Msd Manual

Please confirm that you are not located inside the Russian Federation

Lädt...

Urinuntersuchung und Urinkultur

Von

Bradley D. Figler

, MD, University of North Carolina

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2017| Inhalt zuletzt geändert Dez 2017
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Quellen zum Thema

Eine Urinanalyse (Urinuntersuchung) kann bei der Beurteilung von Nieren- und Harnwegserkrankungen notwendig sein. In der Regel wird eine Urinprobe per Clean-Catch-Verfahren (Auffangen des Mittelstrahls in einem Becher) oder durch ein anderes steriles Verfahren gesammelt. Eine Methode beispielsweise, eine Urinprobe ohne Verunreinigungen zu erhalten, ist das Einführen eines Katheters in die Blase.

Mit Urinkulturen, in denen im Labor Bakterien aus einer Urinprobe gezüchtet werden, werden Harnwegsinfektionen diagnostiziert. Das Anlegen dieser Bakterienkulturen ist nicht Bestandteil einer routinemäßigen Urinanalyse. Die Urinprobe muss mit Hilfe des Clean-Catch-Verfahrens ( Erhalten einer Clean-Catch-Urinprobe) oder durch das kurze Einführen eines sterilen Katheters über die Harnröhre in die Harnblase gesammelt werden.

Erhalten einer Clean-Catch-Urinprobe

  • Die Penisspitze des Mannes oder die Harnröhrenöffnung bei der Frau wird in der Regel mit einem kleinen antiseptischen Pad gereinigt.

  • Die ersten Urintropfen, die die Harnröhre auswaschen, werden nicht aufgefangen.

  • Der danach folgende Urin wird in einem sterilen Becher aufgefangen. In der Regel ist die Probe ausreichend, bereits bevor die Blase vollständig entleert wurde (Mittelstrahlurin).

Einfache Labortests können Art und Menge von Eiweiß, Glukose (Zucker), Ketone, Blut und anderen Substanzen im Urin nachweisen. Sie werden mit einem Teststreifen durchgeführt, an dessen Ende sich ein mit Chemikalien getränktes Feld befindet; die Chemikalien reagieren auf Substanzen im Urin, und das Feld verfärbt sich innerhalb von kurzer Zeit. Zur Bestätigung der Testergebnisse werden manchmal komplexere und präzisere Laboruntersuchungen durchgeführt. Der Urin kann unter einem Mikroskop nach eventuell vorhandenen roten und weißen Blutkörperchen, Kristallen und Harnzylindern (Ausgüsse der Nierentubuli oder Sammelrohre; sie entstehen durch glomuläre Ausscheidung von Zellen aus dem Urin, Protein oder beidem) untersucht werden.

Eiweiß im Urin (Proteinurie) lässt sich meistens schnell mit einem Teststreifen nachweisen, wenn größere Mengen vorhanden sind. Je nach Ursache kann das Eiweiß ständig oder nur zeitweise im Urin vorhanden sein. Eine Proteinurie kann auch nach extremer sportlicher Verausgabung, wie beim Marathonlauf, ganz normal sein, aber meist ist es auch ein Zeichen für eine Nierenerkrankung. Kleine Mengen Eiweiß im Urin können ein frühes Zeichen einer Nierenschädigung aufgrund von Diabetes sein. Diese können mit einem Teststreifen unter Umständen nicht festgestellt werden. In diesen Fällen wird der Urin über einen Zeitraum von 12 bis 24 Stunden gesammelt und anschließend im Labor untersucht.

Glukose im Urin (Glukosurie) lässt sich ebenfalls mit einem Teststreifen nachweisen. Der häufigste Grund für Glukose im Urin ist Diabetes mellitus; doch selbst wenn keine Glukose im Blut festgestellt wird, ist das keine Garantie dafür, dass kein Diabetes mellitus vorliegt oder dass dieser gut eingestellt ist. Auch deutet das Vorhandensein von Glukose im Urin nicht unbedingt auf Diabetes oder eine andere Krankheit hin.

Ketone im Urin (Ketonurie) können mit Teststreifen nachgewiesen werden. Sie entstehen, wenn der Körper Fett abbaut. Ketone können im Urin als Folge von Hunger, eines nicht behandelten Diabetes mellitus und in manchen Fällen nach extremem Alkoholkonsum auftreten.

Blut im Urin (Hämaturie) ist mit einem Teststreifen oder bei einer mikroskopischen Untersuchung feststellbar. Manchmal enthält der Urin so viel Blut, dass er rot oder braun verfärbt ist.

Nitrite im Urin (Nitriturie) sind ebenfalls mit einem Teststreifen nachweisbar. Eine hohe Nitritkonzentration deutet auf eine Harnwegsinfektion hin.

Leukozytenesterase (ein Enzym in bestimmten weißen Blutkörperchen) im Urin kann mit einem Teststreifen festgestellt werden. Eine Leukozytenesterase ist ein Zeichen für eine Entzündung, am häufigsten beruht diese auf einer Harnwegsinfektion.

Der Säuregehalt des Urins wird auch mit einem Teststreifen gemessen. Bestimmte Nahrungsmittel und ein chemisches Ungleichgewicht können ihn verändern.

Die Konzentration des Urins (auch Osmolalität genannt, in etwa durch das spezifische Gewicht angegeben) kann je nachdem, ob eine Dehydratation vorliegt, wie viel Flüssigkeit die Person aufgenommen hat und aufgrund anderer Faktoren extrem variieren. Die Urinkonzentration ist manchmal auch wichtig bei der Diagnose einer gestörten Nierenfunktion. Die Nieren verlieren in einem frühen Stadium einer Erkrankung, die eine Niereninsuffizienz zur Folge hat, ihre Fähigkeit, Urin zu konzentrieren. Bei einem bestimmten Test darf der Betroffene 12 bis 14 Stunden kein Wasser oder andere Flüssigkeiten trinken. Bei einem anderen Test wird dem Patienten Vasopressin injiziert (auch als antidiuretisches Hormon bezeichnet). Danach wird die Harnkonzentration gemessen. Normalerweise sollte jedes dieser beiden Testverfahren den Urin stark konzentrieren. Bei bestimmten Nierenerkrankungen jedoch (wie nephrogener Diabetes insipidus) kann der Urin nicht konzentriert werden, selbst wenn die übrigen Funktionen der Niere normal sind.

Das Sediment kann man unter dem Mikroskop untersuchen, um Informationen über eine mögliche Erkrankung der Nieren oder der Harnwege zu erhalten. Normalerweise enthält der Urin eine kleine Anzahl an aus den Harnwegen abgeschilferten Zellen und anderen Rückständen. Bei Personen mit Erkrankungen der Niere oder Harnwege werden gewöhnlich mehr Zellen abgeschilfert, die ein Sediment bilden, wenn man den Urin in einer Zentrifuge schleudert (dabei handelt es sich um ein Laborinstrument, bei dem mithilfe der Zentrifugalkraft Komponenten einer Flüssigkeit getrennt werden) oder sich absetzen lässt.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Blasenkrebs
Video
Blasenkrebs
Zu den Harnwegen gehören zwei Nieren, zwei Harnleiter, die Blase und die Harnröhre. Die Nieren...
3D-Modelle
Alle anzeigen
Die Nierenarterien
3D-Modell
Die Nierenarterien

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN