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Fieber bei Säuglingen und Kindern

Von

Deborah M. Consolini

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2018| Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Quellen zum Thema

Die normale Körpertemperatur ist von Person zu Person und über den Tag betrachtet unterschiedlich (normalerweise ist sie nachmittags am höchsten). Bei Kindern im Vorschulalter ist die normale Körpertemperatur höher. Am höchsten ist die Temperatur im Alter von 18 bis 24 Monaten. Ungeachtet dieser Schwankungen wird von den meisten Ärzten eine Temperatur von ca. 38 °C als Fieber definiert. Die Temperatur kann auch höher liegen, wenn sie rektal gemessen wird (siehe Temperaturmessung beim Kind).

Obwohl Eltern sich häufig Sorgen darüber machen, wie hoch die Temperatur des Kindes ist, lässt die Höhe des Fiebers nicht unbedingt darauf schließen, wie ernst die Ursache ist. Manche leichten Erkrankungen verursachen ein hohes Fieber und manche ernsten Erkrankungen verursachen lediglich ein leichtes Fieber. Andere Symptome als die Temperatur (z. B. Atemschwierigkeiten, Verwirrtheit, Verweigerung der Brust oder Flasche) sind ein besseres Indiz für den Schweregrad einer Erkrankung. Allerdings kann eine Temperatur von über 41 °C an sich sehr gefährlich sein, obwohl dies selten auftritt.

Fieber hilft dem Körper beim Kampf gegen Infektionen. Einige Experten sind der Meinung, dass eine Erkrankung länger dauert oder in die Reaktion des Immunsystems eingegriffen wird, wenn man das Fieber senkt. Obwohl ein Fieber unangenehm ist, ist es daher nicht immer notwendig, ein Fieber bei ansonsten gesunden Kindern zu behandeln. Bei Kindern mit einer Lungen-, Herz- oder Gehirnerkrankung kann Fieber jedoch zu Problemen führen, da das Fieber den Körper belastet (z. B. durch Erhöhung der Herzfrequenz). Bei solchen Kindern ist es daher wichtig, die Temperatur zu senken.

Säuglinge mit Fieber sind im Allgemeinen reizbar und schlafen und trinken schlecht. Ältere Kinder verlieren ihr Spielinteresse. Normalerweise wird das Kind reizbarer und weniger interessiert, je höher das Fieber steigt. Manchmal jedoch sehen Kinder mit hohem Fieber erstaunlich gesund aus. Bei Kindern können Krampfanfälle auftreten, wenn ihre Temperatur schnell ansteigt oder fällt (Fieberkrämpfe genannt). Selten steigt ein Fieber so hoch, dass ein Kind teilnahmslos, schläfrig und nicht ansprechbar wird.

(Siehe auch Fieber bei Erwachsenen.)

Temperaturmessung beim Kind

Die Temperatur kann im After, im Ohr, im Mund, auf der Stirn und unter der Achsel gemessen werden. Sie kann mit einem Digitalthermometer gemessen werden. Digitale Thermometer sind einfacher in der Handhabung und zeigen den Messwert sehr viel schneller an (normalerweise geben sie ein Signal, wenn die Messung beendet ist). Glasthermometer, die Quecksilber enthalten, sind nicht zu empfehlen, da sie zerbrechen können und Menschen mit dem Quecksilber in Kontakt kommen könnten.

Rektale Temperaturmessungen sind am genauesten. Sie kommen der tatsächlichen Körperkerntemperatur des Kindes am nächsten. Für die rektale Temperaturmessung sollte ein Gleitmittel auf die Thermometerspitze aufgetragen werden. Danach wird das Thermometer ungefähr 1,25 bis 2,5 Zentimeter sanft ins Rektum eingeführt, das Kind liegt dabei mit dem Gesicht nach unten. Das Kind sollte daran gehindert werden, sich zu bewegen.

