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Influenza (Grippe)

Von

Brenda L. Tesini

, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2020| Inhalt zuletzt geändert Apr 2020
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Quellen zum Thema

Influenza (Grippe) ist eine Virusinfektion der Lunge und der Atemwege mit einem der Influenza-Viren. Sie verursacht Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, Kopf- und Muskelschmerzen (Myalgie) und ein allgemeines Unwohlsein (Malaise).

  • Die Grippeviren werden durch das Einatmen infizierter Tröpfchen, die ein Kranker ausgehustet oder geniest hat, und durch direkten Kontakt mit dem Nasensekret einer infizierten Person übertragen.

  • Eine Grippe beginnt häufig mit Schüttelfrost, danach folgen Fieber, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Husten, laufende Nase und Schüttelfrost und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

  • Eine Grippe wird häufig aufgrund der Symptome diagnostiziert.

  • Eine jährliche Grippeimpfung ist die beste Prophylaxe gegen die Krankheit.

  • Bettruhe, reichliches Trinken und das Vermeiden von Anstrengung können zur Genesung beitragen, dazu auch die Einnahme von Schmerzmitteln, abschwellenden Mitteln und manchmal antiviralen Medikamenten.

Eine Grippe unterscheidet sich deutlich von einer Erkältung. Sie wird von einem anderen Virus verursacht und ruft schwerere Symptome hervor. Influenza betrifft Zellen, die viel tiefer in den Atemwegen sitzen.

Übertragung von Grippe

Das Grippevirus wird wie folgt übertragen:

  • Einatmen von Tröpfchen, die von einer infizierten Person ausgehustet oder ausgeniest wurden

  • Direkter Kontakt mit den Nasensekreten einer infizierten Person

  • Berühren von Gebrauchsgegenständen, die mit einer infizierten Person oder mit ihren Sekreten in Kontakt gekommen sind

Arten und Stämme von Influenza-Viren

Es gibt drei Arten von Influenza-Viren:

  • Typ A

  • Typ B

  • Typ C

Es gibt viele verschiedene Stämme der Influenza-Viren vom Typ A und B, aber alle verursachen eine ähnliche Krankheit. Die Erregerstämme des Virus, die saisonale Grippewellen auslösen, sind unterschiedlich. Typ C ruft keine typische Grippe hervor.

Typ A verursacht die meisten Grippefälle (in einer typischen Saison in der Regel mehr als 70 Prozent). Die meisten übrigen Fälle sind auf eine Infektion mit Typ B zurückzuführen. Typ-C-Influenza ist selten und kommt hauptsächlich bei Kindern vor.

Der Virusstamm, der zum Ausbruch einer Grippeepidemie führt, verändert sich ständig, sodass sich das Influenzavirus jedes Jahr ein wenig von seinem Vorgänger unterscheidet. Er verändert sich so, dass die vorige Impfung nicht mehr wirksam ist. Darum wird jedes Jahr ein neuer Grippeimpfstoff angeboten.

Influenza-Stämme vom Typ A sind nach der konkreten Version zweier Proteine auf der Virusoberfläche benannt. Bei diesen beiden Proteinen handelt es sich um H (für Hämagglutinin) und N (für Neuraminidase). Es gibt 18 verschiedene H-Proteine und 11 N-Proteine. Ein Stamm kann daher die Bezeichnung Influenza A, H1N1, tragen. Ein H1N1-Stamm war für die sogenannte Schweinegrippe-Pandemie in den Jahren 2009–2010 verantwortlich. (Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie.) In letzter Zeit haben H3N2-Stämme in den Vereinigten Staaten die meisten Infektionen verursacht.

Die Bezeichnung eines Stammes gibt häufig dessen Art, den Ort des ersten Auftretens (z. B. Hongkong-Grippe) oder ein Tier (z. B. Schweinegrippe) an und das Jahr in dem er erstmals gefunden wurde.

Grippeepidemien und -pandemien

Bei einer Grippeepidemie werden innerhalb kürzester Zeit viele Menschen krank. Jedes Jahr im Spätherbst und zu Beginn des Winters treten weltweit in gemäßigten Klimazonen Epidemien von Atemwegserkrankungen durch Grippeviren auf (saisonale Epidemien). Influenza-Epidemien treten meist in zwei Wellen auf:

  • Zunächst bei Schülern und ihren Angehörigen

  • Dann bei Menschen, vor allem älteren Menschen, die zu Hause oder in Versorgungseinrichtungen leben

Für jede Epidemie ist gewöhnlich nur ein Stamm von Influenzaviren verantwortlich.

