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Psoriasis

Von

Shinjita Das

, MD, Harvard Medical School

Inhalt zuletzt geändert Nov 2018
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Quellen zum Thema

Die Psoriasis ist eine entzündliche Erkrankung, die meist mit scharf begrenzten erythematösen Papeln und Plaques einhergeht, die mit silbernen Schuppen bedeckt sind. Mehrere Faktoren, einschließlich Genetik, tragen zu ihr bei. Häufige Auslöser sind Verletzungen, Infektionen und bestimmte Arzneimittel. Die Symptome sind in der Regel minimal, aber es kann leichter bis schwerer Juckreiz auftreten. Die kosmetischen Folgen können groß sein. Manche Patienten entwickeln eine schwere Erkrankung mit schmerzhafter Arthritis. Die Diagnose erfolgt anhand des Erscheinungsbildes und der Verteilung der Läsionen. Die Behandlung kann topische Behandlungen (z. B. Emollients, Vitamin-D3-Analoga, Retinoide, Steinkohlenteer, Anthralin, Kortikosteroide), Phototherapie und, wenn schwerwiegend, systemische Medikamente (z.B. Methotrexat, orale Retinoide, Cyclosporin, Immunmodulatoren[Biologika]) umfassen.

Bei der Psoriasis handelt es sich um die Hyperproliferation epidermaler Keratinozyten mit begleitender Entzündung von Epidermis und Dermis. Betroffen sind 1–5% der Weltbevölkerung. Hellhäutige Menschen haben ein höheres Erkrankungsrisiko, dunkelhäutige ein geringeres. Es gibt grob zwei Erkrankungsgipfel: Die meisten Menschen erkranken mit 16–22 Jahren oder mit 57–60 Jahren, jedoch kann die Krankheit in jedem Alter auftreten.

Ätiologie

Die Ursache von Psoriasis ist unklar, aber beinhaltet Immunstimulation von epidermalen Keratinozyten. T-Zellen scheinen eine zentrale Rolle zu spielen. Familiengeschichte ist weit verbreitet und bestimmte Gene und HLA-Antigene (Cw6, B13, B17) sind mit Psoriasis assoziiert. Die genomweite Kopplungsanalyse hat zahlreiche Psoriasis-Suszeptibilitäts-Loci identifiziert; das PSORS1 auf Chromosom 6p21 spielt die größte Rolle bei der Bestimmung der Anfälligkeit eines Patienten für die Entwicklung von Psoriasis. Man geht davon aus, dass die Entzündungsreaktion mit nachfolgender Hyperproliferation der Keratinozyten von Umweltfaktoren ausgelöst wird.

Genau identifizierte Auslöser umfassen

  • Verletzung (Koebner-Phänomen)

  • Sonnenbrand

  • HIV-Infektion

  • Beta-hämolytisch Streptokokken-Infektion (führt zu Guttat-Psoriasis)

  • Medikamente (vor allem Beta-Blocker, Chloroquin, Lithium, ACE-Hemmer, Indomethacin, Terbinafin, und Interferon-alfa)

  • Emotionaler Stress

  • Alkoholkonsum

  • Tabakkonsum

  • Fettleibigkeit

Symptome und Beschwerden

Die Läsionen sind entweder asymptomatisch oder juckend und meistens auf der Kopfhaut, den Streckseiten der Ellenbogen und Knie, dem Kreuzbein, dem Gesäß (in der Regel der Analrinne) und den Genitalien auffindbar. Auch Fingernägel, Augenbrauen, Achselhöhlen, Bauchnabel und der Perianalbereich können betroffen sein. Bei ausgedehnterem Befall konfluieren die Läsionen der genannten Hautbereiche untereinander. Abhängig von der Psoriasisform unterscheiden sich die Läsionen im Aussehen.

