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Malaria

Von

Richard D. Pearson

, MD, University of Virginia School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Malaria ist eine Infektion der roten Blutkörperchen mit einer von fünf Arten des Protozoons Plasmodium. Malaria verursacht Fieber, Schüttelfrost, Schwitzen, eine vergrößerte Milz und Anämie (hervorgerufen durch den Zerfall infizierter roter Blutkörperchen).

  • Normalerweise wird Malaria durch den Biss einer infizierten weiblichen Stechmücke verbreitet.

  • Infizierte haben zuerst Schüttelfrost und danach Fieber und können Kopfschmerzen, Schmerzen am ganzen Körper und Übelkeit verspüren und sich müde fühlen.

  • Ein Typ der Malaria verursacht schwere Symptome wie Delirium, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Koma, schwere Atembeschwerden, Niereninsuffizienz und Durchfall und führt manchmal bis zum Tod.

  • Ärzte diagnostizieren die Infektion, indem sie die entsprechenden Protozoen in einer Blutprobe identifizieren und/oder andere Bluttests vornehmen.

  • Zur Vorbeugung von Malaria kann es helfen, die Brutstätten der Stechmücke zu beseitigen, Larven in stehenden Gewässern zu töten, Mückenstiche zu vermeiden und vorbeugende Medikamente zu nehmen, bevor man in betroffene Gebiete reist.

  • Es werden verschiedene Antimalariamedikamente angewendet, um Infektionen zu behandeln und zu verhindern (welches Mittel zum Einsatz kommt, richtet sich danach, welche Erregerart die Infektion hervorgerufen hat, wie wahrscheinlich eine Medikamentenresistenz in dem Gebiet ist, in dem man sich die Infektion zugezogen hat, und mit welchen Nebenwirkungen und Kosten das jeweilige Medikament verbunden ist).

Malaria ist eine Protozoen-Infektion und wird durch den Stich einer infizierten weiblichen Stechmücke übertragen.

Obwohl Medikamente und Insektizide Malaria in den Vereinigten Staaten und den meisten entwickelten Ländern selten gemacht haben, ist diese Krankheit in anderen Regionen weiterhin verbreitet und kann tödlich verlaufen. Im Jahr 2015 gab es weltweit rund 214 Millionen Malariafälle mit etwa 438.000 Toten. Die meisten Todesfälle sind unter Kindern zu verzeichnen, die unter 5 Jahre alt sind und in Afrika leben.

In den USA werden jedes Jahr etwa 1500 Malariafälle gemeldet. Die meisten kommen bei Einwanderern, Besuchern aus tropischen Gebieten oder Reisenden, die aus tropischen Gebieten zurückgekehrt sind, vor. Einige sind aber auch auf Bluttransfusionen oder auf den Stich einer einheimischen Mücke zurückzuführen, die einen infizierten Einwanderer oder Rückkehrer gestochen hat.

Wussten Sie ...

  • Im Jahr 2015 gab es weltweit rund 214 Millionen Malariafälle mit etwa 438.000 Toten.

  • Bei manchen Menschen treten Malariasymptome erst Monate oder Jahre nach dem Stich einer infizierten Mücke auf.

Übertragung von Malaria

Der Lebenszyklus der Malariaerreger beginnt damit, dass eine weibliche Mücke einen mit Malaria infizierten Menschen sticht. Die Stechmücke nimmt Blut auf, das reproduktive Zellen des Parasiten enthält. Sobald dieser sich in der Stechmücke befindet, vermehrt er sich, entwickelt sich und wandert in die Speicheldrüse der Stechmücke.

Wenn diese Stechmücke eine andere Person sticht, wird der Parasit zusammen mit dem Speichel der Stechmücke injiziert. Im Körper der neu infizierten Person wandern die Erreger zur Leber und vermehren sich dort nochmals. Sie entwickeln sich durchschnittlich 1 bis 3 Wochen lang; dann verlassen sie die Leber und befallen die roten Blutkörperchen. Im Inneren der roten Blutkörperchen vermehren sich die Parasiten erneut und bringen sie schließlich zum Platzen, wobei Parasiten freigesetzt werden, die andere rote Blutkörperchen befallen.

