Morbus Crohn

(Regionale Enteritis, Granulomatöse Ileitis oder Granulomatöse Ileokolitis)

Vollständige Überprüfung: März 2026 VonAaron E. Walfish, MD, Mount Sinai Medical Center | Rafael Antonio Ching Companioni, MD, HCA Florida Gulf Coast Hospital | Peer-Review durchMinhhuyen Nguyen, MD, Fox Chase Cancer Center, Temple University
Letzte Aktualisierung: März 2026
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Der Morbus Crohn ist als chronische transmurale Darmntzündung definiert, die in der Regel das distale Ileum und das Kolon befällt, aber auch in jedem Abschnitt des Gastrointestinaltrakts auftreten kann. Zu den Symptomen gehören Diarrhö und abdominale Schhmerzen. Abszesse, interne und externe Fisteln und Darmverschluss können auftreten. Extraintestinale Symptome, v. a. Arthritis, kommen ebenfalls vor. Die Diagnose wird koloskopisch und durch bildgebende Verfahren gestellt. Die Behandlung variiert je nach Schweregrad der Erkrankung. Leichte Erkrankungsformen können mit Budesonid behandelt werden. Die Behandlung mittelschwerer bis schwerer Erkrankungen kann Glukokortikoide, Immunmodulatoren, Biologika, niedermolekulare Wirkstoffe und häufig auch chirurgische Eingriffe umfassen.

(Siehe auch Übersicht zu entzündlichen Darmerkrankheiten.)

Pathophysiology of Crohn Disease

Morbus Crohn beginnt mit einer entzündlichen Reaktion der Krypten und mit Kryptenabszessen, die zu kleinen fokalen aphthoiden Ulzera fortschreiten. Diese Schleimhautschäden können sich zu tiefen longitudinalen und transversalen Ulzera mit dazwischenliegendem Schleimhautödem weiterentwickeln und auf diese Weise das charakteristische Bild eines Pflastersteinreliefs hervorrufen.

Die transmurale Ausbreitung der Entzündung führt zu einem Lymphödem und zu einer Verdickung der Darmwand und des Mesenteriums. Das mesenterische Fett weitet sich typischerweise auf die Serosaoberfläche des Darms aus. Die mesenterialen Lymphknoten sind häufig vergrößert. Die ausgeprägte Entzündungsreaktion kann zur Hypertrophie der Musculares mucosae, Fibrose und zu Strikturbildungen und damit zum Darmverschluss führen.

Abszesse treten häufig auf, Fisteln penetrieren oft in die anliegenden Strukturen, inkl. anderer Darmschlingen, der Blase oder des M. psoas. Fisteln können sich auch bis in die Haut am vorderen Abdomen oder in die Flanken erstrecken. Perianale Fisteln und Abszesse (zusammen mit anderen perianalen Befunden) treten in 20 % der Fälle auf, unabhängig vom Vorliegen intraabdomineller Krankheitsaktivität; diese Komplikationen gehören häufig zu den belastendsten Aspekten des Morbus Crohn (1).

Nichtverkäsende Granulome können in den Lymphknoten, im Peritoneum, in der Leber und allen Schichten der Darmwand vorkommen. Obwohl Granulome, sofern vorhanden, pathognomonisch sind, lassen sie sich bei der Mehrzahl der Patienten mit Morbus Crohn nicht nachweisen (1, 2). Das Vorkommen von Granulomen scheint mit dem klinischen Verlauf der Krankheit nicht in Verbindung zu stehen.

Die Segmente des erkrankten Darms sind vom benachbarten normalen Darm scharf demarkiert (sog. skip areas), daher der Name regionale Enteritis (1).

  • Etwa ein Drittel der Fälle von Morbus Crohn betrifft ausschließlich das Ileum (Ileitis) (4).

  • Etwa ein Drittel umfassen Ileum und Colon (Ileocolitis), mit einer Vorliebe für die rechte Seite des Dickdarms.

  • Etwa ein Drittel betreffen den Darm allein (granulomatöse Kolitis), von denen die meisten, im Gegensatz zu Colitis ulcerosa das Rektum aussparen.

Crohn-Ileitis
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Das Ileum ist in etwa 80% der Fälle von Morbus Crohn entzündet.

Image provided by David M. Martin, MD.

Gelegentlich ist der Dünndarm betroffen (Jejunoileitis). Magen, Zwölffingerdarm oder Ösophagus sind klinisch nur selten betroffen, obwohl oft ein mikroskopischer Nachweis der Krankheit im Magenantrum gelingt, vor allem bei jüngeren Patienten. Wenn keine chirurgischen Maßnahmen durchgeführt werden, breitet sich die Krankheit beinahe nie auf Regionen des Dünndarms aus, die bei der Erstdiagnose nicht befallen waren.

Klassifikation

Morbus Crohn wird in drei Hauptverhaltensmuster eingeteilt (5): (1) primär entzündlich, das sich nach mehreren Jahren häufig zu (2) primär stenosierend entwickelt; oder (3) primär penetrierend bzw. fistulierend. Dies korrespondiert direkt mit der folgenden Verhaltensklassifikation nach Vienna/Montreal (6):

  • B1 = Nicht-stenosierend, nicht-penetrierend (entzündlich)

  • B2 = Stenosierend

  • B3 = Penetrierend (+ Montreal fügt den perianalen Modifikator „p“ hinzu)

Diese verschiedenen klinischen Muster erfordern unterschiedliche therapeutische Ansätze. Es gibt genetische Daten, die auf eine molekulare Basis dieser Klassifikation hinweisen.