Manifestationen der Psoriasis

Von allen Unterarten der Psoriasis macht Plaque-Psoriasis (Psoriasis vulgaris oder chronische Plaque-Psoriasis) etwa 90% der Fälle aus. Die Läsionen sind separate, erythematösen Papeln oder Plaques, die mit dicken, silbrigen, glänzenden Schuppen bedeckt sind. Die Läsionen treten allmählich auf, bilden sich zurück und kehren wieder - spontan oder bei Anwesenheit und Wirkung von Auslösern.

Bei 5–30% der Patienten entwickelt sich Arthritis, die behindernd sein kann (psoriatische Arthritis). Letztendlich kann es zur Zerstörung der Gelenke kommen.

Die Psoriasis verläuft selten lebensbedrohlich, wirkt sich jedoch oft auf das Selbstbewusstsein aus. Abgesehen vom Erscheinungsbild der Patienten, kann sich er große Zeitaufwand, der zur Behandlung ausgedehnter Haut- oder Kopfhautläsionen von Nöten und für die Reinhaltung von Kleidung und Bettzeug erforderlich ist, die Lebensqualität negativ beeinflussen.

Tabelle
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Untertypen der Psoriasis

Untertyp

Beschreibung

Therapie und Prognose

Plaque-Psoriasis

Graduelles Auftreten separater, erythematöser Papeln oder Plaques, die mit dicken, silbernen, glänzenden Schuppen bedeckt sind

Läsionen bilden sich zurück und kehren wieder - spontan oder bei Anwesenheit und Wirkung von Auslösern

Behandlung: Topische Kortikosteroide minimal wirksamer Potenz, mit oder ohne Vitamin D3-Analoga (z. B. Calcipotriol)

Systemische Immunsuppressiva oder immunmodulatorische Medikamente (z. B. Methotrexat, Cyclosporin, TNF-Alpha-Hemmer)

Prognose: Zu- und Abnahme, keine Heilung

Inverse Schuppenflechte

Psoriasis intertriginöser Bereiche (in der Regel Leistengegend, Gesäß, Achsel, Unterbrust- und Hinterohrfalte und Eichel des unbeschnittenen Penis)

Möglicherweise Bildung von Rissen oder Sprüngen in der Mitte oder am Rand befallender Bereiche

Schuppen möglicherweise abwesend

Behandlung: Topische Kortikosteroide minimal wirksamer Potenz, mit oder ohne Vitamin D3-Analoga (z. B. Calcipotriol)

Möglicherweise Tacrolimus-0,1%-Salbe in widerspenstigen Fällen

Teer und Anthralin möglicherweise irritierend

Prognose: Zu- und Abnahme

Psoriasis guttata

Abruptes Auftreten multipler Plaques mit einem Durchmesser von 0,5–1,5 cm, in der Regel auf dem Rumpf bei Kindern und jungen Erwachsenen nach Streptokokken-Pharyngitis

Behandlung: Antibiotika gegen zugrunde liegenden Streptokokken-Infektion

Prognose: Ausgezeichnet, oft mit dauerhafter Heilung

Kann in Plaque-Psoriasis voranschreiten

Psoriasis palmoplantaris

Hyperkeratotisch, diskrete Plaques an Handflächen und/oder Fußsohlen, die konfluieren können

Behandlung: Systemische Retinoide, topische Kortikosteroide, Vitamin-D3-Analoga (z. B. Calcipotriol), systemische immunsuppressive oder immunmodulatorische Medikamente (z. B. Methotrexat, Cyclosporin, TNF-Alpha-Hemmer)

Prognose:

Nimmt zu und ab

Selbst unter Behandlung selten vollständiges Abklingen

Nagel-Psoriasis

Lochfraß, Punktieren, Ausfransen, Verfärbung (Ölflecken-Zeichen) und Verdickung der Nägel, mit oder ohne Trennung der Nagelplatte (Onycholyse)

Kann einer Pilzinfektion der Nägel ähneln

Tritt bei 30–50% der Patienten mit anderen Formen von Psoriasis auf

Behandlung: Reagiert am besten auf systemische Therapie mit immunmodulatorischen Mitteln (Biologika)