Sehr selten wird die Krankheit von einer infizierten Schwangeren auf den Fetus übertragen, durch Transfusionen mit kontaminiertem Blut, durch Transplantation eines kontaminierten Organs oder durch eine Injektion mit einer Nadel, die vorher von einer Person mit Malaria benutzt wurde.

Malariaformen

Es gibt fünf Arten von Malariaerregern, die den Menschen infizieren können:

  • Plasmodium falciparum

  • Plasmodium vivax

  • Plasmodium ovale

  • Plasmodium malariae

  • Plasmodium knowlesi (selten)

Plasmodium vivax und Plasmodium ovale bleiben unter Umständen ruhend in den Leberzellen, aber sie entlassen in regelmäßiger Folge ausgereifte Parasiten in die Blutbahn, was zu rezidivierenden Malariaanfällen führt. Die ruhende Form kann mit vielen Malariamedikamenten nicht abgetötet werden.

Plasmodium falciparum und Plasmodium malariae verbleiben nicht dauerhaft in der Leber. Ausgewachsene Formen von Plasmodium malariae können jedoch Monate oder sogar Jahre im Blut bleiben, bevor sie Symptome auslösen.

Symptome und Komplikationen

Nachdem eine infizierte Mücke einen Menschen gestochen hat, entwickeln sich die ersten Malariasymptome normalerweise nach 7 bis 30 Tagen, unter Umständen aber auch erst nach mehreren Monaten oder gar Jahren.

Alle Malariaformen haben ähnliche Anfangssymptome. Hierzu gehören

Wenn die infizierten roten Blutkörperchen platzen und Parasiten freisetzen, entwickelt die betroffene Person normalerweise Schüttelfrost und später Fieber, das bis 41 °C erreichen kann. Erschöpfung und unbestimmtes Unwohlsein (Krankheitsgefühl), Kopfschmerzen, Körperschmerzen und Übelkeit sind üblich. In der Regel sinkt das Fieber nach mehreren Stunden wieder, und heftige Schweißausbrüche und schwere Erschöpfung folgen. Fieberanfälle erfolgen zunächst unvorhersehbar, aber mit der Zeit können sie periodisch werden. Die periodischen Fieberanfälle kommen und gehen in regelmäßigen Abständen. Fieberanfälle treten tendenziell in 48-Stunden-Intervallen bei einer Infektion mit Plasmodium vivax und Plasmodium ovale und in 72-Stunden-Intervallen bei einer Infektion mit Plasmodium malariae auf. Das von Plasmodium falciparum ausgelöste Fieber tritt meist nicht in regelmäßigen Abständen auf, gelegentlich aber in 48-Stunden-Intervallen.

Während die Infektion fortschreitet, vergrößert sich die Milz und es kommt möglicherweise zu einer schweren Anämie. Es kann Gelbsucht auftreten.

Falciparum-Malaria

Diese Infektion, die von Plasmodium falciparum ausgelöst wird, ist die gefährlichste Malariaform und kann ohne Behandlung tödlich verlaufen. Bei Falciparum-Malaria kleben die infizierten roten Blutkörperchen an den Wänden der kleinen Blutgefäße und verstopfen sie, wodurch sie viele Organe schädigen – insbesondere das Gehirn (zerebrale Malaria), die Lunge, die Nieren und den Magen-Darm-Trakt.

Bei Falciparum-Malaria kann sich Flüssigkeit in der Lunge ansammeln und schwere Atemprobleme hervorrufen. Schädigungen innerer Organe können einen Blutdruckabfall verursachen, der manchmal einen Kreislaufschock nach sich zieht. Weitere Symptome der Falciparum-Malaria sind Durchfall, Gelbsucht und Nierenversagen. Es kann zu einem Abfall des Blutzucker- bzw. Glukosespiegels kommen (sogenannte Hypoglykämie). Bei Patienten, die eine große Anzahl Parasiten im Blut haben, kann der Blutzuckerspiegel lebensgefährlich weit absinken – insbesondere wenn sie mit Chinin behandelt werden.

