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Ausbleiben der Regelblutung

(Amenorrhea)

Von

JoAnn V. Pinkerton

, MD, University of Virginia Health System

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Quellen zum Thema

Die ausbleibende Menstruationsperiode wird Amenorrhö genannt.

Amenorrhö ist unter folgenden Umständen normal:

  • Vor der Pubertät

  • Während der Schwangerschaft

  • Während des Stillens

  • Nach der Menopause

Zu allen anderen Zeiten ist es ein Zeichen für eine ernsthafte Erkrankung.

Amenorrhö kann je nach Ursache mit anderen Symptomen einhergehen. Beispielsweise können Frauen maskuline Eigenschaften entwickeln (Virilisierung), wie z. B. starke Körperbehaarung (Hirsutismus), eine tiefere Stimme und größere Muskeln. Sie haben Kopfschmerzen, Sehprobleme oder ein verringertes sexuelles Verlangen. Sie haben Schwierigkeiten, schwanger zu werden.

Bei den meisten Frauen mit Amenorrhö setzen die Eierstöcke kein Ei frei. Solche Frauen können nicht schwanger werden.

Wenn die Amenorrhö über eine lange Zeit anhält, können sich ähnliche Probleme wie bei den Wechseljahren entwickeln. Hierzu gehören Hitzewallungen, Trockenheit der Scheide, geringere Knochendichte (Osteoporose) und ein erhöhtes Risiko für Herz- und Gefäßkrankheiten. Solche Probleme treten auf, da bei Frauen mit Amenorrhö der Östrogenspiegel niedrig ist.

Arten von Amenorrhö

Es gibt vornehmlich zwei Arten von Amenorrhö:

  • Primär: Die Menstruationsperiode beginnt nie.

  • Sekundär: Perioden setzen ein und enden dann.

Wenn die Periode nie beginnt, durchlaufen die Mädchen keine Pubertät, und folglich entwickeln sich die sekundären Geschlechtsmerkmale, wie Brüste und Schambehaarung, nicht normal.

Wenn Frauen ihre Menstruationsperioden hatten, die danach abbrechen, haben sie wahrscheinlich sekundäre Amenorrhö. Sekundäre Amenorrhö kommt viel häufiger vor als primäre.

Hormone und Menstruation

Die Menstruationsperioden werden durch ein komplexes Hormonsystem gesteuert. Jeden Monat produziert dieses System Hormone in einer bestimmten Reihenfolge, um den Körper, insbesondere die Gebärmutter, für die Schwangerschaft vorzubereiten. Wenn dieses System normal funktioniert und keine Schwangerschaft vorliegt, wird der Zyklus mit dem Ausscheiden der Gebärmutterschleimhaut und der Menstruationsperiode beendet. Die Hormone werden von folgenden Organen produziert:

  • Dem Hypothalamus (einem Teil des Gehirns, mit dem die Hypophyse kontrolliert wird)

  • Der Hypophyse oder Hirnanhangdrüse produziert möglicherweise zu wenig luteinisierendes Hormon und follikelstimulierendes Hormon

  • Den Eierstöcken, die Östrogen und Progesteron produzieren

Andere Hormone, wie z. B. Schilddrüsenhormone und Prolaktin (wird von der Hypophyse produziert) können sich auf den Menstruationszyklus auswirken.

Der häufigste Grund für ein Ausbleiben der Menstruationsperioden bei Frauen, die nicht schwanger sind oder stillen, ist Folgendes:

  • Störung an einer Stelle dieses Hormonsystems

In seltenen Fällen funktioniert das hormonelle System normal, aber ein anderes Problem verhindert, dass die Perioden eintreten. Die Menstruationsblutung bleibt vielleicht aus, da die Gebärmutter narbig ist oder weil ein Geburtsfehler, ein Myom oder Polyp den Fluss des Menstruationsblutes aus der Scheide blockiert.

Ein hoher Prolaktinspiegel, der die Brüste anregt, Milch zu produzieren, kann zum Ausbleiben der Perioden führen.

