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Änderungen im Verhalten und der Persönlichkeit

Von

Michael B. First

, MD, Columbia University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2020| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2020
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Quellen zum Thema

Gesunde Menschen unterscheiden sich erheblich in ihrer Gesamtpersönlichkeit, ihrem Gemütszustand und ihrem Verhalten. Dies kann selbst bei einer einzelnen Person abhängig von den Umständen von Tag zu Tag variieren. Jedoch deutet eine plötzliche, starke Persönlichkeits- und/oder Verhaltensänderung insbesondere dann auf ein Problem hin, wenn sie nicht mit einem offensichtlichen Ereignis verbunden ist (wie zum Beispiel der Einnahme von Drogen oder dem Verlust eines Angehörigen).

Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen können grob wie folgt kategorisiert werden:

  • Verwirrtheit oder Delirium

  • Wahnvorstellungen

  • Desorganisierte Sprache und desorganisiertes Verhalten

  • Halluzinationen

  • Stimmungsextreme (wie Depressionen oder Manien)

Diese Kategorien sind keine Störungen. Sie sind nur eine Möglichkeit, wie Ärzte verschiedene Arten von Gedanken, Sprachauffälligkeiten und Verhaltensweisen, die von der Norm abweichen, kategorisieren können. Diese Veränderungen in der Persönlichkeit und im Verhalten können sowohl durch körperliche als auch geistige Probleme verursacht werden.

Personen können mehr als eine Art der Veränderung aufweisen. Menschen, die aufgrund einer Arzneimittelwechselwirkung verwirrt werden, haben manchmal Halluzinationen, und Menschen mit extremen Stimmungsschwankungen können Wahnvorstellungen haben.

Verwirrung und Delirium

Verwirrtheit und Delirium beziehen sich auf eine Bewusstseinsstörung. Dies bedeutet, dass Personen sich ihrer Umgebung weniger bewusst sind. Abhängig von der Ursache, können sie übermäßig aufgeregt und angriffslustig oder benommen und lustlos sein. Manche schwanken zwischen erhöhter und geringer Bewusstseinsklarheit. Ihr Denken scheint getrübt und langsam oder unangebracht zu sein. Sie haben Probleme, sich auf einfache Fragen zu konzentrieren, und reagieren nur langsam. Die Sprache ist verwaschen. Oft wissen die Personen nicht, welcher Tag es ist, oder können nicht sagen, wo sie sind. Manche können nicht ihren Namen angeben.

Ein Delirium ist oft die Folge eines schwerwiegenden, neu entstandenen körperlichen Problems oder einer Reaktion auf ein Medikament, insbesondere bei älteren Menschen. Menschen mit Delirium bedürfen sofortiger medizinischer Hilfe. Wird die Ursache des Deliriums schnell ermittelt und behoben, kann es oft geheilt werden.

Wahnvorstellungen

Wahnvorstellungen sind starre, falsche Ansichten, an denen die Betroffenen trotz gegenteiliger Beweise festhalten. Manche Wahnvorstellungen basieren auf der Fehlinterpretation tatsächlicher Wahrnehmungen und Erfahrungen. Zum Beispiel können sich Betroffene verfolgt fühlen und glauben, dass sie auf der Straße verfolgt werden oder dass ein gewöhnlicher Unfall gezielte Sabotage ist. Andere denken, dass Liedertexte oder Zeitungsartikel Botschaften enthalten, die speziell auf sie bezogen sind.

Manche Vorstellungen können plausibel erscheinen und schwer als Wahnvorstellungen zu identifizieren sein, weil sie im realen Leben vorkommen können oder vorgekommen sind. Zum Beispiel werden Personen zuweilen von öffentlichen Ermittlern verfolgt oder ihre Arbeit wird von Kollegen sabotiert. In solchen Fällen kann eine Ansicht an dem Maß, wie stark eine Person trotz gegenteiliger Beweise daran festhält, als Wahnvorstellung entlarvt werden.

Andere Wahnvorstellungen sind leichter zu identifizieren. Zum Beispiel kommt bei religiösen Wahnvorstellungen oder Größenwahn hinzu, dass sich Personen für Jesus oder den Präsidenten eines Landes halten. Einige Wahnvorstellungen sind ziemlich bizarr. Zum Beispiel glauben manche Menschen, dass ihre Organe vollständig durch Maschinenteile ersetzt wurden oder dass ihr Kopf ein Funkgerät enthält, das Nachrichten von der Regierung empfängt.

