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Multiple Sklerose (MS)

Von

Michael C. Levin

, MD, College of Medicine, University of Saskatchewan

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2021| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2021
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Bei der multiplen Sklerose (MS) werden die Myelinschicht (Myelin ist die Substanz, die die meisten Nervenfasern umgibt) und die darunterliegenden Nervenfasern im Gehirn, in den Augen und im Rückenmark stückchenweise beschädigt oder zerstört.

  • Die Ursache ist unbekannt, kann jedoch mit dem Angriff des Immunsystems auf das körpereigene Gewebe zusammenhängen (Autoimmunreaktion).

  • Bei den meisten Patienten wechseln sich Phasen mit relativ guter Gesundheit mit Perioden sich verschlimmernder Symptome ab. Mit der Zeit verschlechtert sich die Multiple Sklerose jedoch schrittweise.

  • Die Betroffenen können Sehprobleme und abnorme Empfindungen haben, die Bewegungen können schwach und schwerfällig sein.

  • Ärzte stellen eine multiple Sklerose auf Grundlage der Symptome und der Ergebnisse einer körperlichen Untersuchung und bildgebender Verfahren, z. B. der Magnetresonanztomographie, fest.

  • Zur Behandlung werden u. a. Kortikosteroide, d. h. Arzneimittel, die das Immunsystem davon abhalten, die Myelinscheide zu attackieren, und Arzneimittel, die die Symptome lindern, verabreicht.

  • Die Lebensdauer wird nicht beeinflusst, außer die Krankheit verläuft sehr schwer.

Der Begriff „multiple Sklerose“ bezieht sich auf die vielen vernarbten Bereiche (Sklerose), die durch die Zerstörung des Gewebes entstehen, das die Nerven im Gehirn und in der Wirbelsäule umgibt (Myelinscheide). Diese Störung wird Demyelinisation Überblick über demyelinisierende Erkrankungen Die meisten Nervenfasern sind von einem vielschichtigen fetthaltigen Mantel (Lipoprotein) umgeben, der Myelinschicht. Diese Schichten bilden die Myelinscheide. Ähnlich der Isolierung eines Elektrokabels... Erfahren Sie mehr genannt. In einigen Fällen sind auch die Nervenfasern beschädigt, die Nachrichten (Axone) senden. Im Laufe der Zeit kann die Größe des Gehirns schrumpfen, weil die Axone zerstört sind.

In den Vereinigten Staaten leiden bis zu 914.000 Menschen, meist junge Erwachsene, an multipler Sklerose. Jedes Jahr werden rund 10.000 neue Fälle diagnostiziert.

Weltweit haben mehr als 2 Millionen Menschen multiple Sklerose.

In der Regel tritt die Erkrankung im Alter von 20 bis 40 Jahren auf, kann jedoch jederzeit im Alter zwischen 15 und 60 Jahren auftreten. Sie tritt bei Frauen etwas häufiger auf. Multiple Sklerose kommt bei Kindern selten vor.

In der Regel wechseln sich bei Patienten mit Multipler Sklerose Phasen guter Gesundheit (Remissionen) mit Episoden ab, bei denen sich die Symptome verschlimmern (Schübe oder Rückfälle). Die Schübe können leicht oder lähmend sein. Die Erholung in den Remissionsphasen ist gut, jedoch häufig nicht vollständig. Daher verschlimmert sich die Multiple Sklerose langsam mit der Zeit.

Ursachen der MS

Die Ursache der Multiplen Sklerose ist unbekannt. Eine wahrscheinliche Erklärung ist, dass die Betroffenen in jungem Alter einem Virus (vermutlich einem Herpes- oder Retrovirus) oder einer unbekannten Substanz ausgesetzt wurden, die das Immunsystem veranlasst hat, körpereigenes Gewebe zu attackieren (Autoimmunreaktion Autoimmunerkrankungen Bei einer Autoimmunerkrankung handelt es sich um eine Fehlfunktion des Immunsystems, bei der der Körper eigenes Gewebe angreift. Was genau zu einer Autoimmunerkrankung führt, ist bislang unbekannt... Erfahren Sie mehr ). Die Autoimmunreaktion führt zu Entzündungen, die eine Schädigung der Myelinscheide und der darunterliegenden Nervenfasern bewirken.

