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Stupor und Koma

Von

Kenneth Maiese

, MD, National Heart, Lung, and Blood Institute

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Kurzinformationen
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Stupor ist ein Zustand der Teilnahmslosigkeit, aus der eine Person nur durch kräftige körperliche Stimulation aufgerüttelt werden kann. Koma ist ein Zustand der Teilnahmslosigkeit, aus der man eine Person nicht aufwecken kann und bei der die Augen der betroffenen Person geschlossen bleiben, auch wenn sie stimuliert wird.

  • Stupor und Koma werden in der Regel durch Störungen, Arzneimittel oder eine Verletzung verursacht, die große Bereiche auf beiden Seiten des Gehirns oder spezialisierte Bereiche des Gehirns beeinflussen, die an der Aufrechterhaltung des Bewusstseins beteiligt sind.

  • Körperliche Untersuchungen, Bluttests, Bildgebung des Gehirns und Informationen von Angehörigen und Freunden helfen den Ärzten, die Ursache zu identifizieren.

  • Die möglichen Ursachen werden korrigiert und Behandlungen zur Unterstützung der Körperfunktionen, wie mechanische Beatmung, werden eingeleitet.

  • Die Erholung von einem Koma ist größtenteils von der Ursache abhängig.

Kontrolle des Bewusstseins

Ein normal funktionierendes Gehirn kann den Grad der Aktivität und des Bewusstseins je nach Bedarf schnell anpassen. Für derartige Anpassungen erhält das Gehirn Informationen von den Augen, den Ohren, der Haut sowie allen anderen Sinnesorganen. Beispielsweise kann das Gehirn seinen Stoffwechsel (Energieniveau) drosseln und Schlaf hervorrufen.

Ob eine Person wach ist (Wachzustand), wird vom oberen Teil des Stammhirns (Teil des Gehirns, der das Großhirn (Zerebrum) mit dem Rückenmark verbindet) über ein System von Nervenzellen und -fasern gesteuert (das retikuläre Aktivierungssystem). Das Großhirn (der größte Teil des Gehirns) arbeitet zusammen mit dem oberen Teil des Stammhirns zur Aufrechterhaltung des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit. Das Großhirn besteht aus zwei Hälften (die linke und die rechte Großhirnhälfte).

Die Fähigkeit des Gehirns, den Grad der Aktivität und des Bewusstseins anzupassen, kann auf verschiedene Weise beeinträchtigt sein:

  • Bei einer Funktionsstörung beider Hälften des Gehirns, insbesondere bei einer plötzlichen, schweren Schädigung.

  • Bei einer Funktionsstörung des retikulären Aktivierungssystems.

Außerdem kann die Fähigkeit des Gehirns, den Grad der Aktivität und des Bewusstseins anzupassen, in den folgenden Situationen beeinträchtigt sein:

  • bei starkem Schlafentzug

  • während und unmittelbar nach einem Krampfanfall

  • wenn die Durchblutung oder die Versorgung des Gehirns mit Nährstoffen (wie Sauerstoff oder Zucker) insgesamt abnimmt

  • wenn die Durchblutung bestimmter Teile des Gehirns abnimmt, wie bei bestimmten Schlaganfällen

  • wenn toxische Substanzen das Gehirn beeinträchtigen

Toxische Substanzen können in den Körper aufgenommen werden (zum Beispiel durch Essen oder Einatmen). Sie können aber auch als Abfallprodukte bei normalen Vorgängen im Körper entstehen, nur dass sie nicht wie sonst aufgespalten und aus dem Körper entfernt werden.

Ansicht des Gehirns

Das Gehirn besteht aus dem Großhirn (Zerebrum), dem Stammhirn und dem Kleinhirn (Cerebellum). Jede Großhirnhälfte (Hemisphäre) ist in Lappen unterteilt.

Ansicht des Gehirns

Grade der Bewusstseinsstörung

Bewusstseinsstörungen können kurz sein oder lange anhalten. Der Grad der Beeinträchtigung reicht von mild bis schwer. Ärzte verwenden verschiedene Begriffe, um die verschiedenen Bewusstseinszustände zu beschreiben:

  • Lethargie ist eine leichte Verringerung der Aufmerksamkeit oder leichte geistige Trübung (Bewusstseinstrübung). Die betroffenen Personen merken häufig nicht, was um sie herum passiert, und ihr Denken ist verlangsamt. Sie können müde erscheinen.

  • Bewusstseinsstörung, ein ungenauer Begriff, bezieht sich auf eine mittelgradige Reduzierung der Aufmerksamkeit oder mittelgradige Bewusstseinstrübung.

  • Delirium ist eine Störung des Bewusstseins und der geistigen Funktion, die plötzlich eintritt, in der Regel fluktuierend und reversibel ist. Es beeinträchtigt die Aufmerksamkeit und das klare Denken. Die Betroffenen sind desorientiert und wissen weder, wo sie sich befinden, noch wie spät es ist. Sie können in einem Moment überaus geistesgegenwärtig, aufmerksam und in der Lage sein, klar zu denken, und sind im nächsten Moment plötzlich träge, abgelenkt und verwirrt.

  • Veränderter Geisteszustand, ein weiterer ungenauer Begriff, wird manchmal von Ärzten zur Beschreibung einer Veränderung des Bewusstseins verwendet, wie Lethargie, Bewusstseinsstörung, Delirium oder zuweilen auch Stupor oder Koma.

  • Stupor ist ein außerordentlich langer und tiefer Zustand der Teilnahmslosigkeit. Eine Person kann nur durch kräftige Stimulation kurz geweckt werden, indem man sie wiederholt schüttelt, laut anspricht oder kneift.

  • Eine Person im Koma ist überhaupt nicht ansprechbar (von bestimmten automatischen Reflexen abgesehen). Sie kann nicht geweckt werden. Die Augen bleiben geschlossen. Im tiefen Koma fehlen die zielgerichteten Reaktionen, wie das Zurückzucken von Gliedmaßen bei Schmerzen.

Ursachen

Die verschiedenen Grade der Bewusstseinsstörung – Lethargie, Bewusstseinsstörung, Stupor und Koma – haben die gleichen vielfältigen Ursachen.

Meist ist die Ursache

Erkrankungen

Manche Erkrankungen behindern die Zufuhr von benötigten Substanzen zum Gehirn oder die Fähigkeit des Körpers, diese zu verwenden. Beispiele:

Blut versorgt den Körper mit Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen (wie Fetten, Zucker, Mineralien und Vitaminen). Wenn die Durchblutung des Gehirns abnimmt, wird das Gehirn daher mit Sauerstoff und lebenswichtigen Nährstoffen unterversorgt. Dem Gehirn kann auch zu wenig Sauerstoff zugeführt werden, wenn die Lunge nicht normal funktioniert, wie bei respiratorischer Insuffizienz. Dem Gehirn kann mit Nährstoffen unterversorgt werden, wenn eine Erkrankung (z. B. Hypoglykämie) den Nährstoffspiegel im Blut absinken lässt.

Zum Beispiel erhöht Diabetes das Risiko für Stupor oder Koma, da er einen zu hohen oder bei zu aggressiver Behandlung einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel verursachen kann. Wenn der Blutzuckerspiegel sehr hoch ist, dehydrieren die Betroffenen, was zu einer verminderten Funktionsfähigkeit des Gehirns führt. Wenn der Blutzuckerspiegel niedrig ist, verliert das Gehirn seine Hauptenergiequelle (Zucker) und es kann zu Funktionsstörungen oder Schäden kommen. Mit der Zeit schädigt Diabetes die Blutgefäße, so auch jene im Gehirn. Infolgedessen erhält das Gehirn nicht genügend Sauerstoff, und es kommt möglicherweise zum Absterben von Hirnzellen.

