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Chlamydieninfektionen

Von

Margaret R. Hammerschlag

, MD, State University of New York Downstate Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2019| Inhalt zuletzt geändert Jun 2019
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Chlamydien sind Bakterien, die Krankheiten beim Menschen verursachen, einschließlich sexuell übertragbarer Krankheiten (Geschlechtskrankheiten) und Infektionen der Augen und Atemwege.

Drei Arten von Chlamydien verursachen Krankheiten beim Menschen. Diese sind:

  • Chlamydia trachomatis

  • Chlamydophila pneumoniae

  • Chlamydia psittaci

Chlamydia trachomatis

C. trachomatis können Infektionen in vielen Organen des Körpers verursachen, z. B. Harnröhre, Gebärmutterhals und Rektum. Sie verbreiten sich in erster Linie beim Geschlechtsverkehr zwischen Erwachsenen, können aber auch von Schwangeren auf das neugeborene Kind übertragen werden. (Siehe auch Chlamydien- und andere Infektionen.)

C. trachomatis sind die häufigste bakterielle Ursache von sexuell übertragbaren Krankheiten (Geschlechtskrankheiten) in den Vereinigten Staaten. Geschlechtskrankheiten sind Infektionen, die bei sexuellen Kontakten von Person zu Person übertragen werden.

Bei einer Übertragung durch sexuellen Kontakt können C. trachomatis die folgenden Infektionen verursachen:

Eine schwangere Frau, die mit C. trachomatis infiziert ist, kann die Infektion während der Geburt auf ihr Baby übertragen, was bei dem Neugeborenen eine Augeninfektion (Konjunktivitis) oder Lungenentzündung (Pneumonie) auslösen kann. Um diese Infektionen bei Neugeborenen zu verhindern, wird eine universelle Vorsorge und Behandlung von schwangeren Frauen durchgeführt. Diese Maßnahmen haben das Vorkommen von Konjunktivitis und Lungenentzündungen bei Neugeborenen in den Vereinigten Staaten stark reduziert.

Bestimmte Stämme von C. trachomatis verursachen eine andere Augeninfektion, ein sogenanntes Trachom. Bei einem Trachom handelt es sich um eine lang andauernde Infektion der Bindehaut des Auges; es ist die führende vermeidbare Ursache von Blindheit auf der Welt, vor allem in Afrika südlich der Sahara. Ein Trachom ist in den Vereinigten Staaten sehr selten. Die Krankheit tritt vornehmlich bei Kindern zwischen drei und sechs Jahren auf. Die Infektion erfolgt durch Kontakt mit Ausfluss aus Augen oder Nase einer infizierten Person, z. B. durch Kontakt mit kontaminierten Händen, Kleidung oder Handtüchern. Außerdem können Insekten die Krankheit verbreiten.

Chlamydophila pneumoniae

C. pneumoniae können eine Lungenentzündung (Pneumonie) verursachen. C. pneumoniae werden von Mensch zu Mensch übertragen, wenn Infizierte husten oder niesen und andere in engem Kontakt mit ihnen die Bakterien enthaltenden Tröpfchen einatmen.

Viele Fälle von Lungenentzündungen, die außerhalb eines Krankenhauses entstehen, können durch C. pneumoniae verursacht werden. Infektionen mit C. pneumoniae stellen ein besonderes Risiko für Menschen in Pflegeheimen, Schulen, Militärlagern, Gefängnissen und anderen abgeschlossenen Bevölkerungsgruppen dar. C. pneumoniae können auch Auslöser einer reaktiven Atemwegserkrankung sein (eine Diagnose, die der Arzt bei Verdacht auf Asthma stellt, das noch nicht bestätigt wurde).

Chlamydia psittaci

C. psittaci verursachen die Papageienkrankheit (Psittakose), eine seltene Form der Lungenentzündung. C. psittaci kommen bei als Haustieren gehaltenen Vogelarten wie Papageien und Nymphensittichen sowie bei Geflügel wie Puten und Enten vor. Menschen können sich infizieren, wenn sie Staub aus dem Dreck infizierter Vögel einatmen. Ausbrüche sind bei Arbeitern aufgetreten, die mit Puten und Enten in Geflügelbetrieben zu tun haben.

Symptome

Die Symptome einer Chlamydieninfektion variieren je nach Art, welche die Infektion ausgelöst hat.

Chlamydia trachomatis

Die meisten Menschen mit einer sexuell übertragenen Chlamydieninfektion, insbesondere Frauen, haben keine Symptome. Wenn Symptome vorliegen, variieren sie nach Geschlecht und Infektionsherd:

  • Frauen können einen auffälligen Scheidenausfluss oder ein Brennen beim Wasserlassen aufweisen.

