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Thoraxschmerz

Von

Michael J. Shea

, MD, Michigan Medicine at the University of Michigan;


Andrea D. Thompson

, MD, PhD, Department of Internal Medicine, Division of Cardiovascular Medicine, University of Michigan

Inhalt zuletzt geändert Jun 2018
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Quellen zum Thema

Thoraxschmerzen sind ein sehr häufiges Leiden. Viele Patienten sind sich bewusst, dass sie ein Warnzeichen für mögliche lebensbedrohliche Erkrankungen darstellen, und ersuchen eine Bewertung für minimale Symptome. Andere Patienten, darunter viele mit schweren Erkrankungen, bagatellisieren oder ignorieren die Warnzeichen. Die Schmerzwahrnehmung (sowohl Art als auch Schweregrad) variiert sehr stark zwischen Individuen wie auch zwischen Männern und Frauen. Wie auch immer er beschrieben wird, sollte Thoraxschmerz niemals ohne eine Ursachenerklärung abgetan werden.

Pathophysiologie

Das Herz, die Lungen, der Ösophagus und die großen Gefäße geben afferente viszerale Impulse über dieselben thorakalen autonomen Ganglien weiter. Ein schmerzvoller Stimulus in diesen Organen wird typischerweise empfunden, als wenn er in der Brust entstünde. Da aber die afferenten Nervenfasern in den dorsalen Ganglien überlappen, kann der Brustschmerz (als hinweisender Schmerz) irgendwo zwischen dem Nabel und dem Ohr, die oberen Extremitäten einschließend, verspürt werden.

Schmerzvolle Reize von Thoraxorganen können Missempfindungen verursachen, die als Druck, Reißen, Luft mit einem Aufstoßdrang, Magenverstimmung, Brennen oder Schmerz empfunden werden. Selten werden Brustschmerzen auch als stechend oder wie ein scharfer nadelähnlicher Schmerz beschrieben. Wenn die Empfindung in ihrem Ursprung viszeral ist, verleugnen viele Patienten, dass sie Schmerzen haben, und bestehen darauf, dass es lediglich Unbehagen ist.

Ätiologie

Viele Krankheiten verursachen Brustschmerzen und Unwohlsein. Diese Erkrankungen können die Herz-Kreislauf-, GI-, Lungen-, neurologischen oder Muskel-Skelett-Systeme betreffen (siehe Tabelle Einige Ursachen von Thoraxschmerzen).

Einige Erkrankungen sind unmittelbar lebensbedrohlich:

Andere Ursachen reichen von ernsten, potenziellen Bedrohungen des Lebens zu Ursachen, die lediglich unangenehm sind. Häufig kann selbst nach vollständiger Untersuchung keine Ursache bestätigt werden.

Im Allgemeinen sind die häufigsten Ursachen

In einigen Fällen kann keine Ätiologie der Brustschmerzen festgelegt werden.

Tabelle
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Einige Ursachen von Thoraxschmerzen

Ursache*

Andeutende Befunde

Diagnostischer Ansatz

Kardiovaskulär

Akute, überwältigende Schmerzen, die in den Kiefer oder zum Arm ausstrahlen

Anstrengungsschmerz, der im Ruhezustand vergeht (Angina pectoris)

S4-Galopp

Manchmal systolische Geräusche der Mitralinsuffizienz

Oft ernstzunehmende Befunde

Serielle EKGs und kardiale Marker; einliefern oder beobachten

Stress-Bildgebungs-Test oder CT-Angiographie wird bei Patienten mit negativem EKG-Befund und ohne kardiale Marker erwogen

Häufig Herzkatheterisierung und Koronarangiographie, wenn die Befunde positiv sind

1Thorakale Aortendissektion

Plötzliche, reißende Schmerzen, die in den Rücken ausstrahlen

Einige Patienten haben Synkope, Schlaganfall oder Ischämie in den Beinen

Puls oder Butdruck, die in den Extremitäten ungleich sein können

Alter > 55

Hypertonie

Ernstzunehmende Befunde

Röntgenthorax mit Befunden, die die Diagnose nahelegen

Hochauflösender CT-Scan der Aorta zur Bestätigung

Konstante oder intermittierende stechende Schmerzen, die oft durch Atmung, Schlucken von Speisen oder Rückenlage erschwert und durch Sitzen oder Vorneüberbeugen erleichtert werden

