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Unterleibsschmerzen

Von

David H. Barad

, MD, MS, Center for Human Reproduction

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2020| Inhalt zuletzt geändert Apr 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Unterleibsschmerzen sind eine Beschwerde, die im untersten Teil des Rumpfs auftreten, im Bereich unter dem Abdomen und zwischen den Hüftknochen. Hierbei sind nicht Schmerzen eingeschlossen, die äußerlich im Genitalbereich (Vulva) auftreten. Viele Frauen haben Unterleibsschmerzen. Die Schmerzen werden als chronisch angesehen, wenn sie länger als 4 bis 6 Monate anhalten.

Unterleibsschmerzen können eine gynäkologische Ursache haben. Das heißt, sie können aufgrund einer Störung der weiblichen Fortpflanzungsorgane auftreten.

Der Schmerz kann stechend oder krampfartig (vergleichbar mit Regelschmerzen) sein und kann kommen und gehen. Er kann plötzlich und qualvoll sein, dumpf und anhaltend oder eine Kombination aus diesen Möglichkeiten. Der Schmerz kann von der Intensität graduell stärker werden, manchmal in Wellen auftreten. Unterleibsschmerzen treten häufig zyklisch in Übereinstimmung mit dem Menstruationszyklus auf. Das heißt, Schmerzen können jeden Monat kurz bevor oder während der Menstruation oder in der Mitte des Menstruationszyklus beim Eisprung (der Ovulation) auftreten.

Ursachen von Unterleibsschmerzen

Krankheiten, die Unterleibsschmerzen verursachen, umfassen Folgendes:

  • Gynäkologische Erkrankungen – die Fortpflanzungsorgane betreffend (Scheide, Gebärmutterhals, Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke)

  • Krankheiten, die andere Organe im Becken betreffen, wie die Blase, das Rektum oder den Blinddarm

  • Krankheiten, die Organe nahe, aber außerhalb des Beckens betreffen, wie Bauchdecke, Darm, Nieren, Harnleiter oder den unteren Teil der Aorta

Häufig können Ärzte nicht feststellen, was Unterleibsschmerzen verursacht.

Gynäkologische Erkrankungen

Gynäkologische Erkrankungen können, müssen aber nicht mit dem Menstruationszyklus zusammenhängen. Die häufigsten gynäkologischen Ursachen für Unterleibsschmerzen sind unter anderem:

Myome Myome Ein Myom ist ein gutartiger Tumor (kein Krebs), der aus Muskel- und Bindegewebefasern besteht. Es befindet sich in der Gebärmutter. Myome können Schmerzen, auffällige Scheidenblutungen... Erfahren Sie mehr Myome im Uterus sind gutartige Tumoren, die aus Muskel- und Fasergewebe bestehen. Sie können Unterleibsschmerzen verursachen, wenn sie degenerieren oder starke Blutungen oder Krämpfe verursachen. Die meisten Uterusmyome verursachen keine Schmerzen.

Andere Erkrankungen

Weitere Ursachen für Unterleibsschmerzen sind:

Psychologische Faktoren, insbesondere Stress und Depression Depression Kurze Erläuterung zur anhaltenden Trauerstörung. Die Depression ist ein Gefühl tiefer Traurigkeit und/oder einer verminderten Lebenslust, die dann zur Störung wird, wenn diese... Erfahren Sie mehr , können Schmerzen aller Art, einschließlich Unterleibsschmerzen, verstärken, jedoch verursachen diese selten selbst Unterleibsschmerzen.

Viele Frauen mit chronischen Unterleibsschmerzen wurden physisch, psychisch oder sexuell missbraucht. Junge Mädchen, die sexuell missbraucht wurden, können Unterleibsschmerzen haben. Bei solchen Mädchen und Frauen können psychologische Faktoren den Schmerz verstärken.

Beurteilung von Unterleibsschmerzen

Wenn eine Frau plötzlich heftige Schmerzen in Unterbauch oder Becken verspürt, muss der Arzt rasch entscheiden, ob ihr Zustand eine Notoperation erforderlich macht. Erkrankungen, die in der Regel notfallmäßig operiert werden müssen, sind unter anderem:

Der Arzt prüft bei Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter, ob eine Schwangerschaft vorliegt.

