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Wechseljahre

Von

JoAnn V. Pinkerton

, MD, University of Virginia Health System

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2019| Inhalt zuletzt geändert Dez 2019
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Kurzinformationen
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Mit der Menopause enden die Menstruationsperioden und somit die Fruchtbarkeit dauerhaft.

  • Über mehrere Jahre vor und unmittelbar nach der Menopause schwankt der Östrogenspiegel stark, die Perioden werden unregelmäßig und Symptome (wie z. B. Hitzewallungen) können auftreten.

  • Nach der Menopause und den Wechseljahren nimmt die Knochendichte ab.

  • Von der Menopause spricht man, wenn eine Frau ein Jahr lang keine Periode mehr hatte, zur Bestätigung können aber Bluttests durchgeführt werden.

  • Durch bestimmte Maßnahmen wie Hormontherapie und andere Medikamente können die Symptome gelindert werden.

Während der fruchtbaren Jahre der Frau treten die Menstruationsperioden ungefähr in monatlichen Zyklen auf, wobei ca. 2 Wochen nach dem ersten Tag der Periode ein Ei vom Eierstock freigesetzt wird (Eisprung). Damit dieser Zyklus regelmäßig stattfindet, muss der Eierstock ausreichend Östrogen und Progesteron produzieren.

Die Menopause stellt sich ein, da in den Eierstöcken der Frau mit zunehmendem Alter die Produktion von Östrogen und Progesteron sinkt. In den Jahren vor der Menopause beginnt die Produktion von Östrogen und Progesteron zu schwanken, und es kommt immer seltener zu Menstruationsperioden und zum Eisprung. Schließlich enden die Menstruationsperioden und der Eisprung dauerhaft, und eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg ist nicht mehr möglich. Wann die Frau ihre letzte Periode (Menopause) gehabt hat, ist erst klar, nachdem diese mindestens ein Jahr lang ausgeblieben ist. (Frauen, die nicht schwanger werden möchten, sollten bis nach Ablauf des Jahres nach der letzten Periode Verhütungsmittel einnehmen).

Mit der Perimenopause werden die Jahre unmittelbar vor und das Jahr nach der letzten Regelblutung bezeichnet. Wie viele Jahre die Perimenopause vor der letzten Menstruationsperiode dauert, ist unterschiedlich. In dieser Zeit schwankt der Östrogen- und Progesteronspiegel sehr. Diese Schwankungen gelten als Ursache für die Symptome während der Wechseljahre, die viele Frauen in den 40ern erleben.

Als menopausale Umstellung wird der Teil der Perimenopause bezeichnet, der vor der letzten Menstruationsperiode liegt. Sie zeichnet sich durch Veränderungen des Auftretens der Menstruationsperioden aus. Die menopausale Umstellung dauert zwischen 4 und 8 Jahren. Sie dauert bei Raucherinnen und bei jüngeren Frauen länger an.

Postmenopause bezeichnet den Zeitpunkt nach der letzten Menstruationsperiode.

In den USA liegt das Durchschnittsalter für die Menopause bei 52. Die Menstruation kann aber bereits bei Frauen im Alter von 45 (oder sogar 40) Jahren oder erst im Alter von 55 Jahren oder noch später ausbleiben. Bei folgenden Frauen kann die Menopause in jüngeren Jahren eintreten:

  • Rauchen

  • Wohnort in großer Höhenlage

  • Unterernährung

Die Menopause gilt als vorzeitig, wenn sie vor dem 40. Lebensjahr auftritt. Die vorzeitige Menopause wird auch als vorzeitiges Nachlassen der ovariellen Funktion oder primäre Eierstockinsuffizienz bezeichnet.

Wussten Sie ...

  • Die Symptome der Wechseljahre können bereits Jahre vor dem Ende der Menstruationsperioden beginnen.

  • Das Durchschnittsalter für die Menopause liegt bei ungefähr 52 Jahren, jedoch gilt jedes Alter zwischen 40 und 55 Jahren oder noch älter als normal.

Symptome

Symptome der Perimenopause

Während der Perimenopause können keine, leichte, mäßige oder starke Symptome vorhanden sein. Die Symptome können 6 Monate bis 10 Jahre lang anhalten, mitunter auch länger.

Unregelmäßige Menstruationsperioden können die ersten Anzeichen der Perimenopause sein. Gewöhnlich treten die Perioden zuerst häufiger, danach seltener auf, aber jedes Schema ist möglich. Die Menstruationsblutungen können kürzer, länger, leichter oder stärker werden. Sie können monatelang aussetzen und dann wieder regelmäßig zurückkehren. Bei einigen Frauen treten die Blutungen bis zur Menopause immer regelmäßig auf.

Von Hitzewallungen sind 75 bis 85 Prozent der Frauen betroffen. Sie beginnen in der Regel vor dem Ende der Blutungen. Sie dauern im Durchschnitt fast 7,5 Jahre an, können aber auch mehr als 10 Jahre andauern. Die Hitzewallungen werden gewöhnlich mit der Zeit schwächer und treten weniger häufig auf.