Für unerschrockene oder stoische Patienten, möglicherweise intraläsionale Injektion mit Kortikosteroiden

Prognose: Reagiert oft nicht auf Behandlung

Psoriasis pustulosa der Handflächen und Fußsohlen

Graduelles Auftreten tiefer Pusteln auf Handflächen und Fußsohlen

Schübe, die schmerzhaft und entstellend sein können

Typische Psoriasis-Läsionen tauchen möglicherweise nicht auf

Behandlung: Systemische Retinoide oder Psoralen kombiniert mit UVA-Strahlen (PUVA-Therapie)

Prognose: Zu- und Abnahme

Acrodermatitis continua von Hallopeau

Psoriasis pustulosa beschränkt sich auf distale Finger oder Zehen, manchmal nur einen einzigen

Von Schuppung und Verkrustung ersetzt, wenn sie sich auflöst

Behandlung: Systemische Retinoide, Vitamin D3-Analoga (z. B. Calcipotriol), topische Kortikosteroide

Prognose: Zu- und Abnahme

Generalisierte Psoriasis pustulosa

Explosives Auftreten ausgedehnter Rötung und steriler Pusteln

Behandlung: Systemische Retinoide oder Methotrexat

Prognose: Kann unbehandelt aufgrund schweren Herzversagens zum Tod führen

Erythrodermische Psoriasis

Allmähliches oder plötzliches Auftreten diffuser Rötung, meist bei Patienten mit Plaque-Psoriasis (möglicherweise die erste Manifestation einer erythrodermischen Psoriasis); typische Psoriasis-Plaques weniger prominent oder nicht vorhanden

Am häufigsten durch unsachgemäßen Gebrauch topischer oder systemischer Kortikosteroide oder Lichttherapie ausgelöst

Behandlung: Potente systemische Medikamente (z. B. Methotrexat, Cyclosporin, TNF-Alpha-Hemmer) oder intensive topische Therapie, manchmal auch als stationäre Therapie

Teere, Anthralin und Phototherapie können den Zustand verschlimmern

Prognose: Gut mit der Beseitigung der auslösenden Faktoren

Diagnose

  • Klinische Bewertung

  • Selten Biopsie

Die Diagnose der Psoriasis wird meist klinisch aufgrund des Erscheinungsbildes und Verteilungsmusters der Läsionen gestellt.

Zu den Differenzialdiagnosen gehören

Eine Biopsie ist selten notwendig und möglicherweise nicht diagnostisch; sie kann jedoch in Fällen in Betracht gezogen werden, in denen die klinischen Befunde nicht klassisch sind.

Die Krankheit wird als mild, mittel oder schwer eingestuft, abhängig von der betroffenen Körperoberfläche und davon, wie die Läsionen die Lebensqualität des Patienten beeinflussen. Um als leicht eingestuft zu werden, sollten in der Regel < 10% der Hautoberfläche betroffen sein. Es gibt viele komplexere Scoring-Systeme für den Schweregrad der Erkrankung (z. B. der Psoriasis Area and Severity Index), aber diese Systeme sind vor allem in Forschungsprotokollen nützlich.

Therapie

  • Topische Behandlungen

  • Ultraviolett-(UV)-Licht-Therapie

  • Immunsuppressiva

  • Andere systemische Therapiee

Die Behandlungsmöglichkeiten sind umfangreich und reichen von topischen Behandlungen (z.B. Emollients, Salicylsäure, Steinkohlenteer, Anthralin, Kortikosteroide, Vitamin-D3-Analoga, Calcineurin-Inhibitoren, Tazarotene) über UV-Lichttherapie bis hin zu systemischen Behandlungen (z.B. Methotrexat, orale Retinoide, Cyclosporin, Immunmodulatoren (Biologika). (Siehe die klinische Richtlinien der American Academy of Dermatology für Psoriasis.)