Auch Vererbung scheint bei multipler Sklerose eine Rolle zu spielen. Bei einem Eltern- oder Geschwisterteil (Bruder oder Schwester) mit Multipler Sklerose erhöht sich das Erkrankungsrisiko um ein Vielfaches. Multiple Sklerose tritt mit größerer Wahrscheinlichkeit bei Personen mit bestimmten genetischen Markern auf der Oberfläche ihrer Zellen auf. Mithilfe dieser Marker (sogenannte humane Leukozytenantigene Erkennung Die Aufgabe des Immunsystems ist es, den Körper gegen fremde oder gefährliche Eindringlinge zu verteidigen. Zu diesen Eindringlingen zählen: Mikroorganismen (häufig Keime genannt, wie Bakterien... Erfahren Sie mehr ) kann der Körper normalerweise zwischen körpereigenen und körperfremden Substanzen unterscheiden und weiß somit, welche er angreifen muss.

Umweltfaktoren spielen bei multipler Sklerose ebenfalls eine Rolle. Für das Auftreten von multipler Sklerose scheint relevant zu sein, wo jemand die ersten 15 Jahre seines Lebens verbracht hat. Die Erkrankung tritt wie folgt auf:

  • Bei etwa 1 von 2000 Menschen, die in gemäßigtem Klima aufwachsen

  • Nur bei etwa 1 von 10.000 Menschen, die in tropischem Klima aufwachsen

  • Deutlich seltener bei Menschen, die in der Nähe des Äquators aufgewachsen sind

Diese Unterschiede können mit dem Vitamin-D-Spiegel zusammenhängen. Der Körper bildet mithilfe der Sonnenstrahlung Vitamin D. Daher haben Menschen, die in gemäßigtem Klima aufwachsen, einen niedrigen Vitamin-D-Spiegel. Bei Menschen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel ist es wahrscheinlicher, multiple Sklerose zu entwickeln. Bei Patienten mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel scheinen die Symptome außerdem häufiger aufzutreten und stärker zu sein. Unbekannt ist jedoch, wie Vitamin D gegen die Störung schützt.

Wo die Menschen später leben, also in welcher Klimazone, hat keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, an multipler Sklerose zu erkranken.

Auch Rauchen scheint die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, an Multipler Sklerose zu erkranken. Der Grund ist nicht bekannt.

Wussten Sie ...

  • Bei Personen, die die ersten 15 Jahre ihres Lebens in gemäßigtem (statt tropischem) Klima verbringen, besteht ein erhöhtes Risiko, an multipler Sklerose zu erkranken.

  • Drei Viertel der Patienten mit multipler Sklerose benötigen zu keinem Zeitpunkt einen Rollstuhl.

Symptome der MS

Abhängig davon, welche Nervenfasern demyelisiert sind, variieren die Symptome der Multiplen Sklerose bei einem Patienten von Phase zu Phase sowie von Patient zu Patient:

  • Sind die Nervenfasern demyelisiert, die Sinnesinformationen tragen, hat der Patient Empfindungsprobleme (sensorische Symptome).

  • Sind dagegen die Nervenfasern betroffen, die Signale an die Muskeln weiterleiten, kommt es zu Bewegungsstörungen (motorische Symptome).

Symptommuster der multiplen Sklerose

Der Verlauf von multipler Sklerose ist progressiv und nicht vorhersehbar. Es gibt jedoch verschiedene Symptommuster:

  • Muster aus Schüben und Remissionen: Schübe (Symptome werden schlimmer) wechseln sich mit Remissionen (Symptome nehmen ab oder bleiben stabil) ab. Die Remissionsphase kann Monate oder Jahre dauern. Ein Krankheitsschub kann spontan auftreten oder durch eine Infektion (z. B Grippe) ausgelöst werden.

  • Primär-progredientes Muster: Beim primär-progredienten Muster schreitet die Krankheit allmählich ohne Remissionen oder offensichtliche Schübe voran, zeitweilig kann es aber auch Phasen der Stagnation geben, in denen die Krankheit unverändert bleibt.

  • Sekundär-progredientes Muster: Das sekundär-progrediente Muster beginnt mit Schüben, die sich mit Remissionen abwechseln (schubförmig-remittierendes Muster), gefolgt vom allmählichen Fortschreiten der Krankheit.