Eine Grippepandemie bezeichnet einen Ausbruch der Infektion in einer größeren Region, typischerweise auf ganzen Kontinenten und mitunter sogar weltweit. Seit 1889 gab es nur 6 große Grippepandemien. Eine Grippepandemie ist Besorgnis erregend, weil sie meist nur dann auftritt, wenn sich ein Grippestamm stärker als gewöhnlich verändert hat. Bei einer solchen großen Veränderung kann der Grippestamm viel mehr Menschen infizieren und eine schwerere Krankheit verursachen. Auch das Sterberisiko ist höher. Obwohl dazu keine gesicherten Daten vorliegen, nehmen Wissenschaftler an, dass die Grippepandemie im Jahr 1918 weltweit 30 bis 50 Millionen Todesopfer forderte, davon allein 675.000 in den USA.

Symptome

Grippesymptome beginnen 1 bis 4 Tage nach der Ansteckung und können plötzlich auftreten. Frieren und Schüttelfrost können die Anfangszeichen sein. Während der ersten Tage tritt häufig Fieber bis 39 °C auf. Viele Leute fühlen sich so krank, schwach und müde, dass sie tagelang im Bett bleiben. Sie haben Schmerzen am ganzen Körper, am ausgeprägtesten im Rücken und in den Beinen. Die Kopfschmerzen sind oft sehr stark und quälend im Bereich um und hinter den Augen. Helles Licht kann die Kopfschmerzen verschlimmern.

Anfangs können die Atemwegssymptome relativ leicht sein. Sie können kratzende Halsschmerzen, brennendes Gefühl in der Brust, trockenen Husten und Schnupfen umfassen. Später wird der Husten stärker und fördert Auswurf zutage (Sputum).

Die Haut kann heiß werden und sich röten, besonders im Gesicht. Mund und Rachen röten sich, die Augen tränen und die weißen Teile der Augen röten sich. Besonders Kinder leiden oft unter Übelkeit und Erbrechen. Manche Grippekranke verlieren ein paar Tage oder Wochen ihren Geruchssinn. In seltenen Fällen ist dieser Verlust dauerhaft.

Nach 2 oder 3 Tagen hören die meisten Beschwerden plötzlich auf. Das Fieber kann jedoch manchmal bis zu 5 Tage andauern. Husten, Schwächegefühl, Schwitzen und Müdigkeit können sich gelegentlich tage- oder wochenlang hinziehen. Eine leichte Entzündung der Atemwege, die eine Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit zur Folge haben kann, oder leichte Atembeschwerden können 6 bis 8 Wochen anhalten, bis sie abklingen.

Komplikationen

Die häufigste Komplikation bei einer Grippe ist Folgendes:

Bei der viralen Pneumonie breitet sich das Grippevirus in die Lunge aus. Bei der bakteriellen Pneumonie greifen artfremde Bakterien (z. B. Pneumokokken oder Staphylokokken) das geschwächte Abwehrsystem einer Person an. In beiden Fällen kann es zu verstärktem Husten, Atemproblemen, hartnäckigem oder immer wiederkehrendem Fieber manchmal mit blutigem oder eitrigem Auswurf kommen.

Zu den Personen, bei denen ein hohes Komplikations- und Sterberisiko bei einer Grippe besteht, zählen Folgende:

  • Kinder unter 5 Jahren; Kinder unter 2 Jahren sind besonders gefährdet

  • Erwachsene über 65 Jahren

  • Personen mit chronischen Krankheiten (insbesondere solchen, die das Herz, die Lunge, die Nieren, die Leber oder das Immunsystem betreffen) oder Diabetiker

  • Menschen mit extremer Fettleibigkeit (ein Body-Mass-Index bzw. BMI von 40 oder mehr)

  • Frauen im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel und bis zu 2 Wochen nach der Entbindung

