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Beurteilung des Gastrointestinalpatienten

Von

Stephanie M. Moleski

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2017
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Gastrointestinale Symptome und Erkrankungen sind recht häufig. Anamnese und körperliche Untersuchung sind oft ausreichend, um eine Aussage bei einem Patienten mit leichten Beschwerden machen zu können; in anderen Fällen sind Tests notwendig.

Historie

Mit offenen, interviewähnlichen Fragen identifiziert der Arzt die Lokalisation und Qualität der Symptome sowie aller Faktoren, die sie verschlimmern oder verbessern.

Bauchschmerzen sind häufige GI-Beschwerden (vgl. Akute Bauchschmerzen und Chronische und wiederkehrende Bauchschmerzen). Bei der Diagnose kann die Bestimmung der Region, in der der Schmerz auftritt, hilfreich sein. Beispielsweise kann Schmerz im Epigastrium auf Probleme der Bauchspeicheldrüse, des Magens oder des Dünndarms hinweisen. Schmerzen im rechten oberen Quadranten können für Probleme der Leber, der Gallenblase und Gallenwege, wie Cholezystitis oder Hepatitis, stehen. Schmerzen im rechten unteren Quadranten können auf eine Entzündung der Appendix, des terminalen Ileums oder Zäkums hinweisen, was eine Appendizitis, Ileitis oder einen Morbus Crohn nahe legt. Schmerzen im linken unteren Quadranten können auf eine Divertikulitis oder Verstopfung hindeuten. Schmerzen entweder im linken oder rechten unteren Quadranten können auf eine Kolitis, Ileitis oder Ursachen im Eierstock (bei Frauen) hinweisen.

Fragen zur Schmerzausstrahlung können bei der Diagnosefindung helfen. Zum Beispiel können in der Schulter ausstrahlende Schmerzen eine Cholezystitis widerspiegeln, da die Gallenblase das Zwerchfell reizen kann. Ausstrahlende Schmerzen in den Rücken können für eine Pankreatitis stehen. Aussagen über den Charakter (d. h. stechend und anhaltend, periodisch dumpfe Schmerzen) und das Einsetzen (plötzlich einsetzend, wie als Folge eines perforierten Viszeralorgans oder einer rupturierten Eileiterschwangerschaft) des Schmerzes können bei der Differenzierung der Ursachen hilfreich sein.

Die Patienten sollten nach Änderungen in Ernährung und Ausscheidung befragt werden. In Bezug auf die Ernährung sollten die Patienten über Schwierigkeiten beim Schlucken (Dysphagie,, Appetitlosigkeit und das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen) befragt werden. Falls die Patienten erbrechen, sollten sie über die Häufigkeit und die Dauer befragt werden und ob sie Blut oder kaffeesatzartiges Material, das auf eine gastrointestinale Blutunghinweist, festgestellt haben. Außerdem sollten Patienten nach der Art und Menge der Flüssigkeiten befragt werden, die sie - falls überhaupt - versucht haben zu trinken und ob sie sie bei sich halten konnten.

In Bezug auf Ausscheidung sollten die Patienten befragt werden nach dem letzten Stuhlgang, der Stuhlgangsfrequenz und ob sie von ihrer typischen Frequenz abweicht. Es ist sinnvoller, spezifische, quantitative Informationen über den Stuhlgang zu erfragen als lediglich sich danach zu erkundigen, ob eine Verstopfung oder Diarrhoe vorliegt, weil diese Begriffe für verschiedene Personen unterschiedliche Bedeutungen haben. Die Patienten sollten auch gebeten werden, die Farbe und Konsistenz des Stuhls zu beschreiben, ebenso, ob der Stuhl schwarz oder blutig (Hinweis auf gastrointestinale Blutung), eitrig oder schleimig aussah. Patienten, die Blut bemerkt haben, sollten gefragt werden, ob es dem Stuhl anhaftete, mit dem Stuhl vermischt war oder ob das Blut ohne Stuhl ausgeschieden wurde.