Topische Behandlung

Glucocorticoide werden meist topisch eingesetzt. Daneben ist die Injektion in kleine oder hartnäckige Läsionen möglich. (Warnung: Systemische Glucocorticoide können die Verschlechterung oder Entwicklung einer pustulösen Psoriasis auslösen und sollten daher bei Psoriasis nicht angewandt werden.) Topischen Glucocorticoide werden zweimal täglich aufgetragen. Glucocorticoide wirken am besten, wenn sie über Nacht unter Okklusion mit Polyethylenfolie eingesetzt werden. Tagsüber wird eine Glucocorticoidcreme ohne Okklusion aufgetragen. Die Potenz des Glucocorticoids wird gemäß des Ausmaßes der Erkrankung gewählt.

Wenn sich die Läsionen bessern, sollte das Glucocorticoid seltener aufgetragen oder zu einer schwächeren Potenz gewechselt werden, um lokale Atrophie, Striaebildung und Telangiektasien zu reduzieren. Nach ca. 3 Wochen sollte das Kortikosteroid für 1 bis 2 Wochen (als Ruhezeit) durch ein Emollient, Vitamin D3-Analogon oder einen Calcineurin-Inhibitor ersetzt werden; diese Substitution begrenzt die Kortikosteroid-Dosierung und beugt einer Tachyphylaxe vor. Die Anwendung topischer Glucocorticoide kann teuer sein, da große Mengen (etwa 1 oz oder 30 g) für jede Anwendung benötigt werden, wenn eine große Körperoberfläche betroffen ist. Zudem können topische Glucocorticoide, die für längere Zeit großflächig appliziert werden, systemische Wirkungen entwickeln und die Psoriasis exazerbieren. Bei kleinen, dicken, umschriebenen oder hartnäckigen Läsionen werden Glucocorticoide hoher Potenz mit einem okklusiven Dressing oder Flurandrenolid-Verband eingesetzt. Diese Dressings werden über Nacht aufgetragen und am Morgen gewechselt. Nach dem Absetzen der topischen Glucocorticoide kommt es oft schneller zu Rezidiven als bei anderen Substanzen.

Vitamin-D3-Analoga (z. B. Calcipotriol [Calcipotriene], Calcitriol) sind topische Vitamin-D-Analoga, die normale Keratinozyten-Proliferation und -Differenzierung induzieren. Sie können allein oder in Kombination mit topischen Kortikosteroiden werden. Einige Kliniker lassen Patienten unter der Woche Calcipotriol und am Wochenende Kortikosteroide anwenden.

Calcineurin-Inhibitoren (z. B. Tacrolimus, Pimecrolimus) sind in topischer Form erhältlich und in der Regel gut verträglich. Sie sind nicht so effektiv wie Kortikosteroide, können aber die Komplikationen von Kortikosteroiden umgehen, wenn Gesichts- und intertriginöse Psoriasis behandelt werden. Es ist nicht klar, ob sie das Risiko von Lymphomen und Hautkrebs erhöhen.

Tazaroten ist ein topisches Retinoid. Als Monotherapeutikum ist es weniger wirksam als Glucocorticoide, als Beigabe jedoch sehr hilfreich.

Andere adjunktive topische Behandlungen umfassen Weichmacher, Salicylsäure, Kohlenteer und Anthralin.

Zu den Emollienzien gehören Cremes, Salben, Vaseline, Paraffin und sogar hydrierte Pflanzenöle (zum Kochen). Sie vermindern die Schuppung und wirken am besten, wenn sie zweimal täglich und unmittelbar nach dem Baden aufgetragen werden. Wenn die Schuppung nachlässt, nimmt die Rötung der Läsionen zu oder sie werden transparenter. Emollienzien sind sicher und sollten vermutlich immer bei leichter bis mäßig starker Plaque-Psoriasis angewandt werden.

