Infektion mit dem respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) und dem humanen Metapneumovirus

Vollständige Überprüfung: März 2026 VonRajeev Bhatia, MD, Phoenix Children's Hospital | Peer-Review durchAlicia R. Pekarsky, MD, State University of New York Upstate Medical University, Upstate Golisano Children's Hospital
Letzte Aktualisierung: März 2026
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Kurzinformationen

Eine Infektion mit dem respiratorischen Synzytial-Virus und dem humanen Metapneumovirus führt zu Infektionen der oberen und manchmal der unteren Atemwege.

  • Die Infektion mit diesem Virus ist eine sehr häufige Ursache von Atemwegsinfektionen bei Säuglingen und Kleinkindern.

  • Das humane Metapneumovirus ist dem respiratorischen Synzytial-Virus zwar ähnlich, jedoch handelt es sich bei diesem um ein eigenständiges Virus.

  • Zu den typischen Symptomen gehören eine laufende Nase, Fieber, Husten und Keuchatmung. Eine schwere Infektion kann zu Atemnot führen.

  • Die Diagnose stützt sich auf die Symptome und ihr Auftreten zu bestimmten Zeiten des Jahres.

  • Bei Bedarf wird Sauerstoff gegeben.

  • Nirsevimab oder Clesrovimab wird geeigneten Kindern verabreicht, um einer Infektion mit dem respiratorischen Synzytial-Virus vorzubeugen.

Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV)

Das respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist sehr häufig die Ursache von Infektionserkrankungen der Atemwege, insbesondere bei Kindern. Es ist bei jungen Säuglingen die häufigste Ursache für Erkrankungen der unteren Atemwege. Beinahe alle Kinder infizieren sich bis zum Alter von 4 Jahren, viele bereits im ersten Lebensjahr. Eine Infektion verleiht keine vollständige Immunität, sodass es häufig zu erneuten Infektionen kommt, die allerdings in der Regel weniger schwer verlaufen.

Die erste RSV-Infektion schreitet von einer Erkrankung der oberen Atemwege mit Verstopfung und Fieber bis zur Einbeziehung der unteren Atemwege fort, was meist zu Bronchiolitis und manchmal zu Lungenentzündung (Pneumonie) mit Husten und Schwierigkeiten beim Atmen führt. Spätere Infektionen betreffen im Normalfall nur die oberen Atemwege. Kinder, die eine Bronchiolitis hatten, werden häufiger mit Asthma diagnostiziert, wenn sie älter sind.

Weltweit verursacht das RSV bei Kindern unter 5 Jahren schätzungsweise 3,6 Millionen Krankenhausaufenthalte und etwa 100.000 Todesfälle pro Jahr.

In den USA wurden während der RSV-Saison 2024/2025 etwa 58.000 bis 80.000 Kinder unter 5 Jahren aufgrund einer RSV-Infektion ins Krankenhaus eingewiesen. Krankenhausaufenthalte in den Vereinigten Staaten nehmen seit 3 Jahren in Folge ab. Ausbrüche treten typischerweise jedes Jahr von Herbst bis Frühjahr auf.

Kinder mit schweren Erkrankungen (wie einem angeborenen Herzfehler, Asthma, Mukoviszidose, neuromuskulären Störungen oder geschwächtes Immunsystem) oder Frühgeburten sowie Säuglinge unter 6 Monaten tragen ein besonders hohes Risiko, schwer zu erkranken. Manche Kinder – in der Regel junge Säuglinge – entwickeln starke Atemschwierigkeiten, und manche sterben.

Auch ältere Kinder und Erwachsene können sich mit dem RSV infizieren, und bei älteren Menschen besteht ein erhöhtes Risiko für Lungenentzündung (Pneumonie).

Humanes Metapneumovirus (hMPV)

hMPV ist ein ähnliches, aber eigenes Virus.

hMPV-Infektionen treten zur gleichen Jahreszeit auf wie RSV-Infektionen, jedoch infizieren sich nicht so viele Kinder.

Symptome von RSV- und hMPV-Infektionen

RSV und hMPV führen zu ähnlichen Symptomen. Eine Infektion mit diesen Organismen beginnt 3 bis 5 Tage nach dem Kontakt typischerweise mit einer laufenden Nase, einer Verstopfung und Fieber. Wenn die Infektion fortschreitet, können Kinder auch Husten, Keuchatmung und Kurzatmigkeit entwickeln. RSV und hMPV verursachen häufig eine Bronchiolitis und selten eine Lungenentzündung.

Bei Kindern unter 6 Monaten kann das erste Symptom einer RSV-Infektion ein Atemaussetzer (Apnoe) sein.

Bei älteren Kindern und gesunden Erwachsenen verläuft die Krankheit normalerweise leicht und zeigt sich nur als Erkältung ohne Fieber.

