Die Tinea pedis ist eine Dermatophyteninfektion des Fußes. Die Diagnose basiert auf dem klinischen Erscheinungsbild und manchmal mittels Kaliumhydroxid (KOH)-Nativpräparat, insbesondere wenn sich die Infektion als hyperkeratotisch, ulzerativ oder vesikulobullös manifestiert oder nicht interdigital ist. Die Behandlung erfolgt mit topischen Antimykotika, gelegentlich auch mit oralen Antimykotika, Feuchtigkeitsreduktion und austrocknenden Substanzen.
Die Tinea pedis ist die häufigste Dermatophytose, da die durch Fußschweiß bedingte Feuchtigkeit das Pilzwachstum begünstigt. Sie betrifft weltweit bis zu 25% der Erwachsenen (1) und hat eine geringere, aber dennoch signifikante Prävalenz bei Kindern (2).
Die Tinea pedis kann als eine von 4 klinischen Formen oder als Kombination auftreten:
Chronisch hyperkeratotisch
Chronisch intertriginös
Akut ulzerativ
Vesikulobullös
Die chronisch hyperkeratotische Tinea pedis aufgrund von Trichophyton rubrum verursacht ein charakteristisches Läsionsmuster, das sich als Schuppung und Verdickung der Fußsohlen manifestiert, was sich oft mokassinartig über die Plantaroberfläche hinaus ausweitet.
Patienten, die nicht erwartungsgemäß auf die antimykotische Behandlung ansprechen, könnten eine andere weniger verbreitete Ursache für einen Fußsohlenausschlag aufweisen. Die Differenzialdiagnosen sind die sterile Mazeration (bei Hyperhidrose und okklusivem Schuhwerk), das Kontaktekzem (durch eine verzögerte Typ-IV-Überempfindlichkeitsreaktion auf unterschiedliche Schuhmaterialien, v. a. Klebstoffe, Thiurammischungen bei Schuhen, die Gummi enthalten, und Chrom-Gerbungsstoffe bei Lederschuhen), das toxische Ekzem und die Psoriasis.
Dermatophytid (id)-Reaktionen können als Immunreaktion auf die Pilzinfektion auftreten und einen Hautausschlag an anderen Stellen des Körpers verursachen, häufig an den Händen oder Fingern. Dieser sekundäre Hautausschlag kann jucken und sich in Form von Bläschen, Papeln oder ekzematösen Flecken manifestieren.
Auf diesem Foto sind mazerierte, schuppende Läsionen zwischen dem 3. und 4. Interdigitalraum sichtbar und erstrecken sich auf die subdigitale Haut des Fußes.
Auf diesem Foto sind mazerierte, schuppende Läsionen zwischen dem 3. und 4. Interdigitalraum sichtbar und erstrecken si
Image provided by Thomas Habif, MD.
Auf diesem Foto sind Skalierung und Mazeration im 4. Interdigitalraum sichtbar.
Auf diesem Foto sind Skalierung und Mazeration im 4. Interdigitalraum sichtbar.
© Springer Science+Business Media
Auf diesem Foto zeigt sich die chronische hyperkeratotische Tinea pedis als Schuppung und Verdickung der Fußsohlen, die über die Fußsohlenoberfläche hinausgeht und wie ein Mokassin verteilt ist.
Auf diesem Foto zeigt sich die chronische hyperkeratotische Tinea pedis als Schuppung und Verdickung der Fußsohlen, die
Image provided by Thomas Habif, MD.
© Springer Science+Business Media
Auf diesem Foto ist auch Onychomykose sichtbar.
Auf diesem Foto ist auch Onychomykose sichtbar.
© Springer Science+Business Media
© Springer Science+Business Media
Auf diesem Foto ist die Schuppung im Interdigitalraum bei genauer Betrachtung sichtbar.
Auf diesem Foto ist die Schuppung im Interdigitalraum bei genauer Betrachtung sichtbar.
© Springer Science+Business Media
Die chronische intertriginöse Tinea pedis geht mit Schuppung, Erythem und Erosion der interdigitalen und subdigitalen Fußhaut einher und betrifft meist die 3 lateralen Zehen.
Die akute ulzerative Tinea pedis (meist durch Trichophyton mentagrophytes var. interdigitale verursacht) beginnt typischerweise im 3. und 4. Interdigitalraum und breitet sich auf den lateralen Fußrücken und/oder die Fußsohle im Bereich des Fußgewölbes aus. Die Interdigitalläsionen sind meist mazeriert mit schuppendem Rand.