Andere Erkrankungen können zu einer Funktionsstörung der Zellen im gesamten Körper führen. Häufig sind die Hirnzellen am stärksten betroffen. Zu diesen Erkrankungen zählen:

Andere häufige Ursachen sind Störungen in Bereichen des Gehirns, die das Bewusstsein kontrollieren. Zu diesen Erkrankungen gehören die folgenden:

  • Eine Kopfverletzung kann diese Bereiche erschüttern, jedoch nicht physisch verletzen, sie direkt verletzen oder sie indirekt verletzen, indem sie Blutung (Hämorrhagie) im Gehirn oder darum herum verursacht.

  • Schlaganfälle und Tumoren können die Bereiche des Gehirns, die das Bewusstsein kontrollieren, ebenfalls schädigen.

Jede Störung, die den Schädeldruck (intrakraniellen Druck) erhöht, kann das Bewusstsein beeinträchtigen. Eine Masse im Gehirn, wie die Ansammlung von Blut (Hämatom), ein Tumor oder ein Abszess, kann das Bewusstsein indirekt beeinflussen, indem Druck auf die Bereiche des Gehirns ausgeübt wird, die das Bewusstsein kontrollieren. Eine große Masse kann das Gehirn gegen die relativ steifen Schädelstrukturen drücken und das Gewebe des Gehirns schädigen. Wenn die Bereiche des Gehirns, die das Bewusstsein kontrollieren, betroffen sind, kann dies zu Koma oder Stupor führen. Bei sehr großem Druck kann das Gehirn durch die kleinen natürlichen Öffnungen in die relativ festen Gewebeschichten gepresst werden, die das Gehirn in Kompartimente unterteilen. Diese lebensbedrohliche Störung wird Hirnhernie genannt. Eine Hirnhernie kann das Hirngewebe weiter schädigen und die Situation noch verschlimmern.

Ein Schlaganfall oder eine Krankheit, die sich auf die Funktionsfähigkeit des Gehirns auswirkt, macht das Gehirn anfälliger für andere Erkrankungen, die das Bewusstsein beeinträchtigen können.

Suchtmittel

Das Bewusstsein wird häufig durch übermäßigen Alkoholkonsum oder die Einnahme bestimmter Arzneimittel, wie Beruhigungsmittel und Opioide (Narkotika), beeinträchtigt. Alkohol und manche Arzneimittel führen nicht nur zu einer Verlangsamung der Funktion der Hirnzellen, sondern können diese auch indirekt schädigen. Sie können die Atmung derart verlangsamen, dass der Sauerstoffspiegel im Blut so stark abnimmt, dass dies einen Hirnschaden verursachen kann.

Eine häufige Ursache ist auch die Einnahme mehrerer Arzneimittel (zur Behandlung verschiedener Erkrankungen), zum Teil deshalb, weil sich dadurch das Wechselwirkungsrisiko erhöht.

Marihuana, medizinisches Marihuana eingeschlossen, führt mitunter zu Fehlfunktionen im Gehirn und dadurch bedingt zu Bewusstseinsstörungen.

Gelegentlich führt der Gebrauch gewisser Antipsychotika zu einem Zustand der Teilnahmslosigkeit, der als malignes neuroleptisches Syndrom bezeichnet wird. Dieses Syndrom ist gekennzeichnet von Muskelstarre, Fieber, Bluthochdruck und Veränderungen der geistigen Funktion (wie Verwirrtheit und Lethargie).

Psychiatrische Erkrankungen und Stress

Gelegentlich können Menschen, die eine psychiatrische Erkrankung haben oder solche, die psychisch gestresst sind, nicht ansprechbar scheinen. Menschen, die erfahren, dass sie Krebs haben oder dass ihr Ehepartner sie verlässt, können beispielsweise zusammenbrechen und nicht reagieren, wenn sie angesprochen oder berührt werden. Die Menschen können sich trotzdem darüber bewusst sein, was um sie herum geschieht, und ihr Gehirn kann normal funktionieren.

Der Arzt kann meist ausgehend von der Untersuchung feststellen, wie stark eine psychiatrische Erkrankung oder psychischer Stress zu einer scheinbaren Bewusstseinsstörung beitragen und ob die Person etwas vortäuscht.

Ältere Menschen

Bei älteren Menschen sind die häufigsten Ursachen für eine Bewusstseinsstörung

  • Reaktionen auf Arzneimittel

  • Dehydratation

  • Infektionen

  • Das Vorhandensein bestimmter Erkrankungen, die die Hirnfunktion beeinträchtigen können (Schlaganfälle und Herzversagen)

Tabelle
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Einige Ursachen für Stupor und Koma

Erkrankung

Mögliche

Auswirkungen

Erkrankungen, die das Gehirn betreffen

Häufig eintretende oder lange andauernde Krampfanfälle

  • Überstimulation des Hirngewebes und Unterbrechung der normalen Nervenleitung

  • Verursachen gelegentlich hohes Fieber, was die Funktionsstörung des Gehirns verschlimmern kann

Solche Krampfanfälle können das Hirngewebe schädigen.

Das Bewusstsein kann beeinträchtigt sein.

Die meisten Menschen sind nach einem Krampfanfall noch träge (lethargisch) und verwirrt, manche fühlen sich schwach oder sind gelähmt. Dieser Zustand kann Minuten bis Stunden anhalten.

Schlaganfälle können den Blutfluss zu Teilen des Gehirns sowie zum Stammhirn blockieren.

Wird das obere Stammhirn nicht durchblutet, können plötzliche Ohnmacht und Koma die Folge sein. Wenn die Blutversorgung zum gesamten Stammhirn blockiert ist und nicht innerhalb von mehreren Minuten wiederhergestellt wird, wird der größte Teil des Stammhirns oder das gesamte Stammhirn geschädigt, was zum Tod führen kann.

Schlaganfälle können die Folge einer Blutung im Gehirn (intrazerebrale Blutung) oder zwischen den Gewebeschichten, die das Gehirn umgeben (Subarachnoidalblutung), sein.

Das Blut kann das Hirngewebe direkt schädigen oder den Druck auf das Hirngewebe erhöhen.

Das Bewusstsein könnte beeinträchtigt werden und zu Koma führen. Es können auch Krampfanfälle eintreten. Selbst eine geringfügige Blutung im Stammhirn kann zu Koma führen.

Tumor oder Abszess

Ein großer Tumor oder ein Abszess kann das Gehirn gegen die relativ starren Strukturen im Schädelinneren drücken und Druck auf das Hirngewebe ausüben, was zu Funktionsstörungen führt. Manchmal wird durch den Druck Hirngewebe durch eine natürliche Öffnung in den relativ starren Gewebeschichten, die das Gehirn unterteilen, geschoben. Diese anormale Vorwölbung des Hirngewebes wird Hirnhernie genannt.

Tumoren können das Hirngewebe direkt befallen und schädigen und Schwellungen verursachen, welche die Kommunikation zwischen verschiedenen Gehirnregionen unterbrechen.

Wenn die Bereiche des Gehirns betroffen sind, die das Bewusstsein kontrollieren, kann ein Koma entstehen.

Andere Erkrankungen

Herz- und Atmungsstillstand

Bei einem Herzstillstand stoppt die Pumpaktion des Herzens. Infolgedessen gelangt nicht ausreichend Blut ins Gehirn, und das Gehirn wird mit zu wenig Sauerstoff versorgt, das normalerweise über das Blut im Körper verteilt wird.

Bei einem Atmungsstillstand hört der Betroffene plötzlich auf zu atmen. Dies führt dazu, dass nicht genügend Sauerstoff in das Blut gelangt und das Gehirn ebenfalls mit Sauerstoff unterversorgt wird.

Gewöhnlich treten Herz- und Atmungsstillstand zusammen auf.

In ein bis zwei Minuten tritt ein Bewusstseinsverlust ein. Bereits nach 4- bis 5-minütiger Unterversorgung mit Sauerstoff führt der Sauerstoffmangel in bestimmten Gehirnarealen zum Absterben von Zellen. Dies führt zu einem Koma, das rasch irreversibel werden kann.