Salicylsäure ist ein Keratolytikum, das die Schuppen aufweicht, ihre Entfernung vereinfacht und die Absorption anderer topischer Substanzen unterstützt. Sie ist v. a. bei der Behandlung der Kopfhaut hilfreich, da Kopfhautschuppen sehr dick sein können.

Steinkohlenteer-Zubereitungen wirken entzündungshemmend und verringern Keratinozytenhyperproliferation über einen unbekannten Mechanismus. Salben oder Lösungen werden in der Regel nachts aufgetragen und am Morgen abgewaschen. Kohleteer-Produkte können in Kombination mit topischen Kortikosteroiden oder mit der Exposition gegenüber natürlichen oder künstlichen breitbandigen UVB-Licht (280–320 nm) in langsam ansteigenden Stufen (Goeckerman-Schema) verwendet werden. Shampoos sollten für 5–10 min aufgetragen bleiben und dann ausgespült werden.

Anthralin ist eine topische antiproliferative, antientzündliche Substanz. Ihr Wirkmechanismus ist unbekannt. Die wirksame Dosis liegt bei 0,1% bei Creme oder Salbe, eine Steigerung auf 1% ist möglich, sofern sie vertragen wird. Anthralin kann reizend wirken und sollte in den Intertrigines vorsichtig angewandt werden, außerdem färbt es. Reizungen und Abfärben lassen sich verhindern, wenn das Anthralin 20–30 Minuten nach dem Auftragen wieder abgewaschen wird. Auch durch Verwendung einer liposomenverkapselten Präparation lassen sich vermutlich einige der Nachteile von Anthralin vermindern.

Phototherapie

Bei extensiver Psoriasis wird üblicherweise die UV-Lichttherapie angewandt. Der Wirkmechanismus ist unbekannt, allerdings reduziert UVB-Strahlung die DNA-Synthese und kann eine milde systemische Immunosuppression herbeiführen. In Psoralen plus ultraviolettem A (PUVA) folgt auf orales Methoxypsoralen, einen Photosensibilisator, die Exposition gegenüber langwelligem UVA-Licht (330 bis 360 nm). Die PUVA wirkt antiproliferativ und trägt zur Normalisierung der Keratinozytendifferenzierung bei. Begonnen wird mit einer niedrigen Lichtdosis, die je nach Verträglichkeit erhöht wird. Bei zu hoher Medikamenten- oder UVA-Dosis können schwere Verbrennungen entstehen.

Obwohl die Behandlung weniger aufwendig ist als eine topische Therapie und zu mehrere Monate dauernden Remissionen führen kann, erhöhen wiederholte Behandlungen eventuell die Inzidenz von UV-induzierten Hautkrebsformen und Melanomen. Bei Kombination mit oralen Retinoiden ist weniger UV-Licht erforderlich (die sog. Re-PUVA-Regime). Schmalbandiges UVB-Licht(311 bis 312 nm), das ohne Psoralen verwendet wird, ist in seiner Wirksamkeit ähnlich wie PUVA. Excimer-Lasertherapie eine Form der Phototherapie, die einen 308 nm-Laser nutzt, der auf fokale Psoriatis-Plaques gerichtet wird.

Immunsuppressiva

Bei schwerer, entstellender Psoriasis ist oral eingenommenes Methotrexat eine wirksame Behandlung, besonders bei schwerer Psoriasisarthritis und ausgedehnter Erythrodermia psoriatica und Psoriasis pustulosa, die weder auf topische Substanzen, UV-Lichttherapie (schmalbandiges UVB) oder PUVA ansprechen. Methotrexat scheint die beschleunigte Proliferation der epidermalen Zellen zu stören. Während der Therapie müssen die hämatologischen, renalen und hepatischen Funktionswerte überwacht werden. Da die eingesetzten Dosierungen schwanken, sollte die Behandlung nur durch Ärzte erfolgen, die in der Anwendung von Methotrexat bei Psoriasis erfahren sind.

