Die Impfung ist extrem wirksam für die Verhinderung schwerwiegender Krankheiten und Verbesserung der Gesundheitsverhältnisse weltweit. Aufgrund von Impfstoffen sind Infektionen, die einst sehr häufig und/oder tödlich waren (z. B. Poliomyelitis, Diphtherie), jetzt selten, und einige (z. B. Pocken) wurden ausgerottet. Durch routinemäßige Impfungen im Kindesalter konnten in den Vereinigten Staaten zwischen 1994 und 2023 etwa 508 Millionen Krankheitsfälle, 32 Millionen Krankenhausaufenthalte und 1,1 Millionen Todesfälle verhindert werden, wobei die höchsten Präventionsraten bei hochinfektiösen Krankheiten wie Masern, Windpocken und Diphtherie zu verzeichnen sind (1). Allerdings treten diese Infektionen mit Ausnahme von Pocken weltweit immer noch sporadisch auf.
Weitere Informationen zu bestimmten Impfstoffen finden Sie hier:
Allgemeiner Hinweis
1. Zhou F, Jatlaoui TC, Leidner AJ, et al. Health and Economic Benefits of Routine Childhood Immunizations in the Era of the Vaccines for Children Program - United States, 1994-2023. MMWR Morb Mortal Wkly Rep. 2024;73(31):682-685. Published 2024 Aug 8. doi:10.15585/mmwr.mm7331a2
Impfpläne für das Kindesalter
In den Vereinigten Staaten folgt die Impfung von Kindern und Jugendlichen einem Zeitplan, der vom Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP) des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) empfohlen wird:
Die Impfschemata sind auch als free mobile app for health care providers verfügbar. Darüber hinaus sollten Ärzte die relevanten impfstoffspezifischen Empfehlungen des Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP) berücksichtigen.
Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen
Die Impfung hat sich bei der Verhütung schwerer Krankheiten als äußerst wirksam erwiesen. Angesichts ihrer geringen Kosten (insbesondere im Vergleich zu Medikamenten, die langfristig zur Behandlung von Infektionen und ihrer damit verbundenen Morbidität eingenommen werden müssen), zählen Impfstoffe zu den kosteneffizientesten medizinischen Maßnahmen. Die Impfstoffe sind so wirksam, dass viele der heute Gesundheitsfachkräfte nur wenige oder gar keine Fälle von Krankheiten zu sehen bekommen, die früher sehr häufig und oft tödlich waren.
Da die Krankheiten, die durch Impfstoffe verhindert werden, in den USA selten geworden sind und Impfstoffe ansonsten gesunden Kindern verabreicht werden, ist es wichtig, dass Impfstoffe ein hohes Sicherheitsprofil haben, um von Patienten und Betreuern als akzeptabel angesehen zu werden.
Vor der Zulassung und Lizenzierung durch die U.S. Food and Drug Administration (FDA) werden Impfstoffe (wie jedes Medizinprodukt) in randomisierten kontrollierten Studien (RCT), die den neuen Impfstoff mit einem Plazebo vergleichen (oder mit einem zuvor verfügbaren Impfstoff, sofern einer existiert) getestet. Solche RCT vor der Zulassung dienen in erster Linie dazu, die Wirksamkeit des Impfstoffs zu bewerten und häufige Nebenwirkungen (z. B. Fieber, lokale Reaktionen wie Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Injektionsstelle) zu ermitteln. Einige unerwünschte Wirkungen treten jedoch zu selten auf, um in einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) mit praktikabler Teilnehmerzahl erfasst zu werden, und können eventuell erst nach der Markteinführung eines Impfstoffs und nach der Aufnahme in den Routineeinsatz auftreten. Deswegen wurden zwei Überwachungssysteme, das Adverse Event Reporting System (VAERS) und das Vaccine Safety Datalink (VSD) erstellt, um die Sicherheit von Impfstoffen nach der Zulassung zu überwachen.
VAERS ist ein Sicherheitsprogramm, das von der FDA und den CDC gemeinsam getragen wird. Es handelt sich um ein Portal, über das einzelne Patienten, die glauben, dass bei ihnen nach einer kürzlich erfolgten Impfung ein unerwünschtes Ereignis aufgetreten ist, einen Bericht einreichen können. Auch Gesundheitsfachkräfte sind verpflichtet, bestimmte Ereignisse nach einer Impfung zu melden, und sie können dies auch dann tun, wenn sie nicht sicher sind, dass die Ereignisse mit der Impfung zusammenhängen. VAERS-Berichte stammen aus allen Teilen der Vereinigten Staaten und bieten eine schnelle Beurteilung der potenziellen Sicherheitsfragen. VAERS-Berichte können jedoch nur zeitliche Assoziationen zwischen der Impfung und der vermuteten Nebenwirkung zeigen; sie beweisen keinen kausalen Zusammenhang. Deswegen müssen VAERS-Berichte unter Verwendung anderer Verfahren weiter beurteilt werden. Eine solche Methode nutzt das Vaccine Safety Datalink (VSD), das Daten von 13 Standorten verwendet, die klinische, methodische und datenbezogene Expertise bereitstellen; 11 dieser Standorte liefern aktiv Daten (1). Die Daten umfassen die Verabreichung des Impfstoffes (in der Patientenakte im Rahmen der Routineversorgung angegeben) sowie die anschließende medizinische Anamnese, einschließlich der Nebenwirkungen. Im Gegensatz zu VAERS umfasst VSD Daten von Patienten, die einen bestimmten Impfstoff erhalten haben, sowie denjenigen, die ihn nicht erhalten haben. Das Vorhandensein einer Kontrollpopulation im VSD ermöglicht Vergleiche. Daher kann VSD dabei helfen, tatsächliche Nebenwirkungen von Symptomen und Störungen zu unterscheiden, die zufällig nach der Impfung aufgetreten sind, und somit die tatsächliche Häufigkeit von Nebenwirkungen zu bestimmen. Trotz des gesundheitlichen Nutzens und der etablierten Mechanismen zur Förderung der Sicherheit von Impfstoffen stimmen einige Eltern der Impfung ihrer Kinder nicht zu. (Siehe auch Impfskepsis.)
Hinweis
1. CDC: Vaccine Safety Datalink (VSD).
Weitere Informationen
Die folgenden englischsprachigen Quellen können nützlich sein. Bitte beachten Sie, dass das MSD-Manual nicht für den Inhalt dieser Quellen verantwortlich ist.
Children's Hospital of Philadelphia: Vaccine Education Center
European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC): Vaccine schedules in all countries in the EU/EEA
Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Vaccines For Your Children