Schwere Herz- oder Lungenerkrankungen

Schwere Herzerkrankungen (wie Herzinsuffizienz) können den Blutfluss zum Gehirn reduzieren.

Schwere Lungenerkrankungen (wie chronische obstruktive Lungenkrankheit, Lungenödem, Lungenembolie sowie schwere und lang andauernde Asthmaanfälle) können den Sauerstoffgehalt im Blut reduzieren.

Bei beiden Erkrankungsarten erhält das Gehirn unter Umständen nicht genügend Sauerstoff. Sauerstoffmangel kann je nachdem, wie viel Sauerstoff sich im Blut befindet, zu einem Delirium oder Koma führen.

Wenn die Nieren oder die Leber giftige Abfallprodukte nicht ausreichend aus dem Blut entfernen können, sammeln sich diese im Blut an und können zu einer Funktionsstörung des Gehirns führen.

Die Behandlung eines chronischen Nieren- oder Leberversagens kann das dadurch verursachte Koma in der Regel rückgängig machen.

Wenn das Koma aus einem akuten, schweren Leberversagen resultiert, schwillt das Gehirn aufgrund von Flüssigkeitsansammlung in den Hirnzellen an. Dies ist oft tödlich.

Stoffwechselstörungen

Diabetes kann einen zu hohen Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) verursachen. Wenn die Behandlung zu aggressiv ist, kann der Blutzuckerspiegel allerdings auch zu niedrig werden (Hypoglykämie—siehe unten).

Wenn nicht genug Insulin vorhanden ist (wie es bei Typ-1-Diabetes der Fall sein kann), spaltet der Körper Fettzellen zur Energiegewinnung auf. Bei diesem Vorgang entstehen Ketone, durch die das Blut zu säurehaltig wird (diabetische Ketoazidose genannt).

Dies kann zu Stupor oder Koma führen.

Unbehandelt kann die diabetische Ketoazidose oder die Hypoglykämie zu Koma und Tod führen.

Der Blutzuckerspiegel im Blut ist anormal hoch. Ein hoher Blutzuckerspiegel kann zu Dehydratation führen und Flüssigkeit aus dem Gehirn entziehen.

Dies kann zu Stupor oder Koma führen.

Der Blutzuckerspiegel im Blut ist anormal niedrig. Es kommt zu einer Funktionsstörung des Gehirns oder es wird geschädigt, wenn es nicht ausreichend Zucker erhält, der zusammen mit Sauerstoff die Hauptenergiequelle ist.

Dies kann zu Koma führen. Patienten mit Unterzuckerung müssen sofort behandelt werden, um bleibende Hirnschäden oder das Eintreten des Todes zu verhindern. Die Behandlung besteht in der intravenösen Verabreichung von Glukose (ein Zucker)

Der Natriumspiegel im Blut ist zu hoch. Hypernatriämie ist meist die Folge einer Entwässerung und kann die Wassermenge in den Hirnzellen reduzieren.

Dadurch werden die chemischen Reaktionen in den Hirnzellen beeinträchtigt. Dies kann zu Stupor oder Koma führen.

Der Natriumspiegel im Blut ist zu niedrig. Hyponatriämie kann folgende Ursachen haben:

  • Zu viel Wasser trinken (beispielsweise bei Ritualen von studentischen Verbindungen)

  • Zu starke Wasserretention (wie bei bestimmten Herz-, Nieren-, Leber- und Hormonstörungen)

  • Zu hoher Natriumverlust im Harn oder Verdauungstrakt (zum Beispiel bei Durchfall)

Durch Hyponatriämie kann sich die Wassermenge in den Hirnzellen erhöhen.

Dadurch werden die chemischen Reaktionen in den Hirnzellen beeinträchtigt. Ob und wie stark das Gehirn geschädigt wird, hängt davon ab, wie schnell die Menge an Wasser in den Hirnzellen ansteigt. Wenn die Menge langsam ansteigt, kann sich das Gehirn anpassen und es kommt meistens nicht zu Schädigungen.

Die Schilddrüse ist unteraktiv.

Eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion kann geistige Verwirrung hervorrufen und das Denken verlangsamen.

Die Verwirrung kann zu Stupor oder Koma fortschreiten.

Mangel eines Nährstoffes wie Thiamin oder bestimmter Elektrolyte oder Mineralstoffe (wie Magnesium)

Ein Mangel des Vitamins Thiamin oder eines Mineralstoffs wie Magnesium führt zu einer Fehlfunktion der Zellen im Gehirn. Einige Mineralstoffe (einschließlich Magnesium) sind gleichzeitig Elektrolyte. Elektrolyte dienen der Regulierung der Nerven- und Muskelfunktion und zum Erhalt des Säure-Basen-Haushalts im Körper.

Thiaminmangel kann zu Verwirrtheit, Benommenheit oder Koma führen. Die Augenmuskeln arbeiten unter Umständen nicht normal und führen zu Doppeltsehen.

Ein sehr niedriger oder hoher Spiegel eines bestimmten Elektrolyts oder Mineralstoffs (wie Magnesium) kann zu Schläfrigkeit, Schwäche und, in seltenen Fällen, zu Krampfanfällen und Koma führen.

Infektionen

Enzephalitis (Gehirninfektion)

Meningitis (Infektion der Hirn- und Rückenmarkshäute)

Sepsis (gravierende Reaktion des Körpers auf eine Infektion des Blutes)

Harnwegsinfektionen bei älteren Menschen

Wenn das Hirngewebe infiziert wird, kommt es zu einer Funktionsstörung des Gehirns.

Andere Infektionen wie Sepsis, können hohes Fieber verursachen, das eine Funktionsstörung des Gehirns oder einen Schaden des Hirngewebes zur Folge haben könnte.

Altersbedingte Veränderungen im Gehirn machen ältere Menschen anfälliger für Störungen der geistigen Funktion, die durch geringfügige Erkrankungen wie Harnwegsinfektionen verursacht werden.

Dies kann zu Koma führen.

Bei älteren Menschen können Harnwegsinfektionen Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit und Delirium auslösen.

Unfälle und Verletzungen

Erstickung

Dem Gehirn wird Sauerstoff entzogen.

Es kommt schnell zu einem Bewusstseinsverlust und Koma oder Tod könnten folgen.

Kopfverletzungen können das Gehirn folgendermaßen schädigen:

  • Es kann zu einer Hirnstauchung kommen, wodurch die Kommunikation zwischen Gehirnzellen gestört wird, ohne dass es zu einem offensichtlichen physischen Schaden kommt (wie es etwa bei einer Gehirnerschütterung der Fall wäre)

  • Schädigung kleiner Blutgefäße im Gehirn (wie bei einer Prellung oder Kontusion)

  • Einschnitt oder Quetschung von Hirngewebe

  • Starke Blutung im Gehirn (wie bei einer intrazerebralen Blutung) oder zwischen den Gewebeschichten um das Gehirn (wie bei einer Subarachnoidalblutung)

Blut kann das Hirngewebe direkt reizen oder sich als Masse ansammeln (Hämatom) und auf das Gehirn drücken (wie bei einem Epidural- oder Subduralhämatom).

Je nach der Art der Verletzung kann sich sofort oder allmählich innerhalb mehrerer Stunden ein Koma entwickeln. Es kann zu Krampfanfällen kommen, insbesondere dann, wenn eine große Menge Blut aus den Blutgefäßen austritt und in direkten Kontakt mit dem Hirngewebe kommt.

Eine Körpertemperatur über 40 °C, wie bei hohem Fieber oder Hitzschlag, kann Gehirnschäden auslösen.

Dies kann zu Koma führen. Nervenzellen sterben schneller ab, wenn die Körpertemperatur sehr hoch ist.

Bei einer Körpertemperatur unter 36 °C verlangsamt sich die Hirnfunktion. Bei einer Körpertemperatur unter 26,7 °C tritt ein Koma ein.

