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Schwangerenbetreuung

Von

Raul Artal-Mittelmark

, MD, Saint Louis University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Aug 2019| Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Kurzinformationen

Idealerweise sollte ein Paar, das den Wunsch nach einem Baby hat, sich bei einem Arzt oder einer medizinischen Fachkraft beraten zu lassen, ob eine Schwangerschaft ratsam wäre. Gewöhnlich ist eine Schwangerschaft sehr sicher. Allerdings können einige Erkrankungen während der Schwangerschaft einen schwerwiegenden Verlauf haben. Außerdem gilt für einige Paare ein erhöhtes Risiko, ein Baby mit einer Erbkrankheit zu bekommen.

Sobald der Kinderwunsch besteht, sollte die Frau mit der täglichen Einnahme eines Multivitaminpräparats mit Folat Folsäuremangel Folsäuremangel tritt häufig auf. Da der Körper nur wenig Folsäure speichern kann, führt eine folsäurearme Ernährung innerhalb weniger Monate zu einem Mangel. Werden ungekochtes Blattgemüse und... Erfahren Sie mehr (Folsäure) beginnen. Die niedrigste empfohlene Menge für Frauen im gebärfähigen Alter beträgt 400 Mikrogramm, manche Experten empfehlen aber auch 600 oder 800 Mikrogramm. Diese Dosen sind häufig in frei verkäuflichen Produkten, wie Multivitaminpräparaten, enthalten. Folsäure reduziert das Risiko eines Geburtsfehlers des Rückenmarks oder Gehirns (Neuralrohrdefekt Neuralrohrdefekte und Spina bifida Neuralrohrdefekte sind bestimmte Geburtsfehler des Gehirns, der Wirbelsäule und/oder des Rückenmarks. Neuralrohrdefekte können zu Nervenschäden, Lernbehinderungen, Lähmungen und zum Tod führen... Erfahren Sie mehr ). Frauen, die bereits ein Kind mit einem Neuralrohrdefekt hatten, sollten eine bedeutend höhere Menge als die üblicherweise empfohlene Dosis nehmen: 4000 Mikrogramm, und zwar sobald sie eine weitere Schwangerschaft planen. Dosierungen ab 1000 Mikrogramm sind nur auf Rezept erhältlich.

Wussten Sie ...

  • Frauen sollten bereits ab dem Kinderwunsch mit der Einnahme eines Multivitaminpräparats mit Folsäure beginnen (um bestimmte Geburtsfehler zu vermeiden) und nicht erst, wenn sie schwanger sind.

Wenn das Paar beschließt, ein Baby zu bekommen, besprechen alle gemeinsam die Möglichkeiten, wie die Schwangerschaft so gesund wie möglich verlaufen könnte. Durch eine gesunde Lebensführung lässt sich das Risiko für bestimmte Schwangerschaftsprobleme mindern.

Folgende Faktoren oder Situationen sollten vermieden werden:

Windpocken und Gürtelrose werden durch Herpesviren verursacht. Während der Entbindung können diese Viren auf den Fötus übertragen werden und schwere Erkrankungen verursachen. Dieses Virus kann auch Lungenentzündungen verursachen, die bei Frauen in manchen Fällen einen schweren Verlauf nehmen.

Durch das Wissen und den Umgang mit solchen Faktoren vor der Schwangerschaft wird möglicherweise das Risiko von Problemen während der Schwangerschaft gesenkt (siehe Risikoschwangerschaft Risikofaktoren für Risikoschwangerschaften Manche Risikofaktoren liegen schon vor, bevor die Frau schwanger wird. Zu diesen Risikofaktoren gehören: Bestimmte körperliche Merkmale wie das Alter und soziale Voraussetzungen der Frau Probleme... Erfahren Sie mehr Risikofaktoren für Risikoschwangerschaften ). Für alle Fragen der Ernährung und Hygiene sowie soziale, emotionale und medizinische Probleme sind Arzt und Hebamme geeignete Ansprechpartner.

