Hautstörungen am Penis

VonPatrick J. Shenot, MD, Thomas Jefferson University Hospital
Überprüft vonLeonard G. Gomella, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University
Überprüft/überarbeitet Geändert Dez. 2025
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Es gibt eine Reihe von Hautstörungen, die den Penis betreffen können. Bei manchen handelt es sich um Hautstörungen des ganzen Körpers, die auch den Penis in Mitleidenschaft ziehen. Beispiele hierfür sind Schuppenflechte (Psoriasis), Knötchenflechte (Lichen ruber planus) und das seborrhoische Ekzem (seborrhoische Dermatitis). Manche beeinträchtigen nur den Penis oder zuerst den Penis und dann andere Bereiche. Die Penishaut kann auch von Krebs betroffen sein.

Infektionen des Penis

Wucherungen auf dem Penis werden manchmal von Infektionen, insbesondere sexuell übertragbaren Infektionen, verursacht. Syphilis kann beispielsweise flache rosafarbene oder graue Papeln (Condylomata lata) hervorrufen. Manche Virusinfektionen können kleine, feste, erhabene Knötchen (Feigwarzen bzw. Condylomata acuminata) oder kleine, feste Wucherungen mit zentraler Eindellung (Dellwarzen bzw. Mollusca contagiosa) hervorrufen. Skabies (Krätze) kann kleine, juckende Papeln verursachen.

Lichen ruber planus des Penis

Bei der Knötchenflechte (Lichen ruber planus) kann es zu kleinen, flachen oder erhabenen Flecken am Kopf oder Penisschaft kommen, die oft Juckreiz auslösen. Manchmal entwickeln sich daraus schmerzhafte wunde Stellen am Penis und am Zahnfleisch. Die Knötchenflechte klingt normalerweise von allein wieder ab. Es ist keine Behandlung nötig, wenn der Juckreiz nicht störend ist. Eine Steroid-Creme (Steroide werden manchmal als Glukokortikoide oder Kortikosteroide bezeichnet) kann den Juckreiz lindern.

Perlenförmige Papeln am Penis

Perlenförmige Papeln am Penis sind abnormale Wucherungen, die von den Blutgefäßen des Penis ausgehen. Sie treten als kleine, kuppel- oder haarförmige Wucherungen am Penisschaft auf, die in der Regel dem Hautton des Mannes entsprechen. Hierbei handelt es sich um harmlose und häufig auftretende Hautveränderungen, die bei bis zu 10 Prozent der Männer vorkommen. Eine Behandlung ist nicht nötig.

Balanitis xerotica obliterans

Bei einer Balanitis xerotica obliterans (auch Lichen sclerosus et atrophicus genannt) verursacht eine lang andauernde (chronische) Entzündung einen verhärteten weißlichen Hautbereich nahe der Eichelspitze. Dieses harte, weiße Gewebe befindet sich häufig um den Bereich der Harnröhrenöffnung und blockiert schließlich den Harn- und Samenfluss. Antibakterielle, steroidhaltige oder entzündungshemmende Cremes können die Entzündung lindern. Wenn die Harnröhre jedoch wieder geöffnet werden muss, wird dies bei einem chirurgischen Eingriff durchgeführt.

Kontaktdermatitis des Penis

Eine Kontaktdermatitis wird oft durch die Verwendung von Latexkondomen bei bestehender Latexallergie hervorgerufen. Es entstehen gewöhnlich rote, juckende Flecken. Manchmal bricht die Haut auf und nässt um die Flecken. Betroffene Männer sollten stattdessen synthetische, latexfreie Kondome verwenden. Natürliche Kondome bieten keinen ausreichenden Schutz gegen eine Infektion mit dem humanen Immunschwächevirus. Gegebenenfalls können die Symptome durch Anwendung einer Steroid-Creme, z. B. 1%ige Hydrocortison-Creme (frei verkäuflich), gelindert werden.

Lokale (in situ) Hautkarzinome des Penis

Lokale Hautkarzinome des Penis können sein:

  • Erythroplasie Queyrat

  • Bowen-Erkrankung des Penis

  • Bowenoide Papulose

  • Adenokarzinom

  • Extramammärer Morbus Paget

Erythroplasie Queyrat und die Bowen-Erkrankung des Penis bezeichnen genau abgegrenzte Bereiche mit rötlich-samtiger Pigmentierung auf der Eichel (Erythroplasie Queyrat) bzw. weiß-graue, verdickte Bereiche auf dem Penisschaft (Bowen-Krankheit), insbesondere bei nicht beschnittenen Männern. Erythroplasie Queyrat ist ein Plattenepithelkarzinom in situ (oberflächlicher Hautkrebs) der Eichel oder Vorhaut. Die Bowen-Erkrankung des Penis ist ein Plattenepithelkarzinom in situ der Haut auf dem Penisschaft.

Bei der bowenoiden Papulose sind kleinere, aber mehr Papeln auf dem Penisschaft zu sehen. Personen, die sich mit dem humanen Papillomavirus infiziert haben, sind häufig betroffen.

Extramammärer Morbus Paget (nicht zu verwechseln mit Morbus Paget der Knochen, d. h. Osteodystrophia deformans) ist eine seltene Krebserkrankung, die normalerweise in der Brust auftritt. Tritt diese Krebserkrankung in einem anderen Bereich als der Brust auf, wie zum Beispiel dem Penis, bezeichnet man sie als „extramammärer Morbus Paget“.

Eine Gewebeprobe wird zur Untersuchung entnommen (Biopsie), um die Krebsart zu bestimmen und sicherzustellen, dass der Krebs nicht über die Haut hinaus gestreut hat.

Eine Fluorouracil-Creme, ein chirurgischer Eingriff oder eine Lasertherapie können zur Entfernung des Krebses eingesetzt werden. Betroffene Männer sollten regelmäßig auf ein erneutes Auftreten oder eine Ausbereitung der Läsionen beobachtet werden, da diese invasivere Krebserkrankungen werden können.

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