In manchen Fällen können niedrige Temperaturen das Gehirn jedoch schützen, indem sie eine Schädigung durch einen Blut- oder Sauerstoffmangel verlangsamen. Auch sterben Nervenzellen viel langsamer ab, wenn die Körpertemperatur sehr niedrig ist. Es ist zum Beispiel möglich, dass ein Kind sich wieder vollständig erholt, nachdem es 30 Minuten in einem eiskalten See untergetaucht war. So lange in warmem Wasser untergetaucht zu sein, ist in der Regel tödlich.

Stupor oder Koma können eintreten, aber wenn die Person überlebt, bleibt meist kein permanenter Schaden zurück.

Suchtmittel

Alkohol verlangsamt die Hirnfunktion. In großen Mengen kann Alkohol das Hirngewebe direkt oder indirekt beeinflussen, indem es die Atmung verlangsamt, sodass der Sauerstoffspiegel im Blut so stark sinkt, dass er eine Hirnschädigung verursacht.

Ein hoher Alkoholspiegel kann Stupor oder Koma hervorrufen, insbesondere, wenn er über 2,0 Promille liegt.

Einatmen großer Mengen von Kohlenmonoxid oder ähnlicher Substanzen

Kohlenmonoxid lagert sich an das Hämoglobin der roten Blutkörperchen an. Es übernimmt den Platz von Sauerstoff und hindert die roten Blutkörperchen daran, Sauerstoff zum Gewebe zu transportieren, einschließlich dem Hirngewebe.

Eine schwere Kohlenmonoxidvergiftung kann aufgrund des Sauerstoffmangels Koma oder irreversible Hirnschäden hervorrufen.

Arzneimittel

Viele Arzneimittel können die Hirnfunktion verlangsamen, auch wenn sie nicht in hohen Dosen verabreicht werden. Hierzu gehört Folgendes:

Dies kann zu Koma führen. Bei rechtzeitiger Behandlung kann ein solches Koma völlig reversibel sein.

Symptome

Das Bewusstsein ist zu verschiedenen Graden beeinträchtigt. Personen in einem Stupor sind in der Regel bewusstlos, können durch starke Stimulation jedoch aufgeweckt werden. Personen in einem Koma sind bewusstlos und können nicht aufgeweckt werden. Ihre Augen sind geschlossen.

Der Gehirnschaden oder die Funktionsstörung, die zu Stupor und Koma führen, beeinflusst auch andere Teile des Körpers.

Das Atemmuster ist gewöhnlich anormal. Die Atmung kann zu schnell, zu langsam, zu tief oder unregelmäßig sein. Diese Muster können sich auch abwechseln.

Der Blutdruck kann je nach Ursache der Bewusstseinsstörung steigen oder abfallen. Wenn zum Beispiel eine Kopfverletzung massive Hirnblutungen verursacht, steigt der Druck im Schädel rasch an und der Blutfluss zum Gehirn nimmt ab. Die Nerven, die den Blutdruck steuern, reagieren darauf, indem sie den Blutdruck erhöhen, um den Blutfluss zum Gehirn zu erhalten. Wenn die Ursache der Bewusstseinsstörung eine schwere Infektion, eine starke Dehydratation, ein starker Blutverlust, eine Überdosierung von Arzneimitteln oder Drogen oder ein Herzstillstand ist, sinkt der Blutdruck erheblich.

Die Muskeln ziehen sich womöglich zu ungewöhnlichen Positionen zusammen, d. h., sie kontrahieren und bleiben kontrahiert. Der Kopf könnte zum Beispiel nach hinten gelehnt und die Arme und Beine ausgestreckt sein – eine Position, die man Enthirnungsstarre nennt. Die Arme können gebeugt und beide Beine gestreckt sein – eine Position, die man Dekortikationsstarre nennt. Oder der gesamte Körper könnte schlaff sein. Manchmal kommt es zu sporadischen oder unwillkürlichen Muskelkontraktionen.

Die Augen können betroffen sein. Eine oder beide Pupillen können erweitert (dilatiert) sein und nicht auf Lichtveränderungen reagieren. Die Pupillen können auch winzig sein. Die Augen bewegen sich möglicherweise gar nicht oder abnormal.

Die das Bewusstsein beeinträchtigende Störung kann noch andere Symptome verursachen. Wenn die Ursache zum Beispiel Meningitis ist (Infektion der Gewebeschichten, die das Gehirn und das Rückenmark umhüllen), können die frühen Symptome Fieber, Erbrechen, Kopfschmerzen und einen schmerzhaften, steifen Hals umfassen, sodass es schwer oder unmöglich ist, das Kinn auf die Brust zu senken.

Auch durch Bewegungsunfähigkeit (Immobilisierung) über längere Zeiträume können Probleme entstehen, beispielsweise Druckgeschwüre, Nervenschädigung in den Gliedmaßen, Blutgerinnsel und Harnwegsinfektionen (siehe Probleme durch Bettlägerigkeit).

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Neurologische Untersuchung

  • Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren

Die Ärzte können aufgrund von Beobachtungen und Untersuchungen bestimmen, ob das Bewusstsein beeinträchtigt ist. Die Ärzte versuchen, die beeinträchtigten Teile des Gehirns und die Ursache zu identifizieren, da die Behandlung verschieden ist und da die Beeinträchtigung fortschreiten und zu Koma und Hirntod führen kann.

Stupor wird diagnostiziert, wenn die Person durch wiederholte kräftige Versuche nur kurz geweckt wird. Koma wird diagnostiziert, wenn die Person überhaupt nicht geweckt werden kann und die Augen geschlossen bleiben.

Jemand, der infolge von Stupor oder Koma das Bewusstsein verloren hat, muss sofort ins Krankenhaus gebracht werden, da beide Zustände lebensbedrohlich sind. Das medizinische Fachpersonal wird versuchen, die Ursache zu identifizieren und gleichzeitig medizinische Notfallversorgung zu leisten. Zum Beispiel wird ein schneller Test durchgeführt, um den Blutzuckerspiegel zu bestimmen. Ein niedriger Blutzuckerspiegel (der das Gehirn schnell und permanent schädigen kann) kann sofort behandelt werden.

Da sich eine aufgrund von Stupor oder Koma bewusstlose Person nicht mitteilen kann, überprüfen die Ärzte meist, ob die Person ein Notfallarmband oder -amulett trägt, das Aufschluss über die Ursache geben könnte. Möglicherweise sucht der Arzt in der Geldbörse, der Handtasche oder in den Kleidungstaschen nach einer medizinischen Identifikation (beispielsweise einer Krankenhausidentifikationskarte) oder nach Arzneimitteln, die ebenfalls helfen könnten, die Ursache herauszufinden. Personen mit Störungen, die ein Risiko für Stupor oder Koma darstellen (wie Diabetes oder Anfallkrankheiten), sollten daher eine medizinische Identifikation jeglicher Form bei sich tragen.