Die Ursache der Hitzewallungen ist nicht bekannt. Sie lassen sich möglicherweise auf das Zurücksetzen des Thermostats im Gehirn (dem Hypothalamus), der die Körpertemperatur reguliert, zurückführen. Folglich wird es Frauen schon bei geringen Temperatursteigerungen heiß. Die Hitzewallungen können womöglich auch auf Hormonspiegelschwankungen zurückgeführt werden. Scharfe Speisen und alkoholische Getränke als Ursachen von Hitzewallungen wurden bislang nicht überzeugend nachgewiesen.

Während einer Hitzewallung weiten sich die Blutgefäße an der Hautoberfläche. Hierdurch verstärkt sich die Durchblutung und lässt besonders die Haut an Hals und Kopf rot und heiß werden. Den betroffenen Frauen wird es warm oder heiß, und es kann zu starken Schweißausbrüchen kommen. Die Hitzewallungen erhielten ihre Bezeichnung aufgrund des Umstandes, dass das Gesicht der Betroffenen manchmal rot wird.

Die Empfindung hält 30 Sekunden bis 5 Minuten lang an, wonach Schüttelfrost eintreten kann. Nächtliche Schweißausbrüche sind Hitzewallungen, die nachts auftreten.

Es gibt noch weitere Symptome, die in Verbindung mit den Wechseljahren auftreten können. Die Veränderungen im Hormonspiegel, die zu diesem Zeitpunkt stattfinden, können Folgendes bewirken:

  • Empfindliche Brüste

  • Stimmungsschwankungen

  • Stärkere Migräneanfälle direkt vor, während oder direkt nach der Periode (Menstruationsmigräne)

Depression, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Nervosität, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Erschöpfung können ebenfalls auftreten. Viele Frauen erleben diese Symptome während der Perimenopause und vermuten, dass die Menopause der Grund dafür ist. Die Nachweise für eine Verbindung zwischen der Menopause und diesen Symptomen sind allerdings nicht unumstritten. Die Symptome stehen in keinem direkten Zusammenhang mit dem Rückgang des Östrogenspiegels, der mit den Wechseljahren einhergeht. Viele andere Faktoren (wie z. B. die eigentliche Alterung oder eine Krankheit) könnten diese Symptome erklären.

Nächtliche Schweißausbrüche führen zu Schlafstörungen, ständiger Müdigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen. In solchen Fällen können diese Symptome indirekt (durch die nächtlichen Schweißausbrüche) mit den Wechseljahren in Verbindung stehen. Schlafstörungen während der Wechseljahre sind aber auch bei Frauen verbreitet, die nicht an Hitzewallungen leiden. Stress im mittleren Lebensalter (wie z. B. Streitereien mit Heranwachsenden, Angst vor dem Altern, Pflege der Eltern und Veränderungen in der ehelichen Beziehung) können zu Schlafstörungen beitragen. Folglich ist der Zusammenhang zwischen Erschöpfung, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen und Stimmungsschwankungen weniger deutlich.

Symptome nach der Menopause

Manche Symptome, die während der Perimenopause auftreten, können störend sein, werden jedoch nach der Menopause seltener und schwächer. Allerdings kann der Rückgang des Östrogenspiegels Veränderungen verursachen, die sich negativ auf die allgemeine Gesundheit auswirken (z. B. erhöhtes Risiko für Osteoporose). Diese Veränderungen können sich verschlimmern, sofern keine vorbeugenden Maßnahmen ergriffen werden. Zu den betroffenen Körperregionen zählen u. a.:

  • Geschlechtsorgane: Das Scheidengewebe wird dünner, trockener und weniger elastisch (dies wird als Vaginalatrophie und manchmal fälschlicherweise als atrophische Vaginitis bezeichnet). Diese Veränderungen können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr hervorrufen. Andere Geschlechtsorgane – die kleinen Schamlippen, Klitoris, Gebärmutter und Eierstöcke – werden kleiner. Der sexuelle Antrieb (Libido) nimmt häufig mit zunehmendem Alter ab. Die meisten Frauen können immer noch einen Orgasmus haben, aber einige brauchen mehr Zeit, bis sie zum Höhepunkt kommen.

  • Harnwege: Die Schleimhaut der Harnröhre wird dünner und die Harnröhre verkürzt sich. Aufgrund dieser Veränderungen können Mikroorganismen leichter in den Körper gelangen, und einige Frauen erkranken leichter an Harnwegsinfektionen. Eine Frau mit einer Harnwegsinfektion spürt ein Brennen beim Wasserlassen. Nach der Menopause kann sich ein unwiderstehlicher Harndrang einstellen. Dies kann in manchen Fällen zur Harninkontinenz, dem ungewollten Wasserlassen, führen. Die Harninkontinenz tritt im Alter zunehmend und verstärkt auf. Es ist jedoch unklar, inwiefern die Menopause die Inkontinenz begünstigt. Viele andere Faktoren, wie etwa die Auswirkungen einer Geburt, Adipositas oder die Einnahme von Hormonpräparaten, fördern die Inkontinenz.

  • Haut: Mit der sinkenden Östrogenkonzentration und dem Älterwerden verringert sich der Gehalt der Haut an Kollagen (ein Protein, das die Haut widerstandsfähig macht) und Elastin (ein Protein, das die Haut elastisch macht). Infolgedessen kann die Haut dünner, trockener, weniger elastisch und anfälliger für Verletzungen werden.