Häufige Komplikationen sind sekundäre bakterielle Infektionen, Zellulitis und Lymphangitis.
Auf diesem Foto sind Mazeration und Skalierung im 4. Interdigitalraum sichtbar. Erythem und Ödem am 5. Zeh deuten auf eine bakterielle Sekundärinfektion hin.
Die vesikulobullöse Tinea pedis, bei der sich Vesikel an den Fußsohlen entwickeln und zu Bullae konfluieren, ist die seltener auftretende Folge einer Exazerbation der interdigitalen Tinea pedis. Risikofaktoren umfassen geschlossene Schuhe sowie übermäßige Umgebungswärme und -feuchtigkeit.
Allgemeine Literatur
1. Gupta AK, Wang T, Lincoln SA, Bakotic WL. Interdigital and Plantar Foot Infections: A Retrospective Analysis of Molecularly Diagnosed Specimens in the United States and a Literature Review. Microorganisms. 2025;13(1):184. Published 2025 Jan 16. doi:10.3390/microorganisms13010184
2. Stenderup JEB, Goandal NF, Saunte DML. Systematic Review of the Prevalence of Tinea Pedis in Children. Pediatr Dermatol. 2025;42(3):539-551. doi:10.1111/pde.15947
Diagnose von Tinea pedis
Primär: Körperliche Untersuchung
Kaliumhydroxid (KOH)-Nativpräparat
Die Diagnose einer Tinea pedis ist meist basierend auf der körperlichen Untersuchung und der Bewertung der Risikofaktoren offensichtlich.
Wenn das Erscheinungsbild nicht diagnostisch ist oder wenn sich die Infektion als hyperkeratotisch, ulzerativ oder vesikulobullös manifestiert, ist ein Kaliumhydroxid-Nativpräparat hilfreich.
Zu den Differenzialdiagnosen der Tinea pedis gehören:
Hand- und Fußdermatitis (dyshidrotische Dermatitis)
Psoriasis palmoplantaris (siehe Tabelle )
Behandlung von Tinea pedis
Topische und gegebenenfalls orale Antimykotika
Feuchtigkeitsreduktion und austrocknende Substanzen
Am zuverlässigsten ist eine Behandlung von Tinea pedis mit topischen Antimykotika, wobei Rezidive häufig sind und die Therapie oft verlängert werden muss. (Siehe Tabelle .)
Ein länger anhaltendes Ansprechen kann durch orale Antimykotika wie Itraconazol und Terbinafin erzielt werden (1). Die gleichzeitige Anwendung topischer Antimykotika kann die Rezidivrate weiter senken.
Zur Rezidivprävention ist eine Reduktion der Feuchtigkeit am Fuß und in den Schuhen erforderlich. Permeable Schuhe oder solche mit freien Zehen und regelmäßiges Wechseln der Socken sind v. a. bei warmem Wetter wichtig. Die Interdigitalräume sollten nach dem Duschen und Baden gründlich von Hand abgetrocknet werden. Empfohlen werden auch austrocknende Substanzen, z. B. antimykotische Pulver (z. B. Miconazol), Gentianaviolett, Burow-Lösung (5% Aluminiumacetat) und 20- bis 25-prozentige Aluminiumchloridlösung.
Literatur zur Therapie
1. Bell-Syer SE, Khan SM, Torgerson DJ. Oral treatments for fungal infections of the skin of the foot. Cochrane Database Syst Rev. 2012;10(10):CD003584. Published 2012 Oct 17. doi:10.1002/14651858.CD003584.pub2
Wichtige Punkte
Die Tinea pedis ist die häufigste Dermatophytose, da die Feuchtigkeit beim Schwitzen der Füße das Pilzwachstum begünstigt.
Ziehen Sie die Diagnose in Betracht, wenn Patienten Läsionen der Zehen und/oder Füße haben, die intertriginös, ulzerierend, hyperkeratotisch oder vesikobullös sind.
Ziehen Sie auch Hand- und Fußdermatitis (dyshidrotische Dermatitis), palmoplantare Psoriasis und allergische Kontaktdermatitis in Betracht.
Behandeln Sie mit topischen und gelegentlich oralen Antimykotika sowie mit austrocknenden Maßnahmen und Substanzen.