Cyclosporine können bei schwerer Psoriasis gegeben werden. Es sollte auf Kurse von mehreren Monaten (selten bis zu 1 Jahr) beschränkt und mit anderen Therapien abgewechselt werden. Seine Auswirkung auf die Nieren und die möglichen Langzeitwirkungen auf das Immunsystem verhindern eine liberalere Anwendung.

Mycophenolatmofetil kann eine Alternative für Patienten sein, die nicht auf Methotrexat oder Cyclosporin ansprechen, oder für Patienten, die unter den oben genannten Medikamenten Toxizität entwickeln.

Andere Immunsuppressiva (z. B. Hydroxyharnstoff, 6-Thioguanin) haben einen engen Sicherheitsbereich und sind schweren, therapieresistenten Fällen von Psoriasis vorbehalten.

Andere systemische Therapien

In schweren und therapieresistenten Fällen sind oft systemische Retinoide (z. B. Acitretin, Isotretinoin) bei Psoriasis vulgaris, Psoriasis pustulosa (vorzugsweise Isotretinoin) und hyperkeratotischer palmoplantarer Psoriasis wirksam. Aufgrund des teratogenen Potenzials und der Langzeitspeicherung von Acitretin im Körper dürfen Frauen während der Einnahme nicht schwanger sein und sollten davor gewarnt werden, für zumindest zwei Jahre nach dem Therapieende schwanger zu werden. Die Einschränkungen bezüglich einer Schwangerschaft gelten auch für Isotretinoin, das jedoch nicht länger als 1 Monat im Körper gespeichert wird. Bei Langzeitbehandlung kann eine diffuse idiopathische Skeletthyperostose (DISH) auftreten.

Immunmodulatoren (Biologika— s. Immunotherapeutika) umfassen TNF-alpha-Inhibitoren (Etanercept, Adalimumab, Infliximab). Durch TNF-Alpha-Inhibitoren heilt die Psoriasis, allerdings ist ihr Sicherheitsprofil noch Gegenstand von Studien. Efalizumab ist in den USA aufgrund des erhöhten Risikos einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie nicht mehr verfügbar. Ustekinumab, ein humaner monoklonaler Antikörper, der auf IL-12 und IL-23 zielt, kann für mittelschwere bis schwere Psoriasis verwendet werden. IL-17-Hemmer (Secukinumab, ixekizumab, Brodalumab) werden nun bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis eingesetzt. Apremilast (Inhibitor von Phosphodiesterase 4) ist das einzige verfügbare orale Medikament für Psoriasis. Frühe Post-Marketing-Daten legen jedoch nahe, dass es nicht so wirksam ist wie die TNF-alpha-Inhibitoren. There are several new drugs under development for treatment of psoriasis (see drugs in development from the National Psoriasis Foundation).

Wahl der Therapie

Die Auswahl der Substanzen und Kombinationen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Patienten, wobei immer auch die Nebenwirkungen berücksichtigt werden müssen. Es gibt keine ideale Kombination oder Abfolge der Substanzen, stattdessen sollte die Therapie möglichst einfach sein. Die Behandlung sollte vorzugsweise als Monotherapie erfolgen, wobei Kombinationstherapien üblich sind. Die First-Line-Behandlung für Psoriasis umfasst topische Kortikosteroide und topische Vitamin-D3- Analoga (entweder als Monotherapie oder in Kombination).

Bei der Rotationstherapie werden alle 1–2 Jahre Therapien gegeneinander ausgetauscht, um die Nebenwirkungen bei chronischer Anwendung zu reduzieren und eine Resistenz der Krankheit gegen die Behandlung zu verhindern. Bei der Sequenztherapie wird zunächst eine potente Substanz (z. B. Ciclosporin) gegeben, um die Krankheitsaktivität rasch zu stoppen, und anschließend auf Substanzen mit besserem Sicherheitsprofil umgestellt. Immunmodulatoren beseitigen Läsionen vollständig oder beinahe vollständig häufiger als Methotrexat oder schmalbandiges UVB.