  • Progredientes Rückfallmuster: Die Krankheit verschlimmert sich schrittweise, immer wieder treten jedoch auch plötzliche heftige Schübe auf. Dieses Muster ist selten.

Unbehandelt haben die Betroffenen durchschnittlich alle 2 Jahre einen Rückfall, wobei die Häufigkeit stark variiert.

Frühe Symptome bei multipler Sklerose

Vage Symptome einer Demyelinisation im Gehirn setzen manchmal lange vor der Diagnose der Krankheit ein. Die häufigsten frühen Symptome sind:

  • Prickeln, Taubheitsgefühl, Schmerzen, Brennen und Jucken in den Armen, Beinen, im Oberkörper oder Gesicht und manchmal ein beeinträchtigter Tastsinn

  • Verlust der Stärke oder Geschicklichkeit in einem Bein oder einer Hand, einhergehend mit Versteifung

  • Sehprobleme

Auch die Sicht kann getrübt oder verschwommen sein. Meist haben die Betroffenen Sehprobleme, wenn sie geradeaus schauen (zentrales Sehen). Das periphere (seitliche) Sehen ist weniger betroffen. Menschen mit multipler Sklerose können auch die folgenden Sehprobleme haben:

Übermäßige Hitze – z. B. warmes Wetter, ein heißes Bad oder eine heiße Dusche oder Fieber – kann die Symptome vorübergehend verschlimmern.

Ist der rückseitige Teil des Rückenmarks im Nacken betroffen, kann das Vorbeugen des Kopfes zu einem elektrischen Schlag oder prickelnden Gefühl führen, das den Rücken, beide Beine und einen Arm oder eine Körperseite entlang nach unten schießt (die Reaktion heißt Lhermitte-Zeichen). Gewöhnlich hält diese Empfindung nur einen Moment an und verschwindet, sobald der Nacken aufgerichtet wird. Oft bleibt sie so lange bestehen, wie der Nacken gebeugt ist.

Spätere Symptome bei multipler Sklerose

Mit Fortschreiten der multiplen Sklerose werden die Bewegungen unter Umständen zittrig, unregelmäßig und ineffektiv. Der Patient wird ganz oder teilweise gelähmt. Schwache Muskeln können sich unbeabsichtigt zusammenziehen (spastische Lähmung), was manchmal schmerzhafte Krämpfe verursacht. Muskelschwäche und spastische Lähmung können das Gehen beeinträchtigen oder unmöglich machen, selbst mit einer Gehhilfe oder anderen Hilfsmitteln. Manche Betroffenen sind auf einen Rollstuhl angewiesen. Patienten, die nicht gehen können, entwickeln unter Umständen Osteoporose Osteoporose Erfahren Sie mehr (Reduzierung der Knochendichte).

Die Sprache wird möglicherweise langsam, undeutlich und zögerlich.

Patienten mit Multipler Sklerose können möglicherweise ihre Emotionen nicht mehr kontrollieren und lachen oder weinen unangemessen. Häufig liegt eine Depression vor, und die Denkfähigkeit ist leicht eingeschränkt.

Multiple Sklerose betrifft häufig die Nerven, die die Blasenentleerung oder den Stuhlgang kontrollieren. Infolgedessen haben die meisten Patienten mit Multipler Sklerose Probleme, ihre Blase zu kontrollieren Harninkontinenz bei Erwachsenen Die Harninkontinenz ist ein unwillkürlicher Abgang von Urin. Inkontinenz kann bei Männern und Frauen jedes Alters auftreten, sie kommt jedoch häufiger bei Frauen und älteren Menschen vor. Rund... Erfahren Sie mehr Harninkontinenz bei Erwachsenen , wie unter anderem:

Der zurückgehaltene Urin kann möglicherweise der geeignete Nährboden für Bakterien sein, wodurch die Wahrscheinlichkeit für Harnwegsinfektionen steigt.

Wenn die Schübe häufiger kommen, verschlimmert sich die Beeinträchtigung der Körperfunktionen, manchmal bis zur dauerhaften Behinderung.