Desorganisierte Sprache

Desorganisierte Sprache nennt man Äußerungen, die nicht den erwarteten logischen Zusammenhang zwischen Gedanken oder zwischen Fragen und Antworten erkennen lassen. Zum Beispiel springen Personen von einem Thema zum nächsten, ohne jemals einen Gedanken zu Ende zu bringen. Die Themen können entfernt verwandt oder gänzlich unverwandt sein. In anderen Fällen antworten Personen auf einfache Fragen mit langen, ausschweifenden Antworten, die voller irrelevanter Details sind. Antworten können unlogisch oder vollständig zusammenhangslos sein. Diese Art von Sprache unterscheidet sich von den Schwierigkeiten, Sprache auszudrücken oder zu verstehen (Aphasie) oder Worte zu bilden (Dysarthrie), die durch eine Störung im Gehirn, zum Beispiel durch einen Schlaganfall, verursacht werden.

Gelegentliche Versprecher oder absichtliche ausweichende, unhöfliche oder humorvolle Sprache werden nicht als desorganisierte Sprache angesehen.

Desorganisiertes Verhalten

Desorganisiertes Verhalten bezieht sich auf das Ausführen ziemlich ungewöhnlicher Handlungen (wie sich Entkleiden oder Masturbieren in der Öffentlichkeit oder Schreien oder Fluchen ohne erkennbaren Grund) oder die Unfähigkeit, sich normal zu verhalten. Menschen mit desorganisiertem Verhalten haben typischerweise Probleme, normale alltägliche Aktivitäten auszuführen (wie normale Körperpflege oder Einkaufen).

Halluzinationen

Halluzinationen beziehen sich auf das Hören, Sehen, Riechen, Schmecken oder Fühlen von Dingen, die tatsächlich nicht vorhanden sind. Das heißt, Menschen nehmen scheinbar mit ihren Sinnen Dinge wahr, die nicht von einem äußeren Reiz verursacht werden. Jeder Sinn kann betroffen sein. Die häufigsten Halluzinationen beziehen sich auf das Hören von Geräuschen (auditorische Halluzinationen), wobei es sich für gewöhnlich um Stimmen handelt. Die Stimmen machen oft abfällige Bemerkungen über die Person oder befehlen der Person, etwas zu tun.

Nicht alle Halluzinationen werden von einer psychischen Störung verursacht. Bei manchen Arten von Halluzinationen ist eine neurologische Störung als Ursache wahrscheinlicher. Zum Beispiel riechen Personen vor einem Anfall etwas, obwohl keine Geruchsquelle vorhanden ist (olfaktorische Halluzination).

Stimmungsschwankungen

Extreme Stimmungsschwankungen sind u. a. Wutausbrüche, Phasen extremer Hochstimmung (Manie) oder Depression, und umgekehrt ein konstanter Ausdruck von wenig oder keinen Gefühlen (Teilnahmslosigkeit oder Apathie).

Ursachen

Es wird zwar manchmal angenommen, dass Veränderungen der Persönlichkeit, des Denkens oder des Verhaltens grundsätzlich auf einer psychischen Störung beruhen, es kann jedoch viele mögliche Ursachen geben. Alle Ursachen hängen letztendlich mit dem Gehirn zusammen, aber sie können sinnvollerweise in vier Kategorien eingeteilt werden:

  • Psychische Erkrankungen

  • Drogen (einschließlich Arzneimittelvergiftung, Entzug und Nebenwirkungen)

  • Störungen, die hauptsächlich das Gehirn betreffen

  • Systemische Störungen des ganzen Körpers, die auch das Gehirn betreffen

Psychische Erkrankungen

Psychische Erkrankungen sind u. a.

Medikamente

Medikamente können in den folgenden Fällen die Persönlichkeit oder das Verhalten beeinflussen:

In seltenen Fällen können Antibiotika oder Medikamente gegen Bluthochdruck eine Veränderung der Persönlichkeit oder des Verhaltens bewirken.

Störungen, die hauptsächlich das Gehirn betreffen

Diese Störungen können die Persönlichkeit, die Stimmung und das Verhalten beeinträchtigen. Hierzu gehört Folgendes:

Störungen des gesamten Körpers mit Auswirkungen auf das Gehirn

Störungen des gesamten Körpers mit Auswirkungen auf das Gehirn sind u. a.