Ursachen

Amenorrhö kann aus Umständen resultieren, die den Hypothalamus, die Hypophyse, die Eierstöcke, die Gebärmutter, den Gebärmutterhals oder die Scheide betreffen. Zu diesen Umständen zählen hormonelle Störungen, angeborene Fehlbildungen, genetische Störungen und Arzneimittel.

Welche Ursachen am häufigsten auftreten, hängt davon ab, ob die Amenorrhö primär oder sekundär ist.

Primäre Amenorrhö

Die Erkrankungen, die primäre Amenorrhö auslösen können, kommen relativ selten vor. Die häufigsten sind

  • Eine genetische Störung

  • Ein Geburtsfehler der Fortpflanzungsorgane, der den Fluss des Menstruationsbluts blockiert

Zu den genetischen Erkrankungen zählen:

  • Überproduktion von männlichen Hormonen durch die Nebennieren (kongenitale adrenale Hyperplasie)

  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane, die zu zweideutigen Geschlechtsorganen führen und weder weiblich noch männlich sind (Pseudohermaphroditismus oder echter Hermaphroditismus)

  • Krankheiten, bei der die Betroffene ein Y-Chromosom hat (das es normalerweise nur bei Männern gibt).

Genetische Erkrankungen und Geburtsfehler, die primäre Amenorrhö verursachen, werden bis zur Pubertät nicht bemerkt. Diese Erkrankungen verursachen nur primäre nicht sekundäre Amenorrhö.

Manchmal ist die Pubertät bei Mädchen ohne Störung verzögert und die normalen Perioden beginnen einfach in einem späteren Alter. Eine solche verzögerte Pubertät kann familiär gehäuft auftreten.

Sekundäre Amenorrhö

Die häufigsten Ursachen sind

  • Schwangerschaft

  • Stillen

  • Funktionsstörung des Hypothalamus

  • Vorzeitige Menopause (primäre Ovarialinsuffizienz)

  • Störung der Hypophyse oder der Schilddrüse

  • Verwendung bestimmter Arzneimittel, wie z. B. der Antibabypille (orale Verhütungsmittel), Antidepressiva oder antipsychotische Medikamente

Schwangerschaft ist die häufigste Ursache für Amenorrhö unter Frauen im gebärfähigen Alter.

Der Hypothalamus kann aus mehreren Gründen eine Störung haben:

  • Stress oder zu viel Sport (durch Leistungssportler, insbesondere Frauen, die an Sportarten teilnehmen, bei denen ein geringes Körpergewicht beibehalten werden muss)

  • Schlechte Ernährung (bei Frauen, die an einer Essstörung leiden oder stark abgenommen haben)

  • Mentale Störungen (wie z. B. Depression oder Zwangsstörungen)

  • Strahlentherapie oder eine Verletzung

Die Hypophyse kann aus folgenden Gründen nicht funktionieren:

  • Sie ist beschädigt.

  • Der Prolaktinspiegel ist hoch.

Antidepressiva, Antipsychotika, orale Verhütungsmittel (manchmal) oder bestimmte andere Arzneimittel können zu einem erhöhten Prolaktinspiegel führen, ebenso Hypophysentumoren oder andere Störungen.

Die Schilddrüse kann zu einer Amenorrhö führen, wenn sie unteraktiv (der sogenannte Hypothyreoidismus) oder überaktiv (der sogenannte Hyperthyreoidismus) ist.

Zu den seltenen Ursachen für eine sekundäre Amenorrhö zählen chronische Störungen (insbesondere der Lunge, des Verdauungstrakts, des Blutes, der Nieren oder der Leber), einige Autoimmunerkrankungen, Krebs, HIV-Infektion, Bestrahlungstherapie, Kopfverletzungen, eine Blasenmole (übermäßiges Wachstum der Plazenta), das Cushing-Syndrom und eine Störung der Nebennieren. Vernarbungen der Gebärmutter (gewöhnlich aufgrund einer Infektion oder Operation), Polypen und Myome können auch sekundäre Amenorrhö auslösen.