  • Knochen: Der Rückgang des Östrogenspiegels führt oft zu einem Rückgang der Knochendichte und manchmal zur Osteoporose, da Östrogen den Knochenerhalt unterstützt. Die Knochen verlieren an Dichte, wodurch es leichter zu Knochenbrüchen kommen kann. In den ersten 5 Jahren nach der Menopause nimmt die Knochendichte rapide ab. Danach nimmt sie ungefähr im gleichen Grad wie bei Männern ab (um ca. 1 bis 3 Prozent pro Jahr).

  • Lipidspiegel: Nach den Wechseljahren steigt bei Frauen die Konzentration des Low-Density-Lipoproteins (LDL-Cholesterin – das schlechte Cholesterin). Die Konzentration des High-Density-Lipoproteins (HDL-Cholesterin – das gute Cholesterin) bleibt etwa gleich wie vor der Menopause. Die Veränderung der LDL-Konzentration kann zum Teil eine Erklärung dafür sein, weshalb Atherosklerose und Erkrankungen der Herzkranzgefäße bei Frauen nach der Menopause zunehmen. Es ist jedoch unklar, ob diese Veränderungen aus der Alterung oder aus dem Rückgang des Östrogenspiegels nach der Menopause resultieren. Bis zur Menopause schützt der hohe Östrogenspiegel vor Erkrankungen der Herzkranzgefäße.

Mit der neuen, genaueren Bezeichnung urogenitales Menopausensyndrom werden Symptome bezeichnet, welche die Scheide und Harnwege betreffen und von der Menopause hervorgerufen werden. Diese Symptome umfassen Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Harndrang und Harnwegsinfektionen.

Wussten Sie ...

  • Mit dem neuen Begriff „urogenitales Menopausensyndrom“ werden Symptome bezeichnet, welche die Scheide und Harnwege betreffen und durch die Menopause hervorgerufen werden. Beispiele hierfür sind vaginale Trockenheit, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Harndrang und Harnwegsinfektionen.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Bluttests zum Messen des Hormonspiegels (in seltenen Fällen)

Bei etwa drei Viertel der Frauen treten die Wechseljahre sehr offensichtlich ein. Demzufolge sind normalerweise keine Labortests erforderlich.

Wenn die Wechseljahre mehrere Jahre vor dem 50. Lebensjahr beginnen oder wenn die Symptome nicht eindeutig sind, können mithilfe von Tests Erkrankungen festgestellt werden, welche die Menstruationsperioden stören können. Wenn die Menopause oder die Perimenopause nachgewiesen werden muss, werden in seltenen Fällen Bluttests durchgeführt, um die Menge des follikelstimulierenden Hormons (das die Eierstöcke zur Produktion von Östrogen und Progesteron anregt) zu bestimmen.

Vor Beginn einer Behandlung wird von den Ärzten Folgendes unternommen:

  • Befragung der Patientin zu ihrer medizinischen und familiären Vorgeschichte

  • Durchführung einer körperlichen Untersuchung, einschließlich einer Brust- und Beckenuntersuchung sowie Blutdruckmessung

Bei der Beckenuntersuchung sucht der Arzt nach typischen Veränderungen in der Scheide, die eine Menopause als Diagnose nahelegen. Der Arzt sucht aber auch nach Auffälligkeiten in den Geschlechtsorganen.

Mithilfe der medizinischen und familiären Vorgeschichte einer Patientin können Ärzte das Risiko bestimmter Erkrankungen nach der Menopause leichter abschätzen.

Zudem wird im Rahmen der Routineversorgung eine Mammographie durchgeführt, sofern noch keine vorgenommen wurde. Es können Bluttests durchgeführt werden.

Die Knochendichte wird bei den folgenden Frauen gemessen:

  • Frauen mit einem hohen Osteoporoserisiko oder einer Fraktur, die durch eine relativ geringfügige Belastung oder einen leichten Sturz verursacht wurde und in einem gesunden Knochen keine Fraktur verursacht hätte (sogenannte Fragilitätsfraktur)

  • Frauen mit einer Essstörung oder einer Magenbypass-Operation

  • Frauen, die über einen langen Zeitraum Kortikosteroide eingenommen haben

  • Frauen mit niedrigem Body-Mass-Index (BMI), Morbus Crohn oder Malabsorptionssyndrom

  • Alle Frauen ab 65

Behandlung

  • Allgemeine Maßnahmen

  • Bestimmte Arzneimittel

  • Komplementär- und Alternativmedizin

  • Hormontherapie

Wenn die Frauen verstehen, was während der Perimenopause passiert, kann dies helfen, mit den Symptomen zurechtzukommen. Es kann auch hilfreich sein, mit anderen Frauen, welche die Wechseljahre hinter sich haben, oder mit dem Arzt zu sprechen.

Die Behandlung der Menopause zielt auf die Linderung von Symptomen wie Hitzewallungen und vaginale Trockenheit ab. Allgemeine Maßnahmen können helfen, aber wenn eine andere Behandlung benötigt wird, ist Folgendes am effektivsten:

Als Gestagen werden sowohl künstliche als auch natürliche Formen des weiblichen Hormons Progesteron bezeichnet. Mit dem Begriff Progestin sind hingegen nur künstliche Formen gemeint.

