen. Ein Impfstoff sollte nicht verabreicht werden, wenn eine Kontraindikation vorliegt.

Allergie

Für viele Impfstoffe ist die einzige Kontraindikation eine schwere allergische Reaktion (z. B. anaphylaktische Reaktionen) auf den Impfstoff oder eine seiner Komponenten.

Eierallergie ist in den USA weit verbreitet. Einige Impfstoffe, die in Zellkultursystemen produziert werden, einschließlich der meisten Influenza-Impfstoffe, enthalten Spuren von Ei-Antigenen; deswegen liegen Bedenken über die Anwendung solcher Impfstoffe bei Patienten, die auf Eier allergisch sind, vor. Die Leitlinien der Centers for Disease Control and Prevention für den Influenza-Impfstoff geben an, dass, obwohl leichte Reaktionen auftreten können, schwere allergische Reaktionen (z. B. Anaphylaxie) unwahrscheinlich sind, und dass eine Impfung mit deaktiviertem Influenza-Impfstoff nur bei solchen Patienten kontraindiziert ist, die nach einer vorangegangenen Dosis irgendeines Influenza-Impfstoffs oder einer Impfstoffkomponente, einschließlich Eierprotein, eine Anaphylaxie hatten.

Weitere Empfehlungen für Patienten mit einer Vorgeschichte von Eizellenallergie sind die folgenden:

  • Nur Nesselsucht nach Exposition mit Ei: Die Patienten sollten einen altersgerechten Influenza-Impfstoff erhalten.

  • Andere Reaktionen auf Eier (z. B. Angioödem, Atemnot, Benommenheit, wiederkehrende Erbrechen und Reaktionen, die Epinephrin oder eine andere Notfallbehandlung erforderlich machten): Patienten können einen altersgerechten Influenza-Impfstoff erhalten. Der Impfstoff sollte jedoch in einem stationären oder ambulanten medizinischen Umfeld verabreicht und von einem Arzt überwacht werden, der Erfahrung mit der Erkennung und Behandlung schwerer allergischer Reaktionen hat.

MERKE: Eine frühere schwere allergische Reaktion auf einen Grippeimpfstoff, unabhängig von der Komponente, bei der der Verdacht besteht, dass sie für die Reaktion verantwortlich ist, ist eine Kontraindikation für den zukünftigen Erhalt des Impfstoffs.

Asplenie

Asplenische Patienten sind prädisponiert für eine massive bakteriämische Infektion, vorrangig verursacht durch eingekapselte Organismen wie etwa Streptococcus pneumoniae, Neisseria meningitidis oder Haemophilus influenzaeTyp b (Hib). Asplenischen Erwachsenen sollten die folgenden Impfstoffen verabreicht werden (wenn möglich, vor Splenektomie):

  • Hib-Konjugat-Impfung (HbCV): eine einzelne Dosis und keine Auffrischung

  • Meningokokken-Konjugat-Impfung (MenACWY): 2 Dosen 8 bis 12 Wochen auseinanderliegend und Auffrischungen alle 5 Jahre

  • Meningokokken-B-Impfstoff (MenB): 2-Dosis-Serie von MenB-4C ≥ 1 m Abstand oder 3-Dosis-Serie von MenB-FHbp bei 0, 1–2 und 6 Mo

  • Pneumokokken-Konjugat- (PCV13) und Polysaccharid-Impfungen (PPSV23): PCV13, wenn die Patienten nicht zuvor eine volle Serie als eine Routine-Impfung erhalten haben, dann PPSV23 8 Wochen später (≥ 2 Wochen vor oder nach Splenektomie) mit einer einzigen PPSV23-Auffrischung nach 5 Jahren und einer Routine-Auffrischungsdosis im Alter von 65 Jahren.

Zusätzliche Dosen können basierend auf klinischen Entscheidungen verabreicht werden.

Einsatz von Blutprodukten

Impfungen mit lebenden Mikroorganismen sollten nicht gleichzeitig mit Blut- oder Plasmatransfusionen oder Immunglobulin verabreicht werden; diese Produkte können mit der Entwicklung der gewünschten Antikörper interferieren. Idealerweise sollten diese Impfungen 2 Wochen vor oder 6 bis 12 Wochen nach Immunglobulinen gegeben werden.

Fieber oder andere akute Erkrankungen

Eine schweres Fieber (Körpertemperatur von > 39° C) oder eine schwere Erkrankung ohne Fieber erfordert ein Aufschieben einer Impfung, nicht jedoch harmlosere Infektionen, wie z. B. ein grippaler Infekt (sogar bei leichtgradigem Fieber). Diese Vorsichtsmaßnahme verhindert Verwechslungen zwischen den Manifestationen der zugrundeliegenden Erkrankung und möglichen Nebenwirkungen des Impfstoffs und verhindert die Überlagerung von Nebenwirkungen des Impfstoffes auf die zugrundeliegende Erkrankung. Die Impfung wird, wenn möglich, aufgeschoben, bis die Erkrankung vorüber ist.

