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Keuchatmung

Von

Rebecca Dezube

, MD, MHS, Johns Hopkins University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2020| Inhalt zuletzt geändert Feb 2020
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Quellen zum Thema

Ursachen für Keuchatmung

Eine Keuchatmung entsteht durch eine Verengung oder einen teilweisen Verschluss (Obstruktion) in den Atemwegen. Die Verengung kann umfassend sein (wie etwa bei Asthma, bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und bei schweren allergischen Reaktionen) oder nur in einem Bereich auftreten (wie etwa infolge eines Tumors oder eines Fremdkörpers in den Atemwegen).

Häufige Ursachen

Seltenere Ursachen

Beurteilung von Keuchatmung

Patienten mit schweren Atmungsproblemen (Atemnotsyndrom) werden noch während der Untersuchung behandelt.

Die folgenden Angaben können bei der Entscheidung behilflich sein, wann eine ärztliche Untersuchung nötig ist, und liefern Gewissheit darüber, was bei einer solchen Beurteilung durch den Arzt zu erwarten ist.

Warnsignale

Wenn jemand an Keuchatmung leidet, geben die folgenden Symptome besonderen Anlass zu Besorgnis:

  • Erschwerte Atmung, schwächer werdende Anstrengungen beim Atmen oder vermindertes Bewusstsein

  • Anschwellen von Gesicht und Zunge

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Wer Warnzeichen oder Kurzatmigkeit aufweist, sollte sich umgehend und bei Bedarf mit dem Krankenwagen in die Notfallaufnahme bringen lassen. Wer eine hin und wieder abklingende Keuchatmung aufweist und nicht außer Atem ist, kann eine ärztliche Untersuchung in der Regel ein bis zwei Tage hinauszögern.

Was der Arzt unternimmt:

Ärzte stellen zunächst immer Fragen zu den Symptomen und zur Krankengeschichte des Patienten, bevor sie eine körperliche Untersuchung vornehmen. Die Befunde in der Krankengeschichte und bei der körperlichen Untersuchung deuten häufig auf eine Ursache und die eventuell erforderlichen Untersuchungen hin (siehe Tabelle mit Ursachen und Merkmale von Keuchatmung Ursachen und Merkmale von Keuchatmung Bei der Keuchatmung entsteht ein hohes, pfeifendes Atemgeräusch durch teilweise verschlossene Atemwege. (Siehe auch Giemen bei Kleinkindern und jungen Kindern.) Eine Keuchatmung entsteht durch... Erfahren Sie mehr ).

Bei der Beurteilung wird festgestellt, ob das Keuchen zum ersten Mal auftritt oder ob es schon früher aufgetreten ist. Wenn eine Keuchatmung schon einmal aufgetreten ist, wird beurteilt, ob sich die aktuellen Symptome in Art oder Schweregrad von dem früheren Anfall unterscheiden.

Wichtige Hinweise für die Diagnose:

  • Ist die Keuchatmung plötzlich oder allmählich eingetreten?

  • Klingt es hin und wieder ab?

  • Kann es durch etwas Bestimmtes (wie z. B. eine Infektion der oberen Atemwege, eine Belastung mit einer allergenen Substanz, bestimmte Jahreszeiten, kalte Luft, körperliche Aktivität oder die Ernährung von Kleinkindern) ausgelöst oder verschlimmert werden?

Bei der körperlichen Untersuchung werden Körpertemperatur sowie Herz- und Atemfrequenz überprüft. Der Arzt oder die Ärztin sucht nach Anzeichen einer akuten Atemnot und untersucht die Lunge mit besonderer Konzentration darauf, wie gut die Luft ein- und ausgeatmet wird und ob die Keuchatmung die ganze Lunge oder nur einen Teil davon zu betreffen scheint. Die Keuchatmung kann in der Regel beim Abhorchen des Patienten mit einem Stethoskop erkannt werden. Laute Keuchatmung ist manchmal sogar ohne Stethoskop leicht zu hören. Bei leichterer Keuchatmung muss gelegentlich am Stethoskop gehorcht werden, während der Patient heftig ausatmet. Fortwährendes Keuchen in einem bestimmten Bereich kann bei Rauchern auf Lungenkrebs zurückzuführen sein. Herz, Nase und Rachen, Extremitäten, Hände, Füße und Haut werden ebenfalls untersucht.

