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Hand- und Fußekzem

Von

Mercedes E. Gonzalez

, MD, University of Miami Miller School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2017
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Quellen zum Thema

Das Hand - und Fußekzem ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern eine Form der Dermatitis, die aufgrund unterschiedlicher Ursachen ausschließlich Hände und Füße betrifft.

Die Patienten werden oft mit einem isolierten Ekzem an Händen und Füßen vorstellig. Ursachen sind

  • ein Kontaktekzem (allergisch oder reizend)

  • Pilzinfektion

  • Dyshidrosiformes Ekzem (dyshidrotische Dermatitis)

  • Psoriasis (kann nur die Handflächen und Fußsohlen betreffen und für eine Dermatitis gehalten werden)

  • Scabies (gewöhnlich Finger- und Zehenzwischenräume)

Andere Ursachen sind bestimmte Chemotherapien (Hand-Fuß-Syndrom) oder eine systemische virale Infektion bei Kindern (Hand-Fuß-Mund-Krankheit). Manche Fälle sind idiopathisch.

Manchmal kann die Diagnose aus der Lokalisation und dem Erscheinungsbild der Hautläsionen gefolgert werden (siehe Tabelle: Differenzialdiagnose des Handekzems).

Die Behandlung aller Formen des Hand- und Fußekzems sollte sich möglichst auf die Ursache konzentrieren. Topische Kortikosteroide können empirisch eingesetzt werden. Die Patienten sollten zudem längeren Kontakt mit Wasser vermeiden, da dies sonst schützende Öle entfernen und zur paradoxen Austrocknung der Haut führen würde.

Tabelle
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Differenzialdiagnose des Handekzems

Erscheinungsbild der Läsion

Lokalisation

Handfläche

Dorsum

Erytheme und Schuppen

ACD

Dyshidrosiformes Ekzem

ICD

Hyperkeratotisch-rhagadiformes Ekzem

Keratolysis exfoliativa

Psoriasis

Pilzinfektion (tinea manum)

ACD

ICD

Pilzinfektion (tinea manum)

Pusteln

Dyshidrosiformes Ekzem

Infektion (bakteriell)

Psoriasis

Infektion (bakteriell)

Psoriasis

Scabies (Finger- und Zehenzwischenräume)

Vesikel

ACD

Dyshidrotisches Ekzem, dishidrotische Dermatitis

Id-Reaktion

ACD

Scabies (Finger- und Zehenzwischenräume)

ACD = allergisches Kontaktekzem (allergic contact dermatitis); ICD = toxisches Kontaktekzem (irritant contact dermatitis).

Dyshidrosiformes Ekzem (dyshidrotische Dermatitis)

Juckende Bläschen oder Blasen an den Handflächen, an den Seiten der Finger oder an den Fußsohlen sind charakteristisch für diese Erkrankung. Oft folgt auf die Bläschenbildung eine sich abschuppende, nässende Rötung. Die Symptome sind intermittierend. Das dyshidrosiforme Ekzem tritt üblicherweise mehrere Wochen lang auf; bei Behandlung ist diese Dauer kürzer.

Die Dyshidrose ist eine schwere Form mit Blasenbildung. Die Ursache ist unbekannt, aber Pilzinfektionen, Kontaktdermatitis und dermatophytische (id) Reaktionen auf Tinea pedis können zu einem ähnlichen klinischen Erscheinungsbild führen und sollten ausgeschlossen werden. Die Behandlung umfasst starke topische Kortikosteroide, Tacrolimus oder Pimecrolimus, orale Antibiotika (falls sekundär infiziert) und ultraviolettes Licht. Feuchte Umschläge mit Kaliumpermanganat oder Aluminiumacetat können die Symptome lindern.

Keratolysis exfoliativa

Schmerzfreies, ungleichmäßiges Ablösen der Handflächen, Fußsohlen oder beidem ist charakteristisch für diese Erkrankung. Die Ursache ist unbekannt. Eine Behandlung ist nicht erforderlich, da das Krankheitsbild selbstlimitierend verläuft.

Hyperkeratotisch-rhagadiformes Ekzem

Dicke gelbbraune Plaques an den Handflächen und manchmal an den Fußsohlen sind charakteristisch für diese Erkrankung. Zudem kann Schuppenbildung auftreten. Die Ursache ist unbekannt. Zur Behandlung werden topische Kortikosteroide und Keratolytika, Retinoide sowie Psoralen plus UV-A (PUVA) eingesetzt.

Dermatophytide Reaktion (ID-Reaktion)

Das Auftreten von Bläschen, in der Regel an den Seiten der Finger oder an den Handflächen oder Fußsohlen, in Reaktion auf eine aktive Dermatitis an einer anderen Körperstelle ist charakteristisch für diese Erkrankung. Ursächlich kann eine allergische Reaktion vorliegen ( Dermatophytide Reaktion). Die Reaktionen können verschiedene Formen annehmen und sich als Vesikel, Papeln, erysipelartige Plaques, Erythema nodosum, Erythema anulare centrifugum oder Urtikaria manifestieren.

Toxisches Kontaktekzem (Hausfrauenekzem)

Das sogenannte Hausfrauenekzem, ein toxisches Kontaktekzem, betrifft Menschen, deren Hände oft Kontakt mit Wasser haben. Es wird durch Geschirrspülen, Waschen von Kleidung und Baden von Säuglingen verstärkt, da der wiederholte Kontakt mit Detergenzien (auch mit milden) und Wasser sowie das dauerhafte Schwitzen in Gummihandschuhen die dermatitisch veränderte Haut reizen oder ein toxisches Kontaktekzem auslösen können.

Hand-Fuß-Syndrom

Diese Störung (auch akrales Erythem oder palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom [PPE] genannt) kann aufgrund der durch bestimmte systemische Chemotherapien (z. B. Capecitabin, Cytarabin, Fluorouracil, Idarubicin, Doxorubicin, Taxane, Methotrexat, Cisplatin, Tegafur) verursachten kutanen Toxizität auftreten. Symptome sind Schmerzen, Schwellung, Taubheitsgefühl, Kribbeln, Rötung und manchmal Schuppung oder Blasenbildung an den Handflächen oder Fußsohlen. Die Behandlung erfolgt mit oralen oder topischen Kortikosteroiden, topischem Dimethylsulfoxid, oralem Vitamin B6 (Pyridoxin), rezeptfreien Analgetika (z. B. Paracetamol, Ibuprofen) und unterstützenden Maßnahmen (z. B. kühle Kompressen, Minimierung manueller Aufgaben).

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