Komplikationen

Es besteht ein erhöhtes Karzinomrisiko in den betroffenen Dünndarmsegmenten. Patienten mit einem Kolonbefall haben ein Langzeitrisiko für kolorektales Karzinom wie bei der Colitis ulcerosa, vorausgesetzt, es bestehen das gleiche Ausmaß und die gleiche Dauer der Krankheit (7).

Chronische Malabsorption kann Nährstoffmängel, insbesondere von Vitamin D und B12, hervorrufen.

Die toxische Kolitis ist eine seltene Komplikation des Morbus Crohn im Dickdarm. Es ist ein klinisches Syndrom von Ileus, begleitet von Kolon-Dilatation, durch Röntgenaufnahmen nachgewiesene; viele Fälle müssen aggressiv mit chirurgischem Eingriff behandelt werden.

Literatur zur Pathophysiologie

  1. 1. Dolinger M, Torres J, Vermeire S. Crohn's disease. Lancet. 2024;403(10432):1177-1191. doi:10.1016/S0140-6736(23)02586-2

  2. 2. Johnson CM, Hartman DJ, Ramos-Rivers C, et al. Epithelioid Granulomas Associate With Increased Severity and Progression of Crohn's Disease, Based on 6-Year Follow-Up. Clin Gastroenterol Hepatol. 2018;16(6):900-907.e1. doi:10.1016/j.cgh.2017.12.034

  3. 3. Dulai PS, Singh S, Vande Casteele N, et al. Should we divide Crohn's disease into ileum-dominant and isolated colonic diseases? Clin Gastroenterol Hepatol. 17(13):2634-2643, 2019. doi: 10.1016/j.cgh.2019.04.040

  4. 4. Lichtenstein GR, Loftus EV, Afzali A, et al. ACG Clinical Guideline: Management of Crohn's Disease in Adults. Am J Gastroenterol. 2025;120(6):1225-1264. Published 2025 Jun 3. doi:10.14309/ajg.0000000000003465

  5. 5. Silverberg MS, Satsangi J, Ahmad T, et al. Toward an integrated clinical, molecular and serological classification of inflammatory bowel disease: report of a Working Party of the 2005 Montreal World Congress of Gastroenterology. Can J Gastroenterol. 2005;19 Suppl A:5A-36A. doi:10.1155/2005/269076

  6. 6. Satsangi J, Silverberg MS, Vermeire S, Colombel JF. The Montreal classification of inflammatory bowel disease: controversies, consensus, and implications. Gut. 2006;55(6):749–753.

  7. 7. Beaugerie L, Itzkowitz SH. Cancers complicating inflammatory bowel disease. N Engl J Med. 2015;372(15):1441-1452. doi:10.1056/NEJMra1403718

Symptome und Anzeichen von Morbus Crohn

Die häufigsten Erscheinungsformen von Morbus Crohn sind

  • Chronische Diarrhö mit Bauchschmerzen, Fieber, Anorexie und Gewichtsverlust.

  • Das Abdomen ist empfindlich und es kann eine Masse palpierbar sein.

Die Symptome können Tage oder Wochen andauern und auch ohne Behandlung wieder abklingen. Eine vollständige und dauerhafte Genesung nach einer einzigen Episode ist äußerst selten. Morbus Crohn flackert im Laufe des Lebens eines Patienten fast immer in unregelmäßigen Abständen auf. Wiederkehrende Entzündungen treten meist im selben Darmabschnitt auf. Schübe können leicht oder schwer, kurz oder langanhaltend sein. Schwere Schübe können zu intensiven, anhaltenden Schmerzen, Fieber und Dehydrierung führen.

Stärkere rektale Blutungen treten in der Regel nicht auf, ausgenommen bei isoliertem Kolonbefall, der sich ähnlich wie eine Colitis ulcerosa manifestieren kann. Einige Patienten erscheinen mit akutem Abdomen, das eine akute Appendizitis oder einen Darmverschluss vortäuscht. Etwa 20 bis 25 % der Patienten haben eine perianale Erkrankung (insbesondere Fissuren und Fisteln), die manchmal das prominenteste oder sogar erste Symptom darstellt (1–3).

Bei Wiederauftreten der Krankheit variieren die Symptome. Schmerz ist das häufigste Symptom, er tritt sowohl beim einfachen erneuten Wiederauftreten der Krankheit als auch bei komplizierenden Abszessen auf. Bei Patienten mit schweren Entzündungsschüben oder Abszessen besteht häufig eine ausgeprägte Empfindlichkeit, Schmerzhaftigkeit, Abwehrspannung und ein schweres allgemeines toxisches Krankheitsbild. Stenotische Segmente können einen Darmverschluss verursachen, mit Koliken, Aufblähung des Abdomens, Obstipation und Erbrechen. Ebenso können Adhäsionen nach vorausgegangenen operativen Eingriffen einen Darmverschluss hervorrufen, der meist plötzlich entsteht, ohne Prodromi wie Fieber, Schmerz und Krankheitsgefühl, wie sie typischerweise bei einem Verschluss aufgrund eines entzündlichen Schubes des Morbus Crohn auftreten. Enterovesikale Fisteln können zur Bildung von Luftblasen im Urin (Pneumaturie) führen. Drainierende kutane Fisteln können auftreten. Eine freie Perforation in die Bauchhöhle ist ein seltenes Ereignis.

