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Keuchatmung

Von

Noah Lechtzin

, MD, MHS, Johns Hopkins University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2018| Inhalt zuletzt geändert Mai 2018
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Quellen zum Thema

Bei der Keuchatmung entsteht ein hohes, pfeifendes Atemgeräusch durch teilweise verschlossene Atemwege. (Siehe auch Giemen bei Kleinkindern und jungen Kindern.)

Ursachen

Eine Keuchatmung entsteht durch eine Verengung oder einen teilweisen Verschluss (Obstruktion) in den Atemwegen. Die Verengung kann umfassend sein (wie etwa bei Asthma, bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und bei schweren allergischen Reaktionen) oder nur in einem Bereich auftreten (wie etwa infolge eines Tumors oder eines Fremdkörpers in den Atemwegen).

Häufige Ursachen

Allgemein sind dies die häufigsten Ursachen:

Seltenere Ursachen

Keuchatmung kann auch durch andere Störungen der kleinen Atemwege ausgelöst werden, so u. a. durch Herzinsuffizienz, eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) und das Einatmen einer toxischen Substanz. Keuchende Atmung aufgrund einer Herzinsuffizienz wird als Herzasthma bezeichnet.

Manchmal kommt es bei sonst gesunden Menschen während eines Anfalls einer akuten Bronchitis zu keuchender Atmung. Bei Kindern kann eine Keuchatmung durch Bronchiolitis (eine Infektion des unteren Atemtrakts) oder das Einatmen eines Fremdkörpers ausgelöst werden (siehe Tabelle: Ursachen und Merkmale von Keuchatmung).

Beurteilung

Patienten mit schweren Atmungsproblemen (Atemnotsyndrom) werden noch während der Untersuchung behandelt.

Die folgenden Angaben können bei der Entscheidung behilflich sein, wann eine ärztliche Untersuchung nötig ist, und liefern Gewissheit darüber, was bei einer solchen Beurteilung durch den Arzt zu erwarten ist.

Warnsignale

Wenn jemand an Keuchatmung leidet, geben die folgenden Symptome besonderen Anlass zu Besorgnis:

  • Erschwerte Atmung, schwächer werdende Anstrengungen beim Atmen oder vermindertes Bewusstsein

  • Anschwellen von Gesicht und Zunge

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Wer Warnzeichen oder Kurzatmigkeit aufweist, sollte sich umgehend und bei Bedarf mit dem Krankenwagen in die Notfallaufnahme bringen lassen. Wer eine hin und wieder abklingende Keuchatmung aufweist und nicht außer Atem ist, kann eine ärztliche Untersuchung in der Regel ein bis zwei Tage hinauszögern.

Was der Arzt unternimmt:

Ärzte stellen zunächst immer Fragen zu den Symptomen und zur Krankengeschichte des Patienten, bevor sie eine körperliche Untersuchung vornehmen. Die Ergebnisse der körperlichen Untersuchung liefern in Verbindung mit der Krankengeschichte (Anamnese) Hinweise auf die Ursache und geben vor, welche Tests als nächstes erforderlich sind (siehe Tabelle: Ursachen und Merkmale von Keuchatmung).

Bei der Beurteilung wird festgestellt, ob das Keuchen zum ersten Mal auftritt oder ob es schon früher aufgetreten ist. Wenn eine Keuchatmung schon einmal aufgetreten ist, wird beurteilt, ob sich die aktuellen Symptome in Art oder Schweregrad von dem früheren Anfall unterscheiden.

Wichtige Hinweise für die Diagnose:

  • Ist die Keuchatmung plötzlich oder allmählich eingetreten?

  • Klingt es hin und wieder ab?

  • Kann es durch etwas Bestimmtes (wie z. B. eine Infektion der oberen Atemwege, eine Belastung mit einer allergenen Substanz, bestimmte Jahreszeiten, kalte Luft, körperliche Aktivität oder die Ernährung von Kleinkindern) ausgelöst oder verschlimmert werden?

Andere Symptome, die Hinweise für die Diagnose liefern können, sind u. a. Kurzatmigkeit, Fieber, Husten und Auswurf. Es wird gefragt, ob die Betroffenen rauchen, geraucht haben und passivem Rauchen ausgesetzt sind/waren.

Bei der körperlichen Untersuchung werden Körpertemperatur sowie Herz- und Atemfrequenz überprüft. Der Arzt oder die Ärztin sucht nach Anzeichen einer akuten Atemnot und untersucht die Lunge mit besonderer Konzentration darauf, wie gut die Luft ein- und ausgeatmet wird und ob die Keuchatmung die ganze Lunge oder nur einen Teil davon zu betreffen scheint. Die Keuchatmung kann in der Regel beim Abhorchen des Patienten mit einem Stethoskop erkannt werden. Laute Keuchatmung ist manchmal sogar ohne Stethoskop leicht zu hören. Bei leichterer Keuchatmung muss gelegentlich am Stethoskop gehorcht werden, während der Patient heftig ausatmet. Fortwährendes Keuchen in einem bestimmten Bereich kann bei Rauchern auf Lungenkrebs zurückzuführen sein. Herz, Nase und Rachen, Extremitäten, Hände, Füße und Haut werden ebenfalls untersucht.

