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Brustkrebs

Von

Mary Ann Kosir

, MD, Wayne State University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Quellen zum Thema

Brustkrebs tritt auf, wenn Zellen in der Brust entarten und sich unkontrolliert teilen. Brustkrebs beginnt in der Regel in den Drüsen, die Milch produzieren (Lobuli), oder in den Gängen, welche die Milch von den Drüsen zur Brustwarze transportieren.

  • Unter Frauen ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste Todesursache unter den Krebserkrankungen.

  • Gewöhnlich ist das erste Symptom ein schmerzloser Knoten, der normalerweise von der Frau selbst entdeckt wird.

  • Empfehlungen zur Brustkrebsfrüherkennung variieren und umfassen regelmäßige Mammographien, Brustuntersuchungen durch einen Arzt und Selbstuntersuchungen der Brust.

  • Wenn ein fester Knoten festgestellt wird, entnimmt der Arzt mit einer Hohlnadel eine Gewebeprobe oder entfernt über einen Einschnitt einen Teil des Knotens oder den gesamten Knoten. Das Gewebe wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht (Biopsie).

  • Brustkrebs erfordert fast immer einen chirurgischen Eingriff, manchmal mit Strahlentherapie, Chemotherapie, anderen Arzneimitteln oder einer Kombination davon.

  • Das Ergebnis ist schwer vorherzusagen und hängt teils von den Eigenschaften und von der Ausbreitung des Krebses ab.

Brusterkrankungen können gutartig (benigne) und bösartig (maligne) sein. Die meisten sind gutartig und nicht lebensbedrohlich. Häufig ist keine Behandlung erforderlich. Demgegenüber kann Brustkrebs den Verlust einer Brust oder des Lebens bedeuten. Daher ist Brustkrebs für viele Frauen ihre größte Angst. Jedoch können mögliche Probleme oftmals früh ermittelt werden, wenn Frauen regelmäßig ihre Brüste selbst untersuchen, regelmäßig von ihrem Arzt untersucht werden und, wie empfohlen, Mammographien erstellen lassen. Eine Früherkennung von Brustkrebs kann für eine erfolgreiche Behandlung maßgeblich sein.

Brustkrebs ist bei Frauen die häufigste Krebserkrankung und die häufigste Todesursache unter den Krebserkrankungen bei Frauen lateinamerikanischer Herkunft bzw. die zweithäufigste Todesursache bei Frauen anderer ethnischer Herkunft (nach Lungenkrebs). Experten schätzen, dass im Jahr 2019 in den Vereinigten Staaten Folgendes eintritt:

Brustkrebserkrankungen bei Männern machen ungefähr 1 Prozent aller Brustkrebserkrankungen aus.

Viele Frauen fürchten Brustkrebs, zum Teil deshalb, weil er so verbreitet ist. Jedoch beruht die Furcht vor Brustkrebs auch auf einem Missverständnis. Beispielsweise ist die Aussage „Jede achte Frau bekommt Brustkrebs‟ irreführend. Diese Zahl beruht auf einer Schätzung von Frauen von der Geburt bis zum 95. Lebensjahr. Das bedeutet theoretisch, dass eine von acht Frauen, die mindestens 95 Jahre alt wird, Brustkrebs entwickelt. Bei einer Frau im Alter von 40 Jahren besteht nur eine Wahrscheinlichkeit von 1 zu 70, dass sie in den nächsten zehn Jahren an Brustkrebs erkrankt. Mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken.

Tabelle
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Was sind die Risiken, an Brustkrebs zu erkranken?

Alter (Jahre)

Risiko (%) in 10 Jahren

Risiko (%) in 20 Jahren

Risiko (%) in 30 Jahren

30

0,5

2,0

4,3

40

1,5

3,8

7,1

50

2,4

5,7

9,1

60

3,5

7,1

9,2

70

4,1

6,4

Basierend auf der Website seer.cancer.gov. Aufgerufen am 16.10.19.

Risikofaktoren für Brustkrebs

Einige Faktoren beeinflussen das Risiko einer Brustkrebserkrankung. So ist für einige Frauen die Gefahr jeweils viel höher bzw. niedriger als für den Durchschnitt. Die meisten Risikofaktoren, wie Alter oder bestimmte Genmutationen, können nicht geändert werden. Allerdings kann regelmäßige Bewegung, besonders in der Jugend und als junge Erwachsene, das Risiko einer Brustkrebserkrankung etwas senken.

Viel wichtiger als der Versuch, Risikofaktoren zu beeinflussen, ist es, auf Frühzeichen von Krebs zu achten, damit die Erkrankung diagnostiziert und behandelt werden kann, solange die Heilungsaussichten gut sind. Eine Früherkennung ist wahrscheinlicher, wenn Frauen Mammogramme erstellen lassen. Auch werden von Ärzten regelmäßige Selbstuntersuchungen der Brust empfohlen, obgleich bislang nicht nachgewiesen wurde, dass diese Untersuchungen das Todesrisiko bei Brustkrebspatienten reduzieren.

Alter

Zunehmendes Alter ist der wichtigste Risikofaktor für Brustkrebs. Die meisten Brustkrebserkrankungen treten bei Frauen ab einem Alter von 50 Jahren auf. Das Risiko ist ab einem Alter von 75 Jahren am höchsten.

Vorgeschichte von Brustkrebs

Brustkrebs in der Vergangenheit erhöht das Brustkrebsrisiko. Nach Entfernung der kranken Brust liegt das Risiko einer Krebserkrankung in der verbleibenden Brust bei jährlich ungefähr 0,5 bis 1 Prozent.

Brustkrebs in der Familiengeschichte

Brustkrebs bei Verwandten ersten Grades (Mutter, Schwester und Tochter) bedeutet ein doppeltes bis dreifaches Risiko, während eine Brustkrebserkrankung bei entfernteren Verwandten (Großmutter, Tante, Cousine) das Risiko nur leicht erhöht. Wenn Brustkrebs bei zwei und mehr Verwandten ersten Grades auftritt, ist das Erkrankungsrisiko einer Frau um das 5- bis 6-Fache erhöht.

Brustkrebs-Genmutation

Mutationen in zwei separaten Genen für Brustkrebs (BRCA1 und BRCA2) sind identifiziert worden. Weniger als 1 Prozent der Frauen weist diese Genmutationen auf. Etwa 5 bis 10 Prozent der Frauen mit Brustkrebs haben eine dieser Genmutationen. Wenn eine Frau eine dieser Mutationen aufweist, liegt ihr Risiko, im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken, zwischen 46 und 72 Prozent. Wenn eine solche Frau an Brustkrebs erkrankt, muss ihr Risiko, an Brustkrebs zu sterben, nicht unbedingt höher sein, als bei allen anderen Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind.

Diese Mutationen treten bei den aschkenasischen Jüdinnen am häufigsten auf.

Frauen, die vermutlich diese Mutationen aufweisen, haben mindestens zwei enge Verwandte ersten Grades mit einer Brust- oder Eierstockkrebserkrankung. Nur bei Frauen mit einer solchen Familiengeschichte erscheint es daher sinnvoll, gezielt auf Mutationen zu untersuchen.

Das Vorliegen einer der Brustkrebs-Genmutationen erhöht auch das Risiko für Eierstockkrebs.

Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ist bei Männern mit einer BRCA2-Genmutation erhöht.

Frauen mit einer dieser Mutationen sollten häufiger auf Brustkrebs untersucht werden. Andernfalls sollten sie eine Brustkrebserkrankung vermeiden, indem sie Tamoxifen oder Raloxifen (das Tamoxifen ähnelt) zu sich nehmen; gegebenenfalls könnten sie sich auch für eine beidseitige Brustentfernung (doppelte Mastektomie) entscheiden.

Wussten Sie ...

  • Weniger als 1 Prozent der Frauen weist die Genmutation für Brustkrebs auf.

Bestimmte bösartige Veränderungen in der Brust

Manche Veränderungen in der Brust scheinen das Brustkrebsrisiko zu erhöhen. Hierzu gehören

  • Veränderungen in der Brust, die eine Biopsie erforderlich machen, um Krebs auszuschließen

  • Zustände, welche die Struktur des Brustgewebes verändern, die Anzahl der Zellen erhöhen oder Knoten oder andere Auffälligkeiten im Brustgewebe verursachen, wie z. B. ein komplexes Fibroadenom, Hyperplasie (abnorm verstärkte Gewebezunahme), atypische Hyperplasie (Hyperplasie mit abnormer Gewebestruktur) in den Milchgängen oder Milchdrüsen, sklerosierende Adenose (verstärkte Gewebezunahme in den Milch produzierenden Drüsen) oder ein Papillom (ein nicht bösartiger Tumor mit fingerförmigen Auswüchsen)

  • Dichtes Brustgewebe, auf dem Mammogramm sichtbar

Dichtes Brustgewebe erschwert es den Ärzten, Brustkrebs festzustellen.

Bei Frauen mit solchen Veränderungen ist das Brustkrebsrisiko nur leicht erhöht, sofern nicht bei einer Biopsie ungewöhnliche Gewebestrukturen entdeckt werden oder in ihrer Familie gehäuft Brustkrebs aufgetreten ist.

Alter bei Einsetzen der ersten Menstruationsperiode, der ersten Schwangerschaft und der Wechseljahre

Je früher die Menstruation einsetzt (insbesondere vor dem 12. Geburtstag), desto höher ist das Brustkrebsrisiko.

Je später die Wechseljahre und je später die erste Schwangerschaft, desto höher ist das Risiko. Frauen, die kein Kind geboren haben, tragen ein höheres Brustkrebsrisiko. Bei Frauen, die ihr erstes Baby nach ihrem 30. Lebensjahr geboren haben, besteht ein höheres Risiko als bei Frauen, die nie ein Baby hatten.

Vermutlich spielt bei diesen Faktoren die längere Einwirkung des Östrogens eine Rolle, welches das Wachstum bestimmter Krebsarten begünstigt. (Eine Schwangerschaft bewirkt zwar ebenfalls hohe Östrogenspiegel, scheint je doch das Brustkrebsrisiko zu senken.)

Orale Verhütungsmittel oder Hormontherapie

Die Einnahme von oralen Verhütungsmitteln über eine lange Zeit erhöht leicht das Risiko einer Brustkrebserkrankung. Nachdem Frauen die Einnahme der Verhütungsmittel eingestellt haben, senkt sich das Risiko nach und nach über die nächsten 10 Jahre wieder auf das von Frauen ihres Alters.

Nach den Wechseljahren erhöht die Einnahme einer kombinierten Hormontherapie (Östrogen mit einem Progestin) über mehrere Jahre hinweg das Brustkrebsrisiko. Bislang wurde nicht nachgewiesen, dass die alleinige Einnahme von Östrogen das Risiko einer Brustkrebserkrankung erhöht.

Ernährung und Fettleibigkeit

Die Ernährung kann die Entwicklung oder das Wachstum eines Brustkrebsgeschwürs begünstigen, jedoch wurden bislang keine Auswirkungen einer bestimmten Ernährung (zum Beispiel einer fettreichen Ernährung) nachgewiesen (siehe auch Ernährung und Krebs).

Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ist leicht erhöht für Frauen, die nach der Menopause übergewichtig sind. Fettzellen produzieren Östrogen und tragen womöglich zum erhöhten Risiko bei. Allerdings ist nicht bewiesen, dass eine fettreiche Ernährung eine Brustkrebserkrankung begünstigt bzw. dass eine Umstellung der Ernährung das Risiko senkt. Aus einigen Studien geht hervor, dass übergewichtige Frauen, die weiterhin die Periode haben, ein geringeres Risiko haben, an Brustkrebs zu erkranken.

Die Forschung in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Adipositas und Krebs wird fortgesetzt (siehe auch The National Cancer Institute: Uncovering the Mechanisms Linking Obesity and Cancer Risk).

Lebensstil

Rauchen und regelmäßiger Alkoholgenuss können das Brustkrebsrisiko erhöhen. Experten empfehlen, dass sich Frauen auf ein alkoholisches Getränk pro Tag beschränken sollen. Als ein Getränk gelten ca. 350 ml Bier, 150 ml Wein oder 50 ml Spirituosen wie Whisky.

Strahleneinwirkung

Eine Strahlentherapie (z. B. zur Behandlung von Krebs oder erhöhte Belastung durch Röntgenstrahlen) vor Vollendung des 30. Lebensjahrs erhöht das Risiko.

Formen von Brustkrebs

Brustkrebs wird gewöhnlich folgendermaßen eingestuft:

  • Nach dem Gewebe, in dem sein Wachstum beginnt

  • Nach dem Ausmaß der Ausbreitung des Krebsgeschwürs

  • Nach der Art der Tumorrezeptoren auf den Krebszellen

Gewebearten

Es gibt viele verschiedene Gewebearten in der Brust. Krebs kann in den meisten davon entstehen, darunter

  • Milchgänge (als duktales Karzinom bezeichnet)

  • Milchdrüsen oder Lobuli (als lobuläres Karzinom bezeichnet)

  • Fett- oder Bindegewebe (als Sarkom bezeichnet): Dieser Typ tritt selten auf.

Das duktale Karzinom macht ungefähr 90 % aller Brustkrebserkrankungen aus.