Die chronische Krankheit verursacht eine Reihe von systemischen Symptomen wie Fieber, Gewichtsverlust, Fehlernährung und andere extraintestinale Manifestationen.

Bei Kindern herrschen oft extraintestinale Manifestationen vor: Arthritis, Fieber unbekannter Ursache, Anämie oder Wachstumsverzögerungen, wohingegen Bauchschmerzen und Diarrhö nicht bestehen müssen.

Literatur zu Symptomen und Beschwerden

  1. 1. Dolinger M, Torres J, Vermeire S. Crohn's disease. Lancet. 2024;403(10432):1177-1191. doi:10.1016/S0140-6736(23)02586-2

  2. 2. Tsai L, McCurdy JD, Ma C, Jairath V, Singh S. Epidemiology and Natural History of Perianal Crohn's Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis of Population-Based Cohorts. Inflamm Bowel Dis. 2022;28(10):1477-1484. doi:10.1093/ibd/izab287

  3. 3. Lichtenstein GR, Loftus EV, Afzali A, et al. ACG Clinical Guideline: Management of Crohn's Disease in Adults. Am J Gastroenterol. 2025;120(6):1225-1264. Published 2025 Jun 3. doi:10.14309/ajg.0000000000003465

Diagnose von Morbus Crohn

  • MRT- oder CT-Enterographie

  • Koloskopie mit Darstellung des terminalen Ileums

  • Manchmal konventionelles CT, Ultraschall, Ösophagogastroduodenoskopie, Enteroskopie und/oder Videokapselendoskopie

  • Technische Untersuchungen

Der Verdacht auf einen Morbus Crohn stellt sich bei Patienten mit entzündlicher oder Verschlusssymptomatik oder bei Patienten ohne hervorstechende gastrointestinale Symptome, aber mit perianalen Fisteln oder Abszessen oder mit einer anderweitig nicht erklärbaren Arthritis, Erythema nodosum, Fieber, Anämie oder (bei Kindern) Wachstumshemmung. Eine positive Familienanamnese für Morbus Crohn erhöht den Verdacht.

Obwohl Bildgebung und Biopsie zur Diagnosestellung eingesetzt werden, kann die Labordiagnostik der Bildgebung vorausgehen, um systemische Entzündungen zu beurteilen, Infektionen auszuschließen oder andere Ursachen unspezifischer Symptome zu evaluieren.

Andere gastrointestinale Krankheiten, besonders Colitis ulcerosa können ähnliche Befunde und Symptome aufweisen (z. B. Bauchschmerzen, Diarrhö). Die Abgrenzung zur Colitis ulcerosa kann in Fällen, in denen der Morbus Crohn auf das Kolon beschränkt ist, eine Herausforderung darstellen. Da jedoch das therapeutische Vorgehen bei beiden ähnlich ist, bekommt die Unterscheidung nur dann Bedeutung, wenn ein operatives Vorgehen oder eine experimentelle Therapie in Erwägung gezogen werden.

Bei Patienten, die sich mit einem akuten Abdomen vorstellen (entweder zu Beginn oder während eines Rückfalls), sollte eine CT-Untersuchung des Abdomens durchgeführt werden. Diese Untersuchungen zeigen Verschluss, Abszesse oder Fisteln und andere mögliche Ursachen eines akuten Abdomens (z. B. Appendizitis). Mithilfe des Ultraschalls kann eine gynäkologische Krankheit bei Frauen mit Beschwerden im unteren Abdomen und im Becken besser abgegrenzt werden.

Wenn die Erstmanifestation weniger akut ist, sind MR‑ und CT‑Enterographie, die hochauflösende CT‑ oder MR‑Bildgebung mit großen Mengen oral aufgenommenen Kontrastmittels kombinieren, die Untersuchungen der Wahl (1, 2). Diese bildgebenden Verfahren sind nahezu diagnostisch, wenn sie charakteristische Stenosen oder Fisteln mit begleitender Separation von Darmschlingen zeigen. Eine Ösophagus‑Magen‑Dünndarm‑Passage mit Darstellung des terminalen Ileums ist der konventionellen CT‑Diagnostik vorzuziehen und stellt eine Alternative dar, wenn diese fortgeschrittenen bildgebenden Verfahren nicht verfügbar sind.

Bei der Erstuntersuchung von Patienten mit Verdacht auf Morbus Crohn wird eine Koloskopie (einschließlich Biopsie, Entnahme von Proben zur Untersuchung auf enterische Erreger und, sofern möglich, Darstellung des terminalen Ileums) empfohlen (3). Dies kann insbesondere in atypischen Fällen (z. B. bei vorwiegend Durchfall und nur minimalen Schmerzen) hilfreich sein. Eine endoskopische Untersuchung des oberen GIT kann eine subtile Beteiligung von Magen und Duodenum auch in solchen Fällen aufdecken, in denen keine Symptome eines Befalls des oberen Gastrointestinaltrakts bestehen.