Tabelle
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Ursachen und Merkmale von Keuchatmung

Ursache

Häufige Merkmale*

Tests

Husten

Manchmal Symptome einer Infektion der oberen Atemwege (wie z. B. eine verstopfte Nase)

In der Regel sind keine Lungenerkrankungen bekannt

Ärztliche Untersuchung

Allergische Reaktionen

Plötzlich auftretende Keuchatmung, in der Regel innerhalb von 30 Minuten nach einer Belastung durch ein bekanntes oder potenzielles Allergen, wie z. B. Pollen

Oftmals verstopfte Nase, Nesselsucht, juckende Augen und Niesen

Ärztliche Untersuchung

In der Regel frühere Asthmaanfälle

Pfeifende, keuchende Atemgeräusche, die spontan oder nach Belastung durch spezifische Reize auftreten (wie z. B. Pollen oder sonstige Allergene, eine Infektion der oberen Atemwege, Kälte oder körperliche Aktivität)

Ärztliche Untersuchung

Manchmal einer oder mehrere der folgenden Tests:

  • Tests zur Beurteilung, wie gut die Lunge ihre Funktionen wahrnimmt (Lungenfunktionsprüfung)

  • Messung der maximalen Ausatmungsgeschwindigkeit (Peak Flow)

  • Messung der Lungenfunktion vor und nach körperlicher Aktivität oder Verabreichung von Methacholin (einem Medikament, das die Atemwege verengt)

  • Gelegentlich Verabreichung von Bronchodilatatoren (die Atemwege erweiternde Medikamente), um zu schauen, ob Symptome verschwinden

Bronchiolitis (Infektion der unteren Atemwege)

Bei Kindern unter 18 Monaten

Auf der nördlichen Hemisphäre in der Regel von November bis April

In der Regel Symptome einer Infektion der oberen Atemwege (wie z. B. verstopfte Nase und Fieber) und beschleunigte Atmung

Ärztliche Untersuchung

Bei Menschen im mittleren oder fortgeschrittenen Alter

Bei Patienten, die bereits an COPD leiden

In der Regel starkes Rauchen in Vergangenheit und/oder Gegenwart

Erschwerte Atmung

Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs

Lungenfunktionsprüfung

Medikamente (wie z. B. ACE-Hemmer, Betablocker, Aspirin und andere NSAR)

Bei Patienten, die seit Kurzem ein neues Medikament einnehmen, am häufigsten jene, deren Atemwege schon einmal verengt waren (wie etwa bei Asthma)

Ärztliche Untersuchung

Einatmen eines Fremdkörpers

Hohes Pfeifgeräusch oder plötzlicher Husten bei Menschen (normalerweise Kleinkinder oder jüngere Kinder) ohne Symptome einer Infektion der oberen Atemwege, Fieber oder sonstige Krankheitssymptome

Röntgen- oder CT-Aufnahme des Brustkorbs

GERD mit wiederholtem Eindringen von Mageninhalten in die Lunge (chronische Aspiration)

Chronische oder wiederkehrende Keuchatmung

Oft brennende Schmerzen in der Brust (Sodbrennen) oder im Bauch, die sich nach dem Verzehr bestimmter Speisen, bei körperlicher Aktivität oder in liegender Position verschlimmern

Säuerlicher Geschmack im Mund, vor allem nach dem Aufwachen

Heiserkeit

Husten mitten in der Nacht oder am frühen Morgen

Keine Symptome einer Infektion der oberen Atemwege oder einer Allergie

Manchmal lediglich ärztliche Untersuchung

Gelegentlich Verabreichung von Medikamenten zur Unterdrückung von Säure, wie z. B. H2-Blocker (Antihistaminika) oder Protonenpumpenhemmer, um zu schauen, ob Symptome verschwinden

Gelegentlich Einführung eines flexiblen Schlauchs in Speiseröhre und Magen (Endoskopie)

Gelegentlich Anbringen eines Sensors in der Speiseröhre für 24 Stunden, um den Säuregrad (pH-Wert) zu messen

In der Regel Schwellungen (Ödeme) in den Beinen

Kurzatmigkeit, die sich in liegender Position verschlimmert oder 1 bis 2 Stunden nach dem Einschlafen eintritt

Auf Flüssigkeit in der Lunge hinweisende Geräusche bei Untersuchung mit Stethoskop

Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs

Manchmal ein Bluttest zur Messung einer Substanz, die bei einer Dehnung der Herzkammern produziert wird (brain natriuretic peptide, BNP)

Manchmal eine Echokardiographie

Einatmen von Reizstoffen

Plötzlich eintretende Keuchatmung nach Einatmen von Reizstoffen am Arbeitsplatz (Berufsbelastung) oder nach unsachgemäßer Verwendung von Reinigungsprodukten

Ärztliche Untersuchung

Keuchen beim Ein- und Ausatmen, besonders bei Patienten mit Risikofaktoren oder Anzeichen einer Krebserkrankung (wie z. B. Rauchen, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Abhusten von Blut)

Röntgen- oder CT-Aufnahme des Brustkorbs

*Zu den Merkmalen zählen Symptome und Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf.

