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Chlamydien- und andere Infektionen

Von

Sheldon R. Morris

, MD, MPH, University of California San Diego

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2018| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2018
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema

Chlamydieninfektionen sind Geschlechtskrankheiten der Harnröhre, des Gebärmutterhalses und des Rektums, die von dem Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht werden. Diese Bakterien können ebenfalls die Schleimhäute des Weißen im Auge (der Bindehaut) und des Rachens infizieren. Andere Bakterien, wie z. B. Ureaplasma und Mykoplasmen, können ebenfalls Harnröhreninfektionen hervorrufen.

  • Die Symptome beinhalten Ausfluss aus dem Penis oder der Vagina und schmerzhaftes oder häufigeres Urinieren.

  • Wenn diese Infektion bei Frauen unbemerkt oder unbehandelt bleibt, kann sie zu Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten und einem erhöhten Risiko einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (ektopische Schwangerschaft) führen.

  • DNA-Tests einer Probe des Ausflusses oder von Urin können Chlamydieninfektionen nachweisen.

  • Antibiotika können diese Infektion heilen, und Sexualpartner sollten immer gleichzeitig behandelt werden.

Mehrere Bakterien können Krankheiten verursachen, die einem Tripper (Gonorrhö) ähnlich sind. Diese Bakterien umfassen Chlamydia trachomatis (Chlamydien), Ureaplasma und Mykoplasmen. Labore können Chlamydien identifizieren, haben aber Schwierigkeiten, die anderen Bakterien zu identifizieren.

Die Chlamydieninfektion ist die am häufigsten gemeldete Geschlechtskrankheit. In den Vereinigten Staaten wurden 2016 knapp 1,6 Millionen Fälle gemeldet. Da diese Infektion häufig keine Symptome verursacht, könnte die Anzahl infizierter Menschen aber doppelt so hoch sein.

Bei Männern verursachen Chlamydien etwa die Hälfte aller urethralen Infektionen (Urethritis), die nicht durch Gonorrhö hervorgerufen wurden. Die meisten anderen Harnröhreninfektionen bei Männern werden wahrscheinlich von Ureaplasma urealyticum oder Mycoplasma genitalium verursacht.

Bei Frauen sind Chlamydien für nahezu alle Gebärmutterhalsinfektionen (Zervizitis) verantwortlich, die Eiter produzieren und nicht durch Gonorrhö hervorgerufen wurden.

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen können Gonorrhö und Chlamydieninfektion gleichzeitig vorkommen.

Chlamydieninfektionen können auch durch Oralverkehr übertragen werden und eine Infektion des Rachens verursachen.

Symptome

Bei Männern beginnen die Symptome einer chlamydialen Urethritis 7 bis 28 Tage, nachdem die Infektion während des Geschlechtsverkehrs erworben wurde. Typisch ist ein leichtes Brennen in der Urethra während des Urinierens, möglicherweise mit einem klaren oder trüben Ausfluss aus dem Penis. Dieser Ausfluss ist normalerweise weniger dickflüssig als der Ausfluss, der durch Gonorrhö verursacht wird. Der Ausfluss kann geringfügig und die Symptome leicht sein. Am frühen Morgen ist jedoch die Penisöffnung oft durch angetrocknete Sekrete gerötet und verklebt. In manchen Fällen beginnt die Infektion dramatischer, mit häufigem Harndrang, schmerzhaftem Wasserlassen und einem eitrigen Ausfluss von der Urethra.

Viele Frauen mit Zervizitis durch Chlamydien haben nur wenige oder keine Symptome. Mitunter kommt es aber zu häufigem Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen und einem Ausfluss mit gelbem Schleim und Eiter aus der Vagina. Geschlechtsverkehr kann schmerzvoll sein.

Chlamydieninfektionen des Rachens sind in der Regel symptomfrei.

Wenn der Mastdarm infiziert ist, können sich rektale Schmerzen oder Druckschmerz und Ausfluss von gelbem Eiter und Schleim aus dem Rektum einstellen.

Ohne entsprechende Behandlung verschlechtern sich die Symptome innerhalb von vier Wochen bei zwei Dritteln der Patienten. Jedoch können Chlamydieninfektionen bei Frauen zu langfristigen Folgen führen, auch wenn die Symptome leicht sind oder gar nicht auftreten. Daher ist bei Frauen die Erkennung und Behandlung der Infektion, wenn auch ohne Symptome, von Bedeutung.

Komplikationen

Bei Frauen kann sich die Infektion bis in den Fortpflanzungsapparat ausbreiten und die Leiter, die die Eierstöcke mit der Gebärmutter verbinden (Eileiter), infizieren. Diese Infektion, Salpingitis genannt, verursacht starke Unterbauchschmerzen. Bei manchen Frauen entzündet sich auch das Bauchfell (Peritoneum) und verursacht eine Bauchfellentzündung, was noch stärkere Schmerzen im Unterbauch verursacht. Diese Infektionen gelten als Beckenentzündung. Mitunter konzentriert sich die Infektion auf den Bereich rund um die Leber im oberen rechten Bauchraum und ruft Schmerzen, Fieber und Erbrechen hervor (so genanntes Fitz-Hugh-Curtis-Syndrom).