Wenn eine Frau einen Arzt oder eine medizinische Fachkraft aufsucht, bevor sie schwanger ist, können ihr alle erforderlichen Impfungen verabreicht werden, z. B. der Impfstoff gegen Röteln Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln Der Masern-, Mumps- und Rötelnimpfstoff (MMR) ist ein Kombinationsimpfstoff, der zum Schutz vor diesen drei Virusinfektionen beiträgt. Der Impfstoff enthält abgeschwächte (attenuierte) Masern-... Erfahren Sie mehr . Der Arzt kann pränatale Multivitamine mit der empfohlenen täglichen Menge (RDA) an Folsäure verschreiben oder auch eine höhere Dosis, wenn die Frau bereits ein Kind mit einem Neuralrohrdefekt hatte und nicht bereits Folsäure einnimmt. Bei Bedarf kann eine genetische Untersuchung Genetisches Screening Genetische Screenings sollen feststellen, ob bei einem Paar ein erhöhtes Risiko besteht, Kinder mit erblichen genetischen Störung zu bekommen. Erbliche genetische Störungen sind Störungen von... Erfahren Sie mehr durchgeführt werden, um festzustellen, ob die Frau und ihr Partner einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, ein Baby mit einer erblichen genetischen Störung zu bekommen.

Erstuntersuchung

Nachdem die Schwangerschaft bestätigt ist, sollte die Frau sich vorzugsweise zwischen 6 und 8 Wochen nach Eintreten der Schwangerschaft körperlich untersuchen lassen. Zu diesem Zeitpunkt kann festgestellt werden, wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten ist und der Entbindungstermin kann so genau wie möglich errechnet werden.

Die erste Untersuchung während der Schwangerschaft erfolgt sehr gründlich. Hierzu zählt Folgendes:

Je nach Situation der Frau können weitere Tests durchgeführt werden. Bei manchen Frauen wird unter Umständen der Schilddrüsenhormonspiegel gemessen (z. B. bei Frauen, die bereits unter einer Schilddrüsenerkrankung, Diabetes, Unfruchtbarkeit oder einer Fehlgeburt litten).

Wenn die Frau Rh-negatives Blut hat, wird dieses auf Antikörper gegen den Rh-Faktor getestet (siehe Rh-Unverträglichkeit Rh-Unverträglichkeit Wenn eine schwangere Frau Rh-negativ, das Kind jedoch Rh-positiv ist, besteht eine Rhesus-Inkompatibilität. Eine Rhesus-Inkompatibilität kann zu einem Abbau der roten Blutkörperchen des Kindes... Erfahren Sie mehr ). Das Immunsystem der Frau produziert diese Antikörper, wenn ihr Rh-negatives Blut mit Rh-positivem Blut in Kontakt kommt, z. B. wenn zuvor eine Schwangerschaft mit einem Fötus mit Rh-positivem Blut bestand. Die Antikörper (sog. Rh-Antikörper) können die Blutkörperchen bei einem Fötus mit Rh-positivem Blut abbauen. Schwere Probleme beim Fötus (sogar Tod) können die Folge sein. Werden die Antikörper bei der Schwangeren frühzeitig festgestellt, können Maßnahmen zum Schutz des Fötus getroffen werden. Allen Frauen mit Rh-negativem Blut wird in der 28. Schwangerschaftswoche Rh(D)-Immunglobulin in einen Muskel gespritzt. Sie erhalten zudem bei jedem Kontakt zwischen dem eigenen Blut und dem des Fötus eine Injektion, zum Beispiel bei Scheidenblutungen, einer Amniozentese und nach der Entbindung. Rh(D)-Immunglobulin reduziert das Risiko des Abbaus der roten Blutkörperchen des Fötus.

Wussten Sie ...

  • Während der Schwangerschaft sollten Tabak, Passivrauchen, Arzneimittel/Drogen, Alkohol, Kontakt mit Katzenklos und Katzenkot sowie Kontakt mit Menschen, die an Windpocken oder Gürtelrose leiden, gemieden werden.

  • Während der Grippesaison sollten sich alle Schwangeren einer Grippeimpfung unterziehen.

Folgeuntersuchungen

Nach der ersten Untersuchung sollte eine Frau ihren Arzt wie folgt aufsuchen:

  • Bis zur 28. Schwangerschaftswoche alle 4 Wochen

  • Bis zur 36. Schwangerschaftswoche dann alle 2 Wochen

  • Danach bis zur Entbindung wöchentlich

Bei jeder Untersuchung werden Gewicht und Blutdruck der Frau bestimmt und die Größe der Gebärmutter notiert, um festzustellen, ob der Fötus normal wächst. Die Knöchel der Frau werden auf Schwellungen untersucht.

Der Herzschlag des Kindes wird von den Ärzten überprüft. Er kann normalerweise nach etwa 10 bis 11 Wochen mit einem Doppler-Sonografiegerät gemessen werden. Sobald ein Herzschlag zu vernehmen ist, wird er bei jedem Termin auf Unregelmäßigkeiten untersucht.

