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Schilddrüsenunterfunktion bei Kleinkindern und Kindern

Von

Andrew Calabria

, MD, Perelman School of Medicine at The University of Pennsylvania

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2019| Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
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Quellen zum Thema

Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) bezeichnet eine verminderte Produktion von Schilddrüsenhormonen.

  • Eine Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern tritt normalerweise bei strukturellen Problemen mit der Schilddrüse auf oder wenn die Schilddrüse entzündet ist.

  • Die Symptome hängen vom Alter des Kindes ab, gehen jedoch mit Störungen in Wachstum und Entwicklung einher.

  • Die Diagnose basiert auf dem Neugeborenen-Screening, Bluttests und bildgebenden Verfahren.

  • Zu den Behandlungen zählt ein Schilddrüsenhormonersatz.

(Siehe auch Schilddrüsenunterfunktion bei Erwachsenen.)

Die Schilddrüse ist eine endokrine Drüse im Hals. Die endokrinen Drüsen schütten Hormone in die Blutbahn aus. Hormone sind chemische Botenstoffe, die die Aktivität eines anderen Körperbereichs beeinflussen.

Locating the Thyroid Gland

Locating the Thyroid Gland

Die Schilddrüse schüttet Schilddrüsenhormone aus. Die Schilddrüsenhormone kontrollieren die Geschwindigkeit des Stoffwechsels, unter anderem wie schnell das Herz schlägt sowie die Temperaturregulierung. Wenn die Schilddrüse keine ausreichende Menge dieser Hormone bildet, verlangsamen sich diese Funktionen.

Bei Kleinkindern und Kindern gibt es zwei Arten von Schilddrüsenunterfunktion:

  • Angeborene Schilddrüsenunterfunktion: Angeboren

  • Erworbene Schilddrüsenunterfunktion: Entwickelt sich nach der Geburt

Angeborene Schilddrüsenunterfunktion

Die angeborene Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) entsteht, wenn sich die Schilddrüse vor der Geburt nicht ausreichend entwickelt oder nicht normal funktioniert (siehe Schilddrüsenunterfunktion beim Neugeborenen). Diese Art der Schilddrüsenunterfunktion tritt bei einer von 2.000 bis 3.000 Geburten auf. Die meisten Fälle entstehen von selbst, etwa 10 bis 20 Prozent sind allerdings vererbt.

Die meisten Fälle der angeborenen Schilddrüsenunterfunktion (85 Prozent) entstehen, weil die Schilddrüse fehlt, unterentwickelt ist oder sich an der falschen Stelle befindet. In selteneren Fällen ist die Schilddrüse zwar normal entwickelt, bildet aber die Schilddrüsenhormone nicht richtig.

Selten kann eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion auch entstehen, wenn die Mutter während der Schwangerschaft zu wenig Jod zu sich genommen hat (Jodmangel). In den USA kommt ein Jodmangel selten vor; häufig tritt er aber in bestimmten Entwicklungsländern auf. Eine andere seltene Ursache ist eine zentrale Schilddrüsenüberfunktion. Eine zentrale Schilddrüsenunterfunktion tritt normalerweise bei strukturellen Problemen mit der Hypophyse bei dessen Entwicklung auf.

Manchmal gelangen Medikamente zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen oder Nahrungsbestandteile über die Plazenta zum Kind und verursachen vorübergehend eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion. In seltenen Fällen ist die Hirnanhangsdrüse auffällig geformt und stimuliert die Schilddrüsenhormonproduktion durch die Schilddrüse nicht (siehe Übersicht über die Hirnanhangsdrüse).

Erworbene Schilddrüsenunterfunktion

Die erworbene Schilddrüsenunterfunktion tritt nach der Geburt auf. in der späteren Kindheit und Jugend auf.

Diese Form wird meist durch Hashimoto-Thyreoiditis verursacht. Hierbei greift das körpereigene Immunsystem die Zellen der Schilddrüse an, was zu einer chronischen Entzündung und zu einer verminderten Produktion von Schilddrüsenhormonen führt.

Andere seltenere Ursachen für eine erworbene Schilddrüsenunterfunktion sind eine Strahlentherapie von Kopf und Hals bei bestimmten Krebsarten sowie die Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Lithium oder Amiodaron). Eine Schilddrüsenunterfunktion tritt auch aufgrund einer Behandlung bei Schilddrüsenüberfunktion oder aufgrund von Schilddrüsenkrebs auf.