Ein Morbus Paget der Brustwarze ist ein duktales Karzinom, das die Haut über der und um die Brustwarze betrifft. Das erste Symptom ist eine verkrustete oder schuppige entzündete Stelle an der Brustwarze oder Ausfluss aus der Brustwarze. Gut die Hälfte aller Frauen mit dieser Krebsform hat auch einen ertastbaren Knoten in der Brust. Frauen mit einem Paget-Karzinom an der Brustwarze können auch eine andere Form von Brustkrebs haben. Da die Erkrankung häufig kaum Beschwerden verursacht, dauert es mitunter ein Jahr oder länger, ehe die Frau den Arzt aufsucht. Die Prognose hängt davon ab, wie invasiv und groß der Krebs ist und ob er in die Lymphknoten gestreut hat.

Phylloide Brusttumoren sind relativ selten und machen weniger als 1 Prozent der Brustkrebserkrankungen aus. Etwa die Hälfte von ihnen ist bösartig. Sie entstehen im Brustgewebe um die Milchgänge und Milchdrüsen herum. Bei ungefähr 10 bis 20 Prozent der Frauen mit diesem Tumor streut dieser in andere Körperteile (bildet Metastasen). Bei etwa 20 bis 35 Prozent der betroffenen Frauen tritt er erneut in der Brust auf. Die Prognose ist gut, solange der Tumor nicht gestreut hat.

Ausmaß der Verbreitung

Brustkrebs kann sich auf die Brust beschränken oder über die Lymphgefäße oder das Blut überall im Körper streuen. Krebszellen neigen dazu, die Lymphgefäße in der Brust zu befallen. Die meisten Lymphgefäße in der Brust münden in den Lymphknoten der Achselhöhle (axilläre Lymphknoten). Lymphknoten haben unter anderem die Aufgabe, anormale Zellen, wie Tumorzellen, abzufangen und zu zerstören. Krebszellen, die diese Lymphknoten passiert haben, können sich in anderen Körperteilen ansiedeln.

Metastasen finden sich bei Brustkrebs vor allem in den Knochen und im Gehirn, aber auch in Lunge, Leber, Haut und Kopfhaut. Noch Jahrzehnte nach der Erstdiagnose und Behandlung können dort Metastasen auftreten. Ein Brustkrebs, der sich außerhalb der Brust verbreitet hat, hat wahrscheinlich auch schon andere Körperbereiche befallen, selbst wenn er dort nicht gleich entdeckt wird.

Brustkrebs kann wie folgt eingestuft werden:

  • Carcinoma in situ

  • Invasiver Krebs

Carcinoma in situ bedeutet Krebs an einer Stelle. Es ist das früheste Brustkrebsstadium. Ein Carcinoma in situ (Oberflächenkarzinom) kann zwar einen erheblichen Teil der Brust befallen haben, doch es hat sich noch nicht in das umliegende Gewebe oder in andere Teile des Körpers ausgebreitet.

Ein duktales Carcinoma in situ ist auf die Milchgänge der Brust begrenzt. Es dringt nicht in umgebendes Brustgewebe ein, kann aber entlang der Milchgänge streuen und mit der Zeit auch große Bereiche der Brust befallen. Zu diesem Typ zählen 85 Prozent der Carcinomata in situ und 20 bis 30 Prozent der Brustkrebserkrankungen. Meist wird es bei einer Mammographie festgestellt. Dieser Typ kann invasiv werden.

Ein lobuläres Carcinoma in situ entwickelt sich innerhalb der Milchdrüsen der Brust. Häufig tritt es beidseitig an mehreren Stellen auf. Frauen mit einem lobulären Carcinoma in situ tragen ein Risiko von 1 bis 2 Prozent jährlich, an einem invasiven Brustkrebs in der betroffenen oder der anderen Brust zu erkranken. Das lobuläre Carcinomata in situ macht 1 bis 2 Prozent der Brustkrebserkrankungen aus. Normalerweise kann ein lobuläres Carcinoma in situ nicht durch ein Mammogramm, sondern nur durch eine Biopsie ermittelt werden. Es gibt zwei Formen von lobulären Carcinomata in situ: klassisch und pleomorph. Die klassische Form ist nicht invasiv, aber es erhöht sich das Risiko eines invasiven Karzinoms in beiden Brüsten. Die pleomorphe Form führt zu einer invasiven Krebserkrankung und wird nach Diagnosestellung operativ entfernt.

Ein invasives Karzinom kann weiter wie folgt eingestuft werden:

  • Lokal: Ein lokal invasives Karzinom ist in umliegendes Gewebe eingedrungen, aber noch auf die Brust begrenzt.

  • Regional: Das Karzinom ist in Gewebe in der Nähe der Brüste, wie der Brustwand- oder den Lymphknoten eingedrungen.

  • Entfernt (metastasierend): Das Karzinom hat von der Brust auf andere Teile des Körpers gestreut (Metastasen gebildet).

Das invasive duktale Karzinom beginnt in den Milchgängen, durchbricht jedoch deren Wand und wächst in das umliegende Brustgewebe ein. Es kann sich auch auf andere Körperteile ausbreiten. Sie macht etwa 80 Prozent der invasiven Brustkrebserkrankungen aus.

Ein invasives lobuläres Karzinom geht von den Milchdrüsen der Brust aus, dringt jedoch in das umliegende Brustgewebe ein und breitet sich auf andere Körperteile aus. Es tritt mit höherer Wahrscheinlichkeit in beiden Brüsten auf als andere Brustkrebserkrankungen. Es macht den größten Anteil der restlichen invasiven Brustkrebserkrankungen aus.

Zu den seltenen Formen invasiver Brustkrebserkrankungen gehören Folgende:

  • Medulläres Karzinom

  • Tubuläres Karzinom

  • Metaplastisches Karzinom

  • Muzinöses Karzinom

Muzinöse Karzinome entwickeln sich eher bei älteren Frauen und wachsen langsam. Frauen mit diesen seltenen Brustkrebserkrankungen haben eine viel bessere Prognose als Frauen mit anderen Formen von invasivem Brustkrebs.

Tumorrezeptoren

Alle Zellen, darunter auch die Brustkrebszellen, tragen auf ihrer Oberfläche Moleküle, die sogenannten Rezeptoren. Ein Rezeptor hat eine bestimmte Struktur, an die sich nur ganz bestimmte Substanzen anheften und dadurch die Aktivität der Zelle beeinflussen können. Das Vorhandensein bestimmter Rezeptoren auf den Brustkrebszellen beeinflusst, wie rasch sich der Krebs ausbreitet und wie er behandelt werden kann.

Zu den tumoralen Rezeptoren gehören im Folgenden:

  • Östrogen- und Progesteronrezeptoren: Einige Brustkrebszellen haben Rezeptoren für Östrogen. Das Wachstum von Brustkrebszellen mit Rezeptoren für Östrogen (östrogenrezeptorpositiv) wird durch Östrogen stimuliert. Diese Krebsform tritt häufiger bei Frauen jenseits der Wechseljahre auf als bei jüngeren Frauen. Etwa zwei Drittel der krebskranken postmenopausalen Frauen haben einen östrogenrezeptorpositiven Tumor. Andere Brustkrebszellen haben Rezeptoren für Progesteron. Das daraus resultierende Wachstum von Brustkrebszellen wird durch Progesteron angeregt ( progesteronrezeptorpositiv). Brustkrebserkrankungen mit Östrogenrezeptoren und möglicherweise solche mit Progesteronrezeptoren wachsen langsamer als Zellen ohne diese Rezeptoren und die Prognose ist besser. (Östrogen und Progesteron sind weibliche Sexualhormone.)

  • HER2-Rezeptoren (HER2/neu): Normale Brustzellen haben HER2-Rezeptoren, die ihnen helfen zu wachsen. (HER steht für den Human Epithelial Growth Factor Receptor, der an Vermehrung, Überleben und Differenzierung von Zellen beteiligt ist.) Bei ungefähr 20 Prozent der Brustkrebserkrankungen haben Krebszellen zu viele HER2-Rezeptoren. Solche Krebserkrankungen neigen dazu, rasch zu wachsen.

Weitere Merkmale

Manche Krebserkrankungen werden zudem aufgrund ihrer Merkmale klassifiziert.

Ein Beispiel ist der entzündliche oder inflammatorische Brustkrebs. Der Name bezieht sich auf die Symptome der Krebserkrankung anstatt auf das betroffene Gewebe. Diese Krebserkrankung wächst schnell und ist häufig tödlich. Die Krebszellen blockieren die Lymphgefäße in der Haut der Brust, sodass die Brust entzündet erscheint: sie ist geschwollen, rot und warm. Der inflammatorische Brustkrebs erfasst gewöhnlich die Lymphknoten in den Achselhöhlen, die als derbe Knoten ertastbar sind. Die Lymphknoten können als harte Knoten ertastet werden. In der Brust selbst hingegen ist oft kein Knoten zu spüren, weil dieser Krebs die gesamte Brust erfasst. Inflammatorischer Brustkrebs ist für ungefähr 1 Prozent der Brustkrebserkrankungen verantwortlich.

Symptome

Anfangs verursacht Brustkrebs keine Symptome.

Das erste Symptom von Brustkrebs ist gewöhnlich ein Knoten in der Brust, der sich deutlich anders anfühlt als das umliegende Gewebe. Bei vielen Brustkrebserkrankungen entdecken die Frauen den Knoten selbst. Es kann sich um Krebs handeln, wenn der Knoten eine deutlich ertastbare, derbe Verdickung ist, die nur in einer Brust auftaucht. Verstreute, knotige Veränderungen in der Brust, besonders im oberen äußeren Bereich, deuten eher auf eine fibrozystische Veränderung hin.

Brustschmerzen sind meist nicht das erste Symptom von Brustkrebs.

Im Frühstadium ist der Knoten oft frei unter der Haut verschiebbar.

In fortgeschrittenen Stadien ist er hingegen häufig an der Brustwand oder der Haut darüber festgewachsen. Dann ist der Knoten nicht mehr zu verschieben oder er kann nur mitsamt der Haut bewegt werden. Manchmal können Frauen feststellen, ob sie eine Krebserkrankung haben, die sogar nur leicht an der Brustwand oder -haut haftet, indem sie vor einem Spiegel stehend ihre Arme über den Kopf heben. Liegt in einer Brust eine Krebserkrankung vor, die sich an die Brustwand oder die Haut haftet, kann diese Bewegung die Haut verziehen oder vertiefen bzw. eine Brust erscheint dann anders als die andere.

Bei fortgeschrittenem Krebs können geschwollene Beulen und eiternde Wunden auf der Haut sichtbar sein. Mitunter ist die Haut über dem Knoten schrumpelig und lederartig; ihre Oberfläche ähnelt der einer Orange (Orangenhaut), mit Ausnahme der Farbe.

Der Knoten kann Schmerzen verursachen, doch Schmerzen sind ein unzuverlässiges Zeichen. Schmerzen ohne Knoten sind selten ein Anzeichen für Krebs.

Wenn sich der Krebs ausgebreitet hat, können sich die Lymphknoten wie harte, kleine Kugeln anfühlen, besonders in der Achselhöhle der betroffenen Seite. Sie können aneinanderkleben und an Haut oder Brustwand haften. Normalerweise sind sie höchstens etwas druckempfindlich.

Gelegentlich kommt es auch erst zu den ersten Symptomen, wenn der Krebs in andere Organe gestreut hat. Beispielsweise kann ein Knochen, wenn er Metastasen aufweist, schmerzen oder schwächer werden, was zu Brüchen führt. Bei einer Streuung in die Lunge kann es zu Husten oder Atembeschwerden kommen.

Beim entzündlichen Brustkrebs erscheint die Brust wie bei einer Infektion heiß, rot und geschwollen (eine Infektion liegt jedoch nicht vor). Die Haut kann schrumpelig und ledrig aussehen wie die einer Orange und Rillen aufweisen. Mitunter ist die Brustwarze nach innen gezogen. Häufig tritt Ausfluss aus der Brustwarze auf. Oft ist auch kein Knoten in der Brust tastbar, sondern die komplette Brust vergrößert.

Screening

Weil Brustkrebs selten Symptome in frühen Stadien verursacht, aber eine frühe Behandlung mehr Aussicht auf Erfolg hat, ist eine Früherkennungsuntersuchung (Screening) wichtig. Bei Früherkennungsuntersuchungen wird auf Erkrankungen geprüft, bevor sich Symptome zeigen.

Mögliche Maßnahmen zur Früherkennung von Brustkrebs:

  • Monatliche Selbstuntersuchung der Brust

  • Jährliche Brustuntersuchung durch eine medizinische Fachkraft

  • Mammographie

  • Magnetresonanztomographie (MRT) bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko

Bedenken zur Früherkennung von Brustkrebs

Man würde annehmen, dass jede Untersuchung, die eine schwere Erkrankung diagnostizieren kann, durchgeführt werden sollte. Diese Annahme ist jedoch nicht richtig. Obwohl Früherkennungsmaßnahmen vielerlei Nutzen bieten, können sie auch Probleme verursachen. Beispielsweise liegt manchmal laut den Ergebnissen von Screening-Tests zum Feststellen von Brustkrebs eine Krebserkrankung vor, selbst wenn kein Karzinom vorhanden ist (sog. falsch positives Ergebnis). Fallen die Ergebnisse der Screening-Tests positiv aus, wird in der Regel eine Brustbiopsie durchgeführt. Ein falsch positives Ergebnis bedeutet, dass unnötigerweise eine Biopsie durchgeführt wird und die Patientin unnötigen Ängsten, Schmerzen und Kosten ausgesetzt wird.