Die Ärzte erkundigen sich bei Zeugen der Bewusstseinsveränderung nach den Umständen, unter denen sie eingetreten ist, sowie nach anderen Symptomen, die aufgetreten sind. Wenn beispielsweise die Gliedmaßen einer Person wiederholt zuckten, als sie bei beeinträchtigtem Bewusstsein war, könnte ein Krampfanfall die Ursache gewesen sein. Der Arzt wird auch mit Angehörigen und Freunden sprechen, die offen alle relevanten medizinischen Informationen zu dieser Person mitteilen sollten, einschließlich:

  • ob die Person Arzneimittel oder Drogen (rezeptpflichtige Arzneimittel oder gelegentlicher Drogenkonsum), Alkohol oder andere Giftstoffe verwendet und welche

  • ob die Person vor der Bewusstseinsveränderung verletzt wurde

  • wann und wie das Problem begonnen hat

  • ob die Person irgendwelche Infektionen, andere Erkrankungen (z. B. Diabetes, Bluthochdruck, einen Krampfanfall oder eine Erkrankung der Schilddrüse, Niere oder Leber) oder andere Symptome (wie Kopfschmerzen oder Erbrechen) hat oder hatte

  • wann die Person zum letzten Mal normal erschien

  • ob die Person etwas Ungewöhnliches zu sich genommen hat oder auf Reisen war

  • ob sie Vermutungen hinsichtlich der Ursache haben (zum Beispiel ob die Person in letzter Zeit depressiv war oder Selbstmordgedanken hatte)

Diese Informationen helfen Ärzten, mögliche Ursachen zu identifizieren und zu beurteilen, wie wahrscheinlich es ist, dass sich die Person erholt. Ohne diese Informationen könnten viele solcher Ursachen trotz umfangreicher diagnostischer Tests nicht ermittelt werden. Wurde beispielsweise etwas Ungewöhnliches verzehrt, könnte die Ursache ein Toxin sein (zum Beispiel giftige Pilze). War die Person kürzlich auf Reisen, könnte es sich um eine Infektion handeln, die in dem bereisten Gebiet häufig vorkommt. Werden in der Nähe der Person leere Tablettenbehälter oder Drogenbesteck gefunden, könnte die Ursache eine Überdosis sein. Wenn ein Medikament oder ein Giftstoff eingenommen wurde, sollten die Angehörigen oder Freunde dem Arzt eine Probe des Stoffes oder die Verpackung geben.

Wussten Sie ...

  • Informationen von Angehörigen und Freunden sind gewöhnlich wertvoll und führen eher zur Identifizierung der Ursache eines Komas als diagnostische Tests.

Informationen von Angehörigen und Freunden sind gewöhnlich wertvoll und führen eher zur richtigen Diagnose als Untersuchungen und Tests. Kein Test kann zum Beispiel alle möglichen Überdosen ausschließen.

Körperliche Untersuchung

Die Körpertemperatur wird kontrolliert. Eine auffällig hohe Temperatur kann auf eine Infektion, einen Hitzschlag oder eine Überdosis einer Droge (wie Kokain oder ein Amphetamin), die den Körper stimuliert, hindeuten. Eine auffällig niedrige Temperatur kann auf Unterkühlung, eine Schilddrüsenunterfunktion, Alkoholvergiftung, Überdosis eines Beruhigungsmittels oder bei älteren Menschen auf eine Infektion hindeuten.

Die Ärzte untersuchen Kopf, Gesicht und Haut nach Hinweisen wie:

  • Blaues Auge, Schnittwunden, Blutergüsse oder Austritt von Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Flüssigkeit, die das Gehirn umgibt) aus der Nase oder den Ohren, was auf eine Kopfverletzung hindeutet.

  • Nadeleinstiche deuten auf eine Überdosis einer Droge wie Heroin hin.

  • Ein Ausschlag lässt häufig eine Infektion vermuten, wie Sepsis (eine schwere Reaktion des gesamten Körpers auf eine Blutinfektion) oder eine Infektion des Gehirns.

  • Manche Gerüche im Atem deuten auf eine diabetische Ketoazidose oder die Einnahme von Gift oder großen Mengen an Alkohol hin.

  • Wenn die Person sich auf die Zunge gebissen hat, könnten Krampfanfälle die Ursache sein.

Neurologische Untersuchung

Es wird auch eine gründliche neurologische Untersuchung durchgeführt. Durch diese Untersuchung kann Folgendes ermittelt werden:

  • wie stark das Bewusstsein beeinträchtigt ist

  • ob das Stammhirn normal funktioniert

  • welcher Teil des Gehirns geschädigt ist

  • was die Ursache sein könnte

Die Ärzte werden versuchen, eine bewusstlose Person zuerst durch Ansprechen und dann durch Berühren der Gliedmaßen, der Brust oder des Rückens zu wecken. Wenn diese Maßnahmen erfolglos sind, werden Stimuli verwendet, die Beschwerden oder Schmerzen verursachen, wie Schmerzen auf das Nagelbett oder Kneifen. Wenn die betroffene Person bei einem schmerzhaften Stimulus die Augen öffnet oder das Gesicht verzieht, oder wenn sie bewusst zurückzuckt, ist das Bewusstsein nicht schwer beeinträchtigt. Wenn die Person Laute von sich geben kann, sind die Hirnhälften zumindest zum Teil funktionsfähig. Sind die Augen geöffnet, sind vermutlich einige Stammhirnteile funktionsfähig.

Manchmal verwenden die Ärzte ein standardisiertes Bewertungssystem wie die Glasgowkomaskala, um die Veränderungen des Bewusstseins des Patienten zu verfolgen. Anhand der Skala werden je nach Reaktion auf bestimmte Reize Punkte vergeben. Bewertet werden die Augenbewegung, Sprache und Bewegungen. Mit der Skala lässt sich relativ verlässlich und objektiv messen, wie teilnahmslos ein Patient ist.

Anormale Atemmuster können Hinweise darauf liefern, in welchen Teilen des Gehirns die Funktionsstörung vorliegt.

Durch die Überprüfung der Reaktion auf eine schmerzhafte Stimulation kann bestimmt werden, ob Teile des Gehirns oder das Rückenmark funktionsgestört sind. Bei einem Koma können schmerzhafte Stimuli ungewöhnliche Körperpositionen auslösen. Der Kopf könnte zum Beispiel nach hinten gelehnt und die Arme und Beine ausgestreckt sein (sogenannte Enthirnungsstarre). Oder die Arme können gebeugt und beide Beine gestreckt sein (sogenannte Dekortikationsstarre). Dadurch kann der Bereich des Gehirns bestimmt werden, der nicht richtig arbeitet.

Schlaffheit des gesamten Körpers und keine Bewegungen als Ansprechen auf Schmerzen sind die schlimmste Reaktion. Dies deutet auf einen völligen Funktionsverlust in allen Teilen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) hin. Wenn jedoch Muskeltonus und Bewegungsfähigkeit wiedererlangt werden, ist die Ursache womöglich umkehrbar, wie beispielsweise bei einer Überdosis Beruhigungsmittel.

Automatische Reflexe in bestimmten Körperteilen werden überprüft, zum Beispiel durch Klopfen auf die Gelenke mit einem Reflexhammer. Der Arzt prüft die unterschiedliche Stärke der Reflexe in verschiedenen Körperteilen. Diese Informationen helfen manchmal dabei, festzustellen, welche Bereiche des Gehirns nicht normal funktionieren.

Alle automatischen Reflexe sind normal, wenn die Bewusstlosigkeit durch eine psychiatrische Störung ausgelöst wurde, die keine Bewusstseinsstörung bewirkt.

Die Augen liefern ebenfalls wichtige Anhaltspunkte über die Funktionsfähigkeit des Stammhirns und die Ursache der Bewusstseinsbeeinträchtigung. Der Arzt prüft die Position der Pupillen, ihre Größe, Reaktion auf helles Licht, ihre Fähigkeit, einem Gegenstand zu folgen (bei wachen, geistig regen Personen), und das Aussehen der Netzhaut. Normalerweise erweitern sich (dilatieren) die Pupillen bei Dunkelheit und werden kleiner (ziehen sich zusammen), wenn sie direkt angeleuchtet werden. Bei einem Koma reagieren die Pupillen jedoch möglicherweise nicht wie normal auf Licht. Wie oder ob die Pupillen auf Licht reagieren, hilft dem Arzt dabei, die Ursache des Komas zu bestimmen.

Um die Person richtig zu beurteilen, muss der Arzt wissen, ob die Pupillen des Patienten auch sonst verschieden groß sind oder ob der Patient aufgrund eines Glaukoms Arzneimittel verwendet, die die Pupillengröße beeinflussen.

Der Arzt untersucht auch das Innere des Auges mit einem Ophthalmoskop auf Anzeichen dafür, dass der Druck im Schädel erhöht ist. Ein erhöhter Druck lässt vermuten, dass eine Masse im Gehirn die Ursache ist, wie ein Tumor, ein Hämatom oder ein Abszess.