Perikardiales Reibegeräusch

Jugularvenöse Ausdehnung

EKG in der Regel diagnostisch

Kardiale Marker i. S. (zeigen manchmal minimal erhöhtes Troponin mit normalem CK-MB-Level)

Transthorakale Echokardiographie

Fieber, Dyspnoe, Müdigkeit, Thoraxschmerzen (bei Myoperikarditis), neuerliche virale oder anderen Infektion

Manchmal Befunde von Herzinsuffizienz, Perikarditis oder beidem

EKG

Kardiale Marker i. S.

BSG

C-reaktives Protein

Üblicherweise Echokardiographie oder Herz-MRT

GI

Plötzliche, starke Schmerzen nach Erbrechen oder Instrumentierung (z. B. Ösophagogastroskopie oder transösophageale Echokardiographie)

Subkutane Krepitation, die während der Auskultation erkannt wird

Mehrere ernstzunehmende Befunde

Röntgenthorax

Ösopgauskontrasteinlauf mit wasserlöslichem Kontrast zur Bestätigung

Schmerzen im Epigastrium oder unterem Thorax, die sich oft noch verschlimmern, wenn flach gelegen wird, und abnehmen, wenn nach vorne gelehnt wird

Erbrechen

Druckdolenz des oberen Abdomen

Schock

Oft Vorgeschichte von Alkoholmissbrauch oder Erkrankungen der Gallenwege

Serumlipase

Manchmal Abdomen-CT

Wiederkehrende, vage epigastrische Beschwerden, insbesondere bei einem Patienten, der übermäßig raucht oder Alkohol konsumiert, der durch Lebensmittel, Antazida oder beides erleichtert wird. .

Keine ernstzunehmenden Befunde

Klinische Bewertung

Manchmal Endoskopie

Manchmal Tests auf Helicobacter pylori

Wiederkehrende, brennende, vom Epigastrium zum Kehlkopf ausstrahlende Schmerzen, die durch Vorbeugen oder Hinlegen verschlimmert und Antazida gelindert werden.

Klinische Bewertung

Manchmal Endoskopie

Manchmal Motilitätsstudien

Wiederkehrende Beschwerden im rechten oberen Quadranten oder epigastrische Beschwerden nach Mahlzeiten (aber nicht nach Anstrengung)

Ultrasonographie der Gallenblase

Manchmal Szinitgraphie

Anhaltende Schmerzen, die schleichend einsetzen und das Schlucken begleiten können oder nicht

Üblicherweise auch Schwierigkeiten beim Schlucken

Bariumkontrasteinlauf

Pulmonal

Oft pleuritische Schmerzen, Dyspnoe, Tachykardie

Manchmal leichtes Fieber, Hämoptyse, Schock

Wahrscheinlicher, wenn Risikofaktoren vorliegen

Variiert mit klinischem Verdacht

Signifikante Dyspnoe, Hypotonie, Halsvenenstauung, unilateral verminderte Atemgeräusche und Hyperresonanz bei Perkussion

Manchmal subkutane Luft

Gewöhnlich klinisch

Im Röntgenthorax offensichtlich

Fieber, Schüttelfrost, Husten und eitriger Auswurf

Oft Dyspnoe, Tachykardie, Zeichen der Konsolidierung

Röntgenthorax

Manchmal einseitig verminderte Atemgeräusche, subkutane Luft

Röntgenthorax

3Pleuritis

Pneumonie, Lungenembolie oder virale Infektion der Atemwege können vorausgehen

Schmerzen beim Atmen, Husten

Manchmal pleurales Reiben, aber ansonsten unauffällige Untersuchung

Gewöhnlich klinische Bewertung

Andere

3Muskulo-skeletale Brustwandschmerzen (z. B. aufgrund von Trauma, Überbeanspruchung oder Kostochondritis)