Andererseits kann es sein, dass eine vorliegende Krebserkrankung bei den Screening-Tests nicht erkannt wird (sog. falsch negatives Ergebnis). Ein falsch negatives Ergebnis kann Frauen in falscher Sicherheit wiegen und sie veranlassen, spätere Symptome zu ignorieren, die sie sonst nicht ignoriert und von einem Arzt untersuchen lassen hätten.

Des Weiteren haben Ärzte erkannt, dass einige Anomalien, die bei einer Brustbiopsie festgestellt werden, zwar krebsartig erscheinen, aber nicht behandelt werden müssen.

Aufgrund dieser Bedenken versuchen Ärzte, die Verwendung von Screening-Tests zu beschränken. Verschiedene Ärzte und medizinische Organisationen sind sich nicht darüber einig, welche Screening-Tests verwendet und wann diese durchgeführt werden sollen (siehe Tabelle zu Brustkrebs: Wann sollten die Vorsorgeuntersuchungen mittels Mammographie beginnen?). Die Patientinnen sollten ihr individuelles Risiko mit ihrem Arzt besprechen und zusammen mit ihrem Arzt entscheiden, welche Art von Screening-Test, sofern zutreffend, für sie geeignet ist.

Selbstuntersuchung der Brust

In der Vergangenheit wurde von den Ärzten empfohlen, dass Frauen ihre Brüste jeden Monat auf Knoten untersuchen. Es wurde angenommen, dass bei den routinemäßigen Selbstuntersuchungen Knoten entdeckt würden, die einen Krebs im Frühstadium darstellen könnten.

Die Selbstuntersuchung senkt leider nicht die Sterberate an Brustkrebs und mit ihr werden auch nicht so viele Brustkrebserkrankungen im Frühstadium aufgedeckt wie mit der Mammographie. Da bei der Selbstuntersuchung möglicherweise nicht alle Knoten festgestellt werden können, sollten Frauen, die keine Knoten finden, weiterhin ihren Arzt aufsuchen, um wie empfohlen Mammogramme erstellen zu lassen.

So nimmt man eine Selbstuntersuchung der Brust vor

1. Betrachten Sie Ihre Brüste vor einem Spiegel. Die Brüste unterscheiden sich normalerweise etwas in der Größe. Prüfen Sie, ob sich der Größenunterschied verändert hat, ob die Brustwarzen nach innen gezogen erscheinen oder ob Sekret austritt. Achten Sie auf Dellen und Grübchen in der Haut.

So nimmt man eine Selbstuntersuchung der Brust vor

2. Verschränken Sie die Hände hinter dem Kopf, und drücken Sie diese gegen den Kopf. Dadurch werden geringfügige, durch Krebs verursachte Veränderungen besser sichtbar. Achten Sie auf Veränderungen der Form und Kontur Ihrer Brüste, besonders im unteren Bereich.

So nimmt man eine Selbstuntersuchung der Brust vor

3. Stemmen Sie die Hände in die Hüften, und lehnen Sie sich leicht nach vorn zum Spiegel hin, indem Sie die Schultern und Ellbogen nach vorne drücken. Achten Sie wieder auf Veränderungen der Form und Kontur.

So nimmt man eine Selbstuntersuchung der Brust vor

Den nächsten Teil der Untersuchung führen viele Frauen unter der Dusche durch, weil die Hand auf der nassen Haut besser gleitet.

So nimmt man eine Selbstuntersuchung der Brust vor

4. Heben Sie den linken Arm. Tasten Sie die linke Brust mit drei oder vier flach gehaltenen Fingern der rechten Hand sorgfältig ab. Bewegen Sie die Hand in kleinen Kreisen von außen her in Richtung Brustwarze. Drücken Sie dabei sanft, aber fest, und tasten Sie nach ungewöhnlichen Schwellungen und Knoten unter der Haut. Lassen Sie keinen Bereich aus. Untersuchen Sie auch die Achselhöhle und den Bereich zwischen Brust und Achselhöhle sorgfältig auf Knoten.

So nimmt man eine Selbstuntersuchung der Brust vor

5. Drücken Sie vorsichtig die linke Brustwarze zusammen, um zu prüfen, ob Sekret austritt. (Suchen Sie einen Arzt auf, wenn ein Ausfluss jederzeit während des Monats austritt oder während der Selbstuntersuchung der Brust).

Wiederholen Sie Schritt 4 und 5 bei der rechten Brust, indem Sie den rechten Arm heben und mit der linken Hand untersuchen.

6. Legen Sie sich flach auf den Rücken mit einem Kissen oder einem gefalteten Handtuch unter der linken Schulter und dem linken Arm über dem Kopf. In dieser Stellung ist die Brust flach und kann leichter untersucht werden. Untersuchen Sie die Brust gemäß Schritt 4 und 5. Anschließend wird die Untersuchung auf der rechten Seite durchgeführt.

So nimmt man eine Selbstuntersuchung der Brust vor

Frauen, die sich dafür entscheiden, ihre Brüste zu untersuchen, sollten dies jeden Monat zur selben Zeit vornehmen. Am zweiten und dritten Tag nach Ende der Menstruation sind die Brüste meist weniger empfindlich und nicht geschwollen. Frauen nach den Wechseljahren sollten einen beliebigen Tag im Monat, an den sie sich leicht erinnern können, wie z. B. den ersten, für die Untersuchung festlegen.

Nach einer Veröffentlichung des National Cancer Institute.

Brustuntersuchung durch eine medizinische Fachkraft

Eine Brustuntersuchung ist Teil einer routinemäßigen körperlichen Untersuchung. Jedoch kann ein Krebsgeschwür bei ärztlichen Untersuchungen, wie auch bei Selbstuntersuchungen der Brust, übersehen werden. Wenn Frauen ein Screening benötigen oder wünschen, sollte ein empfindlicherer Test, z. B. eine Mammographie, durchgeführt werden, selbst wenn bei einer ärztlichen Untersuchung keine Anomalien festgestellt wurden. Viele Ärzte und medizinische Organisationen fordern keine jährlichen Brustuntersuchungen durch einen Arzt mehr an.

Während der Untersuchung prüft der Arzt die Brust auf Unregelmäßigkeiten wie Grübchen, gespannte Haut, Knoten und Ausfluss. Er tastet (palpiert) jede Brust mit einer flachen Hand ab und prüft, ob die Lymphknoten in der Achselhöhle – dem Bereich, in dem die meisten Brusterkrankungen zuerst streuen – oder über dem Schlüsselbein vergrößert sind. Normale Lymphknoten können nicht durch die Haut ertastet werden, daher geht man davon aus, dass die, die gefunden werden können, auch vergrößert sind. Jedoch können gutartige Bedingungen Lymphknoten auch veranlassen, sich zu vergrößern. Ertastbare Lymphknoten werden geprüft, um festzustellen, ob sie abnorm sind.

Mammographie

Für eine Mammographie werden Röntgenstrahlen eingesetzt, um nach anormalen Bereichen in der Brust zu suchen. Ein Techniker bringt die Brust der Frau auf einer Röntgenstrahlplatte in Position. Die Brust wird mit einer von oben herab geschobenen Kunststoffplatte fest zusammengedrückt. So wird die Brust flachgedrückt, damit die maximale Menge des Gewebes abgebildet sein und untersucht werden kann. Röntgenstrahlen werden abwärts durch die Brust geschickt und produzieren ein Bild auf der Röntgenstrahlplatte. Von jeder Brust werden zwei Aufnahmen gemacht. Anschließend werden die Platten seitlich angebracht, um Aufnahmen aus einer anderen Ebene zu bekommen. Diese Position erstellt eine Seitenansicht der Brust.

Mammographie: Früherkennung von Brustkrebs

Mammographie: Früherkennung von Brustkrebs

Die Mammographie ist eine Methode zur Früherkennung von Brustkrebs. Die Mammographie wurde so konzipiert, dass sie empfindlich genug ist, eine mögliche Krebsentwicklung im Frühstadium, manchmal Jahre bevor diese ertastet werden kann, zu erkennen. Da die Mammographie so empfindlich ist, kann sie Krebs anzeigen, wenn gar keiner vorhanden ist, was man ein falsch positives Resultat nennt. Ungefähr 85 bis 90 Prozent der Abweichungen, die während der Früherkennungsuntersuchung ermittelt werden (das heißt, bei den Frauen ohne Symptome oder Knoten) sind kein Krebs. Ein positives Ergebnis zieht weitere Untersuchungen nach sich, unter anderem eine Biopsie der Brust. Bis zu 15 Prozent aller Mammakarzinome bleiben bei einer Mammographie unentdeckt. Bei Frauen mit dichtem Brustgewebe ist sie weniger genau.

Eine Brusttomosynthese (dreidimensionale Mammographie) kann zusammen mit der Mammographie eingesetzt werden, um ein klares, hochkonzentriertes dreidimensionales Bild der Brust zu erstellen. Durch diese Technik ist es etwas leichter, Krebs zu entdecken, insbesondere bei Frauen mit dichtem Brustgewebe. Bei dieser Form der Mammographie werden Frauen jedoch fast doppelt so viel Strahlung wie bei der traditionellen Mammographie ausgesetzt.

Die Empfehlungen zum Screening mittels Mammographie variieren. Es besteht Uneinigkeit darüber,

  • wann mit dem Screening begonnen werden soll

  • wie häufig ein Screening durchgeführt werden soll

  • wann (oder ob) ein Screening beendet werden soll

Vorsorgliche Mammographien werden allen Frauen ab einem Alter von 50 Jahren empfohlen, manche Experten empfehlen sogar, sie ab einem Alter von 40 oder 45 Jahren durchzuführen. Nach der ersten Mammographie, wann immer sie durchgeführt wurde, wird alle 1 bis 2 Jahre eine weitere Mammographie vorgenommen. Ärzte haben unterschiedliche Empfehlungen dafür, wann mit der vorsorglichen Mammographie begonnen werden sollte, da die Vorteile des Screenings bei Frauen im Alter zwischen 40 bis 49 Jahren unklar sind. Sorge bereitet den Fachleuten auch die erhöhte Strahlenaussetzung, wenn mit dem Screening zu früh begonnen oder ein Screening zu oft durchgeführt wird. Des Weiteren würden Tumore, die sich sonst während der Lebenszeit der Patientin nicht zu einem invasiven Krebs entwickelt hätten, womöglich unnötigerweise behandelt.

Bei Frauen mit Risikofaktoren für Brustkrebs ist es wahrscheinlicher, dass sie einen Nutzen davon haben, mit der Mammographie vor dem 50. Lebensjahr zu beginnen. Sie sollten die Risiken und den Nutzen vorsorglicher Mammographien mit ihrem Arzt besprechen.

Erreicht eine Frau ein Alter von 75 Jahren, kann die vorsorgliche Mammographie je nach Lebenserwartung der Frau und danach, ob sie mit dem Screening fortfahren möchte, eingestellt werden.

Sie ist bei älteren Frauen genauer, teilweise da hier das Fettgewebe in der Brust zunimmt und auffälliges Gewebe besser von Fettgewebe zu unterscheiden ist als von anderem Brustgewebe.

Wussten Sie ...

  • Nur bei ungefähr 10 bis 15 Prozent der Abweichungen, die während der Routineuntersuchung mit der Mammographie ermittelt werden, handelt es sich um Krebs.

Die für die Strahlung verwendete Strahlung ist sehr niedrig und gilt als sicher.

Die Mammographie kann etwas unangenehm sein, aber dieses unangenehme Gefühl dauert nur wenige Sekunden an. Wenn die Mammographie kurz nach der Monatsblutung durchgeführt wird, sind die Brüste weniger empfindlich.

Deodorants und Puder sollten am Tag des Verfahrens nicht verwendet werden, weil sie die Bilderstellung beeinträchtigen können. Das gesamte Verfahren nimmt ungefähr 15 Minuten in Anspruch.

Brustkrebs: Wann sollte mit den Vorsorgeuntersuchungen mittels Mammographie begonnen werden?

Zuweilen sind sich Experten nicht einig, wann die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen mit einer Mammographie beginnen sollten. Da die bei Vorsorgeuntersuchungen festgestellten Krebserkrankungen tödlich verlaufen können, kann man der Ansicht sein, dass das Screening besser früher (im Alter von 40 Jahren) als später (ab 50 Jahren) begonnen werden sollte. Das Screening bringt jedoch auch Nachteile mit sich und die Vorteile für jüngere Frauen sind nicht so eindeutig wie bei älteren.

Unter anderem folgende Punkte sind zu bedenken:

  • Beim Screening werden, vor allem bei jüngeren Frauen, Auffälligkeiten festgestellt, bei denen es sich nicht um Krebs handelt. Wird eine Auffälligkeit festgestellt, ist oft eine Biopsie zur Abklärung notwendig. Daher kann dies zu mehr Brustbiopsien führen, wodurch Frauen bisweilen unnötiger Angst ausgesetzt werden und ihnen unnötige Kosten entstehen. Zudem können die Biopsien zu Narbengewebe an der Brust führen.

  • Einige Brustkrebserkrankungen, wie In-situ-Brustkrebserkrankungen (Tumoren, die noch nicht gestreut haben), sind nicht tödlich. Manche Brustkrebserkrankungen wachsen nur langsam und würden nicht zum Tode führen. Andere Brustkrebserkrankungen wachsen jedoch weiter und breiten sich in anderes Gewebe aus. Es ist nicht sicher, wie viele Krebserkrankungen, die bei einem Screening festgestellt werden, letztendlich tödlich verlaufen. Nichtsdestotrotz werden alle Krebserkrankungen behandelt, da Ärzte aufgrund mangelnder Belege derzeit noch nicht entscheiden können, welche behandelt werden sollten und welche nicht.

