Wirbelsäulentrauma

VonGordon Mao, MD, Indiana University School of Medicine
Reviewed ByDavid A. Spain, MD, Department of Surgery, Stanford University
Überprüft/überarbeitet Geändert Mai 2025
v1111818_de
Aussicht hier klicken.

Beim Wirbelsäulentrauma kann es zu Verletzungen von Rückenmark und/oder Wirbeln kommen. Gelegentlich sind auch die Spinalnerven betroffen. Für weitere Informationen siehe Anatomie der Wirbelsäule.

Verletzung des Rückenmarks kann sein:

  • Total

  • Inkomplett

(Siehe auch Vorgehen beim Traumapatienten.)

Ätiologie des Wirbelsäulentraumas

Verletzung des Rückenmarks

In einem durchschnittlichen Jahr ereignen sich in den Vereinigten Staaten etwa 18.000 Rückenmarksverletzungen, was 54 Fällen pro Million Einwohner entspricht (1).

Die häufigsten Ursachen von Rückenmarksverletzungen sind die folgenden:

  • Verkehrsunfälle

  • Stürze

Eine US-amerikanische Bevölkerungsdatenbank von Patienten mit Rückenmarksverletzungen ergab, dass 38% der Verletzungen auf Verkehrsunfälle und 31% auf Stürze zurückzuführen sind (2). Die übrigen Rückenmarksverletzungen waren auf Gewalteinwirkung (13 %), Sportunfälle (9 %) sowie Komplikationen medizinischer oder chirurgischer Eingriffe (5 %) zurückzuführen. Etwa 80% der Patienten waren männlich.

Bei älteren Patienten sind Stürze die häufigste Ursache für Rückenmarksverletzungen (1, 3). Osteoporotische Knochen und degenerative Gelenkerkrankung können das Risiko von Marksverletzungen bei geringeren Aufprallgeschwindigkeiten erhöhen, aufgrund von Angulation, die durch die degenerierten Gelenke gebildet wird, Osteophyten am Rückenmark und spröde Knochen, die eine einfache Fraktur durch kritische Strukturen erlauben.

Rückenmarkverletzungen entstehen, wenn eine stumpfe Krafteinwirkung die Wirbel, Ligamente oder Zwischenwirbelscheiben der Wirbelsäule schädigt und zur Quetschung, Stauchung oder Zerreißung des Rückenmarkgewebes führt und wenn das Rückenmark z. B. durch eine Schuss- oder Stichverletzung penetriert wird. Solche Verletzungen können auch von Gefäßschädigungen begleitet werden, die zur Ischämie oder zur Hämatombildung führen (typischerweise extradural), die weitere Schädigungen nach sich zieht. Alle Verletzungen können ein Rückenmarködem nach sich ziehen, das den Blutfluss und die Oxygenierung weiter behindert. Die Schädigung wird verstärkt durch exzessive Freisetzung von Neurotransmittern aus den geschädigten Zellen, durch eine Entzündungsreaktion mit Zytokinfreisetzung, durch Anhäufung von freien Radikalen und durch Apoptose.

Wirbelverletzung

Anatomie der Wirbelsäule und des Rückenmarks

Macrovector/stock.adobe.com

Vertebrale Verletzungen können sein:

  • Frakturen, die den Wirbelkörper, die Lamina und die Wirbelfortsätze, sowie den Quer- und Dornfortsatz betreffen können.

  • Dislokationen, die gewöhnlich nur die Facettengelenke betreffen.

  • Subluxationen, die einen Bänderriss ohne knöcherne Verletzungen hervorrufen können.

Im Nacken können Frakturen der posterioren Elemente und Dislokationen die Wirbelarterien schädigen und ein insultartiges Syndrom im Hirnstammbereich hervorrufen.

Von einer instabilen Wirbelverletzung spricht man, wenn die knöcherne und/oder ligamentäre Integrität so weit zerstört ist, dass freie Bewegungen möglich sind, die das Rückenmark selbst oder seine Durchblutung abschnüren und zu starken Schmerzen und potenziell zu einer deutlichen Verschlechterung der neurologischen Funktionen führen. Zu solchen Wirbelbewegungen kann es sogar bei einer Veränderung der Patientenposition kommen (z. B. beim Krankentransport oder während der initialen Untersuchung). Stabile Wirbelfrakturen können solche Bewegungen tolerieren.

Spezifische Verletzungen hängen typischerweise vom Unfallmechanismus ab. Flexionstraumen können Keilfrakturen des Wirbelkörpers oder Frakturen des Dornfortsatzes verursachen. Eine größere Flexionskraft kann bilaterale Facettenluxationen bedingen oder, wenn die Kraft auf der Höhe von C1 oder C2 auftrifft, zu einer Fraktur des Dens axis, zu einer Subluxation des Atlantookzipitalgelenks, zu einer atlantoaxialen Subluxation oder aber zu einer Fraktur mit Subluxation führen. Eine Rotationsverletzung kann zu einer einseitigen Facettendislokation führen. Ein Extensionstrauma kann häufig eine posteriore Fraktur des Wirbelbogens verursachen. Kompressionstraumen führen schließlich zu einem Berstungsbruch der Wirbelkörper.

