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Infektionskrankheiten in der Schwangerschaft

Von

Lara A. Friel

, MD, PhD,

  • University of Texas Health Medical School at Houston, McGovern Medical School

Inhalt zuletzt geändert Apr 2020
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Die häufigsten mütterlichen Infektionen (z. B. Harnwegs-, Haut- und Atemwegsinfekte) sind meistens während der Schwangerschaft kein ernsthaftes Problem, obwohl sich manche genitale Infektionen (bakterielle Kolpitis und Herpes genitalis) auf die Geburt selbst und auf die Wahl des Geburtsmodus auswirken. So ist die wesentliche Frage oft die nach der Anwendung und Sicherheit von Antibiotika.

Bestimmte Infektionen der Mutter können jedoch den Fötus schädigen, wie es im Folgenden vorkommen kann:

HIV-infektion kann von Mutter zu Kind transplazental oder perinatal übertragen werden. Wenn die Mutter nicht behandelt wird, liegt das Übertragungsrisiko bei der Geburt bei etwa 25 bis 35%.

Listeriose kommt in der Schwangerschaft häufiger vor. Listeriose erhöht das Risiko von

Listeriosekann von Mutter zu Kind transplazental oder perinatal übertragen werden.

Eine bakterielle Vaginose und möglicherweise eine genitale Chlamydieninfektion prädisponieren für

Untersuchungen nach diesen Infektionen erfolgen im Rahmen der routinemäßigen Schwangerenvorsorge oder wenn sich erste Symptome zeigen.

Herpes genitalis kann während der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden. Das Risiko ist so hoch, dass in den folgenden Situationen ein Kaiserschnitt bevorzugt wird:

  • Die Frauen weisen sichtbare herpetische Effloreszenzen auf

  • Die Frauen mit bekannter Infektion in der Anamnese entwickeln Prodromalsymptome vor der Wehentätigkeit

  • Die Herpesinfektion tritt erstmals im späten 3. Trimester auf (eine zervikale Virusausscheidung bei der Geburt ist wahrscheinlich)

Bei sichtbaren Effloreszenzen oder fehlenden Krankheitsvorzeichen ist, selbst für Frauen mit rezidivierenden Infektionen, das Risiko gering, sodass eine vaginale Geburt möglich ist. Wenn Frauen asymptomatisch sind, können vor der Geburt selbst mehrfache Kulturen nicht zur Identifikation der Frauen dienen, bei denen ein Übertragungsrisiko besteht. Wenn Frauen während der Schwangerschaft rezidivierende Herpesinfektionen, aber keine anderen Risikofaktoren für eine Übertragung haben, können die Wehen in manchen Fällen so eingeleitet werden, dass die Geburt zwischen zwei akuten Rezidiven stattfindet. Wenn dann vaginal entbunden wird, müssen von der Zervix und vom Neugeborenen Herpesvirus-Kulturen angelegt werden. Aciclovir (oral und topisch) scheint für die Anwendung in der Schwangerschaft sicher zu sein.

Antibiotika

Eine Antibiotikagabe bei Schwangeren muss vermieden werden, es sei denn, es liegen deutliche Hinweise auf eine bakterielle Infektion vor. Die Anwendung eines Antibiotikums in der Schwangerschaft sollte darauf gründen, dass der Nutzen das Risiko überwiegt, was in jedem einzelnen Trimester unterschiedlich zu beurteilen ist (siehe Tabelle Medikamente mit unerwünschten Wirkungen während der Schwangerschaft zu besonderen Nebenwirkungen). Berücksichtigt werden müssen auch die Schwere der Infektion und andere therapeutische Alternativen.

Aminoglykoside können während der Schwangerschaft zur Behandlung einer Pyelonephritis und Chorionamnionitis eingesetzt werden, um aber einen Schaden für Mutter oder Fetus zu vermeiden, sollte die Behandlung sorgfältig überwacht werden.

Cephalosporine gelten in der Regel als sicher.

Chloramphenicol schädigt den Fetus auch in hohen Dosen nicht. Neugeborene können jedoch Chloramphenicol nicht in ausreichendem Maße verstoffwechseln, und so können die entstehenden hohen Blutspiegel zu einem Kreislaufkollaps führen (Grey-Syndrom). Chloramphenicol wird in den USA nur selten verwendet.

Fluorochinolone werden während der Schwangerschaft nicht angewandt; sie neigen zu einer hohen Affinität zu Knochen und Knorpel und können daher muskuloskelettale Nebenwirkungen haben.

Makrolide gelten in der Regel als sicher.

Die Verwendung von Metronidazol im 1. Trimester galt als umstritten; jedoch konnten in mehreren Studie, keine teratogene oder mutagene Wirkungen beobachtet werden.

Von Nitrofurantoin ist nicht bekannt, das es angeborene Fehlbildungen verursacht. Es ist kurz vor dem Termin kontraindiziert, da es zu Anämie bei Neugeborenen führen kann.

Penicilline gelten in der Regel als sicher.

Sulfonamide sind während der Schwangerschaft in der Regel sicher. Langwirkende Sulfonamide passieren jedoch die Plazenta und können Bilirubin aus seiner Bindungsstelle verdrängen. Diese Medikamente werden nach der 34. Schwangerschaftswoche häufig vermieden, da ein Risiko für Kernikterus des Neugeborenen besteht.

Tetracycline sind plazentagängig und werden in den fetalen Knochen und Zähnen konzentriert und abgelagert, wo sie sich mit Kalzium verbinden und die Entwicklung beeinträchtigen (siehe Tabelle Medikamente mit unerwünschten Wirkungen während der Schwangerschaft); sie werden in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft nicht angewandt.

Wichtige Punkte

  • Die häufigsten mütterlichen Infektionen (z. B. Harnwegs-, Haut- und Atemwegsinfekte) sind meistens während der Schwangerschaft kein ernsthaftes Problem.

  • Mütterliche Infektionen, die den Fötus schädigen können, schließen Zytomegalievirus-Infektion, Herpes simplex Virus-Infektion, Röteln, Toxoplasmose, Hepatitis B und Syphilis ein.

  • Geben Sie schwangeren Patienten nur dann Antibiotika, wenn starke Hinweise auf eine bakterielle Infektion vorliegen und nur dann, wenn der Nutzen der Behandlung das Risiko überwiegt, das sich je nach Trimester unterscheidet.

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