Zerebrale Malaria ist eine besonders gefährliche Komplikation der Falciparum-Malaria, die hohes Fieber, Kopfschmerzen, Benommenheit, Delirium, Verwirrtheit, Krampfanfälle und Koma auslösen kann. Sie tritt am häufigsten bei Säuglingen, jungen Kindern, schwangeren Frauen und Menschen auf, die nie Malaria ausgesetzt waren und in Regionen mit hohem Risiko reisen.

Schwarzwasserfieber ist eine gelegentliche Komplikation der Falciparum-Malaria. Sie wird ausgelöst durch das Platzen einer großen Anzahl von roten Blutkörperchen, wodurch Blutfarbstoff (Hämoglobin) in die Blutbahn abgegeben wird. Dieses abgegebene Hämoglobin wird mit dem Urin ausgeschieden, was den Urin dunkel färbt. Die Nierenschädigung kann so schwer sein, dass eine Dialyse notwendig ist. Schwarzwasserfieber kommt fast ausschließlich bei Menschen vor, die mit Chinin behandelt worden sind.

Wenn schwangere Frauen an Malaria erkranken, kann das Baby ein niedriges Geburtsgewicht aufweisen oder selber infiziert sein. Bei diesen Frauen ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehl- oder Totgeburt ebenfalls erhöht.

Diagnose

  • Ein schneller diagnostischer Bluttest

  • Untersuchung einer Blutprobe unter dem Mikroskop

Der Arzt hegt einen Verdacht auf Malaria, wenn eine Person während oder nach einer Reise in eine Region, wo Malaria vorkommt, Fieber und andere charakteristische Symptome entwickelt. Bei weniger als der Hälfte amerikanischer Reisender mit Malaria kommt es zu zyklischen Fieberanfällen; wenn sie aber auftreten, legt dies eine Malariadiagnose nahe.

Malaria wird diagnostiziert, wenn Plasmodium-Parasiten durch eine der folgenden Methoden nachgewiesen werden:

  • Ein rascher diagnostischer Bluttest, durch den die von Malariaparasiten freigesetzten Proteine nachgewiesen werden (bei diesem Test werden eine Blutprobe und bestimmte Chemikalien auf eine Prüfkarte gegeben, worauf nach etwa 20 Minuten spezifische Streifen auf der Karte erscheinen, wenn die betroffene Person Malaria hat)

  • Untersuchung einer Blutprobe unter dem Mikroskop

Nach Möglichkeit sollten beide Tests vorgenommen werden. Wenn der Arzt die Malariaparasiten bei der mikroskopischen Untersuchung nicht sieht, aber dennoch Malaria vermutet, nimmt er alle 4 bis 6 Stunden weitere Blutproben, um diese auf die Parasiten zu untersuchen.

Im Labor wird versucht, die Plasmodium-Art zu identifizieren, da Behandlung, Komplikationen und Prognose je nach der involvierten Art variieren. Mit dem diagnostischen Blutschnelltest kann eine Infektion mit Plasmodium falciparum ebenso effektiv festgestellt werden wie mit einer mikroskopischen Untersuchung, aber für den Nachweis anderer Plasmodium-Arten ist er weniger zuverlässig. Aus diesem Grund sollten nach Möglichkeit sowohl der diagnostische Schnelltest als auch die mikroskopische Blutuntersuchung vorgenommen werden.

Wenn eine Infektion mit Plasmodium falciparum vermutet wird, sind sofortige Evaluierung und Behandlung erforderlich.

Vorbeugung

Dazu gehört Folgendes:

  • Kontrolle von Stechmücken

  • Vermeidung von Mückenstichen

  • Einnahme von vorbeugenden Medikamenten (Malaria-Prophylaxe)

Kontrollmaßnahmen, welche die Zerstörung von Brutstätten und das Abtöten von Larven der Stechmücke in ihren Lebensräumen in stehenden Gewässern beinhalten, sind sehr wichtig.