Genetische Störungen, wie das Syndrom des fragilen X-Chromosoms, können dazu führen, dass die Menstruationsperioden früh aufhören (vorzeitige Menopause).

Beurteilung

Ärzte bestimmen, ob es sich um primäre oder sekundäre Amenorrhö handelt. Diese Information hilft ihnen, die Ursache zu bestimmen.

Warnsignale

Einige Symptome geben Anlass zur Sorge:

  • Verzögerte Pubertät

  • Entwicklung männlicher Merkmale, wie übermäßige Körperbehaarung, eine tiefere Stimme und größere Muskeln

  • Sehprobleme

  • Ein gestörter Geruchssinn (möglicherweise ein Symptom des sogenannten Kallmann-Syndroms)

  • Ein spontan auftretender, milchiger Ausfluss aus der Brustwarze

  • Eine starke Veränderung im Gewicht

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Mädchen sollten in den folgenden Fällen innerhalb weniger Wochen einen Arzt aufsuchen:

  • Sie haben im Alter von 13 Jahren keine Anzeichen von Pubertät (wie z. B. Brustentwicklung oder ein Wachstumsschub).

  • Die Perioden haben bei Mädchen, die normal wachsen und bei denen sich sekundäre Geschlechtsmerkmale entwickelt haben, bis zum Alter von 15 Jahren noch nicht begonnen.

Solche Mädchen leiden möglicherweise an primärer Amenorrhö.

Wenn Mädchen oder Frauen im gebärfähigen Alter Menstruationsperioden hatten, die plötzlich abbrachen, sollten sie in den folgenden Fällen einen Arzt aufsuchen:

  • Ausbleiben von 3 Menstruationsperioden

  • Weniger als 9 Perioden im Jahr

  • Plötzliche Veränderung im Ablauf der Perioden

Solche Frauen haben möglicherweise eine sekundäre Amenorrhö. Ärzte führen immer einen Schwangerschaftstest durch, wenn sie Frauen auf sekundäre Amenorrhö untersuchen. Frauen können einen Schwangerschaftstest zu Hause durchführen, bevor sie den Arzt aufsuchen.

Was der Arzt unternimmt:

Der Arzt fragt zuerst nach der medizinischen Vorgeschichte, einschließlich der Menstruationsgeschichte. Anschließend führt er eine körperliche Untersuchung durch. Die Befunde in der Krankengeschichte und bei der körperlichen Untersuchung deuten häufig auf eine Ursache für die Amenorrhö und die eventuell erforderlichen Untersuchungen hin (siehe Tabelle mit einigen Ursachen und Merkmalen von Amenorrhö).

Für die Zyklusanamnese (die Informationen zu bisherigen Menstruationszyklen) bestimmt der Arzt, ob es sich um die primäre oder sekundäre Amenorrhö handelt, indem er das Mädchen oder die Frau fragt, ob sie jemals eine Menstruationsperiode hatte. Wenn dies der Fall war, wird sie gefragt, in welchem Alter ihre Periode zum ersten Mal auftrat und wann die letzte Periode war. Sie wird auch gebeten, die Perioden zu beschreiben:

  • Wie lange sie dauerten

  • Wie oft sie auftraten

  • Ob sie regelmäßig waren

  • Wie stark sie waren

  • Ob ihre Brüste spannten oder sie Stimmungsschwankungen im Zusammenhang mit der Periode hatte

Wenn ein Mädchen noch nie eine Periode hatte, wird gefragt:

  • Ob ihre Brüste bereits zu wachsen beginnen

  • Ob das Mädchen einen Wachstumsschub hatte

  • Ob bereits Scham- und Achselhaare wachsen (Anzeichen der Pubertät)

  • Ob jemand in der Familie auffällige Perioden hatte

Mithilfe dieser Informationen können Ärzte einige Ursachen ausschließen. Informationen über eine verzögerte Pubertät und genetische Störungen bei Familienmitgliedern können für Ärzte hilfreich sein, zu bestimmen, ob es sich bei der Ursache um eine genetische Störung handelt.

