Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

honeypot link

Wechseljahre

Von

JoAnn V. Pinkerton

, MD, University of Virginia Health System

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2019| Inhalt zuletzt geändert Dez 2019
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Mit der Menopause enden die Menstruationsperioden und somit die Fruchtbarkeit dauerhaft.

  • Über mehrere Jahre vor und unmittelbar nach der Menopause schwankt der Östrogenspiegel stark, die Perioden werden unregelmäßig und Symptome (wie z. B. Hitzewallungen) können auftreten.

  • Nach der Menopause und den Wechseljahren nimmt die Knochendichte ab.

  • Von der Menopause spricht man, wenn eine Frau ein Jahr lang keine Periode mehr hatte, zur Bestätigung können aber Bluttests durchgeführt werden.

  • Durch bestimmte Maßnahmen wie Hormontherapie und andere Medikamente können die Symptome gelindert werden.

Während der fruchtbaren Jahre der Frau treten die Menstruationsperioden Menstruationszyklus Bei der Menstruation wird die Gebärmutterschleimhaut mit einer Blutung abgestoßen. Außer während einer Schwangerschaft und nach den Wechseljahren tritt eine solche Blutung ungefähr einmal im... Erfahren Sie mehr ungefähr in monatlichen Zyklen auf, wobei ca. 2 Wochen nach dem ersten Tag der Periode ein Ei vom Eierstock freigesetzt wird (Eisprung). Damit dieser Zyklus regelmäßig stattfindet, muss der Eierstock ausreichend Östrogen und Progesteron produzieren.

Die Menopause stellt sich ein, da in den Eierstöcken der Frau mit zunehmendem Alter die Produktion von Östrogen und Progesteron sinkt. In den Jahren vor der Menopause beginnt die Produktion von Östrogen und Progesteron zu schwanken, und es kommt immer seltener zu Menstruationsperioden und zum Eisprung. Schließlich enden die Menstruationsperioden und der Eisprung dauerhaft, und eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg ist nicht mehr möglich. Wann die Frau ihre letzte Periode (Menopause) gehabt hat, ist erst klar, nachdem diese mindestens ein Jahr lang ausgeblieben ist. (Frauen, die nicht schwanger werden möchten, sollten bis nach Ablauf des Jahres nach der letzten Periode Verhütungsmittel einnehmen).

Mit der Perimenopause werden die Jahre unmittelbar vor und das Jahr nach der letzten Regelblutung bezeichnet. Wie viele Jahre die Perimenopause vor der letzten Menstruationsperiode dauert, ist unterschiedlich. In dieser Zeit schwankt der Östrogen- und Progesteronspiegel sehr. Diese Schwankungen gelten als Ursache für die Symptome während der Wechseljahre, die viele Frauen in den 40ern erleben.

Als menopausale Umstellung wird der Teil der Perimenopause bezeichnet, der vor der letzten Menstruationsperiode liegt. Sie zeichnet sich durch Veränderungen des Auftretens der Menstruationsperioden aus. Die menopausale Umstellung dauert zwischen 4 und 8 Jahren. Sie dauert bei Raucherinnen und bei jüngeren Frauen länger an.

Postmenopause bezeichnet den Zeitpunkt nach der letzten Menstruationsperiode.

In den USA liegt das Durchschnittsalter für die Menopause bei 52. Die Menstruation kann aber bereits bei Frauen im Alter von 45 (oder sogar 40) Jahren oder erst im Alter von 55 Jahren oder noch später ausbleiben. Bei folgenden Frauen kann die Menopause in jüngeren Jahren eintreten:

  • Rauchen

  • Wohnort in großer Höhenlage

  • Unterernährung

Die Menopause gilt als vorzeitig, wenn sie vor dem 40. Lebensjahr auftritt. Die vorzeitige Menopause Vorzeitige Menopause Die vorzeitige Menopause ist das dauerhafte Ende der Menstruationsperioden vor dem 40. Lebensjahr. Sie tritt ein, wenn die Eierstöcke nicht mehr regelmäßig Eier freisetzen (Eisprung) und immer... Erfahren Sie mehr wird auch als vorzeitiges Nachlassen der ovariellen Funktion oder primäre Eierstockinsuffizienz bezeichnet.