Die Reaktion der Person auf bestimmte Manöver kann weitere Informationen darüber liefern, ob das Stammhirn normal funktioniert:

  • Den Kopf drehen und die Augenbewegung zu beobachten.

  • Wenn die Person bewusstlos ist, kaltes Wasser erst in ein Ohr und dann in das andere spülen und die Augenbewegungen beobachten (thermische Nystagmusprüfung oder kalorischer Test)

Die thermische Nystagmusprüfung wird nur dann durchgeführt, wenn die betroffene Person bewusstlos ist und der Arzt die Augenbewegungen nicht auf andere Weise überprüfen kann. Bei wachen Personen kann das Einspülen von kaltem Wasser ins Ohr ein starkes Schwindelgefühl, Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.

Laboruntersuchungen

Diese Tests geben weiteren Aufschluss über mögliche Ursachen für Stupor oder Koma.

Der Blutspiegel von Substanzen, darunter Zucker, Elektrolyte (wie Natrium), Alkohol, Sauerstoff, Mineralstoffe (wie Magnesium) und Kohlendioxid, wird gemessen. Hohe Kohlendioxidkonzentrationen können darauf hinweisen, dass die Atmung beeinträchtigt ist und der Betroffene mechanisch beatmet werden muss. Die Zahl der roten und weißen Blutkörperchen wird bestimmt. Bluttests zur Kontrolle der Leber- und Nierenfunktion werden durchgeführt.

Der Urin wird auf häufig angewendete oder vermutete Giftstoffe untersucht. Um sie auf Infektionen zu überprüfen, können Blut- und Urinproben zum Anlegen einer Kultur (zum Züchten eventuell vorhandener Mikroorganismen) ins Labor geschickt werden.

Mit einer Elektrode am Finger (Pulsoximetrie) wird der Sauerstoffgehalt im Blut bestimmt. Anhand einer aus einer Arterie entnommenen Blutprobe werden die Spiegel von Sauerstoff, Kohlendioxid und manchmal anderer Gase im Blut gemessen (arterielle Blutgastests). Diese Tests werden zur Überprüfung auf Herz- und Lungenerkrankungen durchgeführt.

Je nachdem, welche Ursachen für das Koma in Frage kommen, können andere Laboruntersuchungen durchgeführt werden.

Weitere Tests

Eine Elektrokardiographie (EKG) wird durchgeführt, um Herzerkrankungen festzustellen, welche die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen könnten. Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs kann durchgeführt werden, um nach Lungenerkrankungen zu suchen, welche die Sauerstoffmenge im Blut verringern könnten.

Wenn nicht gleich eine Ursache gefunden wird, wird eine Computer- (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes durchgeführt, um das Gehirn im Hinblick auf eine Masse oder andere strukturelle Hirnschäden zu begutachten.

Wenn die Ursache nach den bildgebenden Untersuchungen unklar ist oder wenn Meningitis oder eine Blutung zwischen den Hirnhäuten (Subarachnoidalblutung) möglich ist, wird eine Spinalpunktion (Lumbalpunktion) durchgeführt, um eine Probe der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit zu entnehmen. Die Flüssigkeit wird untersucht und hinsichtlich verschiedener Ursachen analysiert. Vor der Spinalpunktion wird gewöhnlich erst eine CT oder MRT des Kopfes durchgeführt, um zu bestimmen, ob der Druck im Schädel erhöht ist – zum Beispiel durch einen Tumor oder eine Blutung innerhalb des Gehirns (intrazerebrale Blutung). Bei einem erhöhten Druck könnte die Spinalpunktion dazu führen, dass das Gehirn sich nach unten verschiebt, indem der Druck unterhalb des Gehirns langsam reduziert wird, wodurch eine Hirnhernie zumindest theoretisch verursacht oder verschlimmert werden könnte (wobei eine Hernie selten entsteht).

Wenn die Ursache weiterhin unklar ist, könnte ein Elektroenzephalogramm (EEG) durchgeführt werden, um die elektrische Aktivität des Gehirns zu kontrollieren. Dieses kann auffällig sein, wenn das Gehirn nicht wie normal funktioniert. Gelegentlich deutet das EEG darauf hin, dass die Person Krampfanfälle hat, auch wenn die Gliedmaßen nicht zucken (eine Störung, die als nonkonvulsiver Status epilepticus bezeichnet wird).

Prognose

Wenn die Betroffenen innerhalb von sechs Stunden allmählich wieder auf Geräusche, Berührungen oder andere Reize ansprechen, ist eine Genesung eher wahrscheinlich. Eine Genesung ist auch wahrscheinlich, wenn in den ersten Tagen eines oder mehrere der folgenden Ereignisse eintreten:

  • Die Sprache kehrt zurück, auch wenn sie unverständlich ist.

  • Die Augen können einem Gegenstand folgen.

  • Die Person kann Anweisungen ausführen.

  • Der Muskeltonus normalisiert sich.

Die Wahrscheinlichkeit einer Genesung ist auch von der Ursache und Dauer der Bewusstseinsbeeinträchtigung abhängig:

  • Überdosis eines Beruhigungsmittels: Eine Genesung ist wahrscheinlich, es sei denn, die Person hat so lange nicht geatmet, dass ein Hirnschaden verursacht wurde.

  • Ein niedriger Blutzuckerspiegel: Eine vollständige Genesung ist möglich, wenn dem Gehirn nicht länger als 1 Stunde Zucker entzogen wurde.

  • Kopfverletzung: Bei einem Koma kann noch nach mehreren Wochen (jedoch nicht nach mehr als 3 Monaten) eine weitgehende Genesung eintreten.

  • Schlaganfall: Ein permanenter Hirnschaden ist wahrscheinlich, wenn das Koma 6 Stunden oder länger andauert.

  • Infektion: Oft ist bei prompter Behandlung eine vollständige Wiederherstellung möglich.

Nach einem Herzstillstand ist eine vollständige Genesung selten, wenn Folgendes zutrifft:

  • Bestimmte Störungen wie Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus

  • Koma über mehr als 6 Stunden

  • Unkontrollierte Muskelbewegungen

  • Pupillen, die nicht auf Licht reagieren

  • Krampfanfälle, die trotz Behandlung anhalten

Wenn die Betroffenen nach einem Herzstillstand ihre Gliedmaßen nicht mehr bewegen können, ist eine Genesung schwierig.

Wenn die Ärzte jedoch zur Behandlung nach einem Herzstillstand Kühlung (Hypothermie) verwendet haben, wird gewöhnlich weitere 3 Tage auf diese Reaktionen gewartet. Die Kühlung des Körpers nach einem Herzstillstand trägt dazu bei, die Hirnfunktion zu erhalten, die Erholung der Hirnfunktion wird dadurch allerdings auch verzögert.

Manchmal verwenden die Ärzte einen Test namens evozierte Reaktion, um zu bestimmen, ob das Stammhirn oder die beiden Hirnhälften funktionieren. In der Regel werden dazu Elektroden, die ein schwaches elektrisches Signal produzieren, an Teilen des Körpers angelegt, und ein EEG wird verwendet, um zu erkennen und aufzuzeichnen, wie lange das elektrische Signal braucht, bis es das Gehirn erreicht. Wenn die Signale wiederholt nicht ins Gehirn gelangen, ist die Prognose eher negativ.

Bei Kindern und manchmal jungen Erwachsenen kommt es zu einer umfassenderen Erholung als bei älteren Menschen, da sich die Hirnzellen bei jungen Menschen schneller und im größeren Ausmaß selbst reparieren.

Wenn ein Patient länger als einige Wochen im tiefen Koma bleibt, sollten Entscheidung hinsichtlich eines fortgesetzten Gebrauchs eines Atemgeräts, einer Nahrungssonde und von Arzneimitteln getroffen werden. Die Angehörigen sollten diese Fragen mit den Ärzten besprechen. Wenn Patienten eine medizinische Vorausverfügung haben, wie eine Patientenverfügung oder dauerhafte Vollmacht für medizinische Angelegenheiten, sollte diese bei der Entscheidung zur Fortsetzung der Behandlung herangezogen werden.