  • Personen mit Krankheiten, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht, an Mundsekreten zu ersticken, wie nach einem Schlaganfall oder bei neurologischen Störungen, die zu Schwäche und Krampfanfällen führen

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Mitunter Tests mit Proben aus dem Blut oder von Atemwegssekret

  • Mitunter Röntgenuntersuchung des Brustkorbs und Messung des Sauerstoffgehalts im Blut

Da die meisten Menschen die Symptome einer Grippe gut kennen und Grippe in Form von Grippewellen auftritt, stellen die Betroffenen oder Familienangehörige häufig selbst die richtige Diagnose. Die Schwere der Symptome, das hohe Fieber und die körperlichen Schmerzen unterscheiden die Grippe von einer gewöhnlichen Erkältung, vor allem, wenn die Krankheit während einer Grippewelle auftritt. Die Identifizierung der Grippe nur allein anhand von Symptomen ohne einen Ausbruch ist schwieriger.

Proben von Sekreten aus den Atemwegen können benutzt werden, um das Grippevirus zu identifizieren. Anhand von Bluttests kann festgestellt werden, wie krank die infizierte Person ist. Solche Tests werden hauptsächlich dann durchgeführt, wenn Menschen sehr krank zu sein scheinen oder wenn ein Arzt eine andere Ursache für die Symptome vermutet. Manche Tests können in einer Arztpraxis durchgeführt werden.

Bei Verdacht auf Entwicklung einer Lungenentzündung werden Röntgenaufnahmen des Brustkorbs gemacht und die Sauerstoffsättigung des Blutes wird mit einem Sensor an einem Finger gemessen (Pulsoxymetrie).

Vorbeugung

Die Vorbeugung besteht aus folgenden Maßnahmen:

  • Jährliche Impfung bei allen Personen ab einem Lebensalter von 6 Monaten (mit wenigen Ausnahmen)

  • Mitunter antivirale Medikamente

Vorbeugende Maßnahmen sind für alle Menschen wichtig, vor allem aber für medizinische Fachpersonen und jene, bei denen ein hohes Komplikationsrisiko bei Grippe besteht.

Wussten Sie ...

  • Mit seltenen Ausnahmen sollte sich jeder ab einem Lebensalter von 6 Monaten jedes Jahr gegen die Grippe impfen lassen.

Impfungen gegen Grippe (Influenza)

Die jährliche Schutzimpfung ist die beste Art, eine Grippe zu vermeiden.

Es gibt zwei grundlegende Arten von Grippeimpfstoffen:

  • Ein Impfstoff, der als Injektion gegeben wird und inaktivierte (abgetötete) Grippeviren oder Virusteile enthält

  • Ein Impfstoff, der als Nasenspray inhaliert wird und abgeschwächte (attenuierte) lebende Viren enthält

Der injizierte, inaktivierte Impfstoff kann allen Personen ab einem Lebensalter von 6 Monaten verabreicht werden, auch Schwangeren. Für die Altersgruppe über 65 Jahren wird ein höher dosierter inaktivierter Grippeimpfstoff empfohlen. Der inaktivierte Grippeimpfstoff wird an die folgenden Personen nicht verabreicht:

  • Personen mit schwerer allergischer Reaktion auf irgendeinen Grippeimpfstoff oder einen seiner Bestandteile

Der inhalative Lebendvirusimpfstoff wird nur bei gesunden Personen der Altersgruppe von 2 bis 49 Jahren verwendet. Für die folgenden Personengruppen ist dieser Impfstoff nicht geeignet:

  • Personen mit schwerer allergischer Reaktion auf irgendeinen Grippeimpfstoff oder einen seiner Bestandteile

  • Schwangere

  • Personen mit geschwächtem Immunsystem (wie z. B. AIDS-Patienten oder Patienten, die Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken) sowie in manchen Fällen ihre Angehörigen

  • Kinder oder Jugendliche, die langfristig Aspirin einnehmen

  • Kinder, die 2 bis 4 Jahre alt sind und Asthma haben oder in den letzten 12 Monaten an Keuchatmung oder Asthmaanfällen gelitten haben

  • Personen, die in den letzten 2 Tagen ein antivirales Medikament gegen Influenza eingenommen haben

Der inhalative Lebendvirusimpfstoff wurde für die Grippesaisons 2016-2017 und 2017-2018 nicht empfohlen, da es Bedenken gab, dass er nicht so wirksam war wie die inaktivierten Impfstoffe. Der inhalative Lebendvirusimpfstoff wurde jedoch neu formuliert und wird nun ebenso wie die inaktivierten Impfstoffe empfohlen. Manche Experten empfehlen, dass der inaktivierte Impfstoff bei Kindern angewendet wird, bis der neue Lebendimpfstoff besser untersucht wurde.