Der intestinale Ultraschall (IUS) wird zur Überwachung der Krankheitsaktivität eingesetzt. IUS wird als Alternative zu Endoskopien, der Magnetresonanz-Elastographie (MRE), der CT-Elastographie (CTE) und Biomarkern eingesetzt, indem die Darmwand, das Mesenterium und angrenzende Strukturen untersucht werden. IUS ist ein wichtiges Hilfsmittel bei bestimmten Patientengruppen, wie beispielsweise Schwangeren, Patienten mit schweren Begleiterkrankungen und Patienten mit Adipositas (4).

Wenn der Befund fraglich ist, kann eine CT Enteroklyse oder eine Videokapsel-Enteroskopie oberflächliche aphthöse und lineare Geschwüre zeigen. Ein Bariumkontrasteinlauf kann angewendet werden, wenn die Symptome vorwiegend dem Dickdarm zugeordnet werden (z. B. Diarrhö), er kann den Reflux von Barium ins terminale Ileum mit Unregelmäßigkeiten, Knotigkeit, Steifheit, Wandverdickung und eingeengtem Lumen zeigen. Differenzialdiagnosen bei Patienten mit ähnlichen Röntgenbefunden umfassen Karzinome des Zäkums, ileales Karzinoid, Lymphom, systemische Vaskulitis, Bestrahlungsenteritis, ileozäkale Tuberkulose und Amöbom.

Ulkus des Ileums bei Morbus Crohn
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Dieses Foto zeigt die Videokapselendoskopie eines charakteristischen aphthösen Ulkus bei Morbus Crohn. Das Ulkus (Pfeil) ist eine kleine, zentrale, weiße Vertiefung mit einem leicht erhabenen und erythematösen Rand.

Photo courtesy of Drs. Aaron E. Walfish and Rafael A. Ching Companioni.

Technische Untersuchungen

Zu den empfohlenen Laboruntersuchungen gehört die Bestimmung des Calprotectins im Stuhl, um eine Entzündung des Dickdarms festzustellen. In weiteren Untersuchungen sollten Anämie, Dehydrierung und Elektrolytstörungen, der Ernährungszustand sowie pathogene Erreger im Stuhl, einschließlich C. difficile, untersucht werden (3).

Um Mangelzustände erkennen zu können, sollten die Vitamin D- und B12-Werte alle 1–2 Jahre überprüft werden. Zusätzliche Labormessungen wie die Werte wasserlöslicher Vitamine (Folsäure und Niacin), fettlöslicher Vitamine (A, D, E und K) und von Mineralien (Zink, Selen und Kupfer) sind zu überprüfen, wenn Mangelzustände vermutet werden.

Die Lebertests sollten auch durchgeführt werden; eine erhöhte alkalische Phosphatase und Gamma-Glutamyltranspeptidase sind bei Patienten mit einem Kolonbefall für das Bestehen einer primär sklerosierenden Cholangitis verdächtig. Eine Leukozytose und erhöhte Spiegel von Akute-Phase-Proteinen (z. B. Erythrozytensedimentationsrate, CRP) sind unspezifische Zeichen, können aber im Verlauf als Aktivitätsparameter der Krankheit nützlich sein.

Die Überwachung der Knochenmineraldichte, in der Regel mittels Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA), sollte bei allen Patienten mit chronisch-entzündlicher Darmerkrankung (CED) unabhängig von Geschlecht oder Alter in Betracht gezogen werden (5).

Serologische Marker werden für die Routinediagnose von Morbus Crohn im Allgemeinen nicht empfohlen (3). Perinukleäre antineutrophile zytoplasmatische Antikörper sind bei 50–70 % der Patienten mit Colitis ulcerosa und nur bei 5–20 % der Patienten mit Morbus Crohn nachweisbar und können in Kombination mit Antikörpern gegen Saccharomyces cerevisiae zur Klassifikation einer indeterminierten Kolitis beitragen (6). Spezifische Antikörper gegen mikrobielle Antigene, einschließlich Anti-Saccharomyces cerevisiae, Anti-OmpC, Anti-CBir1 und Anti-Pseudomonas fluorescens-assoziierte Sequenz I2, können zur Vorhersage von Krankheitsschwere und -progression nützlich sein (7).

den Schweregrad der Krankheit zu beurteilen;

Die Krankheitsaktivität bei Morbus Crohn wird üblicherweise anhand einer integrierten Bewertung klinischer Symptome und funktioneller Einschränkungen, objektiver Entzündungsaktivität (z. B. CRP und/oder fäkales Calprotectin), endoskopischer und/oder schnittbildgebender Befunde sowie des Vorliegens von Komplikationen und des Ansprechens auf vorherige Therapien als mild, moderat oder schwer beschrieben. Bei milder Erkrankung liegen typischerweise tolerable Symptome ohne systemische Toxizität vor, bei erhaltener oraler Nahrungsaufnahme und minimalem oder fehlendem Gewichtsverlust; die Patientinnen und Patienten sind in der Regel mobil und afebril, wobei Bauchschmerzen und Diarrhö auftreten können. Eine schwere Erkrankung wird durch eine hohe Symptomlast mit funktioneller Beeinträchtigung, systemische Manifestationen (z. B. Fieber, Tachykardie), erheblichen Gewichtsverlust oder Mangelernährung, ausgeprägte Entzündungsaktivität, Versagen einer ambulanten Therapie und/oder eine komplizierte Erkrankung wie Obstruktion, Fistel oder intraabdominellen Abszess nahegelegt; die Symptome sind häufig refraktär, bis eine wirksame Therapieeskalation erfolgt. Morbus Crohn wird zudem phänotypisch nach dem Alter bei der Diagnose, der Lokalisation der Erkrankung und dem Krankheitsverhalten (entzündlich, strikturierend oder penetrierend) klassifiziert, wobei eine perianale Erkrankung als Modifikator erfasst wird (8).