Oft durch Anamnese angedeutet

Schmerz in der Regel persistent (typischerweise Tage oder länger), verschlimmert sich mit passiver und aktiver Bewegung

Diffuse oder fokale Druckdolenz

Klinische Bewertung

Nahezu konstanter Schmerz, die mehrere Körperbereiche sowie auch den Thorax betreffen

In der Regel Müdigkeit und Schlafstörungen

Mehrere Auslöser

Klinische Untersuchung

2Verschiedene thorakale Tumoren

Variabel, aber manchmal "pleuritic" Schmerzen

Manchmal chronischer Husten, Rauchvorgeschichte, Anzeichen einer chronischen Krankheit (Gewichtsverlust, Fieber), zervikale Lymphadenopathie

Röntgenthorax

Thorax-CT, wenn Röntgenthorax-Befunde auffällig sind

Knochen-Scan bei persistenten, fokalen Rippenschmerzen erwogen

3Herpes-Zoster-Infektion

Scharfe, bandartige Schmerzen unilateral im Thorax

Klassischer linearer, vesikulärer Hautausschlag

Schmerzen können Hautausschlag mehrere Tage vorausgehen

Klinische Bewertung

3Idiopathisch

Verschiedene Merkmale

Keine ernstzunehmenden Befunde

Diagnose ist Ausschlussdiagnose

*Schweregad der Ursachen schwankt wie angegeben:

1Unmittelbare Bedrohungen des Lebens.

2Potenzielle Bedrohungen des Lebens.

3Unangenehm, aber in der Regel nicht gefährlich.

Die meisten Patienten mit Thoraxschmerzen sollten Pulsoximetrie, EKG und Röntgenthorax (grundlegende Tests) erhalten. Wenn ein Verdacht auf koronare Ischämie besteht, sollten kardiale Marker (Troponin, CK-MB) i. S. überprüft werden.

Zu den ernstzunehmenden Befunden gehören abnormale Vitalzeichen (Tachykardie, Bradykardie, Tachypnoe, Hypotonie), Anzeichen für Minderdurchblutung (z. B. Verwirrung, aschfahle Farbe, Diaphorese), Kurzatmigkeit, asymmetrische Atemgeräusche oder Puls, neue Herzgeräusche oder Pulsus paradoxus > 10 mmHg.

S4= 4. Herzton.

Beurteilung

Anamnese

Die Anamnese der vorhandenen Krankheit sollte Lokalisation, Dauer, Charakter und Qualität der Schmerzen vermerken. Der Patient sollte über alle verursachenden Ereignisse (z. B. Anspannung oder Übernutzung der Brustmuskulatur), sowie alle auslösenden und entlastenden Faktoren befragt werden. Spezifische Faktoren, die zu beachten sind, umfassen, ob die Schmerzen während Belastung oder im Ruhezustand auftreten, ob psychologischer Stress vorliegt, ob die Schmerzen beim Atmen oder Husten auftreten, ob Schluckbeschwerden oder Beziehung zu den Mahlzeiten vorliegen und Positionen, die die Schmerzen lindern oder verschlimmern (z. B. hinlegen, nach vorne lehnen). Zurückliegende ähnliche Episoden und ihre Umstände sollten vermerkt werden, wobei Ähnlichkeiten oder das Fehlen von Ähnlichkeiten Aufmerksamkeit verdienen und ob die Episoden in ihrer Häufigkeit und/oder Dauer zunehmen. Wichtige assoziierte Symptome, nach denen zu suchen ist, sind Dyspnoe, Palpitationen, Synkopen, Diaphorese, Übelkeit oder Erbrechen, Husten, Fieber und Schüttelfrost.

Die Überprüfung der Systeme sollte nach Symptomen möglicher Ursachen suchen, einschließlich Beinschmerzen, Schwellungen oder beidem (tiefe Venenthrombose [TVT] und daher mögliche Lungenembolie) und chronischer Schwäche, Unwohlsein und Gewichtsverlust (Krebs).