Symptome

Die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion hängen vom Alter des Kindes ab.

Säuglinge und junge Kinder

Wenn der Jodmangel sehr früh in der Schwangerschaft auftritt, kann es zu einem schweren Wachstumsdefizit, auffälligen Gesichtszügen, intellektueller Behinderung und steifen Muskeln, die schwer zu bewegen und zu kontrollieren sind, kommen (als Spastik bezeichnet).

Die meisten anderen Säuglinge mit Schilddrüsenunterfunktion haben zunächst kaum oder keine Symptome, da sie über die Plazenta Schilddrüsenhormone von der Mutter erhalten. In diesem Fall entwickeln sich die Symptome langsam und die Erkrankung wird erst beim Neugeborenen-Screening festgestellt.

Bei einer unbehandelten Schilddrüsenunterfunktion verlangsamt sich die Gehirnentwicklung und die Muskelspannung kann gering sein. Es kann zu Hörschaden, einer großen Zunge, Appetitlosigkeit und heiserem Weinen kommen. Die verzögerte Behandlung einer schweren Schilddrüsenunterfunktion kann zu intellektueller Behinderung und Kleinwüchsigkeit führen.

Ältere Kinder und Jugendliche

Einige Symptome bei älteren Kindern und Jugendlichen ähneln den Symptomen der Schilddrüsenunterfunktion bei Erwachsenen (wie Gewichtszunahme, Müdigkeit, Verstopfung, raues, trockenes Haar und raue, trockene und dicke Haut). Symptome, die nur bei Kindern auftreten, sind ein verlangsamtes Wachstum sowie eine verzögerte Entwicklung des Skeletts und eine verzögerte Pubertät.

Diagnose

  • Screening-Tests für Neugeborene

  • Bluttests

  • Manchmal bildgebende Diagnostikverfahren

Da Säuglinge mit Schilddrüsenunterfunktion bei der Geburt häufig keine auffälligen Symptome zeigen, werden routinemäßig bei allen Neugeborenen Screening-Tests durchgeführt. Wenn die Ergebnisse der Voruntersuchung positiv sind, werden zur Bestimmung der Schilddrüsenhormone im Blut Tests durchgeführt (Schilddrüsenfunktionstests), um die Schilddrüsenunterfunktion zu bestätigen. Bei einer Bestätigung müssen die Neugeborenen schnell behandelt werden, um Entwicklungsverzögerungen zu verhindern.

Sobald eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert wurde, können bildgebende Verfahren, wie Radionuklidscanning oder Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden, um die Größe und Lage der Schilddrüse zu bestimmen.

Bei älteren Kindern und Jugendlichen mit Verdacht auf Schilddrüsenunterfunktion werden zudem Schilddrüsenfunktionstests durchgeführt. Bei einem Kropf kann auch eine Ultraschalluntersuchung erfolgen.

Es können Magnetresonanztomographien (MRT) des Gehirns und der Hypophyse bei Kindern mit zentraler Schilddrüsenunterfunktion durchgeführt werden, um Hirnprobleme auszuschließen.

Prognose

Die meisten behandelten Säuglinge weisen eine normale Bewegungskontrolle und intellektuelle Entwicklung auf.

Behandlung

  • Schilddrüsenhormonersatz

Kinder mit angeborener Schilddrüsenunterfunktion erhalten normalerweise das synthetische Schilddrüsenhormon Levothyroxin. Die meisten Kinder benötigen den Schilddrüsenhormonersatz ihr Leben lang. Die Kinder erhalten ihn in Tablettenform, die für Säuglinge zerkleinert und zu einer Paste verarbeitet werden kann. Das Hormon sollte nicht zusammen mit einer Säuglingsnahrung auf Sojabasis oder mit Eisen- oder Kalziumergänzungsmitteln gegeben werden, da diese die Aufnahme des Ersatz-Schilddrüsenhormons hemmen können.

Abhängig vom Alter werden die Kinder weiterhin in regelmäßigen Abständen überwacht. In den ersten Lebensjahren werden die Kinder häufiger überwacht.

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