Schädigung der Cauda equina

Die untere Spitze des Rückenmarks (Conus medullaris) befindet sich in der Regel auf oder über der Höhe des L1-Wirbels. Unterhalb dieser Ebene bilden die Spinalnerven die Cauda equina. So können Befunde bei Wirbelsäulenverletzungen unterhalb dieses Niveaus die von Rückenmarksverletzungen nachahmen, insbesondere das Conus-medullaris-Syndrom (siehe Tabelle ).

Literatur zur Ätiologie

  1. 1. Jain NB, Ayers GD, Peterson EN, et al. Traumatic spinal cord injury in the United States, 1993-2012. JAMA. 2015;313(22):2236-2243. doi:10.1001/jama.2015.6250

  2. 2. Chen Y, He Y, DeVivo MJ. Changing Demographics and Injury Profile of New Traumatic Spinal Cord Injuries in the United States, 1972-2014. Arch Phys Med Rehabil. 2016;97(10):1610-1619. doi:10.1016/j.apmr.2016.03.017

  3. 3. Bruggink C, van de Ree CLP, van Ditshuizen J, et al. Increased incidence of traumatic spinal injury in patients aged 65 years and older in the Netherlands. Eur Spine J. 2024;33(10):3677-3684. doi:10.1007/s00586-024-08310-w

Symptome und Anzeichen des Wirbelsäulentraumas

Das Hauptmerkmal einer Rückenmarkverletzung ist ein Schädigungsniveau, oberhalb dessen die neurologischen Funktionen intakt sind und unter dem sie fehlen oder deutlich abgeschwächt sind. Die Muskelstärke wird ermittelt, mithilfe der Standardskala von 0 bis 5. Die spezifischen Erscheinungsformen hängen von der genauen Höhe ab (siehe Tabelle ) und davon, ob die Rückenmarksverletzung vollständig oder unvollständig ist. In der Akutphase einer Rückenmarkverletzung kann ein Priapismus auftreten.

Neben motorischer und sensorischer Funktion sind obere Motoneuron-Zeichen ein wichtiger Befund bei Marksverletzung. Diese Anzeichen umfassen gesteigerte Muskeleigenreflexe und Muskeltonus, eine plantare Extensor-Antwort oder Babinski-Zeichen (dorsalextensorische Großzehenreaktion), Klonus (am häufigsten am Knöchel durch rasche Dorsalflexion des Fußes gefunden) sowie einen positiven Hoffmann-Reflex (Beugung der Endphalanx des Daumens nach Beklopfen des Nagels des Mittelfingers).

Eine Wirbelverletzung ist, wie andere Frakturen und Dislokationen auch, normalerweise schmerzhaft, doch klagen die Patienten eventuell nicht darüber, wenn sie z. B. durch weitere schmerzhafte Verletzungen (z. B. Beinbruch) oder durch eine durch Intoxikation oder Kopftrauma getrübte Bewusstseinslage abgelenkt sind.

Tabelle
Tabelle

Vollständige Rückenmarkdurchtrennung

Komplette Rückenmarksverletzung führt zu:

  • Sofortige, vollständige, schlaffe Lähmung (einschließlich Verlust des Analsphinkters)

  • Verlust aller Empfindungs- und Reflexaktivitäten

  • Autonome Dysfunktion unter dem Niveau der Verletzung

Eine hohe Zervikalverletzung (bei oder oberhalb von C5) betrifft die Atemmuskulatur und erzeugt eine respiratorische Insuffizienz, die Beatmungspflicht bedeuten kann, besonders bei Patienten mit Verletzungen bei oder oberhalb von C3. Autonome Dysfunktion aufgrund von Verletzungen der Halswirbelsäule kann zu Bradykardie und Hypotonie führen; dieser Zustand wird als neurogener Schock bezeichnet. Im Gegensatz zu anderen Schockformen bleibt die Haut warm und trocken. Es kann sich eine Arrhythmie mit Blutdruckinstabilität entwickeln.

Die schlaffe Lähmung geht über Stunden bis Wochen allmählich in eine spastische Lähmung mit verstärkten tiefen Sehnenreflexen aufgrund des Verlusts der absteigenden Hemmung über. Bei intaktem Lumbosakralmark kommt es später zu einer Beugespastik, und die autonomen Reflexe kehren zurück.

Unvollständige Rückenmarkdurchtrennung

Bei unvollständiger Rückenmarkverletzung kommt es zu einer motorischen Beeinträchtigung und zu einer Sinnesbeeinträchtigung, und die tiefen Sehnenreflexe können hyperaktiv sein, aber die Empfindung bleibt zumindest in den Segmenten S4 bis S5 erhalten (1). Je nach Ätiologie kommt es zu einem permanenten oder vorübergehenden partiellen Verlust der Motorik und Sensibilität. Die Funktion kann kurzfristig aufgrund einer Erschütterung des Rückenmarks oder langfristiger durch eine Kontusion oder Verletzung des Rückenmarks ausfallen. Manchmal jedoch führt eine schnelle Schwellung des Rückenmarks zu einer totalen neurologischen Dysfunktion, die einer vollständigen Rückenmarksverletzung ähnelt; dieser Zustand wird als Wirbelsäulenschock bezeichnet (nicht zu verwechseln mit einem neurogenen Schock). Die Symptome klingen nach ein bis mehreren Tagen ab, aber es bleibt häufig eine Restinvalidität.

