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Für das Schwangerschaftsalter zu leichter (SGA) Säugling

(Intrauterine Wachstumsretardierung)

Von

Robert L. Stavis

, PhD, MD

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2019| Inhalt zuletzt geändert Jun 2019
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Kurzinformationen
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Ein Neugeborenes, dessen Gewicht unter dem Geburtsgewicht von 90 Prozent aller Kinder desselben Schwangerschaftsalters liegt (unter der zehnten Perzentile des Wachstumsdiagramms) wird als zu leicht für das Schwangerschaftsalter eingestuft.

  • Neugeborene können klein sein, weil ihre Eltern klein sind, die Plazenta nicht normal funktioniert oder bei der Mutter eine medizinische Erkrankung vorliegt oder weil während der Schwangerschaft Medikamente, Tabak oder Alkohol konsumiert wurden.

  • Sofern sie nicht mit einer Infektion geboren wurden oder eine genetische Erkrankung vorliegt, geht es den meisten zu kleinen Säuglingen gut und sie zeigen keine Symptome.

  • Einige zu kleine Neugeborene bleiben auch als Erwachsene klein.

Das Schwangerschaftsalter bezieht sich auf die Dauer, die der Fötus im Mutterleib herangereift ist. Das Schwangerschaftsalter ist die Anzahl der Wochen, die zwischen dem ersten Tag der letzten Periode der Mutter und dem Tag der Geburt verstrichen sind. Dieser Zeitrahmen wird häufig auf der Basis weiterer Informationen, die der Arzt erhält, angepasst, unter anderem anhand der Ergebnisse von frühen Ultraschallaufnahmen, die weitere Hinweise zum Schwangerschaftsalter liefern. Die Geburt eines Babys wird auf ein Schwangerschaftsalter von 40 Wochen (Entbindungstermin) angesetzt.

Mit einem Schwangerschaftsalter von 40 Wochen sind Jungen, die unter 3 Kilogramm wiegen, zu leicht für ihr Schwangerschaftsalter. Mädchen, die unter 2,8 Kilogramm wiegen, sind zu leicht für ihr Schwangerschaftsalter. Ärzte verwenden veröffentlichte Wachstumstabellen, um Babys mit einem anderen Schwangerschaftsalter einzustufen.

Ursachen

Bei den meisten Neugeborenen, die nur etwas zu leicht für ihr Schwangerschaftsalter sind, handelt es sich um normale Babys, die einfach etwas leichter sind. Allerdings gibt es einige Babys deren Wachstum durch verschiedene Faktoren verzögert (retardiert) wurde. Die Wachstumsretardierung kann eingestuft werden als:

  • Symmetrisch: Das Neugeborene ist gleichmäßig zu klein, das heißt, Gewicht und die Größe von Körper und Kopf sind ähnlich niedrig oder klein.

  • Asymmetrisch: Nur das Gewicht stimmt nicht.

Bei einer symmetrischen Wachstumsretardierung liegt die Ursache wahrscheinlich früh in der Schwangerschaft, als diese alle Zellen des Neugeborenenkörpers betraf. Eine asymmetrische Wachstumsretardierung stammt wahrscheinlich von Problemen, die später in der Schwangerschaft auftraten, weil sich einige Gewebe früher als andere entwickeln und in diesem Fall nicht alle gleich betroffen wären.

Risikofaktoren für eine Wachstumsretardierung sind unter anderem sämtliche Faktoren in Bezug auf den Gesundheitszustand der Mutter und Faktoren in Bezug auf die Schwangerschaft und/oder den Fötus.

Risikofaktoren seitens der Mutter

Das Risiko eines für sein Schwangerschaftsalter zu leichtes Baby ist bei Müttern erhöht, die sehr jung oder sehr alt sind oder die bereits vorher Babys hatten, die zu leicht für ihr Schwangerschaftsalter (SGA) waren.