  • Bei jüngeren Frauen ist die Mammographie weniger genau. Dadurch können Krebserkrankungen, auch solche die tödlich verlaufen könnten, möglicherweise übersehen werden.

  • Es müssten sehr viele Frauen untersucht werden, um ein Leben zu retten. Mit fortschreitendem Alter müssen sich weniger Frauen einem Screening unterziehen, um ein Leben zu retten. Ab 50 retten die Vorsorgeuntersuchungen Leben und werden auch empfohlen.

Magnetresonanztomographie

Eine MRT kommt bei Frauen mit einem hohen Brustkrebsrisiko zum Einsatz, zum Beispiel bei Vorliegen einer BRCA-Mutation. Das Screening sollte hier auch eine Mammographie und eine Brustuntersuchung durch einen Arzt beinhalten.

Diagnose

  • Mammographie

  • Brustuntersuchung

  • Biopsie

  • Zuweilen Ultraschalluntersuchungen

Wenn bei der Tastuntersuchung ein Knoten oder eine andere verdächtige Veränderung entdeckt wird, sind als nächste Untersuchung weitere Tests erforderlich.

Die Mammographie ist normalerweise das erste Verfahren, wenn nicht durch sie die Abweichung zuerst ermittelt wurde. Sie liefert einen Ausgangswert für spätere Vergleiche. Mit ihr kann auch das Gewebe bestimmt werden, das entfernt und unter dem Mikroskop untersucht werden soll (Biopsie).

Bei Verdacht auf eine fortgeschrittene Krebserkrankung aufgrund der Ergebnisse einer ärztlichen Untersuchung wird zunächst eine Biopsie durchgeführt. Ansonsten ist die Beurteilung gleich wie bei der Beurteilung eines Brustknotens.

Mitunter wird Ultraschall eingesetzt, um zwischen einer mit Flüssigkeit gefüllten Zyste und einem festen Knoten zu unterscheiden. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Zysten normalerweise gutartig sind. Zysten können nur überwacht werden (ohne Behandlung) oder mit einer kleinen Nadel und einer Spritze entleert werden (Aspiration). Die Flüssigkeit der Zyste wird nur dann auf Krebszellen untersucht, wenn Folgendes eintritt:

  • Die Flüssigkeit ist blutig oder trüb.

  • Es ist wenig Flüssigkeit enthalten.

  • Wenn auch nach der Entleerung noch ein Knoten vorliegt.

Andernfalls wird die Frau 4 bis 8 Wochen später wieder untersucht. Wenn zu diesem Zeitpunkt keine Zyste mehr tastbar ist, gilt sie als gutartig. Wenn sie erneut spürbar ist, wird sie nochmals entleert und die Flüssigkeit wird mikroskopisch untersucht. Sollte die Zyste ein drittes Mal entstehen oder nach der Entleerung noch vorhanden sein, wird eine Biopsie durchgeführt. In seltenen Fällen werden Zysten entfernt, wenn Krebs vermutet wird.

Brustbiopsie

Bei einem festen Knoten, der auf Krebs hindeutet, wird eine Gewebeprobe biopsiert, um diese auf Krebszellen zu untersuchen.

Es kann eine von verschiedenen Arten der Biopsie durchgeführt werden:

  • Kern-Nadelbiopsie: Hierbei wird eine breite, hohle Nadel mit einer speziellen Spitze verwendet, um eine Probe des Brustgewebes zu entfernen.

  • Offene Biopsie: Hierbei wird ein kleiner Einschnitt in die Haut gemacht und Brustgewebe und ein Teil des Knotens oder der gesamte Knoten entfernt. Diese Art der Biopsie wird durchgeführt, wenn eine Nadelbiopsie nicht möglich ist (zum Beispiel, wenn kein Knoten tastbar ist). Wenn bei einer Nadelbiopsie kein Krebs festgestellt wurde, kann auch eine offene Biopsie durchgeführt werden, um sicherzugehen, dass nichts übersehen wurde.

Bildgebende Verfahren werden häufig während einer Biopsie durchgeführt, damit der Arzt feststellen kann, wo die Biopsienadel platziert werden soll. Bildgebende Verfahren verbessern die Genauigkeit einer Kernnadelbiopsie.

Wenn beispielsweise ein fester Knoten tastbar ist, kann während der Kernnadelbiopsie Ultraschall eingesetzt werden, damit der Arzt das abnorme Gewebe lokalisieren kann.

Wenn eine Auffälligkeit nur bei einer MRT festgestellt wird, wird die Platzierung der Biopsienadel mithilfe einer MRT geführt.

Eine stereotaktische Biopsie wird immer häufiger durchgeführt. Dadurch kann eine Probe des auffälligen Gewebes auf präzise Weise bestimmt und entfernt werden. Für eine stereotaktische Biopsie werden Mammogramme aus zwei Winkeln angefertigt und die zweidimensionalen Bilder an einen Computer übermittelt. Der Computer vergleicht sie und berechnet die genaue Lage des auffälligen Gewebes in drei Dimensionen.

Bei der Platzierung der Nadel mit einem bildgebenden Verfahren wird gewöhnlich während der Biopsie ein Clip eingesetzt.

Das Biopsiegewebe wird geröntgt, und die Röntgenaufnahme wird mit dem vor der Biopsie angefertigten Mammogramm verglichen, um festzustellen, ob alles auffällige Gewebe entfernt wurde. Eine Mammographie kann 6 bis 8 Wochen nach der Biopsie durchgeführt werden, um nach auffälligem Gewebe zu suchen, das nicht entfernt wurde.

Die meisten Frauen müssen für diese Verfahren nicht in ein Krankenhaus aufgenommen werden. Normalerweise ist nur ein lokales Betäubungsmittel erforderlich.

Bei Verdacht auf Morbus Paget der Brustwarze wird eine Biopsie des Brustwarzengewebes durchgeführt. Mitunter lässt sich diese Krebsform auch durch die mikroskopische Untersuchung einer Probe des Ausflusses diagnostizieren.

Die Biopsie-Gewebeproben werden von einem Pathologen mikroskopisch auf Krebszellen untersucht. Im Allgemeinen bestätigt eine Biopsie Krebs nur bei einigen Frauen mit einer Abweichung, die während der Mammographie ermittelt wird.

Werden Krebszellen entdeckt, wird die Biopsieprobe analysiert, um Eigenschaften der Krebszellen festzustellen, wie beispielsweise

  • Ob die Krebszellen Östrogen- oder Progesteronrezeptoren haben

  • Wie viele HER2-Rezeptoren vorhanden sind

  • Wie schnell sich die Krebszellen teilen

  • Bei einigen Formen von Brustkrebs: genetische Untersuchung der Krebszellen (Multigenpanels)

Diese Informationen helfen Ärzten, einzuschätzen, wie schnell der Krebs sich verbreiten könnte und welche Behandlungen am besten anschlagen würden.

Beurteilung nach der Diagnose von Krebs

Nachdem eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde, wird in der Regel ein Team aus Krebsspezialisten (Onkologen) konsultiert, einschließlich Chirurgen, Spezialisten für medikamentöse Krebsbehandlungen und Radiologen (sogenannte Tumorkonferenz), um zu bestimmen, welche Tests durchgeführt werden sollen, und um die Behandlung zu planen.

Tests können Folgendes umfassen

  • Eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs, um festzustellen, ob der Krebs gestreut hat

  • Blutproben, einschließlich eines großen Blutbildes, Tests zur Leberfunktion und der Bestimmung des Kalziumspiegels, ebenfalls um die Streuung des Krebses zu ermitteln

  • Blut- oder Speichelanalyse bei Frauen mit Risikofaktoren für BRCA-Gene zur Untersuchung auf diese Gene

  • Manchmal Knochenszintigraphien (bildgebende Verfahren der Knochen im gesamten Körper), Computertomographien (CT) des Bauchraums und Brustkorbs sowie MRT

Stadieneinteilung

Wenn Krebs diagnostiziert wird, wird er einem Stadium zugeordnet. Das Stadium ist eine Zahl von 0 bis IV (manchmal mit Buchstaben für genauere Angaben), die widerspiegelt, wie weit fortgeschritten und wie aggressiv der Krebs ist:

  • Stadium 0 wird für Brustkrebserkrankungen in situ wie ein duktales Carcinoma in situ verwendet. In situ bedeutet Krebs am Ursprungsort. Das heißt, dass der Krebs nicht in umliegendes Gewebe eingedrungen ist oder sich auf andere Körperteile ausgebreitet hat.

  • Stadien I bis III werden einem Krebs zugewiesen, der sich in Gewebe innerhalb oder in der Nähe der Brust ausgebreitet hat (lokalisierter oder regionärer Brustkrebs).

  • Stadium IV bezeichnet metastasierenden Brustkrebs (Krebs, der sich von der Brust und den Lymphknoten in der Achselhöhle auf andere Körperteile ausgebreitet hat).

Die Stadieneinteilung hilft den Ärzten bei der Bestimmung der geeigneten Behandlung und Prognose für die Krebserkrankung.

Viele Faktoren fließen in die Bestimmung des Brustkrebsstadiums ein, wie etwa das TNM-Klassifikationssystem.

Die TNM-Klassifikation basiert auf Folgendem:

  • Tumorgröße und -ausdehnung (T): Die Größe des Tumors wird von 0 bis 4 angegeben

  • Lymphknotenbeteiligung (N): Das Ausmaß der Ausbreitung der Krebserkrankung auf Lymphknoten wird von 1 bis 3 angegeben

  • Metastasen (M): Ob der Krebs auf andere Organe gestreut (metastasiert) hat, wird mit 0 (nein) oder 1 (ja) angegeben

Weitere wichtige Faktoren bei der Stadieneinteilung:

  • Differenzierungsgrad: Wie auffällig die Krebszellen unter dem Mikroskop aussehen, wird von 1 bis 3 angegeben

  • Hormonrezeptorstatus: Ob die Krebszellen Östrogen-, Progesteron- und/oder HER2-Rezeptoren haben

  • Genetische Untersuchung des Krebses (z. B. mit dem Test Oncotype DX): Bei einigen Brustkrebsarten kann bestimmt werden, wie viele und welche abnormen Krebsgene vorhanden sind

Der Differenzierungsgrad variiert, da einige Krebszellen auffälliger aussehen als andere (obwohl alle auffällig sind). Wenn die Krebszellen sich nicht allzu sehr von normalen Zellen unterscheiden, wird der Krebs als gut differenziert eingestuft. Wenn die Krebszellen sehr auffällig aussehen, gelten sie als undifferenziert oder gering differenziert. Gut differenzierte Krebsarten wachsen und streuen langsamer als undifferenzierte oder gering differenzierte Krebserkrankungen. Aufgrund dieser und anderer Unterschiede im mikroskopischen Erscheinungsbild weisen die Ärzte den meisten Krebsarten einen Differenzierungsgrad zu.

Das Vorliegen von Hormonrezeptoren und abnormen Genen in den Krebszellen beeinflusst, wie der Krebs auf verschiedene Behandlungen anspricht und welche Prognose er hat.

Der Arzt bespricht mit der betroffenen Frau das Stadium der Krebserkrankung und erklärt ihr, was dies in Bezug auf die Behandlung und das Ergebnis bedeutet.

Prognose

Die Prognose einer Frau hängt im Allgemeinen von Folgendem ab:

  • Wie invasiv und wie groß der Krebs ist

  • Welche Krebsart sie hat

  • Ob er sich auf nahe gelegene Lymphknoten ausgebreitet hat

(Siehe auch The National Cancer Institute: SEER-Programm [Surveillance, Epidemiology and End Results, SEER].)

Die Anzahl und Lage der Lymphknoten mit Krebszellen gehören zu den Hauptfaktoren, die darüber entscheiden, ob die Krebserkrankung geheilt werden kann oder, wenn nicht, wie lange die betroffene Frau überleben wird.

Die 5-Jahres-Überlebensrate für Frauen mit Brustkrebs (der Prozentsatz der Frauen, die 5 Jahre nach der Diagnose noch am Leben sind) liegt bei

  • 98,8 %, wenn der Tumor an seinem ursprünglichen Ort verbleibt (lokal begrenzt)

  • 85,5 %, wenn sich der Tumor auf die umliegenden Lymphknoten, aber nicht weiter ausgebreitet hat (regionär)

  • 27,4 %, wenn sich der Tumor in entfernte Regionen ausgebreitet hat (metastasiert)

  • 54,5 %, wenn das Stadium der Krebserkrankung nicht bestimmt wurde

Bei Brustkrebs mit folgenden Merkmalen ist die Prognose tendenziell schlechter:

  • Brustkrebsdiagnose zwischen 20 und 30 Jahren

  • Große Tumoren

  • Tumoren mit sich rasch teilenden Zellen, wie etwa solche mit nicht klar abgegrenzten Rändern oder Krebs, der sich in der Brust ausgebreitet hat

  • Tumoren ohne Östrogen- oder Progesteronrezeptoren

  • Tumoren mit zu vielen HER2-Rezeptoren

  • Eine BRCA1-Genmutation

Das Vorliegen der BRCA2-Genmutation wirkt sich wahrscheinlich nicht auf den Ausgang einer vorliegenden Krebserkrankung aus. Doch steigt das Risiko einer zweiten Brustkrebserkrankung bei Vorliegen einer der BRCA-Genmutationen.