Literatur zur Diagnose

  1. 1. Dolinger M, Torres J, Vermeire S. Crohn's disease. Lancet. 2024;403(10432):1177-1191. doi:10.1016/S0140-6736(23)02586-2

  2. 2. Hameed M, De Kock I, Stoker J, Taylor SA. ESR Essentials: diagnosis and assessment of treatment response in patients with luminal Crohn's disease-practice recommendations by the European Society of Gastrointestinal and Abdominal Radiology. Eur Radiol. Published online June 11, 2025. doi:10.1007/s00330-025-11620-2

  3. 3. Lichtenstein GR, Loftus EV, Afzali A, et al. ACG Clinical Guideline: Management of Crohn's Disease in Adults. Am J Gastroenterol. 2025;120(6):1225-1264. Published 2025 Jun 3. doi:10.14309/ajg.0000000000003465

  4. 4. Chavannes M, Dolinger MT, Cohen-Mekelburg S, Abraham B. AGA Clinical Practice Update on the Role of Intestinal Ultrasound in Inflammatory Bowel Disease: Commentary. Clin Gastroenterol Hepatol. 2024;22(9):1790-1795.e1. doi:10.1016/j.cgh.2024.04.039

  5. 5. Caldera F, Kane S, Long M, Hash JG. AGA Clinical Practice Update on Noncolorectal Cancer Screening and Vaccinations in Patients With Inflammatory Bowel Disease: Expert Review. Clin Gastroenterol Hepatol. 2025;23(5):695-706. doi:10.1016/j.cgh.2024.12.011

  6. 6. Bosch X, Guilabert A, Font J. Antineutrophil cytoplasmic antibodies. Lancet. 2006;368(9533):404-418. doi:10.1016/S0140-6736(06)69114-9

  7. 7. Xiong Y, Wang GZ, Zhou JQ, Xia BQ, Wang XY, Jiang B. Serum antibodies to microbial antigens for Crohn's disease progression: a meta-analysis. Eur J Gastroenterol Hepatol. 2014;26(7):733-742. doi:10.1097/MEG.0000000000000102

  8. 8. Gordon H, Minozzi S, Kopylov U, et al. ECCO Guidelines on Therapeutics in Crohn's Disease: Medical Treatment. J Crohns Colitis. 2024 Oct 15;18(10):1531-1555. doi: 10.1093/ecco-jcc/jjae091

Behandlung von Morbus Crohn

  • Leichter Krankheitsverlauf: Budesonid (Glukokortikoid) oder Sulfasalazin (Aminosalicylat)

  • Mittelschwere bis schwere Erkrankung: Biologika oder Small Molecules (gelegentlich in Kombination mit einem Immunmodulator) zur Induktionstherapie, gefolgt von der Fortführung eines Biologikums zur Erhaltungstherapie; gelegentlich werden auch Glukokortikoide zur Induktion eingesetzt.

  • Gelegentlich Mittel gegen Diarrhö oder krampflösende Mittel zur Linderung der Symptome bei leichter Erkrankung

  • Gelegentlich Operation

Das Ziel der Therapie bei Patienten mit Morbus Crohn ist es, eine Remission zu erreichen und Komplikationen der Erkrankung (z. B. Strikturen, Fisteln, Operationen) zu verhindern (1). Der Behandlungsansatz hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab und davon, ob das therapeutische Ziel in der Symptomlinderung oder in der Unterbrechung des Krankheitsverlaufs besteht.

Eine milde Erkrankung wird in der Regel mit Medikamenten wie Budesonid (einem Glukokortikoid) oder Sulfasalazin (einem Aminosalicylat) behandelt, die beide entzündungshemmend wirken. Bei einigen Patienten mit leichtem Krankheitsverlauf kann ebenfalls eine Beobachtung erfolgen, wobei eine unterstützende Behandlung zur Symptomkontrolle mittels Antidiarrhoika und einer Ernährungsumstellung erfolgt.

Mittelschwere bis schwere Erkrankungen erfordern in der Regel die frühzeitige Einleitung einer Therapie mit einem Biologikum oder einem Small Molecule (mitunter in Kombination mit einem Immunmodulator) zur Induktionstherapie, gefolgt von einer fortgesetzten Erhaltungstherapie mit dem Biologikum. Systemische Glukokortikoide werden manchmal zur sofortigen Symptomlinderung eingesetzt, sollten jedoch nur kurzfristig verwendet werden, um Nebenwirkungen zu minimieren.

Krankheitskomplikationen (z. B. Strikturen, Abszesse) oder eine medikamentenresistente Erkrankung müssen möglicherweise chirurgisch behandelt werden.

Die Details zu spezifischen Medikamenten und Dosierungen werden in Medikamente für entzündliche Darmerkrankungen besprochen.