Ärzte fragen auch nach anderen Symptomen, die auf eine Ursache hindeuten könnten, und nach der Verwendung von Arzneimitteln, Sport, Essgewohnheiten und anderen Bedingungen, die Amenorrhö verursachen könnten.

Während der körperlichen Untersuchung stellen die Ärzte fest, ob sich die sekundären Geschlechtsmerkmale ausgebildet haben. Eine Brustuntersuchung wird durchgeführt. Eine Untersuchung des Beckens wird durchgeführt, um festzustellen, ob die Geschlechtsorgane sich normal entwickeln und um die Fortpflanzungsorgane auf Auffälligkeiten zu prüfen.

Ärzte untersuchen auf Symptome, die eine Ursache sein könnten, wie z. B.

  • Ein milchiger Ausfluss aus beiden Brustwarzen: Mögliche Ursachen wären Störungen der Hypophyse und Arzneimittel, die den Prolaktinspiegel heben (ein Hormon, das die Milchproduktion stimuliert).

  • Kopfschmerzen und teilweiser Verlust des Sehvermögens oder Doppeltsehen: Mögliche Ursachen sind ein Hypophysentumor oder Tumor am Hypothalamus.

  • Entwicklung männlicher Merkmale, wie übermäßige Körperbehaarung, eine tiefere Stimme und größere Muskeln. Mögliche Ursachen sind das polyzystische Ovarialsyndrom, Tumoren, die männliche Hormone produzieren und die Einnahme von Arzneimitteln, wie synthetische männliche Hormone (Androgene), Antidepressiva oder hohe Dosierungen weiblicher Hormone, genannt Progestine.

  • Hitzewallungen, eine trockene Scheide und nächtliche Schweißausbrüche: Mögliche Ursachen sind eine vorzeitige Menopause, eine Störung, die eine Funktionsstörung der Eierstöcke verursacht, eine Bestrahlungstherapie und die Verwendung von chemotherapeutischen Arzneimitteln.

  • Zittern (Tremor) mit Gewichtsverlust oder Trägheit mit Gewichtszunahme: Diese Symptome deuten auf ein Problem mit der Schilddrüse hin.

Tabelle
icon

Einige Ursachen und Merkmale von Amenorrhö

Ursache*

Häufige Merkmale†

Untersuchungen

Hormonelle Störungen

Hyperthyreoidismus (Schilddrüsenüberfunktion)

Warme, feuchte Haut, Probleme, Hitze zu ertragen, übermäßige Schweißbildung, ein erhöhter Appetit, Gewichtsverlust, hervorstehende Augen, Doppeltsehen, Zittern (Tremor) und häufiger Stuhlgang

Manchmal eine vergrößerte Schilddrüse (Kropf)

Bluttests zur Messung des Schilddrüsenhormonspiegels

Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse)

Probleme, Kälte zu ertragen, ein verminderter Appetit, Gewichtszunahme, raue und verdicke Haut, Verlust der Augenbrauen, ein aufgedunsenes Gesicht, herabhängende Augenlider, Erschöpfung, Teilnahmslosigkeit, langsames Sprechen und Verstopfung

Bluttests zur Messung des Schilddrüsenhormonspiegels

Funktionsstörungen der Hypophyse, einschließlich Tumoren, die Prolaktin‡ produzieren und Verletzungen

Sehprobleme und Kopfschmerzen, insbesondere nachts

Manchmal Produktion von Brustmilch bei Frauen, die nicht stillen (Galaktorrhö)

Bluttests zum Messen des Prolaktinspiegels

MRT des Gehirns

Entwicklung männlicher Merkmale, wie übermäßige Körperbehaarung, eine tiefere Stimme und größere Muskeln

Unregelmäßige oder ausbleibende Perioden, Akne, übermäßiger Fettanteil im Oberkörper und dunkle, dicke Haut in den Achselhöhlen, am Übergang zum Nacken und in Hautfalten