Tabelle
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Tests

Tests zur Beurteilung des Schweregrads, der Diagnose und der Komplikationen werden durchgeführt. Sie beinhalten in der Regel Folgendes:

Wenn die Keuchatmung zum ersten Mal auftritt, kann eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs für die Diagnose behilflich sein. Bei Patienten mit fortwährenden, wiederholten oder nicht diagnostizierten Anfällen von Keuchatmung kann eine Lungenfunktionsprüfung Lungenfunktionsprüfung (PFT) Mit einer Lungenfunktionsprüfung wird gemessen, wie viel Luft die Lungen aufnehmen, wie viel Luft ein- und ausgeatmet und wie viel Sauerstoff absorbiert werden kann. Durch diese Tests lassen... Erfahren Sie mehr Lungenfunktionsprüfung (PFT) notwendig sein, um das Ausmaß der Verengung der Atemwege zu messen und die Vorzüge einer Behandlung zu beurteilen. Wenn Asthma für möglich erachtet wird, aber noch nicht durch eine Lungenfunktionsprüfung bestätigt ist, können Patienten einer körperlichen Übung unterzogen werden oder ein Medikament einnehmen, wodurch bei Asthmatikern das Keuchatmung ausgelöst wird. Wenn es zu einer Atemwegsobstruktion kommt, kann Asthma bestätigt werden.

Wenn der Verdacht auf einen Tumor oder einen Fremdkörper in den Atemwegen fällt, kann ein flexibler Schlauch (Bronchoskop Bronchoskopie Bei der Bronchoskopie können der Kehlkopf (Larynx) und die Atemwege über einen Betrachtungsschlauch (ein Bronchoskop) direkt betrachtet und untersucht werden. Ein Bronchoskop hat an der Spitze... Erfahren Sie mehr Bronchoskopie ) in die Luftröhre eingeführt werden, um das Problem zu identifizieren und im Falle eines Fremdkörpers zu beseitigen.

Beurteilung von Keuchatmung

Das Hauptziel jeder Therapie ist die Behandlung der Grunderkrankung.

Bronchodilatatoren (zur Ausweitung der Atemwege) wie Salbutamol zum Inhalieren können die die Keuchatmung lindern. Die orale Einnahme von Kortikosteroiden für ein bis zwei Wochen kann oftmals einen akuten Anfall von Keuchatmung ebenfalls lindern, wenn dieser auf Asthma oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung zurückzuführen ist.

Langfristig muss eine Keuchatmung aufgrund von Asthma mit einer Inhalation von Kortikosteroiden, Mastzellstabilisatoren, Leukotrien-Modifikatoren oder Immunmodulatoren behandelt werden (Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen – siehe Tabelle Verbreitete Medikamente zur Behandlung von Asthma Verbreitete Medikamente zur Behandlung von Asthma Mit den heutigen Medikamenten können die meisten Asthmatiker ein einigermaßen normales Leben führen. Viele Medikamente, mit denen Asthmaanfälle behandelt werden, können (meist in geringerer... Erfahren Sie mehr Verbreitete Medikamente zur Behandlung von Asthma ).

Intravenös verabreichte Antihistamine (wie z. B. Diphenhydramin), Kortikosteroide (wie z. B. Methylprednisolon), durch einen Vernebler inhaliertes Salbutamol sowie subkutan gespritztes Adrenalin werden Patienten mit schweren allergischen Reaktionen gegeben.

Wichtigste Punkte bei Keuchatmung

  • Asthma ist die häufigste Ursache, aber Keuchatmung wird nicht immer durch Asthma ausgelöst.

  • Eine Keuchatmung, das bei Personen ohne Lungenerkrankung plötzlich auftritt, kann auf das Einatmen eines Fremdkörpers oder einer toxischen Substanz, eine allergische Reaktion oder Herzinsuffizienz zurückzuführen sein.

  • Durch eine Lungenfunktionsprüfung kann eine Verengung der Atemwege bestimmt und gemessen werden.

  • Das Inhalieren von Bronchodilatatoren kann die Keuchatmung lindern, aber die dem Keuchen zugrunde liegende Störung muss ebenfalls behandelt werden.

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