Wussten Sie ...

  • Die Symptome der Wechseljahre können bereits Jahre vor dem Ende der Menstruationsperioden beginnen.

  • Das Durchschnittsalter für die Menopause liegt bei ungefähr 52 Jahren, jedoch gilt jedes Alter zwischen 40 und 55 Jahren oder noch älter als normal.

Symptome der Wechseljahre

Symptome der Perimenopause

Während der Perimenopause können keine, leichte, mäßige oder starke Symptome vorhanden sein. Die Symptome können 6 Monate bis 10 Jahre lang anhalten, mitunter auch länger.

Unregelmäßige Menstruationsperioden können die ersten Anzeichen der Perimenopause sein. Gewöhnlich treten die Perioden zuerst häufiger, danach seltener auf, aber jedes Schema ist möglich. Die Menstruationsblutungen können kürzer, länger, leichter oder stärker werden. Sie können monatelang aussetzen und dann wieder regelmäßig zurückkehren. Bei einigen Frauen treten die Blutungen bis zur Menopause immer regelmäßig auf.

Von Hitzewallungen sind 75 bis 85 Prozent der Frauen betroffen. Sie beginnen in der Regel vor dem Ende der Blutungen. Sie dauern im Durchschnitt fast 7,5 Jahre an, können aber auch mehr als 10 Jahre andauern. Die Hitzewallungen werden gewöhnlich mit der Zeit schwächer und treten weniger häufig auf.

Die Ursache der Hitzewallungen ist nicht bekannt. Sie lassen sich möglicherweise auf das Zurücksetzen des Thermostats im Gehirn (dem Hypothalamus), der die Körpertemperatur reguliert, zurückführen. Folglich wird es Frauen schon bei geringen Temperatursteigerungen heiß. Die Hitzewallungen können womöglich auch auf Hormonspiegelschwankungen zurückgeführt werden. Scharfe Speisen und alkoholische Getränke als Ursachen von Hitzewallungen wurden bislang nicht überzeugend nachgewiesen.

Während einer Hitzewallung weiten sich die Blutgefäße an der Hautoberfläche. Hierdurch verstärkt sich die Durchblutung und lässt besonders die Haut an Hals und Kopf rot und heiß werden. Den betroffenen Frauen wird es warm oder heiß, und es kann zu starken Schweißausbrüchen kommen. Die Hitzewallungen erhielten ihre Bezeichnung aufgrund des Umstandes, dass das Gesicht der Betroffenen manchmal rot wird.

Die Empfindung hält 30 Sekunden bis 5 Minuten lang an, wonach Schüttelfrost eintreten kann. Nächtliche Schweißausbrüche sind Hitzewallungen, die nachts auftreten.

Es gibt noch weitere Symptome, die in Verbindung mit den Wechseljahren auftreten können. Die Veränderungen im Hormonspiegel, die zu diesem Zeitpunkt stattfinden, können Folgendes bewirken:

  • Empfindliche Brüste

  • Stimmungsschwankungen

  • Stärkere Migräneanfälle direkt vor, während oder direkt nach der Periode (Menstruationsmigräne)

Depression, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Nervosität, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Erschöpfung können ebenfalls auftreten. Viele Frauen erleben diese Symptome während der Perimenopause und vermuten, dass die Menopause der Grund dafür ist. Die Nachweise für eine Verbindung zwischen der Menopause und diesen Symptomen sind allerdings nicht unumstritten. Die Symptome stehen in keinem direkten Zusammenhang mit dem Rückgang des Östrogenspiegels, der mit den Wechseljahren einhergeht. Viele andere Faktoren (wie z. B. die eigentliche Alterung oder eine Krankheit) könnten diese Symptome erklären.

Nächtliche Schweißausbrüche führen zu Schlafstörungen, ständiger Müdigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen. In solchen Fällen können diese Symptome indirekt (durch die nächtlichen Schweißausbrüche) mit den Wechseljahren in Verbindung stehen. Schlafstörungen während der Wechseljahre sind aber auch bei Frauen verbreitet, die nicht an Hitzewallungen leiden. Stress im mittleren Lebensalter (wie z. B. Streitereien mit Heranwachsenden, Angst vor dem Altern, Pflege der Eltern und Veränderungen in der ehelichen Beziehung) können zu Schlafstörungen beitragen. Folglich ist der Zusammenhang zwischen Erschöpfung, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen weniger deutlich.

