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Übersicht über Virusinfektionen der Atemwege bei Kindern

Von

Brenda L. Tesini

, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2019| Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Quellen zum Thema

Virale Atemwegsinfektionen betreffen die Nase, den Hals und die Atemwege und können von vielen verschiedenen Viren verursacht werden.

  • Zu den häufigen Atemwegsinfektionen gehören Erkältungen und Grippe.

  • Typische Symptome sind eine verstopfte oder laufende Nase, ein kratzender Hals, Husten und Reizbarkeit.

  • Die Diagnose gründet auf den Symptomen.

  • Am besten lassen sich diese Infektionen durch angemessene Hygienemaßnahmen verhindern. Der Grippe kann zudem durch eine Impfung vorgebeugt werden.

  • Die Behandlung zielt auf eine Linderung der Symptome ab.

Kinder bekommen im Jahr durchschnittlich sechs virale Atemwegsinfektionen.

Die viralen Atemwegsinfektionen werden gewöhnlich in folgende Gruppen eingeteilt:

  • Obere Atemwegsinfektionen: Hier treten die Symptome vor allem in der Nase und im Rachen auf. Virusinfektionen der oberen Atemwege können in jedem Alter auftreten und umfassen Erkältungen und Grippe.

  • Infektion der unteren Atemwege: Hier treten die Symptome in der Luftröhre, den Atemwegen und der Lunge auf. Virale Infektionen der unteren Atemwege sind bei Kindern häufiger und umfassen Krupp, Bronchiolitis und Lungenentzündung (Pneumonie).

Kinder haben manchmal Infektionen, die sowohl die oberen als auch die unteren Atemwege betreffen.

Ursachen

Viele verschiedene Viren verursachen Atemwegsinfektionen. Bei Kindern sind die Hauptursachen für virale Atemwegsinfektionen Rhinoviren, Grippeviren (während der jährlichen Grippewelle im Winter), Parainfluenza-Viren, Respiratory Syncytial Virus (RS-Virus), Enteroviren und bestimmte Stämme von Adenoviren.

Virale Atemweginfektionen werden meist durch direkten Kontakt der Hände mit Nasensekret einer infizierten Person übertragen. Dieses Sekret enthält Viren. Wenn die Kinder ihre Nase oder ihre Augen berühren, können die Viren eindringen und eine neue Infektion auslösen. Die Viren verbreiten sich auch, wenn auch seltener, über infizierte Tröpfchen, die von einer infizierten Person in die Luft gehustet oder geniest und vom Kind eingeatmet werden.

Aus verschiedenen Gründen enthält das Nasen- und Atemwegssekret von Kindern mehr Viren als jenes von infizierten Erwachsenen. Dieser hohe Virenausstoß zusammen mit der von Kindern kaum durchgehaltenen Hygiene machen aus ihnen ideale Infektionsüberträger. Die Ansteckungsgefahr nimmt weiter zu, wenn viele Kinder an einem Ort zusammen sind, wie in Kindergärten oder Schulen. Entgegen der landläufig verbreiteten Meinung verursachen andere Faktoren, wie Übermüdung, Kälte oder Nässe, keine Erkältung; sie erhöhen auch nicht die Infektanfälligkeit des Kindes.

Symptome

Wenn Viren die Zellen der Atemwege befallen, lösen sie eine Entzündungsreaktion und Schleimbildung aus. Die Folge sind Symptome, wie eine verstopfte Nase, Schnupfen, Halskratzen und Husten, die bis zu 14 Tage anhalten können. Manche Kinder haben noch Wochen nach Abklingen der oberen Atemwegsinfektion einen Husten. Häufig liegt bei jungen Kindern oder Kindern mit Grippe auch Fieber von 38 bis 39 °C vor. In manchen Fällen kann die Temperatur des Kindes sogar bis auf 40 °C steigen.

Weitere Symptome bei Kindern sind Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit und ein allgemeines Krankheitsgefühl. Vor allem bei Grippe kommt es auch zu Kopf- und Gliederschmerzen. Säuglinge und kleine Kinder können ihre spezifischen Symptome in der Regel nicht mitteilen und wirken oft einfach nur reizbar und quengelig.

Komplikationen bei viralen Atemwegsinfektionen

Da Neugeborene und junge Säuglinge vornehmlich durch die Nase atmen, verursacht bei ihnen schon eine nur mäßig stark verstopfte Nase häufig Atembeschwerden. Eine verstopfte Nase kann auch die Nahrungsaufnahme des Kindes behindern, da es nicht gleichzeitig atmen und trinken kann. Da Säuglinge den Schleim, den sie hoch husten, nicht auswerfen bzw. aushusten können, verschlucken sie sich oft daran und fangen an zu würgen.