Die Ohrtemperatur wird mit einem speziellen digitalen Ohrthermometer ermittelt, das die Infrarotstrahlung, die vom Trommelfell ausgeht, misst. Ohrthermometer sind bei Säuglingen unter 3 Monaten nicht sehr zuverlässig. Bei einem Ohrthermometer wird die Temperatursonde so an den Eingang des Gehörgangs gehalten, dass eine Dichtung entsteht. Danach wird die Starttaste gedrückt. Auf einer Digitalanzeige wird die Temperatur angezeigt.

Orale Temperaturen werden ermittelt, indem ein Digitalthermometer unter die Zunge des Kindes gelegt wird. Orale Temperaturen sind zwar zuverlässig, bei kleinen Kindern ist die Messung jedoch problematisch. Kleinen Kindern fällt es schwer, den Mund lange genug dicht um das Thermometer geschlossen zu halten, was für eine korrekte Messung notwendig ist. Das Alter, in dem man orale Temperaturen zuverlässig messen kann, ist von Kind zu Kind unterschiedlich, meist aber ab einem Alter von 4 Jahren möglich.

Die Stirntemperatur (Schläfentemperatur) wird mit einem digitalen Gerät ermittelt, das die Infrarotstrahlung, die von der Arterie auf der Stirn (Temporalarterie) ausgeht, misst. Zur Ermittlung der Stirntemperatur wird die Meßtaste gedrückt und dabei der Kopf des Thermometers von Haarlinie zu Haarlinie leicht über die Stirn bewegt. Auf einer Digitalanzeige wird die Temperatur angezeigt. Stirntemperaturen sind nicht so exakt wie rektale Temperaturen, besonders bei Säuglingen unter 3 Monaten.

Temperaturen unter der Achsel werden gemessen, indem ein Digitalthermometer direkt auf die Haut in der Achsel des Kindes gelegt wird. Ärzte wenden diese Methode nur selten an, weil sie ungenauer ist als andere (die Messungen fallen normalerweise niedriger aus und schwanken stark). Wenn Betreuer allerdings die Temperatur nicht rektal messen möchten und kein Gerät haben, um die Temperatur im Ohr oder auf der Stirn zu messen, ist die Messung in der Achselhöhle immer noch besser, als überhaupt keine Temperatur zu messen.

Ursachen

Fieber tritt als Reaktion auf Infektionen, Verletzungen oder Entzündungen auf und kann viele Ursachen haben. Mögliche Gründe für ein Fieber hängen davon ab, ob es 14 Tage oder kürzer (akut) oder länger als 14 Tage (chronisch) andauert, außerdem kommt es auf das Alter des Kindes an. Fieber ist in der Regel akut.

Akutes Fieber

Akutes Fieber wird bei Säuglingen und Kindern normalerweise durch eine Infektion hervorgerufen. Das Zahnen kann Fieber hervorrufen, das aber normalerweise nicht über 38,3 °C steigt.

Die häufigsten Ursachen von akutem Fieber sind

Bei Neugeborenen und jungen Säuglingen besteht ein höheres Risiko bestimmter schwerer Infektionen, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Solche Infektionen können sie sich vor oder während der Geburt zuziehen und sie können mit einer Sepsis (ernste Infektion des Blutes), Pneumonie (Infektion der kleinen Lungenbläschen) oder Meningitis (Infektion der Gewebe, die das Gehirn umgeben) einhergehen.

Kinder unter 3 Jahren, die Fieber entwickeln (besonders, wenn die Temperatur auf 39 °C oder mehr steigt), haben manchmal Bakterien im Blut (Bakteriämie). Im Gegensatz zu älteren Kindern leiden sie manchmal unter einer Bakteriämie, ohne weitere Symptome neben dem Fieber aufzuweisen (bezeichnet als okkulte Bakteriämie). Heutzutage werden in den USA und in Europa weitestgehend Impfungen gegen die Bakterien (Streptococcus pneumoniae und Haemophilus influenzae Typ B [HiB]) eingesetzt, die normalerweise eine okkulte Bakteriämie hervorrufen. Daher hat die Verwendung dieser Impfstoffe die okkulte Bakteriämie bei Kindern dieser Altersgruppe praktisch eliminiert.