Symptome nach der Menopause

Manche Symptome, die während der Perimenopause auftreten, können störend sein, werden jedoch nach der Menopause seltener und schwächer. Allerdings kann der Rückgang des Östrogenspiegels Veränderungen verursachen, die sich negativ auf die allgemeine Gesundheit auswirken (z. B. erhöhtes Risiko für Osteoporose). Diese Veränderungen können sich verschlimmern, sofern keine vorbeugenden Maßnahmen ergriffen werden. Zu den betroffenen Körperregionen zählen u. a.:

Mit der neuen, genaueren Bezeichnung urogenitales Menopausensyndrom werden Symptome bezeichnet, welche die Scheide und Harnwege betreffen und von der Menopause hervorgerufen werden. Diese Symptome umfassen Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Harndrang und Harnwegsinfektionen.

Wussten Sie ...

  • Mit dem neuen Begriff „urogenitales Menopausensyndrom“ werden Symptome bezeichnet, welche die Scheide und Harnwege betreffen und durch die Menopause hervorgerufen werden. Beispiele hierfür sind vaginale Trockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Harndrang und Harnwegsinfektionen.

Diagnose der Menopause

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Bluttests zum Messen des Hormonspiegels (in seltenen Fällen)

Bei etwa drei Viertel der Frauen treten die Wechseljahre sehr offensichtlich ein. Demzufolge sind normalerweise keine Labortests erforderlich.

Wenn die Wechseljahre mehrere Jahre vor dem 50. Lebensjahr beginnen oder wenn die Symptome nicht eindeutig sind, können mithilfe von Tests Erkrankungen festgestellt werden, welche die Menstruationsperioden stören können. Wenn die Menopause oder die Perimenopause nachgewiesen werden muss, werden in seltenen Fällen Bluttests durchgeführt, um die Menge des follikelstimulierenden Hormons (das die Eierstöcke zur Produktion von Östrogen und Progesteron anregt) zu bestimmen.

Vor Beginn einer Behandlung wird von den Ärzten Folgendes unternommen:

Bei der Beckenuntersuchung Untersuchung des Beckens Für Frauen kann es hilfreich sein, Themen wie Sex, Verhütung, Schwangerschaft und Probleme in den Wechseljahren mit einer Person ihres Vertrauens besprechen zu können. Das kann ein Allgemeinarzt... Erfahren Sie mehr sucht der Arzt nach typischen Veränderungen in der Scheide, die eine Menopause als Diagnose nahelegen. Der Arzt sucht aber auch nach Auffälligkeiten in den Geschlechtsorganen.

Mithilfe der medizinischen und familiären Vorgeschichte einer Patientin können Ärzte das Risiko bestimmter Erkrankungen nach der Menopause leichter abschätzen.

Zudem wird im Rahmen der Routineversorgung eine Mammografie durchgeführt, sofern noch keine vorgenommen wurde. Es können Bluttests durchgeführt werden.

Die Knochendichte wird bei den folgenden Frauen gemessen:

Behandlung der Menopause

  • Allgemeine Maßnahmen

  • Bestimmte Arzneimittel

  • Komplementär- und Alternativmedizin

  • Hormontherapie

Wenn die Frauen verstehen, was während der Perimenopause passiert, kann dies helfen, mit den Symptomen zurechtzukommen. Es kann auch hilfreich sein, mit anderen Frauen, welche die Wechseljahre hinter sich haben, oder mit dem Arzt zu sprechen.

Die Behandlung der Menopause zielt auf die Linderung von Symptomen wie Hitzewallungen und vaginale Trockenheit ab. Allgemeine Maßnahmen können helfen, aber wenn eine andere Behandlung benötigt wird, ist Folgendes am effektivsten:

Als Progestogen werden sowohl künstliche als auch natürliche Formen des weiblichen Hormons Progesteron bezeichnet. Mit dem Begriff Progestin sind hingegen nur künstliche Formen gemeint.