Seltener verursachen die Lyme-Krankheit, Sarkoidose, Syphilis oder ein Vitaminmangel Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen.

Beurteilung

Bei der ersten Beurteilung versuchen Ärzte festzustellen, ob die Symptome auf einer psychischen oder körperlichen Störung beruhen.

Die folgenden Informationen können bei der Entscheidung helfen, wann eine Bewertung durch einen Arzt nötig ist und auf das vorbereiten, was während der Bewertung zu erwarten ist.

Warnsignale

Bei Personen mit Persönlichkeits- oder Verhaltensänderungen sind bestimmte Symptome oder Faktoren Grund zur Sorge. Zu diesen Warnsignalen zählen:

  • Plötzlich auftretende Symptome

  • Versuch oder Drohung, sich selbst oder andere zu verletzen

  • Verwirrtheit oder Delirium

  • Fieber

  • Starke Kopfschmerzen

  • Symptome, die auf eine Fehlfunktion des Gehirns deuten wie zum Beispiel Lauf-, Gleichgewichts-, Sprach- oder Sehstörungen

  • Eine Kopfverletzung innerhalb der letzten Wochen

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Menschen mit Warnsignalen sollten so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen. Die Polizei muss u. U. gerufen werden, wenn Personen gewalttätig sind.

Personen, die keine Warnsignale aufweisen, sollten innerhalb von einem oder zwei Tagen einen Arzt aufsuchen, wenn die Persönlichkeits- oder Verhaltensveränderung vor kurzem auftrat. Falls die Veränderung allmählich über einen längeren Zeitraum auftrat, sollten Personen sobald wie praktisch möglich einen Arzt aufsuchen. Eine Verzögerung von ungefähr einer Woche ist nicht gefährlich.

Was der Arzt unternimmt:

Ärzte stellen zunächst immer Fragen zu den Symptomen und zur Krankengeschichte des Patienten. Ärzte führen dann eine körperliche Untersuchung durch, einschließlich einer neurologischen Untersuchung mit einem Test des Geisteszustands (bei dem unter anderem folgende Fähigkeiten überprüft werden: Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnis, Gemütszustand und abstraktes Denken, exekutives Denken und Sprachfähigkeit, und andere). Was er bei der Anamnese und der Untersuchung vorfindet, enthüllt oft die Ursache für die Veränderungen und gibt Hinweise darauf, welche Tests notwendig sind (siehe Tabelle mit Einige Ursachen und Merkmale von Persönlichkeits- und Verhaltensveränderungen).

Fragen befassen sich unter anderem damit, wann die Symptome begonnen haben. Viele psychische Erkrankungen beginnen in den Teenagerjahren oder in den 20ern. Falls eine psychische Störung in den mittleren Lebensjahren beginnt, insbesondere dann, wenn es keinen offensichtlichen Auslöser (wie den Verlust eines Angehörigen) gibt, ist es wahrscheinlicher, dass die Ursache körperlichen Ursprungs ist. Eine physische Störung ist auch dann wahrscheinlicher, wenn sich psychische Symptome bei Personen mit chronischen psychischen Störungen in oder nach den mittleren Lebensjahren signifikant verändern. Falls die Veränderungen bei einer Person unabhängig vom Alter vor kurzem und plötzlich anfingen, fragt der Arzt nach Leiden, die solche Veränderungen auslösen können. Zum Beispiel wird gefragt, ob die Person vor Kurzem angefangen oder aufgehört hat, ein verschreibungspflichtiges Medikament oder eine Freizeitdroge einzunehmen.

Ärzte fragen auch nach anderen Symptomen, die auf Ursachen hinweisen können wie

  • Herzklopfen: Möglicherweise eine Schilddrüsenüberfunktion oder der Konsum/die Einnahme oder der Entzug eines Medikaments/einer Droge

  • Tremor (Zittern): Parkinson-Krankheit oder Entzug eines Medikaments/einer Droge

  • Schwierigkeiten beim Laufen oder Sprechen: Multiple Sklerose, Parkinson-Krankheit, Schlaganfall oder Vergiftung durch ein Opioid oder Beruhigungsmittel

  • Kopfschmerzen: Infektion des Gehirns, Hirntumor oder Gehirnblutung

  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln: Schlaganfall, Multiple Sklerose oder Vitaminmangel

Personen werden auch gefragt, ob bei ihnen in der Vergangenheit eine psychische Störung oder Anfallkrankheit diagnostiziert wurde oder sie wegen dieser Störungen behandelt wurden. Wenn sie behandelt wurden, fragt der Arzt, ob sie die Medikamente abgesetzt oder deren Dosis vermindert haben. Da Menschen mit psychischen Störungen auch körperlich erkranken können, nehmen Ärzte jedoch nicht automatisch an, dass jedes neue abnorme Verhalten durch eine psychische Erkrankung verursacht wird.