Bluttests zum Messen des Hormonspiegels

Ultraschall des Beckens, um nach Auffälligkeiten in den Eierstöcken zu suchen

Symptome der Wechseljahre, einschließlich Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche und vaginale Trockenheit und Ausdünnung der Scheidenwände

Risikofaktoren, wie die Entfernung der Eierstöcke, Chemo- oder Bestrahlungstherapie am Becken (dem untersten Teil des Rumpfes)

Bluttests zur Messung des Östrogenspiegels und anderer Hormone

Bei Frauen unter 35 Untersuchung der Chromosomen in einer Gewebeprobe (wie z. B. Blut)

Tumoren, die männliche Hormone produzieren (Androgene), gewöhnlich in den Eierstöcken oder Nebennieren

Entwicklung männlicher Merkmale, Akne und Geschlechtsorgane, die nicht deutlich männlich oder weiblich sind (nicht eindeutige Geschlechtsorgane)

CT, MRT oder Ultraschall

Strukturelle Störungen

Geburtsfehler:

  • Zervikale Stenose (Verengung des Durchgangs durch den Gebärmutterhals)

  • Unperforiertes Hymen (ein anormales Hymen, das die Öffnung der Scheide vollständig blockiert)

  • Transversales vaginales Septum (eine Gewebewand durch die Scheide, die verhindert, dass die Menstruationsblutung herausfließt)

  • Fehlende Fortpflanzungsorgane

Primäre Amenorrhö

Normale Entwicklung der Brüste und sekundären Geschlechtsmerkmale

Schmerzen im Unterbauch, die in Zyklen auftreten, und Hervorstehen der Scheide oder der Gebärmutter (da sich die Menstruationsblutung ansammelt)

Ärztliche Untersuchung

Hysterosalpingographie (Röntgenaufnahme nach der Einspritzung eines Röntgenkontrastmittels in die Gebärmutter und in die Eileiter) oder Hysteroskopie (Einführen eines Beobachtungsschlauchs durch die Scheide, um die Gebärmutter zu untersuchen)

Asherman-Syndrom (Vernarbung der Gebärmutterschleimhaut aufgrund einer Infektion oder Operation)

Sekundäre Amenorrhö

Häufige Fehlgeburten und Unfruchtbarkeit

Hydrosonographie (Ultraschall, nachdem Flüssigkeit in die Gebärmutter injiziert wird) oder Hysterosalpingographie oder Hysteroskopie

Manchmal, wenn die Ergebnisse unklar sind, MRT

Sekundäre Amenorrhö

Schmerzen, auffällige Blutungen aus der Scheide, Verstopfung, wiederholte Fehlgeburten und ein häufiger oder starker Harndrang

Ultraschall

Manchmal MRT, wenn Myome schwer zu sehen sind oder abnorm aussehen

Sekundäre Amenorrhö

Scheidenblutungen

Ultraschall, Hydrosonographie oder Hysteroskopie

Bedingungen, die eine Störung des Hypothalamus verursachen

Übermäßiger Sport

Oft geringes Körpergewicht und Körperfett

Ärztliche Untersuchung

Mentale Störungen (wie z. B. Depression oder Zwangsstörungen)

Rückzug von Alltagsaktivitäten

Teilnahmslosigkeit oder Traurigkeit

Manchmal Gewichtszunahme oder Gewichtsverlust und Schlafstörungen oder zu viel Schlaf

Ärztliche Untersuchung

Schlechte Ernährung (aufgrund von Armut, Essstörungen oder übermäßigen Diäten)

Häufig geringes Körpergewicht und Körperfett oder massiver Gewichtsverlust innerhalb sehr kurzer Zeit

Ärztliche Untersuchung

Stress

Ein belastendes Lebensereignis, Konzentrationsprobleme, Sorgen und Schlafstörungen (zu viel oder zu wenig Schlaf)

Ärztliche Untersuchung

* Arzneimittel können auch Amenorrhö verursachen (siehe Tabelle unten).