Komplikationen beinhalten chronische Bauchschmerzen und eine Vernarbung der Eileiter. Diese Vernarbung kann Unfruchtbarkeit und ektopische Schwangerschaften (außerhalb der Gebärmutter) verursachen.

Bei Männern können die Chlamydieninfektionen die Epididymis befallen (Epididymitis). Die Epididymis ist der gewundene Schlauch oberhalb der Hoden ( Die männlichen Geschlechtsorgane). Diese Infektion verursacht eine schmerzhafte ein- oder beidseitige Schwellung des Hodensacks.

Bei den beiden Geschlechtern können Chlamydien ins Auge übertragen werden, wo sie eine Infektion der Bindehaut (Konjunktivitis) verursachen.

Mögliche Komplikationen von Chlamydieninfektionen

  • Bei Männern

    • Infektion der Nebenhoden

    • Verengung der Harnröhre

  • Bei Frauen

    • Vernarbung der Eileiter

    • Eileiterentzündung (Salpingitis)

    • Infektion des Bauchfells (Peritonitis)

    • Infektion der Gegend rund um die Leber

  • Bei Männern und Frauen

    • Infektion der Bindehaut, die einen Teil des Auges bedeckt (Konjunktivitis)

  • Bei Neugeborenen

    • Konjunktivitis

    • Lungenentzündung (Pneumonie)

Gelegentlich verursachen Genitalinfektionen durch Chlamydien eine Gelenkentzündung, die reaktive Arthritis genannt wird (vormals als Reiter-Syndrom bezeichnet). Es können eines oder auch mehrere Gelenke von der reaktiven Arthritis betroffen sein. Knie- und andere Beingelenke sind am häufigsten betroffen. Diese Entzündung scheint eher eine Immunreaktion auf die genitale Infektion zu sein, als eine Ausbreitung der Infektion zu den Gelenken. Symptome beginnen normalerweise 1 bis 3 Wochen nach der ursprünglichen Chlamydieninfektion. Reaktive Arthritis verursacht gelegentlich weitere Beschwerden, wie z. B. Hautveränderungen an den Füßen, Augenprobleme und Entzündung der Harnröhre.

Neugeborene können mit Chlamydien während der Entbindung infiziert werden, wenn die Mutter eine Chlamydieninfektion am Gebärmutterhals hat. Bei Neugeborenen kann die Infektion zur Pneumonie oder Konjunktivits (neonatale Konjunktivits) führen.

Wussten Sie ...

  • Chlamydieninfektionen sind die am häufigsten gemeldete Geschlechtskrankheit.

  • Da Chlamydieninfektionen und Gonorrhö häufig zusammen auftreten, werden Menschen mit einer der beiden Krankheiten üblicherweise gegen beide behandelt.

Diagnose

  • In der Regel Untersuchung einer Ausflussprobe aus dem Gebärmutterhals, Penis, Rachen oder Mastdarm bzw. Untersuchung einer Urinprobe

Ärzte stützen einen Verdacht auf diese Infektionen auf Symptomen wie Ausfluss aus dem Penis oder dem Gebärmutterhals.

In den meisten Fällen diagnostizieren Ärzte Chlamydieninfektionen, indem sie Tests durchführen, die das spezifische Erbgut (DNA oder RNA) der Bakterien nachweisen. Normalerweise wird eine Probe des Ausflusses aus dem Penis oder dem Gebärmutterhals benutzt. Manchmal werden Frauen gebeten, mit einem Wattestäbchen eine Probe aus der Scheide zu entnehmen. Für manche dieser Tests kann eine Urinprobe benutzt werden. Falls eine Urinprobe möglich ist, kann den Betroffenen die Unannehmlichkeit, einen Tupfer in den Penis oder den Gebärmutterhals eingeführt zu bekommen, oder eine gynäkologische Untersuchung zur Entnahme der Probe erspart werden.

Vermutet der Arzt eine Infektion des Rachens oder Mastdarms, werden möglicherweise von diesen Körperstellen Proben entnommen.

Eine häufig bestehende Gonorrhö kann mit dieser Probe ebenfalls diagnostiziert werden. In der Regel werden auch Bluttests auf Infektionen mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) und Syphilis durchgeführt.

Spezielle Tests für Genitalinfektionen durch Ureaplasma und Mycoplasma werden in der Regel nicht durchgeführt, obwohl derzeit neue diagnostische Tests verfügbar werden. Diese Infektionen werden manchmal diagnostiziert, nachdem Gonorrhö und Chlamydieninfektionen in Menschen mit typischen Symptomen ausgeschlossen wurden.

Screening

Weil Chlamydieninfektionen so häufig sind und weil viele infizierte Frauen keine Symptome haben, werden Tests auf Chlamydieninfektionen und andere Geschlechtskrankheiten für bestimmte sexuell aktive Frauen und Männer empfohlen.

