Jodmangel

VonLarry E. Johnson, MD, PhD, University of Arkansas for Medical Sciences
Überprüft/überarbeitet Juli 2023
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Ein Jodmangel, der weltweit weit verbreitet ist, kann zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führen.

(Siehe auch Mineralstoffe im Überblick.)

Jod befindet sich im Meerwasser. Eine kleine Menge Jod aus dem Meerwasser gelangt in die Atmosphäre und über den Regen in das Grundwasser und die Böden in der Nähe des Meers.

In vielen Gegenden, auch in den USA, wird Salz mit Jodid angereichert, der Form von Jod zur Kombination mit anderen Substanzen. Damit lässt sich die Jodzufuhr auf eine ausreichende Menge steigern.

In Gegenden, in denen Kochsalz mit Jod versetzt wird, ist ein Jodmangel selten. Weltweit ist er jedoch häufig. Menschen, die weit weg vom Meer und in höheren Gegenden leben, sind besonders gefährdet, einen Jodmangel zu entwickeln, da ihre Umwelt im Gegensatz zu der Umgebung nahe dem Meer wenig bis kein Jod enthält.

Symptome eines Jodmangels

Bei Jodmangel vergrößert sich die Schilddrüse zu einem Kropf bei dem Versuch, auf diese Weise mehr Jod für die Herstellung von Schilddrüsenhormonen aufnehmen zu können. Es entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion mit unzureichender Herstellung von Schilddrüsenhormonen (Hypothyreose). Die Fruchtbarkeit ist eingeschränkt. Bei Erwachsenen kann eine Hypothyreose zu Aufgedunsenheit, Heiserkeit, eingeschränkter geistiger Funktion, trockener und schuppiger Haut, schütterem und grobem Haar, Kälteempfindlichkeit und Gewichtszunahme führen.

Besteht ein Jodmangel bei schwangeren Frauen, steigt das Risiko für Fehl- und Totgeburten. Der Fötus wächst langsam, und das Gehirn entwickelt sich nicht normal. Werden die betroffenen Babys nicht bald nach der Geburt behandelt, bleiben sie geistig zurück und werden kleinwüchsig. Babys, bei denen ein Kretinismus vorliegt, können taub und stumm sein. Sie können Geburtsfehler und/oder eine Hypothyreose aufweisen.

Wussten Sie ...

  • Ein Jodmangel während der Schwangerschaft erhöht das Risiko für Fehl- und Totgeburten, geistige Behinderung und Geburtsfehler beim Baby.

Diagnose eines Jodmangels

  • Bluttests

  • Sichtbarer Kropf (Erwachsene)

Die Diagnose des Jodmangels beruht auf Blutuntersuchungen, die einen niedrigen Spiegel der Schilddrüsenhormone oder einen hohen Spiegel des schilddrüsenstimulierenden Hormons (Thyroid-Stimulating Hormone, TSH) zeigen, sowie bei Erwachsenen auf einem sichtbaren Kropf.

Mit einem Bluttest bei allen Neugeborenen kann auf eine Hypothyreose getestet werden, auch auf eine Schilddrüsenunterfunktion, die auf Jodmangel zurückzuführen ist.

Bildgebende Untersuchungen wie Ultraschalluntersuchungen oder Schilddrüsenszintigraphie können zur Größenbestimmung der Schilddrüse und zur Feststellung von Anomalien durchgeführt werden.

Vorbeugung gegen und Behandlung von Jodmangel

  • Bei schwangeren und stillenden Frauen, Vitaminpräparate in der Schwangerschaft

  • Jod- und manchmal Schilddrüsenhormon-Präparate

Schwangere Frauen ernähren sich oft nicht ausreichend jodhaltig. Daher sollten schwangere und stillende Frauen täglich Vitaminpräparate einnehmen, die 250 Mikrogramm Jod enthalten.

Säuglinge, Kinder und Erwachsene mit Jodmangel werden mit oral einzunehmenden Jodpräparaten behandelt. Säuglinge erhalten über mehrere Wochen oral einzunehmende Schilddrüsenhormonpräparate, manchmal auch lebenslang. Kinder und Erwachsene können ebenfalls Präparate des Schilddrüsenhormons erhalten.