Trockene augen
Die Erkrankung ist am häufigsten idiopathisch oder mit höherem Lebensalter assoziiert, kann aber auch durch systemische rheumatische Erkrankungen verursacht werden (z. B. Sjögren-Syndrom, rheumatoide Arthritis, systemischer Lupus erythematodes). Zur Diskussion des Trockenen Auges siehe Keratokonjunktivitis sicca.
Augenausfluss
Sekret wird oft von einem roten Auge begleitet und wird im Allgemeinen durch eine allergische oder infektiöse Konjunktivitis, Blepharitis und bei Säuglingen durch eine Ophthalmia neonatorum (neonatale Konjunktivitis) verursacht. Bei einer bakteriellen Infektion, wie Staphylokokken-Konjunktivitis oder Gonorrhoe, kann das Sekret infektiös und eitrig sein. Seltenere Ursachen sind Dakryozystitis und Kanalikulitis.
Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt. Eine allergische Konjunktivitis kann meist von einer Infektionskrankheit durch das Vorherrschen eines Juckreizes, deutlichem Ausfluss und dem Vorliegen anderer allergischer Symptome (z. B. laufende Nase, Niesen) differenziert werden. Die klinische Unterscheidung zwischen einer viralen und einer bakteriellen Konjunktivitis ist schwierig. Kulturen werden gewöhnlich nicht angelegt, sind aber bei Patienten mit den folgenden Symptomen angezeigt:
Klinischer Verdacht auf Gonokokken- oder Chlamydien-Konjunktivitis
Schwere Symptome
Immunschwäche
Ein anfälliges Auge (z. B. nach einer Hornhauttransplantation, bei einem Exophthalmus aufgrund von Morbus Basedow)
Unwirksame initiale Therapie
Halos
Halos können durch Katarakt, Erkrankungen, die zu einem Hornhautödem führen, wie z. B. akutes Winkelblockglaukom oder Erkrankungen, die eine bullöse Keratopathie verursachen, Hornhauttrübung, Schleim auf der Hornhaut oder Medikamente wie Digoxin, Betablocker oder Nitroglyzerin entstehen.
Blaue Farbtöne
Bestimmte Erkrankungen können eine Blaufärbung des Gesichtsfeldes (Zyanopsie) verursachen, wie z. B. eine Kataraktextraktion oder die Anwendung von Phosphodiesterase-5-(PDE5)-Hemmern (z. B. Sildenafil) (1).
Skotome
Skotome sind Gesichtsfelddefekte und werden differenziert in
Negative Skotome (blinde Flecken)
Positive Skotome (Lichtpunkte oder flimmernde Lichtblitze)
Negative Skotome können vom Patienten unbemerkt bleiben, bis sie zentrale Bereiche einbeziehen und die Sehschärfe signifikant einschränken; die Beschwerde besteht meistens in einer verringerten Sehstärke. Negative Skotome haben mehrere Ursachen, die manchmal durch die spezifische Art des Gesichtsfeldausfalls differenziert werden können. Dieser kann durch die Verwendung eines Tangentenbildschirms, durch eine Goldmann-Perimetrie oder eine automatisierte Computer-Perimetrie (in der das Gesichtsfeld detallierte konstruiert wird auf der Basis der Reaktionen des Patienten auf eine Reihe von Lichtblitzen in verschiedenen Bereichen, was von einem standardisierten Computerprogramm kontrolliert wird) identifiziert werden.
Positive Skotome stellen eine Reaktion auf eine anomale Stimulation in Teilen des visuellen Systems dar, wie es bei Migräne der Fall ist.
Transiente positive Skotome bei Migräne erfordern keine augenspezifische Behandlung. Die Abklärung und Behandlung negativer Skotome sollte auf die zugrunde liegende Ursache der blinden Flecken ausgerichtet sein.
Hinweis
1. Kerr NM, Danesh-Meyer HV. Phosphodiesterase inhibitors and the eye. Clin Exp Ophthalmol. 2009;37(5):514-523. doi:10.1111/j.1442-9071.2009.02070.x