Medizinische Störungen der Mutter, die das Risiko für ein SGA-Baby erhöhen, sind unter anderem:

Risikofaktoren der Schwangerschaft

Risikofaktoren des Fötus

Symptome

Trotz ihrer Größe sehen für ihr Schwangerschaftsalter zu leichte Neugeborene für gewöhnlich wie normalgewichtige Neugeborene mit vergleichbarem Schwangerschaftsalter aus und verhalten sich auch so. Einige für ihr Schwangerschaftsalter zu leichte Neugeborene sehen zu dünn aus und haben weniger Muskel- und Fettmasse, andere haben ein eingesunkenes Gesicht (sogenanntes Schrumpelgesicht). Die Nabelschnur kann zu dünn und klein aussehen.

Unmittelbare Komplikationen

Während der Schwangerschaft tragen Föten mit Wachstumsretardierung ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt oder Totgeburt. Bei der Geburt leiden zu kleine, aber voll ausgetragene Säuglinge nicht an den Organkomplikationen, mit denen unreife Neugeborene mit gleicher Größe zu kämpfen haben. Allerdings besteht bei ihnen ein erhöhtes Risiko für folgende Probleme:

  • Perinatale Asphyxie: Unter dieser Komplikation versteht man eine Absenkung des Blutkreislaufs durch das Gewebe des Babys oder einen Abfall des Sauerstoffgehalts im Blut des Babys während und nach der Entbindung. Sie kann durch ein Problem mit der Plazenta vor oder während der Entbindung entstehen.

  • Mekoniumaspiration: Föten mit Wachstumsretardierung können Mekonium (dunkelgrüner Stuhl, der vom Fötus im Darm vor der Geburt produziert wurde) in das Fruchtwasser entlassen und große Schlucke des Mekoniumhaltigen Fruchtwasser in die Lungen einatmen (aspirieren).

  • Niedrige Konzentration von Blutzucker (Glukose) (Hypoglykämie): Diese Komplikation tritt häufig in den frühen Stunden und Tagen des Lebens auf, weil leichtgewichtige Neugeborene nicht ausreichend Kohlehydrate gespeichert haben, die sie als Energie verwenden können und die Kohlenhydrate, die sie haben, nicht ausreichend verarbeiten können.

  • Zu viele rote Blutkörperchen (Polyzythämie): Babys, die zu leicht für ihr Schwangerschaftsalter sind, können eine ungewöhnlich hohe Anzahl Blutkörperchen haben. Zu viele rote Blutkörperchen führen dazu, dass das Blut zu dick wird, was die Blutzirkulation verlangsamt. Neugeborene mit Polyzythämie haben eine rötliche Hautfarbe und sind träge. Polyzythämie kann zudem zu Unterzucker (Hypoglykämie), Atemnot und zu einer zu hohen Bilirubinkonzentration (Hyperbilirubinämie) führen.

  • Temperaturregulierungsstörung: Diese Komplikation entsteht, weil für ihr Schwangerschaftsalter zu leichte Neugeborene weniger Fett und Körpergewicht haben, um sich warm zu halten und auch nicht ausreichend Kohlenhydrate als Energiespeicher haben.

  • Erhöhtes Infektionsrisiko: Für ihr Schwangerschaftsalter zu leichte Neugeborene können ein beeinträchtigtes Immunsystem und damit ein höheres Risiko für die Entwicklung von Infektionen im Krankenhaus haben.

Langfristige Komplikationen

Kürzlich durchgeführte Studien deuten darauf hin, dass eine Wachstumsverzögerung im Mutterleib (intrauterine Wachstumsretardierung) die Wahrscheinlichkeit für Probleme im Erwachsenenalter erhöht, unter anderem für Fettleibigkeit (Adipositas), Herzkreislaufkrankheiten, Bluthochdruck und Diabetes.

Diagnose

  • Vor der Geburt, Messung von Gebärmutter und Ultraschall

  • Nach der Geburt, Ermittlung des Schwangerschaftsalters und Größe und Gewicht des Babys

Während der Schwangerschaft messen Ärzte den Abstand des Bauches der Frau von oberhalb des Beckenknochens bis oberhalb der Gebärmutter (Fundus uteri). Dieser Messwert, der Symphysen-Fundus-Abstand genannt wird, entspricht grob der Anzahl der Schwangerschaftswochen. Bei einer Frau, die in der 32. Woche schwanger ist, ist zum Beispiel ein Symphysen-Fundus-Abstand von 30 bis 34 Zentimetern normal. Wenn der Messwert für die Anzahl Schwangerschaftswochen zu niedrig ist, kann der Fötus kleiner als erwartet sein.