Ärzte befragen die Personen zu etwaigen körperlichen Erkrankungen (z. B. Diabetes) und ihrem Lebensstil (z. B. ihren Familienstand, Jobsituation, Bildungshintergrund, Alkohol- und Drogenkonsum und Wohnsituation). Zudem fragen sie danach, ob in der Familie körperliche Krankheiten vorliegen, die zu psychischen Symptomen führen können (z. B. multiple Sklerose).

Während der körperlichen Untersuchung suchen Ärzte nach Anzeichen für eine körperliche Erkrankung, die Veränderungen im Geisteszustand verursachen kann, insbesondere nach:

  • Fieber und/oder Herzrasen (Hinweis auf eine Infektion, Alkoholentzug oder den Konsum von Amphetaminen oder Kokain in hohen Dosen)

  • Verwirrtheit oder Delirium (Hinweis auf Arzneimittelvergiftung oder Entzug)

  • Anomalien während der neurologischen Untersuchung, wie Schwierigkeiten beim Aussprechen von Wörtern oder beim Verstehen, was gesagt wird (möglicher Hinweis auf eine Störung des Gehirns)

Verwirrtheit oder Delirium sind wahrscheinlicher das Ergebnis einer physischen Störung. Menschen mit psychischen Störungen sind selten verwirrt oder im Delirium. Dennoch verursachen viele körperliche Störungen, die Verhaltensveränderungen hervorrufen, keine Verwirrtheit oder Delirium, aber andere Symptome, die wie eine psychische Störung wirken.

Der Arzt beugt den Kopf der Person nach vorn. Falls dies schwer oder schmerzvoll ist, könnte Meningitis (Hirnhautentzündung) die Ursache sein. Ärzte untersuchen die Beine und den Bauch nach Schwellungen, welche von Nieren- oder Leberversagen herrühren können. Wenn die Haut oder das Augenweiß gelb aussehen, könnte die Ursache Leberversagen sein.

Ärzte können auch den Augenhintergrund mit einem tragbaren Instrument untersuchen, das wie eine kleine Taschenlampe aussieht (Ophthalmoskop). Entdecken die Ärzte an einer Stelle des Sehnervs eine Schwellung (Stauungspapille), kann der Druck im Schädel erhöht sein, und Tumoren oder Blutungen im Gehirn können die psychischen Probleme verursacht haben.

Tabelle
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Some Causes and Features of Personality and Behavior Changes

Ursache

Häufige Merkmale*

Untersuchungen

Psychische Erkrankungen

Symptome, die in Schüben von einigen Wochen bis zu einigen Monaten auftreten und die Manie und/oder Depressionen beinhalten

Manische Schübe:

  • Begeisterung oder Reizbarkeit

  • Größenwahn

  • Gesprächigkeit

  • Erhöhte Aktivität

  • Geringeres Schlafbedürfnis

  • Rasende Gedanken, von einer Idee zur anderen springen

  • Manchmal Halluzinationen oder Verfolgungswahn

Depressive Schübe:

  • Sich schuldig oder wertlos fühlen

  • Traurigkeit, Verzweiflung und eine pessimistische Stimmung

  • Verlust des Interesses an typischen Freuden

  • Antriebslosigkeit

  • Zu viel schlafen oder Schlafprobleme haben

  • Todes- und Selbstmordgedanken

Ärztliche Untersuchung

Depressionsschübe, wie sie bei der bipolaren Störung beschrieben werden (siehe oben), ohne Vorgeschichte einer Manie

Ärztliche Untersuchung

Für gewöhnlich Symptome, die sich langsam entwickeln, mit leicht desorganisiertem Denken und Schwierigkeiten, mit alltäglichen Abläufen umzugehen

Spätere Symptome:

