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Übersicht über chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Von

Aaron E. Walfish

, MD, Mount Sinai Medical Center;


Rafael Antonio Ching Companioni

, MD, Digestive Diseases Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen kommt es zu einer Entzündung des Darms, häufig mit der Folge von wiederkehrenden Bauchschmerzen und Durchfall.

Die zwei häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) sind:

Diese beiden Krankheiten weisen viele Ähnlichkeiten auf und sind manchmal schwierig voneinander zu unterscheiden. Es gibt jedoch mehrere Unterschiede. Morbus Crohn kann beispielsweise jeden Abschnitt des Verdauungstrakts befallen, während die Colitis ulcerosa fast immer nur im Dickdarm auftritt.

Die Ursache dieser Erkrankung ist nicht bekannt. Die Nachweislage legt nahe, dass eine krankhafte Immunreaktion auf Darmbakterien oder andere Stoffe bei Personen mit genetischer Prädisposition beteiligt ist.

Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung betrifft Personen jeden Alters, setzt jedoch im Normalfall vor dem 30. Lebensjahr, typischerweise im Alter von 14 bis 24 ein. Einige wenige Betroffene erleben den ersten Krankheitsschub im Alter von 50 bis 70 Jahren. Die CED tritt am häufigsten bei Personen nordeuropäischer und angelsächsischer Abstammung. Sie tritt auch zwei- bis viermal häufiger bei aschkenasischen Juden auf als bei Menschen, die in der gleichen Region leben. Beide Geschlechter sind gleich häufig betroffen. Verwandte ersten Grades (Mutter, Vater, Schwester oder Bruder) von Personen mit CED haben ein 4- bis 20-fach erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer CED. Die Tendenz für eine familiäre Vorbelastung ist bei Morbus Crohn noch höher als bei Colitis ulcerosa.

Symptome

Die durch eine CED verursachten Symptome variieren je nachdem, welcher Darmabschnitt betroffen ist, und ob die Person an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leidet. Personen mit Morbus Crohn haben normalerweise chronischen Durchfall und Bauchschmerzen. Personen mit Colitis ulcerosa haben normalerweise intermittierende Episoden von Bauchschmerzen und blutigem Durchfall. Bei beiden Krankheitsbildern können Betroffene mit langanhaltendem Durchfall an Gewicht verlieren und unterernährt sein.

Manchmal beeinträchtigt eine CED auch andere Körperteile wie Gelenke, Augen, Mund, Leber, Gallenblase und Haut. Eine CED erhöht außerdem das Krebsrisiko in den betroffenen Darmbereichen.

Diagnose

  • Untersuchungen von Blut- und Stuhlproben

  • Endoskopie mit Gewebebiopsie

Für die Diagnose einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung muss ein Arzt zuerst andere Ursachen für die Entzündung ausschließen. Beispielsweise kann eine Infektion mit Parasiten oder Bakterien eine Entzündung verursachen. Daher führt der Arzt verschiedene Tests durch.

Stuhlproben werden für den Nachweis einer Infektion mit Bakterien oder Parasiten (die man sich beispielsweise während einer Reise zugezogen hat) untersucht sowie auf eine Form der bakteriellen Infektion (Clostridium-difficile-Infektion), die durch die Anwendung von Antibiotika entstehen kann.

Tests auf sexuell übertragbare Krankheiten wie Tripper, Herpes- und Chlamydieninfektion werden ebenfalls durchgeführt.

Gewebeproben können im Rahmen einer Sigmoidoskopie (eine Untersuchung des Sigmadarms mit einem Betrachtungsschlauch) von der Mastdarmschleimhaut entnommen und mikroskopisch auf Hinweise für andere Ursachen einer Dickdarmentzündung (Colitis) untersucht werden. Die Entnahme und Untersuchung von Gewebe wird Biopsie genannt.