† Zu den Merkmalen zählen Symptome und Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf.

‡ Ein hoher Prolaktinspiegel (ein Hormon, das die Brüste anregt, Milch zu produzieren) kann zum Ausbleiben der Perioden führen.

CT = Computertomographie; MRT = Magnetresonanztomographie.

Tabelle
icon

Arzneimittel, die das Ausbleiben der Menstruationsperioden verursachen

Art

Beispiele

Symptome

Arzneimittel, mit der die Produktion von Prolaktin* gesteigert wird

Antihypertensiva

Methyldopa

Reserpin

Verapamil

Produktion von Brustmilch bei Frauen, die nicht stillen

Antipsychotikum

Haloperidol

Molindon

Olanzapin

Phenothiazine

Pimozid

Risperidon

Illegale oder Freizeitdrogen

Kokain

Halluzinogene

Östrogen

Arzneimittel zur Behandlung von Verdauungsproblemen

Cimetidin

Metoclopramid

Opioide

Codein

Morphin

Trizyklische Antidepressiva

Clomipramin

Desipramin

Arzneimittel, die das Gleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Hormonen betreffen

Synthetische Androgene

Danazol

Entwicklung männlicher Merkmale, wie übermäßige Körperbehaarung, eine tiefere Stimme und größere Muskeln

Antidepressiva (unregelmäßig)

Paroxetin

Selegilin

Sertralin

Unregelmäßige Blutung

* Prolaktin ist ein Hormon, das die Brustdrüsen zur Milchbildung anregt.

Tests

Bei Mädchen oder Frauen im gebärfähigen Alter ist der erste Test

  • Schwangerschaftstest

Wenn eine Schwangerschaft ausgeschlossen wird, können andere Tests basierend auf den Ergebnissen der Untersuchung und der angenommenen Ursache durchgeführt werden.

Wenn Mädchen noch nie ihre Periode hatten (primäre Amenorrhö), aber normale sekundäre Geschlechtsmerkmale, wird mit einer Untersuchung mittels Ultraschall begonnen, um auf Geburtsfehler zu untersuchen, die das Menstruationsblut daran hindern könnten, aus der Gebärmutter zu fließen. Wenn Geburtsfehler ungewöhnlich oder schwer zu identifizieren sind, kann eine MRT durchgeführt werden.

Tests werden gewöhnlich in einer bestimmten Reihenfolge durchgeführt, und die Ursachen werden während des Prozesses festgestellt oder beseitigt. Ob weitere Tests erforderlich sind, und welche Tests durchgeführt werden, hängt von den Ergebnissen der vorherigen Tests ab. Zu den typischen Tests zählen

  • Bluttests zur Messung des Prolaktinspiegels (um nach Krankheiten zu suchen, die hohe Werte verursachen), der Schilddrüsenhormone (um auf Schilddrüsenstörungen zu untersuchen), des follikelstimulierenden Hormons (um auf Fehlfunktionen der Hypophyse oder des Hypothalamus zu untersuchen) und männlicher Hormone (um auf Störungen zu untersuchen, die zur Entwicklung männlicher Merkmale führen)

  • Bildgebende Verfahren des Bauches und des Beckens mithilfe von Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Ultraschall, um nach einem Tumor in den Eierstöcken oder Nebennieren zu suchen

  • Untersuchung der Chromosomen in einer Gewebeprobe (wie z. B. Blut), um nach genetischen Störungen zu suchen

  • Darstellung der Gebärmutter und gewöhnlich der Eileiter (Hysteroskopie oder Hysterosalpingographie) oder Untersuchungen mit Bildgebungsverfahren, um nach Blockaden in diesen Organen zu suchen

  • Verwendung von Hormonen (Östrogen und einem Progestin oder Progesteron), um Menstruationsblutungen auszulösen

Bei der Hysteroskopie wird ein dünner Beobachtungsschlauch durch Scheide und Gebärmutterhals in das Innere der Gebärmutter eingeführt. Dieses Verfahren kann in einer Arztpraxis oder ambulant in einem Krankenhaus durchgeführt werden.