  • Wahnvorstellungen und/oder Halluzinationen

  • Häufig Gefühlskälte und Desinteresse

  • Zunehmend desorganisiertes Denken und Verhalten

  • Schwierigkeiten, Beziehungen und Arbeit aufrechtzuerhalten

Ärztliche Untersuchung

Medikamente

Konsum von Drogen/Medikamenten, insbesondere

Aufgeregtheit und manchmal Panik und Aggressivität

Manchmal Halluzinationen

Bei Langzeitkonsum von Alkohol:

  • Manchmal Gleichgewichtsprobleme

  • Augenzucken

  • Anormales Laufen

Bei Langzeitkonsum von Amphetaminen:

  • Manchmal Paranoia

Bei exzessivem kurzzeitigem Gebrauch von Amphetaminen oder Kokain:

  • Erhöhter Puls

  • Manchmal Fieber

Ärztliche Untersuchung

Manchmal Blut- oder Urintests, um auf eine Droge/Medikament zu testen

Manchmal EEG (das die elektrische Aktivität des Gehirns aufzeichnet)

Entzug einer Droge/eines Medikaments, insbesondere

Typischerweise erhebliche Verwirrtheit und Delirium

Zittern (Tremor), Kopfschmerzen, Schwitzen, Fieber und schnelle Herzfrequenz oder Palpitationen (Herzklopfen)

Manchmal Anfälle, Halluzinationen und Schlafstörungen

Für gewöhnlich bei Menschen, bei denen der Konsum der Droge/des Medikaments bekannt ist

Ärztliche Untersuchung

Manchmal Blut- oder Urintests, um auf Drogen/Medikamente zu testen

Nebenwirkungen von Drogen/Medikamenten:

Variieren, abhängig von der Droge/dem Medikament

Medikamente mit anticholinergen Effekten:

  • Verstopfung

  • Verschwommenes Sehen

  • Benommenheit

  • Schwierigkeiten, beim Wasserlassen anzufangen und aufzuhören

  • Mundtrockenheit

Ärztliche Untersuchung

Manchmal wird die Einnahme des Medikaments gestoppt, um zu sehen, ob das Symptom verschwindet

Erkrankungen, die das Gehirn betreffen

Symptome, die langsam fortschreiten

Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden, und schlechtes Urteilsvermögen

Schwierigkeiten mit täglichen Aktivitäten (wie zum Beispiel bei der Verwaltung der eigenen Finanzen oder Orientierung in der eigenen Gegend)

Für gewöhnlich bei Menschen über 60 Jahre

Ärztliche Untersuchung

Oft CT, MRT oder PET des Gehirns

Umfassende Tests der geistigen Funktion mit einer Reihe von Fragen und Aufgaben (neuropsychologische Tests)

Infektionen des Gehirns wie zum Beispiel

Kopfschmerzen

Für gewöhnlich Verwirrtheit und Fieber

Schmerzen und/oder Steifheit, wenn der Arzt den Kopf nach vorn beugt (häufiger bei Personen mit Meningitis)

Bei Herpes-simplex-Enzephalitis Halluzinationen von schlechten Gerüchen und manchmal Anfälle

Spinalpunktion (Lumbalpunktion)

Oft CT oder MRT des Gehirns

Kulturen von Blut- oder Urinproben und Material aus dem Rachen

EEG

Vergesslichkeit und Kopfschmerzen

Emotionale Instabilität in den Wochen nach einer erheblichen Kopfverletzung

CT oder MRT des Gehirns

IQ-Test und Test der exekutiven Funktionen wie zum Beispiel der Fähigkeit, zu planen und Probleme zu lösen (neurokognitive Tests)

Hirntumoren oder Blutungen im Gehirn (Hirnblutung)

Bei Hirntumoren entwickeln sich Kopfschmerzen allmählich und sind oft schlimmer in der Nacht oder am frühen Morgen und im Liegen.