Bei jedem Besuch wird der Urin auf Zucker getestet. Zucker im Urin deutet auf einen Diabetes hin, der unbedingt behandelt werden muss. Wenn der Urin Zucker enthält, wird schnellstmöglich ein Bluttest auf Diabetes durchgeführt. Auch wenn der Urin keinen Zucker enthält, wird jede Frau auf den Typ Diabetes untersucht, den Frauen während der Schwangerschaft entwickeln können (Schwangerschaftsdiabetes Schwangerschaftsdiabetes Bei Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft Diabetes hatten, hängt das Risiko von Komplikationen in der Schwangerschaft damit zusammen, wie lange die Zuckerkrankheit schon besteht und ob... Erfahren Sie mehr ). Dieser Bluttest wird in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Dabei trinkt die Frau eine Flüssigkeit mit einer bestimmten Glukosemenge und eine Stunde später wird der Zuckerwert im Blut gemessen – dies wird als Glukosetoleranztest bezeichnet. Wenn ein Risikofaktor für Schwangerschaftsdiabetes besteht, wird der Test vorzugsweise schon vor der 12. Woche durchgeführt.

Zu den Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes zählen:

Wenn die Ergebnisse des ersten Tests unauffällig sind, werden Frauen mit erhöhtem Risiko in der 24. bis 28. Woche erneut getestet.

Bei jedem Besuch wird außerdem der Urin auf Protein getestet. Protein im Urin kann auf Präeklampsie Präeklampsie und Eklampsie Als Präeklampsie bezeichnet man das erstmalige Auftreten oder eine Verschlimmerung von Bluthochdruck zusammen mit einer vermehrten Eiweißausscheidung im Urin nach der 20. Schwangerschaftswoche... Erfahren Sie mehr hindeuten (eine Art von Bluthochdruck, der sich während der Schwangerschaft entwickelt).

Ultraschall

Die meisten Ärzte sind der Ansicht, dass ein Ultraschall Ultraschall Eine Ultraschalluntersuchung erstellt mit Schallwellen mit hoher Frequenz (Ultraschall) Bilder von inneren Organen und sonstigen Geweben. Ein als „Schallkopf“ bezeichnetes Gerät wandelt elektrischen... Erfahren Sie mehr Ultraschall , das sicherste Abbildungsverfahren, mindestens einmal während der Schwangerschaft gemacht werden sollte, um sicherzustellen, dass der Fötus normal entwickelt ist, und um das erwartete Geburtsdatum zu bestätigen. Er wird meist zwischen der 16. und 20. Schwangerschaftswoche durchgeführt.

Für dieses Verfahren wird ein Gerät, das Schallwellen erzeugt (Sonde) auf dem Bauch der Frau platziert. Die Schallwellen werden verarbeitet und ergeben ein Bild, das auf einem Monitor angezeigt wird. Manchmal, insbesondere während der Anfangsphase der Schwangerschaft, verwendet der Arzt ein Ultraschallgerät, das in die Scheide eingeführt werden kann. Beim Ultraschall entstehen qualitativ hochwertige Bilder, einschließlich Live-Action-Bildern, die den Fötus in Bewegung zeigen. Diese Bilder liefern zum einen dem Arzt die notwendigen Informationen, und zum anderen dienen sie der Beruhigung der Frau.

Ultraschall kann auch für folgende Zwecke eingesetzt werden:

Gegen Ende der Schwangerschaft kann mithilfe des Ultraschalls der vorzeitige Sprung der Fruchtblase, in welcher der Fötus enthalten ist (Blasensprung), festgestellt werden. Der Ultraschall liefert Informationen, mit deren Hilfe Ärzte entscheiden, ob ein Kaiserschnitt erforderlich ist.

Weitere bildgebende Verfahren

Während der Schwangerschaft werden routinemäßig keine Röntgenaufnahmen gemacht, aber bei sicherem Umgang können sie im Notfall erstellt werden. Wenn ein Röntgenbild erforderlich ist, wird der Fötus durch eine mit Blei gefüllte Schutzabdeckung auf dem Unterbauch der Frau abgedeckt, um die Gebärmutter zu bedecken.

Immunisierung

Experten empfehlen Auffrischungsimpfungen für Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten (Tdap Diphtherie-, Tetanus-, Keuchhustenimpfstoff Der Diphtherie-, Tetanus- und Keuchhustenimpfstoff ist ein Kombinationsimpfstoff, der gegen diese drei Krankheiten schützt: Diphtherie verursacht normalerweise eine Entzündung des Rachens und... Erfahren Sie mehr ) nach der 20. Schwangerschaftswoche (vorzugsweise zwischen der 27. und 36. Woche) oder nach der Entbindung, auch wenn die Impfungen auf dem neuesten Stand sind.

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