Wirksame Maßnahmen ohne Hormone:

  • Hypnose durch eine qualifizierte medizinische Fachkraft zur Linderung von Hitzewallungen

  • Kognitive Verhaltenstherapie

  • Andere Medikamente, wie z. B. zwei Arten von Antidepressiva (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder Serotonin- Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer) oder das Antiepileptikum Gabapentin

Die kognitive Verhaltenstherapie wurde speziell für die Übergangsphase während der Menopause und die Postmenopause angepasst. Sie kann Frauen beim Umgang mit Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen helfen.

Allgemeine Maßnahmen

Folgende Maßnahmen können dabei helfen, Hitzewallungen zu mildern:

  • Sinnvoll ist es, sich nach dem Zwiebelprinzip zu kleiden, damit sich die Frau ihrem Temperaturgefühl anpassen kann.

  • Das Tragen von atmungsaktiver Kleidung (wie z. B. Unterwäsche und Nachtwäsche aus Baumwolle) oder von Kleidung, welche die Feuchtigkeit absorbiert (wie z. B. bestimmte Arten von Unterwäsche und Sportkleidung), kann zu einem verbesserten Wohlbefinden beitragen.

  • Es kann auch hilfreich sein, Dinge zu vermeiden, die Symptome auslösen (z. B. heiße Umgebungen, scharfe Speisen und helle Lampen).

  • Ebenfalls hilfreich kann es sein, einen Ventilator einzuschalten oder weniger zu heizen.

  • Regelmäßige Bewegung und Gewichtsabnahme können helfen, Hitzewallungen zu kontrollieren, und bieten auch andere gesundheitliche Vorteile.

Auch wenn Achtsamkeit (das Üben von Geistesgegenwart), Entspannungstechniken und/oder Yoga allgemein Vorteile für Frauen mit sich bringen können, ist es nicht klar, ob sie Hitzewallungen lindern.

Gegen Schlafstörungen können betroffene Frauen eine Routine einrichten, um sich vor dem Einschlafen oder dann, wenn sie von nächtlichen Schweißausbrüchen geweckt werden, zu entspannen. Gute Schlafgewohnheiten und körperliche Betätigung können zu besserem Schlaf beitragen.

Die Blasenkontrolle kann durch Beckenbodentraining verbessert werden. Für die sogenannte Kegelübungen spannt die Frau die Beckenmuskulatur an, als ob sie den Harnfluss unterbrechen möchte. Betroffenen Frauen kann gezeigt werden, wie sie Biofeedback nutzen können, um die Kontrolle über ihre Beckenmuskulatur zu erlernen. Beim Biofeedback werden unbewusste biologische Prozesse unter bewusste Kontrolle gebracht. Mithilfe elektronischer Geräte werden Informationen über diese Prozesse erfasst und dem eigenen Bewusstsein zugänglich gemacht.

Wenn eine trockene Scheide beim Geschlechtsverkehr Schmerzen bereitet, kann ein Gleitmittel Linderung verschaffen. Bei einigen Frauen kann die Anwendung einer Feuchtigkeitscreme für die Scheide alle 1 bis 3 Tage helfen. Wer sexuell aktiv bleibt oder masturbiert, trägt zur nachhaltigen Durchblutung der Scheide und des umliegenden Gewebes bei und erhält dessen Flexibilität.

Arzneimittel

Einige Arten von Medikamenten können bei der Linderung von Symptomen in den Wechseljahren helfen.

Paroxetin (ein Antidepressivum) kann Hitzewallungen lindern. Gabapentin, ein Antiepileptikum, und andere Antidepressiva (z. B. Desvenlafaxin, Fluoxetin, Sertralin oder Venlafaxin) ergeben eine gewisse Linderung bei Hitzewallungen. Antidepressiva helfen auch gegen Depression, Angst und Reizbarkeit. Allerdings ist keines dieser Medikamente so wirksam bei der Linderung der Symptome der Wechseljahre wie eine Hormontherapie.

Gegen Schlaflosigkeit wird in manchen Fällen ein Schlafmittel empfohlen.

Tabelle
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Einige Medikamente, die zur Behandlung von Symptomen und Auswirkungen der Menopause verwendet werden

Medikament

Vorteile

Nachteile

Weibliche Hormone

*Östrogentherapie mit oder ohne Gestagen

Mildert Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche, vaginale Trockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Hilft bei der Vorbeugung von Osteoporose und reduziert das Risiko von Knochenbrüchen

Kombinationstherapie (Östrogen plus ein Gestagen):

*Östrogen allein:

  • Erhöht das Risiko von Blutgerinnseln in den Beinen und in der Lunge, Schlaganfällen, Erkrankungen der Gallenblase und Harninkontinenz

  • Erhöht das Risiko eines Endometriumkarzinoms (Krebs der Gebärmutterschleimhaut)

  • Kann das Risiko von Brustkrebs leicht erhöhen, aber wahrscheinlich nicht für viele Jahre

Ein Gestagen, wie z. B. Medroxyprogesteronacetat oder mikronisiertes Progesteron (eher ein natürliches als ein synthetisches Progesteron)

Verringert das Risiko eines Endometriumkarzinoms, das mit der alleinigen Einnahme von Östrogen assoziiert wird

