Bronchiolitis

Vollständige Überprüfung: März 2026 VonRajeev Bhatia, MD, Phoenix Children's Hospital | Peer-Review durchAlicia R. Pekarsky, MD, State University of New York Upstate Medical University, Upstate Golisano Children's Hospital
Letzte Aktualisierung: März 2026
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Kurzinformationen

Bronchiolitis ist eine Virusinfektion, die die unteren Atemwege von Kindern unter 24 Monaten befällt.

  • Bronchiolitis wird in der Regel durch Viren ausgelöst.

  • Zu den Symptomen gehören eine laufende Nase, Fieber, Husten, Keuchatmung beim Ausatmen und Atemschwierigkeiten.

  • Die Diagnose stützt sich auf die Symptome und eine körperliche Untersuchung sowie manchmal die Ergebnisse der am Schleim durchgeführten Tests.

  • Die Behandlung erfolgt in erster Linie über unterstützende Maßnahmen, wie etwa die Gabe von Flüssigkeit und gelegentlich Sauerstoff.

  • Die meisten Kinder können zu Hause betreut werden und erholen sich innerhalb weniger Tage, manche aber müssen ins Krankenhaus eingewiesen werden.

Die Atemwege ähneln einem auf den Kopf gestelltem Baum. Der Baumstamm ist die Luftröhre (Trachea), die sich in große Atemwege, den Bronchien, verzweigt. Die Bronchien selbst verzweigen sich viele weitere Male in kleinere Atemwege und enden in den engsten Atemwegen, den Bronchiolen. Bronchiolen sind nur etwa einen halben Millimeter (2/100 Zoll) im Durchmesser groß. An ihren Wänden befindet sich eine dünne runde Schicht glatter Muskeln, die sich entspannen oder zusammenziehen und so die Größe der Atemwege verändern.

In der Lunge und den Atemwegen

Bronchiolitis ist bei Kleinkindern weltweit die häufigste Infektion der unteren Atemwege. Sie betrifft in erster Linie Kinder unter 24 Monaten und tritt am häufigsten bei Säuglingen im Alter von 2 bis 6 Monaten auf. Jedes Jahr wird bei Millionen von Kindern weltweit eine Bronchiolitis diagnostiziert. Einige dieser Kinder werden ins Krankenhaus eingewiesen - bei manchen von ihnen verläuft die Infektion tödlich.

Bronchiolitis tritt häufig während Epidemien und in der Regel im Winter auf. In der nördlichen Hemisphäre treten die meisten Fälle von Dezember bis Februar auf. In der südlichen Hemisphäre treten die meisten Fälle von Mai bis Juli auf.

Ursachen für eine Bronchiolitis

Bronchiolitis wird am häufigsten von Infektionen mit Folgendem verursacht:

Eine Infektion mit einem dieser Viren kann eine Entzündung der Atemwege verursachen. Dadurch verengen sich die Atemwege, und der Luftstrom in die und aus der Lunge verringert sich. In schweren Fällen ist der Sauerstoffspiegel im Blut niedrig.

Die Infektion kann bei Säuglingen, die Tabakrauch und Passivrauchen ausgesetzt sind, die zu früh geboren wurden oder ein geringes Geburtsgewicht hatten oder an anderen Lungenproblemen leiden, schwerer verlaufen.

Eltern und ältere Geschwister können mit demselben Virus infiziert sein, bei ihnen hat dies jedoch meist nur eine leichte Erkältung zur Folge.

Symptome der Bronchiolitis

Bronchiolitis beginnt mit den Symptomen einer Erkältung: einer laufenden Nase, Niesen, leichtem Fieber und Husten. Nach einigen Tagen bekommen einige Kinder Atemschwierigkeiten, wobei die Atmung schneller und der Husten schlimmer wird. Oft wird das Ausatmen von einem hochfrequenten Geräusch begleitet (Keuchatmung). Bei den meisten Kindern sind die Symptome nur leicht ausgeprägt. Obwohl die Kinder oft eine beschleunigte Atemfrequenz und eine verstopfte Nase haben, sind sie wach, fröhlich und bei gutem Appetit.