Warnsignale

Bei Frauen mit Unterleibsschmerzen sind bestimmte Symptome besorgniserregend:

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Frauen mit den meisten dieser Warnsignale sollten umgehend einen Arzt aufsuchen. Wenn jedoch das einzige Warnsignal eine Scheidenblutung nach der Menopause ist, kann die Frau innerhalb von etwa einer Woche einen Arzt aufsuchen.

Wenn Frauen ohne Warnsignale neu auftretende Schmerzen haben, die anhaltend sind und stetig schlimmer werden, sollten sie noch am gleichen Tag einen Arzt aufsuchen. Wenn diese Frauen neu auftretende Schmerzen haben, die nicht anhaltend sind und sich nicht verschlimmern, sollten sie so bald wie möglich einen Termin vereinbaren, eine Wartezeit von mehreren Tagen ist jedoch üblicherweise nicht gesundheitsgefährdend.

Wiederkehrende oder chronische Unterleibsschmerzen sollten früher oder später von einem Arzt untersucht werden. Leichte Periodenschmerzen sind normal. Periodenschmerzen müssen nicht untersucht werden, es sei denn, die Schmerzen sind sehr stark.

Was der Arzt unternimmt:

Nachdem sie sichergestellt haben, dass bei einer Frau keine Notoperation erforderlich ist, stellen die Ärzte der Frau einige Fragen zu ihren Symptomen und der Krankengeschichte. Darauf folgt eine körperliche Untersuchung. Oftmals lassen die Ergebnisse der Prüfung der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung auf eine Ursache und die Notwendigkeit der Durchführung bestimmter Tests schließen (siehe Tabelle zu einigen gynäkologischen Ursachen von Unterleibsschmerzen Einige Ursachen für Unterleibsschmerzen bei Frauen* Unterleibsschmerzen sind eine Beschwerde, die im untersten Teil des Rumpfs auftreten, im Bereich unter dem Abdomen und zwischen den Hüftknochen. Hierbei sind nicht Schmerzen eingeschlossen,... Erfahren Sie mehr ).

Der Arzt stellt Fragen zu den Schmerzen:

  • Ob sie plötzlich oder allmählich auftreten

  • Ob die Schmerzen stechend oder dumpf sind

  • Wie stark sie sind

  • Ob sie in Verbindung mit dem Menstruationszyklus, beim Essen, Schlafen, Geschlechtsverkehr, bei körperlicher Aktivität, beim Urinieren oder Stuhlgang auftreten

  • Ob andere Faktoren die Schmerzen verschlimmern oder lindern

Die Frau wird zu anderen Symptomen befragt, wie Scheidenblutungen, Ausfluss und Schwindel.

Die Frau wird gebeten, vergangene Schwangerschaften und Menstruationen zu beschreiben. Der Arzt fragt ebenfalls, ob sie Erkrankungen hatte, die Unterleibsschmerzen verursachen können und ob sie eine Operation im Bauch- oder Beckenbereich hatte.

Ärzte können auch nach Stress, Depressionen und anderen psychologischen Faktoren fragen, um festzustellen, ob diese Faktoren zu den Schmerzen beitragen könnten, vor allem bei chronischen Schmerzen.

Bestimmte Symptomgruppen deuten auf eine Störung hin. Beispiel:

Regelschmerzen werden erst dann diagnostiziert, wenn andere ernstere Ursachen ausgeschlossen wurden.

Die körperliche Untersuchung richtet sich hauptsächlich auf das Abdomen und das Becken. Der Bauch wird vorsichtig abgetastet und dann eine Untersuchung des Beckens Gynäkologische Untersuchung Für Frauen kann es hilfreich sein, Themen wie Sex, Verhütung, Schwangerschaft und Probleme in den Wechseljahren mit einer Person ihres Vertrauens besprechen zu können. Das kann ein Allgemeinarzt... Erfahren Sie mehr durchgeführt. Diese Untersuchungen helfen dem Arzt, zu bestimmen, welche Organe betroffen sind und ob eine Infektion vorliegt. Häufig untersucht der Arzt ebenfalls das Rektum nach Auffälligkeiten.