Diagnose von RSV- und hMPV-Infektionen

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Manchmal Untersuchung der Flüssigkeit aus der Nase

Der Verdacht auf eine Infektion mit RSV (und möglicherweise hMPV) besteht normalerweise bei jungen Säuglingen und Kindern mit Bronchiolitis während der RSV-Saison oder während einer Epidemie. Im Normalfall werden keine Tests durchgeführt, es sei denn, die Ärzte versuchen, das Vorliegen einer Epidemie festzustellen, oder es ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Bei Bedarf wird eine Probe der Flüssigkeit aus der Nase entnommen und mit einem Antigen-Schnelltest, der Polymerasekettenreaktion (PCR) oder manchmal mit einer Kultur untersucht, um das Virus nachzuweisen.

Behandlung von RSV- und hMPV-Infektionen

  • Sauerstoff bei Atembeschwerden

Kinder mit Atembeschwerden werden ins Krankenhaus eingewiesen. Je nach ihrem Zustand erhalten sie Sauerstoff und intravenös Flüssigkeiten (siehe Behandlung der Bronchiolitis).

Die meisten Kinder müssen nicht in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Die Behandlung zu Hause zielt hauptsächlich auf die Linderung der Symptome ab. Kinder können beispielsweise Schmerzmittel und Flüssigkeiten zur Vermeidung einer Dehydratation bekommen. Eltern sollten die Kinder genau auf Anzeichen von Atembeschwerden oder Dehydratation überwachen.

Ribavirin, ein Virostatikum, wird manchmal Kindern mit eine stark geschwächtem Immunsystem verabreicht.

Vorbeugung gegen RSV- und hMPV-Infektionen

  • Gute Hygiene

  • RSV-Impfstoff für Schwangere

  • Nirsevimab oder Clesrovimab

Eine gute Hygiene ist eine wichtige Vorsorgemaßnahme. Dazu gehört, dass sich das kranke Kind und alle Haushaltsangehörigen häufig die Hände waschen. Je enger der körperliche Kontakt mit dem kranken Kind ist (durch Schmusen, Kuscheln oder Schlafen in einem gemeinsamen Bett), desto größer ist im Allgemeinen auch die Ansteckungsgefahr für die Familienmitglieder. Eltern müssen sich dieses Risikos bewusst sein, wenn sie ihr krankes Kind trösten, und eine entsprechende Balance finden.

Die beste Maßnahme zur Vorbeugung von RSV-Infektionen bei Säuglingen ist die Impfung der Schwangeren im dritten Schwangerschaftsdrittel während der Jahreszeiten, in denen RSV-Infektionen verbreitet sind (normalerweise vom Herbst bis zum frühen Frühjahr). Für Säuglinge, deren Mutter während der Schwangerschaft keinen RSV-Impfstoff erhalten hat, empfehlen Ärzte die Injektion eines lang wirksamen Antikörper-Medikaments zur Vorbeugung schwerer RSV-Lungeninfektionen. Nirsevimab und Clesrovimab sind Medikamente, die Antikörper gegen RSV enthalten. Diese Medikamente sind in den USA zur Vorbeugung gegen RSV-Infektionen bei Säuglingen und Kleinkindern erhältlich. Sie sind wirksam und sicher und senken die Zahl der Säuglinge, die aufgrund einer RSV-Infektion ins Krankenhaus eingewiesen werden. Diese Medikamente sind für die meisten Säuglinge nicht erforderlich, wenn ihre Mutter während der Schwangerschaft einen RSV-Impfstoff erhalten hat.

Nirsevimab wird für folgende Kinder empfohlen:

  • Alle Säuglinge unter 8 Monaten, die entweder während der ersten RSV-Saison geboren wurden oder kurz davor stehen, ihre erste RSV-Saison zu erleben

  • Kinder im Alter von 8 bis 19 Monaten, die ein höheres Risiko haben, sehr krank zu werden, wenn sie eine RSV-Infektion bekommen und kurz davor sind, ihre zweite RSV-Saison zu erleben

Nirsevimab sollte kurz vor Beginn der RSV-Saison verabreicht werden - in den meisten Bundesstaaten auf dem Festland der USA typischerweise im Oktober. Säuglinge, die zu Beginn der Saison keine Injektion erhalten haben, können zu jedem Zeitpunkt der Saison eine Injektion erhalten - in den meisten Bundesstaaten auf dem Festland der USA bis einschließlich Ende März.

Nirsevimab kann verabreicht werden, bevor ein Neugeborenes das Krankenhaus verlässt. Es kann gleichzeitig mit anderen Routineimpfstoffen für Kinder verabreicht werden.

Clesrovimab ist ein weiteres Medikament, das zur Vorbeugung von RSV-Infektionen bei Säuglingen unter 8 Monaten eingesetzt werden kann, deren Mutter während der Schwangerschaft keine RSV-Impfung erhalten hat.

Für Informationen über verfügbare RSV-Impfstoffe für ältere Erwachsene und Schwangere siehe Impfstoff gegen das respiratorisches Synzytial-Virus (RSV-Impfstoff).

Zur Vorbeugung gegen eine hMPV-Infektion gibt es derzeit keinen Impfstoff.

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