Menschen, die in Regionen leben oder dahin reisen, wo Malaria verbreitet ist, können ebenfalls Vorsichtsmaßnahmen treffen, um die Exposition gegenüber Stechmücken zu limitieren:

  • Insektizide (Permethrin oder Pyrethrum) in Häusern und Außengebäuden versprühen

  • Fliegengitter an Türen und Fenstern anbringen

  • Mit Permethrin oder Pyrethrum imprägnierte Moskitonetze über Betten anbringen

  • Mückenschutzmittel mit DEET (Diethyltoluamid) auf exponierte Hautstellen auftragen

  • Lange Hosen und langärmelige Hemden tragen, insbesondere von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen, um sich vor Mückenstichen zu schützen

  • Kleidung vor dem Anziehen mit Permethrin imprägnieren, wenn die Exposition gegenüber Stechmücken aller Voraussicht nach länger dauert oder besonders viele Mücken vorhanden sind

Es ist hilfreich, Kleidung und Ausrüstung mit permethrinhaltigen Produkten zu behandeln. Permethrin schützt auch nach mehreren Waschgängen. Es gibt bereits vorbehandelte Kleidung, die noch viel längeren Schutz bietet.

Wer abstoßende Mittel mit DEET einsetzen will, sollte die folgenden Anweisungen beachten:

  • Insektenschutzmittel nur gemäß Hinweisen auf der Packung auf exponierte Hautstellen und rund um die Ohren sparsam auftragen (nicht in Augen oder Mund sprühen)

  • Hände nach dem Auftragen waschen

  • Insektenschutzmittel nicht in die Hände von Kindern geben (Erwachsene sollten sich das Schutzmittel zuerst in die Hand sprühen und dann auf die Haut des Kindes auftragen)

  • Gerade genug Insektenschutzmittel auftragen, um die exponierten Hautstellen abzudecken

  • Das Insektenschutzmittel abwaschen, wenn man sich nicht mehr draußen aufhält

  • Kleidung waschen und nicht erneut tragen, sofern auf der Produktverpackung nichts anderes angegeben ist

Medikamente zur Malariaprophylaxe

Auf Reisen in Regionen, wo Malaria vorkommt, sollten Medikamente zur Malariaprophlyaxe eingenommen werden. Mit der Einnahme vorbeugender Medikamente wird vor Beginn der Reise begonnen und während des Aufenthaltes sowie eine Zeit lang (variiert von Medikament zu Medikament), nachdem die Person das Risikogebiet verlassen hat, fortgefahren. Vorbeugende Medikamente reduzieren das Malariarisiko, beseitigen es aber nicht. Es gibt mehrere Medikamente, die benutzt werden können, um Malaria vorzubeugen (und zu behandeln).

Medikamentenresistenz ist ein ernsthaftes Problem, insbesondere wenn es um das gefährliche Plasmodium falciparum geht. Die Verbreitung medikamentenresistenter Erregerstämme variiert in verschiedenen Teilen der Welt. Darum variiert die Wahl der Medikamente zur Prävention nach geographischer Region. Informationen über Reisen in bestimmte Regionen sind von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC: Malaria und Reisende) erhältlich.

Zur Malariaprophylaxe werden häufig die folgenden Medikamente angewendet:

  • Doxycyclin

  • Kombination von Atovaquon und Proguanil (in einer Tablette)

Die Wirksamkeit dieser beiden Mittel ist ähnlich, aber die Nebenwirkungen variieren. Atovaquon mit Proguanil ist im Allgemeinen besser verträglich als Doxycyclin.

Mit der täglichen Einnahme von Doxycyclin wird 1 bis 2 Tage vor einer Reise begonnen. Die Prophylaxe wird während des Aufenthaltes in einem Gebiet, in dem Malaria bekanntermaßen auftritt, sowie nach Verlassen des Gebietes 4 Wochen lang täglich fortgesetzt. Sie wird in der Regel gut vertragen, hat aber Nebenwirkungen. Sie ist für Kinder unter 8 Jahren und schwangere oder stillende Frauen nicht geeignet. Symptomschübe infolge einer Infektion mit Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale werden damit nicht unterbunden.