Ist zur Linderung von Hitzewallungen nicht so wirksam wie Östrogen

Hilft nicht gegen vaginale Trockenheit

Kann Blähungen im Bauch, empfindliche Brüste, erhöhte Brustdichte, Stimmungsschwankungen und/oder Kopfschmerzen auslösen

Erhöht die Konzentration an LDL-Cholesterin (das schlechte Cholesterin)

Kann unter Umständen das Risiko von Blutgerinnseln in den Beinen und in der Lunge erhöhen

Hat weniger deutliche Auswirkungen auf das Risiko für andere Erkrankungen

Mikronisiertes Progesteron: Wirkt sich womöglich weniger negativ auf Stimmung und LDL-Cholesterin aus als synthetische Progestine

Kann schläfrig machen (und wird daher meist nachts eingenommen)

Hat anscheinend weniger Nebenwirkungen als andere Gestagene

Selektive Östrogenrezeptormodulatoren (SERM)

Ospemifen

Lindert die Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Kann die Hitzewallungen vorübergehend verstärken

Konjugiertes Östrogen plus Bazedoxifen

Konjugiertes Östrogen plus Bazedoxifen (ein SERM)

Lindert Hitzewallungen, verbessert Schlaf, beugt Knochenschwund vor und vermindert Vaginalatrophie (Ausdünnung und Austrocknung der Scheide, die mit einem Verlust der Elastizität einhergehen)

Vermindert Vorkommnisse wie Empfindlichkeit der Brüste und Blutungen

Scheint sich nicht auf die Brustdichte oder das Auftreten von Brustkrebs auszuwirken

Schützt die Gebärmutter, ohne dass ein Gestagen notwendig wird

Kann unter Umständen das Risiko von Blutgerinnseln in den Beinen und in der Lunge erhöhen

Antidepressiva

Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), wie z. B. Desvenlafaxin, Fluoxetin, Sertralin, niedrig dosiertes Paroxetin (hauptsächlich) und Paroxetin mit verzögerter Freisetzung

Serotonin- Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, wie z. B. Venlafaxin

Mindert Depression, Angst, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit

Hat eine gewisse Wirksamkeit zur Linderung von Hitzewallungen

Je nach Medikament können Nebenwirkungen auftreten, wie z. B. sexuelle Funktionsstörungen, Übelkeit, Durchfall, Gewichtsverlust (kurzfristig), Gewichtszunahme (langfristig), Benommenheit (Sedierung), Mundtrockenheit, Verwirrtheit und erhöhter oder gesenkter Blutdruck

Antiepileptikum (nur eines)

Gabapentin

Hat eine gewisse Wirksamkeit zur Linderung von Hitzewallungen und kann unter Umständen nächtliche Schweißausbrüche lindern

Kann Nebenwirkungen haben, wie z. B. Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Ausschlag, Gewichtszunahme und Anschwellen der Beine

* Ob sich das Risiko für bestimmte Erkrankungen durch Östrogen allein oder durch Östrogen zusammen mit einem Gestagen (Kombinationstherapie) erhöht, lässt sich nur schwer feststellen.

HDL = High-Density-Lipoprotein; LDL = Low-Density-Lipoprotein.

Komplementär- und Alternativmedizin

Einige Frauen nehmen Heilkräuter und andere Ergänzungsmittel ein, um Hitzewallungen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Gedächtnisverlust entgegenzuwirken. Trauben-Silberkerze, andere Heilkräuter (z. B. Chinesische Engelwurz, Nachtkerzen, Ginseng und Johanniskraut) sowie rezeptfrei erhältliche Medikamente scheinen allerdings nicht wirksamer zu sein als ein Placebo, das in ca. 50 Prozent aller Fälle eine Wirkung ergibt. Außerdem sind solche Mittel nicht so gut reguliert wie Medikamente. Das bedeutet, dass ihre Hersteller nicht verpflichtet sind, ihre Sicherheit und Wirksamkeit nachzuweisen, und die Art und Menge an Inhaltsstoffen, die ein Produkt enthält, sind nicht standardisiert (siehe Übersicht über Nahrungsergänzungsmittel / Sicherheit und Wirksamkeit).

Studien mit Sojaproteinen haben zu gemischten Ergebnissen geführt. Ein Sojaprodukt, das sogenannte S-Equol, lindert bei einigen Frauen die Hitzewallungen.

Einige Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Kava) können gefährlich sein. Des Weiteren können einige Ergänzungsmittel mit anderen Arzneimitteln Wechselwirkungen auslösen und einige Erkrankungen verschlimmern.

Aufgrund der Bedenken hinsichtlich der Verwendung der Standard-Hormontherapie hat sich ein Interesse an aus Pflanzen gewonnenen Hormonen entwickelt, wie z. B. Yamswurzeln und Soja. Diese Hormone haben nahezu dieselbe molekulare Struktur wie die vom Körper produzierten Hormone und werden deshalb als bioidentische Hormone bezeichnet. Bei vielen der in der Standard-Hormontherapie verwendeten Hormone handelt es sich allerdings auch um sogenannte bioidentische Hormone, die aus Pflanzen gewonnen werden. Die in der Standard-Hormontherapie eingesetzten Hormone wurden getestet und zugelassen und ihre Verwendung wird streng überwacht.