Tabelle
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Diagnose der MS

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Magnetresonanztomographie

  • Manchmal zusätzliche Untersuchungen

Da die Symptome so vielfältig sind, kann es sein, dass der Arzt die Störung im Frühstadium nicht erkennt. Ärzte ziehen immer dann eine multiple Sklerose in Betracht, wenn junge Menschen plötzlich verschwommen oder doppelt sehen oder über Bewegungs- und über Empfindungsstörungen in verschiedenen Körperteilen klagen. Schwankende Symptome und ein Muster aus Schüben und Remissionen erhärten die Diagnose. Die Betroffenen sollten dem Arzt alle Symptome so deutlich wie möglich beschreiben, insbesondere dann, wenn die Symptome während des Arztbesuches nicht vorhanden sind.

Wenn Ärzte Verdacht auf Multiple Sklerose haben, untersuchen sie im Rahmen einer körperlichen Untersuchung sorgfältig das Nervensystem (neurologische Untersuchung Neurologische Untersuchung Bei Verdacht auf eine neurologische Störung begutachtet der Arzt in der Regel während einer körperlichen Untersuchung sämtliche Organsysteme, konzentriert sich dabei jedoch auf das Nervensystem... Erfahren Sie mehr ). Sie untersuchen den Augenhintergrund (Retina) mit einem Ophthalmoskop Was ist ein Ophthalmoskop? Personen mit Symptomen am Auge sollten sich zwecks Untersuchung an einen Arzt wenden. Einige Augenkrankheiten verursachen jedoch im Anfangsstadium wenige oder gar keine Symptome, sodass die... Erfahren Sie mehr . Der Sehnervenkopf (der Punkt, an dem sich Sehnerv und Retina treffen) kann ungewöhnlich blass sein, was auf eine Schädigung des Sehnervs hindeutet.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist das beste bildgebende Verfahren zur Diagnosestellung von multipler Sklerose. Sie kann die demyelisierten Bereiche in Gehirn und Rückenmark aufzeigen. Mit einer MRT kann jedoch nicht festgestellt werden, ob die Demyelinisation schon lange besteht und stabil ist oder erst vor Kurzem angefangen hat und noch fortschreitet. Auch kann mit einer MRT nicht festgestellt werden, ob eine sofortige Behandlung erforderlich ist. Der Arzt injiziert daher Gadolinium (ein paramagnetisches Kontrastmittel) in den Blutkreislauf und führt die MRT erneut durch. Gadolinium hilft bei der Unterscheidung von Bereichen mit aktueller Demyelinisation und Bereichen mit einer länger bestehenden Demyelinisation. Diese Informationen helfen dem Arzt, die Behandlung zu planen.

Manchmal wird eine Demyelinisation festgestellt, wenn aus einem anderen Grund eine MRT durchgeführt wird, und bevor die multiple Sklerose Symptome verursacht.

Zusätzliche Untersuchungen

Die aktuellen Symptome, die Krankengeschichte mit Schüben und Remissionen, die körperliche Untersuchung und die MRT können klaren Aufschluss über die Diagnose einer Multiplen Sklerose geben. Falls nicht, werden weitere Untersuchungen angeordnet, um zusätzliche Informationen zu erhalten:

Weitere Untersuchungen können helfen, multiple Sklerose gegenüber Störungen mit ähnlichen Symptomen abzugrenzen, z. B. AIDS Erworbenes Immunschwächesyndrom (AIDS) Eine Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV) ist eine Virusinfektion, die schrittweise bestimmte weiße Blutkörperchen zerstört und das erworbene Immunschwächesyndrom (AIDS) auslöst... Erfahren Sie mehr Erworbenes Immunschwächesyndrom (AIDS) , tropische spastische Paraplegie Tropische spastische Paraparese / HTLV-1-assoziierte Myelopathie (TSP/HAM) Die tropische spastische Paraparese / HTLV-1-assoziierte Myelopathie ist eine langsam progressive Rückenmarkerkrankung, die durch das humane T-lymphotrope Virus 1 (HTLV-1) entsteht. Das Virus... Erfahren Sie mehr , Vaskulitis Übersicht über Vaskulitis Bei dieser Erkrankung sind die Blutgefäße entzündet (Vaskulitis). Auslöser können bestimmte Infektionen oder Medikamente sein. Gelegentlich ist die Ursache unbekannt. Es können allgemeine Symptome... Erfahren Sie mehr Übersicht über Vaskulitis , Arthritis im Nacken, Guillain-Barré-Syndrom Guillain-Barré-Syndrom (GBS) Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine Form von Polyneuropathie, bei der es zu Muskelschwäche kommt. Diese Schwäche verstärkt sich gewöhnlich innerhalb einiger Tage bis Wochen und geht dann allmählich... Erfahren Sie mehr , angeborene Ataxien Friedreich-Ataxie Koordinationsstörungen resultieren häufig aus einer Fehlfunktion des Kleinhirns. Das ist der Gehirnbereich, der die willkürlichen Bewegungen koordiniert und das Gleichgewicht kontrolliert. Das... Erfahren Sie mehr , Lupus Systemischer Lupus erythematodes (SLE) Systemischer Lupus erythematodes ist eine chronische entzündliche Autoimmunerkrankung des Bindegewebes, bei der Gelenke, Nieren, Haut, Schleimhäute und die Wände der Blutgefäße betroffen sein... Erfahren Sie mehr Systemischer Lupus erythematodes (SLE) , Lyme-Borreliose Lyme-Borreliose Die Lyme-Borreliose ist eine durch Zecken übertragene Infektion, die durch eine Borrelia-Spezies - in den Vereinigten Staaten hauptsächlich durch Borrelia burgdorferi und manchmal durch Borrelia... Erfahren Sie mehr Lyme-Borreliose , Bandscheibenruptur Bandscheibenvorfall Ein Bandscheibenvorfall tritt auf, wenn die harte Hülle einer Bandscheibe reißt oder aufbricht. Die weiche, gallertartige Masse in der Bandscheibe quillt durch die Hülle heraus (Vorfall). Alterung... Erfahren Sie mehr Bandscheibenvorfall , Syphilis Syphilis Syphilis ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die durch das Bakterium Treponema pallidum verursacht wird. Syphilis kann in drei Symptomstadien auftreten, unterbrochen von Perioden von scheinbar... Erfahren Sie mehr Syphilis und eine Zyste im Rückenmark (Syringomyelie Zyste des Rückenmarks oder Stammhirns Eine Zyste ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Höhle innerhalb des Gehirns (Syringobulbie) oder des Rückenmarks (Syringomyelie) oder in beidem. Zysten können bereits bei Geburt vorliegen oder... Erfahren Sie mehr ). Durch einen Bluttest können z. B. die Lyme-Borreliose, Syphilis, AIDS, tropische spastische Paraplegie und Lupus ausgeschlossen werden, bildgebende Verfahren helfen beim Ausschluss von Arthritis im Nacken, Bandscheibenruptur und Syringomyelie.

Prognose des MDS

Die Auswirkungen von multipler Sklerose und die Geschwindigkeit, mit der die Krankheit fortschreitet, können stark variieren. Die Remissionen können bis zu zehn Jahre oder länger anhalten. Einige Menschen, vor allem Männer, die die Krankheit im mittleren Alter mit hoher Schubhäufigkeit entwickeln, sind schnell arbeitsunfähig. Dennoch brauchen rund 75 Prozent der Betroffenen zu keinem Zeitpunkt einen Rollstuhl, und bei rund 40 Prozent wird der normale Lebensrhythmus nicht unterbrochen.

Durch das Rauchen von Zigaretten schreitet die Krankheit möglicherweise schneller fort.

Außer wenn die Multiple Sklerose sehr stark ausgeprägt ist, bleibt die Lebensdauer unbeeinflusst.

Behandlung der MS

  • Kortikosteroide

  • Arzneimittel, die das Immunsystem davon abhalten, die Myelinscheide anzugreifen

  • Maßnahmen zur Behandlung der Symptome

Es gibt keine Multiple-Sklerose-Behandlung, die bei allen Patienten gleichermaßen wirksam ist.