Leichte Plaque-Psoriasis wird mit Emollienzien, Keratolytika, Kohlenteer, topischen Glucocorticoiden, Vitamin-D3-Analoga oder Anthralin allein oder in Kombination behandelt. Moderates Sonnenlicht wirkt positiv, wobei Sonnenbrände Exazerbationen auslösen können.

Mäßige bis starke Plaque-Psoriasis sollte mit topischen Substanzen sowie entweder Phototherapie oder systemischen Substanzen behandelt werden. Zur raschen, kurzfristigen Symptomenkontrolle (z. B. um andere Therapien aussetzen zu können) sowie bei sehr schwerer Krankheitsausprägung werden Immunsuppressiva gegeben. Immunomodulatorische Substanzen werden bei mäßiger bis schwerer Erkrankung gegeben, sofern sie nicht auf andere Substanzen anspricht.

Kopfhaut-Plaques sind immer schwer zu behandeln, da sie nicht auf eine systemische Therapie ansprechen und da die Haare die Applikation topischer Substanzen und Ablösung der Schuppen behindern und das UV-Licht von der Haut abhalten. Zur Nacht kann eine Lösung mit 10% Salicylsäure in Olivenöl manuell oder mit einer Zahnbürste in die Kopfhaut eingerieben, mit einer Badekappe abgedeckt (um die Penetration zu erleichtern und die Bettwäsche zu schützen) und am nächsten Morgen mit einem Teershampoo (oder anderem Shampoo) ausgewaschen werden. Tagsüber werden kosmetisch günstigere Glucocorticoidlösungen auf die Kopfhaut aufgetragen. Die Behandlung wird so lange fortgesetzt, bis die erwünschte klinische Reaktion erzielt wurde.

Hartnäckige Haut- oder Kopfhautläsionen sprechen eventuell auf lokale oberflächliche intraläsionale Injektionen von Triamcinolonacetonidlösung an, die mit physiologischer Kochsalzlösung abhängig von der Größe und Schwere der Läsion auf 2,5–5 mg/ml verdünnt wurde. Die Injektionen können zu einer meist reversiblen lokalen Atrophie führen.

Die spezifischen Therapien von Untertypen der Psoriasis werden oben beschrieben.

Bei Psoriasisarthritis ist die Behandlung mit systemischer Therapie wichtig, um Gelenkzerstörung zu verhindern. Methotrexat oder ein TNF-α-Hemmer können wirksam sein.

Wichtige Punkte

  • Psoriasis ist eine häufige entzündliche Erkrankung, die die Haut betrifft und eine genetische Komponente sowie mehrere Auslöser (z. B. Verletzung, Infektion, bestimmte Medikamente) aufweist.

  • Die Befunde auf der Haut sind meist scharf begrenzte erythematösen Papeln und Plaques, die mit silbernen Schuppen bedeckt sind.

  • Psoriasisarthritis entwickelt sich in 5–30% der Patienten und kann Gelenkzerstörung und Behinderung verursachen.

  • Die Diagnose erfolgt anhand des Erscheinungsbildes und der Verteilung der Läsionen.

  • Es werden topische Behandlungen (z. B. Emollienzen, Salicylsäure, Kohlenteerzubereitungen, Anthralin, Kortikosteroide, Vitamin-D3-Analoga, Calcineurin-Hemmer, Tazaroten) verwendet, insbesondere für leichter Erkrankung.

  • Ultraviolett-(UV)-Lichttherapie wird in der Regel für mittelschwerer oder schwerer Psoriasis verwendet.

  • Bei umfangreicher Psoriasis werden systemische Behandlungen, wie immunmodulatorische (biologischen) Substanzen, Methotrexat, Ciclosporin, Retinoiden und/oder anderen Immunsuppressiva, verwendet.

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