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Pneumokokken-Infektionen

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2021| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2021
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  • Pneumokokken breiten sich durch Husten oder Niesen in der Luft aus.

  • Pneumokokken-Infektionen rufen gewöhnlich Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl hervor. Weitere Symptome sind abhängig vom infizierten Körperbereich.

  • Die Diagnose beruht zum Teil auf den Symptomen oder der Identifizierung des Bakteriums in Proben von infiziertem Material.

  • Kleine Kinder werden routinemäßig gegen diese Infektionen geimpft, und eine Impfung wird allen Personen ab 65 Jahren sowie allen Personen aus Risikogruppen empfohlen.

  • Die Behandlung mit Penicillin oder einem anderen Antibiotikum ist normalerweise sehr wirksam.

Es gibt mehr als 90 Pneumokokken-Arten. Nur einige Arten sind allerdings in der Lage, schwerwiegende Infektionen hervorzurufen.

Pneumokokken kommen bei gesunden Menschen, ihrem natürlichen Wirt, häufig in den oberen Atemwegen vor, und zwar hauptsächlich im Winter und zu Beginn des Frühlings. Die Übertragung der Bakterien auf andere Personen geschieht wie folgt:

  • Einatmen infizierter Tröpfchen nach Niesen oder Husten

  • Enger Kontakt mit einer infizierten Person

Die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung ist in bestimmten Bevölkerungsgruppen, wie Militärpersonal und Obdachlosen, höher. Eher wahrscheinlich ist die Übertragung außerdem in geschlossenen Gruppen, beispielsweise bei Menschen, die in Pflegeheimen oder Langzeitpflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Gefängnissen, Militärstützpunkten, Universitäten oder Schulen, Obdachlosenheimen oder Tagesbetreuungseinrichtungen leben, sich dort aufhalten oder dort arbeiten.

Risikofaktoren

Unter bestimmten Bedingungen erhöht sich das Risiko und der Schweregrad von Pneumokokken-Infektionen:

Auch ansonsten gesunde ältere Menschen neigen zudem zu schwereren Symptomen und Komplikationen, wenn sie sich eine Pneumokokken-Infektion zuziehen.

Symptome und Diagnose

Die Symptome von Pneumokokken-Infektionen variieren je nach Ort der Infektion.

Die meisten Pneumokokken-Infektionen sind an den folgenden Orten angesiedelt:

Pneumokokken-Pneumonie

Die Symptome einer Pneumokokken-Pneumonie Übersicht über Lungenentzündungen Eine Lungenentzündung (Pneumonie) ist eine Infektion der kleinen Lungenbläschen (Alveolen) und des umliegenden Gewebes. Lungenentzündung ist eine der weltweit häufigsten Todesursachen. Oft ist... Erfahren Sie mehr Übersicht über Lungenentzündungen setzen häufig plötzlich ein. Die Betroffenen haben Fieber, Schüttelfrost, ein allgemeines Krankheitsgefühl (Unwohlsein), Atemnot und Husten. Der durch den Husten herausgebrachte Auswurf ist rostrot.

Häufig haben die Betroffenen scharfe, stechende Schmerzen auf einer Seite der Brust. Verschlimmert werden die Schmerzen durch tiefe Atmung und Husten. Bei etwa 40 Prozent der Patienten sammelt sich Flüssigkeit im Raum zwischen den beiden Membranen an, welche die Lunge umgeben (eine Erscheinung, die als Pleuraerguss Pleuraerguss Der Pleuraerguss bezeichnet eine abnorme Ansammlung von Flüssigkeit im Pleuraraum (dem Raum zwischen den beiden Blättern der dünnen Membranen, die die Lunge umgeben). In der Pleurahöhle kann... Erfahren Sie mehr Pleuraerguss bezeichnet wird). Dadurch können sich die Schmerzen im Brustkorb und die Atembeschwerden verschlimmern.

Mit einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs wird nach Anzeichen für eine Lungenentzündung gesucht. Eine Probe des Auswurfs wird unter dem Mikroskop untersucht. Möglicherweise wird eine Probe des Auswurfs, des Eiters oder eine Blutprobe ins Labor geschickt, wo Bakterienkulturen angelegt werden. Pneumokokken sind leicht feststellbar. Es wird auch geprüft, welche Antibiotika am wirksamsten sind (ein Prozess, der als Resistenzprüfung Prüfung auf Anfälligkeit und Empfindlichkeit eines Mikroorganismus gegenüber antimikrobiellen Medikamenten Infektionskrankheiten werden von Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten verursacht. Ärzte vermuten eine Infektion aufgrund der Symptome einer Person, der Ergebnisse einer... Erfahren Sie mehr bezeichnet wird).

Pneumokokken-Meningitis

Menschen mit einer von Pneumokokken ausgelösten Hirnhautentzündung bzw. Meningitis Akute bakterielle Meningitis Akute bakterielle Meningitis ist eine sich rapide entwickelnde Entzündung der Gewebsschichten, die das Gehirn und Rückenmark umgeben (Hirnhäute), und des flüssigkeitsgefüllten Raums zwischen... Erfahren Sie mehr leiden unter Fieber, Kopfschmerzen und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Sie haben eine Genickstarre, durch die Hals- und Kopfbewegungen schmerzhaft und schwierig sind, jedoch sind diese Beschwerden zu Beginn der Erkrankung nicht immer ersichtlich.