Kortikosteroide

Bei einem akuten Schub werden meistens Kortikosteroide verabreicht. Sie wirken vermutlich, indem sie das Immunsystem unterdrücken. Sie werden kurzfristig verabreicht, um die unmittelbaren Symptome zu lindern (Verlust der Sehkraft, der Muskelkraft oder der Koordination), wenn diese die Funktionstüchtigkeit beeinträchtigen. Prednison kann z. B. oral oder Methylprednisolon intravenös verabreicht werden. Obwohl Kortikosteroide die Schübe verkürzen und das Fortschreiten von multipler Sklerose verlangsamen können, können sie das Fortschreiten der Krankheit nicht aufhalten.

Kortikosteroide werden selten über einen längeren Zeitraum verabreicht, da sie viele Nebenwirkungen hervorrufen können, z. B. eine erhöhte Infektionsgefahr, Diabetes, Gewichtszunahme, Erschöpfung, Abbau der Knochendichte (Osteoporose) und Geschwüre. Kortikosteroide werden nach Bedarf verabreicht bzw. abgesetzt.

Arzneimittel zur Kontrolle des Immunsystems

Meist werden auch Arzneimittel eingesetzt, die das Immunsystem davon abhalten, die Myelinscheide anzugreifen. Diese Arzneimittel tragen dazu bei, die Zahl der Schübe zu reduzieren. Hierzu gehört Folgendes:

  • Injiziertes Beta-Interferon kann die Häufigkeit der Schübe verringern und Behinderungen hinauszögern.

  • Glatirameracetat-Injektionen können bei milder Krankheitsausprägung im frühen Krankheitsstadium einen ähnlichen Nutzen für den Patienten haben.

  • Fingolimod, Ozanimod, Siponimod, Teriflunomid, Cladribin und Dimethylfumarat können zur Behandlung von Multipler Sklerose mit remittierendem Muster eingesetzt werden. Diese Arzneimittel können oral eingenommen werden. Auch Fingolimod und Dimethylfumarat erhöhen das Risiko einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie, obwohl das Risiko viel geringer ist als bei Natalizumab.

  • Ocrelizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung von Multipler Sklerose mit remittierendem oder primär progressivem Muster eingesetzt wird. Es wird alle sechs Monate als Infusion in eine Vene verabreicht. Sie kann zu infusionsbedingten Reaktionen führen, darunter Ausschlag, Juckreiz, Schwierigkeiten beim Atmen, Schwellung des Rachens, Schwindelgefühl, niedriger Blutdruck und Herzrasen.

  • Alemtuzumab (zur Behandlung von Leukämie), ein weiterer monoklonaler Antikörper, ist sehr wirksam bei der Behandlung von multipler Sklerose mit remittierendem Muster (schubförmig remittierend oder progressiv-schubförmig). Er wird intravenös verabreicht. Er erhöht jedoch das Risiko für schwere Autoimmunerkrankungen und bestimmte Krebsarten. Daher wird Alemtuzumab in der Regel nur dann angewendet, wenn die Behandlung mit zwei oder mehr Arzneimitteln keine Wirkung gezeigt hat.

  • Das Chemotherapeutikum Mitoxantron kann die Häufigkeit der Schübe verringern und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Es wird nur dann verabreicht, wenn andere Arzneimittel nicht wirken, und auch dann normalerweise höchstens zwei Jahre lang, weil es auf lange Sicht zu Herzschäden führen kann.

  • Immunglobulin, das einmal monatlich oral verabreicht wird, hilft gelegentlich, wenn sich andere Arzneimittel als wirkungslos erwiesen haben. Immunglobulin besteht aus Antikörpern, die aus dem Blut von Personen mit einem normalen Immunsystem gewonnen werden.

Medikamente, die das Risiko einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie erhöhen (Natalizumab, Fingolimod und Dimethylfumarat), werden nur von speziell geschulten Ärzten verwendet. Außerdem müssen Patienten, die sie anwenden, regelmäßig auf Anzeichen einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie untersucht werden. Es werden regelmäßig Bluttests auf das Vorhandensein des JC-Virus, das progressive multifokale Leukoenzephalopathie verursacht, durchgeführt. Wenn es bei einem Patienten unter Natalizumab zu einer progressiven multifokalen Leukenzephalopathie kommt, kann ein Plasmaaustausch durchgeführt werden, um das Medikament schnell zu beseitigen.