Die Anamnese sollte bekannte Ursachen dokumentieren, vor allem kardiovaskuläre und GI-Erkrankungen und sämtliche kardiale Untersuchungen oder Verfahren (z. B. Stresstests Katheterisierung). Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit (KHK - z. B. Hypertonie, Dyslipidämie, Diabetes, zerebrovaskuläre Erkrankung, Tabakkonsum) oder LE (z. B. Verletzungen der unteren Extremität, kürzliche Operation, Immobilisierung, bekannter Krebs, Schwangerschaft) sollten ebenfalls vermerkt werden.

Die Substanzanamnese sollte den Substanzeinsatz vermerken, der Koronarspasmen (z. B. Kokain, Triptane) oder eine GI-Erkrankung (vor allem Alkohol, NSARs) auslösen kann.

Die Familienanamnese sollte die Vorgeschichte von Myokardinfarkt (insbesondere unter Verwandten 1. Grades in jungem Alter: < 55 bei Männern und < 60 bei Frauen) und Hyperlipidämie einbeziehen.

Körperliche Untersuchung

Vitalzeichen und Gewicht werden erfasst und der Body-Mass-Index (BMI) berechnet. Der Puls wird in beiden Armen und Beinen getastet, Blutdruck in beiden Armen gemessen und der Pulsus paradoxus wird erfasst.

Das allgemeine Erscheinungsbild wird vermerkt (z. B. Blässe, Diaphorese, Zyanose, Ängstlichkeit).

Der Hals wird auf venöse Ausdehnung und hepatojugulären Reflux untersucht und die venösen Wellenformen werden notiert. Der Hals wird für Karotispuls, Lymphadenopathie oder Schilddrüsenerkrankung abgetastet. Die Halsschlagadern werden nach Geräuschen auskultiert.

Die Lungen werden perkutiert und auskultiert auf Gegenwart und Symmetrie der Atemgeräusche, Stauungszeichen (trockene oder feuchte Rasselgeräusche, Rhonchi), Konsolidierung ("pectorilloquy"), Pleurareiben und Ergüsse (verminderte Atemgeräusche, gedämpfte Perkussion).

Die kardiologische Untersuchung nimmt die Intensität und den Zeitpunkt des 1. Herztons (S1) und 2. Herztons (S2), die Atembewegung der pulmonalen Komponente von S2, perikardiales Reiben, Geräusche und Galoppe auf. Wenn Geräusche erkannt werden, sollten Zeitpunkt, Dauer, Tonhöhe, Form und Intensität und die Reaktion auf Positionsveränderungen, wiederholter Faustschluss und das Valsalvamanöver vermerkt werden. Wenn Galoppe erkannt werden, sollte eine Differenzierung zwischen dem 4. Herzton (S4), der häufig bei diastolischer Dysfunktion oder Myokardischämie vorliegt, und dem 3. Herzton (S3), der bei systolischer Dysfunktion vorliegt, gemacht werden.

Die Brust wird auf Hautläsionen durch Verletzung oder Herpes-Zoster-Infektion inspiziert und auf Krepitation (die auf subkutane Luft hindeutet) und Druckdolenz betastet. Das Abdomen wird auf Druckdolenz, Organomegalie und Raumforderungen oder Druckdolenz abgetastet, insbesondere in der epigastrischen Region und im rechten oberen Quadranten.

Die Beine werden auf arterielle Pulse, Perfusionsadäquanz, Ödeme, Krampfadern und Anzeichen von TVT (z. B. Schwellung, Rötung, Druckdolenz) untersucht.