Manchmal stellt ein Apotheker nach einem Rezept einer medizinischen Fachkraft bioidentische Hormone (Verbindungen) speziell für eine Kundin her. Diese werden als zusammengesetzte bioidentische Hormone bezeichnet. Ihre Herstellung ist nicht ausreichend reguliert. Folglich sind viele Dosierungen, Kombinationen und Formen möglich, und die Reinheit, Konsistenz und Potenz der Produkte variiert. Zusammengesetzte bioidentische Hormone werden oft als Ersatz für die Standard-Hormontherapie verwendet und gewährleisten manchmal eine bessere, sicherere Behandlung als die Standard-Hormontherapie. Es gibt allerdings keinen Beweis, dass zusammengesetzte Produkte sicherer, wirksamer oder sogar genauso wirksam sind wie die Standard-Hormontherapie. Bisweilen werden Frauen nicht darüber aufgeklärt, dass zusammengesetzte bioidentische Hormonprodukte dieselben Risiken bergen wie Standardhormone.

Frauen, welche die Einnahme solcher Ergänzungsmittel in Betracht ziehen, sollten sich bei einem Arzt beraten lassen.

Hormontherapie in den Wechseljahren

Eine Hormontherapie kann mäßige bis starke Symptome der Menopause, wie z. B. Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche und Trockenheit der Scheide, mildern. Allerdings kann eine Hormontherapie das Risiko bestimmter ernsthafter Erkrankungen erhöhen.

Die Hormontherapie verbessert die Lebensqualität vieler Frauen, indem sie ihre Symptome lindert. Bei Frauen, die keine Symptome haben, wird die Lebensqualität hingegen nicht verbessert. Hormontherapie wird daher Frauen nach der Menopause nicht automatisch verordnet. Ob eine Hormontherapie durchgeführt werden soll, muss die Frau entsprechend ihrer individuellen Situation zusammen mit dem Arzt entscheiden.

Für viele Frauen überwiegen die Risiken gegenüber den möglichen Vorteilen, sodass diese Therapie nicht empfohlen wird. Für einige Frauen überwiegen die Vorteile aufgrund ihrer medizinischen Verfassung und der Risikofaktoren jedoch gegenüber den Risiken.

So kann eine Hormontherapie für Frauen empfehlenswert sein, die ein hohes Risiko für Knochenschwund oder -brüche aufweisen und einem der folgenden Kriterien entsprechen:

  • Sie sind unter 60 Jahre alt.

  • Menopause wurde vor weniger als 10 Jahren diagnostiziert.

  • Andere Medikamente (z. B. Biphosphonate) zur Vorbeugung von Knochenschwund und -brüchen können nicht eingenommen werden.

Die Hormontherapie vermindert den Knochenschwund und das Frakturrisiko bei diesen Frauen.

Der Arzt empfiehlt in den folgenden Fällen in der Regel keinen Beginn einer Hormontherapie:

  • Bei Frauen, die über 60 Jahre alt sind.

  • Menopause wurde vor mehr als 10 Jahren diagnostiziert.

Wird eine Hormontherapie durchgeführt, verschreiben Ärzte die geringste Dosis zur Kontrolle der Symptome für die kürzeste erforderliche Zeit.

Die Hormontherapie kann Folgendes beinhalten:

  • Östrogen

  • Ein Gestagen (z. B. Progesteron oder Medroxyprogesteronacetat)

  • Beides

Alle Hormone, die in einer Hormontherapie verwendet werden, werden in Laboratorien hergestellt. Sie sind mehr oder weniger identisch mit den vom Körper produzierten Hormonen, aber ihre Wirkung im Körper ist sehr ähnlich. Gestagene ähneln Progesteron, einem vom Körper produzierten weiblichen Hormon.

Östrogen und Gestagene gibt es in verschiedenen Formen. Estradiol und konjugierte Östrogene (kombinierte Östrogene) sind gängige Formen von Östrogen.

Frauen mit einer Gebärmutter wird normalerweise Östrogen zusammen mit einem Gestagen (kombinierte Hormontherapie) verabreicht, da durch die Einnahme von Östrogen allein das Risiko für eine Krebserkrankung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom) steigt. Das Gestagen schützt gegen diesen Krebs. Frauen, die keine Gebärmutter mehr haben, können Östrogen allein einnehmen.

Die Vorteile und Risiken einer Hormontherapie hängen davon ab, ob die Hormone allein oder zusammen eingenommen werden.

Östrogene mit oder ohne Gestagen: Mögliche Vorteile und Risiken

Östrogen hat mehrere Vorteile:

  • Hitzewallungen und andere Symptome: Östrogen ist die effektivste Behandlung bei Hitzewallungen.

  • Austrocknung und Verdünnung der Gewebe in der Scheide und in den Harnwegen: Östrogen kann verhindern, dass diese Gewebe austrocknen und dünner werden. Auf diese Weise können die Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verringert werden. Wenn die Frau ausschließlich an trockenem und dünnem Gewebe leidet, wird von den Ärzten womöglich Östrogen zur Einführung in die Scheide empfohlen. Zu diesen Formulierungen gehören niedrig dosiertes Östrogen in Tablettenform, niedrig dosiertes Östrogen in einem Ring, niedrig dosiertes Östrogen als Creme sowie Zäpfchen. Wenn niedrig dosiertes Östrogen verwendet wird, müssen Frauen, die ihre Gebärmutter noch haben, kein Gestagen einnehmen.