Pneumokokken-Meningitis kann u. a. folgende Komplikationen mit sich bringen:

  • Gehörverlust (bei bis zu 50 Prozent der Betroffenen)

  • Krampfanfälle

  • Lernbehinderungen

  • Geistige Funktionsstörung

Zur Diagnose der Pneumokokken-Meningitis erforderlich ist eine Lumbalpunktion Lumbalpunktion Wenn aufgrund der Vorgeschichte und der neurologischen Untersuchung der Verdacht auf eine Krankheit besteht, können weitere Untersuchungen die Diagnose absichern. Die Elektroenzephalographie... Erfahren Sie mehr Lumbalpunktion , bei der eine Probe der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) entnommen wird. Die Probe wird nach Anzeichen auf eine Infektion, wie weiße Blutkörperchen und Bakterien, untersucht.

Pneumokokken-Mittelohrentzündung

Eine durch Pneumokokken hervorgerufene Mittelohrentzündung Akute Mittelohrentzündung Die akute Mittelohrentzündung (Otitis media) wird durch Viren oder Bakterien verursacht, die das Mittelohr befallen. Eine akute Mittelohrentzündung tritt häufig bei Personen auf, die an einer... Erfahren Sie mehr Akute Mittelohrentzündung verursacht Ohrenschmerzen und eine Rötung und Vorwölbung des Trommelfells oder Eiter hinter dem Trommelfell. Eine solche Infektion kann Folgendes auslösen:

Pneumokokken-Bakterien verursachen etwa 30 bis 40 Prozent aller Fälle von Mittelohrentzündungen bei Kindern. Die Pneumokokken-Mittelohrentzündung kehrt häufig wieder.

Die Diagnose der Pneumokokken-Mittelohrentzündung basiert auf Symptomen und dem Ergebnis einer körperlichen Untersuchung. Gewöhnlich werden keine Kulturen angelegt und auch keine weiteren Untersuchungen durchgeführt.

Pneumokokken-Sinusitis

Eine Pneumokokken-Sinusitis Nasennebenhöhlenentzündung Einer Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) liegt gewöhnlich eine Allergie, eine virale oder bakterielle Infektion zugrunde. Einige der häufigsten Symptome einer Nebenhöhlenentzündung... Erfahren Sie mehr betrifft meist die Nebenhöhlen in den Wangenknochen (Kieferhöhlen) und beide Seiten der Nasenhöhle (der Siebbeinhöhlen). Die Infektion verursacht Schmerzen in der Nebenhöhle und Eiterausfluss aus der Nase. Die Infektion kann chronisch werden. Die Infektion kann in den Schädel gelangen und Komplikationen verursachen, wie z. B.:

Die Diagnose einer Sinusitis wird anhand der typischen Symptome gestellt. Eine Computertomographie (CT) wird durchgeführt, wenn Patienten Symptome von Komplikationen aufweisen oder wenn die Patienten an einer chronischen Nebenhöhlenentzündung leiden.

Pneumokokkenbakteriämie

Beim Verdacht auf Bakteriämie wird meist eine Blutprobe entnommen, um im Labor eine Kultur anzulegen und die Bakterien nachzuweisen.

Trotz der Antibiotikabehandlung führt eine Pneumokokkenbakteriämie oft zum Tod, insbesondere bei älteren Menschen, Menschen mit Erkrankungen, die ihr Immunsystem schwächen, oder Personen ohne Milz.

Vorbeugung gegen Pneumokokken-Infektionen

Pneumokokken-Infektionen können mit Impfstoffen und, bei bestimmten Menschen, mit Antibiotika verhindert werden.

Impfstoffe

Es gibt zwei Arten von Impfstoffen gegen Pneumokokken:

Die Impfkalender variieren je nach Alter und medizinischem Zustand des Patienten.

PCV13 wird für folgende Personen empfohlen:

PPSV23 wird für folgende Personen empfohlen:

Antibiotika

Wenn Kinder unter 5 Jahren keine oder eine funktionsgeschwächte Milz haben, werden sie unter Umständen zusätzlich zu der Impfung mit Antibiotika (wie z. B. Penicillin) behandelt. Die Antibiotikatherapie muss in manchen Fällen bis ins Erwachsenenalter hinein fortgesetzt werden.

Behandlung von Pneumokokken-Infektionen

  • Antibiotika

Bei den meisten Pneumokokken-Infektionen wird Penicillin (oder werden ähnliche Medikamente wie Ampicillin und Amoxicillin) verabreicht. Die Einnahme geschieht normalerweise in Tablettenform, jedoch kann das Medikament auch intravenös verabreicht werden, wenn die Infektion schwer ist.

Es treten immer häufiger Pneumokokken auf, die gegen Penicillin resistent sind. Aus diesem Grund werden oft andere Antibiotika wie etwa Ceftriaxon, Cefotaxim, Fluorchinolone (wie z. B. Levofloxacin), Vancomycin, Lefamulin oder Omadacyclin verabreicht. Vancomycin ist gegen eine durch Pneumokokken bedingte Meningitis nicht immer wirksam. Deshalb erhalten Meningitispatienten in der Regel Ceftriaxon oder Cefotaxim, Rifampin oder beide sowie Vancomycin.

Weitere Informationen

Im Folgenden handelt es sich um einige englischsprachige Hilfsmittel, die nützlich sein könnten. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quellen verantwortlich ist.

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