Allgemeine Behandlungsmaßnahmen

Es wird generell empfohlen, dass alle Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen eine mediterrane Diät einhalten, die reich an Obst und Gemüse, einfach ungesättigten Fettsäuren, komplexen Kohlenhydraten und mageren Proteinen ist (2). Die Gabe von hydrophilen Substanzen (z. B. Methylcellulose oder Psylliumpräparate) kann manchmal einer Reizung des Anus vorbeugen, indem sie die Konsistenz des Stuhls erhöhen. Unverdauliche Stoffe in der Nahrung sollten bei Vorliegen von Strikturen oder einer aktiven Dickdarmentzündung vermieden werden.

Routinegesundheitspflege Maßnahmen (z. B. Impfungen, Krebsvorsorge) sollten hervorgehoben werden (3). Im Allgemeinen sollten die empfohlenen Vorsorgepläne eingehalten werden. Vor Beginn der Behandlung mit Immunmodulatoren sollten die Patienten alle empfohlenen inaktivierten Impfstoffe erhalten und auf latente Tuberkulose, Hepatitis B und Hepatitis C untersucht werden. Lebendvirusimpfstoffe sollten bei immunsupprimierten Patienten vermieden werden.

Leichte Erkrankung

Diese Kategorie umfasst ambulante Patienten, die sich normal oral ernähren können und keine Zeichen von Toxizität, empfindlicher Bauchdecke, palpabler Masse oder eines Verschlusses zeigen.

Oral verabreichtes magensaftresistentes Budesonid wird üblicherweise als Erstlinientherapie eingesetzt, um bei Patienten mit Morbus Crohn des Ileums und des rechten Dickdarms mit geringem Risiko eine Remission der Erkrankung zu erreichen. Budesonid wird mit 9 mg täglich über 4–8 Wochen begonnen und dann alle 2–4 Wochen um 3 mg für insgesamt 2–3 Monate ausgeschlichen (3, 4). Die Aufrechterhaltung der Remission wird dann entweder mit einem Thiopurin oder einem Biologikum eingeleitet. Budesonid ist auch als Einlauf erhältlich.

Sulfasalazin kann bei Patienten mit einer leichten Erkrankung angewendet werden, die auf den Dickdarm beschränkt ist, einschließlich einer Beteiligung des linken Dickdarmabschnitts (1).

5-ASA (Mesalamin) sollte aufgrund mangelnder Wirksamkeit nicht zur Behandlung von Morbus Crohn eingesetzt werden. Ebenso werden Antibiotika nicht für die Behandlung eines leichten Morbus Crohn empfohlen.

Krämpfe und Durchfall können durch orale Antidiarrhoika wie Loperamid 2–4 mg oder durch Antispasmodika bis zu viermal täglich (idealerweise vor den Mahlzeiten) gelindert werden (3). Diese symptomatische Behandlung ist sicher, mit Ausnahme einzelner Fälle einer mittelschweren bis schweren akuten Crohn-Kolitis, die genauso wie eine Colitis ulcerosa in eine toxische Kolitis übergehen kann.

Moderate bis schwer ausgeprägte Erkrankung

Eine mittelschwere bis schwere Erkrankung wird in der Regel mit einem Biologikum oder dem niedermolekularen Wirkstoff Upadacitinib (manchmal in Kombination mit einem Immunmodulator) als Induktionstherapie behandelt. Patienten, die eine klinische und endoskopische Remission erreichen, erhalten anschließend weiterhin ein Biologikum zur Erhaltungstherapie.

Patienten ohne Fisteln oder Abszesse, aber mit ausgeprägtem Schmerz, Empfindlichkeit der Bauchdecken, Fieber oder Erbrechen, oder jene, die auf die Behandlung ihrer leichten Erkrankung nicht angesprochen haben, erfahren oft eine schnelle Linderung ihrer Symptome, wenn sie Glukokortikoide erhalten, entweder oral oder parenteral (3, 4). Oral gegebenes Prednison oder Prednisolon wirkt schneller und zuverlässiger als oral verabreichtes Budesonid, aber Budesonid zeigt etwas weniger Nebenwirkungen und gilt in vielen Zentren als das Glukokortikoid der Wahl. Orale Glukokortikoide sind jedoch keine wirksame Langzeit-Erhaltungstherapie, und ihr Einsatz sollte im Allgemeinen auf eine „Überbrückung“ bis zum Beginn anderer Therapien beschränkt bleiben.

Ein Biologikum (Infliximab, Adalimumab, Certolizumab‑Pegol, Vedolizumab, Ustekinumab, Mirikizumab, Risankizumab, Guselkumab) kann mit oder ohne einen Immunmodulator (Azathioprin, 6‑Mercaptopurin oder Methotrexat) als Therapie der ersten Wahl zur Induktion und Aufrechterhaltung der Remission eingesetzt werden – sogar vor einer Behandlung mit Glukokortikoiden. Bei Patienten, die auf ein Biologikum aus einer bestimmten Wirkstoffklasse (z. B. TNF-Inhibitoren) nicht ansprechen, kann ein Medikament aus einer anderen Wirkstoffklasse eingesetzt werden (z. B. IL-23-Inhibitoren).

Upadacitinib (ein niedermolekularer Januskinase‑Inhibitor) kann bei Patienten mit unzureichendem Ansprechen oder Unverträglichkeit gegenüber einem oder mehreren TNF‑Blockern in Betracht gezogen werden. Die Erhaltungstherapie kann mit dem Wirkstoff fortgesetzt werden, der die Remission induziert hat. In manchen Situationen ist auch eine Operation angebracht.