Mit der täglichen Einnahme von Atovaquon-Proguanil als Einzeltablette wird 1 bis 2 Tage vor Reisebeginn begonnen. Die Prophylaxe wird während des Aufenthaltes in einem Gebiet, in dem Malaria bekanntermaßen auftritt, sowie nach Verlassen des Gebietes 7 Tage lang fortgesetzt. Dieses Medikament wird am besten vertragen, hat aber ebenfalls Nebenwirkungen. Es ist für schwangere oder stillende Frauen und für Kinder, die weniger als 5 kg wiegen, nicht geeignet. Symptomschübe infolge einer Infektion mit Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale werden damit nicht unterbunden.

Mit der wöchentlichen Einnahme von Chloroquin wird 1 bis 2 Wochen vor Reisebeginn begonnen. Die Prophylaxe wird während des Aufenthaltes wöchentlich sowie nach Verlassen des Malariagebietes 4 Wochen lang fortgesetzt. In den wenigen Gebieten, in denen Plasmodium-Arten noch keine Resistenz gegen Chloroquin entwickelt haben, wird dieses Präparat zur Malariaprophylaxe verwendet. Dazu gehören Haiti, die Dominikanische Republik, Zentralamerika westlich und nördlich des Panamakanals und die meisten Gebiete des Nahen Ostens. Chloroquin ist das einzige prophylaktisch wirkende Medikament, das unbedenklich von schwangeren Frauen eingenommen werden kann. Schwangeren Frauen wird von Ärzteseite daher abgeraten, in Gebiete zu reisen, wo Plasmodium-Arten gegen Chloroquin resistent sind.

Hydroxychloroquin, das auch zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen angewendet wird, ist gegen dieselben Plasmodium-Arten wirksam wie Chloroquin.

Mit der wöchentlichen Einnahme von Mefloquin wird mindestens 2 Wochen vor Reisebeginn begonnen. Die Prophylaxe wird während des Aufenthaltes sowie nach Verlassen des Malariagebietes 4 Wochen lang fortgesetzt. Mefloquin eignet sich in vielen Gegenden als Prophylaxe, wird aber nur selten angewendet, da es starke psychiatrische und andere Nebenwirkungen haben kann. Es ist unwirksam oder weniger wirksam zur Vorbeugung gegen Plasmodium falciparum in manchen Regionen in Südostasien (und manchmal auch anderswo).

Primaquin ist eine weitere Alternative zur Prophylaxe, hauptsächlich für Reisende in Gebiete, in denen Malaria hauptsächlich von Plasmodium vivax verursacht wird. Bevor dieses Mittel verordnet wird, muss allerdings ein Bluttest auf eine relativ gängige Enzymmangelerkrankung durchgeführt werden, den sogenannten Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (G6PD-Mangel) (siehe Tabelle: Mehr zu einigen Ursachen für Anämie). Personen mit G6PD-Mangel sollten Primaquin nicht einnehmen, weil es zum Abbau der roten Blutkörperchen führen kann. Mit der täglichen Verabreichung von Primaquin wird 1 bis 2 Tage vor Reisebeginn begonnen. Die Prophylaxe wird während des Aufenthaltes täglich sowie nach Verlassen des Malariagebietes 7 Tage lang fortgesetzt. Primaquin wird auch täglich während 14 Tagen angewendet, um Malariaschübe bei Reisenden zu verhindern, die andere Antimalariamittel (z. B. Doxycyclin oder Atovaquon-Proguanil) einnehmen und Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale erheblich ausgesetzt waren.

Tafenoquin ist eine Alternative für Menschen (ab 18 Jahren), die in eine Gegend reisen, in der Malaria verbreitet ist. Wie bei Primaquin muss allerdings ein Bluttest durchgeführt werden, bevor das Medikament verordnet wird, um eine relativ gängige Enzymmangelerkrankung, einen sogenannten G6PD-Mangel (Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase), festzustellen. Personen mit G6PD-Mangel sollten Tafenoquin nicht einnehmen, weil es zum Abbau der roten Blutkörperchen führen kann. Tafenoquin wird während 3 Tagen vor der Reise einmal täglich eingenommen. Die Betroffenen nehmen das Medikament alle 7 Tage während des Aufenthalts und nach ihrer Rückkehr noch einmal 7 Tage nach der letzten während der Reise eingenommenen Dosis ein. Eine Einzeldosis Tafenoquin wird auch angewendet, um Malariaschübe bei Reisenden zu verhindern, die andere Antimalariamittel (z. B. Doxycyclin oder Atovaquon-Proguanil) einnehmen und Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale erheblich ausgesetzt waren.