Die Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes erfolgt in der Regel anhand eines Sensors an einem Finger (Pulsoximetrie). Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs wird in der Regel gemacht, sofern die Symptome des Patienten nicht eindeutig einen Schub einer bereits diagnostizierten chronischen Erkrankung darstellen.

ACE = Angiotensin-konvertierendes Enzym; COPD = chronisch obstruktive Lungenerkrankung; CT = Computertomographie; GERD = gastroösophageale Refluxkrankheit (Sodbrennen); NSAR = nicht-steroidale Antirheumatika.

Tests

Tests zur Beurteilung des Schweregrads, der Diagnose und der Komplikationen werden durchgeführt. Sie beinhalten in der Regel Folgendes:

  • Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes anhand eines Sensors an einem Finger (Pulsoximetrie)

  • Röntgenaufnahme des Brustkorbs (wenn die Diagnose unklar ist)

  • Manchmal Messung von Gassättigung (Sauerstoff und Kohlendioxid) und Säuregrad (pH-Wert) in einer Arterie (arterielle Blutgasanalyse)

  • Manchmal Tests zur Beurteilung, wie gut die Lunge ihre Funktionen wahrnimmt (Lungenfunktionsprüfung)

Wenn die Keuchatmung zum ersten Mal auftritt, kann eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs für die Diagnose behilflich sein. Bei Patienten mit fortwährenden, wiederholten oder nicht diagnostizierten Anfällen von Keuchatmung kann eine Lungenfunktionsprüfung notwendig sein, um das Ausmaß der Verengung der Atemwege zu messen und die Vorzüge einer Behandlung zu beurteilen. Wenn Asthma für möglich erachtet wird, aber noch nicht durch eine Lungenfunktionsprüfung bestätigt ist, können Patienten einer körperlichen Übung unterzogen werden oder ein Medikament einnehmen, wodurch bei Asthmatikern das Keuchatmung ausgelöst wird. Wenn es zu einer Atemwegsobstruktion kommt, kann Asthma bestätigt werden.

Wenn der Verdacht auf einen Tumor oder einen Fremdkörper in den Atemwegen fällt, kann ein flexibler Schlauch (Bronchoskop) in die Luftröhre eingeführt werden, um das Problem zu identifizieren und im Falle eines Fremdkörpers zu beseitigen.

Behandlung

Das Hauptziel jeder Therapie ist die Behandlung der Grunderkrankung.

Bronchodilatatoren (zur Ausweitung der Atemwege) wie Salbutamol zum Inhalieren können die die Keuchatmung lindern. Die orale Einnahme von Kortikosteroiden während einer bis zwei Wochen kann oftmals einen akuten Anfall von Keuchatmung ebenfalls lindern, wenn dieser auf Asthma oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung zurückzuführen ist.

Die langfristige Behandlung von fortwährender Keuchatmung aufgrund von Asthma erfordert möglicherweise die Inhalation von Kortikosteroiden sowie die Einnahme von Mastzellstabilisatoren und Leukotrien-Modifikatoren (siehe Tabelle: Verbreitete Medikamente zur Behandlung von Asthma).

Intravenös verabreichte Antihistamine (wie z. B. Diphenhydramin), Kortikosteroide (wie z. B. Methylprednisolon), durch einen Vernebler inhaliertes Salbutamol sowie subkutan gespritztes Adrenalin werden Patienten mit schweren allergischen Reaktionen gegeben.

Wichtigste Punkte

  • Asthma ist die häufigste Ursache, aber Keuchatmung wird nicht immer durch Asthma ausgelöst.

  • Eine Keuchatmung, das bei Personen ohne Lungenerkrankung plötzlich auftritt, kann auf das Einatmen eines Fremdkörpers oder einer toxischen Substanz, eine allergische Reaktion oder Herzinsuffizienz zurückzuführen sein.

  • Durch eine Lungenfunktionsprüfung kann eine Verengung der Atemwege bestimmt und gemessen werden.

  • Das Inhalieren von Bronchodilatatoren kann die Keuchatmung lindern, aber die dem Keuchen zugrunde liegende Störung muss ebenfalls behandelt werden.

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