Zu den weniger häufigen Ursachen eines akuten Fiebers gehören Nebenwirkungen von Impfungen und bestimmten Medikamenten, bakterielle Infektionen der Haut (Zellulitis) oder der Gelenke (septische Arthritis), Enzephalitis sowie virale oder bakterielle Infektionen des Gehirns (Kawasaki Syndrom) und Meningitis (Hirnhautentzündung) oder beides. Durch einen Hitzschlag wird eine sehr hohe Körpertemperatur hervorgerufen.

Typischerweise dauert ein durch eine Impfung ausgelöstes Fieber für einige Stunden bis zu einem Tag an. Manche Impfungen können jedoch ein Fieber von 1 oder sogar 2 Wochen Dauer hervorrufen (z. B. die Impfung gegen Masern). Kinder, die zum Zeitpunkt einer geplanten Impfung Fieber haben, können trotzdem geimpft werden, wenn sie nur niedriges Fieber und ansonsten keine schwere Krankheit haben.

Chronisches Fieber

Chronisches Fieber wird meistens hervorgerufen durch

  • Eine länger andauernde Viruserkrankung

  • Nacheinander auftretende Viruserkrankungen, besonders bei jungen Kindern

Chronisches Fieber kann auch durch viele andere infektiöse und nicht infektiöse Erkrankungen hervorgerufen werden.

Zu den infektiösen Ursachen für chronisches Fieber gehören:

Zu den nicht infektiösen Ursachen für chronisches Fieber gehören:

Gelegentlich täuschen Kinder oder die das Kind betreuenden Personen ein Fieber vor. Manchmal kann die Ursache nicht festgestellt werden.

Beurteilung

Das Erkennen eines Fiebers ist nicht schwierig. Die Ursache des Fiebers herauszufinden, kann aber schwierig sein.

Warnsignale

Bestimmte Symptome stellen einen Grund zur Besorgnis dar. Hierzu gehören

  • Jedes Fieber bei Säuglingen, die jünger als 2 Monate sind

  • Teilnahms- oder Lustlosigkeit

  • Krankes Erscheinungsbild

  • Atembeschwerden

  • Blutungen in der Haut, erkennbar als winzige rötlich-lilafarbene Punkte (Petechien) oder kleine Flecken (Purpura)

  • Fortdauerndes Weinen bei einem Säugling oder Kleinkind (untröstlich)

  • Kopfschmerzen, Nackensteifheit, Verwirrtheit oder eine Kombination davon bei einem älteren Kind

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Kinder mit Fieber sollten sofort von einem Arzt untersucht werden, wenn bei ihnen eines der Warnsignale festgestellt werden kann oder wenn sie jünger als 2 Monate sind.

Kinder, die keine Warnsignale aufweisen und die zwischen 3 Monaten und 3 Jahren alt sind, sollten von einem Arzt untersucht werden, wenn das Fieber auf 39 °C oder höher steigt, wenn keine offensichtliche Infektion der oberen Atemwege vorliegt (d. h. die Kinder niesen und haben eine laufende oder verstopfte Nase) oder wenn das Fieber länger als 5 Tage andauert.

Bei Kindern, die keine Warnsignale aufweisen und die älter als 3 Jahre sind, hängt die Dringlichkeit einer ärztlichen Untersuchung von den Symptomen des Kindes ab. Unter Umständen brauchen Kinder, die zwar Symptome der oberen Atemwege aufweisen, ansonsten aber gesund erscheinen, keine weitere Untersuchung. Kinder, die älter als 3 Jahre sind und deren Fieber länger als 5 Tage andauert, sollten von einem Arzt untersucht werden.