Anatomie des Rückenmarks

Macrovector/stock.adobe.com

Die Manifestationen hängen davon ab, welcher Rückenmarkabschnitt betroffen ist (siehe Tabelle ).

Es werden verschiedene Syndrome unterschieden. Das Brown-Séquard-Syndrom entsteht bei einer halbseitigen Schädigung des Rückenmarks. Die Patienten haben eine gleichseitige spastische distale Lähmung mit Störung der Tiefensensibilität und eine kontralaterale Störung der Schmerz- und Temperaturempfindung.

Vorderstrangsyndrome (v. a. Spinalis-anterior-Syndrom) resultieren aus einem direkten Trauma des Vorderstrangs oder der A. spinalis anterior. Die Patienten verlieren unterhalb der Läsion die motorische Kontrolle und das Schmerzempfinden. Die posterioren Rückenmarkfunktionen (Vibrationsempfinden, Propriozeption) sind intakt.

Das zentralen Rückenmarksyndrom tritt gewöhnlich bei Patienten mit einem verengten zervikalen Spinalkanal (angeboren oder degenerativ) nach einer Hyperextensionsverletzung auf. Die motorische Funktion der Arme ist stärker beeinträchtigt als die der Beine. Wenn die hinteren Bahnen betroffen sind, ist das Empfinden für Haltung, Vibration und Berührung beeinträchtigt. Geht es um die spinothalamischen Bahnen, geht das Empfinden für Schmerz, Temperatur und oft auch für leichte oder starke Berührungen verloren. Rückenmarkblutungen (Hämatomyelie) nach einem Trauma sind gewöhnlich auf die zentrale graue Substanz begrenzt, was zu den Symptomen einer Schädigung der unteren Motoreuronen führt, die in der Regel permanent ist (Muskelschwäche und -schwund, Faszikulationen und abgeschwächte Reflexe an den Armen). Die motorische Schwäche ist meist proximal betont und wird von einer selektiven Einschränkung der Schmerz- und Temperaturempfindung begleitet.

Läsionen der Cauda equina

Ein Verlust der Motorik oder Sensorik oder beides, in der Regel teilweise, tritt in den distalen Beinen auf. Sinnesymptome sind in der Regel bilateral, aber in der Regel asymmetrisch und betreffen eine Seite mehr als die andere. Die Sensibilität ist gewöhnlich in der perinealen Region eingeschränkt (Reithosenanästhesie). Es kann eine Dysfunktion von Darm und Blase auftreten, entweder als Inkontinenz oder als Retention. Männer können eine erektile Dysfunktion und Frauen eine verminderte sexuelle Reaktion haben. Der anale Sphinktertonus ist schwach, der Bulbocavernosusreflex und der anale Tonus sind jedoch normal. Diese Befunde können denen des conus medullaris-Syndroms ähnlich sein.

Komplikationen bei Verletzung des Rückenmarks

Die Folgen hängen von der Schwere und dem Ort der Schädigung ab. Die Atmung kann beeinträchtigt sein, wenn die Verletzung auf oder oberhalb des C5-Segments liegt, obwohl auch Patienten mit Verletzungen bis hinunter zu T4 ein erhöhtes Risiko haben können. Eine verminderte Motiliät erhöht die Gefahr von Blutgerinnseln, Harnwegsinfektionen, Kontrakturen, Atelektase, Pneumonie und Dekubitus. Es kann sich eine zur Behinderung führende Spastik entwickeln. Kardiovaskuläre Instabilität tritt häufig nach einer Zervixkordverletzung auf und steht in Zusammenhang mit neurogenem Schock und autonomer Dysreflexie, die als Reaktion auf auslösende Ereignisse wie Schmerzen oder Druck auf den Körper auftreten. Chronische neurogene Schmerzen können sich in einem brennenden oder stechenden Charakter manifestieren.

Hinweise auf Symptome und Zeichen

  1. 1. ASIA and ISCoS International Standards Committee. The 2019 revision of the International Standards for Neurological Classification of Spinal Cord Injury (ISNCSCI)-What's new?. Spinal Cord. 2019;57(10):815-817. doi:10.1038/s41393-019-0350-9

Diagnose des Wirbelsäulentraumas

  • Ziehen Sie eine Rückenmarksverletzung bei Patienten mit Hochrisikoverletzungen in Betracht (auch bei fehlenden Symptomen)

  • CT-, MRT- oder Röntgenaufnahmen im Stehen

  • Manchmal CT-Myelographie bei Patienten, die keine Kandidaten für eine MRT sind

Wirbelverletzungen bedingt durch Traumen sind nicht immer offensichtlich. Verletzungen an der Wirbelsäule und des Rückenmarks müssen bei Patienten in Betracht gezogen werden mit:

  • Verletzungen, die den Kopf betreffen

  • Beckenfrakturen

  • Penetrierende Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule

  • Bei Autounfälle erlittene Verletzungen

  • Schwere stumpfe Verletzungen

  • Verletzungen durch Sturz oder Eintauchen ins Wasser

Bei älteren Patienten muss eine Wirbelsäulenverletzung auch nach kleineren Stürzen in Betracht gezogen werden.