Guillain-Barré-Syndrom

Patienten, die innerhalb von 6 Wochen nach einer früheren Influenza-Impfung oder DTaP-Impfung das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) entwickeln, kann der Impfstoff verabreicht werden, wenn angenommen wird, dass der Nutzen der Impfung die Risiken wett macht. Beispielsweise können Kliniker bei Patienten, die das Syndrom nach einer Dosis von DTaP entwickeln, eine Dosis des Impfstoffes in Erwägung ziehen, wenn eine Pertussis ausbricht; allerdings sollten solche Entscheidungen in Absprache mit einer Fachperson für Infektionskrankheiten erfolgen.

Das Advisory Committee on Immunization Practices sieht eine Vorgeschichte des GBS nicht mehr als eine Vorsichtsmaßnahme für den Einsatz des Meningokokken-Konjugat-Impfstoffs an, obwohl es weiterhin als eine Vorsichtsmaßnahme in der Packungsbeilage aufgeführt wird.

Immunschwäche

Immunkompromittierte Patienten sollten generell keine Lebendvirusvakzinen erhalten, die ernste oder sogar tödliche Infektionen hervorrufen könnten. Wenn die Immunschwäche durch eine immunsuppressive Therapie (z. B. hochdosierte Kortikosteroide [≥ 20 mg Prednison oder ein Äquivalent für ≥ 2 Wochen], Antimetaboliten, Immunmodulatoren, alkylierende Verbindungen, Strahlentherapie) verursacht wird, sollten Lebendvirusimpfstoffe ausgesetzt werden, bis sich das Immunsystem von der Behandlung erholt (das Zeitintervall ist von der verwendeten Therapie abhängig). Bei Patienten, die langfristige immunsuppressive Therapien erhalten, sollten Kliniker die Risiken und Nutzen der Impfung und/oder Wiederholungsimpfung mit einem Spezialisten für Infektionskrankheiten diskutieren.

Patienten mit einer HIV-Infektion sollten generell deaktivierte Impfstoffe (z. B. Diphtherie-Tetanus-Pertussis [Tdap], Polio [IPV], Hib) gemäß der routinemäßigen Empfehlungen erhalten. Trotz der allgemeinen Vorsicht bei der Gabe von Lebendvirusimpfstoffen, können Patienten, die eine Anzahl von CD4 ≥ 200/mcL (d. h. nicht stark immungeschwächt) bestimmte Lebendvirusimpfstoffe verabreicht werden, darunter Masern-Mumps-Röteln (MMR). Patienten mit einer HIV-Infektion sollten sowohl die Pneumokokken-Konjugat-Impfung als auch die Polysaccharid-Impfung erhalten (und nach 5 Jahren erneut geimpft werden).

Mikrobielle Lebendimpfstoffe

Idealerweise sollten diese Impfungen 2 Wochen vor oder 6-12 Wochen nach Immunglobulinen gegeben werden. Impfungen mit lebenden Mikroorganismen sollten nicht gleichzeitig mit Blut, Plasma oder Immunglobulin verabreicht werden, da dies mit der Entwicklung der gewünschten Antikörper interferieren kann.

Lebendmikrobielle Impfstoffe umfassen Folgendes:

Schwangerschaft

Schwangerschaft ist eine Kontraindikation für eine Impfung mit MMR, intranasalem (Lebend-)Influenza-Impfstoff, Varizellen sowie anderen Lebendvirusimpfstoffen.

Der Beratende Ausschuss für Impfpraktiken empfiehlt, die Impfung mit HPV-Impfstoff und rekombinantem Zoster-Impfstoff auf die Zeit nach der Schwangerschaft zu verschieben. (Siehe Recommended Adult Immunization Schedule by Medical Condition or Other Indications).

Transplantationen

Vor einer Transplantation eines soliden Organs sollten Patienten alle adäquaten Impfungen erhalten. Patienten, die eine allogene oder autogene Blutstammzellentransplantation hatten, sollten als nichtimmun angesehen werden und sollten wiederholte Dosen aller adäquaten Impfungen erhalten. Die Pflege dieser Patienten ist komplex und die Impfungsentscheidungen für diese Patienten sollten unter Rücksprache mit dem Hämatologen-Onkologen des Patienten und einem Spezialisten für Infektionskrankheiten getroffen werden.