Bei Personen, die zum vorgesehenen Zeitpunkt der Impfung mit einem dieser Impfstoffe krank sind, wird die Impfung normalerweise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Nach der Schweinegrippe-Epidemie im Jahr 1976, bei der Millionen von Menschen gegen Grippe geimpft wurden, trat bei einer ungewöhnlich großen Anzahl von Personen eine Nervenkrankheit mit der Bezeichnung Guillain-Barré-Syndrom auf. Damals nahm man an, dass der Impfstoff Auslöser des Guillain-Barré-Syndroms war, aber neuere Daten lassen daran Zweifel aufkommen. Allerdings ist bezüglich einer erneuten Grippeimpfung Vorsicht geboten, wenn es bei jemandem innerhalb von 6 Wochen nach Erhalt eines Grippeimpfstoffes zu einem Guillain-Barré-Syndrom kommt. In solchen Fällen wägen Ärzte und Betroffene das Risiko einer Grippeerkrankung gegen das Risiko der Möglichkeit des Auftretens von Guillain-Barré-Syndrom gegeneinander ab.

Menschen, die eine schwere Eierallergie haben, können eine allergische Reaktion auf den Impfstoff haben, weil der Impfstoff aus Viren, die in Eiern gezüchtet wurden, hergestellt wird. Daher befolgen Ärzte die folgenden Richtlinien, wenn sie Personen mit einer Eierallergie den Grippeimpfstoff verabreichen:

  • Wenn die einzige Reaktion auf Eier ein Ausschlag ist (Quaddeln), kann der Grippeimpfstoff verabreicht werden.

  • Bei schweren Reaktionen auf Eier (jedes Symptom außer Quaddeln) kann der Impfstoff verabreicht werden, sofern dies in einem medizinischen Umfeld (z. B. Arztpraxis, Krankenhaus oder Klinik) erfolgt und von einer medizinischen Fachkraft überwacht wird, die schwere allergische Reaktionen erkennen und behandeln kann. Zu diesen Reaktionen auf Eier gehören Schwellungen unter der Haut (Angioödem), Atembeschwerden (Atemnot), Benommenheit, wiederholtes Erbrechen und Reaktionen, die eine Adrenalinspritze oder eine andere Notfallbehandlung erforderlich machen.

  • Wenn Patienten nach der Verabreichung des Grippeimpfstoffs eine schwere allergische Reaktion (wie z. B. Anaphylaxie) bekommen haben, wird ihnen der Grippeimpfstoff nicht erneut verabreicht.

Es gibt zudem zwei Impfstoffe, die kein Ei enthalten: einer, der bei Menschen ab 18 Jahren verwendet werden kann, und einer, der bei Menschen ab 4 Jahren verwendet werden kann.

Grippeimpfungen schützen normalerweise gegen drei bis vier unterschiedliche Stämme des Grippevirus. Die Erregerstämme des Virus, die Grippewellen auslösen, verändern sich jedes Jahr. Daher werden jedes Jahr andere Impfstoffe entwickelt, um mit den Veränderungen des Virus Schritt zu halten. Fachleute versuchen, den Virusstamm, der jedes Jahr die saisonalen Infektionen auslöst, ausgehend von dem Virusstamm vorherzusagen, der in der vorhergehenden Grippesaison dominierend war, und dem Stamm, der in anderen Teilen der Welt Krankheiten ausgelöst hat. Wenn die H- und N-Proteine in dem Impfstoff mit denen der Influenzastämme, die eine aktuelle Epidemie verursachen, übereinstimmen, kann der Impfstoff die Infektionsraten bei gesunden Erwachsenen um 70 bis 90 Prozent senken.