Was der Arzt unternimmt:

Die Ärzte stellen zunächst Fragen zu den Symptomen und der Krankengeschichte des Kindes. Anschließend führen sie eine körperliche Untersuchung durch. Durch die Beschreibung der Symptome des Kindes und eine gründliche Untersuchung ist der Arzt normalerweise in der Lage, die Ursache des Fiebers herauszufinden (siehe Tabelle: Einige Ursachen und Merkmale für Fieber bei Kindern).

Der Arzt misst die Temperatur des Kindes. Für eine genaue Temperatur wird diese bei Säuglingen und jungen Kindern rektal gemessen. Die Atemfrequenz wird festgehalten. Wenn das Kind krank erscheint, wird der Blutdruck gemessen. Wenn das Kind hustet oder Atemprobleme hat, wird ein Sensor an einem Finger oder Ohrläppchen befestigt, um die Sauerstoffkonzentration im Blut zu messen (Pulsoximetrie).

Im Verlauf der Untersuchung achtet der Arzt auf Warnsignale (z. B. krankes Erscheinungsbild, Teilnahmslosigkeit, Lustlosigkeit und Untröstlichkeit) und besonders darauf, wie das Kind auf die Untersuchung reagiert, z. B. ob das Kind lustlos und passiv oder extrem reizbar ist.

Gelegentlich kann das Fieber selbst Warnsignale beim Kind hervorrufen, z. B. Teilnahmslosigkeit, Lustlosigkeit und ein krankes Erscheinungsbild. Der Arzt kann dem Kind fiebersenkende Medikamente geben (z. B. Ibuprofen) und es noch einmal untersuchen, wenn das Fieber gesunken ist. Es ist beruhigend, wenn ein teilnahmsloses Kind nach dem Absenken des Fiebers wieder aktiv wird und spielen will. Andererseits ist es besorgniserregend, wenn ein krank erscheinendes Kind weiterhin krank erscheint, obwohl die Temperatur normal ist.

Tabelle
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Einige Ursachen und Merkmale für Fieber bei Kindern

Ursache

Häufige Merkmale*

Untersuchungen

Akutes Fieber (Dauer: bis 14 Tage)

Infektion der oberen Atemwege infolge eines Virus

Laufende oder verstopfte Nase

Normalerweise Halsschmerzen und Husten

Manchmal geschwollene Lymphknoten am Hals ohne Rötung und Druckempfindlichkeit

Ärztliche Untersuchung

Andere Infektionen infolge eines Virus

Bei manchen Säuglingen oder Kindern keine Symptome außer Fieber

Ärztliche Untersuchung

Durchfall

Häufiges Erbrechen

Möglicherweise vor kurzem erfolgter Kontakt mit infizierten Personen oder bestimmten Tieren oder Einnahme von kontaminiertem Essen oder Wasser

Ärztliche Untersuchung

Manchmal körperliche Untersuchungen und Tests mit dem Stuhl

Mittelohrentzündung (Otitis media)

Schmerzen in einem Ohr (schwer bei Säuglingen und jungen Kindern zu erkennen, die nicht sprechen)

Manchmal Reiben oder Ziehen am Ohr

Ärztliche Untersuchung

Racheninfektionen (Pharyngitis)

Roter, geschwollener Rachen

Schmerzen beim Schlucken

Ärztliche Untersuchung

Manchmal ein Halsabstrich mit Anlage von Kulturen oder schneller Streptokokken-Test (beides wird mit einer Probe durchgeführt, die mit einem Wattestäbchen aus dem hinteren Rachenbereich gewonnen wird)

Bei Kindern unter 3 Jahren

Keine anderen Symptome

Bluttests

Husten und schnelle Atmung

Häufig Kurzatmigkeit oder Brustschmerz oder beides

Ärztliche Untersuchung

Normalerweise eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs

Hautinfektionen (Zellulitis)

Roter, schmerzhafter, leicht geschwollener Hautbereich

Ärztliche Untersuchung

Schmerzen beim Wasserlassen

Manchmal Blut im Urin

Manchmal Rückenschmerzen

Bei Säuglingen Erbrechen und Appetitlosigkeit

Urintests

Enzephalitis (eine seltene Infektion des Gehirns)