Frauen, die nicht schwanger sind, werden gescreent, wenn ihr Infektionsrisiko durch folgende Faktoren erhöht ist:

  • Sexuell aktiv im Alter von unter 25 Jahren

  • Geschlechtskrankheit in der Vergangenheit

  • Risikoreiches Sexualverhalten (wie z. B. wechselnde Partner, kein regelmäßiger Kondomgebrauch oder Prostitution)

  • Partner, der risikoreiches Sexualverhalten praktiziert oder eine sexual übertragbare Krankheit hat

Bei der ersten Schwangerschaftsuntersuchung und im Laufe des dritten Trimesters werden folgende Schwangere untersucht:

  • Alle im Alter unter 25 Jahren

  • Frauen ab 25 Jahren mit einem erhöhten Infektionsrisiko

Beim Vorliegen einer Chlamydieninfektion werden Frauen behandelt, und die Untersuchungen werden alle 3 bis 4 Wochen nach Beendigung der Behandlung wiederholt, um zu beurteilen, ob die Infektion beseitigt wurde. Diese Frauen werden innerhalb von 3 Monaten erneut untersucht.

Heterosexuelle Männer werden untersucht, wenn sie ein erhöhtes Risiko für Chlamydieninfektion aufweisen, beispielsweise wenn sie mehrere Sexualpartner haben, sich in einer Klinik für Geschlechtskrankheiten behandeln lassen oder bei Aufnahme in eine Justizvollzugsanstalt.

Männer, die Geschlechtsverkehr mit anderen Männern praktizieren, werden ebenfalls in folgenden Fällen untersucht:

  • Wenn sie sexual aktiv sind: Mindestens einmal jährlich

  • Wenn Sie ein erhöhtes Risiko aufweisen: Alle 3 bis 6 Monate

Diese Männer werden unabhängig davon, ob sie Kondome verwenden oder nicht, untersucht. Die Tests werden mithilfe von Proben aus dem Rektum, der Harnröhre oder falls Oralsex praktiziert wurde aus dem Rachen vorgenommen.

Vorbeugung

Folgende allgemeine Maßnahmen können zur Vorbeugung der Chlamydieninfektionen (und anderer Geschlechtskrankheiten) beitragen:

  • Regelmäßige und korrekte Benutzung von Kondomen ( Gebrauch eines Kondoms)

  • Das Vermeiden unsicherer Sexpraktiken, wie häufiger Wechsel der Sexualpartner, oder Geschlechtsverkehr mit Prostituierten oder Partnern, die Sex mit anderen Partnern haben

  • Sofortige Diagnose und Behandlung der Infektion (um eine Ansteckung anderer Menschen zu vermeiden)

  • Identifikation der Sexualpartner/-innen infizierter Personen mit anschließender Beratung oder Behandlung dieser Sexualpartner

Sexuelle Abstinenz (anal, vaginal oder oral) ist der zuverlässigste Weg zur Vorbeugung von Geschlechtskrankheiten, der jedoch häufig unrealistisch ist.

Behandlung

  • Ein Antibiotikum

  • Gleichzeitige Behandlung der Sexualpartner/innen

Chlamydien-, Ureaplasma- und Mycoplasmainfektionen werden mit einem der folgenden Antibiotika behandelt:

  • Eine Einzeldosis des Antibiotikums Azithromycin, eingenommen durch den Mund

  • Doxycyclin, Erythromycin, Levofloxacin oder Ofloxacin, 7 Tage lang durch den Mund eingenommen

Schwangere Frauen werden mit Azithromycin behandelt.

Falls Gonorrhö in Frage kommt, wird zur gleichen Zeit ein Antibiotikum, wie zum Beispiel Ceftriaxon, zwecks Behandlung von Gonorrhö in einen Muskel injiziert. Diese Art der Behandlung ist erforderlich, da die Symptome beider Infektionen ähnlich sind und viele Menschen sie gleichzeitig aufweisen.

Die Symptome können aus einem der folgenden Gründe andauern oder erneut auftreten:

  • Eventuell verursachen andere vorliegende Infektionen die Symptome.

  • Es könnte zu einer erneuten Infektion gekommen sein.

  • Die Chlamydien haben eine Antibiotikaresistenz entwickelt.

In solchen Fällen werden die Untersuchungen auf eine Chlamydieninfektion und Gonorrhö wiederholt, und manchmal werden Untersuchungen auf weitere Infektionen durchgeführt. Anschließend werden die Patienten mit Azithromycin oder mit Moxifloxacin behandelt, wenn Azithromycin bereits angewendet wurde und nicht wirksam war.

Sexualpartner sollten nach Möglichkeit gleichzeitig behandelt werden. Infizierte Menschen und ihre Sexualpartner sollten keinen Geschlechtsverkehr praktizieren, bis die Behandlung mindestens eine Woche lang durchgeführt wurde.

Das Risiko einer erneuten Infektion mit Chlamydien und einem anderen sexuell übertragbaren Erreger innerhalb von 3 bis 4 Monaten ist so hoch, dass sich die Betroffenen zu diesem Zeitpunkt erneut testen lassen sollten.

Weitere Informationen

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