  • Harndrang und wiederholt auftretende Harnwegsinfektionen: Formen von Östrogen, die in die Scheide eingeführt werden (Cremes, Tabletten oder Ringe), können diese Beschwerden lindern.

  • Osteoporose: Östrogen mit oder ohne Gestagen verhindert oder verlangsamt das Fortschreiten der Osteoporose. Allerdings wird eine Hormontherapie ausschließlich zur Vorbeugung von Osteoporose in der Regel nicht empfohlen. Die meisten Frauen können stattdessen ein Bisphosphonat oder ein anderes Medikament einnehmen, um Osteoporose vorzubeugen (obwohl diese Medikamente andere Risiken mit sich bringen). Bisphosphonate erhöhen die Knochenmasse, indem sie die Knochenmenge reduzieren, die der Körper bei der Neubildung der Knochen abbaut. Damit sich die Knochen an die wechselnden Anforderungen an sie anpassen können, werden sie ständig ab- und aufgebaut. Mit zunehmendem Alter wird weniger Knochensubstanz gebildet, als aufgebaut wird.

Wenn Frauen mit einer Gebärmutter Östrogen ohne ein Gestagen einnehmen, steigt das Risiko eines Endometriumkarzinoms. Das Risiko steigt mit höheren Dosierungen und einer längeren Anwendung von Östrogen. Durch die Einnahme eines Gestagens mit Östrogen wird das Risiko eines Endometriumkarzinoms praktisch beseitigt, ist also geringer als bei Frauen, die sich keiner Hormontherapie unterziehen. Dennoch untersuchen Ärzte jede Scheidenblutung bei Frauen, die sich einer Hormontherapie unterziehen, um Gebärmutterkrebs auszuschließen.

Mit dem Östrogen, das mit oder ohne Gestagen verwendet wird, steigen folgende Risiken:

  • Brustkrebs: Das Brustkrebsrisiko beginnt nach der Einnahme von Östrogen zusammen mit einem Gestagen während ca. 3 bis 5 Jahren geringfügig zu steigen. Wenn aber zu Beginn der Wechseljahre Östrogen allein eingenommen wird, beginnt das Risiko erst nach 10 oder sogar 15 Jahren zu steigen.

  • Schlaganfall

  • Blutgerinnsel in den Beinen (tiefe Beinvenenthrombose) und Blutgerinnsel in der Lunge (Lungenembolie)

  • Erkrankungen der Gallenblase (z. B. Gallensteine)

  • Harninkontinenz: Durch die Einnahme von Östrogen steigt das Risiko einer Inkontinenz und einer Verschlechterung der bereits vorhandenen Inkontinenz.

Bei bestimmten Krankheiten lässt sich nur schwer feststellen, ob sich das Risiko durch das Östrogen allein oder durch Östrogen zusammen mit einem Gestagen (Kombinationstherapie) erhöht.

Obwohl durch die Einnahme einer Hormontherapie das Risiko für alle oben genannten Krankheiten steigt, ist das Risiko bei gesunden Frauen, die über einen kurzen Zeitraum während oder kurz nach der Perimenopause eine Hormontherapie einnehmen, immer noch gering. Das Risiko für die meisten dieser Krankheiten steigt mit dem Alter, insbesondere 10 Jahre oder mehr nach der Menopause, und zwar ungeachtet dessen, ob eine Hormontherapie eingenommen wurde oder nicht. Bei älteren Frauen kann durch die Einnahme von Östrogen zusammen mit einem Gestagen auch das Risiko einer Erkrankung der Herzkranzgefäße steigen.

Es wird angenommen, dass die Risiken der Hormontherapie geringer sind, wenn das Östrogen in geringeren Dosierungen verabreicht wird. Formen von Östrogen, die in die Scheide eingeführt werden (wie z. B. Östrogenin Creme- oder Tablettenform oder Ringe, die Östrogen enthalten), sind oft geringer dosiert als Tabletten, die oral eingenommen werden.

Östrogen, das als Hautpflaster verabreicht wird (transdermale Darreichungsform), scheint ein geringeres Risiko von Blutgerinnseln, Schlaganfällen und Erkrankungen der Gallenblase (z. B. Gallensteine) mit sich zu bringen als orale Darreichungsformen.

Im Allgemeinen sollten sich Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße leiden oder Blutgerinnsel in den Beinen haben, einen Schlaganfall hatten oder Risikofaktoren für diese Krankheiten aufweisen, keiner Östrogentherapie unterziehen.

Durch die Kombinationshormontherapie sinken folgende Risiken:

  • Osteoporose

  • Kolorektales Karzinom

Gestagene: Vorteile und Risiken

Gestagene haben einige Vorteile:

  • Endometriumkarzinom: Durch die Einnahme eines Gestagens mit Östrogen wird das Risiko eines Endometriumkarzinoms bei Frauen mit einer Gebärmutter praktisch beseitigt.

  • Hitzewallungen: Gestagene in hoher Dosierung können Hitzewallungen lindern. Sie sind jedoch weniger wirksam als Östrogen.

Mit Gestagenen können folgende Risiken steigen:

  • Erhöhung der Konzentration an LDL-Cholesterin (das schlechte Cholesterin): Gestagene können diese Wirkung haben. Mikronisiertes Progesteron (eher ein natürliches als ein synthetisches Progesteron) scheint jedoch weniger negative Auswirkungen auf den LDL-Spiegel zu haben als synthetische Progestine.