Säuglinge: Manchmal Hervorstehen der weichen Bereiche (Fontanelle) zwischen den Schädelknochen, Trägheit (Teilnahmslosigkeit) oder Untröstlichkeit

Ältere Kinder: Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder Teilnahmslosigkeit

Spinalpunktion (Lumbalpunktion)

Neugeborene: Hervorstehen der weichen Bereiche (Fontanelle) zwischen den Schädelknochen, Untröstlichkeit, Appetitlosigkeit und/oder Teilnahmslosigkeit

Säuglinge: Quengeligkeit und Reizbarkeit (besonders, wenn auf dem Arm), Untröstlichkeit, Appetitlosigkeit und/oder Teilnahmslosigkeit

Ältere Kinder: Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Teilnahmslosigkeit, Erbrechen und/oder steifer Nacken, wodurch es schwierig wird, das Kinn auf die Brust zu legen

Spinalpunktion

Impfstoffe

Kürzlich erfolgte Impfungen

Ärztliche Untersuchung

Bestimmte Arzneimittel

Kürzliche Beigabe eines neuen Medikaments

Ärztliche Untersuchung

Fieber für mehr als 5 Tage

Rote Augen, Lippen und Zunge

Schmerzhaftes Anschwellen von Händen und Füßen

Häufig Ausschlag

Manchmal geschwollene Lymphknoten am Hals

Ärztliche Untersuchung

Bluttests

EKG und Echokardiographie

Manchmal Urintests, Ultraschall des Bauchs oder eine Augenuntersuchung

Geschwollene schmerzhafte Gelenke

Neues Herzgeräusch, bei einer ärztlichen Untersuchung erkannt

Manchmal Ausschlag oder Knötchen unter der Haut

Manchmal ruckartige, unkontrollierbare Bewegungen oder Verhaltensänderungen

Häufig Vorgeschichte mit Streptokokkenbefund im Rachen

Bluttests

Anlegen einer Rachenkultur

EKG und Echokardiographie

Chronisches Fieber (länger als 14 Tage andauernd)

Infektionen infolge eines Virus, z. B.

Lang anhaltende Schwäche und Müdigkeit

Manchmal geschwollene Lymphknoten am Hals, Halsschmerzen oder beides

Manchmal Gelbfärbung des Augenweiß (Gelbsucht)

Bluttests

Intermittierende Kopfschmerzen, laufende und verstopfte Nase

CT der Nebenhöhlen

Abdominalabszess (Eitertasche im Bauch)

Bauchschmerzen und bei Berührung häufig Druckschmerz

CT des Bauchraums (Abdomen)

Gelenkinfektion (septische Arthritis)

Geschwollenes, rotes, schmerzhaftes Gelenk

Untersuchung von Gelenkflüssigkeit, die mit einer Nadel aus dem Gelenk entnommen wird

Knocheninfektion (Osteomyelitis)

Schmerzen im betroffenen Knochen

Manchmal eine Hautinfektion in der Nähe des betroffenen Knochens

CT- oder MRT-Scan des Knochens oder beides

Manchmal Knochenbiopsie, um Bakterien (Kultur) nachzuweisen

Manchmal ein Herzgeräusch

Bluttests für Bakterien (Blutkultur)

Echokardiographie

Tuberkulose (selten)

Gewichtsverlust oder schlechte Gewichtszunahme

Nachtschweiß

Husten

Röntgenaufnahme des Brustkorbs

Hauttests

Möglicherweise Kultur einer Sputumprobe und/oder Bluttests

Malaria (je nach geographischem Standort)

Schüttelfrost gefolgt von Fieber, das über 40 °C steigen kann

Müdigkeit und undefinierbare Beschwerden (Unwohlsein), Kopfschmerzen, Körperschmerzen und Übelkeit