Warnzeichen

Bestimmte Befunde verstärken den Verdacht einer ernstzunehmenderen Ätiologie des Thoraxschmerzes:

  • Abnormal Vitalzeichen (Tachykardie, Bradykardie, Tachypnoe, Hypotonie)

  • Anzeichen auf Hypoperfusion (z. B. Verwirrung, aschfahle Hautfarbe, Diaphorese)

  • Kurzatmigkeit

  • Hypoxie auf Pulsoximetrie

  • Asymmetrische Atemgeräusche oder Pulse

  • Neue Herzgeräusche

  • Pulsus paradoxus > 10 mmHg

Interpretation der Befunde

Symptome und Beschwerden thorakaler Erkrankungen variieren stark und diejenigen bei ernsten und nicht ernsten Bedingungen überschneiden sich oft. Obwohl ernstzunehmende Befunde eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine schwerwiegende Erkrankung andeuten und viele Erkrankungen "klassische" Manifestationen (siehe Tabelle Einige Ursachen von Thoraxschmerzen), haben, stellen sich viele Patienten, die eine schwerwiegende Erkrankung haben, nicht mit diesen klassischen Symptome und Beschwerden vor. Zum Beispiel können Patienten mit Myokardischämie lediglich über Verdauungsstörungen klagen oder bei Palpation eine sehr druckdolente Brustwand haben. Ein hoher Verdachtindex ist wichtig, wenn Patienten mit Thoraxschmerzen evaluiert werden. Dennoch sind einige Unterscheidungen und Verallgemeinerungen möglich.

Die Dauer der Schmerzen kann Hinweise auf den Schweregrad der Erkrankung liefern. Langanhaltende Schmerzen (d. h. über Wochen oder Monate) sind nicht Ausdruck einer Störung, die unmittelbar lebensbedrohlich ist. Solche Schmerzen sind oft muskuloskeletale, obwohl eine gastrointestinale Ursache oder ein Krebs erwogen werden sollten, insbesondere bei Patienten, die älter sind. In ähnlicher Weise resultieren kurze (< 5 Sekunden), scharfe, vorübergehende Schmerzen selten aus schweren Erkrankungen. Schwere Erkrankungen manifestieren sich typischerweise in Schmerzen, die Minuten bis Stunden dauern, obwohl die Episoden rezidivierend sein können (z. B. instabile Angina pectoris kann mehrere Schmerzanfälle über 1 oder mehrere Tage verursachen).

Das Alter der Patienten ist hilfreich bei der Beurteilung von Thoraxschmerzen. Thoraxschmerzen bei Kindern und jungen Erwachsenen (< 30 Jahre) entstehen mit geringerer Wahrscheinlichkeit durch eine Myokardischämie, obwohl Myokardinfarkte bei 20- bis 30-Jährigen auftreten können. Muskuloskeletale und pulmonale Krankheiten sind häufigere Ursachen in dieser Altersgruppe.

Exazerbation und Erleichterung der Symptome sind bei der Beurteilung der Thoraxschmerzen ebenfalls hilfreich. Obwohl Angina überall zwischen dem Ohr und dem Nabel (und oft nicht in der Brust) zu spüren sein kann, ist sie in der Regel konsequent mit physischem oder emotionalem Stress verbunden, d. h. Patienten erleben an einem Tag keine Angina beim Steigen einer Treppe und vertragen 3 Treppen am folgenden Tag. Nächtliche Angina ist charakteristisch für akute Koronarsyndrome, Herzinsuffizienz oder Koronararterienspasmen.

Die Schmerzen vieler Erkrankungen, sowohl schwerer als auch leichter, können durch Atmung, Bewegung oder Palpation der Brust verschärft werden. Diese Befunde sind nicht spezifisch für einen Ursprung in der Brustwand. Etwa 15% der Patienten mit akutem Myokardinfarkt zeigen Druckdolenz bei der Palpation der Brust.

Nitroglyzerin kann Schmerzen sowohl bei Myokardischämie als auch bei non-kardialem Spasmus der glatten Muskulatur (z. B. Ösophagus- oder Gallenerkrankungen) lindern. Seine Wirksamkeit oder deren Fehlen sollten nicht für die Diagnose verwendet werden.

Die assoziierten Befunde können ebenfalls Hinweise auf die Ursache geben. Fieber ist unspezifisch, aber wenn es von Husten begleitet ist, suggeriert es eine pulmonale Ursache. Patienten mit Raynaud-Syndrom oder Migräne haben manchmal einen Koronarspasmus.