Die Grippevorbeugung bei älteren Menschen, die in Pflegeheimen leben, ist weniger erfolgreich, aber sie verringert die Möglichkeit für die Entwicklung der Pneumonie oder des Sterbens. Da das Immunsystem im Alter schwächer wird, wurde ein hochdosierter Grippeimpfstoff speziell für Menschen ab 65 Jahren entwickelt. Dieser hochdosierte Impfstoff kann eine stärkere Immunreaktion bei älteren Menschen auslösen.

Außer gelegentlichen Schmerzen an der Injektionsstelle bzw. einer laufenden Nase bei dem inhalativen Präparat sind Nebenwirkungen der Impfung selten.

In den Vereinigten Staaten erfolgt die Impfung im Herbst, damit die Anzahl der Antikörper während der eigentlichen Grippemonate am höchsten ist: November bis März. Bei den meisten Menschen dauert es ungefähr 2 Wochen, bis die Impfung Schutz gibt. Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 8 Jahren, denen die Grippeimpfung zum ersten Mal verabreicht wird, sollten zwei Dosen des Impfstoffs im Abstand von mindestens 4 Wochen erhalten.

Antivirale Medikamente

Obwohl eine Impfung die bevorzugte Vorbeugungsart darstellt, können bei bestimmten Personengruppen antivirale Arzneimittel eingesetzt werden, um eine Infektion mit dem Grippevirus zu verhindern.

Bei einem Grippeausbruch werden antivirale Arzneimittel solchen Personen gegeben, bei denen die Grippeimpfung noch keine 2 Wochen her ist (weil es 2 Wochen dauert, bis die Impfung wirkt). Sie werden 2 Wochen nach Erhalt der Impfung wieder abgesetzt. Diese Medikamente werden auch dann verschrieben, wenn Bedingungen vorliegen, welche die Impfung erfolglos oder gefährlich machen.

Es kann Oseltamivir oder Zanamivir angewendet werden. Oseltamivir hat wenige Nebenwirkungen. Zanamivir kann die Lunge reizen und bei Asthmapatienten zu Keuchatmung führen.

Behandlung

  • Ruhe und Zufuhr von reichlich Flüssigkeit

In erster Linie besteht die Behandlung einer Grippe aus Bettruhe, reichlich Trinken und Schonung. Normale Aktivität kann nach 24 bis 48 Stunden fortgesetzt werden, nachdem die Körpertemperatur wieder normal ist, doch die meisten Menschen brauchen mehrere Tage, bis sie sich wieder völlig erholt haben.

Fieber und Schmerzen können mit Paracetamol und nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), wie Aspirin (Acetylsalicylsäure) und Ibuprofen, behandelt werden. Aufgrund des Risikos eines Reye-Syndroms sollte Kindern und Jugendlichen (unter 18 Jahren) kein Aspirin verabreicht werden. Falls notwendig, können Kinder mit Paracetamol und Ibuprofen behandelt werden. Andere Maßnahmen, die bei Erkältungen verordnet werden, wie Nasentropfen und das Inhalieren von Dampf, können die Beschwerden ebenfalls lindern.

Zur Behandlung von Grippepatienten können dieselben antiviralen Arzneimittel eingesetzt werden, die auch der Grippevorbeugung dienen (Oseltamivir, Zanamivir und Baloxavir). Diese Medikamente sind jedoch nur wirksam, wenn sie in den ersten zwei Tagen nach Einsetzen der Symptome eingenommen werden. Sie verringern die Symptomschwere und verkürzen die Dauer des Fiebers und die Zeit bis zur Wiederaufnahme der Alltagstätigkeiten lediglich um ungefähr einen Tag. Dennoch sind diese Medikamente bei einigen Menschen sehr wirksam.

Welche(s) Arzneimittel angewendet wird bzw. werden, hängt vom jeweiligen Influenzavirus ab, das die Infektion ausgelöst hat. Oseltamivir und Baloxavir zum Einnehmen sowie Zanamivir zum Inhalieren wirken gegen Influenza-Viren des Typs A und B. Oseltamivir kann bei Kindern ab dem ersten Lebensjahr eingesetzt werden. Zanamivir kann bei Erwachsenen und Kindern ab 7 Jahren eingesetzt werden, Baloxavir bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren.

Wenn eine bakterielle Erkrankung hinzukommt, wird diese zusätzlich mit Antibiotika behandelt.

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