Eine Obstruktion wird initial mit Magensonde und IV Flüssigkeitsgabe behandelt. Eine Obstruktion auf dem Boden eines unkomplizierten Morbus Crohn sollte in der Regel innerhalb einiger Tage verschwinden und bedarf daher weder einer spezifischen antiinflammatorischen Therapie nohc einer perenteralen Ernährung. Das Fehlen eines prompten Ansprechens weist jedoch auf eine Komplikation oder auf eine andere Ätiologie hin und erfordert umgehendes operatives Eingreifen.

Fulminante Erkrankung oder Abszess

Patienten mit toxischen Symptomen, hohem Fieber, persistierendem Erbrechen, Loslassschmerz oder einer empfindlichen oder palpablen Masse müssen für die Gabe von IV Flüssigkeit oder Antibiotika stationär aufgenommen werden. Abszesse müssen entweder perkutan oder operativ drainiert werden. IV‑Glukokortikoide oder Biologika sollten nur verabreicht werden, wenn eine Infektion ausgeschlossen oder kontrolliert ist (1). Bei einem fehlenden Ansprechen auf Glukokortikoide oder Biologika kann ein chirurgischer Eingriff indiziert sein.

Klinischer Rechner

Fisteln

Patienten mit perianalen Fisteln werden zunächst mit einem TNF-Hemmer (z. B. Infliximab oder Adalimumab) behandelt (1). Zur Verbesserung des klinischen Ansprechens sollten dem ursprünglichen Behandlungsschema Antibiotika (in der Regel Metronidazol und Ciprofloxacin) hinzugefügt werden. Ustekinumab, Vedolizumab und Upadacitinib sind alternative Medikamente, die allein angewendet werden können, ebenso wie in manchen Fällen Infliximab und Adalimumab.

Abszesse sollten, falls vorhanden, drainiert werden. Die endoskopische ultraschallgesteuerte Platzierung von Fibrinkleber oder die Verwendung eines Seton-Abflusses (ein Stück Nahtmaterial, das vorübergehend in der Fistel gelassen wird, um es abfließen zu lassen) kann einigen Patienten mit komplexeren oder refraktäreren perianalen Fisteln helfen (1). Schwere refraktäre perianale Fisteln können die temporäre Anlage einer Kolostomie erfordern, zeigen jedoch fast immer nach Zurückverlagerung ein Rezidiv. Daher wird diese Ableitung auch mehr als eine Vorbereitung zur definitiven operativen Versorgung oder bestenfalls als Ergänzung zu Infliximab oder Adalimumab angesehen denn als eine primäre Behandlungsmethode.

Überwachung des Therapieansprechens

Zur Beurteilung des Ansprechens auf die Behandlung wird eine Bildgebung nach der Induktionstherapie (häufig eine MR-Enteroskopie) oder eine Endoskopie durchgeführt. Die mukosale Heilung ist das Therapieziel. Die Überwachung während der Remission kann durch Symptomkontrolle, Blutuntersuchungen oder Stuhltests (z. B. fäkales Calprotectin) oder durch Routinebildgebung (z. B. Enterographie) oder Koloskopie erfolgen (zusätzlich zur regulären Dysplasie‑Überwachung nach 7–8 Krankheitsjahren).

Operative Eingriffe

Obwohl 30–55 % der Patienten letztlich eine größere abdominalchirurgische Operation benötigen, wird eine Operation bei Morbus Crohn häufig zögerlich durchgeführt (1). Am besten behält man Operationen den Fällen mit wiederholtem Darmverschluss oder mit nichtbehandelbaren Fisteln oder Abszessen vor. Eine Resektion des befallenen Darms kann die Symptome abschwächen, aber sie heilt nicht die Krankheit, die wahrscheinlich wieder auftreten wird, auch wenn alle klinisch offensichtlichen Läsionen chirurgisch beseitigt wurden.

Die Rate schwerer endoskopischer Rezidive nach Operation bei Patienten, die keine IBD‑Medikamente einnahmen, beträgt 50 % oder mehr (5, 6).

Letztendlich ist in 30 bis 35% der Fälle innerhalb von 10 Jahren eine weitere Operation erforderlich (1). Die Rezidivraten scheinen jedoch durch eine frühe postoperative Prophylaxe mit Thiopurinen oder Anti‑TNF‑Therapeutika reduziert zu werden (7). Zudem profitieren fast alle Patienten mit einer verbesserten Lebensqualität, wenn die Operation auf dem Boden einer guten Indikation durchgeführt wurde.

Da Rauchen das Rezidivrisiko erhöht, sollte eine Raucherentwöhnung dringend empfohlen werden (1).