Das Vorhandensein oder Fehlen von Risikofaktoren für eine KHK(z. B. Hypertonie, Hypercholesterinämie, Rauchen, Adipositas, Diabetes, positive Familienanamnese) ändert die Wahrscheinlichkeit für eine zugrunde liegende KHK, hilft aber nicht bei der Ursachenbestimmung der akuten Thoraxschmerzepisode. Patienten mit diesen Faktoren können auch eine andere Ursache für Thoraxschmerzen aufweisen und Patienten ohne sie können ein akutes Koronarsyndrom haben. Allerdings erhöht eine bekannte KHK bei einem Patienten mit Thoraxschmerzen die Wahrscheinlichkeit, dass diese Diagnose die Ursache ist (vor allem, wenn der Patient die Symptome als "wie meine Angina" oder "wie mein letzter Herzinfarkt" beschreibt). Eine Vorgeschichte peripherer Gefäßerkrankungen erhöht ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, dass Angina die Ursache der Thoraxschmerzen ist.

Test

Bei Erwachsenen mit akuten Thoraxschmerzen muss eine unmittelbare Bedrohung des Lebens ausgeschlossen werden. Die meisten Patienten sollten initial eine Pulsoxymetrie, ein EKG und eine Röntgenthoraxaufnahme erhalten.

Wenn die Symptome ein akutes Koronarsyndrom andeuten oder wenn keine andere Ursache klar ist (insbesondere bei Risiko-Patienten), werden Troponin-Spiegel gemessen. Eine rasche Auswertung ist wichtig, da der Patient für eine dringende Herzkatheterisierung (sofern verfügbar) berücksichtigt werden sollten, wenn Herzinfarkt oder ein anderes akutes Koronarsyndrom vorliegt. Die sofortige Katheterisierung ist bei Patienten mit ST-Elevation bei myokardialem Infarkt (NSTEMI) ohne EK-Stimulation (ohne ST-Segment), die trotz optimaler medizinischer Behandlung Hypotonie, ventrikuläre Arrhythmien oder anhaltende Brustschmerzen verursachen, indiziert.

Einige auffällige Befunde in diesen Tests bestätigen eine Diagnose (z. B. akuter Myokardinfarkt, Pneumothorax, Pneumonie). Andere Anomalien deuten auf eine Diagnose oder zumindest auf die Notwendigkeit hin, eine weitere Untersuchung vorzunehmen (z. B. deutet eine ungewöhnliche Aortenkontur im Röntgenthorax auf die Notwendigkeit hin, auf Thoraxdissektion der Aorta zu prüfen). Wenn also diese ersten Testergebnisse normal sind, sind Thorax-Aortendissektion, Spannungspneumothorax und Ösophagusruptur höchst unwahrscheinlich. Doch bei akuten koronaren Syndromen kann das EKG für mehrere Stunden unverändert bleiben oder sich manchmal überhaupt nicht ändern und bei LE kann die Sauerstoffzufuhr normal sein. Folglich können auch andere Untersuchungen erforderlich sein, basierend auf den Befunden aus Anamnese und körperlicher Untersuchung (siehe Tabelle Einige Ursachen von Thoraxschmerzen).