Kinder, bei denen die Erkrankung schwerer verläuft, atmen schnell und flach, wobei die Atemmuskulatur stark beansprucht wird und sich die Nasenlöcher weiten. Sie wirken quengelig und unruhig und können dehydrieren, da sie erbrechen (was in der Regel durch wiederkehrende Hustenanfälle ausgelöst wird) und haben womöglich Probleme beim Trinken. Meist wird die Erkrankung von Fieber begleitet. Bei mehr als der Hälfte der Kinder im Alter von 3 bis 18 Monaten kommt es zudem zu einer Ohrenentzündung.

Frühgeborene Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Monaten haben manchmal Episoden, in denen sie kurz zu atmen aufhören (Apnoe). In sehr schweren und ungewöhnlichen Fällen können Kinder in diesen Gruppen aufgrund eines Sauerstoffmangels eine bläuliche oder gräuliche Verfärbung um ihren Mund entwickeln (Zyanose).

Diagnose der Bronchiolitis

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Pulsoximetrie

  • Untersuchung des Schleims auf RSV

  • Röntgenaufnahme des Brustkorbs

Ärzte stützen die Diagnose der Bronchiolitis auf die Symptome und eine körperliche Untersuchung. Sie stellen fest, dass die Symptome nicht durch eine andere Erkrankung verursacht werden, wie Asthma oder Magenreflux.

Mit einem Sensor am Finger oder Zeh (Pulsoximetrie) wird der Sauerstoffgehalt im Blut bestimmt. Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs kann durchgeführt werden.

Manchmal wird Schleim tief aus der Nase abgestrichen, der dann im Labor auf RSV untersucht wird.

Behandlung der Bronchiolitis

  • Zu Hause: orale Aufnahme von Flüssigkeit

  • Im Krankenhaus: Sauerstofftherapie und Flüssigkeit über die Venen nach Bedarf

  • Manchmal Bronchodilatatoren

Behandlung zu Hause

Die meisten Kinder können zu Hause mit Flüssigkeitszufuhr und unterstützenden Pflegemaßnahmen behandelt werden.

Während dieser Zeit sollte das Kind häufig kleine Mengen zu trinken bekommen. Wenn sich die Atemschwierigkeiten verstärken, sich die Haut bläulich oder gräulich verfärbt, das Kind schlapp ist, zu wenig trinkt und Anzeichen einer Dehydratation aufweist, muss es im Krankenhaus behandelt werden. Kinder mit einer angeborenen Herz- oder Lungenerkrankung oder einer Immunschwäche oder Kinder, die jünger als 2 Monate sind, können früher ins Krankenhaus eingewiesen werden und sind für eine schwere Bronchiolitis viel anfälliger.

Behandlung im Krankenhaus

Im Krankenhaus wird der Sauerstoffgehalt im Blut mittels eines an einem Finger oder einer Zehe befestigten Sensors überwacht und Sauerstoff über ein Sauerstoffzelt, eine Nasensonde (Kanüle) oder eine Gesichtsmaske zugeführt (siehe Sauerstoffverabreichung). In seltenen Fällen kann ein Beatmungsgerät (ein Gerät, das dabei hilft, Luft in die Lunge und wieder herauszubefördern) erforderlich sein, um die Atmung zu unterstützen.

Nimmt das Kind nicht genügend Flüssigkeit auf, muss sie intravenös zugeführt werden.

Auch Medikamente zur Öffnung der Atemwege (Bronchodilatatoren) können verabreicht werden. Diese Medikamente lindern die Keuchatmung und die Verengung der Atemwege durch Asthma; ob sie die Bronchiolitis wirksam behandeln, ist fraglich. Steroide (manchmal als Glukokortikoide oder Kortikosteroide bezeichnet) können bei manchen Kindern von Nutzen sein.

Das Virostatikum Ribavirin (verabreicht über einen Vernebler) wird nur noch bei Kindern mit extrem schwachem Immunsystem oder mit einer schweren RSV-Infektion eingesetzt. Antibiotika werden nur bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion verabreicht.

Vorbeugung

Nirsevimab und Clesrovimab sind Medikamente, die helfen, einer RSV-Infektion vorzubeugen (siehe auch Vorbeugung gegen RSV).

Prognose bei Bronchiolitis

Die meisten Kinder können zu Hause behandelt werden und sind nach 3 bis 5 Tagen wieder gesund. Die Keuchatmung und der Husten können jedoch 2 bis 4 Wochen andauern. Mit einer rechtzeitigen, angemessenen Versorgung ist das Sterberisiko aufgrund von Bronchiolitis selbst bei Kindern, die ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen, gering, in ressourcenarmen Teilen der Welt jedoch höher.

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