Behandlung

  • Maßnahmen zur Atemunterstützung und Verbesserung des Blutflusses zum Gehirn

  • Behandlung der Krankheitsursache

Sofortige Behandlung

Wenn ein Patient schnell immer weniger ansprechbar und schwerer zu wecken wird, ist eine sofortige Behandlung erforderlich, oft sogar vor einer Diagnose. Diese schnelle Verschlechterung des Bewusstseins gilt als medizinischer Notfall.

Die ersten Behandlungsschritte, die manchmal vom Rettungspersonal eingeleitet werden, bestehen darin, festzustellen,

  • ob die Atemwege frei sind

  • ob die Atmung angemessen ist

  • ob Puls, Blutdruck und Herzfrequenz normal sind (um sicherzustellen, dass Blut ins Gehirn gelangt)

Wenn möglich werden vorhandene Probleme korrigiert.

Die Patienten werden zuerst in einer Notaufnahme behandelt und dann in die Intensivstation eines Krankenhauses eingewiesen. An beiden Orten können Herzfrequenz, Blutdruck, Körpertemperatur und der Sauerstoffgehalt im Blut überwacht werden. Alle Auffälligkeiten in diesen Messungen werden sofort korrigiert, um eine weitere Schädigung des Gehirns zu vermeiden. Sauerstoff wird häufig sofort gegeben und ein Tropf wird gelegt, sodass schnell Arzneimittel oder Zucker (Glukose) gegeben werden können.

Bei sehr hoher oder sehr niedriger Körpertemperatur werden Maßnahmen zum Kühlen (Behandlung gegen Hitzschlag) oder Erwärmen (Behandlung gegen Hypothermie) getroffen. Alle anderen Erkrankungen (wie Herz- oder Lungenerkrankungen), falls vorhanden, werden behandelt.

Behandlung der Krankheitsursache

Falls möglich, wird die Ursache behandelt.

Bei einem niedrigen Blutzuckerspiegel wird zum Beispiel sofort Glukose (Zucker) intravenös verabreicht. Die Gabe von Glukose führt häufig zu einer sofortigen Erholung, wenn das Koma durch einen niedrigen Blutzuckerspiegel verursacht wurde. Zusammen mit Glukose wird stets Thiamin verabreicht, weil Glukose allein bei unterernährten Menschen (gewöhnlich aufgrund von Alkoholmissbrauch) eine Gehirnstörung Wernicke-Enzephalopathie auslösen oder verschlimmern kann.

Wenn die Ursache eine Kopfverletzung ist, muss der Nacken ruhiggestellt werden, bis die Ärzte untersuchen können, ob das Rückenmark verletzt wurde. Patienten in Stupor oder Koma nach einer Kopfverletzung profitieren manchmal von der Behandlung mit Medikamenten, die die Funktionsfähigkeit der Nervenzellen verbessern können, wie Amantadin. Unter Umständen kann die Funktionsfähigkeit bis zu einem gewissen Maße mit Hilfe dieser Behandlung schneller wiedererlangt werden. Sie könnte allerdings keinen Unterschied machen hinsichtlich der langfristigen Verbesserung.

Wenn die Bewusstseinsstörung durch ein Opioid ausgelöst wurde, kann Naloxon als Gegenmittel verabreicht werden. Die Erholung kann sofort eintreten, wenn das Opioid die einzige Ursache für die Bewusstseinsbeeinträchtigung war. Wenn der Patient Opioide einnimmt, kann der Arzt einen Naloxon-Autoinjektor verschreiben. Mit diesem Instrument kann ein Familienmitglied oder eine andere Pflegeperson sofort Naloxon verabreichen, wenn der Patient eine Überdosis eines Opioids eingenommen hat oder dies vermutet wird.

In seltenen Fällen wird ein großer Schlauch durch den Mund in den Magen eingeführt, um den Magen auszupumpen, wenn vermutet wird, dass der Patient innerhalb der letzten Stunde bestimmte Giftstoffe, Arzneimittel oder Drogen eingenommen hat. Dadurch kann der Mageninhalt identifiziert werden und es wird verhindert, dass noch mehr Gift in den Körper aufgenommen wird. Über den Schlauch oder einen kleineren Schlauch, der durch die Nase eingeführt wird (nasogastrischer Schlauch), könnte auch Aktivkohle verabreicht werden. Die Aktivkohle verhindert, dass der Magen mehr der Substanzen aufnimmt.

Behandlung zur Atemkontrolle

Patienten in tiefem Stupor oder Koma erfordern gewöhnlich einen Atemschlauch und mechanische Beatmung, vor allem dann, wenn ihre Atmung beeinträchtigt ist (zum Beispiel, wenn das Gehirn geschädigt oder in seiner Funktion gestört ist).

Der Beatmungsschlauch wird durch die Nase oder den Mund in die Luftröhre (Trachea) eingeführt, was als endotracheale Intubation bezeichnet wird. Er verhindert, dass die Patienten nach Erbrechen den Mageninhalt inhalieren, und erleichtert die mechanische Beatmung, wenn ihre Atmung zu langsam oder zu flach ist.

Andere Therapien

Wenn Untersuchungen darauf hinweisen, dass der Druck im Schädel erhöht ist, insbesondere bei Verdacht auf eine Hirnhernie könnte ein kleines Loch in den Schädel gebohrt und ein Drucküberwachungsgerät in einen der mit Flüssigkeit gefüllten Räume (Ventrikel) im Gehirn platziert werden. Bei einem erhöhten Druck könnten die folgenden Senkungsmaßnahmen ergriffen werden:

  • Der Kopf des Bettes könnte erhöht werden.

  • Dank künstlicher Beatmung können die Betroffenen schneller wieder atmen, besonders wenn sie innerhalb der ersten halben Stunde eingesetzt wird. Dadurch wird das Kohlendioxid schneller aus der Lunge entfernt, wodurch sein Spiegel im Blut sinkt. Infolgedessen verengen sich die Blutgefäße im unbeschädigten Teil des Gehirns und es gelangt weniger Blut ins Gehirn. Diese Maßnahme senkt den Druck im Schädel und schädigt das Gehirn nicht weiter.

  • Diuretika oder andere Arzneimittel könnten verwendet werden, um die Flüssigkeit im Gehirn und im restlichen Körper zu reduzieren. Diuretika tragen dazu bei, mehr Flüssigkeit auszuschwemmen, indem sie die Nieren veranlassen, mehr Natrium und Wasser im Urin auszuscheiden.

  • Ein Beruhigungsmittel könnte verabreicht werden, um starke unwillkürliche Muskelkontraktionen zu kontrollieren, die den Druck im Gehirn erhöhen könnten.

  • Manchmal wird der Blutdruck gesenkt, insbesondere, wenn er ohnehin hoch war.

Wenn die Ursache des Drucks ein Hirntumor oder Abszess ist, könnten Kortikosteroide wie Dexamethason helfen, den Druck zu reduzieren. Kortikosteroide werden jedoch nicht verwendet, wenn die Druckerhöhung durch bestimmte Erkrankungen erzeugt wird, wie intrazerebrale Blutung oder Schlaganfall, da sie diese Erkrankungen verschlimmern könnten.

Wenn andere Maßnahmen keine Wirkung zeigen, kann Folgendes versucht werden:

  • Wenn der Druck im Schädel nach einer Kopfverletzung oder einem Herzstillstand erhöht ist, sind Maßnahmen zur Senkung der Körpertemperatur einen Versuch wert. Diese Maßnahmen scheinen manchen Menschen mit Herzstillstand zu helfen.