Vorbeugung

Die Einnahme von Arzneimitteln, die das Brustkrebsrisiko senken (Chemoprävention), wird unter Umständen folgenden Frauen empfohlen:

  • Frauen über 35 Jahre, die bereits ein lobuläres Carcinoma in situ oder eine ungewöhnliche Gewebestruktur (atypische Hyperplasie) in den Milchgängen oder Milchdrüsen hatten

  • Frauen mit einer Mutation des BRCA1- oder BRCA2-Gens

  • Frauen mit einem höheren Brustkrebsrisiko aufgrund ihres derzeitigen Alters, ihres Alters zum Zeitpunkt der ersten Menstruation (Menarche), ihres Alters zum Zeitpunkt der ersten Geburt, der Anzahl an Verwandten ersten Grades mit Brustkrebs und der Ergebnisse früherer Brustbiopsien

Zu den Medikamenten für die Chemoprävention gehört Folgendes:

  • Tamoxifen

  • Raloxifen

Vor Beginn der Chemoprävention sollten die Frauen ihren Arzt zu möglichen Nebenwirkungen befragen.

Risiken von Tamoxifen umfassen Folgendes:

Diese Risiken sind bei älteren Frauen höher.

Raloxifen scheint bei Frauen in den Wechseljahren so effektiv zu sein wie Tamoxifen und hat ein geringeres Risiko für Endometriumkarzinome, Blutgerinnsel und Katarakte.

Beide Arzneimittel können die Knochendichte erhöhen und so für Frauen mit Osteoporose von Vorteil sein.

Behandlung

  • Operation

  • Strahlentherapie

  • Hormonblockierende Medikamente, Chemotherapie oder beides

Normalerweise beginnt die Brustkrebsbehandlung, nachdem die Erkrankung der Frau sorgfältig beurteilt wurde, und zwar mindestens eine Woche nach der Biopsie.

Die Behandlungsmöglichkeiten hängen vom Stadium und der Form der Brustkrebserkrankung sowie von den Rezeptoren des Krebses ab. Jedoch ist die Behandlung komplex, da die verschiedenen Formen von Brustkrebs sich massiv in den Merkmalen wie der Wachstumsgeschwindigkeit, der Art der Ausbreitung (Metastasierung) und dem Ansprechen auf die verschiedenen Behandlungen unterscheiden. Zusätzliche gibt es noch viele offene Fragen zu Brustkrebs. Daher haben die Ärzte unterschiedliche Meinungen darüber, welche Behandlung sich für eine bestimmte Frau am besten eignet.

Die Präferenzen einer Frau und ihres Arztes beeinflussen die Behandlungsentscheidungen. Frauen mit Brustkrebs sollten klare Erklärungen darüber verlangen, was über den Krebs bekannt ist und was noch offen ist, und sich auch umfassend über die Behandlungsmöglichkeiten informieren lassen. Dann können sie die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Behandlungen gegeneinander abwägen und sie entsprechend annehmen oder ablehnen. Die Brust in Teilen oder im Ganzen zu verlieren kann emotional traumatisch sein. Frauen müssen sich im Klaren darüber sein, wie sie zu dieser Behandlung stehen, die ihr Bewusstsein als ganze Frau und ihre Sexualität massiv beeinflussen könnte.

Ärzte können die Frauen mit Brustkrebs bitten, an klinischen Studien teilzunehmen, um eine neue Behandlung zu erforschen. Neue Behandlungen zielen darauf ab, die Überlebenschancen oder Lebensqualität zu verbessern. Alle Frauen, die an einer Forschungsstudie teilnehmen, werden behandelt, weil eine neue Behandlung mit anderen wirkungsvollen Behandlungen verglichen wird. Frauen sollten ihren Arzt bitten, sie über die Risiken und den möglichen Nutzen der Teilnahme zu informieren, damit sie eine fundierte Entscheidung treffen können.

Die Behandlung sieht meist auch einen chirurgischen Eingriff vor und schließt häufig eine Strahlentherapie und eine Chemotherapie oder hormonblockierende Medikamente mit ein. Frauen können an einen Facharzt für plastische Chirurgie oder Rekonstruktionschirurgie überwiesen werden, der den Krebs entfernen und die Brust im Rahmen derselben Operation rekonstruieren kann.

Operation

Der bösartige Tumor und ein Teil des umliegenden Gewebes werden entfernt. Es gibt zwei Hauptalternativen für die Entfernung eines Tumors:

  • Brusterhaltende Operation

  • Abnahme der Brust (Mastektomie)

Bei Frauen mit invasivem Karzinom (Stadium I oder höher) ist die Mastektomie nicht effektiver als eine brusterhaltende Operation zusammen mit einer Strahlentherapie, solange der gesamte Tumor während der brusterhaltenden Operation entfernt werden kann. Bei der brusterhaltenden Operation entfernen die Ärzte den Tumor zusammen mit einigem gesundem Gewebe in der Umgebung, um das Risiko zu verringern, dass krebsbefallenes Gewebe zurückbleibt.

Vor dem chirurgischen Eingriff könnte eine Chemotherapie eingesetzt werden, um den Tumor vor der Entfernung zu schrumpfen. Mit diesem Behandlungsansatz können Frauen manchmal eine brusterhaltende Operation anstelle einer Mastektomie erhalten.

Brusterhaltende Operation

Bei der brusterhaltenden Operation wird ein möglichst großer Teil der Brust (aus kosmetischen Gründen) intakt gelassen. Es ist jedoch wichtiger, sicherzustellen, dass das komplette Krebsgewebe entfernt und kein möglicherweise krebshaltiges Gewebe übersehen wird.

Bei der brusterhaltenden Operation bestimmen die Ärzte zunächst, wie groß der Tumor ist und wie viel Gewebe darüber hinaus (sogenannte Ränder) entfernt werden muss. Die Größe der Ränder basiert darauf, wie groß der Tumor im Verhältnis zur Brust ist. Dann wird der Tumor mit den Rändern chirurgisch entfernt. Gewebe aus den Rändern wird unter dem Mikroskop auf Krebszellen untersucht, die sich außerhalb des Tumors ausgebreitet haben. Diese Befunde helfen dem Arzt bei der Entscheidung, ob eine weitere Behandlung erforderlich ist. Verschiedene Begriffe (wie Lumpektomie, weite Exzision, Quadrantektomie) werden verwendet, um zu beschreiben, wie viel Brustgewebe entfernt wird.

An eine brusterhaltende Operation schließt sich normalerweise eine Strahlentherapie an.

Der Hauptvorteil der brusterhaltenden Operation ist kosmetischer Natur: Mit diesem chirurgischen Eingriff bleibt möglicherweise das Körperbild erhalten. Wenn der Tumor im Verhältnis zur Brust groß ist, eignet sich diese Art operativer Eingriff weniger. In solchen Fällen würde das Entfernen des Tumors sowie des umliegenden gesunden Gewebes beinahe die ganze Brust betreffen. Eine brusterhaltende Operation eignet sich in der Regel dann, wenn die Tumoren klein sind. Bei ungefähr 15 Prozent der Frauen, die sich einer brusterhaltenden Operation unterziehen, ist die Gewebemasse, die entfernt wird so klein, dass man den Unterschied zwischen der operierten und der unbehandelten Brust kaum sehen kann. Allerdings schrumpft bei den meisten Frauen, die eine Brustoperation hatten, die Brust etwas und kann ihre Form verändern.

Mastektomie

Die Mastektomie ist die andere hauptsächliche operative Alternative. Es gibt verschiedene Formen. Bei allen Arten wird das gesamte Brustgewebe entfernt. Welches andere Gewebe und wie viel davon jedoch belassen oder ebenfalls entfernt wird, ist von der Form abhängig:

  • Bei der hautsparenden Mastektomie wird der Muskel unter der Brust nicht entfernt und ausreichend Haut belassen, um die Wunde abzudecken. Eine Rekonstruktion der Brust ist viel einfacher, wenn diese Gewebe belassen werden. Die Lymphknoten in der Achselhöhle werden nicht entfernt.

  • Brustwarzenerhaltende Mastektomie ist das Gleiche wie die hautsparende Mastektomie, wobei auch die Brustwarze und die pigmentierte Haut um die Brustwarze (Warzenhof) erhalten werden.

  • Bei der einfachen Mastektomie werden der Muskel unter der Brust (Pectoralis) und die Lymphknoten in der Achselhöhle nicht entfernt.

  • Bei der modifiziert radikalen Mastektomie werden einige Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt, wobei jedoch der Muskel unter der Brust erhalten bleibt.

  • Bei der radikalen Mastektomie werden die Lymphknoten in der Achselhöhle und der Brustmuskel unter der Brust entfernt. Dieses Verfahren wird heute nur selten und nur dann durchgeführt, wenn sich der Krebs auf den Muskel unter der Brust ausgebreitet hat.

Beurteilung der Lymphknoten

Ein Netzwerk an Lymphgefäßen und Lymphknoten (Lymphsystem) sorgt dafür, dass Flüssigkeit aus dem Brustgewebe (und aus anderen Bereichen des Körpers) abfließt. Lymphknoten dienen dem Einfangen von fremden oder anormalen Zellen (wie Bakterien oder Krebszellen), die in der Flüssigkeit enthalten sein können. Aus diesem Grund wandern die Brustkrebszellen häufig in die Lymphknoten in der Nähe der Brust, wie etwa in der Achselhöhle. In der Regel werden fremde und auffällige Zellen zerstört. Die Krebszellen wachsen jedoch mitunter in den Lymphknoten weiter oder gelangen durch sie in die Lymphgefäße und breiten sich auf entferntere Körperteile aus.

Die Lymphknoten der Achselhöhle werden auf gestreuten Krebs untersucht. Wenn Krebs in diesen Lymphknoten gefunden wird, ist es wahrscheinlicher, dass er sich bereits auf andere Teile des Körpers ausgebreitet hat. In solchen Fällen kann eine andere Behandlung notwendig sein.

Zunächst werden die Achselhöhlen auf vergrößerte Lymphknoten abgetastet. Abhängig vom Ergebnis kann eines oder mehrere der folgenden Verfahren durchgeführt werden:

  • Ultraschalluntersuchung auf möglicherweise vergrößerte Lymphknoten

  • Biopsie (durch Entfernung eines Lymphknotens oder einer Gewebeprobe mit einer Nadel unter Ultraschall-Sicht)

  • Lymphknotendissektion in den Achselhöhlen: Entfernung vieler (meist 10 bis 20) Lymphknoten in der Achselhöhle

  • Sentinel-Lymphknotendissektion: Entfernung von nur einem Lymphknoten oder von Knoten, in die die Krebszellen am wahrscheinlichsten streuen

Wenn ein vergrößerter Lymphknoten in der Achselhöhle ertastet wird oder wenn eine Vergrößerung nicht sicher nachweisbar ist, wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Wird ein vergrößerter Lymphknoten festgestellt, wird eine Nadel eingeführt, um eine Gewebeprobe zur Untersuchung zu entnehmen (Feinnadel- oder Kernnadelbiopsie). Die Platzierung der Nadel erfolgt ultraschallgeführt.

Wird bei der Biopsie Krebs festgestellt, wird normalerweise eine Lymphknotendissektion der Achselhöhle durchgeführt. Die Entfernung vieler Lymphknoten aus der Achselhöhle heilt den Krebs auch dann nicht, wenn die Lymphknoten krebsartig sind. Jedoch wird der Krebs aus der Achselhöhle entfernt und der Arzt kann über die Behandlung entscheiden.

Wird bei der Biopsie nach der Ultraschalluntersuchung kein Krebs festgestellt, wird eine Sentinel-Lymphknotenbiopsie vorgenommen, da Krebszellen in anderen Teilen des Lymphknotens vorhanden sein können, auch wenn in der Biopsieprobe keine vorliegen.

Wenn keine vergrößerten Lymphknoten in der Achselhöhle tastbar sind, wird eine Sentinel-Lymphknotenbiopsie als Teil der Operation zur Krebsentfernung durchgeführt.

Eine Sentinel-Lymphknotenbiopsie erfolgt normalerweise anstelle einer Lymphknotendissektion der Achselhöhle, um die ansonsten unauffälligen Lymphknoten zu beurteilen. Bei einer Sentinel-Lymphknotenbiopsie werden ein blaues Kontrastmittel und/oder eine radioaktive Substanz in der Nähe des Tumors in die Brust gespritzt. Dadurch wird der Weg von der Brust bis zum ersten Lymphknoten (oder den ersten Lymphknoten) in der Achselhöhle sichtbar. Anschließend erfolgt ein kleiner Schnitt in der Achselhöhle, um den Bereich um den Tumor einsehen zu können. Es wird nach blau wirkenden oder ein radioaktives Signal aussendenden Lymphknoten gesucht (letzteres wird mithilfe eines Handgeräts erkannt). Dies sind die Lymphknoten, in die die Krebszellen am wahrscheinlichsten gestreut haben. Sie werden als Sentinel-Lymphknoten bezeichnet, da sie das erste Warnsignal einer Streuung der Krebserkrankung sind. Die entfernten Knoten werden an ein Labor geschickt und dort auf Krebs untersucht.

Sind die Sentinel-Lymphknoten frei von Krebszellen, werden keine anderen Lymphknoten entfernt.

