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Impfungen für Kinder

Von

Michael J. Smith

, MD, MSCE, Duke University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2018| Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Quellen zum Thema

Zum Schutz vor Infektionskrankheiten sollten Kinder geimpft werden. Impfstoffe enthalten entweder nichtinfektiöse Teilstücke von Bakterien und Viren oder abgeschwächte Erreger, die keine Krankheit mehr auslösen können. Durch eine Impfung (normalerweise eine Injektion) wird das Immunsystem des Körpers dazu angeregt, sich gegen die Erkrankung zu verteidigen. Die Impfung sorgt dafür, dass man einer Krankheit gegenüber immun ist, weshalb manchmal der Ausdruck „Immunisierung“ verwendet wird (siehe auch „Überblick über Immunisierung“).

Wirksamkeit von Impfstoffen

Weltweit sind dank der Impfungen heutzutage Pocken vollständig und viele andere Infektionskrankheiten fast vollständig ausgerottet, dazu zählen auch Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Masern, die früher in den USA häufige Kindererkrankungen waren. Doch trotz dieses Erfolgs dürfen die Impfbemühungen durch die medizinischen Fachkräfte nicht nachlassen. Denn viele dieser durch Impfung vermeidbaren Erkrankungen kommen in den Vereinigten Staaten noch vor und sind in anderen Ländern der Welt sogar weit verbreitet. Diese Erkrankungen können sich unter ungeimpften Kindern rasant ausbreiten. Dank der modernen Reisemöglichkeiten können Kinder damit in Kontakt kommen, selbst wenn sie in Gebieten leben, in denen diese Krankheiten normalerweise nicht vorkommen.

Tabelle
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Wie viele Krankheitsfälle können durch Impfstoffe verhindert werden?

Erkrankung

Vor der Entwicklung des Impfstoffs*

Im Jahr 2017 oder 2015 (Fälle von 2008 in Klammern)

21.053

0

20.000 (geschätzt)

22

117.333

Schätzungsweise 2.500 (11.049)

Hepatitis B (akut)

66.232

Schätzungsweise 19.200 (11.269)

503.217

122

162.344

5.629

Keuchhusten (Pertussis)

200.752

15.808

Schwere Pneumokokkeninfektionen – in allen Altersgruppen

63.067

Schätzungsweise 29.000 (44.000)

Schwere Pneumokokkeninfektionen – bei Kindern unter 5 Jahren

16.069

1.800 (4.167)

Zur Lähmung führendes Poliovirus (Kinderlähmung)

16.316

0

Rotavirus-Infektion, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich macht – bei Kindern unter 3 Jahren

62.500

11.250 (7.500)

47.745

9

29.005

0

580

31

Varizella (Windpocken)

4.085.120

Schätzungsweise 126.639 (449.363)

*Die durchschnittliche Fallzahl pro Jahr während des 20. Jahrhunderts in den USA.

Diese Zahlen sind aus dem Jahr 2015.

Die Anzahl der Fälle, die in den USA gemeldet wurden.

Übernommen aus Anhang E: Daten und Statistik: Impact of vaccines in the 20th and 21st centuries. In Epidemiology and Prevention of Vaccine-Preventable Diseases: The Pink Book, herausgegeben von Hamborsky J, Kroger A, und Wolfe S. Centers for Disease Control and Prevention, Washington D.C. Public Health Foundation, 2015, S. E-5. Verfügbar auf der Internetseite der Einrichtung Centers for Disease Control and Prevention.

Sicherheit von Impfstoffen

Kein Impfstoff ist 100-prozentig wirksam oder 100-prozentig sicher. Einige wenige geimpfte Kinder werden nicht immun, bei einigen wenigen treten unerwünschte Impfreaktionen auf. Diese Nebenwirkungen sind meist leicht, wie etwa Schmerzen an der Injektionsstelle, ein Ausschlag oder leichtes Fieber. In ganz seltenen Fällen sind jedoch auch schwerwiegendere Komplikationen möglich.

Impfstoffe werden ständig optimiert, um die Sicherheit und Wirksamkeit sicherzustellen. Zu den Verbesserungen zählen der Einsatz:

  • Eines azellulären Keuchhustenimpfstoffs (meist in Kombination mit dem Diphtherie- und Tetanusimpfstoff – DTaP). Bei diesem Impfstoff ist die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen bedeutend geringer als beim zuvor eingesetzten Ganzzell-Keuchhustenimpfstoff (der ebenfalls in Kombination mit dem Diphtherie- und Tetanusimpfstoff eingesetzt wird – DPT)

  • Eines inaktivierten, injizierbarenPolioimpfstoffs anstelle der zuvor eingesetzten Polio-Schluckimpfung

Der Polio-Schluckimpfstoff, der aus einem abgeschwächten Lebendvirus hergestellt wird, kann tatsächlich Polio verursachen, wenn es zu einer Mutation des abgeschwächten Virus kommt. Dies geschieht bei einem von 2,4 Millionen geimpften Kindern. Obwohl dieses Risiko äußerst gering ist, sind Ärzte in den Vereinigten Staaten vollständig auf die injizierbare Polioimpfung umgestiegen.

Vor der Zulassung wird ein Impfstoff (wie alle anderen medizinischen Produkte) in kontrollierten klinischen Studien untersucht. In diesen Studien wird der Impfstoff mit einem Placebo oder einem bereits vorhandenen Impfstoff für dieselbe Erkrankung verglichen. Es wird gezeigt, ob der Impfstoff wirksam ist. Auch werden häufige Nebenwirkungen erfasst. Manche Nebenwirkungen treten allerdings so selten auf, dass sie in klinischen Studien mit einer angemessenen Größe nicht festgestellt werden können. Sie werden erst bemerkt, nachdem ein Impfstoff in der klinischen Praxis bei vielen Personen eingesetzt wird. Daher wurde das Überwachungssystem „Vaccine Adverse Event Reporting System” (siehe VAERS) entworfen, um die Sicherheit von Impfstoffen in der allgemeinen Bevölkerung zu überwachen. VAERS erfasst Berichte von Personen zu möglichen Nebenwirkungen nach einer kurz zuvor erfolgten Impfung sowie von medizinischen Fachkräften, die nach Verabreichung eines Impfstoffs bestimmte Nebenwirkungen bemerken, auch wenn nicht feststeht, ob diese mit dem Impfstoff in Zusammenhang stehen.

Um den Eltern zu helfen, die Risiken einer Impfung besser einschätzen zu können, sind Ärzte behördlich dazu verpflichtet, den Eltern jedes Mal Impfstoff-Informationen zu geben, wenn ihr Kind geimpft wird. Zudem wurde ein bundesstaatliches Entschädigungsprogramm für Impfstoffverletzungen ins Leben gerufen, um Personen mit nachgewiesenen impfbezogenen Verletzungen zu entschädigen. Dieses Programm wurde eingerichtet, weil Ärzte und Gesundheitsbehörden so viele Kinder wie möglich vor lebensbedrohenden Krankheiten schützen möchten. Bei der Abwägung der Impfrisiken sollten Eltern jedoch immer bedenken, dass die durch die betreffende Impfung vermeidbare Erkrankung eine weitaus größere Gesundheitsgefährdung für ihr Kind darstellt als das Impfrisiko.

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