Wirksame Maßnahmen ohne Hormone:

  • Hypnose durch eine qualifizierte medizinische Fachkraft zur Linderung von Hitzewallungen

  • Kognitive Verhaltenstherapie

  • Andere Medikamente, wie z. B. zwei Arten von Antidepressiva (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) oder das Antiepileptikum Gabapentin

Die kognitive Verhaltenstherapie wurde speziell für die Übergangsphase während der Menopause und die Postmenopause angepasst. Sie kann Frauen beim Umgang mit Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen helfen.

Allgemeine Maßnahmen

Folgende Maßnahmen können dabei helfen, Hitzewallungen zu mildern:

  • Sinnvoll ist es, sich nach dem Zwiebelprinzip zu kleiden, damit sich die Frau ihrem Temperaturgefühl anpassen kann.

  • Das Tragen von atmungsaktiver Kleidung (wie z. B. Unterwäsche und Nachtwäsche aus Baumwolle) oder von Kleidung, welche die Feuchtigkeit absorbiert (wie z. B. bestimmte Arten von Unterwäsche und Sportkleidung), kann zu einem verbesserten Wohlbefinden beitragen.

  • Es kann auch hilfreich sein, Dinge zu vermeiden, die Symptome auslösen (z. B. heiße Umgebungen, scharfe Speisen und helle Lampen).

  • Ebenfalls hilfreich kann es sein, einen Ventilator einzuschalten oder weniger zu heizen.

  • Regelmäßige Bewegung und Gewichtsabnahme können helfen, Hitzewallungen zu kontrollieren, und bieten auch andere gesundheitliche Vorteile.

Auch wenn Achtsamkeit (das Üben von Geistesgegenwart), Entspannungstechniken und/oder Yoga allgemein Vorteile für Frauen mit sich bringen können, ist es nicht klar, ob sie Hitzewallungen lindern.

Gegen Schlafstörungen können betroffene Frauen eine Routine einrichten, um sich vor dem Einschlafen oder dann, wenn sie von nächtlichen Schweißausbrüchen geweckt werden, zu entspannen. Gute Schlafgewohnheiten Schlafhygiene Die am häufigsten genannten schlafbedingten Probleme sind Schlaflosigkeit und starke Tagesschläfrigkeit. Schlaflosigkeit bedeutet, dass man Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen hat,... Erfahren Sie mehr und körperliche Betätigung können zu besserem Schlaf beitragen.

Die Blasenkontrolle kann durch Beckenbodentraining Übungen Ein Beckenorganprolaps bezeichnet den Vorfall (Prolaps) der Blase, der Harnröhre, des Dünndarms, des Mastdarms, der Gebärmutter oder der Scheide infolge einer Schwäche oder Verletzung der Bänder... Erfahren Sie mehr Übungen verbessert werden. Für die sogenannte Kegelübungen spannt die Frau die Beckenmuskulatur an, als ob sie den Harnfluss unterbrechen möchte. Betroffenen Frauen kann gezeigt werden, wie sie Biofeedback nutzen können, um die Kontrolle über ihre Beckenmuskulatur zu erlernen. Beim Biofeedback Biofeedback Beim Biofeedback, einer Form von Körper-Geist-Techniken, werden unbewusste biologische Prozesse unter bewusste Kontrolle gebracht. Elektronische Geräte messen unbewusste Vorgänge (wie Herzfrequenz... Erfahren Sie mehr werden unbewusste biologische Prozesse unter bewusste Kontrolle gebracht. Mithilfe elektronischer Geräte werden Informationen über diese Prozesse erfasst und dem eigenen Bewusstsein zugänglich gemacht.

Wenn eine trockene Scheide beim Geschlechtsverkehr Schmerzen bereitet, kann ein Gleitmittel Linderung verschaffen. Bei einigen Frauen kann die Anwendung einer Feuchtigkeitscreme für die Scheide alle 1 bis 3 Tage helfen. Wer sexuell aktiv bleibt oder masturbiert, trägt zur nachhaltigen Durchblutung der Scheide und des umliegenden Gewebes bei und erhält dessen Flexibilität.

Arzneimittel

Einige Arten von Medikamenten können bei der Linderung von Symptomen in den Wechseljahren helfen.