Tabelle
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Tests

Die folgenden Tests werden routinemäßig durchgeführt:

  • Urintests (Harnuntersuchung)

  • Ein Urin-Schwangerschaftstest für Frauen im gebärfähigen Alter

Die Urinanalyse Urinuntersuchung und Urinkultur Eine Urinanalyse (Urinuntersuchung) kann bei der Beurteilung von Nieren- und Harnwegserkrankungen notwendig sein. Sie kann auch bei der Bewertung von Störungen des gesamten Körpers, wie Diabetes... Erfahren Sie mehr Urinuntersuchung und Urinkultur ist ein einfacher, schneller Urintest, durch den viele häufige Ursachen von Beckenerkrankungen, wie etwa eine Blasenentzündung oder die meisten Nierensteine, ausgeschlossen werden können.

Die gleiche Urinprobe kann für einen Schwangerschaftstest verwendet werden. Wenn eine Schwangerschaft in einem sehr frühen Stadium möglich ist und der Urintest negativ ist, wird ein Blut-Schwangerschaftstest durchgeführt. Der Bluttest ist bei Schwangerschaften bis zur 5. Woche genauer als der Urintest.

Wenn ein Urin-Schwangerschaftstest anzeigt, dass die Frau schwanger ist, wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um eine ektope Schwangerschaft auszuschließen. Für die Ultraschalluntersuchung verwendet der Arzt ein Handgerät, das auf den Bauch oder in die Scheide platziert wird. Eine Ultraschalluntersuchung des Beckens wird aus vielen Gründen durchgeführt. Sie wird etwa immer dann durchgeführt, wenn der Arzt der Meinung ist, dass eine gynäkologische Erkrankung der Grund für die Symptome sein könnte und die Symptome plötzlich begonnen haben, wiederkehren, oder sehr stark sind.

Wenn das Ergebnis der Ultraschalluntersuchung unklar ist, werden andere Tests wie eine Reihe von Bluttests oder eine Laparoskopie durchgeführt, um eine ektope Schwangerschaft auszuschließen. Bei Bluttests misst der Arzt den Spiegel eines durch die Plazenta erzeugten Hormons, das sogenannte humane Choriongonadotropin (hCG). Wenn der hCG-Spiegel niedrig ist, kann die Schwangerschaft in einem zu frühen Stadium sein, um sie durch eine Ultraschalluntersuchung festzustellen. Wenn der Spiegel hoch ist und bei der Ultraschalluntersuchung keine Schwangerschaft festgestellt wird, besteht die Möglichkeit einer ektopen Schwangerschaft. Bei einer Laparoskopie setzt der Arzt einen kleinen Schnitt direkt unter dem Nabel und führt einen Beobachtungsschlauch (Laparoskop) ein, um so nach einer ektopen Schwangerschaft oder anderen Ursachen für die Unterleibsschmerzen zu suchen.

Die Tests sind davon abhängig, welche Erkrankungen vermutet werden. Tests können Folgendes umfassen:

Behandlung von Unterleibsschmerzen

Wenn die Erkrankung, welche die Unterleibsschmerzen verursacht, festgestellt wurde, ist diese Erkrankung möglichst zu behandeln.

Schmerzmittel können ebenfalls nötig sein. Zunächst wird der Schmerz mit einem nichtsteroidalen Antirheumatikum (NSAR) wie Ibuprofen behandelt. Frauen, die nicht gut auf ein bestimmtes NSAR ansprechen, könnten auf ein anderes ansprechen. Wenn NSAR wirkungslos bleiben, können andere Schmerzmittel oder Hypnose eingesetzt werden.

Wenn die Muskeln vom Schmerz betroffen sind, können Ruhe, Wärme oder Physiotherapie helfen.

In seltenen Fällen, wenn eine Frau starke Schmerzen hat, die trotz Behandlung anhalten, kann eine Hysterektomie (Operation zur Entfernung der Gebärmutter) durchgeführt werden, was aber auch nicht helfen kann.