Eine Verletzung der Wirbelsäule und des Rückenmarks sollte auch bei Patienten mit verändertem Sensorium, lokalisierter Wirbelsäulendruckschmerzemfpindlichkeit, anderen schmerzhaften und dadurch ablenkenden Verletzungen oder kompatiblen neurologischen Defiziten berücksichtigt werden.

Die Diagnose von Wirbelsäulen- und Rückenmarkverletzungen umfasst die Beurteilung der Nervenfunktion, einschließlich Reflex, Motorik, Sensorik und Bildgebung.

Die Verletzungsmanifestationen können anhand der ASIA (American Spinal Injury Association) Impairment Scale oder eines ähnlichen Instruments (siehe Tabelle ) charakterisiert werden.

Tabelle
Tabelle

Nervenstudien

Die motorische Funktion wird an sämtlichen Extremitäten geprüft. Die Sensibilitätsprüfung sollte leichte Berührungen (Hinterstrangfunktion), Nadelstiche (Tractus spinothalamicus anterior) und Prüfung des Lagesinns (Hinterstrangfunktion) umfassen. Die Identifizierung der sensorischen Ebene erfolgt am besten durch eine Prüfung von distal nach proximal und durch die Prüfung der thorakalen Nervenwurzeln auf dem Rücken, um zu vermeiden, dass die für das zentromedulläre Syndrom charakteristische zervikale "umhangartige" Verteilung (mit sensorischen Veränderungen im oberen Rücken, an der Nackenbasis und an den proximalen Oberarmen) zu einer Verwechslung führt. Priapismus zeigt eine Schädigung des Rückenmarks. Der Rektaltonus kann vermindert sein und die tiefen Sehenreflexe können überschießend oder abgeschwächt sein.

Bildgebende Verfahren

Traditionell werden Röntgenaufnahmen aller potenziell verletzten Bereiche angefertigt. CT-Aufnahmen werden von Bereichen angefertigt, die auf den Röntgenbildern abnormal erscheinen und bei Stellen, die klinisch auffällig sind. Allerdings wird die CT zunehmend als primäre Bildgebung bei Wirbelsäulentrauma eingesetzt, da sie eine bessere diagnostische Genauigkeit bietet und in vielen Traumazentren schnell als Teil eines standardisierten Traumaprotokolls durchgeführt werden kann (1).

Eine MRT hilft bei der Identifizierung der Art und Lage der Verletzungen des Rückenmarks, sie ist die genaueste Studie zur Abbildung des Rückenmarks selbst und anderer Weichteile, steht aber nicht immer sofort zur Verfügung. Bei Patienten mit implantierten Geräten (z. B. Herzschrittmacher), die für eine MRT nicht in Frage kommen, wird manchmal eine CT-Myelographie durchgeführt, um Strukturen zu erkennen, die auf das Rückenmark einwirken.

Wird eine Fraktur der Halswirbelsäule, eine Subluxation oder eine Bandverletzung festgestellt, ist in der Regel eine vaskuläre Untersuchung erforderlich (in der Regel eine CT-Angiographie), um eine gleichzeitige Verletzung der Karotis oder der A. vertebralis auszuschließen (2, 3).

Literatur zur Diagnose

  1. 1. Expert Panel on Neurological Imaging and Musculoskeletal Imaging, Beckmann NM, West OC, et al. ACR Appropriateness Criteria® Suspected Spine Trauma. J Am Coll Radiol. 2019;16(5S):S264-S285. doi:10.1016/j.jacr.2019.02.002

  2. 2. Burlew CC, Biffl WL, Moore EE, et al. Blunt cerebrovascular injuries: Redefining screen criteria in the era of non-invasive diagnosis. J Trauma Acute Care Surg. 72(2):p 539, 2012. | doi: 10.1097/TA.0b013e31824b6133

  3. 3. Tobert DG, Le HV, Blucher JA, et al. The Clinical Implications of Adding CT Angiography in the Evaluation of Cervical Spine Fractures: A Propensity-Matched Analysis. J Bone Joint Surg Am. 2018;100(17):1490-1495. doi:10.2106/JBJS.18.00107

Behandlung des Wirbelsäulentraumas

  • Immobilisierung

  • Aufrechterhaltung von Sauerstoffversorgung und Durchblutung des Rückenmarks

  • Unterstützende Behandlung

  • Chirurgische Stabilisierung, wenn indiziert

  • Langfristige symptomatische Pflege und Rehabilitation

Akutversorgung

Die Erstversorgung von Rückenmarksverletzungen umfasst die sofortige Stabilisierung des Patienten und die Vermeidung weiterer Verletzungen der Wirbelsäule und/oder des Rückenmarks (1). Bei fehlender adäquater Immobilisierung können Flexion oder Extension der Wirbelsäule zu Kontusion oder Durchtrennung des Rückenmarks führen und dadurch Paraplegie, Tetraplegie oder sogar Tod durch Wirbelsäulenverletzung auslösen.