Bei kleinen Kindern können sich die kleinen Atemwege durch Schleimbildung und Entzündungen stark verengen, was zu Atembeschwerden führt. Die Atmung beschleunigt sich und es entsteht ein hochfrequentes Geräusch beim Ausatmen (Keuchatmung) oder beim Einatmen (Stridor). Sind die Atemwege stark verengt, fangen die Kinder an, nach Luft zu schnappen und ihre Haut verfärbt sich bläulich (Zyanose). Solche Atembeschwerden treten am häufigsten bei Infektionen mit Parainfluenza-Viren, RSV und dem humanen Metapneumovirus auf. Erkrankte Kinder müssen umgehend ärztlich untersucht werden.

Manche Kinder mit einer viralen Atemwegsinfektion entwickeln außerdem eine Infektion des Mittelohrs (Mittelohrentzündung) oder des Lungengewebes (Pneumonie). Eine Mittelohrentzündung und Lungenentzündung (Pneumonie) können durch das Virus selbst ausgelöst sein. In manchen Fällen ist die Ursache aber auch eine bakterielle Infektion; eine solche kann entstehen, wenn die durch das Virus ausgelöste Entzündung das Gewebe anfälliger für andere Erreger macht. Bei Kindern mit Asthma lösen Atemwegsinfektionen häufig Asthmaanfälle aus.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

Atemwegsinfektionen werden anhand der typischen Symptome erkannt. Ansonsten gesunde Kinder mit einer nur leichten Atemwegsinfektion brauchen im Allgemeinen nicht ärztlich untersucht zu werden, es sei denn, das Kind hat Atembeschwerden, will nicht trinken oder hat länger als ein oder zwei Tage Fieber.

Bei Atembeschwerden, Keuchatmung oder wenn ein Lungenstau (Stridor) hörbar ist, kann eine Röntgenaufnahme von Hals und Brustraum gemacht werden. Blutuntersuchungen und Untersuchungen des Atemwegsekretes sind nur selten hilfreich.

Vorbeugung

  • Gute Hygiene

  • Impfung gegen Grippe (Influenza)

Die beste Vorsorgemaßnahme ist gute Hygiene. Dazu gehört, dass sich das kranke Kind und alle Haushaltsangehörigen häufig die Hände waschen. Je enger der körperliche Kontakt mit dem kranken Kind ist (durch Schmusen, Kuscheln oder Schlafen in einem gemeinsamen Bett), desto größer ist im Allgemeinen auch die Ansteckungsgefahr für die Familienmitglieder. Eltern müssen sich dieses Risikos bewusst sein, wenn sie ihr krankes Kind trösten, und eine entsprechende Balance finden. Das Kind sollte der Schule, Kindergarten oder Krippe so lange fern bleiben, bis es kein Fieber mehr hat und sich wieder gesund genug für eine Teilnahme fühlt.

Grippe ist die einzige virale Atemwegserkrankung, die durch eine Impfung vermeidbar ist. Alle Kinder ab 6 Monaten sollten jährlich geimpft werden, genauso wie Erwachsene (siehe auch Grippeimpfung). Bei Kindern und Erwachsenen mit bestimmten Erkrankungen, wie Herz- oder Lungenkrankheiten (einschließlich Mukoviszidose und Asthma), Diabetes, Niereninsuffizienz und Sichelzellanämie, sind Impfungen besonders wichtig. Auch Kinder mit einem geschwächten Immunsystem, unter anderem Kinder mit einer Infektion mit dem humanen Immunschwächevirus (HIV) und solche, die eine Chemotherapie bekommen, sollten gegen Grippe geimpft werden.

Behandlung

  • Ruhe und Flüssigkeit

  • Medikamente gegen Fieber und Schmerzen

Antibiotika sind zur Behandlung von Virusinfektionen der Atemwege nicht erforderlich, da sie nicht helfen. Kinder mit Atemwegsinfektionen brauchen Ruhe, und es sollte darauf geachtet werden, dass sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Gegen Fieber und Schmerzen können sie Acetaminophen oder nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen erhalten. Kinder im Schulalter können rezeptfreie abschwellende Nasensprays oder -tropfen erhalten. Häufig zeigen derartige Medikamente jedoch keine Wirkung. Säuglinge und Kleinkinder reagieren sehr empfindlich auf diese abschwellenden Mittel. Diese können bei ihnen zu Übererregtheit, Verwirrtheit, Halluzinationen, Teilnahmslosigkeit und einer beschleunigten Herzfrequenz führen und sie sollten diese Medikamente niemals einnehmen.

Bei Säuglingen und Kleinkindern mit verstopfter Nase kann ein Kaltvernebler zur Luftbefeuchtung Abhilfe schaffen, oder man entfernt den Schleim mit einem Gummisauger aus der Nase.

Es gibt antivirale Arzneimittel gegen Grippe, die bei Kindern eingesetzt werden können. Diese Medikamente sind jedoch nur wirksam, wenn sie in den ersten zwei Tagen nach Beginn der Symptome eingenommen werden, und sie verkürzen die Dauer des Fiebers und der Atembeschwerden nur um etwa einen Tag und werden bei sonst gesunden Kindern eher selten angewendet.

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