Eine Ultraschalluntersuchung kann durchgeführt werden, um die Größe des Fötus zu ermitteln und das Gewicht des Fötus zu schätzen, um die Diagnose, dass der Fötus für sein Schwangerschaftsalter zu klein ist, zu bestätigen. Eine Ultraschalluntersuchung kann auch bei der Bestimmung der Ursache für die Wachstumsretardierung, und wie sich diese auf den Fötus auswirkt, hilfreich sein. Je nachdem, welche Befunde erstellt werden, können Ärzte einen Gentest oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchführen, um die zugrundeliegende Ursache zu ermitteln.

Nach der Geburt wird dann festgestellt, ob das Baby zu leicht für sein Schwangerschaftsalter ist, indem Schwangerschaftsalter und Gewicht des Babys errechnet werden. Ärzte messen die Körperlänge und Kopfumfang, um zu bewerten, ob die Wachstumsretardierung symmetrisch oder asymmetrisch ist. Diagnosetests, einschließlich einer Ultraschall-, Röntgen- und MRT-Aufnahme, Tests auf eine Infektion, Blutabnahmen und Gentests könnten nötig sein, um die Ursache für die Wachstumsretardierung herauszufinden.

Prognose

Die Prognose ist sehr unterschiedlich und richtet sich nach der Ursache, warum der Säugling zu leicht bzw. zu klein für sein Schwangerschaftsalter ist und welche Komplikationen daraus entstanden sind.

Säuglinge mit einem leichten Untergewicht bei Geburt erholen sich in der Regel gut, wenn sie nicht an einer Infektion, einer genetischen Störung oder einer perinatalen Asphyxie leiden. Die meisten holen das Wachstumsdefizit während des ersten Lebensjahres auf und wachsen zu ganz normal großen Erwachsenen heran.

Säuglinge, die aufgrund einer Krankheit der Mutter besonders klein sind, tragen ein Risiko für Komplikationen, erholen sich aber für gewöhnlich auch gut davon. Einige zu kleine Babys bleiben auch als Erwachsene klein, andere erreichen eine normale Erwachsenengröße.

Säuglinge, deren Wachstum deshalb verzögert wurde, weil die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken hatte, leiden sehr wahrscheinlich an langfristigen Wachstumsverzögerungen und Verhaltensstörungen.

Bei Säuglingen mit SGA, die während der Schwangerschaft, Drogen ausgesetzt waren, ist eine Prognose schwierig. Es ist schwer, eine Aussage zu treffen, weil Schwangere, die Drogen nehmen, häufig noch andere soziale und finanzielle Probleme haben, die sich ebenfalls auf die Entwicklung des Kindes auswirken.

Behandlung

  • Behandlung der zugrundeliegenden Ursachen und Komplikationen

Es gibt keine spezielle Behandlung für Neugeborene, die zu leicht für ihr Schwangerschaftsalter sind, aber die zugrundeliegenden Krankheiten und Komplikationen werden, wo nötig, behandelt. Einige SGA-Säuglinge, die auch mit 2 bis 4 Jahren noch recht klein sind, erhalten manchmal Hormonspritzen. Diese Behandlung muss dann mehrere Jahre fortgeführt werden und darf nur fallweise verabreicht werden.

Neugeborene mit Polyzythämie erhalten intravenös Flüssigkeiten (Infusionen) und Neugeborene mit Hypoglykämie werden häufiger gefüttert oder erhalten über eine Infusion Glukose.

Alle schwangeren Frauen sollten eine gute Schwangerschaftsvorsorge erhalten und Alkohol, Tabak und Drogen (z. B. Kokain und Heroin) während der Schwangerschaft meiden.

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