Bei Patienten, die eine Verletzung der Wirbelsäule haben können, sollte die Wirbelsäule sofort immobilisiert werden; der Hals wird bei der endotrachealen Intubation manuell gerade ausgerichtet (Inline-Stabilisierung). So bald wie möglich wird die Wirbelsäule voll und ganz auf einer festen, flachen, gepolsterten Bahre oder einer ähnlichen Unterlage immobilisiert. Die Position sollte dabei ohne übermäßigen Druck stabilisiert werden. Ein sogenannter Stiffneck sollte zur Immobilisierung der Halswirbelsäule angelegt werden. Patienten mit Brust- oder Lendenwirbelsäulenverletzungen können in der Bauch- oder Rückenlage transportiert werden. Bei Patienten mit einem Halsmarktrauma, das respiratorische Probleme induzieren kann, erfolgt der Transport in Rückenlage, wobei immer auf das Freihalten der Atemwege geachtet und eine Brusteinengung vermieden werden soll. Die Einweisung in ein Traumzentrum ist wünschenswert.

Die medizinische Versorgung sollte darauf ausgerichtet sein, Hypotonie und Hypoxie zu vermeiden, die beide das verletzte Rückenmark weiter belasten können. Viele Experten befürworten die Aufrechterhaltung eines leicht erhöhten Blutdrucks mit einem mittleren arteriellen Druck (MAP) von ≥ 85 bis 90 mmHg für 5 bis 7 Tage, um die Perfusion des Rückenmarks zu verbessern und hypotensive Episoden zu vermeiden, die die Genesung beeinträchtigen könnten (1, 2, 3, 4). Die MAP-Ziele können durch Volumenexpansion mit Kristalloiden und/oder Kolloiden, Vasopressoren oder eine Kombination davon erreicht werden. Verletzungen oberhalb von T6–T7 werden mit Vasopressoren behandelt, die chronotrope und inotrope Wirkungen haben, wie z. B. Noradrenalin und Dopamin, da sie die Sympathikusleistung zu den thorakalen kardiopulmonalen Nerven beeinträchtigen. Läsionen unterhalb von T7 können ausreichend auf reine Vasokonstriktoren wie Phenylephrin ansprechen (5). Die Sauerstoffsättigung sollte 90% gehalten werden, um eine Ischämie des Rückenmarks zu verhindern. Bei zervikalen Verletzungen oberhalb von C5, die den phrenischen Nerveninput beeinträchtigen, sind in der Regel Intubation und Atemunterstützung erforderlich.

Hochdosierte Kortikosteroide werden nicht routinemäßig empfohlen (1, 6). Der Einsatz von Kortikosteroiden bei akuten Wirbelsäulenverletzungen ist umstritten, was vor allem auf die begrenzten und widersprüchlichen Daten zurückzuführen ist. Daten aus mehreren randomisierten Studien haben keinen klinischen Nutzen gezeigt, und es wurde auch über vermehrte unerwünschte Ereignisse wie Wundinfektionen, Lungenembolie, Sepsis und Tod berichtet (1, 7). Allerdings schlagen einige Experten eine 24-stündige Hochdosis-Methylprednisolon-Infusion für ausgewählte Patienten vor, die sich innerhalb von 8 Stunden nach ihrer Verletzung vorstellen. Dieser Ansatz basiert auf Evidenz aus randomisierten Studien, die einen mäßigen Nutzen für Patientinnen und Patienten zeigten, die kurz nach der Verletzung im Krankenhaus eintreffen, ohne dass dabei eine Zunahme von Komplikationen festgestellt wurde (8). Dieser Nutzen konnte jedoch nicht konsistent reproduziert werden.

Verletzungen werden mit Ruhe, Schmerzmitteln und muskelentspannenden Mitteln mit oder ohne Operation behandelt, bis Schwellungen und lokale Schmerzen abgeklungen sind. Weitere Allgemeinbehandlung von Traumapatienten ist, so weit notwendig, vorgesehen

Instabile Verletzungen werden ruhiggestellt, bis knöcherne und Weichteilverletzungen abgeheilt sind, um eine saubere Ausrichtung zu gewährleisten. Manchmal sind eine chirurgische Knochenfusion und interne Fixierung erforderlich. Im Gegensatz dazu können Patienten mit inkompletten Rückenmarkverletzungen nach der Dekompression noch signifikante neurologische Verbesserungen aufweisen. Dagegen ist eine nennenswerte Rückkehr der neurologischer Funktionen bei kompletten Verletzungen unterhalb des Schädigungsniveaus unwahrscheinlich. Bei einer kompletten Rückenmarkverletzung bezweckt die Chirurgie deshalb eine Stabilisierung der Wirbelsäule mit dem Ziel einer frühzeitigen Mobilisierung.