Paroxetin (ein Antidepressivum) kann Hitzewallungen lindern. Gabapentin, ein Antiepileptikum, und andere Antidepressiva (z. B. Desvenlafaxin, Fluoxetin, Sertralin oder Venlafaxin) ergeben eine gewisse Linderung bei Hitzewallungen. Antidepressiva Medikamentöse Behandlung bei Depressionen Die Störung der Depression ist ein Gefühl tiefer Traurigkeit, das so intensiv ist, dass es die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen und/oder zu einem verminderten Interesse oder verminderter Freude... Erfahren Sie mehr helfen auch gegen Depression, Angst und Reizbarkeit. Allerdings ist keines dieser Medikamente so wirksam bei der Linderung der Symptome der Wechseljahre wie eine Hormontherapie.

Tabelle
icon

Komplementär- und Alternativmedizin

Einige Frauen nehmen Heilkräuter und andere Ergänzungsmittel ein, um Hitzewallungen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Gedächtnisverlust entgegenzuwirken. Trauben-Silberkerze, andere Heilkräuter (z. B. Chinesische Engelwurz, Nachtkerzen, Ginseng und Johanniskraut) sowie rezeptfrei erhältliche Medikamente scheinen allerdings nicht wirksamer zu sein als ein Placebo Placebos Placebos sind Substanzen, die wie Arzneimittel aussehen, aber keine wirksamen Bestandteile enthalten. (Siehe auch Arzneimittel im Überblick.) Ein Placebo gleicht äußerlich dem richtigen Arzneimittel... Erfahren Sie mehr , das in ca. 50 Prozent aller Fälle eine Wirkung ergibt. Außerdem sind solche Mittel nicht so gut reguliert wie Medikamente. Das bedeutet, dass ihre Hersteller nicht verpflichtet sind, ihre Sicherheit und Wirksamkeit nachzuweisen, und die Art und Menge an Inhaltsstoffen, die ein Produkt enthält, sind nicht standardisiert (siehe Übersicht über Nahrungsergänzungsmittel / Sicherheit und Wirksamkeit Sicherheit und Wirksamkeit Zur integrativen Medizin (IMH) und Komplementär- und Alternativmedizin (KAM) gehören viele Heilmethoden und Therapien, die historisch nicht Teil der westlichen Schulmedizin sind. Die am häufigsten... Erfahren Sie mehr ).

Studien mit Sojaproteinen haben zu gemischten Ergebnissen geführt. Ein Sojaprodukt, das sogenannte S-Equol, lindert bei einigen Frauen die Hitzewallungen.

Einige Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Kava) können gefährlich sein. Des Weiteren können einige Ergänzungsmittel mit anderen Arzneimitteln Wechselwirkungen auslösen und einige Erkrankungen verschlimmern.

Aufgrund der Bedenken hinsichtlich der Verwendung der Standard-Hormontherapie hat sich ein Interesse an aus Pflanzen gewonnenen Hormonen entwickelt, wie z. B. Yamswurzeln und Soja. Diese Hormone haben nahezu dieselbe molekulare Struktur wie die vom Körper produzierten Hormone und werden deshalb als bioidentische Hormone bezeichnet. Bei vielen der in der Standard-Hormontherapie verwendeten Hormone handelt es sich allerdings auch um sogenannte bioidentische Hormone, die aus Pflanzen gewonnen werden. Die in der Standard-Hormontherapie eingesetzten Hormone wurden getestet und zugelassen und ihre Verwendung wird streng überwacht.

Manchmal stellt ein Apotheker nach einem Rezept einer medizinischen Fachkraft bioidentische Hormone (Verbindungen) speziell für eine Kundin her. Diese werden als zusammengesetzte bioidentische Hormone bezeichnet. Ihre Herstellung ist nicht ausreichend reguliert. Folglich sind viele Dosierungen, Kombinationen und Formen möglich, und die Reinheit, Konsistenz und Potenz der Produkte variiert. Zusammengesetzte bioidentische Hormone werden oft als Ersatz für die Standard-Hormontherapie verwendet und gewährleisten manchmal eine bessere, sicherere Behandlung als die Standard-Hormontherapie. Es gibt allerdings keinen Beweis, dass zusammengesetzte Produkte sicherer, wirksamer oder sogar genauso wirksam sind wie die Standard-Hormontherapie. Bisweilen werden Frauen nicht darüber aufgeklärt, dass zusammengesetzte bioidentische Hormonprodukte dieselben Risiken bergen wie Standardhormone.