  • Blutgerinnsel in den Beinen und der Lunge.

Die Wirkung eines Gestagens allein im Zusammenhang mit dem Risiko für andere Krankheiten ist nicht klar.

Nebenwirkungen

Zu den Nebenwirkungen von Östrogen und Gestagenen, insbesondere bei einer Verabreichung in hoher Dosierung, gehören Übelkeit, Brustspannen, Kopfschmerzen, Wasseransammlungen und Stimmungsschwankungen.

Formen der Hormontherapie

Östrogen und/oder Gestagen können auf verschiedene Weise zugeführt werden:

  • Östrogen oder Gestagen als Tabletten zur Einnahme über den Mund (orale Form)

  • Östrogen in Form von Cremes, Tabletten, Ringen oder Zäpfchen, die in die Scheide eingeführt werden (vaginale Form)

  • Östrogen in Form von Lotionen, Sprays oder Gels, die auf die Haut aufgetragen werden (topische Form)

  • Östrogen oder Kombinationen von Östrogen und Gestagen als Hautpflaster (transdermale Form)

Bei oral eingenommenen Tabletten können Östrogen und Gestagen als zwei Tabletten oder als eine Kombinationstablette verordnet werden. Häufig werden Östrogen und Gestagen täglich eingenommen. Dieser Dosierungsplan kann während des ersten Jahres der Therapie oder länger unregelmäßige Scheidenblutungen verursachen. (Bei Blutungen, die länger als ein Jahr anhalten, sollten Frauen einen Arzt aufsuchen). Alternativ kann Östrogen täglich eingenommen werden, wobei monatlich an 12 bis 14 Tagen zusätzlich ein Gestagen eingenommen wird. Mit diesem Plan haben die meisten Frauen monatliche Scheidenblutungen an den Tagen nach der Einnahme des Gestagens.

Vaginale Formen von Östrogen werden in die Scheide eingeführt. Zu diesen Formen gehört Folgendes:

  • eine Creme, die mit einem Kunststoff-Applikator eingeführt wird

  • eine Tablette, die mit einem Kunststoff-Applikator eingeführt wird

  • ein Ring, der Östrogen enthält (ähnlich einem Diaphragma)

  • Ein Zäpfchen, das Östrogen enthält

Es gibt viele verschiedene Produkte, die in verschiedenen Dosierungen verabreicht werden und verschiedene Arten von Östrogen enthalten. Cremes und Ringe können eine höhere oder niedrigere Dosis Östrogen enthalten. Wird eine hohe Dosis von Östrogen in vaginaler Form verabreicht, erhalten die Frauen auch ein Gestagen, um das Risiko eines Endometriumkarzinoms zu reduzieren. Gewöhnlich ist eine niedrige Dosis ausreichend für vaginale Symptome.

Die Verwendung einer vaginalen Form von Östrogen kann effektiver sein als die orale Einnahme von Östrogen bei Symptomen, welche die Scheide betreffen (wie etwa das Austrocknen und Verdünnen der Scheide). Mithilfe einer solchen Behandlung können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verhindert, Harndrang vermindert und das Risiko von Blasenentzündungen reduziert werden.

In Form von Lotionen, Sprays, oder Gels kann Östrogen auf die Haut aufgetragen werden.

Auch als Pflaster kann Östrogen allein oder Östrogen zusammen mit einem Gestagen auf die Haut aufgetragen werden.

Selektive Östrogenrezeptormodulatoren (SERM)

SERM (wie z. B. Raloxifen und Tamoxifen) wirken in gewisser Weise wie Östrogen, aber kehren die Wirkungen von Östrogen auf andere Weise um. Raloxifen wird zur Behandlung von Osteoporose und als Brustkrebsprävention eingesetzt. Tamoxifen wird zur Behandlung von Brustkrebs verwendet. Ospemifen kann zur Linderung der vaginalen Trockenheit eingesetzt werden.

Wenn Frauen ein SERM einnehmen, können sich die Hitzewallungen vorübergehend verschlimmern.

Bazedoxifen ist ein SERM, das mit Östrogen in Form einer Kombinationstablette verabreicht wird. Es kann Hitzewallungen und Symptome der Vaginalatrophie lindern, die Empfindlichkeit in den Brüsten reduzieren, den Schlaf verbessern und Knochenschwund vorbeugen. Wie Östrogen erhöht auch dieses Medikament das Risiko von Blutgerinnseln in den Beinen und in der Lunge, jedoch scheint es in manchen Fällen das Risiko eines Endometriumkarzinoms zu senken und sich weniger auf die Brust auszuwirken.

Dehydroepiandrosteron (DHEA)

Das Steroid Dehydroepiandrosteron (DHEA) wird in den Nebennieren hergestellt und in Sexualhormone ( Östrogene und Androgene) umgewandelt. Es ist als Scheidenzäpfchen erhältlich. DHEA scheint Scheidentrockenheit und andere Symptome der Scheidenatrophie zu lindern. Es wird auch zur Linderung von Schmerzen beim Geschlechtsverkehr aufgrund von Scheidenatrophie eingesetzt.

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