Es kann erforderlich sein, die durch Knochenfragmente, epidurale Hämatome oder akute Fehlstellungen verursachte Kompression zu beseitigen. Viele Chirurgen empfehlen die manuelle Reposition am Krankenbett noch vor der MRT (oder Operation) bei Translations-, Rotations- oder Distraktionsverletzungen der Halswirbelsäule, die eine aktive Kompression des Rückenmarks verursachen. Im Allgemeinen sollten jedoch Patienten mit deutlichen neurologischen Ausfällen infolge eines Wirbelsäulentraumas vor einem chirurgischen Eingriff einer MRT-Untersuchung unterzogen werden, um die Weichteilverletzung zu definieren und eine aktive Kompressionspathologie auszuschließen. Frühzeitige Chirurgie ermöglicht eine frühere Mobilisierung und Rehabilitation. Der optimale Zeitpunkt einer Dekompressionsoperation bei unvollständigen Rückenmarkverletzungen liegt innerhalb von 24 Stunden nach der Verletzung (9). Bei vollständigen Verletzungen wird ebenfalls eine frühzeitige Operation innerhalb der ersten 24 Stunden empfohlen, da der klinische Nutzen im Vergleich zu unvollständigen Verletzungen des Rückenmarks ähnlich gut belegt ist. Die einzige randomisierte kontrollierte Studie, die den Zeitpunkt der Operation bei Rückenmarksverletzungen untersuchte, analysierte unvollständige und vollständige Rückenmarksverletzungen gemeinsam (10, 11). Nach 6 Monaten zeigten Patienten, die sich innerhalb von 24 Stunden nach der Verletzung einer frühen Dekompressionsoperation unterzogen, im Vergleich zu späteren Operationen bessere neurologische Ergebnisse.

Andere invasive Behandlungen, die noch untersucht werden, sind das Einlegen von Lumbaldrainagen zur Ableitung von Liquor bei Rückenmarksverletzungen und die chirurgische Duroplastie bei Dekompressionsoperationen. Beide Techniken zielen darauf ab, den erhöhten intrathekalen Liquordruck (und die daraus resultierenden Sekundärschäden) zu verringern, der durch die Kontusion und das Ödem des Rückenmarks verursacht wird.

In der Pflege wird besonders auf das Vermeiden von Harn- und Atemwegsinfekten sowie von Druckgeschwüren geachtet, indem der immobilisierte Patient z. B. alle 2 h gedreht wird (ggf. auf einem Bett mit Bauchlage). Auch die Prophylaxe einer tiefen Beinvenenthrombose ist notwendig. Bei immobilen Patienten, bei denen eine Antikoagulation (prophylaktisch oder therapeutisch) kontraindiziert ist, könnte ein herausnehmbarer Vena-cava-Filter in Betracht gezogen werden.

Langzeitversorgung nach Verletzung des Rückenmarks

Die Spastik mancher Patienten kann gut auf Medikamente ansprechen. Baclofen und Tizanidin zum Einnehmen werden in der Regel bei Spastizität nach Rückenmarksverletzungen eingesetzt. Intrathekales Baclofen kann bei Patienten in Betracht gezogen werden, bei denen orale Medikamente unwirksam sind.

Eine Rehabilitation ist notwendig, um die größtmögliche Erholung des Patienten zu erreichen. Sie erfolgt am besten durch ein Team, das Physiotherapie, kompetenzfördernde Aktivitäten und Beratungen kombiniert, die den sozialen und emotionalen Bedürfnissen Rechnung tragen. Geleitet wird ein solches Team am besten durch einen Rehabilitationsmediziner. Dazu gehören normalerweise Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Ernährungsberater, Psychologen, Physio- und Ergotherapeuten und ein Reha-Berater für berufliche und Lebensgestaltungsfragen.

Die Physiotherapie konzentriert sich auf die Stärkung der Muskulatur, passive Dehnungsübungen um Krämpfen vorzubeugen und den Einsatz von Hilfsmitteln wie Orthesen, Gehhilfen oder Rollstuhl, die die Mobilität erhöhen sollen. Es werden auch Strategien zur Kontrolle von Spastik, autonomer Dysreflexie und Neuralgie gelehrt.

Die Beschäftigungstherapie richtet sich auf das Wiedererlangen feinmotorischer Fertigkeiten. Ein Blasen- und Mastdarmtraining vermittelt Entleerungstechniken, eine intermittierende Katheterisierung kann erforderlich sein. Oft ist zur Darmentleerung eine zeitlich abgestimmte Laxanzienstimulation notwendig.

Zur beruflichen Rehabilitation gehört die Einschätzung der grob- und feinmotorischen Fertigkeiten ebenso wie der kognitiven Möglichkeiten, um die Chancen für eine sinnvolle Beschäftigung auszuloten. Der Berufsberater hilft dann dabei, mögliche Arbeitsplätze zu definieren, und bestimmt die notwendigen Unterstützungsmaßnahmen und Arbeitsplatzmodifikationen. Freizeittherapeuten verwenden einen ähnlichen Ansatz bei der Identifizierung und Förderung der Teilnahme an Hobbys, Sport und anderen Aktivitäten.

