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Rhabdomyolyse

Von

Anna Malkina

, MD, University of California, San Francisco

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2020| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2020
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Eine Rhabdomyolyse tritt auf, wenn durch Krankheiten, Verletzungen oder toxische Substanzen geschädigte Muskelfasern zerfallen und ihren Inhalt in den Blutkreislauf abgeben. Eine schwere Erkrankung kann eine akute Nierenschädigung verursachen.

  • Häufige Ursachen sind unter anderem Muskelverletzungen und Durchblutungsstörungen in geschädigtem Gewebe, Arzneimittel, toxische Substanzen und Infektionen.

  • Weniger häufige Ursachen sind ein Elektrolytungleichgewicht, endokrine und genetische Störungen, außergewöhnliche körperliche Betätigung und extreme Körpertemperaturen.

  • Die Symptome können Muskelschmerzen, Schwäche und rötlich-braunen (oder teefarbenen) Urin beinhalten. Die meisten Betroffenen weisen jedoch nicht alle diese Symptome auf.

  • Zu den ernsthaften Komplikationen zählt eine akute Nierenschädigung (auch akutes Nierenversagen genannt).

  • Die Diagnose erfolgt mittels Blut- und Urintests. 

  • Die Behandlungen zielen auf die Ursache und alle daraus resultierenden Komplikationen ab (z. B. wird eine akute Nierenschädigung mit intravenös verabreichten Flüssigkeiten und manchmal mittels Dialyse behandelt).

Eine normale Skelettmuskelfunktion erfordert den richtigen Austausch von Elektrolyten (elektrisch geladene Mineralstoffe wie Natrium und Kalium) über die Muskelzellen (Myozyten). Dieser Austausch ermöglicht es den Zellen Adenosintriphosphat (ATP) entsprechend zu verstoffwechseln. Dabei handelt es sich um ein Molekül, das für den Energietransport innerhalb der Zellen und die Energieversorgung der Körperfunktionen zuständig ist. 

Bei der Rhabdomyolyse sind die Prozesse, die die normale Funktionsfähigkeit der Skelettmuskeln unterstützen, gestört, sodass die Myozyten abgebaut werden und einen Teil ihres Inhalts in den Blutkreislauf abgeben, unter anderem:

  • Kreatinkinase (CK), ein Protein (Eiweiß), dessen Spiegel ansteigt, wenn Muskeln geschädigt sind

  • Myoglobin, ein eisenhaltiges Protein, das Sauerstoff transportiert und in den Myozyten speichert

  • Elektrolyte

Wenn die Nieren normal funktionieren, filtern sie das gesamte Myoglobin und die überschüssige Kreatinkinase über den Urin aus dem Blutkreislauf. Hohe Konzentrationen von Myoglobin im Blut können die Nieren überfordern und schädigen (was zu einer akuten Nierenschädigung führt). Auch andere Organe können hiervon betroffen sein.

Jede Form von Muskelschädigung kann zu einer Rhabdomyolyse führen. Die häufigsten Ursachen dieser Schädigung sind unter anderem:

Einige Arzneimittel und giftige Substanzen (zum Beispiel Statine) können eine direkte Muskelschädigung verursachen. Andere Arzneimittel und toxische Substanzen steigern die Konzentration von Arzneimitteln, die den Muskel schädigen könnten (zum Beispiel Wechselwirkungen in Verbindung mit Antibiotika). Andere Arzneimittel und giftige Substanzen schädigen den Muskel indirekt, indem sie die Blutversorgung dieser Muskeln einschränken. Zum Beispiel können Patienten, die nach der Anwendung von Arzneimitteln wie angstlösenden Mitteln oder Antipsychotika oder dem Konsum von Kokain, Amphetaminen, oder Alkohol sediert oder nicht bewegungsfähig sind, über Stunden in der gleichen Position verharren. Dies kann zu einer Kompression und Schädigung bestimmter Muskeln sowie der Blutgefäße in diesen Muskeln führen.

Zu den selteneren Ursachen der Rhabdomyolyse zählen:

Symptome

Die drei klassischen Symptome der Rhabdomyolyse sind Muskelschmerzen, Schwäche und rötlich-brauner Urin (verursacht durch den hohen Spiegel des rot pigmentierten Proteins Myoglobin, das in das Blut abgegeben wird). Allerdings ist dieses Symptombild bei weniger als 10 Prozent aller Personen mit Rhabdomyolyse vorhanden.

Die Symptome einer Rhabdomyolyse variieren. Etwa 50 Prozent der Betroffenen weisen überhaupt keine Muskelbeschwerden auf. Wenn vorhanden, betreffen die Muskelschmerzen tendenziell die Schultern, die Oberschenkel, den unteren Rücken und die Waden.

Bei einer hohen Konzentration verändert das in den Urin freigesetzte Myoglobin (Myoglobinurie) die Farbe des Urins zu Rot oder Braun und kann mit einem Urintest bestätigt werden. Allerdings kann eine Rhabdomyolyse auch ohne verfärbten Urin vorliegen.

Weitere Anzeichen und Symptome hängen von der Ursache der ursprünglichen Muskelschädigung sowie von den Komplikationen dieser Schädigung ab (zum Beispiel Fieber bei Patienten mit Infektion oder Veränderungen in Bezug auf die Aufmerksamkeit bei Personen unter Medikamenten-/Drogeneinfluss).

Eine akute Nierenschädigung tritt sehr häufig auf, nämlich bei 15 bis 50 Prozent der Patienten mit Komplikationen in Zusammenhang mit einer Rhabdomyolyse. Gelegentlich wird die Rhabdomyolyse durch eine Verbrauchskoagulopathie oder disseminierte intravaskuläre Gerinnung (DIC) erschwert. Hier liegen in den Blutgefäßen im gesamten Körper kleine Blutgerinnsel vor.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Blut- und Urintests

Ärzte vermuten eine Rhabdomyolyse aufgrund der Symptome. Die Diagnose wird durch Bluttests bestätigt.

Manchmal wird zur Bestätigung der Diagnose ein weiterer Labortest zur Bestimmung von Myoglobin im Urin durchgeführt.

Behandlung

  • Behandlung der zugrunde liegenden Ursache

  • Behandlung von Komplikationen

Im Allgemeinen zielt die Behandlung auf die Ursache und jegliche Komplikationen der Rhabdomyolyse ab.

Eine solche Behandlung umfasst typischerweise intravenös verabreichte Flüssigkeit zur Vorbeugung und Behandlung einer akuten Nierenschädigung.

Wenn das Kompartment-Syndrom Ursache der Rhabdomyolyse ist, wird ein chirurgischer Eingriff namens Fasziotomie durchgeführt, um den Druck im Muskel zu verringern. Durch die Linderung dieses Drucks kann im betroffenen Gewebe der gesunde Blutkreislauf wiederhergestellt werden. Infektionen werden mit den entsprechenden Arzneimitteln behandelt. Alle Medikamente, die die Rhabdomyolyse verursacht haben könnten (zum Beispiel Statine), werden abgesetzt. Störungen des Elektrolythaushalts werden korrigiert.

Eine akute Nierenschädigung kann eine Hämodialyse erforderlich machen. Die Verbrauchskoagulopathie wird mit gefrorenem Frischplasma behandelt.

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