  • Männer können ebenfalls ein Brennen beim Wasserlassen feststellen. Außerdem kann es zu Ausfluss aus dem Penis und Schmerzen oder Schwellungen in einem oder beiden Hoden kommen.

  • Männer und Frauen können bei einer rektalen Infektion Schmerzen im Mastdarm, Ausfluss und/oder Blutungen aufweisen.

Chlamydophila pneumoniae

Personen mit Atemwegsinfektionen durch C. pneumoniae können Heiserkeit und Halsschmerzen verspüren, bevor sich ein Husten entwickelt.

Chlamydia psittaci

Mit C. psittaci infizierte Personen können Fieber, starke Kopfschmerzen und Husten haben.

Komplikationen von Chlamydieninfektionen

Eine nicht diagnostizierte sexuell übertragene Chlamydieninfektion bei Frauen kann eine Beckenentzündung verursachen, die zu einer schweren, dauerhaften Schädigung des Fortpflanzungssystems der Frau führen kann. Diese Schädigung kann zu Unfruchtbarkeit oder einer lebensbedrohlichen ektopen Schwangerschaft (außerhalb des Mutterleibs, gewöhnlich in einem Eileiter) führen.

Diagnose

  • Für C. trachomatis und C. pneumoniae: Nukleinsäureamplifikationstests

  • Für C. psittaci: Bluttests

C. trachomatis identifiziert man am besten durch Nukleinsäureamplifikationstests (NAAT), die an Urin und Vaginalabstrichen durchgeführt werden. Mit einem NAAT wird nach dem einzigartigen genetischen Material eines Organismus, seiner DNA oder RNS, gesucht. Dabei handelt es sich um Nukleinsäuren. Für den NAAT wird ein Verfahren eingesetzt, bei dem die Menge der DNA oder RNS der Bakterien erhöht wird, damit sie leichter identifiziert werden kann.

C. pneumoniae werden durch NAAT oder durch Abstriche aus dem Rachen mit anschließendem Anlegen einer Zellkultur des Organismus im Labor diagnostiziert.

Der Verdacht auf C. psittaci entsteht hauptsächlich bei Menschen, die engen Kontakt mit Vögeln hatten, in der Regel mit Papageien oder Sittichen. Bestätigt wird die Diagnose durch Bluttests zum Nachweis von Antikörpern, obwohl auch hier NAAT entwickelt werden.

Screening

Weil Chlamydieninfektionen im Genitalbereich so häufig sind und weil viele infizierte Frauen keine oder nur leichte Symptome haben, werden Tests auf Chlamydieninfektionen und andere Geschlechtskrankheiten für bestimmte sexuell aktive Frauen und Männer empfohlen.

Frauen, die nicht schwanger sind (einschließlich Frauen, die Geschlechtsverkehr mit Frauen haben), werden einmal jährlich gescreent, wenn sie folgende Risikofaktoren aufweisen:

  • Sexuell aktiv im Alter von unter 25 Jahren

  • Geschlechtskrankheit in der Vergangenheit

  • Risikoreiches Sexualverhalten (z. B. ein neuer Sexualpartner oder mehrere Sexualpartner oder Arbeit im Sexgewerbe)

  • Partner mit einer Geschlechtskrankheit oder mit risikoreichem Sexualverhalten

Schwangere Frauen werden während des ersten Schwangerschaftsbesuchs untersucht. Schwangere Frauen im Alter von unter 25 Jahren oder mit Risikofaktoren werden im dritten Schwangerschaftsdrittel erneut untersucht.

Männer werden gescreent, wenn sie ein erhöhtes Risiko für eine Chlamydieninfektion aufweisen – beispielsweise wenn sie Geschlechtsverkehr mit Männern haben, sich in einer auf Jugendliche oder auf Geschlechtskrankheiten spezialisierten Klinik behandeln lassen oder bei Aufnahme in eine Justizvollzugsanstalt.

Männer, die Sex mit Männern haben, werden mindestens einmal pro Jahr untersucht, und häufiger, wenn sie eine HIV-Infektion oder Risikofaktoren wie mehrere Partner haben.

Vorbeugung

Das Screening und die Behandlung von schwangeren Frauen sind die effektivsten Methoden, um eine Übertragung von C. trachomatis auf das neugeborene Kind zu verhindern.

Sichere Sexualpraktiken werden empfohlen, um das Infektionsrisiko zu senken.

Behandlung

  • Antibiotika

Chlamydieninfektionen werden mit Antibiotika wie Azithromycin, Doxycyclin oder bei einigen Arten auch Levofloxacin behandelt.

Weitere Informationen

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