Andere Therapien

Plasmapherese Thrombozytenapherese (Spende von Blutplättchen) Zusätzlich zur normalen Blutspende und Bluttransfusion kommen manchmal besondere Maßnahmen zum Einsatz. Bei der Thrombozytenapherese spendet der Spender nur Blutplättchen, nicht Vollblut. Dem... Erfahren Sie mehr wird von einigen Experten bei schweren Schüben empfohlen, die mit Kortikosteroiden nicht kontrolliert werden können. Der Nutzen von Plasmapherese ist jedoch nicht erwiesen. Bei dieser Behandlung wird dem Patienten Blut entnommen, die abnormen Antikörper werden daraus entfernt und anschließend wird dem Patienten das Blut wieder zugeführt.

Kontrolle über Symptome

Spezifische Symptome lassen sich mit anderen Arzneimitteln lindern oder behandeln:

Menschen mit Harnverhalt können lernen, regelmäßig mit einem Katheter ihre Blase selbst zu entleeren.

Allgemeine Maßnahmen

Menschen mit multipler Sklerose können oft eine aktive Lebensweise pflegen, obwohl es sein kann, dass sie schnell ermüden und einem anstrengenden Tagesplan nicht nachkommen können. Ermutigung und Bestätigung sind wichtig.

Regelmäßiger Sport, z. B. Standradfahren, Gehen, Schwimmen oder Dehnübungen, reduziert die Spastik und trägt zur Aufrechterhaltung der kardiovaskulären, muskulären und psychischen Gesundheit bei.

Krankengymnastik kann helfen, Gleichgewicht, Gangfähigkeit und Beweglichkeit zu erhalten und Spastik und Muskelschwäche zu verringern. Die Betroffenen sollten solange wie möglich selbstständig laufen. Dies verbessert die Lebensqualität und wirkt Depressionen entgegen.

Die Symptome können durch Vermeiden von hohen Temperaturen – z. B. heiße Bäder oder Duschen – gelindert werden, weil Hitze die Symptome verstärkt. Die Betroffenen sollten aufhören zu rauchen.

Da Personen mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel eher eine schwerere Form von multipler Sklerose haben und da die Einnahme von Vitamin D das Osteoporoserisiko senken kann, empfehlen die Ärzte meist die Einnahme von Vitamin-D-Ergänzungsmitteln. Ob Vitamin-D-Präparate das Fortschreiten der multiplen Sklerose verlangsamen, wird aktuell untersucht.

Geschwächte Patienten, die sich nicht mehr gut bewegen können, bekommen leicht Druckgeschwüre Vorbeugung Druckgeschwüre sind Bereiche beschädigter Haut, die durch mangelnde Durchblutung aufgrund von länger andauerndem Druck entstehen. Druckgeschwüre entstehen oft durch Druck in Verbindung mit Ziehen... Erfahren Sie mehr Vorbeugung , daher müssen sie oder ihre Betreuer Vorkehrungen treffen, um solche Hautschäden zu vermeiden.

Bei Personen mit Behinderungen können Ergo-, Physio- und Sprachtherapeuten bei der Rehabilitation helfen. Sie können den Betroffenen helfen, trotz ihrer durch die Multiple Sklerose bedingten Behinderungen funktionsfähig zu bleiben. Sozialarbeiter können entsprechende Dienste und Hilfsmittel empfehlen und deren Bereitstellung veranlassen.

Weitere Informationen zur MS

Im Folgenden handelt es sich um einige englischsprachige Hilfsmittel, die nützlich sein könnten. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quellen verantwortlich ist.

  • Multiple Sclerosis Association of America (MSAA): Auf dieser Website finden Sie allgemeine Informationen zur Multiplen Sklerose (einschließlich Symptomen, Diagnose und Behandlung), zu Verordnungen und zum Leben mit der Erkrankung (darunter Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit anderen Betroffenen, Links zu Blogs und eine App, um die Behandlung der Multiplen Sklerose zu unterstützen).

  • National Multiple Sclerosis Society: Auf dieser Website finden Sie allgemeine Informationen zur Multiplen Sklerose (einschließlich Symptomen, Diagnose und Behandlung), Tipps (zur Ernährung, körperlichen Aktivität und psychischen Gesundheit) sowie Quellen und Unterstützung.

HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für Patienten. ÄRZTE: Hier klicken, um zur Ausgabe für medizinische Fachkreise zu gelangen
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