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Bronchoskopie

Von

Noah Lechtzin

, MD, MHS, Johns Hopkins University School of Medicine

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Bei der Bronchoskopie können der Kehlkopf (Larynx) und die Atemwege über einen flexiblen Schlauch (ein Bronchoskop) direkt betrachtet und untersucht werden. Ein Bronchoskop hat an der Spitze eine Kamera, mit deren Hilfe durch die großen Atemwege (Bronchien) bis in die Lunge geschaut werden kann.

Bronchoskopie: Visualisierung der Atemwege
Bronchoskopie: Visualisierung der Atemwege
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Was bei einer Bronchoskopie geschieht

Um die Atemwege direkt betrachten zu können, führt der Arzt ein biegsames Bronchoskop durch das Nasenloch des Patienten in die Atemwege ein. Die vergrößerte Abbildung des eingekreisten Bereichs stellt die Sicht des Arztes dar.

Was bei einer Bronchoskopie geschieht

Ein Bronchoskop kann zur Ermittlung der Ursache von Blutungen in der Lunge verwendet werden. Wenn Lungenkrebs vermutet wird, können die Atemwege untersucht und Proben aus den verdächtigen Bereichen entnommen werden. Eine Bronchoskopie kann eingesetzt werden, um die Ursache von Lungeninfektionen (Lungenentzündungen) zu bestimmen, falls Bedenken bestehen, dass diese durch seltene Bakterien verursacht wurden oder wenn diese schwierig zu behandeln sind. Bronchoskopien sind besonders nützlich für die Entnahme von Proben aus der Lunge von Patienten mit AIDS und anderen Immundefekten. Bei Verbrennungen oder Rauchvergiftungen kann mithilfe einer Bronchoskopie der Grad der Schädigung im Kehlkopf (Larynx) und in den Atemwegen ermittelt werden.

Bronchoskopie
Bronchoskopie
ANTONIA REEVE / SCIENCE PHOTO LIBRARY

Bronchoskopien dienen auch zur Behandlung bestimmter Erkrankungen. Mit dem Bronchoskop lassen sich zum Beispiel Sekrete, Blut, Eiter und Fremdkörper entfernen oder Arzneimittel in bestimmte Bereiche der Lunge einbringen; es kann zudem als Sichtkontrolle beim Einbringen einer Röhre zur künstlichen Beatmung (endotracheale Intubation) verwendet werden.

Mindestens 6 Stunden vor einer Bronchoskopie sollten Patienten nichts mehr essen oder trinken. Häufig wird ein Sedativum verabreicht, um die Angst zu mindern. Manchmal kommt bei einer Bronchoskopie auch eine Vollnarkose zum Einsatz. Rachen und Nasendurchgang werden mit einem Betäubungsmittel besprüht; dann wird das Bronchoskop durch ein Nasenloch, den Mund oder einen Atemschlauch in die Atemwege der Lunge eingeführt.

Bronchoskopie: Einführen des Bronchoskops
Bronchoskopie: Einführen des Bronchoskops
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Eine bronchoalveoläre Lavage bietet die Möglichkeit, Proben aus den kleineren Atemwegen und den Alveolen zu entnehmen, die bronchoskopisch nicht betrachtet werden können. Hierbei lässt man durch das Bronchoskop eine Salzlösung in einen der kleinen Atemwege fließen. Anschließend wird die mit Zellen und Bakterien angereicherte Flüssigkeit in das Bronchoskop zurückgesaugt. Die Untersuchung dieses Materials unter dem Mikroskop hilft bei der Diagnose von Infektionen und Krebserkrankungen. Die Flüssigkeit kann auch in Behälter mit speziellen Nährböden gegeben und eine Zeit lang stehen gelassen werden, bis sich die Bakterien vermehren (Kultivierung), sodass sich Infektionen besser erkennen lassen.

Eine transbronchiale Lungenbiopsie umfasst die Entnahme einer Gewebeprobe aus der Lunge mit einer durch einen Arbeitskanal im Bronchoskop vorgeschobenen Zange. Das Bronchoskop wird in immer kleinere Atemwege eingeführt, bis der verdächtigte Bereich erreicht wird. Mit einem Fluoroskop (einem bildgebenden Gerät, das Strukturen im Innern des Körpers dank Röntgenstrahlung auf einem Bildschirm sichtbar macht) kann der betreffende Bereich identifiziert werden. Eine solche Sichtkontrolle kann auch das Risiko senken, dass die Lunge versehentlich durchbohrt wird und Luft in die Pleurahöhle gelangt (Pneumothorax). Die transbronchiale Lungenbiopsie birgt zwar erhöhte Risiken für Komplikationen während der Bronchoskopie, liefert aber oft wichtige zusätzliche Informationen für die Diagnose und kann unter Umständen einen größeren chirurgischen Eingriff überflüssig machen.

Eine transbronchiale Nadelaspiration wird manchmal auch vorgenommen. Bei diesem Verfahren wird eine Nadel durch das Bronchoskop in die Bronchienwand eingeführt. Die Nadel kann unter direkter Visualisierung durch die Wand eines großen Atemwegs oder mithilfe einer Röntgenmaschine zur Visualisierung durch die Wand eines kleinen Atemwegs geführt werden. Dadurch können Zellen von verdächtigen Lymphknoten entnommen und unter dem Mikroskop untersucht werden. Die endobronchiale Ultrasonographie (EBUS) kann bei der Nadelbiopsie unterstützend eingesetzt werden.

Nach der Bronchoskopie wird der Patient 2 bis 4 Stunden lang überwacht. Wenn eine Gewebeprobe entnommen wurde, kann der Brustkorb geröntgt und auf Komplikationen wie Blutungen oder einen Pneumothorax untersucht werden.

Navigationsbronchoskopie
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Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Juli 2017 von Noah Lechtzin, MD, MHS
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