Impfungssicherheit

In den USA wird die Sicherheit von Impfstoffen durch zahlreiche Überwachungssysteme gewährleistet; ausgewählte Ereignisse, die sich nach Routineimpfungen ereignen, müssen dem Vaccine Adverse Event Reporting System (VAERS) der Centers for Disease Control and Prevention und Vaccine Safety Datalink (VSD) per Post, Fax oder auf elektronischem Wege mitgeteilt werden. Für weitere Informationen zur Sicherheit der einzelnen Impfstoffe, siehe Vaccine Safety auf der Centers for Disease Control and Prevention-Website (Vaccine Safety Datalink [VSD]).

Dennoch sind viele Eltern nach wie vor besorgt über die Sicherheit von Impfstoffen für ihre Kinder und deren mögliche Nebenwirkungen (insbesondere Autismus). Diese Bedenken, die im Internet aufrecht erhalten werden, haben einige Eltern dazu verleitet, nicht zuzulassen, dass ihren Kindern einige oder alle der empfohlenen Impfstoffe verabreicht werden ({blank} Anti-Impfungs-Bewegung). Das Ergebnis ist, dass Ausbrüche von Krankheiten, die durch Impfungen selten gemacht wurden (z. B. Masern, Pertussis), immer häufiger bei nicht geimpften Kindern in Nordamerika und Europa auftreten.

Eine der wichtigsten Sorgen der Eltern ist, dass Impfstoffe das Risiko für Autismus erhöhen können. Zu den angeführten Gründen hierfür gehören

Im Jahr 1998 veröffentlichten Andrew Wakefield und Kollegen einen kurzen Bericht in The Lancet ({blank} Anti-Impfungs-Bewegung : MMR-Impfung und Autismus). Darin postulierte Wakefield eine Verbindung zwischen dem Masern-Virus in der MMR-Impfung und Autismus. Diesem Bericht wurde in den Medien weltweit große Aufmerksamkeit geschenkt und viele Eltern begannen, an der Sicherheit des MMR-Impfstoffs zu zweifeln. In der Zwischenzeit hat The Lancet den Bericht jedoch zurückgezogen, da er ernsthafte wissenschaftliche Mängel enthält; viele nachfolgende große Studien konnten keinen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Autismus aufzeigen.

Gerber und Offit1 überprüften epidemiologische und biologische Studien zu dieser Fragestellung und fanden keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Impfstoffen und dem Risiko für Autismus (1). Das US Institute of Medicine Immunization Safety Review Committee2 bewertete epidemiologische Studien (veröffentlichte und unveröffentlichte), um festzustellen, ob der Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff und Impfstoffe, die Thimerosal enthalten, Autismus verursachen, und die möglichen biologischen Mechanismen für einen solchen Zusammenhang zu identifizieren; aufgrund der Befunde wies diese Gruppe einen kausalen Zusammenhang zwischen diesen Impfstoffen und Autismus zurück (2).

Aktuell ist praktisch jeder Impfstoff, der Kindern verabreicht wird frei von Thimerosal. Kleine Mengen von Thimerosal werden weiterhin in Multidosis-Fläschchen von Influenza-Impfstoffen und in mehreren anderen Impfstoffen für Erwachsene verwendet. Informationen über Impfstoffe, die wenig Quecksilber oder Thimerosal enthalten, finden Sie auf der Website der Food and Drug Administration (Thimerosal and Vaccines) und unter Thimerosal Content in Some US Licensed Vaccines. Thimerosal wird auch in vielen Impfstoffen verwendet, die in Entwicklungsländern produziert werden.

Wie bei jeder Behandlung sollten Kliniker mit ihren Patienten über die relativen Risiken und den Nutzen der empfohlenen Impfstoffe sprechen. Insbesondere müssen Kliniker sicherstellen, dass sich die Eltern ihrer Patienten der möglichen schwerwiegenden Auswirkungen (einschließlich Tod) von durch Impfungen vermeidbaren Kinderkrankheiten wie Masern, Hib-Infektion und Pertussis bewusst sind; die Kliniker besprechen jegliche Bedenken, die Eltern über die Impfungen ihrer Kinder haben können. Ressourcen für diese Diskussionen umfassen CDC: Talking with Parents about Vaccines for Infants und Parents' Guide to Childhood Immunizations.

Hinweise zur Impfsicherheit

Reiseimpfungen

Für Reisen in Gebiete mit endemischen Infektionskrankheiten können evtl. Impfungen vorgeschrieben sein (siehe Tabelle: Impfstoffe für internationale Reisen*, , , §). Informationen hierzu sind u. a. verfügbar: USA: die Centers for Disease Control and Prevention können diese Informationen zur Verfügung stellen; ein telefonischer Service (1-800-232-4636 [CDC-INFO]) und eine Website (Travelers' Health) stehen 24 Stunden/Tag zur Verfügung; Deutschland: reisemedizinische Beratungsstellen, tropenmedizinische Institute sowie im Internet (Robert Koch-Institut, www.rki.de; Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin e. V., www.dtg.org).

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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