Da ein einzelner normaler Satz kardialer Marker eine kardiale Ursache nicht ausschließt, sollten Patienten, deren Symptome auf ein akutes Koronarsyndrom hindeuten, eine serielle Messung des kardialen Markers Troponin und EKGs, die mindestens 4 Stunden auseinander liegen, erhalten. Eine medikamentöse Behandlung bei Verdacht auf einen akuten Koronarbereichsyndrom wird begonnen, während die Ergebnisse des 2. Troponin-Spiegels erwartet werden, sofern keine Kontraindikation vorliegt. Ein diagnostischer Test mit sublingualem Nitroglycerin oder einem oralen, flüssigen Antazidum kann nicht adäquat zwischen einer Myokardischämie und Refluxösophagitis oder einer Gastritis differenzieren. Beide Medikamente können die Symptome beider Störungen lindern. Troponin ist bei allen akuten Koronarsyndromen, die eine Herzschädigung verursachen, und oft bei anderen Erkrankungen, die das Myokardium schädigen (z. B. Myokarditis, Perikarditis, Aortendissektion mit Kranzgefäßfluss, LE, Herzinsuffizienz, schwere Sepsis), erhöht. CK kann aufgrund der Schädigung jeglichen Muskelgewebes erhöht werden, aber ein CK-MB-Anstieg ist spezifisch für Myokardiumschädigungen. Allerdings ist heutzutage Troponin der Standard-Marker von Herzmuskelverletzungen. Jüngste Fortschritte bei hochempfindlichen Troponin-Assays können eine schnellere serielle Bewertung eines möglichen akuten Koronarsyndroms ermöglichen. Bei einem verbesserten negativen Vorhersagewert kann Troponin mit hoher Empfindlichkeit auch die Notwendigkeit weiterer Tests bei Patienten mit negativen Biomarkern verringern. Eine ST-Segment-Veränderung im EKG kann unspezifisch sein oder durch vorhergehende Erkrankungen verursacht werden, sodass ein Vergleich mit früheren EKGs wichtig ist. Einige Kliniker lassen auf diese Tests (akut oder innerhalb einiger Tage) ein Stress-EKG oder einem Stress-Imaging-Test folgen.

Wenn ein Lungenembolie für möglich gehalten wird, werden D-Dimer-Tests durchgeführt. Die Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie wird durch eine Anzahl von Faktoren beeinflusst, aus denen sich ein Testverfahren ableiten lässt.

Bei Patienten mit chronischen Thoraxschmerzen sind unmittelbare Bedrohungen des Lebens unwahrscheinlich. Die meisten Kliniker nehmen zunächst eine Röntgenthoraxaufnahme vor und setzen dann andere Tests basierend auf den Symptomen und Beschwerden ein.

Behandlung

Identifizierte spezielle Krankheiten werden behandelt. Wenn die Ätiologie nicht eindeutig gutartig ist, werden die Patienten üblicherweise in ein Krankenhaus oder in eine Beobachtungsstation für kardiales Monitoring und eine ausführlichere Diagnostik eingewiesen. Schmerz wird bei Bedarf mit Nicht-steroidalen ANTIPHLOGISTIKA (NSAR) oder Opioiden in Abhängigkeit von der Diagnose behandelt. Eine Schmerzlinderung nach der Behandlung mit Opioiden sollte nicht die Dringlichkeit vermindern, ernste und lebensbedrohliche Erkrankungen auszuschließen.

Zentrale geriatrische Aspekte

Die Wahrscheinlichkeit schwerer und lebensbedrohlicher Erkrankungen steigt mit dem Alter. Viele ältere Patienten erholen sich langsamer als jüngere Patienten, überleben aber für eine erhebliche Zeit, wenn sie richtig diagnostiziert und behandelt werden. Arzneidosen sind in der Regel niedriger und die Geschwindigkeit der Dosissteigerung geringer. Chronische Erkrankungen (z. B. verminderte Nierenfunktion) sind häufig und können Diagnose und Behandlung erschweren.

Wichtige Punkte

  • Zuerst müssen unmittelbare Bedrohungen des Lebens ausgeschlossen werden.

  • Einige schwerwiegende Erkrankungen, insbesondere koronare Ischämie und Lungenembolie, haben häufig keine klassische Präsentation.

  • Die meisten Patienten sollten Pulsoximetrie, EKG, kardiale Marker, und Röntgenthoraxaufnahme erhalten.

  • Die Auswertung muss schnell erfolgen, sodass Patienten mit ST-Hebung-MI innerhalb eines 90-Minuten-Standards in einem Herzkatheterlabor sein können (oder eine Thrombolyse erhalten).

  • Wenn LE sehr wahrscheinlich ist, sollte ein Antithrombin-Medikament gegeben werden, während die Diagnose verfolgt wird. Ein weiterer Embolus bei einem Patienten, der keine Antikoagulantien erhält, kann tödlich sein.

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