Impfstoffe zur Malariaprophylaxe befinden sich in der Entwicklung, aber es ist unklar, wann ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung stehen wird.

Behandlung

  • Medikamente zur Behandlung von Malaria

Nach Beginn der Behandlung verbessert sich der Zustand der meisten Patienten innerhalb von 24 bis 48 Stunden, bei einer durch Plasmodium falciparum verursachten Malaria kann das Fieber aber bis zu 5 Tage andauern.

Bei der Wahl des Medikaments zur Behandlung von akuter Malaria werden folgende Faktoren berücksichtigt:

  • Die Symptome der betroffenen Person

  • Die infizierende Plasmodium-Art

  • Die Wahrscheinlichkeit einer Resistenz des Erregers

Die Wahrscheinlichkeit einer Resistenz des Erregers variiert je nach folgenden Faktoren:

  • Die Plasmodium-Art

  • Die geographische Gegend, in der die Person infiziert worden ist

Das Behandlungsverfahren stützt sich auf die Ergebnisse der diagnostischen Tests und den Ort der Exposition. Wenn ein Arzt einen dringenden Verdacht auf Malaria hat, kann er Patienten gegen Malaria zu behandeln beginnen, auch wenn die Testergebnisse seine Diagnose nicht bestätigen, denn die Tests erfassen nicht alle Fälle und Malaria kann unbehandelt lebensbedrohlich werden. Der Arzt misst den Blutzucker- bzw. Glukosespiegel, insbesondere bei Falciparum-Malaria, und gibt Glukose, wenn der Spiegel unter dem Normalwert liegt.

Da Malaria potenziell lebensbedrohlich ist, werden die Betroffenen sofort behandelt. Die meisten Malariafälle können mit oralen Arzneimitteln behandelt werden. Bei Menschen, die keine Medikamente einnehmen können, kann Artesunat intravenös verabreicht werden (erhältlich von den Centers for Disease Control and Prevention [CDC]). Schwere Malaria (Kriterien unter CDC: Schwere Malaria nachlesen) erfordert eine Notfallbehandlung, vorzugsweise mit intravenös verabreichtem Artesunat. Wenn Artesunat nicht sofort verfügbar ist, wird vorläufig eine orale Behandlung mit Artemether-Lumefantrin, Atovaquon-Proguanil, Chinin-Sulfat (plus intravenös Doxycyclin oder Clindamycin) oder, falls nichts anderes verfügbar ist, mit Mefloquin eingeleitet, wobei die Tabletten für Patienten, die Medikamente nicht oral einnehmen können, auch zerstoßen über eine Ernährungssonde verabreicht werden können.

In manchen Gegenden, in denen Malaria verbreitet ist, könnten Malariamedikamente, die in Apotheken vor Ort verkauft werden, gefälscht sein. Manche Ärzte empfehlen Reisenden in entlegene Hochrisikogebiete daher, einen vollen Zyklus geeigneter Malariamedikamente mitzunehmen. Diese Medikamente sind anzuwenden, wenn von einem Arzt vor Ort bestätigt worden ist, dass der Reisende tatsächlich Malaria hat. Mit dieser Strategie wird sichergestellt, dass wirksame Medikamente eingesetzt werden, und gleichzeitig werden die begrenzten Arzneimittelvorräte im Reiseland nicht belastet.