Die psychologische Betreuung soll die Depersonalisation und die beinahe unvermeidbare Depression bekämpfen, die sich nach dem Verlust der Kontrolle über den Körper einstellt. Sie ist entscheidend für den Erfolg aller anderen Reha-Maßnahmen. Sie muss von Bemühungen zur Anpassung des Patienten an die neue Situation begleitet sein und die aktive Beteiligung von Familie und Freunden suchen.

Prüftherapien

Behandlungen, um die Nervenregeneration zu fördern und die Bildung von Narbengewebe im Rückenmark zu minimieren, werden noch untersucht. Solche Behandlungen umfassen die Implantation eines Polymergerüstes auf der Ebene der Schnurverletzung sowie Injektionen von autologen, inkubierten Makrophagen, Oligodendrozyten aus menschlichen embryonalen Stammzellen, neuralen Stammzellen und trophischen Faktoren. Es wird Stammzellenforschung betrieben; viele Vorstudien haben vielversprechende Ergebnisse gezeigt (12, 13, 14).

Die Implantation eines epiduralen Stimulators ist eine andere Behandlungsmethode, die untersucht wird, um die willkürliche Bewegung nach einer Rückenmarksverletzung zu verbessern (15). Während der epiduralen Stimulation, werden elektrische Impulse an die Oberfläche des Rückenmarks unterhalb der Verletzung gegeben.

Literatur zur Behandlung

  1. 1. Walters BC, Hadley MN, Hurlbert RJ, et al. Guidelines for the management of acute cervical spine and spinal cord injuries: 2013 Updates. Neurosurgery. 60(CN_suppl_1):82–91. doi: 10.1227/01.neu.0000430319.32247.7f

  2. 2. Hawryluk G, Whetstone W, Saigal R, et al. Mean arterial blood pressure correlates with neurological recovery after human spinal cord injury: Analysis of high frequency physiologic data. J Neurotrauma. 32(24):1958–1967, 2015. doi: 10.1089/neu.2014.3778

  3. 3. Vale FL, Burns J, Jackson AB, et al. Combined medical and surgical treatment after acute spinal cord injury: Results of a prospective pilot study to assess the merits of aggressive medical resuscitation and blood pressure management. J Neurosurg. 87(2):239–246, 1997. doi: 10.3171/jns.1997.87.2.0239

  4. 4. Kwon BK, Tetreault LA, Martin AR, et al. A Clinical Practice Guideline for the Management of Patients With Acute Spinal Cord Injury: Recommendations on Hemodynamic Management. Global Spine J. 2024;14(3_suppl):187S-211S. doi:10.1177/21925682231202348

  5. 5. Muzevich KM, Voils SA. Role of vasopressor administration in patients with acute neurologic injury. Neurocrit Care. 2009;11(1):112-119. doi:10.1007/s12028-009-9214-z

  6. 6. Tetreault LA, Kwon BK, Evaniew N, et al. A Clinical Practice Guideline on the Timing of Surgical Decompression and Hemodynamic Management of Acute Spinal Cord Injury and the Prevention, Diagnosis, and Management of Intraoperative Spinal Cord Injury: Introduction, Rationale, and Scope. Global Spine J. 2024;14(3_suppl):10S-24S. doi:10.1177/21925682231183969

  7. 7. Liu Z, Yang Y, He L, et al. High-dose methylprednisolone for acute traumatic spinal cord injury: A meta-analysis. Neurology. 2019;93(9):e841-e850. doi:10.1212/WNL.0000000000007998

  8. 8. Fehlings MG, Wilson JR, Tetreault LA, et al. A clinical practice guideline for the management of patients with acute spinal cord injury: Recommendations on the use of methylprednisolone sodium succinate. Global Spine J.7(3 Suppl):203S-211S, 2017. doi: 10.1177/2192568217703085

  9. 9. Badhiwala JH, Wilson JR, Witiw CD, et al. The influence of timing of surgical decompression for acute spinal cord injury: a pooled analysis of individual patient data. Lancet Neurol. 2021;20(2):117-126. doi:10.1016/S1474-4422(20)30406-3

  10. 10. Fehlings MG, Vaccaro A, Wilson JR, et al. Early versus delayed decompression for traumatic cervical spinal cord injury: Results of the Surgical Timing in Acute Spinal Cord Injury Study (STASCIS). PLoS One. 7(2):e32037, 2012. doi:10.1371/journal.pone.0032037

  11. 11. Fehlings MG, Tetreault LA, Hachem L, et al. An Update of a Clinical Practice Guideline for the Management of Patients With Acute Spinal Cord Injury: Recommendations on the Role and Timing of Decompressive Surgery. Global Spine J. 2024;14(3_suppl):174S-186S. doi:10.1177/21925682231181883

  12. 12. Khan FI, Ahmed Z. Experimental Treatments for Spinal Cord Injury: A Systematic Review and Meta-Analysis. Cells. 2022;11(21):3409. Published 2022 Oct 28. doi:10.3390/cells11213409