Bluttests

Manchmal Kopfschmerzen und Nackenschmerzen

Manchmal geschwollene, schmerzende Gelenke (z. B. Knie)

Manchmal Wanderröte an einer oder mehreren Stellen

Gelegentlich bekannte Vorgeschichte eines Zeckenbisses

Ärztliche Untersuchung

Mitunter Bluttests

Häufig geschwollene schmerzhafte Lymphknoten

Manchmal dort, wo die Katze gekratzt hat, eine Beule auf der Haut

Bluttests

Blut im Stuhl, krampfartige Bauchschmerzen, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit

Manchmal Arthritis, Ausschläge, offene Stellen im Mund und Einrisse im Rektum

Koloskopie

Manchmal CT oder Röntgenaufnahmen nach Einbringen von Barium ins Rektum (Bariumeinlauf)

Gelenk- und Bindegewebserkrankungen, z. B.

Geschwollene, rote, schmerzhafte Gelenke

Häufig Ausschlag

Manchmal Müdigkeit

Bluttests

Krebs, z. B.

Schlechte Gewichtszunahme oder Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit

Nachtschweiß

Möglicherweise Knochenschmerzen

Großes Blutbild

Entnahme (Aspiration) einer Knochenmarksprobe zur Untersuchung

Manchmal Knochenszintigraphie und/oder MRT-Scan des Knochens

Manchmal CT des Brustkorbs oder Bauchs

Periodische Fiebersyndrome, z. B.

Fieber, das in häufig vorhersagbaren Zyklen wieder auftritt, mit gesunden Phasen dazwischen

Manchmal Mundgeschwüre, Halsschmerzen und geschwollene Lymphknoten

Manchmal Schmerzen in Brustkorb und Bauch

Manchmal hatten Familienmitglieder ähnliche Symptome oder wurden mit einem der familiären periodischen Fiebersyndrome diagnostiziert

Ärztliche Untersuchung während einer Fieber-Episode

Bluttests während und zwischen den Fieber-Episoden

Manchmal genetische Tests

Normalerweise Fehleinschätzung von normalen Körpertemperaturschwankungen oder Überinterpretation von häufigen kleinen Viruserkrankungen

Normalerweise keine anderen besorgniserregenden Symptome

Normale Untersuchungsbefunde

Ärztliche Untersuchung

Gründliche und exakte Aufzeichnung von Erkrankungen und Temperaturen, wie auch einer Beschreibung des Allgemeinzustands von Kind und Familie

Gelegentlich Bluttests, um andere Ursachen auszuschließen und die Eltern zu beruhigen

*Zu den Merkmalen zählen Symptome und Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf. Krankheiten, die chronisches Fieber verursachen, rufen auch Fieber in den ersten 7 bis 10 Tagen Fieber hervor.

CT = Computertomographie; EKG = Elektrokardiogramm; MRT = Magnetresonanztomographie.

Tests

Bei akutem Fieber kann der Arzt häufig ohne Tests eine Diagnose stellen. Wenn Kinder beispielsweise nicht sehr krank erscheinen, liegt die Ursache gewöhnlich in einer Virusinfektion; wenn sie eine laufende Nase haben, Keuchatmung oder Husten, liegt eine Atemwegsinfektion vor, und wenn sie Durchfall haben und erbrechen, liegt dies meist an einer Gastroenteritis. Bei solchen Kindern ist die Diagnose eindeutig und es bedarf keiner weiteren Tests. Selbst wenn keine spezifischen Symptome auf eine Diagnose hinweisen, liegt die Ursache bei Kindern, die ansonsten nicht sehr krank erscheinen, meist in einer Virusinfektion. Ärzte versuchen nur solche Kinder weiteren Tests zu unterziehen, die eine ernstere Erkrankung haben könnten. Die Möglichkeit einer ernsten Erkrankung (und folglich notwendige Tests) hängt vom Alter, den Symptomen und der Gesamterscheinung des Kindes ab sowie der individuellen Erkrankung, die der Arzt vermutet (siehe Tabelle: Einige Ursachen und Merkmale für Fieber bei Kindern).