Sind die Sentinel-Knoten befallen, kann eine Lymphknotendissektion der Achselhöhle durchgeführt werden. Dies hängt von verschiedenen, im Folgenden aufgeführten Faktoren ab:

  • Ob eine Mastektomie geplant ist

  • Wie viele Sentinel-Knoten vorliegen und ob der Krebs sich außerhalb der Knoten ausgebreitet hat

Manchmal wird bei einem chirurgischen Eingriff zur Entfernung des Tumors festgestellt, dass sich der Krebs in die Lymphknoten ausgebreitet hat und eine Lymphknotendissektion der Achselhöhle erforderlich ist. Vor der Operation können die Frauen gefragt werden, ob sie mit einem größeren Eingriff einverstanden sind, falls der Chirurg feststellt, dass sich der Krebs auf die Lymphknoten ausgebreitet hat. Andernfalls wird bei Bedarf ein zweiter Eingriff durchgeführt.

Die Entfernung der Lymphknoten führt häufig zu Problemen, da der Abfluss (Drainage) von Flüssigkeiten in den Geweben in Mitleidenschaft gezogen wird. Dadurch kann sich Flüssigkeit anstauen und anhaltende Schwellungen im Arm oder der Hand verursachen (Lymphödem). Die Beweglichkeit von Arm und Schulter kann eingeschränkt sein. Je mehr Lymphknoten entfernt werden, desto schlimmer ist die Schwellung. Bei der Sentinel-Lymphknotenbiopsie werden weniger Lymphödeme als bei der Biopsie der axillären Lymphknoten verursacht.

Wenn ein Lymphödem entsteht, kann es von speziell ausgebildeten Therapeuten behandelt werden. Sie zeigen den Frauen, wie sie diesen Bereich massieren müssen, damit die darin angestaute Flüssigkeit abfließen kann und wie man eine Bandage anlegt, die eine Wiederansammlung von Flüssigkeit verhindern hilft. Der betroffene Arm sollte so normal wie möglich eingesetzt werden, mit Ausnahme von schwerem Heben, wo eher der gesunde Arm zum Einsatz kommen sollte. Frauen sollten den betroffenen Arm täglich wie angewiesen trainieren und ihn über Nacht dauerhaft verbunden lassen.

Wenn die Lymphknoten entfernt wurden, können die Frauen angewiesen werden, Ärzte darum zu bitten, keine Katheter oder Nadeln in die Venen des betroffenen Arms einzuführen und den Blutdruck nicht auf dieser Seite zu messen. Durch diese Verfahren ist die Wahrscheinlichkeit auftretender oder sich verschlechternder Lymphödeme höher. Die Frauen werden zudem angewiesen, Handschuhe zu tragen, wenn sie Arbeit verrichten, bei der die Haut an der Hand und dem Arm der betroffenen Seite gekratzt oder verletzt werden kann. Das Risiko eines Lymphödems kann durch Vermeidung von Verletzungen und Infektionen reduziert werden.

Zudem kann es nach der Entfernung von Lymphknoten zu vorübergehender oder dauerhafter Taubheit, einem dauerhaften Brennen und einer Infektion kommen.

Was ist ein Sentinel-Lymphknoten?

Ein Netzwerk an Lymphgefäßen und Lymphknoten sorgt dafür, dass die Flüssigkeit aus dem Brustgewebe abfließt. Die Lymphknoten dienen dem Einfangen von fremden oder anormalen Zellen (wie Bakterien oder Krebszellen), die in der Flüssigkeit enthalten sein können. Mitunter passieren Krebszellen die Lymphknoten und breiten sich über die Lymphgefäße auf entferntere Körperteile aus.

Auch wenn die Flüssigkeit aus dem Brustgewebe letztendlich in viele Lymphknoten gelangt, durchfließt diese zunächst nur einen oder nur wenige nahegelegene Lymphknoten. Diese werden als Sentinel-Lymphknoten bezeichnet, da sie das erste Warnsignal einer Streuung der Krebserkrankung sind.

Was ist ein Sentinel-Lymphknoten?

Brustrekonstruktionsoperation

Ein Wiederaufbau der Brust kann gleich im Anschluss an die Mastektomie, aber auch später stattfinden.

Die Frau und ihr Arzt sollten während der Behandlung bereits früh einen plastischen Chirurgen konsultieren, um die Brustrekonstruktionsoperation zu planen. Wann eine Rekonstruktion durchgeführt wird, hängt nicht nur von den Wünschen der Frau, sondern auch von den anderen notwendigen Behandlungen ab. Wenn zum Beispiel vor der Rekonstruktion eine Strahlentherapie durchgeführt wird, sind die Rekonstruktionsmöglichkeiten begrenzt.

Meist wird der chirurgische Eingriff wie folgt durchgeführt:

  • Einsetzen eines Implantats (aus Silikon oder Kochsalzlösung)

  • Rekonstruktion der Brust mithilfe von Gewebe, das aus anderen Körperteilen der Frau entnommen wird

Oft wird Gewebe für eine Brustrekonstruktion von einem Muskel im Unterbauch entnommen. Alternativ kann die Brust mit Haut und Fettgewebe (anstelle von Muskeln) aus dem Unterbauch rekonstruiert werden.

Vor dem Einsetzen werden die restliche Haut und Muskeln der Brust mit einem ballonähnlichen Gewebeexpander geweitet, um Platz für das Implantat zu schaffen. Der Gewebeexpander wird während der Mastektomie unter den Brustmuskel gelegt. Der Expander verfügt über ein kleines Ventil, zu dem der Arzt durch Einführen einer Nadel durch die Haut Zugang hat. Über die darauffolgenden Wochen wird regelmäßig eine Kochsalzlösung durch das Ventil gespritzt, um den Expander jedes Mal ein bisschen mehr zu weiten. Sobald dies abgeschlossen ist, wird der Expander entfernt und das Implantat eingesetzt.

Alternativ kann für den Wiederaufbau körpereigenes Gewebe verwendet werden (wie Muskeln und Gewebe unter der Haut). Dieses Gewebe wird vom Bauch, dem Rücken oder Gesäß entnommen und dann verwendet, um eine Brust zu formen.

Die Brustwarze und die umgebende Haut werden meist bei einem späteren Eingriff gebildet. Es stehen verschiedene Techniken zur Verfügung. Diese schließen die Verwendung von körpereigenem Gewebe sowie Tätowieren ein.

Mithilfe einer Operation kann auch die zweite Brust angepasst (vergrößert, verkleinert oder angehoben) werden, sodass beide Brüste gleich aussehen.

Wiederaufbau der Brust

Nachdem ein Allgemeinchirurg einen Brusttumor und das umliegende Brustgewebe (Brustamputation) entfernt hat, kann ein plastischer Chirurg die Brust wiederaufbauen. Es kann ein Silikon- oder Salzimplantat verwendet werden. Bei einer komplexeren Operation könnte auch Gewebe aus anderen Körperbereichen der Frau, wie dem Bauch, dem Gesäß oder dem Rücken entnommen werden.

Die Rekonstruktion kann zur gleichen Zeit wie die Brustamputation erfolgen - bei dieser Option bleibt die Patientin länger anästhesiert - oder zu einem späteren Zeitpunkt, wobei zweimal anästhesiert werden muss.

Die Rekonstruktion der Brustwarze und der umgebenden Haut wird später durchgeführt, meist in der Arztpraxis. Eine Vollnarkose ist nicht notwendig.

Bei vielen Frauen sieht eine rekonstruierte Brust natürlicher aus als die Brust nach einer Strahlentherapie, besonders wenn es sich um einen großen Tumor handelte.

Wenn ein Implantat verwendet wird und genügend Haut übrig war, um es abzudecken, bleibt die Empfindungsfähigkeit der Haut über dem Implantat relativ gut erhalten. Kein Implantat fühlt sich jedoch so an wie eine echte Brust. Wenn Haut von anderen Körperteilen verwendet wird, um die Brust zu bedecken, geht viel der Empfindung verloren. Allerdings fühlt sich das körpereigene Gewebe mehr wie Brustgewebe an als Implantate.

Silikon läuft gelegentlich aus seinem Beutel aus. Infolgedessen kann ein Implantat hart werden, ein unangenehmes Gefühl verursachen, und weniger attraktiv aussehen. Silikon fließt manchmal auch in den Blutstrom.

Einige Frauen haben Bedenken, dass das undichte Silikon Krebs in anderen Körperteilen oder seltene Krankheiten wie den systemischen Lupus erythematodes (Lupus) verursacht. Es gibt kaum Hinweise dafür, dass das Auslaufen von Silikon diese ernsthaften Folgen nach sich zieht, aber da es dennoch der Fall sein könnte, hat der Einsatz von Silikon-Implantaten abgenommen, vor allem bei Frauen, die keinen Brustkrebs hatten.

Wiederaufbau der Brust

Erhaltung der Fruchtbarkeit

Frauen sollten während der Behandlung von Brustkrebs nicht schwanger werden.

Wenn Frauen nach der Behandlung Kinder bekommen möchten (ihre Fruchtbarkeit also erhalten bleiben soll), werden sie vor Beginn der Behandlung an einen Facharzt für Reproduktions-Endokrinologie verwiesen. Diese Frauen können sich dann über Verfahren informieren, die es ihnen ermöglichen könnten, nach der Behandlung Kinder zu bekommen.

Optionen zur Erhaltung der Fruchtbarkeit umfassen Techniken zur künstlichen Befruchtung mit Stimulation der Eierstöcke und einem Einfrieren von Eizellen oder Embryos.

Die Wahl des Verfahrens zur Erhaltung der Fruchtbarkeit hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Form der Brustkrebserkrankung

  • Art der geplanten Brustkrebsbehandlung

  • Präferenzen der betroffenen Frau

Techniken zur künstlichen Befruchtung können bei Frauen mit einer östrogenrezeptorpositiven Krebserkrankung Nebenwirkungen haben.

Entfernung der Brust ohne Krebs

Bestimmte Frauen mit Brustkrebs haben ein hohes Risiko, auch in der anderen Brust (der bisher krankheitsfreien) an Brustkrebs zu erkranken. Ärzte können daher vorschlagen, dass sich diese Frauen die Brust entfernen lassen, bevor sich Krebs entwickelt. Dieses Verfahren wird als prophylaktische (d. h. präventive) kontralaterale (d. h. die gegenüberliegende Seite betreffende) Mastektomie bezeichnet. Diese vorbeugende Operation kann bei Frauen mit folgenden Merkmalen angebracht sein:

  • Eine Genmutation, die das Risiko einer Brustkrebserkrankung erhöht (BRCA1 oder BRCA2)

  • Mindestens zwei Fälle von Brust- oder Eierstockkrebs in der Familie, in der Regel bei Familienangehörigen ersten Grades

  • Auf die Brust gerichtete Strahlentherapie in einem Alter von unter 30 Jahren

  • Lobuläres Carcinoma in situ (ein nicht invasiver Typ)

Bei Frauen mit lobulärem Carcinoma in situ in einer Brust ist die Wahrscheinlichkeit einer invasiven Krebserkrankung in beiden Brüsten gleich hoch. Daher besteht die einzige Möglichkeit, das Brustkrebsrisiko für diese Frauen zu eliminieren, darin, beide Brüste zu entfernen. Einige Frauen, besonders diejenigen, die ein hohes Risiko tragen, an invasivem Brustkrebs zu erkranken, wählen diese Option.

Die Vorteile einer kontralateralen prophylaktischen Mastektomie umfassen Folgendes:

  • Längeres Überleben von Frauen mit Brustkrebs und BRCA1- oder BRCA2-Mutation sowie möglicherweise von Frauen unter 50 Jahren, wenn Brustkrebs diagnostiziert wird

  • Verminderter Bedarf an mühsamen bildgebenden Verfahren zur Nachbeobachtung nach der Behandlung

  • Bei manchen Frauen verringerte Angstgefühle

Die Nachteile dieses Verfahrens umfassen Folgendes:

  • Doppelt so hohes Komplikationsrisiko

Statt einer kontralateralen prophylaktischen Mastektomie entscheiden sich manche Frauen dafür, die Brust vom Arzt eng auf das Entstehen einer Krebserkrankung überwachen zu lassen – zum Beispiel mit bildgebenden Verfahren.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird eingesetzt, um Krebszellen an der und um die Stelle herum, wo der Tumor entfernt wurde, einschließlich der Lymphknoten, abzutöten. Eine Strahlentherapie nach der brusterhaltenden Operation oder Brustamputation senkt das Risiko einer wiederkehrenden Krebserkrankung in der Nähe der Tumorstelle und den benachbarten Lymphknoten. Sie kann die Überlebenschancen der Frauen verbessern, die große Tumoren oder eine Krebserkrankung haben, die sich auf mehrere benachbarte Lymphknoten ausgebreitet hat, und sie kann auch die Überlebenschancen für andere Frauen erhöhen.

Zu den Nebenwirkungen der Strahlentherapie zählen Schwellungen in der Brust, Rötung und Blasenbildung der Haut im behandelten Bereich sowie Erschöpfung. Diese Erscheinungen bilden sich gewöhnlich innerhalb weniger Monate und höchstens einem Jahr zurück. Weniger als 5 Prozent der Frauen, die sich einer Strahlenbehandlung unterziehen, erleiden Rippenbrüche, die geringe Beschwerden verursachen. Bei ungefähr 1 Prozent von Frauen entwickelt sich eine leichte Lungenentzündung 6 bis 18 Monate nach der Strahlentherapie. Die Entzündung verursacht bei körperlicher Aktivität für bis zu 6 Wochen einen trockenen Husten und Kurzatmigkeit. Nach der Strahlentherapie können Lymphödeme entstehen.