Malaria aufgrund von Plasmodium falciparum

Gängige Behandlungen zum Einnehmen:

  • Artemether-Lumefantrin

  • Atovaquon-Proguanil gegen Malaria ohne Komplikationen

Heute werden zur Behandlung von Malaria aufgrund von Plasmodium falciparum oder anderen Plasmodium-Arten weltweit Medikamente eingesetzt, die aus Artemisinin entwickelt worden sind (wie z. B. Artemether und Artesunat). Artemisinin wird aus einer chinesischen Arzneipflanze gewonnen, die Qinghaosu heißt und eine Beifußart ist. Einige Artemisinin-Medikamente werden oral gegeben, andere als Injektion oder Zäpfchen. Diese Mittel bleiben nicht lange genug im Körper, um sich als Malariaprophylaxe zu eignen. Sie können aber zur Behandlung angewendet werden, weil sie schneller wirken als andere Malariamittel und im Allgemeinen gut verträglich sind. Sie werden mit einem zweiten Medikament gegeben, um die Entwicklung einer Arzneimittelresistenz zu unterbinden. Eine solche Wirkstoffkombination ist Artemether zusammen mit Lumefantrin (in einer Tablette). Diese Kombination wird überall auf der Welt angewendet und ist in den USA die bevorzugte Behandlungsmethode. Wenn bei schwerer Malaria oder für Menschen, die keine Medikamente über den Mund einnehmen können, eine intravenöse Behandlung erforderlich ist, ist Artesunat (erhältlich von den CDC) die bevorzugte Behandlung, bis eine orale Therapie eingeleitet werden kann.

Wenn keine Komplikationen vorliegen, kann eine durch Plasmodium falciparum verursachte Malaria mit der Kombination aus Atovaquon und Proguanil behandelt werden.

Chloroquin ist eine Option für Falciparum-Malaria in Haiti, in der Dominikanischen Republik, in Zentralamerika westlich und nördlich des Panamakanals sowie in den meisten Gebieten des Nahen Ostens, aber in anderen Gegenden der Welt ist die Resistenz von Plasmodium falciparum gegen Chloroquin mittlerweile weit verbreitet.

Früher wurde häufig Chinin in Kombination mit dem Antibiotikum Doxycyclin oder mitunter mit Clindamycin angewendet, doch die Kombinationen Artemether-Lumefantrin und Atovaquon-Proguanil haben weniger Nebenwirkungen. Daher haben diese Arzneimittelkombinationen Behandlungen auf Chininbasis weitgehend ersetzt.

Eine Alternative ist Mefloquin in höheren als den zur Vorbeugung empfohlenen Dosen. Es wird aber nur dann eingesetzt, wenn keine anderen Optionen zur Verfügung stehen, weil es starke psychiatrische und andere Nebenwirkungen haben kann. Außerdem scheint es in Südostasien und einigen anderen Gebieten bereits Resistenzen dagegen zu geben.

In manchen Gegenden, in denen Malaria verbreitet ist, könnten Malariamedikamente, die in Apotheken vor Ort verkauft werden, gefälscht sein. Manche Ärzte empfehlen Reisenden in entlegene Hochrisikogebiete daher, einen vollen Zyklus geeigneter Malariamedikamente mitzunehmen. Diese Medikamente sind anzuwenden, wenn von einem Arzt vor Ort bestätigt worden ist, dass der Reisende tatsächlich Malaria hat. Mit dieser Strategie wird sichergestellt, dass wirksame Medikamente eingesetzt werden, und gleichzeitig werden die begrenzten Arzneimittelvorräte im Reiseland nicht belastet.

Malaria aufgrund von Plasmodium vivax und Plasmodium ovale

Chloroquin bleibt die Behandlung der Wahl, außer in Gebieten wie Papua-Neuguinea und Indonesien, in denen die Plasmodium-vivax-Erreger bekanntlich gegen Chloroquin resistent sind. Dort wird dann mit Artemether-Lumefantrin oder Atovaquon-Proguanil behandelt.

Am Ende der Behandlung wird Primaquin täglich über 14 Tage oder Tafenoquin als Einzeldosis bei Erwachsenen (ab 16 Jahren) verabreicht, um erneute Malariaschübe zu verhindern. Beide Medikamente töten persistierende Parasiten in der Leber ab. Zuvor wird jedoch mit einem Bluttest geprüft, ob ein G6PD-Mangel vorliegt. Bei Infizierten mit G6PD-Mangel können Primaquin und Tafenoquin den Zerfall von roten Blutkörperchen auslösen und dürfen daher nicht eingesetzt werden.