Grundlegendes bei älteren Frauen

Bei älteren Frauen können die häufigen Ursachen von Unterleibsschmerzen unterschiedlich sein, da manche Erkrankungen mit steigendem Alter der Frau häufiger auftreten, insbesondere nach der Menopause. Offensichtlich sind Erkrankungen in Verbindung mit der Menstruation keine möglichen Ursachen mehr.

Häufige Erkrankungen bei älteren Frauen:

Nach der Menopause sinkt der Östrogenspiegel, wodurch viele Gewebearten geschwächt werden, einschließlich der Knochen, Muskeln (wie die der Blase), und das Gewebe um die Scheide und den Harnleiter herum. Daher treten häufiger Knochenbrüche und Blasenentzündungen auf.

Diese Schwächung kann auch zu einem Beckenorganprolaps beitragen, der symptomatisch wird, wenn die Frau älter wird. Bei diesen Erkrankungen kann das geschwächte oder geschädigte Gewebe die Gebärmutter, die Scheide und andere Organe im Becken nicht mehr an ihrem Platz halten. Als Folge können eines oder mehrere dieser Organe vorfallen (Prolaps).

Ältere Frauen nehmen häufiger Medikamente (insbesondere Opioide) ein, die eine schmerzhafte Verstopfung verursachen können.

Bei älteren Frauen wird die Scheidenschleimhaut nach der Menopause dünner und trocknet aus. Dieser Zustand (atrophische Vaginitis) kann Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen, und Frauen können diese Schmerzen als Unterleibsschmerzen beschreiben oder wahrnehmen.

Beurteilung

Die Beurteilung erfolgt ähnlich wie bei jüngeren Frauen, mit der Ausnahme, dass der Arzt insbesondere auf Symptome von Erkrankungen des Harn- und Verdauungstraktes achtet. Ältere Frauen sollten unverzüglich einen Arzt aufsuchen, wenn sie

  • Plötzlich Gewicht verlieren oder an Appetitlosigkeit leiden

  • Plötzlich an Verdauungsstörungen leiden

  • Plötzliche Stuhlgangveränderungen bemerken

Der Arzt führt daraufhin eine Untersuchung durch, um sicherzustellen, dass die Ursache nicht Eierstockkrebs oder ein Endometriumkarzinom ist.

Bei der Überprüfung, ob eine altersbedingte Ausdünnung der Scheidenschleimhaut vorliegt, befragt der Arzt die Frau, um festzustellen, ob sie sexuell aktiv ist. Wenn ja, kann der Arzt empfehlen, von Geschlechtsverkehr abzusehen, bis die Symptome zurückgegangen sind oder eine Östrogencreme Formen der Hormontherapie Mit der Menopause enden die Menstruationsperioden und somit die Fruchtbarkeit dauerhaft. Über mehrere Jahre vor und unmittelbar nach der Menopause schwankt der Östrogenspiegel stark, die Perioden... Erfahren Sie mehr Formen der Hormontherapie verschreiben.

Wichtigste Punkte zu Unterleibsschmerzen

  • Viele Frauen haben Unterleibsschmerzen.

  • Viele Krankheiten (in Verbindung mit den Fortpflanzungsorganen oder anderen umliegenden Organen) können Unterleibsschmerzen verursachen.

  • Der Arzt kann auf Grund einer Beschreibung des Schmerzes, der Übereinstimmung mit dem Menstruationszyklus und durch eine körperliche Untersuchung wahrscheinliche Ursachen bestimmen.

  • Bei Frauen im gebärfähigen Alter wird stets ein Schwangerschaftstest durchgeführt.

  • Es werden Urintests und üblicherweise auch andere Tests wie Bluttests und eine Ultraschalluntersuchung des Beckens durchgeführt, um die vermutete Diagnose zu bestätigen.

  • Regelschmerzen sind eine häufige Ursache von Unterleibsschmerzen, können aber erst dann diagnostiziert werden, wenn andere Ursachen ausgeschlossen wurden.

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