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Hörschäden bei Kindern

Von

Udayan K. Shah

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2019| Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
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Kurzinformationen
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Quellen zum Thema
  • Hörschaden bei Neugeborenen beruht in den meisten Fällen auf einem Geburtsfehler. Bei älteren Kindern ist die Ursache meist eine Ohrentzündung oder Ohrenschmalzpfropfen.

  • Wenn Kinder nicht auf Geräusche reagieren, Schwierigkeiten beim Sprechen haben oder nur langsam anfangen, zu sprechen, haben sie möglicherweise einen Hörschaden.

  • Ein tragbares Gerät oder ein Test, der die Reaktion des Gehirns auf Geräusche misst, wird verwendet, um das Hörvermögen bei Neugeborenen zu testen. Bei älteren Kindern werden verschiedene Techniken angewendet.

  • Hörschäden, die nicht behandelt werden, können die verbale, soziale und emotionale Entwicklung eines Kindes beeinträchtigen.

  • Wenn möglich, wird die Ursache behandelt, es können jedoch Hörgeräte erforderlich sein.

  • Wenn Hörgeräte nicht wirken, kann manchmal ein Cochlea-Implantat hilfreich sein.

Hörschäden sind bei Kindern relativ häufig. Etwa 1,9 Prozent der Kinder haben Schwierigkeiten beim Hören. Bei mehr als 1 von 1.000 Kindern, die auf Hörschaden untersucht werden, wird ein solcher festgestellt, unabhängig davon, ob Symptome auftreten.

Hörschäden sind bei Jungen etwas häufiger. Wird ein Hörschaden nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann das die sprachliche Entwicklung des Kindes und das Sprachverständnis erheblich beeinträchtigen. Diese Beeinträchtigung kann zu Schulversagen führen, dem Kind Hänseleien durch Gleichaltrige, soziale Isolation und emotionale Schwierigkeiten einbringen.

(Siehe auch Hörschaden bei Erwachsenen.)

Ursachen

Beim Neugeborenen beruht ein Hörschaden in den meisten Fällen auf einem Geburtsfehler.

  • Gendefekte

Manche Gendefekte verursachen einen bei Geburt offenkundigen Hörschaden. Andere Gendefekte verursachen nach und nach einen Hörschaden.

Die häufigsten Ursachen für Schwerhörigkeit bei Säuglingen und älteren Kindern sind

Bei älteren Kindern zählen Kopfverletzungen, Lärmeinwirkung (einschließlich laute Musik), die Einnahme von bestimmten Medikamenten (wie Aminoglykosid-Antibiotika oder Thiazid-Diuretika), bestimmte Virusinfektionen (wie Mumps), Tumoren oder Verletzungen durch Stifte oder andere Fremdkörper, die tief in den Gehörgang eindringen und in seltenen Fällen auch eine Autoimmunerkrankung zu den Ursachen.

Risikofaktoren für Hörschäden bei Kindern

Wussten Sie ...

  • Wenn Kinder zu ihnen sprechende Personen manchmal, aber nicht immer ignorieren, haben sie möglicherweise einen Hörschaden.

Symptome

Reagiert das Kind nicht auf Geräusche oder hat es Probleme mit dem Sprechen oder eine verzögerte Sprachentwicklung, sollte das die Aufmerksamkeit auf die Hörfähigkeit lenken.

Weniger ernste Hörschäden können schwieriger zu erkennen sein und zu Verhalten führen, das von Eltern und Ärzten missverstanden werden kann. Dazu zählen die folgenden Anzeichen:

  • Kinder ignorieren zu ihnen sprechende Personen manchmal, aber nicht immer.

  • Sie können zu Hause gut hören und sprechen, nicht aber in der Schule, weil ein leichter bis mäßig ausgeprägter Hörschaden möglicherweise nur bei vielen Hintergrundgeräuschen zum Tragen kommt, wie es im Klassenzimmer der Fall ist.

Wenn sich Kinder in einer bestimmten Umgebung gut entwickeln, in einer anderen Umgebung jedoch soziale Probleme bzw. Verhaltens-, Sprach- oder Lernschwierigkeiten aufweisen, sollte ihr Hörvermögen überprüft werden.

Screening und Diagnose

  • Für Neugeborene: routinemäßige Screening-Tests

  • Bei älteren Kindern: ärztliche Untersuchung und Tympanometrie

  • Bildgebende Verfahren

Da das Hörvermögen bei der Entwicklung eines Kindes eine bedeutende Rolle spielt, empfehlen viele Ärzte, es bei allen Neugeborenen im Alter von 3 Monaten zu testen.

Die meisten Staaten schreiben vor, dass Neugeborene routinemäßigen Screening-Tests unterzogen werden, um Hörschäden festzustellen. Neugeborene werden gewöhnlich in zwei Schritten untersucht. Zunächst werden Echos, die ein gesundes Ohr als Reaktion auf leise Klicks produziert, anhand eines tragbaren Geräts geprüft (evozierter otoakustischer Emmissionstest). Bei einem auffälligen Befund wird zur Absicherung die Hirnstammaudiometrie (ABR, Auditory Brainstem Response Test) eingesetzt, die die elektrischen Signale misst, die das Gehirn als Reaktion auf Geräusche aussendet. Die ABR ist schmerzlos und wird gewöhnlich durchgeführt, während das Neugeborene schläft. Sie kann bei Kindern jeden Alters durchgeführt werden. Zeigt auch dieser Test auffällige Befunde, wird er nach 1 Monat wiederholt. Bestätigt sich der Hörschaden dann erneut, kann das Kind eine Hörhilfe und Sonderförderung speziell für Kinder mit Hörminderung erhalten.