Literatur zur Behandlung

  1. 1. Lichtenstein GR, Loftus EV, Afzali A, et al. ACG Clinical Guideline: Management of Crohn's Disease in Adults. Am J Gastroenterol. 2025;120(6):1225-1264. Published 2025 Jun 3. doi:10.14309/ajg.0000000000003465

  2. 2. Hashash JG, Elkins J, Lewis JD, Binion DG. AGA Clinical Practice Update on Diet and Nutritional Therapies in Patients With Inflammatory Bowel Disease: Expert Review. Gastroenterology. 2024;166(3):521-532. doi:10.1053/j.gastro.2023.11.303

  3. 3. Caldera F, Kane S, Long M, Hash JG. AGA Clinical Practice Update on Noncolorectal Cancer Screening and Vaccinations in Patients With Inflammatory Bowel Disease: Expert Review. Clin Gastroenterol Hepatol. 2025;23(5):695-706. doi:10.1016/j.cgh.2024.12.011

  4. 4. Dolinger M, Torres J, Vermeire S. Crohn's disease. Lancet. 2024;403(10432):1177-1191. doi:10.1016/S0140-6736(23)02586-2

  5. 5. Renna S, Cammà C, Modesto I, et al. Meta-analysis of the placebo rates of clinical relapse and severe endoscopic recurrence in postoperative Crohn's disease. Gastroenterology. 135(5):1500-1509, 2008. doi: 10.1053/j.gastro.2008.07.066

  6. 6. D'Haens G, Taxonera C, Lopez-Sanroman A, et al. Vedolizumab to prevent postoperative recurrence of Crohn's disease (REPREVIO): a multicentre, double-blind, randomised, placebo-controlled trial. Lancet Gastroenterol Hepatol. 2025;10(1):26-33. doi:10.1016/S2468-1253(24)00317-0

  7. 7. Nguyen GC, Loftus EV Jr, Hirano I, et al. American Gastroenterological Association Institute Guideline on the Management of Crohn's Disease After Surgical Resection. Gastroenterology. 2017;152(1):271-275. doi:10.1053/j.gastro.2016.10.038

Prognose bei Morbus Crohn

Ein etablierter Morbus Crohn wird selten geheilt, aber ist durch intermittierend auftretende Verschlechterungen und Remissionen charakterisiert. Einige Patienten zeigen einen schweren Krankheitsverlauf mit häufigen entkräftenden Schmerzperioden. Mit vernünftiger, medizinisch konservativer Therapie und, wenn notwendig, besonnenem therapeutischem Vorgehen lassen sich die meisten Patienten erfolgreich einstellen.

Die krankheitsbedingte Mortalität ist im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung leicht erhöht (1). Eine groß angelegte Metaanalyse, die Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen umfasste, ergab für Morbus Crohn ein standardisiertes mittleres Verhältnis der Gesamtmortalität von 1,38 (2). Die führende krankheitsbezogene Mortalitätsursache ist ein Karzinom des Gastrointestinaltrakts, v. a. Kolon- und Dünndarmkarzinom. Thromboembolische Komplikationen (vor allem während des aktiven Morbus Crohn) können auch zu Tod führen. Etwa 15% der Menschen sind von Morbus Crohn und die dadurch verursachten Komplikationen invalide (3, 4).

Literatur zur Prognose

  1. 1. Lichtenstein GR, Loftus EV, Afzali A, et al. ACG Clinical Guideline: Management of Crohn's Disease in Adults. Am J Gastroenterol. 2025;120(6):1225-1264. Published 2025 Jun 3. doi:10.14309/ajg.0000000000003465

  2. 2. Bewtra M, Kaiser LM, TenHave T, Lewis JD. Crohn's disease and ulcerative colitis are associated with elevated standardized mortality ratios: a meta-analysis. Inflamm Bowel Dis. 2013;19(3):599-613. doi:10.1097/MIB.0b013e31827f27ae

  3. 3. de Sá Brito Fróes R, da Luz Moreira A, Carneiro AJV, et al. Prevalence, Indirect Costs, and Risk Factors for Work Disability in Patients with Crohn's Disease at a Tertiary Care Center in Rio de Janeiro. Dig Dis Sci. 2021;66(9):2925-2934. doi:10.1007/s10620-020-06646-z

  4. 4. Everhov ÅH, Khalili H, Askling J, et al. Sick Leave and Disability Pension in Prevalent Patients With Crohn's Disease. J Crohns Colitis. 2018;12(12):1418-1428. doi:10.1093/ecco-jcc/jjy123

Wichtige Punkte

  • Morbus Crohn betrifft typischerweise das Ileum und/oder das Kolon, aber spart das Rektum aus (dieses ist ausnahmslos bei Colitis ulcerosa betroffen).

  • Die befallenen Darmsegmente sind vom benachbarten normalen Darm scharf demarkiert (sog. skip areas).

  • Die Symptome umfassen in erster Linie episodische Diarrhö und Bauchschmerzen; gastrointestinale Blutungen sind selten.

  • Als Komplikationen gelten abdominale Abszesse und enterokutane Fisteln.

  • Leichte Erkrankungen werden zunächst mit Budesonid behandelt.

  • Behandeln Sie mittelschwere bis schwere Verläufe mit Glukokortikoiden und gegebenenfalls Immunmodulatoren (z. B. Azathioprin), Biologika (z. B. Anti-Zytokin- und Anti-Integrin-Substanzen wie Infliximab, Vedolizumab, Ustekinumab oder Risankizumab) oder einem Januskinase-Inhibitor (Upadacitinib), teilweise in Kombination mit einem Immunmodulator (Azathioprin, 6-Mercaptopurin oder Methotrexat); Glukokortikoide können der Induktionstherapie hinzugefügt werden.

  • Bis zu 55% der Patienten benötigen letztlich eine größere Operation, in der Regel aufgrund eines wiederholten Darmverschlusses, von nicht behandelbaren Fisteln oder Abszessen.

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