Wenn Neugeborene (28 Tage alt oder jünger) Fieber haben, werden sie für weitere Tests stationär im Krankenhaus aufgenommen, da das Risiko einer schweren Infektion hoch ist. Zu den Tests gehören normalerweise Blut- und Urintests, eine Spinalpunktion (Lumbalpunktion) und manchmal eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs.

Bei Säuglingen im Alter zwischen 1 und 3 Monaten werden Blut- und Urintests (Urinanalyse) durchgeführt und Kulturen angelegt. Ob ein Kind stationär im Krankenhaus aufgenommen wird und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs und eine Spinalpunktion durchgeführt werden, hängt von den Ergebnissen der Blut- und Urintests ab. Auch spielt das Erscheinungsbild des Säuglings eine Rolle sowie die Frage, ob eine Nachuntersuchung durchgeführt werden kann. Bei Säuglingen unter 3 Monaten werden Tests durchgeführt, um nach Bakteriämie, Harnwegsinfektionen und Meningitis (Hirnhautentzündung) zu suchen. Die Tests sind erforderlich, da bei Säuglingen die Ursache des Fiebers schwer zu bestimmen ist und weil sie aufgrund ihres unreifen Immunsystems einem hohen Risiko einer schweren Infektion unterliegen.

Wenn Kinder, die zwischen 3 Monaten und 3 Jahren alt sind, gesund aussehen und sorgfältig überwacht werden können, sind keine Tests erforderlich. Wenn die Symptome auf eine spezifische Infektion hinweisen, führt der Arzt die entsprechenden Tests durch. Wenn Kinder keine Symptome haben, die auf eine spezifische Erkrankung hinweisen, aber trotzdem eine Temperatur von 39 °C oder mehr haben, werden normalerweise Blut- und Urintests durchgeführt. Ob ein Kind stationär im Krankenhaus aufgenommen wird, hängt vom Erscheinungsbild des Säuglings ab und davon, ob eine Nachuntersuchung durchgeführt werden kann.

Bei Kindern, die älter als 3 Jahre sind, werden normalerweise keine Tests durchgeführt, solange die Kinder keine spezifischen Symptome aufweisen, die auf eine schwere Erkrankung hinweisen.

Bei chronischem Fieber werden häufig Tests durchgeführt. Wenn der Arzt eine bestimmte Erkrankung vermutet, werden Tests für diese Erkrankung durchgeführt. Wenn die Ursache unklar ist, werden Screening-Tests durchgeführt. Screening-Tests umfassen ein großes Blutbild, eine Urinanalyse und Kultur sowie Bluttests, um die Entzündungsparameter zu überprüfen. Zu den Tests der Entzündungsparameter gehören die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) und die Messung des CRP-Spiegels (C-reaktives Protein). Manchmal werden von den Ärzten andere Tests durchgeführt, wenn es keine eindeutige Ursache gibt, dazu zählen Stuhltests, Tuberkulosetests, Röntgenaufnahme des Brustkorbs und Computertomographie (CT) der Nebenhöhlen.

Selten bleibt das Fieber bestehen und die Ärzte können selbst nach ausgiebigen Tests keine Ursache erkennen. Diese Art von Fieber wird als Fieber mit unbekannter Ursache bezeichnet. Kinder mit einem Fieber mit unbekannter Ursache haben viel seltener eine schwere Erkrankung als Erwachsene.

Behandlung

Wenn das Fieber durch eine Erkrankung ausgelöst wurde, wird die Erkrankung behandelt. Andere Fieberbehandlungen konzentrieren sich darauf, dass die Kinder sich besser fühlen.