Weitere mögliche Ursachen ähnlicher Bauchbeschwerden, die ein Arzt ausschließen will, sind Reizdarmsyndrom, ischämische Colitis (die häufiger bei Personen über 50 Jahren auftritt), Malabsorptionssyndrome, wie zum Beispiel Zöliakie, und bestimmte gynäkologische Erkrankungen bei Frauen. Möglicherweise führt der Arzt auch bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) im Bauchbereich durch, um andere Erkrankungen auszuschließen. Zudem kann der Arzt auch eine Videokapsel-Endoskopie durchführen, um den Darm von Betroffenen mit Morbus Crohn zu untersuchen.

Behandlung

  • Medikamente

  • Manchmal operative Eingriffe

  • Diät und Stressmanagement

CED ist zwar nicht heilbar, aber es sind viele Arzneimittel (siehe Tabelle: Medikamente, die die Darmentzündung durch Morbus Crohn reduzieren und siehe Tabelle: Medikamente, welche die durch Colitis ulcerosa verursachte Darmentzündung reduzieren) verfügbar, unter anderem Aminosalizylate, Kortikosteroide, immunmodulierende Arzneimittel, Biologika und Antibiotika, die bei der Abheilung der Entzündung und der Linderung der Symptome von CED unterstützen können.

Personen mit sehr schwerer Erkrankung müssen manchmal operiert werden.

Diät und Stressmanagement

Die meisten Personen und ihre Familien sind an Diät und Stressmanagement interessiert. Manche Patienten geben an, eine Verbesserung der CED mithilfe einer bestimmten Diät, u. a. durch strenge Kohlenhydrat-Einschränkungen, erreicht zu haben. In klinischen Studien haben sich diese Diäten jedoch nicht als wirksam erwiesen. Ärzte empfehlen manchmal Stressmanagement-Methoden, damit die betroffenen Personen mit der Belastung einer chronischen Erkrankung zurechtkommen.

Erhaltung der Gesundheit

Von einer CED betroffene Personen weisen aufgrund ihrer Grunderkrankung, schlechter Ernährung oder der Einnahme von Immunmodulatoren ein erhöhtes Risiko für gewisse Infektionen und Störungen auf. Impfungen sowie Diagnoseverfahren und vorsorgliche Untersuchungen können dieses Risiko abschwächen.

Eine Grippeimpfung ist als Schutz vor Grippeerkrankungen jedes Jahr notwendig. Die Pneumokokken-Impfung schützt vor bakteriellen Infektionen, die durch Bakterien der Gattung Streptococcus pneumoniae ausgelöst werden. Über 50-Jährige, die keine Biopharmazeutika einnehmen, sollten sich eine Impfung gegen Herpes Zoster (zum Schutz vor Gürtelrose) überlegen. Personen, bei denen die Aufnahme von Immunmodulatoren bevorsteht und die noch keinen Varizella-Zoster-Viren ausgesetzt waren, sollten den Varicellaimpfstoff (zum Schutz vor Windpocken) erhalten, bevor sie die Immunmodulatoren einnehmen. Bei gewissen Personen sollten zudem Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie, Hepatitis A, Hepatitis B und humane Papillomviren vorgenommen werden.

Frauen mit einer CED, die keine Immunmodulatoren einnehmen, sollten alle 3 Jahre eine Screening-Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs mittels Pap-Test (Papanicolaou-Test) vornehmen. Frauen mit einer CED, die Immunmodulatoren einnehmen, sollten jedes Jahr einen Pap-Test machen.

Von einer CED betroffene Personen, die Immunmodulatoren oder Biopharmazeutika einnehmen oder einzunehmen gedenken, sollten jährlich auf Hautkrebs untersucht werden und Sonnenschutzmittel verwenden sowie vor Sonneneinstrahlung schützende Kleidung tragen.

Personen mit erhöhtem Risiko für Osteoporose (Abnahme der Knochendichte) sollten sich einer Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA) unterziehen.

Weitere Informationen

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