Bei Gehirnblutungen setzen die Kopfschmerzen plötzlich ein (Donnerschlagkopfschmerz genannt)

Oft Verwirrtheit und Benommenheit

Manchmal Anfälle

CT oder MRT des Gehirns

Schwäche und/oder Taubheit in verschiedenen Körperteilen, die kommt und geht

Manchmal teilweiser Verlust des Sehvermögens oder Doppeltsehen

Manchmal Symptome, die sich bei Wärme verschlechtern (wie zum Beispiel bei einem warmen Bad oder bei warmem Wetter)

MRT des Gehirns und der Wirbelsäule

Manchmal eine Spinalpunktion

Untersuchungen der Nervenleitfähigkeit (Messung der Schnelligkeit, mit der die Nerven Signale übertragen) und Elektromyografie (Muskelstimulation und Aufzeichnung ihrer elektrischen Aktivität)

Zittern (Tremor) der Hände und Finger in Ruhestellung

Steifheit und Schwierigkeiten, sich zu bewegen und das Gleichgewicht zu halten

Verlangsamte Sprache und eingeschränkte Mimik

Ärztliche Untersuchung

Anfallkrankheiten (typischerweise komplexe partielle Anfälle)

Episoden mit anormalem Verhalten

Gewöhnlich Verwirrtheit und starrer Blick

Manchmal unwillkürliches Kauen, mit den Lippen schnalzen und ziellose Bewegungen der Gliedmaßen

Typischerweise kein Verlust des Bewusstseins und kein generelles Zittern des Körpers (Konvulsionen)

Manchmal Geruchs- oder Geschmackshalluzinationen

MRT des Gehirns

EEG

Plötzlich auftretende Symptome

Gewöhnlich Schwäche oder Lähmung (Paralyse) einer Körperseite oder Unsicherheit beim Laufen

CT oder MRT des Gehirns

Körperweite (systemische) Erkrankungen

Hypoglykämie (Niedriger Blutzuckerspiegel)

Schwäche, Schwitzen und Verwirrtheit

Fast immer bei Menschen, die Medikamente für Diabetes einnehmen

Tests, um den Blutzuckerspiegel (Glukosegehalt) zu messen

Geschwollene Beine, Appetitlosigkeit und Übelkeit

Schwäche, die sich typischerweise über mehrere Wochen entwickelt

Blut- und Urintests, um die Nierenfunktion zu prüfen

Gelbfärbung der Haut und/oder des Augenweiß (Gelbsucht)

Gewöhnlich Schwellung der Beine und/oder des Bauches

Ein rötlich violetter Ausschlag mit kleinen Punkten (Petechien)

Für gewöhnlich bei Menschen, bei denen schon eine Leberstörung bekannt ist

Bluttests, um die Leberfunktion zu überprüfen (Lebertests)

Für gewöhnlich schmerzhafte, geschwollene Gelenke

Oft Ausschlag, besonders im Gesicht oder in Regionen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt sind

Manchmal Kopfschmerzen

Bluttests auf bestimmte Antikörper

Schilddrüsenstörungen, einschließlich

Typisch bei Schilddrüsenüberfunktion: Palpitationen, exzessives Schwitzen, Hitzeempfindlichkeit, erhöhter Appetit, Gewichtsverlust, Zittern (Tremor) und manchmal hervorquellende Augen

Typisch bei Schilddrüsenunterfunktion: Erschöpfung, Verstopfung, Kälteempfindlichkeit, verringerter Appetit, Gewichtszunahme, verlangsamte Sprache, Trägheit, ein aufgedunsenes Gesicht, erschlaffte Augenlider, raue und dicke trockene Haut und Ausfall der Augenbrauen

Bluttests zur Kontrolle der Schilddrüsenfunktion

Vitaminmangel, wie Mangel an Thiamin oder Vitamin B12

Desorientiertheit, Gedächtnisstörungen und Reizbarkeit

Anormale Empfindungen in Händen und Füßen

Andere Symptome je nach Art des Vitaminmangels

Bluttests auf Vitamin-Mangel

* Zu den Merkmalen zählen Symptome und Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf.

CT = Computertomografie; EEG = Elektroenzephalografie; IQ = Intelligenzquotient; MRT = Magnetresonanztomografie; PET = Positronen-Emissions-Tomografie.

Tests

Typische Screening-Tests sind unter anderem:

  • Messung des Sauerstoffgehalts im Blut mithilfe eines Sensors, der an die Fingerspitze des Betroffenen geklemmt wird (sogenannte Pulsoximetrie)

  • Bluttests, um den Blutzuckerspiegel (Glukosegehalt) zu messen

  • Bluttests, um den Alkoholgehalt und die Konzentrationen von Antiepileptika zu messen, die eine Person eingenommen hat

  • Urintests auf Drogen/Medikamente

  • Großes Blutbild (CBC)

  • Manchmal Bluttests, um den Elektrolytspiegel zu messen und die Nierenfunktion zu beurteilen

Bei den meisten Personen, von denen man weiß, dass sie an einer psychischen Erkrankung leiden, ist es nicht notwendig, weitere Tests vorzunehmen, wenn sich lediglich ihre typischen Symptome verschlimmern, wenn sie wach und bei klarem Verstand und die Ergebnisse der körperlichen Untersuchung normal sind.