  • Pentobarbital (ein Barbiturat) kann verwendet werden, um die Durchblutung des Gehirns und die Gehirnaktivität zu verringern. Möglicherweise kann diese Behandlung die Prognose für manche Betroffenen verbessern, allerdings ist sie nicht bei allen von Nutzen. Es können zudem Nebenwirkungen auftreten, wie ein niedriger Blutdruck und Herzrhythmusstörungen.

  • Der Schädel könnte operativ geöffnet werden (Kraniektomie), um mehr Raum für das geschwollene Gehirn zu schaffen und somit den Druck auf das Gehirn zu reduzieren. Dadurch lässt sich das Leben des Patienten womöglich retten, diese Behandlung verbessert die Funktionsfähigkeit jedoch nicht unbedingt.

Langfristige Versorgung

Komapatienten erfordern eine umfassende Versorgung. Sie werden über eine Sonde ernährt, die durch die Nase in den Magen geführt wird (künstliche Ernährung). Manchmal erfolgt die Ernährung auch über eine Sonde, die über einen Bauchschnitt direkt durch die Bauchdecke in den Magen oder Dünndarm geführt wird. Über eine solche Sonde könnten auch Arzneimittel verabreicht werden.

Die Bewegungsunfähigkeit führt zu vielen Problemen, und es müssen Maßnahmen ergriffen werden, um diese zu vermeiden (siehe Probleme durch Bettlägerigkeit). Es kann zum Beispiel Folgendes passieren:

  • Druckgeschwüre: In einer Position zu liegen kann die Blutversorgung zu manchen Bereichen des Körpers unterbrechen, wodurch die Haut zerfällt und Druckgeschwüre entstehen.

  • Schwache Muskulatur: Arbeiten Muskeln nicht, werden sie schwach. Menschen mit Muskelschwäche können Mühe damit haben, eigenständig zu atmen, wenn sie vom Beatmungsgerät genommen werden.

  • Kontrakturen: Ein Mangel an Bewegung kann auch zu einer permanenten Versteifung der Muskeln (Kontrakturen) führen, so dass die Gelenke permanent gebeugt bleiben,

  • Blutgerinnsel: und die Wahrscheinlichkeit für eine Blutgerinnselbildung in den Beinvenen erhöhen. Blutgerinnsel können sich lösen und durch den Blutstrom zur Lunge transportiert werden und dort eine Arterie blockieren (Lungenembolie).

Druckgeschwüre lassen sich durch eine häufige Umlagerung vermeiden, oder indem man die Körperstellen, die Kontakt mit dem Bett haben, wie die Fersen, zu ihrem Schutz polstert.

Um diese Kontrakturen zu vermeiden, werden die Gelenke des Patienten von einem Physiotherapeuten vorsichtig in alle Richtungen bewegt (passive Bewegungsbereichsübungen) oder mit Schienen in bestimmte Positionen gebracht. Eine frühzeitige Physiotherapie kann Menschen helfen, die ihre Bewegungsfähigkeit nicht wiedererlangt haben.

Zur Verhinderung von Blutgerinnseln kommen Medikamente und Kompressionen zum Einsatz oder die Beine des Patienten werden erhöht gelagert. Auch durch die Bewegung der Gliedmaßen, wie in Form passiver Übungen zur Vergrößerung des Bewegungsumfangs, kann Blutgerinnseln vorgebeugt werden.

Da die Patienten nicht blinzeln können, könnten ihre Augen austrocknen. Augentropfen können helfen.

Bei Inkontinenz ist sorgfältig dafür zu sorgen, dass die Haut sauber und trocken bleibt. Wenn die Blasenfunktion beeinträchtigt ist und Harn zurückgehalten wird, kann ein Schlauch (Katheter) gelegt werden, um den Harnabfluss zu gewährleisten. Katheter werden sorgfältig gereinigt und regelmäßig untersucht, damit keine Harnwegsinfektionen entstehen.

Wichtige Informationen für ältere Menschen: Koma und Stupor

Bewusstseinsstörungen, einschließlich Lethargie, Stupor und Koma, sind bei älteren Menschen aus folgenden Gründen besonders bedenklich:

  • Altersbezogene Veränderungen des Gehirns: Mit zunehmendem Alter geht die Anzahl der Nervenzellen im Gehirn zurück. So ist es wahrscheinlicher, dass Arzneimittel und Drogen das Bewusstsein und die geistige Funktion von älteren Menschen beeinträchtigen, da das ältere Gehirn langsamer und weniger gut in der Lage ist, die Wirkung eines Arzneimittels oder einer Droge auf das Gehirn auszugleichen.

  • Andere altersbedingte Veränderungen: Andere altersbedingte Veränderungen machen ältere Menschen empfindlicher für die Wirkungen von Arzneimitteln. Zum Beispiel können die Nieren älterer Patienten Arzneimittel weniger leicht in den Urin abgeben und die Leber kann viele Arzneimittel nicht mehr so gut abbauen. Somit werden Arzneimittel langsamer im Körper abgebaut. Es bleibt ein größerer Anteil des Medikaments im Blut und wahrscheinlich auch länger. Ein größerer Anteil des Medikaments kann das Gehirn erreichen und die Funktionsfähigkeit des Gehirns beeinflussen. Somit kann selbst eine niedrige Dosis eines Medikaments bei älteren Menschen zu Verwirrtheit oder Benommenheit führen. Häufig benötigen ältere Menschen eine niedrigere Dosis, als normalerweise verwendet wird.

  • Mehrfachmedikation: Viele ältere Menschen nehmen mehrere Arzneimittel ein (Polypharmazie), da sie eine oder mehrere chronische Erkrankungen haben wie Bluthochdruck, Diabetes oder Arthritis. Die Einnahme mehrerer Arzneimittel erhöht das Risiko einer Wechselwirkung zwischen den Arzneimitteln, die das Gehirn möglicherweise negativ beeinflussen könnte. Beispielsweise kann sich die Konzentration des einen Wirkstoffs aufgrund des anderen Wirkstoffs erhöhen.

  • Ein komplexer Arzneimittelplan: Die Einnahme mehrerer Arzneimittel kann auch einen komplizierten Einnahmeplan zur Folge haben. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit für Fehler und die Einnahme einer zu hohen Menge eines Medikaments.

  • Wirkung geringfügiger Störungen: Relativ geringfügige Störungen, wie Harnweginfektionen oder Flüssigkeitsmangel, können bei älteren Menschen eher zu einer Bewusstseinsstörung führen als bei jüngeren.

  • Vorhandensein anderer Krankheiten: Viele Krankheiten, die bei älteren Menschen häufiger sind, können das Bewusstsein beeinträchtigen. Dazu zählen Schlaganfälle, Hirntumoren, Ausbuchtungen in geschwächten Arterien des Gehirns (Aneurysmen), Stoffwechselstörungen, schwere Lungenerkrankungen, schwere Infektionen und Herzversagen.

  • Schwierigkeit, Bewusstseinsstörung zu erkennen: Eine Bewusstseinsstörung kann bei älteren Menschen schwerer zu erkennen sein. Wenn ältere Menschen weniger aufmerksam werden oder sich ihrer Umgebung weniger bewusst sind, könnte das von Angehörigen und Freunden möglicherweise nicht bemerkt oder als Alterserscheinung abgetan werden. (Eine Bewusstseinsstörung ist kein Teil des normalen Alterungsprozesses.) Eine Veränderung des Bewusstseins könnte bei älteren Menschen mit Demenz oder einer anderen Erkrankung des Gehirns oder nach einem Schlaganfall ebenfalls schwieriger festzustellen sein.

  • Fähigkeit, sich zu erholen: Eine Erholung von Stupor oder Koma ist bei älteren Menschen weniger wahrscheinlich, da die Fähigkeit des Gehirns, sich selbst zu reparieren, mit dem Alter abnimmt.

Bei älteren Menschen sind Reaktionen auf Arzneimittel, Flüssigkeitsmangel und Infektionen häufige Gründe für eine Bewusstseinsstörung.

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