Frauen, welche die Einnahme solcher Ergänzungsmittel in Betracht ziehen, sollten sich bei einem Arzt beraten lassen.

Hormontherapie in den Wechseljahren

Eine Hormontherapie kann mäßige bis starke Symptome der Menopause, wie z. B. Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche und Trockenheit der Scheide, mildern. Allerdings kann eine Hormontherapie das Risiko bestimmter ernsthafter Erkrankungen erhöhen.

Die Hormontherapie verbessert die Lebensqualität vieler Frauen, indem sie ihre Symptome lindert. Bei Frauen, die keine Symptome haben, wird die Lebensqualität hingegen nicht verbessert. Hormontherapie wird daher Frauen nach der Menopause nicht automatisch verordnet. Ob eine Hormontherapie durchgeführt werden soll, muss die Frau entsprechend ihrer individuellen Situation zusammen mit dem Arzt entscheiden.

Für viele Frauen überwiegen die Risiken gegenüber den möglichen Vorteilen, sodass diese Therapie nicht empfohlen wird. Für einige Frauen überwiegen die Vorteile aufgrund ihrer medizinischen Verfassung und der Risikofaktoren jedoch gegenüber den Risiken.

So kann eine Hormontherapie für Frauen empfehlenswert sein, die ein hohes Risiko für Knochenschwund oder -brüche aufweisen und einem der folgenden Kriterien entsprechen:

  • Sie sind unter 60 Jahre alt.

  • Menopause wurde vor weniger als 10 Jahren diagnostiziert.

  • Andere Medikamente (z. B. Biphosphonate) zur Vorbeugung von Knochenschwund und -brüchen können nicht eingenommen werden.

Die Hormontherapie vermindert den Knochenschwund und das Frakturrisiko bei diesen Frauen.

Der Arzt empfiehlt in den folgenden Fällen in der Regel keinen Beginn einer Hormontherapie:

  • Bei Frauen, die über 60 Jahre alt sind.

  • Menopause wurde vor mehr als 10 Jahren diagnostiziert.

Wird eine Hormontherapie durchgeführt, verschreiben Ärzte die geringste Dosis zur Kontrolle der Symptome für die kürzeste erforderliche Zeit.

Die Hormontherapie kann Folgendes beinhalten:

  • Östrogen

  • Ein Progestogen (z. B. Progesteron oder Medroxyprogesteronacetat)

  • Beides

Alle Hormone, die in einer Hormontherapie verwendet werden, werden in Laboratorien hergestellt. Sie sind mehr oder weniger identisch mit den vom Körper produzierten Hormonen, aber ihre Wirkung im Körper ist sehr ähnlich. Progestogene ähneln Progesteron, einem vom Körper produzierten weiblichen Hormon.

Frauen mit einer Gebärmutter wird normalerweise Östrogen zusammen mit einem Progestogen (kombinierte Hormontherapie) verabreicht, da durch die Einnahme von Östrogen allein das Risiko für eine Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut Gebärmutterkrebs Gebärmutterkrebs entsteht in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) und wird daher auch Endometriumkarzinom genannt. Meist sind Frauen nach den Wechseljahren von einem Endometriumkarzinom... Erfahren Sie mehr Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) steigt. Das Progestogen schützt gegen diesen Krebs. Frauen, die keine Gebärmutter mehr haben, können Östrogen allein einnehmen.

Die Vorteile und Risiken einer Hormontherapie hängen davon ab, ob die Hormone allein oder zusammen eingenommen werden.

Östrogene mit oder ohne Progestogen: Mögliche Vorteile und Risiken

Östrogen hat mehrere Vorteile:

Wenn Frauen mit einer Gebärmutter Östrogen ohne ein Progestogen einnehmen, steigt das Risiko eines Endometriumkarzinoms. Das Risiko steigt mit höheren Dosierungen und einer längeren Anwendung von Östrogen. Durch die Einnahme eines Progestogens mit Östrogen wird das Risiko eines Endometriumkarzinoms praktisch beseitigt, ist also geringer als bei Frauen, die sich keiner Hormontherapie unterziehen. Dennoch untersuchen Ärzte jede Scheidenblutung bei Frauen, die sich einer Hormontherapie unterziehen, um Gebärmutterkrebs auszuschließen.