Bei der Hysterosalpingographie werden Röntgenbilder erstellt, nachdem eine Substanz, die auf den Röntgenbildern zu sehen ist (ein röntgendichtes Kontrastmittel), durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter und die Eileiter injiziert wurde. Die Hysterosalpingographie wird in der Regel als ambulantes Verfahren in der Radiologieabteilung eines Krankenhauses durchgeführt.

Wenn Menstruationsblutungen durch Hormone ausgelöst werden, handelt es sich bei der Ursache nicht um eine Störung der Gebärmutter oder eine strukturelle Auffälligkeit, die das Menstruationsblut am Ausfließen hindert.

Wenn die Symptome auf eine bestimmte Störung hinweisen, können die Tests für diese Störung zuerst durchgeführt werden. Wenn z. B. Frauen über Kopfschmerzen und Sehprobleme klagen, wird eine MRT des Gehirns durchgeführt, um einen Hypophysentumor auszuschließen.

Behandlung

Wenn die Amenorrhö auf einer anderen Störung beruht, wird diese Störung nach Möglichkeit behandelt. Bei einer solchen Behandlung stellen sich die Menstruationsperioden manchmal wieder ein. Wenn beispielsweise der Blutfluss bei der Menstruation durch eine Störung blockiert wird, wird diese gewöhnlich operativ korrigiert und die Perioden setzen wieder ein. Manche Erkrankungen wie das Turner-Syndrom und andere genetische Störungen sind jedoch nicht heilbar.

Bei Frauen, die ein Y-Chromosom haben, empfehlen Ärzte, beide Eierstöcke zu entfernen, da mit einem Y-Chromosom ein höheres Risiko für ein ovarielles Keimzellkarzinom besteht. Das ovarielle Keimzellkarzinom beginnt in den Zellen, die Eier produzieren (Keimzellen) in den Eierstöcken.

Wenn bei einem Mädchen keine Periode einsetzt, die Testergebnisse aber normal ausfallen, wird alle 3 bis 6 Monate das Fortschreiten der Pubertät kontrolliert. Gegebenenfalls erhält das Mädchen Progestin, mitunter auch Östrogen, damit die Periode einsetzt und sich die sekundären Geschlechtsmerkmale, z. B. die Brüste, entwickeln.

Probleme im Zusammenhang mit Amenorrhö müssen behandelt werden, wie z. B.:

  • Einnahme von Hormonen, welche die Freisetzung eines Eies auslösen (Ovulation), wenn eine Schwangerschaft erwünscht ist

  • Die Behandlung der Symptome und Langzeiteffekte von Östrogenmangel (z. B. durch Einnahme von Vitamin D, Aufnahme von mehr Kalzium in der Ernährung oder mit Nahrungsergänzungsmitteln, Einnahme von Medikamenten wie einer Hormontherapie und Arzneimittel, die einem Knochenverlust vorbeugen, wie Bisphosphonate bei Osteoporose)

  • Reduzierung der Körperbehaarung

Wichtigste Punkte

  • Verschiedene Krankheiten können das komplexe Hormonsystem stören, das den Menstruationszyklus regelt und zum Ausbleiben der Menstruationsblutung führen.

  • Ärzte unterscheiden zwischen einer primären Amenorrhö (Periode ist nie aufgetreten) und der sekundären Amenorrhö (Perioden haben stattgefunden, sind danach ausgeblieben).

  • Der erste Test ist ein Schwangerschaftstest.

  • Wenn eine Frau nicht schwanger ist, sind gewöhnlich weitere Tests erforderlich, um die Ursache der Amenorrhö festzustellen.

  • Probleme im Zusammenhang mit Amenorrhö (wie z. B. ein niedriger Östrogenspiegel) müssen ebenfalls behandelt werden, damit es später nicht zu gesundheitlichen Beschwerden kommt.

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