Allgemeine Maßnahmen

Damit sich Kinder mit Fieber ohne Gabe von Medikamente besser fühlen, gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Das Kind mit ausreichend Flüssigkeit versorgen, um ein Austrocknen (Dehydratation) zu verhindern

  • Kühle, feuchte Tücher (Kompressen) auf die Stirn, Handgelenke und Waden legen

  • Das Kind in ein warmes Bad setzen (nur minimal kälter als die Temperatur des Kindes)

Da sich die Temperatur des Kindes durch Zittern erhöhen kann, sollten Methoden, die ein Zittern auslösen könnten, z. B. Ausziehen und kalte Bäder, nur bei gefährlich hohen Temperaturen von 41 °C und darüber angewendet werden.

Das Kind darf nicht mit Alkohol oder Hamamelisextrakten abgerieben werden, da der Alkohol über die Haut aufgenommen werden und Schäden verursachen kann. Es gibt viele unnütze Hausmittelchen, die von harmlos (z. B. Zwiebeln oder Kartoffeln in die Socken des Kindes zu legen) bis hin zu unangenehm reichen (z. B. Schröpfen).

Fiebersenkende Medikamente

Fieber bei einem ansonsten gesunden Kind muss nicht unbedingt behandelt werden. Allerdings können sogenannte fiebersenkende Medikamente helfen, dass das Kind sich besser fühlt, indem die Temperatur gesenkt wird. Diese Medikamente haben keine Auswirkung auf eine Infektion oder andere Erkrankung, die das Fieber verursacht. Wenn das Kind jedoch an einer Herz-, Lungen-, Gehirn- oder Nervenerkrankung leidet oder in der Vergangenheit Fieberkrämpfe aufgetreten sind, können die Medikamente notwendig sein, um die zusätzliche Belastung zu verringern, die vom Fieber auf den Körper ausgeübt wird.

In der Regel werden die folgenden Medikamente verwendet:

  • Acetaminophen, oral oder per Zäpfchen verabreicht

  • Ibuprofen, oral verabreicht

Acetaminophen wird meist bevorzugt. Ibuprofen kann bei langfristigem Einsatz die Magenwand reizen. Diese Medikamente sind ohne Rezept erhältlich. Die empfohlene Dosierung ist auf der Packungsbeilage angegeben, kann aber auch vom Arzt vorgeschrieben werden. Es ist wichtig, die richtige Dosis in den korrekten Intervallen zu verabreichen. Diese Medikamente wirken nicht, wenn zu wenig des Medikaments oder wenn es zu selten verabreicht wird. Obwohl diese Medikamente relativ sicher sind, kann eine übermäßige oder zu häufige Verabreichung des Medikaments zu einer Überdosis führen.

Acetaminophen oder Ibuprofen wird selten gegeben, um einem Fieber vorzubeugen, z. B. beim Impfen von Säuglingen.

Aspirin wird zur Fiebersenkung bei Kindern nicht mehr verwendet, da es mit bestimmten Virusinfektionen interagieren kann (z. B. Grippe oder Windpocken) und eine schwere Erkrankung verursachen kann, die als Reye-Syndrom bezeichnet wird.

Wichtigste Punkte

  • Normalerweise wird ein Fieber durch eine Virusinfektion ausgelöst.

  • Auf welche Ursache ein Fieber zurückzuführen ist und ob Tests durchgeführt werden müssen, hängt vom Alter des Kindes ab.

  • Säuglinge, die jünger als 2 Monate sind und eine Temperatur von ca. 38 °C oder mehr haben, müssen von einem Arzt untersucht werden.

  • Wenn Kinder im Alter von 3 Monaten bis 3 Jahren mit Fieber keine Symptome haben, die auf eine spezifische Erkrankung hinweisen, aber trotzdem eine Temperatur von 39 °C oder mehr haben, müssen sie vom Arzt untersucht werden.

  • Das Zahnen ruft kein hohes Fieber hervor.

  • Medikamente, die das Fieber senken, können zum Wohlbefinden des Kindes beitragen, haben aber keine Auswirkung auf die Erkrankung, durch die das Fieber hervorgerufen wird.

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