Mit dem Östrogen, das mit oder ohne Progestogen verwendet wird, steigen folgende Risiken:

Bei bestimmten Krankheiten lässt sich nur schwer feststellen, ob sich das Risiko durch das Östrogen allein oder durch Östrogen zusammen mit einem Progestogen (Kombinationstherapie) erhöht.

Obwohl durch die Einnahme einer Hormontherapie das Risiko für alle oben genannten Krankheiten steigt, ist das Risiko bei gesunden Frauen, die über einen kurzen Zeitraum während oder kurz nach der Perimenopause eine Hormontherapie einnehmen, immer noch gering. Das Risiko für die meisten dieser Krankheiten steigt mit dem Alter, insbesondere 10 Jahre oder mehr nach der Menopause, und zwar ungeachtet dessen, ob eine Hormontherapie eingenommen wurde oder nicht. Bei älteren Frauen kann durch die Einnahme von Östrogen zusammen mit einem Progestogen auch das Risiko einer Erkrankung der Herzkranzgefäße steigen.

Es wird angenommen, dass die Risiken der Hormontherapie geringer sind, wenn das Östrogen in geringeren Dosierungen verabreicht wird. Formen von Östrogen, die in die Scheide eingeführt werden (wie z. B. Östrogenin Creme- oder Tablettenform oder Ringe, die Östrogen enthalten), sind oft geringer dosiert als Tabletten, die oral eingenommen werden.

Östrogen, das als Hautpflaster verabreicht wird (transdermale Darreichungsform), scheint ein geringeres Risiko von Blutgerinnseln, Schlaganfällen und Erkrankungen der Gallenblase (z. B. Gallensteine) mit sich zu bringen als orale Darreichungsformen.

Im Allgemeinen sollten sich Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße leiden oder Blutgerinnsel in den Beinen haben, einen Schlaganfall hatten oder Risikofaktoren für diese Krankheiten aufweisen, keiner Östrogentherapie unterziehen.

Durch die Kombinationshormontherapie sinken folgende Risiken:

  • Osteoporose

  • Kolorektales Karzinom

Progestogene: Vorteile und Risiken

Progestogene haben einige Vorteile:

  • Endometriumkarzinom: Durch die Einnahme eines Progestogens mit Östrogen wird das Risiko eines Endometriumkarzinoms bei Frauen mit einer Gebärmutter praktisch beseitigt.

  • Hitzewallungen: Progestogene in hoher Dosierung können Hitzewallungen lindern. Sie sind jedoch weniger wirksam als Östrogen.

Mit Progestogenen können folgende Risiken steigen:

  • Erhöhung der Konzentration an LDL-Cholesterin (das schlechte Cholesterin): Progestogene können diese Wirkung haben. Mikronisiertes Progesteron (eher ein natürliches als ein synthetisches Progesteron) scheint jedoch weniger negative Auswirkungen auf den LDL-Spiegel zu haben als synthetische Progestine.

  • Blutgerinnsel in den Beinen und der Lunge.

Die Wirkung eines Progestogens allein im Zusammenhang mit dem Risiko für andere Krankheiten ist nicht klar.

Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen von Östrogen und Progestogenen, insbesondere bei einer Verabreichung in hoher Dosierung, gehören Übelkeit, Brustspannen, Kopfschmerzen, Wasseransammlungen und Stimmungsschwankungen.