Um Strahlentherapie zu verbessern, untersuchen Ärzte einige neue Verfahren. Viele dieser erforschten Ansätze zielen darauf ab, die Strahlung stärker auf den Krebs zu begrenzen, damit der Rest der Brust von den Strahlen verschont bleibt.

Arzneimittel

Chemotherapie und hormonblockierende Arzneimittel können das Wachstum der Krebszellen im gesamten Körper unterdrücken.

Bei Frauen mit invasivem Brustkrebs werden gewöhnlich bald nach der Operation chemotherapeutische oder hormonblockierende Medikamente verordnet. Diese Medikamente werden monate- oder jahrelang fortgesetzt. Manche Mittel wie Tamoxifen werden bis zu 5 bis 10 Jahre lang eingenommen. Wenn Tumoren größer als 5 cm sind, können vor der Operation chemotherapeutische oder hormonblockierende Medikamente verordnet werden. Diese Arzneimittel verzögern oder verhindern ein Wiederauftreten der Krebserkrankung bei den meisten Frauen und verlängern das Überleben bei manchen von ihnen. Einige Fachleute sind jedoch der Ansicht, dass diese Arzneimittel nicht notwendig sind, wenn der Tumor klein ist und die Lymphknoten nicht betroffen sind, insbesondere bei Frauen nach den Wechseljahren, da deren Prognose bereits ausgezeichnet ist.

Die Analyse des genetischen Krebsmaterials (prädiktiver genomischer Test) kann bei einer Prognose unterstützen, welche Krebsformen auf Chemotherapie oder hormonblockierende Medikamente ansprechen würden.

Chemotherapie

Chemotherapien töten Zellen, die sich rasch vermehren, ab oder verlangsamen ihre Vermehrung. Chemotherapeutika alleine können keinen Brustkrebs kurieren. Sie müssen in Kombination mit einem operativen Eingriff oder Strahlentherapie eingesetzt werden. Die Chemotherapeutika werden gewöhnlich in Zyklen intravenös verabreicht. Manchmal werden sie oral verabreicht. Normalerweise folgen auf einen Behandlungstag 2 oder mehr behandlungsfreie Wochen zur Erholung. Es ist wirkungsvoller, mehrere Chemotherapiemedikamente zu kombinieren, als nur eines einzusetzen. Die Wahl der Arzneimittel richtet sich teilweise danach, ob in den nahe gelegenen Lymphknoten Krebszellen entdeckt wurden.

Zu den häufig verwendeten Arzneimitteln zählen Cyclophosphamid, Doxorubicin, Epirubicin, 5-Fluorouracil, Methotrexat und Paclitaxel (siehe Chemotherapie).

Nebenwirkungen (wie Erbrechen, Übelkeit, Haarverlust und Erschöpfung) schwanken abhängig davon, welche Arzneimittel eingesetzt werden. Wenn eine Chemotherapie die Eier in den Eierstöcken zerstört, führt sie zu Unfruchtbarkeit und dem vorzeitigen Einsetzen der Wechseljahre. Die Chemotherapie kann auch die Bildung von Blutkörperchen im Knochenmark unterdrücken. Dadurch entstehen Blutarmut, Blutungen oder ein Anstieg des Infektionsrisikos. Arzneimittel wie Filgrastim oder Pegfilgrastim können eingesetzt werden, um das Knochenmark zur Bildung von Blutkörperchen anzuregen.

Hormonblockierende Medikamente

Hormonblockierende Arzneimittel mindern die Aktivität von Östrogen oder Progesteron, die das Wachstum von Krebszellen mit Östrogen- und/oder Progesteronrezeptoren fördern. Hormonblockierende Medikamente können manchmal auch als Ersatz für eine Chemotherapie zum Einsatz kommen, wenn die Krebszellen diese Rezeptoren aufweisen. Die Vorteile von hormonblockierenden Medikamenten sind am größten, wenn Krebszellen sowohl Östrogen- als auch Progesteronrezeptoren aufweisen.

Einige hormonblockierende Medikamente:

  • Tamoxifen: Tamoxifen, ein oral verabreichter Wirkstoff, ist ein selektiver Östrogen-Rezeptormodulator. Er bindet sich an Östrogenrezeptoren und hemmt das Wachstum von Brustgewebe. Bei östrogenrezeptorpositivem Krebs erhöht Tamoxifen, das 5 Jahre lang angewendet wird, die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa 25 Prozent; eine zehnjährige Behandlung kann sogar noch wirksamer sein. Tamoxifen ist mit Östrogen verwandt und hat ähnliche Nutzen und Risiken wie eine Östrogentherapie nach den Wechseljahren. Es kann beispielsweise das Risiko von Osteoporose und Frakturen verringern. Es erhöht das Risiko von Blutgerinnseln in den Beinen und in der Lunge. Es erhöht auch das Risiko einer Krebserkrankung der Gebärmutter (Endometriumkarzinom). Wenn also Frauen Tamoxifen einnehmen und Blutungen aus der Scheide bemerken, müssen sie den Arzt aufsuchen. Jedoch überwiegen die besseren Überlebenschancen nach einer Brustkrebsdiagnose das Risiko einer Erkrankung an einem Endometriumkarzinom bei weitem. Anders als bei der Östrogentherapie kann Tamoxifen jedoch die Trockenheit der Scheide und Hitzewallungen nach den Wechseljahren verstärken.

  • Aromatasehemmer: Diese Arzneimittel (Anastrozol, Exemestan und Letrozol) hemmen die Aromatase (ein Enzym, das einige Hormone in Östrogen umwandelt) und verringern folglich die Produktion von Östrogen. Bei postmenopausalen Frauen können diese Arzneimittel wirkungsvoller sein als Tamoxifen. Aromatasehemmer können anstelle von Tamoxifen oder nach Abschluss der Behandlung mit Tamoxifen verabreicht werden. Aromatasehemmer können das Risiko der Osteoporose erhöhen.

Monoklonale Antikörper

Monoklonale Antikörper sind synthetische Kopien (oder leicht modifizierte Versionen) der natürlichen Substanzen, die Teil des Immunsystems im Körper sind. Solche Mittel stärken die Fähigkeit des Immunsystems, Krebs zu bekämpfen.

Trastuzumab und Pertuzumab sind eine Art monoklonaler Antikörper, die Anti-HER2-Medikamente genannt werden. Sie werden zusammen mit einer Chemotherapie bei metastasierendem Brustkrebs eingesetzt, aber nur dann, wenn die Krebszellen zu viele HER2-Rezeptoren aufweisen. Diese Arzneimittel binden sich an die HER2-Rezeptoren und unterbinden damit die Vermehrung der Krebszellen. Manchmal werden beide Medikamente gemeinsam verwendet. Trastuzumab wird normalerweise für ein Jahr genommen. Beide Medikamente können den Herzmuskel schwächen. Daher wird die Herzfunktion während der Behandlung überwacht.

Behandlung des nicht invasiven Karzinoms (Stadium 0)

Beim duktalen Carcinoma in situ besteht die Behandlung in der Regel aus einer der folgenden Maßnahmen:

  • Mastektomie

  • Entfernung des Tumors sowie einer großen Menge des umgebenden gesunden Gewebes (weite Exzision) mit oder ohne Strahlentherapie

Manchen Frauen mit duktalem Carcinoma in situ erhalten im Rahmen ihrer Behandlung auch hormonblockierende Medikamente.

Beim lobulären Carcinoma in situ besteht die Behandlung aus folgenden Maßnahmen:

  • Klassisches lobuläres Carcinoma in situ: Operative Entfernung zur Untersuchung auf Krebs und nachfolgende Beobachtung, sofern kein Krebs entdeckt wird, sowie manchmal Tamoxifen, Raloxifen oder Aromatasehemmer, um das Risiko eines invasiven Karzinoms zu verringern

  • Pleomorphes lobuläres Carcinoma in situ: Chirurgischer Eingriff zur Entfernung des abnormen Bereichs und manchmal Tamoxifen oder Raloxifen, um das Risiko eines invasiven Karzinoms zu verringern

Beobachtung heißt, dass Sie 5 Jahre lang alle 6 bis 12 Monate und anschließend jährlich untersucht werden, einschließlich der jährlichen Erstellung eines Mammogramms. Wenn sich tatsächlich ein invasiver Krebs entwickelt, wächst dieser gewöhnlich langsam und kann daher wirksam behandelt werden. Da das invasive Karzinom sich in jeder Brust entwickeln könnte, wäre die einzige Möglichkeit das Brustkrebsrisiko bei Frauen mit lobulärem Carcinoma in situ auszuräumen, indem beide Brüste entfernt würden (bilaterale Mastektomie). Einige Frauen, besonders diejenigen, die ein hohes Risiko tragen, an invasivem Brustkrebs zu erkranken, wählen diese Option.

Bei einem lobulären Carcinoma in situ wird häufig Tamoxifen, ein hormonblockierendes Medikament, über einen Zeitraum von 5 Jahren verabreicht. Es verringert das Risiko, dass sich der invasive Krebs entwickelt, beseitigt es jedoch nicht ganz. Postmenopausale Frauen erhalten stattdessen möglicherweise Raloxifen oder manchmal auch einen Aromatasehemmer.

Behandlung des lokal oder regional beschränkten invasiven Karzinoms (Stadien I bis III)

Für Krebsformen, die sich noch nicht über die Lymphknoten hinaus ausgedehnt haben, umfasst die Behandlung beinahe immer eine Operation zur Entfernung von so viel Tumorgewebe wie möglich. Außerdem wird eine der folgenden Maßnahmen durchgeführt, um das Krebsstadium zu bestimmen:

  • Axilläre Lymphknotendissektion (Entfernung zahlreicher Lymphknoten aus den Achselhöhlen)

  • Sentinel-Lymphknotenbiopsie (Entfernung des Lymphknotens oder der ersten paar Lymphknoten in unmittelbarer Nähe der Brust)

Eine Mastektomie oder brusterhaltende Operation wird häufig zur Behandlung eines invasiven Karzinoms gewählt, das weit innerhalb der Milchgänge gestreut hat (invasives duktales Karzinom). Eine brusterhaltende Operation wird nur vorgenommen, wenn der Tumor nicht zu groß ist, da der gesamte Tumor sowie umliegendes gesundes Gewebe entfernt werden muss. Handelt es sich um einen großen Tumor, führt seine Entfernung plus der des umgebenden gesunden Gewebes letztendlich zur Entfernung eines Großteils der Brust. Der erste chirurgische Eingriff beinhaltet unter Umständen eine Lymphknotendissektion in den Achselhöhlen und danach meist eine Strahlentherapie.

Manchmal, wenn der Tumor für eine brusterhaltende Operation zu groß ist, wird die Chemotherapie vor dem chirurgischen Eingriff verabreicht, um die Größe des Tumors zu verringern. Wenn die Chemotherapie die Größe des Tumors ausreichend verkleinert hat, kann eine brusterhaltende Operation durchgeführt werden.

Ob nach einem operativen Eingriff eine Strahlentherapie, Chemotherapie oder beides durchgeführt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B.:

  • Wie groß der Tumor ist

  • Ob die Wechseljahre stattgefunden haben

  • Ob der Tumor Rezeptoren für Hormone aufweist

  • Wie viele Lymphknoten Krebszellen enthalten

Nach der Operation und Strahlentherapie wird normalerweise eine Chemotherapie verabreicht. Wenn der Krebs Östrogenrezeptoren aufweist, erhalten Frauen, die noch ihre Menstruation haben, Tamoxifen und Frauen in den Wechseljahren einen Aromatasehemmer.

Behandlung von Krebs mit Metastasen (Stadium IV)

Brustkrebs, der sich über die Lymphknoten hinaus ausgedehnt hat, ist selten heilbar, aber viele Frauen leben damit noch mindestens 2 Jahre und einige sogar 10 bis 20 Jahre weiter. Eine Behandlung verlängert das Leben nur etwas, kann aber Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern. Jedoch haben einige Behandlungen unangenehme Nebenwirkungen. Daher ist eine Entscheidung für eine bestimmte Behandlung oder gegen jegliche Behandlungen sehr persönlich.

Die Wahl der Therapie hängt von Folgendem ab:

  • Ob die Krebszellen Östrogen- und Progesteronrezeptoren haben

  • Wie lange der Krebs in Remission war, bevor er sich ausgebreitet hat

  • Wie viele Organe und wie viele Körperteile von der Krebserkrankung betroffen sind (wo die Metastasen sich ausgebreitet haben)

  • Ob die Frau postmenopausal ist oder noch menstruiert

Die meisten Frauen werden mit Chemotherapie oder hormonblockierenden Medikamenten behandelt. Allerdings wird eine Chemotherapie (vor allem Therapien, die unangenehme Nebenwirkungen haben) häufig so lange aufgeschoben, bis sich Symptome (Schmerzen oder andere Unannehmlichkeiten) einstellen oder der Krebs sich rasch weiter verschlimmert. Die Schmerzen werden normalerweise mit Analgetika behandelt. Andere Arzneimittel können zur Linderung weiterer Symptome verabreicht werden. Chemotherapeutika und hormonblockierende Medikamente werden zur Linderung von Symptomen und Verbesserung der Lebensqualität, weniger zur Lebensverlängerung gegeben.