Eine gynäkologische Anamnese ist bei Frauen wichtig, weil sich gynäkologische und geburtshilfliche Störungen durch gastrointestinale Symptome manifestieren können.

Begleitende unspezifische Symptome wie Fieber oder Gewichtsverlust müssen beurteilt werden. Gewichtsverlust ist ein Begleitsymptom, das auf eine ernstere Situation wie Krebs hinweisen kann, der Arzt sollte dann eine weitergehende Diagnostik veranlassen.

Patienten berichten in Abhängigkeit von ihrer Persönlichkeit, von der Bedeutung der Erkrankung für ihre Lebenssituation und von soziokulturellen Einflüssen unterschiedlich über ihre Symptome. Beispielsweise können Übelkeit und Erbrechen von einem schwer depressiven Patienten heruntergespielt oder nur sehr indirekt geschildert werden, von einem hysterischen dagegen mit dramatischer Deutlichkeit.

Wichtige Bestandteile der Anamnese sind kürzlich diagnostizierte gastrointestinale Erkrankungen, frühere chirurgische Eingriffe am Abdomen und die Einnahme von Medikamenten und Substanzen, die gastrointestinale Symptome (z. B. NSAR, Alkohol) verursachen könnten.

Körperliche Untersuchung

Die körperliche Untersuchung kann mit der Inspektion des Mund-Rachen-Raums beginnen, um eine Hydratation, Ulzera oder mögliche Entzündungen zu beurteilen.

Die Inspektion des Abdomens in Rückenlage zeigt eine Vorwölbung der Bauchdecken bei Darmverschluss, Aszites oder selten bei Vorliegen einer großen Raumforderung. Mithilfe der Auskultation werden die Darmgeräusche analysiert und das Vorhandensein weiterer Geräusche festgestellt. Mithilfe der Perkussion kann man einen hypersonoren (tympanischen) Schall bei Darmverschluss und eine Dämpfung bei Aszites erfassen und die Lebergröße bestimmen. Bei der Palpation geht man systematisch vor, indem man vorsichtig mit der Erfassung von druckempfindlichen Regionen beginnt und, wenn es der Patient toleriert, weiter vorsichtig tiefer palpiert, um eine Masse zu lokalisieren oder eine Organvergrößerung festzustellen.

Wenn der Bauch schmerzhaft ist, sollte bei den Patienten auf peritoneale Zeichen wie Abwehrspannung und Loslassschmerz geachtet werden. Die Abwehrspannung ist eine unwillkürliche Kontraktion der Bauchmuskulatur, die langsamer und dauerhafter ist als das schnelle willkürliche Zurückzucken bei besonders empfindlichen und ängstlichen Patienten. Loslassschmerz ist ein deutliches Zurückzucken als Reaktion auf ein schnelles Zurückziehen der Hand des Untersuchers.

Die Inguinalregion und alle operativen Narben sollten auf das Vorliegen von Hernien palpiert werden.

Eine digital rektale Untersuchung mit Testung auf okkultes Blut und (bei Frauen) eine Untersuchung des Beckens komplettieren die Abklärung des Abdomens.

Testing

Bei Patienten mit akuten, nichtspezifischen Symptomen (z. B. Dyspepsie, Übelkeit) und wenig bemerkenswerter körperlicher Untersuchung muss man selten weitere Testverfahren einsetzen. Befunde, die den Verdacht auf eine signifikante Erkrankung (Alarmsymptome) begründen, sollten Anlass zu weiterer Abklärung geben:

  • Anorexie

  • Anämie

  • Blut im Stuhl (makroskopisch oder okkult)

  • Dysphagie

  • Fieber

  • Hepatomegalie

  • Schmerzen, die den Patienten aufwecken

  • Anhaltende Übelkeit und Erbrechen

  • Gewichtsverlust

Chronische und rezidivierende Symptome erfordern auch bei einer im Wesentlichen unauffälligen Untersuchung ebenfalls weitere Abklärung. Diagnostische und therapeutische Verfahren im Gastrointestinaltrakt für spezifische gastrointestinale Tests.

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