  13. 13. Hosseini SM, Borys B, Karimi-Abdolrezaee S. Neural stem cell therapies for spinal cord injury repair: an update on recent preclinical and clinical advances. Brain. 2024;147(3):766-793. doi:10.1093/brain/awad392

  14. 14. Saremi J, Mahmoodi N, Rasouli M, et al. Advanced approaches to regenerate spinal cord injury: The development of cell and tissue engineering therapy and combinational treatments. Biomed Pharmacother. 2022;146:112529. doi:10.1016/j.biopha.2021.112529

  15. 15. Chalif JI, Chavarro VS, Mensah E, et al. Epidural Spinal Cord Stimulation for Spinal Cord Injury in Humans: A Systematic Review. J Clin Med. 2024;13(4):1090. Published 2024 Feb 14. doi:10.3390/jcm13041090

Prognose bei Wirbelsäulentrauma

Die Durchtrennung des Rückenmarks führt zu einer irreparablen Schädigung und einem dauerhaften Verlust der neurologischen Funktion unterhalb der Verletzungsstelle. Die Abtrennung der Nervenwurzel führt ebenfalls zu einem dauerhaften Funktionsverlust; weniger schwere traumatische Verletzungen durch Kompression oder Dehnung des Nervengewebes können je nach dem Grad der Verletzung der Axone, des Endoneuriums und des Epineuriums zu einer Wiederherstellung der Funktion führen. (Siehe Seddon-Klassifikation [1] und Sunderland-Klassifikation [2].) Die Rückkehr von etwas Bewegung oder Empfindung in der ersten Woche nach der Verletzung lässt auf eine positive Rekonvaleszenz hoffen. Eine Dysfunktion, die nach 6-9 Monaten noch vorhanden ist, wird wahrscheinlich dauerhaft sein; jedoch kann sich ein American Spinal Injury Association (ASIA)-Grad um einen Grad innerhalb eines Jahres nach der Verletzung verbessern (3, 4). In der Regel tritt die schnellste motorische Erholung in den ersten 3 Monaten nach der Verletzung ein (3). Einige Forschungen zeigen die Rückkehr einiger Funktion bei zurückliegenden kompletten Rückenmarksverletzungen mit Rückenmarkstimulation.

Menschen mit einer hohen Verletzung der Wirbelsäule versterben oft an einer Pneumonie, v. a. wenn eine Beatmungspflicht besteht (5).

Literatur zur Prognose

  1. 1. Seddon HJ. Three types of nerve injury. Brain. 66(4):237–288, 1942. doi.org/10.1093/brain/66.4.237

  2. 2. Sunderland S. A classification of peripheral nerve injuries producing loss of function. Brain. 74(4):491–516, 1951. https://doi.org/10.1093/brain/74.4.491

  3. 3. Kirshblum S, Snider B, Eren F, Guest J. Characterizing Natural Recovery after Traumatic Spinal Cord Injury. J Neurotrauma. 2021;38(9):1267-1284. doi:10.1089/neu.2020.7473

  4. 4. Wu L, Marino RJ, Herbison GJ, Ditunno JF Jr. Recovery of zero-grade muscles in the zone of partial preservation in motor complete quadriplegia. Arch Phys Med Rehabil. 1992;73(1):40-43.

  5. 5. Reyes MRL, Elmo MJ, Menachem B, et al. A Primary Care Provider's Guide to Managing Respiratory Health in Subacute and Chronic Spinal Cord Injury. Top Spinal Cord Inj Rehabil. 2020;26(2):116-122. doi:10.46292/sci2602-116

Wichtige Punkte

  • Zusätzlich zu den Patienten mit offensichtlichen Wirbelsäulentraumata vermutet man Rückenmarksverletzungen bei Patienten mit erhöhtem Risiko für Wirbelsäulenverletzungen, einschließlich älterer Patienten, die möglicherweise einen Sturz erlitten haben, und Patienten mit einem veränderten Sensorium, neurologischen Defiziten, die auf eine Rückenmarksverletzung hindeuten, oder lokalisierter Wirbelsäulenschmerzen.

  • Um die Diagnose einer unvollständigen Rückenmarkverletzung abzusichern, werden motorische und sensorische Funktionen überprüft (einschließlich leichte Berührung, Nadelstich und Positionsempfindung), sowie nach einer unverhältnismäßigen Schwäche in den oberen Extremitäten gefahndet.

  • Eine unmittelbare Immobilisierung der Wirbelsäule ist bei Patienten wichtig, die ein Risiko haben.

  • Eine sofortige CT oder, wenn verfügbar, MRT, sollte veranlasst werden.

  • Eine Operation innerhalb von 24 h nach der Verletzung sollte anberaumt werden, wenn Patienten eine unvollständige Rückenmarkverletzung haben.

  • Irreversible Verletzung des Rückenmarks werden mit multimodaler Rehabilitation und Medikamenten zur Kontrollierung der Spastik behandelt.

quizzes_lightbulb_red
Test your KnowledgeTake a Quiz!
DE_MSD_Mobile_Pro_326IOS ANDROID
DE_MSD_Mobile_Pro_326IOS ANDROID
DE_MSD_Mobile_QR_Pro_326iOS ANDROID