Die wirkungsvollsten Chemotherapiezyklen für metastasierenden Brustkrebs sind Capecitabin, Docetaxel, Doxorubicin, Gemcitabin, Paclitaxel und Vinorelbin.

Hormonblockierende Medikamente werden gegenüber Chemotherapeutika in bestimmten Situationen bevorzugt. Diese Arzneimittel werden zum Beispiel bevorzugt, wenn der Krebs östrogenrezeptorpositiv ist, wenn der Krebs seit mindestens zwei Jahren nach Diagnosestellung und Erstbehandlung nicht wiedergekehrt ist oder wenn der Krebs nicht unmittelbar lebensbedrohlich ist. Unterschiedliche hormonblockierende Arzneimittel werden für unterschiedliche Situationen benutzt:

  • Tamoxifen: Bei Frauen, die noch menstruieren, ist Tamoxifen gewöhnlich das erste hormonblockierende Medikament, das zum Einsatz kommt.

  • Aromatasehemmer: Bei Frauen in den Wechseljahren, die einen Brustkrebs mit Östrogenrezeptoren aufweisen, sind Aromatasehemmer wie Anastrozol, Letrozol und Exemestan als Erstbehandlung möglicherweise wirksamer als Tamoxifen.

  • Progestine: Diese Arzneimittel wie Medroxyprogesteron oder Megestrol können nach den Aromatasehemmern und Tamoxifen eingesetzt werden, wenn diese Arzneimittel nicht mehr wirksam sind.

  • Fulvestrant: Dieses Arzneimittel kann verabreicht werden, wenn Tamoxifen nicht mehr wirkt. Es zerstört die Östrogenrezeptoren in den Krebszellen.

Alternativ können Frauen, die noch ihre Menstruation haben, ihre Eierstöcke chirurgisch entfernen oder durch Bestrahlung zerstören lassen, oder Arzneimittel zur Hemmung ihrer Aktivität einnehmen (z. B. Buserelin, Goserelin oder Leuprolid), um die Östrogen-Produktion zu unterbinden. Diese Therapien können zusammen mit Tamoxifen angewendet werden.

Trastuzumab (ein monoklonaler Antikörper, der als Anti-HER2-Medikament bezeichnet wird) kann zur Behandlung von Krebsarten eingesetzt werden, die zu viele HER2-Rezeptoren aufweisen und sich im ganzen Körper ausgebreitet haben. Trastuzumab kann allein oder zusammen mit einem Chemotherapeutikum (wie z. B. Paclitaxel), mit hormonblockierenden Medikamenten oder mit Pertuzumab (einem weiteren Anti-HER2-Medikament) verwendet werden. Trastuzumab plus Chemotherapie plus Pertuzumab verlangsamt das Wachstum von Brustkrebsarten, die zu viele HER2-Rezeptoren aufweisen, und verlängert die Überlebensdauer mehr als Trastuzumab plus Chemotherapie. Trastuzumab kann auch mit hormonblockierenden Medikamenten verwendet werden, um Frauen zu behandeln, die östrogenrezeptorpositiven Brustkrebs haben.

Tyrosinkinasehemmer (wie Lapatinib und Neratinib), eine andere Art von Anti-HER-Medikamenten, blockieren die Aktivität von HER2. Diese Medikamente werden immer häufiger bei Frauen mit Krebserkrankungen eingesetzt, die zu viele HER2-Rezeptoren haben.

In einigen Situationen kann eine Strahlentherapie anstelle oder vor Einnahme der Medikamente durchgeführt werden. Wenn beispielsweise nur ein Krebsbereich ermittelt werden konnte und dieser Bereich sich in einem Knochen befindet, ist eine Knochenbestrahlung eventuell die einzige Behandlung. Die Strahlentherapie ist normalerweise die wirkungsvollste Behandlung bei Krebs, der sich auf die Knochen ausgedehnt hat, manchmal, um ihn über Jahre hinweg kontrollieren zu können. Sie ist auch häufig die effektivste Behandlung bei Krebs, der sich auf das Gehirn ausgedehnt hat.

Ein operativer Eingriff kann bei einzelnen Tumoren in anderen Bereichen des Körpers (wie dem Gehirn) durchgeführt werden, da dieser eine Linderung der Symptome bewirken kann. Eine Mastektomie (Entfernung der Brust) kann zur Linderung der Symptome durchgeführt werden. Es ist jedoch nicht sicher, ob die Entfernung der Brust das Leben verlängern kann, wenn der Krebs in andere Teile des Körpers gestreut hat und behandelt und kontrolliert wurde.

Bisphosphonate (zur Behandlung der Osteoporose eingesetzt) wie Pamidronat oder Ribonukleinsäuren verringern Knochenschmerzen und Knochenverlust und können Probleme mit Knochen, die sich ergeben, wenn der Krebs sich auf sie ausgedehnt hat, entweder verhindern oder verzögern.

Tabelle
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Brustkrebsbehandlung nach Krebstyp

Art

Mögliche Behandlungen

Duktales Carcinoma in situ (Krebs, der auf die Milchgänge der Brust begrenzt ist)

Mastektomie

Manchmal eine brusterhaltende Operation (entfernen des Tumors, Erhaltung von soviel Brustanteil wie möglich) mit oder ohne Strahlentherapie

Manchmal hormonblockierende Medikamente

Lobuläres Carcinoma in situ, klassische Form (Krebs, der auf die milchproduzierenden Drüsen der Brust begrenzt ist)

Manchmal chirurgischer Eingriff zur Untersuchung auf Krebs

Beobachtung plus regelmäßige Untersuchungen und Mammogramme, falls kein Krebs entdeckt wird

Tamoxifen oder bei manchen postmenopausalen Frauen Raloxifen oder ein Aromatasehemmer (wie Anastrozol, Exemestan oder Letrozol) zur Reduzierung des Risikos eines invasiven Karzinoms

Selten bilaterale Brustamputation (Entfernung beider Brüste), um invasiven Brustkrebs zu verhindern

Lobuläres Carcinoma in situ, pleomorphe Form (Krebs, der im Gegensatz zur klassischen Form zu einer invasiven Krebserkrankung führt)

Operation zur Entfernung des auffälligen Bereichs und des umliegenden Gewebes

Manchmal Tamoxifen oder Raloxifen, um das Entstehen einer Krebserkrankung zu verhindern

Krebs im Stadium I und II (Frühstadium)

Chemotherapie vor operativem Eingriff, wenn der Tumor größer als 5 Zentimeter ist oder an der Brustwand anheftet, um die Chance einer brusterhaltenden Operation zu erhöhen

Brusterhaltende Operation zur Entfernung des Tumors und des umliegenden Gewebes, mit anschließender Strahlentherapie

Mastektomie mit oder ohne Brustrekonstruktion

Nach der Operation eine Chemotherapie, hormonblockierende Medikamente, Anti-HER2-Medikamente (wie z. B. Trastuzumab) oder eine Kombination davon, mit Ausnahme einiger postmenopausaler Frauen mit Tumoren, deren Durchmesser weniger als 0,5 bis 1,0 cm beträgt und der sich nicht in die Lymphknoten ausgebreitet hat

Stadium III (lokale Ausbreitung) Krebs (einschließlich entzündlicher Brustkrebs)

Chemotherapie oder manchmal hormonblockierende Medikamente vor dem chirurgischen Eingriff zur Verringerung der Tumorgröße

Brusterhaltende Operation oder Mastektomie, wenn der Tumor klein genug für eine vollständige Entfernung ist

Normalerweise Strahlentherapie nach chirurgischem Eingriff

Manchmal Chemotherapie, hormonblockierende Medikamente oder beides im Anschluss an die Operation

Bei inflammatorischem Brustkrebs: Mastektomie, Chemotherapie und Strahlentherapie

Stadium IV (metastasierender) Krebs

Wenn der Krebs Symptome verursacht und an mehreren Stellen auftritt, hormonblockierende Medikamente, ovarielle Ablation* oder Chemotherapie

Wenn die Krebszellen zu viele HER2-Rezeptoren haben: Trastuzumab, manchmal mit Pertuzumab

Strahlentherapie für Folgendes:

  • Metastasen im Gehirn

  • Metastasen, die wiederholt in der Haut auftauchen

  • Metastasen, die in einem Bereich des Knochens auftreten und die Symptome verursachen

Für Metastasen im Knochen, intravenös verabreichte Bisphosphonate (wie z. B. Ribonukleinsäuren oder Pamidronat) zur Reduzierung der Knochenschmerzen und Knochenverlust

Paget-Krankheit der Brustwarze

Wenn auch ein Brustkrebs vorliegt, eine Behandlung je nach Form des Brustkrebses

Gelegentlich, nur Entfernung der Brustwarze und eines Teils des umgebenden Gewebes (lokale Exzision)

Brustkrebs, der erneut in der Brust oder deren Nähe auftaucht

Mastektomie, manchmal nach einer Chemotherapie oder der Verabreichung hormonblockierender Medikamente

Manchmal Strahlentherapie

Chemotherapie oder Hormontherapie

Phylloidtumoren

Entfernung des Tumors und des umliegenden gesunden Gewebes (weite Exzision)

Strahlentherapie bei bösartigen Tumoren

Mastektomie, wenn der Tumor groß ist oder die Analyse der abnormen Zellen auf Krebs hinweist

* Die ovarielle Ablation bezieht sich auf die Entfernung der Eierstöcke oder Einnahme von Arzneimitteln, die eine Östrogen-Produktion durch die Eierstöcke unterdrücken. Die Eierstöcke sind die Hauptquelle von Östrogen bei Frauen vor der Menopause.

Behandlung spezifischer Formen von Brustkrebs

Für den inflammatorischen Brustkrebs besteht die Behandlung normalerweise aus einer Chemotherapie und einer Strahlentherapie. Normalerweise wird eine Mastektomie vorgenommen.

Bei Morbus Paget der Brustwarze verläuft die Behandlung normalerweise ähnlich wie für andere Formen von Brustkrebs. Häufig wird hier eine Mastektomie oder brusterhaltende Operation sowie die Entfernung von Lymphknoten vorgenommen. An eine brusterhaltende Operation schließt sich normalerweise eine Strahlentherapie an. Seltener wird nur die Brustwarze mit einem Teil des umliegenden gesunden Gewebes entfernt. Liegt eine weitere Brustkrebserkrankung vor, wird eine Behandlung vorgenommen, die jenem Krebs entspricht.

Phylloidtumoren (gleich, ob bösartig oder nicht) werden gewöhnlich durch Entfernung des Tumors und eines großen Teils des umliegenden gesunden Gewebes behandelt (weite Exzision). Ist der Tumor im Verhältnis zur Brust groß, so kann eine einfache Mastektomie durchgeführt werden. Nach der chirurgischen Entfernung kehren etwa 20 bis 35 Prozent der Tumoren an der gleichen Stelle wieder. Etwa 10 bis 20 Prozent der Tumoren metastasieren auf entfernte Bereiche. Wenn der Tumor bösartig ist, kommt eine Strahlentherapie zum Einsatz.

Nachsorgebehandlung

Nach Abschluss der Behandlung werden körperliche Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt, bei denen Brüste, Brustraum, Hals und Achselhöhlen alle 3 Monate für 2 Jahre und alle 6 Monate für 5 Jahre ab dem Datum der Krebsdiagnose gründlich abgetastet werden. Regelmäßige Mammogramme und Selbstuntersuchungen der Brust sind ebenfalls wichtig. Frauen sollten ihrem Arzt bestimmte Symptome sofort melden:

  • Jegliche Änderungen in ihren Brüsten

  • Schmerzen

  • Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust

  • Änderungen in der Menstruation

  • Bluten aus der Scheide (sofern es keine Menstruationsblutungen sind)

  • Verschwommenes Sehen

  • Jegliche Symptome, die ungewöhnlich scheinen, oder die fortbestehen

Diagnostische Verfahren, wie Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs, Bluttests, Knochenscans und Computertomographie (CT), sind nicht erforderlich, es sei denn die Symptome weisen darauf hin, dass der Krebs wiedergekehrt ist.

Die Auswirkungen der Behandlung von Brustkrebs sorgen für viele Veränderungen im Leben einer Frau. Die Unterstützung durch Familienmitglieder und Freunde kann ebenso hilfreich sein wie Selbsthilfegruppen. Eine Beratung kann hilfreich sein.

Entscheidungen zum Lebensende

Für Frauen mit metastasierendem Brustkrebs können sich die Lebensqualität und Chancen, dass weitere Behandlungen das Leben verlängern, verschlechtern. Am Ende kann es von größerer Bedeutung sein, dass man möglichst angenehm lebt und weniger, dass man das Leben verlängert.

Die Krebsschmerzen können durch entsprechende Arzneimittel ausreichend kontrolliert werden. Wenn Frauen daher Schmerzen haben, sollten sie ihren Arzt um eine Palliativbehandlung bitten. Therapien können zudem andere unangenehme Symptome, wie Verstopfung, Atemnot und Übelkeit lindern.

Eine psychologische und geistige Beratung kann ebenfalls von Nutzen sein.

Frauen mit metastasierendem Brustkrebs sollten eine Vorausverfügung erstellen, die die Art von Versorgung regelt, die sie sich wünschen, falls sie nicht mehr in der Lage sind, solche Entscheidungen selbst zu treffen. Es sollte auch ein Testament erstellt oder aktualisiert werden.

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