Wird ein genetischer Defekt beim Kind vermutet, können Gentests durchgeführt werden.

Bei älteren Kindern werden verschiedene Techniken angewendet, um Hörschäden festzustellen:

  • Eine Reihe von Fragen stellen, um eine Verzögerung in der normalen Entwicklung des Kindes aufzudecken, oder Beobachtungen der Eltern zur Sprech- und Sprachentwicklung ihres Kindes bewerten

  • Die Ohren auf Fehlbildungen untersuchen

  • Die Reaktion von Kindern zwischen 6 Monaten und 2 Jahren auf verschiedene Geräusche testen

  • Im Rahmen einer Tympanometrie die Reaktion des Trommelfells auf Prüftöne mit verschiedenen Frequenzen und Schallpegeln messen, um festzustellen, ob sich Flüssigkeit im Mittelohr befindet

  • Kinder ab 2 Jahren auffordern, auf einfache Anweisungen zu reagieren, um festzustellen, ob sie Sprache hören und verstehen, oder ihre Reaktionen auf Geräusche über Kopfhörer testen

Bildgebende Verfahren werden häufig eingesetzt, um die Ursache für den Hörschaden zu bestimmen und eine Prognose zu stellen. Bei den meisten Kindern wird eine Magnetresonanztomographie (MRT) vorgenommen. Werden Knochenanomalien vermutet, wird eine Computertomographie (CT) durchgeführt.

Prognose

Wird ein Hörschaden nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann das die sprachliche Entwicklung und das Sprachverständnis erheblich beeinträchtigen. Diese Beeinträchtigung kann zu Schulversagen führen, dem Kind Hänseleien durch Gleichaltrige, soziale Isolation und emotionale Probleme einbringen.

Behandlung

  • Behandlung der Ursache, falls möglich

  • Hörgeräte oder Cochlea-Implantate

  • Zeichensprache

Werden Ursachen für den Hörschaden behandelt, die sich beheben lassen, kann das Hörvermögen wiederhergestellt werden. So kann man Ohrinfektionen beispielsweise mit Antibiotika oder operativ behandeln, Ohrenschmalz kann manuell entfernt oder mit Ohrentropfen aufgelöst werden, und Cholesteatome können operativ entfernt werden.

In den meisten Fällen kann die Ursache von Hörschaden bei Kindern jedoch nicht behoben werden, und Hörgeräte sind erforderlich, um den Hörschaden bestmöglich auszugleichen.

Hörgeräte sind sowohl für Kleinkinder als auch für ältere Kinder erhältlich. Wenn der Hörschaden leicht oder mittelschwer ist oder nur ein Ohr betroffen ist, können Hörgeräte oder Ohrhörer zum Einsatz kommen. Ist nur ein Ohr geschädigt, kann ein auditorischer FM-Trainer verwendet werden, der die Stimme des Lehrers in das Hörgerät im gesunden Ohr überträgt.

Cochlea-Implantate (ein operativ implantiertes System, das elektrische Signale als Reaktion auf Geräusche direkt in den Hörnerv sendet) können bei Kindern eingesetzt werden, deren Hörschaden so schwer ist, dass Hörgeräte nicht helfen.

Zudem kann eine Therapie zur Unterstützung der Sprachentwicklung notwendig sein, zum Beispiel das Erlernen einer Zeichensprache.

Menschen in Gehörlosengemeinden sind stolz auf ihre reiche Kultur und alternativen Kommunikationsformen. Viele taube Menschen lehnen einer Operation zur Behandlung einer schweren Hörschädigung ab, da dadurch den Kindern die Mitgliedschaft in Gehörlosengemeinden verwehrt werden könnte. Familien, die diesen Ansatz in Betracht ziehen wollen, sollten dies mit ihrem Arzt besprechen.

Hörgeräte: Vervielfachung der Schallwellen

Das Hörgerät hinter dem Ohr (HdO-Gerät) ist die wirkungsvollste, aber unattraktivste Hörhilfe. Eine Hörhilfe im Ohr (ITE-Gerät) hilft bei hochgradiger Schwerhörigkeit am besten. Sie ist leicht anzupassen, erschwert jedoch das Telefonieren. Hörhilfen im Gehörgang (ITC-Gerät) werden bei leichter bis mittlerer Schwerhörigkeit empfohlen. Dieses Gerät fällt kaum auf, erschwert jedoch das Telefonieren. Vollständig im Gehörgang befindliche Hörhilfen werden bei leichter bis mittlerer Schwerhörigkeit empfohlen. Diese Geräte garantieren einen guten Klang, sind fast unsichtbar und stören nicht beim Telefonieren. Sie werden durch Ziehen an einem kleinen Faden entfernt. Allerdings sind diese Geräte teuer und können für manche schwer anzupassen sein.

Hörgeräte: Vervielfachung der Schallwellen

Weitere Informationen

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