Bei den meisten anderen Personen werden in der Regel Bluttests zur Kontrolle auf eine HIV-Infektion vorgenommen.

Andere Tests werden hauptsächlich anhand der Symptome und Untersuchungsergebnisse durchgeführt (siehe Tabelle Einige Ursachen und Merkmale von Persönlichkeits- und Verhaltensänderungen). Tests können Folgendes umfassen

  • Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) des Gehirns: Falls Symptome psychischer Störungen gerade erst aufgetreten sind oder die Personen im Delirium sind, Kopfschmerzen haben, vor Kurzem eine Kopfverletzung erlitten haben oder bei ihnen eine Anomalie bei der neurologischen Untersuchung festgestellt wurde

  • Eine Lumbalpunktion (Flüssigkeitsentnahme aus der Wirbelsäule): Wenn Personen Symptome von Meningitis (Hirnhautentzündung) haben oder die Ergebnisse des CT bei Personen mit Fieber, Kopfschmerzen oder Delirium normal sind

  • Bluttests zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion: Falls Personen Lithium einnehmen, Symptome einer Schilddrüsenstörung haben oder über 40 Jahre alt sind und Persönlichkeits- oder Verhaltensstörungen aufweisen, die gerade erst angefangen haben (besonders Personen mit einer Familiengeschichte von Schilddrüsenstörungen und Frauen)

  • Röntgenuntersuchung des Brustkorbs: Wenn Personen Fieber haben oder Auswurf oder Blut husten

  • Blutkulturen (zum Nachweis von Bakterien im Blutkreislauf): Wenn Personen sehr krank sind und Fieber haben

  • Bluttests zur Beurteilung der Leberfunktion: Falls Personen Symptome von Leberstörungen oder Alkohol- oder Drogenmissbrauch in der Vorgeschichte haben oder wenn keine spezifischen Informationen über sie verfügbar sind

Behandlung

Die zugrunde liegende Erkrankung wird möglichst korrigiert oder behandelt. Was auch immer die Ursache ist – Personen, die für sich selbst oder andere eine Gefahr darstellen, müssen in der Regel in ein Krankenhaus eingewiesen und behandelt werden, auch gegen ihren Willen. Viele US-Bundesstaaten verlangen, dass solche Entscheidungen von jemandem getroffen werden, der speziell eingesetzt wird, um gesundheitliche Entscheidungen für psychisch kranke Personen zu treffen (sogenannte stellvertretende Entscheidungsträger). Wenn der Betroffene keinen Entscheidungsträger eingesetzt hat, dürfen die Ärzte die nächsten Angehörigen kontaktieren, oder ein Gericht darf einen Notfall-Vormund bestimmen.

Personen, die keine Gefahr für sich selbst oder andere darstellen, können eine Bewertung und Behandlung verweigern, trotz der Schwierigkeiten, die dies für sie und ihre Familien verursachen kann.

Wichtigste Punkte

  • Nicht alle Persönlichkeits- und Verhaltensveränderungen beruhen auf psychischen Erkrankungen.

  • Andere Ursachen sind u. a. Drogen/Medikamente (einschließlich Entzug und Nebenwirkungen), Erkrankungen, die hauptsächlich das Gehirn betreffen und systemische Störungen, die das Gehirn beeinträchtigen.

  • Ärzte sind besonders besorgt um Personen mit Verwirrtheit, im Delirium, mit Fieber, Kopfschmerzen oder Symptomen, die eine Funktionsstörung des Gehirns andeuten, oder die in letzter Zeit eine Kopfverletzung hatten, sowie um Personen, die sich selbst oder anderen schaden wollen.

  • Typischerweise führen die Ärzte Bluttests durch, um den Gehalt an Sauerstoff und Blutzucker (Glukose) und Medikamenten (wie zum Beispiel Antiepileptika) festzustellen, die die Person einnimmt, sowie andere Tests, die auf den Symptomen und Ergebnissen der Untersuchungen basieren.

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