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Blasenkatheterisierung

Von

Bradley D. Figler

, MD, University of North Carolina

Inhalt zuletzt geändert Sep 2017
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Quellen zum Thema

Eine Blasenkatheterisierung wird für Folgendes eingesetzt:

  • Zur Gewinnung von Urinproben zur Untersuchung

  • Zur Messung des Restharnvolumens

  • Erleichterung bei Harnverhalt oder Inkontinenz

  • Zum direkten Einführen von strahlenresistenten Kontrastmitteln in die Blase

  • Zum Spülen der Blase

Die Katheterisierung kann transurethral oder suprapubisch erfolgen.

Katheter

Katheter unterscheiden sich nach Kaliber, "tip-Konfiguration", Anzahl der Ports, Ballongröße, Art des Materials und der Länge.

Das Kaliber ist standardisiert in French-(F-)Einheiten, auch bekannt als Charrière-(Ch-)Einheiten. Jede Einheit entspricht 0,33 mm, sodass ein 14-F-Katheter 4,6 mm im Durchmesser misst. Die Größen reichen von 12–24 F für Erwachsene und 8–12 F für Kinder. Kleinere Katheter reichen in der Regel für eine unkomplizierte Harnentlastung und bei Harnröhrenstrikturen bzw. Blasenhalsobstruktion aus. Größere Katheter werden zur Blasenspülung sowie bei Blutungen (z. B. postoperativ oder bei hämorrhagischer Zystitis) und Pyurie verwendet, weil Blutgerinnsel Katheter kleineren Kalibers verstopfen können.

"Tips" sind in den meisten Katheter gerade (z. B. Robinson, "whistle-tip") und werden für die intermittierende Katheterisierung der Harnröhre verwendet (d. h. Katheter wird unmittelbar nach Blasendrainage entfernt). Foley-Katheter haben eine feste Spitze und einen aufblasbaren Ballon zur Selbstfixierung. Sie werden zur suprapubischen Katheterisierung oder bei Nephrostomie eingesetzt. Andere selbsthaltende Katheter haben eine dehnbare Spitze in Form eines Pilzes (Pezzer-Katheter) oder sehen wie ein vierblättriger perforierter Pilz aus (Maleco-Katheter). Gebogene Katheter (Tiemann, Coudé), die ebenfalls über Ballons zur Selbsthaftung verfügen, haben eine gebogene Spitze, um die Katheterisierung durch Strikturen oder Obstruktionen hindurch zu erleichtern (z. B. Obstruktion der Prostata).

Ports werden in allen Kathetern zur kontinuierlichen Urindrainage verwendet. Viele Katheter haben Ports zum Aufblasen der Ballons, Spülung oder beidem (z. B. 3-Wege-Foley).

Die Ballons bei selbsthaftenden Kathetern haben ein unterschiedliches Fassungsvermögen, das von 2,5–5 ml bei Kathetern für Kinder- und von 10 bis 30 ml bei Kathetern für Erwachsene reicht. Größere Ballons oder Katheter werden üblicherweise zur Behandlung von Blutungen verwendet. Der Ballon wird durch Zug am Katheter gegen den Blasenboden gedrückt und übt Druck auf die Blutgefäße aus, was die Blutung verringert, aber möglicherweise Ischämie verursacht. Es wird empfohlen, den Ballon nur mit klarem Wasser zu füllen.

Mandrins sind flexible Metallführungsdrähte, die in den Katheter eingeführt werden, um Festigkeit zu verleihen und das Einführen durch Strikturen oder Obstruktionen zu erleichtern und sollten nur von Ärzten verwendet werden, die mit dieser Technik hinreichend vertraut sind.

WelchesKathetermaterial gewählt wird, hängt davon ab, wofür der Katheter eingesetzt wird. Katheter aus Kunststoff, Latex oder Polyvinylchlorid sind für intermittierenden Gebrauch. Katheter aus Latex mit Silikon, Hydrogel oder mit Silberlegierung überzogene Polymer (um eine bakterielle Besiedlung zu vermindern) sind für den Dauereinsatz. Silikonkatheter werden bei Patienten mit Latexallergie eingesetzt.

Harnröhren-Katheter

Ein Harnröhrenkatheter kann von jedem Arzt und manchmal vom Patienten selbst eingeführt werden. Es ist keine vorherige Vorbereitung des Patienten notwendig; daher wird die Blase durch die Harnröhre katheterisiert, sei denn dieser Weg ist kontraindiziert.

Zu den relativenKontraindikationen gehören die Folgenden:

Der Harnröhrenmeatus wird mit einer antibakteriellen Lösung sorgfältig gereinigt, mit einer vollkommen sterilen Technik wird der Katheter mit einem sterilen Gel gleitfähig gemacht und sanft durch die Harnröhre in die Blase vorgeschoben. Lidocain-Gel kann durch die männliche Harnröhre injiziert werden, bevor der Katheter eingeführt wird, um Beschwerden zu lindern.

Zu den Komplikationen der Blasenkatheterisierung gehören folgende:

  • Harnröhren-oder Blasentrauma mit Blutungen oder Mikrohämaturie (häufig)

  • HWI (häufig)

  • Wählen von falschen Passagen

  • Narben und Strikturen

  • Blasenperforation (selten)

Katheter-assoziierten HWIs neigen dazu, Morbidität, Mortalität, Kosten für das Gesundheitswesen und die Krankenhausaufenthaltsdauer zu erhöhen. Zu den Empfehlungen, wie die Zahl dieser HWIs verringert werden kann, gehören die Folgenden:

  • Beschränkung der Verwendung von Harnröhrenkatheter auf Indikationen, die eindeutig medizinisch notwendig sind (z. B. nicht nur, um die Anzahl der Nachtbesuche von medizinischem Personal, um Urinale zu leeren, zu minimieren).

  • Katheter sollten so schnell wie möglich entfernt werden.

  • Einsetzung strikt aseptischer Bedingungen während der Kathetereinführung

  • Aufrechterhaltung der Sterilität und Schließen des Entwässerungssystems

Suprapubische Katheterisierung

Eine suprapubische Katheterisierung über eine perkutane Zystostomie wird vom Urologen oder einem anderen erfahrenen Arzt vorgenommen. Eine vorausgehende Vorbereitung des Patienten ist nicht erforderlich. Zu den allgemeinen Indikationen gehören eine notwendige langfristige Blasendrainage und die Unfähigkeit, einen Katheter durch die Harnröhre zu katheterisieren oder eine Kontraindikation für diese Methode besteht, aber eine Blasenkatheterisierung dennoch notwendig ist.

Zu den Kontraindikationen gehören die Folgenden:

  • Unfähigkeit, die Lage der Blase Lage klinisch oder sonographisch zu definieren

  • Eine leerer Blase

  • Verdacht auf Adhäsionen des Unterleibs oder unteren Abdomens (z. B. nach Operation des Beckens oder unteren Abdomens oder nach Strahlentherapie)

Nachdem die Bauchwand suprapubisch mit einem Lokalanästhetikum betäubt ist, wird eine Nadel in die volle Blase eingestochen; wenn verfügbar, eine ultraschallgesteuerte Nadel. Der Katheter wird dann durch einen speziellen Trokar oder Führungsdraht, der durch die Nadel geführt wird, in die Blase platziert. Eine vorausgegangene Operation des Bauches und frühere Strahlentherapie stellen eine Kontraindikation für das "blinde" einführen dar. Als Komplikationen können HWI, Verletzungen von intraabdominalen Organen sowie Blutungen auftreten.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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