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Erythema nodosum

Von

Mercedes E. Gonzalez

, MD, University of Miami Miller School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Jul 2017
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Quellen zum Thema

Das Erythema nodosum (EN) ist eine spezifische Form der Pannikulitis Pannikulitis Eine Pannikulitis ist die Entzündung des Unterhautfettgewebes, der verschiedene Ursachen zugrunde liegen können. Die Diagnose erfolgt anhand des klinischen Bildes und einer Biopsie. Die Behandlung... Erfahren Sie mehr Pannikulitis und geht mit druckdolenten, roten oder violetten palpablen subkutanen Knötchen auf den Schienbeinen sowie gelegentlich an anderen Stellen einher. Es tritt meist im Rahmen einer systemischen Erkrankung auf, überwiegend Streptokokkeninfektionen, Sarkoidose und chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Die Diagnose erfolgt anhand des klinischen Bildes und manchmal einer Biopsie. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.

Erythema nodosum betrifft vor allem Menschen zwischen 20–40 Jahren, kann aber in jedem Alter auftreten. Frauen sind häufiger betroffen.

Ätiologie

Die Ätiologie des Erythema nodosum ist unbekannt, wobei eine immunologische Reaktion vermutet wird, da EN oft im Rahmen anderer Erkrankungen vorkommt. Die häufigsten Begleiterkrankungen sind

Zu den anderen möglichen auslösenden Erkrankungen gehören

  • Andere bakterielle Infektionen (z. B. Yersinia,Salmonella, Mykoplasmen, Chlamydien, Lepra, Lymphogranuloma venereum)

  • Pilzinfektionen (z. B. Kerion, Kokzidioidomykose Blastomykose, Histoplasmose)

  • Rickettsiosen

  • Virale Infektionen (z. B. Epstein-Barr, Hepatitis B)

  • Medikamenteneinnahme (z. B. Sulfonamide, Jodide, Bromide, orale Kontrazeptiva)

  • Hämatologische und solide Tumoren

  • Schwangerschaft

  • Morbus Behçet

  • Tuberkulose

Bis zu einem Drittel der Fälle von EN sind idiopathisch.

Erythema induratum, eine ähnliche Erkrankung, manifestiert sich mit Läsionen an den Waden und betrifft klassischerweise Patienten mit Tuberkulose.

Symptome und Beschwerden

Erythema nodosum ist eine Unterart der Pannikulitis Pannikulitis Eine Pannikulitis ist die Entzündung des Unterhautfettgewebes, der verschiedene Ursachen zugrunde liegen können. Die Diagnose erfolgt anhand des klinischen Bildes und einer Biopsie. Die Behandlung... Erfahren Sie mehr Pannikulitis , die sich als gerötete, weiche Knötchen oder Plaques, vor allem in der prätibialen Region, manifestiert, und der Fieber, Unwohlsein und Gelenkschmerzen vorausgehen; sie kann auch gemeinsam mit diesen Symptomen auftreten. Die Läsionen können eventuell leichter durch Palpation als durch Inspektion festgestellt werden und sie können sich über Wochen in Bereiche entwickeln, die blauen Flecken ähneln.

Diagnose

  • Klinische Bewertung

  • Exzisionsbiopsie

Die Diagnose des Erythema nodosum wird in der Regel aufgrund des klinischen Erscheinungsbildes gestellt und kann bei Bedarf durch Exzisionsbiopsie eines Knötchens bestätigt werden. Eine EN-Diagnose sollte Anlass zur Evaluation der Ursachen geben. Die Evaluation kann Biopsie, Hauttestung (Tuberkulintest und Allergietestung), antinukleäre Antikörper, ein komplettes Blutbild, eine Röntgen-Aufnahme des Thorax sowie serielle Antistreptolysin-O-Titer oder einen Rachenabstrich umfassen. Die BSG ist meist hoch.

Behandlung

  • Unterstützende Behandlung

  • Entzündungshemmende Medikamente (selten Kortikosteroide)

Erythema nodosum klingt fast immer spontan wieder ab. Die Behandlung erfolgt mit Bettruhe, Hochlagerung, kalten Umschlägen und nichtsteroidale Antiphlogistika. Kaliumiodid 300–500 mg p.o. 3-mal täglich kann eingesetzt werden, um die Entzündung zu hemmen. Systemische Kortikosteroide sind zwar wirksam, sollten aber nur als Ultima Ratio gegeben werden, da sie eine okkulte Infektion verschlechtern können.

Wenn eine zugrundeliegende Erkrankung festgestellt wird, sollte sie behandelt werden.

Wichtige Punkte

  • Die häufigsten Ursachen von EN sind Streptokokken-Infektionen (vor allem bei Kindern), Sarkoidose und eine entzündliche Darmerkrankung.

  • Die Diagnose des EN erfolgt in erster Linie anhand des klinischen Erscheinungsbildes, aber ein Knötchen kann zur Bestätigung durch Biopsie exzisiert werden, sofern dies notwendig ist.

  • EN wird unterstützend behandelt und nichtsteroidale Antiphlogistika oder Kaliumiodid wird je nach Bedarf eingesetzt, bis die Erkrankung spontan abklingt.

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Eine 35-jährige Frau wird in der Praxis vorstellig, weil sie seit einer Woche Rötungen und Schwellungen im Gesicht hat. Sie sagt auch, dass sie im gleichen Zeitraum mehrere Hitzewallungen und ein Brennen in denselben Bereichen verspürte, nachdem sie sich draußen in der Kälte aufgehalten hatte. Die körperliche Untersuchung ergibt ein Erythem, ein Ödem und mehrere Teleangiektasien an Wangen und Nase. In welcher der folgenden Phasen einer Rosazea befindet sich diese Patientin am wahrscheinlichsten?

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