Malaria aufgrund von anderen Arten

Plasmodium malariae und Plasmodium knowlesi sprechen auf Chloroquin an. Malaria, die von diesen Arten ausgelöst wird, kann auch mit den Arzneimitteln und Wirkstoffkombinationen behandelt werden, die angewendet werden, um Malaria zu behandeln, die durch Plasmodium falciparum verursacht wurde und resistent gegen Chloroquin ist. Es liegen keine persistierenden Parasiten in der Leber vor.

Nebenwirkungen von Medikamenten gegen Malaria

Artemisinin-Medikamente (z. B. Artemether und Artesunat) haben mitunter Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Schwindel und Schwäche. Wenn die Kombination Artemether-Lumefantrin angewendet wird, kann Lumefantrin mit anderen Wirkstoffen in Wechselwirkung treten und mitunter zu Herzrhythmusstörungen führen. Es sollte also sichergestellt sein, dass der Arzt über alle Medikamente, die ein Patient anwendet, Bescheid weiß, damit Arzneimittelwechselwirkungen vermieden werden können. Eine Zerstörung der roten Blutkörperchen und eine Anämie können in den Wochen nach der Verabreichung von Artesunat und gelegentlich auch von anderen Artemisininen auftreten. Artemisinin enthaltende Medikamente werden schwangeren Frauen nur dann verordnet, wenn es keine anderen Alternativen gibt und der potenzielle Nutzen gegenüber den potenziellen Risiken für den Fötus überwiegt.

Atovaquon-Proguanil wird in der Regel gut vertragen, verursacht aber gelegentlich einen allergischen Ausschlag oder Darmprobleme. Es wird schwangeren oder stillenden Frauen nur dann verordnet, wenn es keine anderen Alternativen gibt und der potenzielle Nutzen gegenüber den potenziellen Risiken für den Fötus überwiegt.

Chloroquin ist für Erwachsene, Kinder und schwangere Frauen relativ sicher. Es hat einen bitteren Geschmack und kann Juckreiz und Verdauungsprobleme wie Bauchschmerzen, Appetitverlust, Übelkeit und Durchfall verursachen. Dieses Medikament darf nicht in die Hände von Kindern gelangen, da eine Überdosis tödlich sein kann.

Doxycyclin kann Darmprobleme, vaginale Pilzinfektionen bei Frauen und Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht auslösen, was bei einem kleinen Teil der Anwender zu sonnenbrandartigen Reaktionen führt. Es sollte mit einem vollen Glas Flüssigkeit eingenommen werden, und die Patienten sollten sich für mehrere Stunden nach der Einnahme nicht hinlegen, um sicherzustellen, dass das Medikament den Magen erreicht. Wenn das Medikament den Magen nicht erreicht, kann es die Speiseröhre reizen und starke Schmerzen im Brustkorb verursachen. Da Doxycyclin die Zähne von kleinen Kindern und Feten permanent verfärben kann, sollten Kinder unter 8 Jahren und schwangere Frauen dieses Medikament nicht einnehmen.

Mefloquin verursacht lebhafte Träume und Schlaflosigkeit. Es kann auch schwere psychologische Nebenwirkungen haben. Bei Menschen mit Anfallserkrankungen kann es Krampfanfälle auslösen, und bei Menschen, die bestimmte Medikamente für Herzleiden einnehmen, kann es das Herz angreifen. Darum wird Mefloquin bei Menschen vermieden, die eine Anfallserkrankung oder psychiatrische Probleme haben oder bestimmte Medikamente für Herzleiden einnehmen. Menschen, die dieses Medikament einnehmen, erhalten schriftliche Informationen über die Nebenwirkungen.

Chinin verursacht häufig Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen und ein Klingeln in den Ohren. Diese Kombination von Symptomen wird Cinchonismus genannt. Außerdem kann Chinin bei Menschen, die mit Plasmodium falciparum infiziert sind, den Blutzuckerspiegel senken.

Malariamedikamente können das ungeborene Kind schädigen. Darum sollte ein Experte herangezogen werden, wenn eine schwangere Frau behandelt wird.

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