Formen der Hormontherapie

Östrogen und/oder ein Progestogen können auf verschiedene Weise zugeführt werden:

  • Östrogen oder Progestogen als Tabletten zur Einnahme über den Mund (orale Form)

  • Östrogen in Form von Cremes, Tabletten, Ringen oder Zäpfchen, die in die Scheide eingeführt werden (vaginale Form)

  • Östrogen in Form von Lotionen, Sprays oder Gels, die auf die Haut aufgetragen werden (topische Form)

  • Östrogen oder Kombinationen von Östrogen und Progestogen als Hautpflaster (transdermale Form)

Bei oral eingenommenen Tabletten können Östrogen und Progestogen als zwei Tabletten oder als eine Kombinationstablette verordnet werden. Häufig werden Östrogen und Progestogen täglich eingenommen. Dieser Dosierungsplan kann während des ersten Jahres der Therapie oder länger unregelmäßige Scheidenblutungen verursachen. (Bei Blutungen, die länger als ein Jahr anhalten, sollten Frauen ihren Arzt aufsuchen.) Alternativ kann Östrogen täglich eingenommen werden, wobei jeden Monat über einen Zeitraum von 12 bis 14 Tagen zusätzlich ein Progestogen eingenommen wird. Mit diesem Plan haben die meisten Frauen monatliche Scheidenblutungen an den Tagen nach der Einnahme des Progestogens.

Vaginale Formen von Östrogen werden in die Scheide eingeführt. Zu diesen Formen gehört Folgendes:

Es gibt viele verschiedene Produkte, die in verschiedenen Dosierungen verabreicht werden und verschiedene Arten von Östrogen enthalten. Cremes und Ringe können eine höhere oder niedrigere Dosis Östrogen enthalten. Wird eine hohe Dosis von Östrogen in vaginaler Form verabreicht, erhalten die Frauen auch ein Progestogen, um das Risiko eines Endometriumkarzinoms zu reduzieren. Gewöhnlich ist eine niedrige Dosis ausreichend für vaginale Symptome.

Die Verwendung einer vaginalen Form von Östrogen kann effektiver sein als die orale Einnahme von Östrogen bei Symptomen, welche die Scheide betreffen (wie etwa das Austrocknen und Verdünnen der Scheide). Mithilfe einer solchen Behandlung können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verhindert, Harndrang vermindert und das Risiko von Blasenentzündungen reduziert werden.

In Form von Lotionen, Sprays oder Gels kann Östrogen auf die Haut aufgetragen werden.

Auch als Pflaster kann Östrogen allein oder zusammen mit einem Progestogen auf die Haut aufgetragen werden.

Selektive Östrogenrezeptormodulatoren (SERM)

SERM (wie z. B. Raloxifen und Tamoxifen) wirken in gewisser Weise wie Östrogen, aber kehren die Wirkungen von Östrogen auf andere Weise um. Raloxifen wird zur Behandlung von Osteoporose und als Brustkrebsprävention eingesetzt. Tamoxifen wird zur Behandlung von Brustkrebs verwendet. Ospemifen kann zur Linderung der vaginalen Trockenheit eingesetzt werden.

Wenn Frauen ein SERM einnehmen, können sich die Hitzewallungen vorübergehend verschlimmern.

Bazedoxifen ist ein SERM, das mit Östrogen in Form einer Kombinationstablette verabreicht wird. Es kann Hitzewallungen und Symptome der Vaginalatrophie lindern, die Empfindlichkeit in den Brüsten reduzieren, den Schlaf verbessern und Knochenschwund vorbeugen. Wie Östrogen erhöht auch dieses Medikament das Risiko von Blutgerinnseln in den Beinen und in der Lunge, jedoch scheint es in manchen Fällen das Risiko eines Endometriumkarzinoms zu senken und sich weniger auf die Brust auszuwirken.

Dehydroepiandrosteron (DHEA)

Das Steroid Dehydroepiandrosteron (DHEA) wird in den Nebennieren hergestellt und in Sexualhormone (Östrogene und Androgene) umgewandelt. Es ist als Scheidenzäpfchen erhältlich. DHEA scheint Scheidentrockenheit und andere Symptome der Scheidenatrophie zu lindern. Es wird auch zur Linderung von Schmerzen beim Geschlechtsverkehr aufgrund von Scheidenatrophie eingesetzt.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie
Testen Sie Ihr Wissen
Postpartale Infektionen der Gebärmutter
Infektionen, die nach der Geburt eines Babys entstehen, gehen in der Regel von der Gebärmutter aus. Bei welcher der folgenden Geburtsformen ist die Wahrscheinlichkeit einer Gebärmutterinfektion erhöht?

Auch von Interesse

NACH OBEN