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Übersicht über Infektionen des Neugeborenen

Von

Brenda L. Tesini

, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Eine Infektion des Neugeborenen kann erworben werden

  • In utero transplazentar oder durch Blasensprung

  • In den Geburtskanal während der Geburt (intrapartum)

  • Aus anderen Quellen nach der Geburt (postpartum)

Häufige virale Erreger sind Herpes-simplex-Viren, HIV, CMV, und Hepatitis B. Intrapartale Infektionen mit HIV oder Hepatitis B kommen bei der Passage durch einen infektiösen Geburtskanal oder bei aszendierenden Infektionen durch eine Geburtsverzögerung bei vorzeitigem Blasensprung vor. Diese Virusinfektionen können in weniger häufigen Fällen auch durch die Plazenta übertragen werden. CMV wird im Allgemeinen durch die Plazenta übertragen.

Bakterielle Verursacher sind Streptokokken der Gruppe B, gramnegative Enterokokken (v. a. Escherichia coli), Listeria monocytogenes, Gonokokken und Chlamydien.

In utero-Infektion

In utero stammt die Infektion, die jederzeit vor der Geburt stattfinden kann, entweder von einer offensichtlichen oder subklinischen mütterlichen Infektion her. Die Folgen hängen von dem Verursacher und der Schwangerschaftsdauer ab und können zu Spontanabort, intrauteriner Wachstumsretardierung, Frühgeburt, Totgeburt, angeborenen Anomalien (z. B. Röteln) und symptomatischen (z. B. Zytomegalievirus [CMV] Toxoplasmose, Syphilis) oder asymptomatischen Infektionen (z. B. CMV) des Neugeborenen führen.

Zu den häufigen Infektionserregern, die transplazentar übertragen werden, gehören Röteln, Toxoplasmose, CMV und Syphilis. HIV und Hepatitis B werden weniger häufig durch die Plazenta übertragen.

Intrapartum-Infektion

Neonatale Infektionen mit Herpes-simplex-Viren, HIV, Hepatitis B, Streptokokken der Gruppe B, gramnegative Enterokokken (v. a. Escherichia coli), Listeria monocytogenes, Gonokokken und Chlamydien treten in der Regel durch die Passage durch einen infizierten Geburtskanal auf.. Manchmal kann eine aufsteigende Infektion auftreten, falls die Entbindung nach dem Bruch von Membranen verzögert ist.

Postpartalinfektion

Die postpartalen Infektionen werden durch den direkten Kontakt zur Mutter (wie Tuberkulose, die auch manchmal in utero übertragen wird), durch Stillen (z. B. HIV und CMV) oder durch den Kontakt mit der Familie oder Besuchern, Pflegepersonal oder Krankenhausumgebung verursacht (zahlreiche Erreger — Im Krankenhaus erworbene Infektionen bei Neugeborenen).

Risikofaktoren für Infektion des Neugeborenen

Das Risiko einer intra- oder postpartalen Infektion verhält sich umgekehrt proportional zur Schwangerschaftsdauer. Neugeborene sind immunologisch unreif und haben eine verminderte polymorphonukleare Leukozyten- und Monozytenfunktion sowie eine zellvermittelte Immunreaktion. Frühgeborene sind noch empfindlicher ( Perinatale Physiologie : Neonatale immunologische Funktion).

Mütterliche IgG-Antikörper passieren die Plazenta, aber eine ausreichend hohe Menge für alle Erreger ist erst kurz vor dem errechneten Geburtstermin vorhanden. IgM-Antikörper passieren die Plazenta nicht. Frühgeborene haben eine verringerte eigene Antikörperproduktion und eine verringerte Aktivierung des Komplements. Frühgeborene sind auch durch invasivere Behandlungsmethoden gefährdet (z. B. Intubation, intravenöse Zugänge).

Symptome und Beschwerden

Symptome und Befunde von Infektion sind bei Neugeborenen in der Regel unspezifisch (z. B. Erbrechen oder schlechte Ernährung, erhöhte Schläfrigkeit oder Lethargie, Fieber oder Hypothermie, Tachypnoe, Hautausschläge, Durchfall), geschwollener Bauch. Viele angeborene Infektionen werden vor der Geburt erworben und bringen verschiedene Symptome oder Anomalien mit sich (z. B. Wachstumsstörung, Taubheit, Mikrozephalie, Fehlbildungen, Gedeihstörung, Hepatosplenomegalie, neurologische Anomalien).

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

Eine Vielzahl von Infektionen, einschließlich Sepsis, sollte bei Neugeborenen, die bei der Geburt oder kurz danach krank sind, vor allem bei solchen mit Risikofaktoren, berücksichtigt werden. Bei Neugeborenen mit Anomalien wie Wachstumsstörung, Taubheit, Mikrozephalie, Fehlbildungen, Hepatosplenomegalie oder neurologischen Anomalien sollte besonders sorgfältig auf Infektionen wie z. B. angeborene Röteln, Syphilis, Toxoplasmose und CMV geachtet werden.

Behandlung

  • Antimikrobielle Therapie

Die allererste Behandlung bei mutmaßlicher bakterieller Infektion bei Neugeborenen ist eine prompte empirische antimikrobielle Therapie mit Medikamenten wie Ampicillin und Gentamicin oder Ampicillin und Cefotaxim. Die finale Auswahl der Medikamente basiert auf den Ergebnissen der Kulturen und ähnelt der bei Erwachsenen, da die infektiösen Organismen und ihre Antibiotikasensitivität sich nicht von denen des Neugeborenen unterscheiden. Allerdings hängen die Medikamentendosis und Frequenz von zahlreichen Faktoren ab, einschließlich Alter und Gewicht (siehe Tabelle: Empfohlene Dosierungen ausgewählter pareneraler Antibiotika für Neugeborene und siehe Tabelle: Empfohlene Dosierung ausgewählter oraler Antibiotika für Neugeborene*).

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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