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Übersicht über Infektionen aufgrund von respiratorischen Viren

Von

Brenda L. Tesini

, MD, University of Rochester School of Medicine and Dentistry

Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Quellen zum Thema

Virale Infektionen laufen häufig unter Beteiligung des oberen Respirationstrakts ab. Obwohl Atemwegsinfektionen durch das verursachende Virus klassifiziert werden können (z. B. Influenza), werden sie in der Regel klinisch nach Syndrom klassifiziert (z. B. normale Ekältung, Bronchiolitis, Krupp, Pneumonie). Obwohl spezifische Erreger üblicherweise zu charakteristischen klinischen Manifestationen führen (z. B. verursachen Rhinoviren typischerweise Erkältungen und "Respiratory-Syncytial-Viren" [RSV] Bronchiolitis), ist jeder Erreger auch in der Lage, viele der viralen respiratorischen Syndrome hervorzurufen (siehe Tabelle: Ursachen der üblichen viralen repiratorischen Syndrome).

Tabelle
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Ursachen der üblichen viralen repiratorischen Syndrome

Syndrom

Häufige Ursachen

Weniger häufige Ursachen

RSV

Rhinoviren

Rhinoviren

Coronaviren

Adenoviren

Humane Metapneumoviren

RSV

RSV

Influenzaähnliche Erkrankung

Adenoviren

RSV

Adenoviren

Enteroviren

Rhinoviren

Humane Metapneumoviren

Coronaviren

RSV = Respiratory-Syncytial-Virus.

Der Schweregrad viraler respiratorischer Krankheiten variiert stark; schwerere Krankheiten kommen eher bei älteren Patienten und Kleinkindern vor. Die Morbidität kann direkt auf der viralen Infektion beruhen oder indirekt sein, aufgrund einer Exazerbation zugrunde liegender kardiopulmonaler Krankheiten oder einer bakteriellen Superinfektion der Lunge, Nasennebenhöhlen oder des Mittelohrs.

Diagnose

  • Normalerweise klinische Untersuchung und lokale Epidemiologie

  • Gegebenenfalls Diagnostik

Virale Infektionen der Atemwege werden in der Regel aufgrund der Symptome und der lokalen Epidemiologie klinisch diagnostiziert. Für die Patientenversorgung ist die Diagnose des Syndroms in der Regel ausreichend. Die Identifizierung eines bestimmten Erregers ist selten notwendig.

Diagnostische Untersuchungen sollten normalerweise für die folgenden Bereiche in Betracht gezogen werden:

  • Situationen, in denen die Kenntnis des jeweiligen Erregers die klinische Behandlung beeinflusst

  • Epidemiologische Überwachung (d. h. Identifizierung und Bestimmung der Ursache eines Ausbruchs)

Die Identifizierung von Krankheitserregern kann in den seltenen Fällen wichtig sein, in denen eine spezifische antivirale Therapie in Betracht gezogen wird. Derzeit sind solche Fälle aufschwerwiegende oder schwere Influenza- oder RSV-Infektionen bei Patienten mit stark geschwächtem Immunsystem beschränkt. Die Identifizierung des spezifischen Erregers (insbesondere des Influenza-Virus oder der RSV bei hospitalisierten Patienten oder Patienten, die sich in einer Einrichtung aufhalten) kann auch für die Identifizierung und Eindämmung potenzieller Ausbrüche wichtig sein.

Schnelle Antigen-basierte diagnostische Tests am Point of Care sind für Influenza und RSV leicht verfügbar, weisen jedoch eine schlechtere Sensitivität als Labortests auf. Point-of-Care-Tests sind normalerweise für Fälle vorbehalten, in denen die klinische Diagnose unsicher ist

  • Eine antivirale Therapie wird erwogen.

  • Die Identifizierung des viralen Pathogens würde eine zusätzliche Beurteilung oder Behandlung einer bakteriellen Infektion verhindern.

Der PCR-basierte Nachweis viraler Pathogene in einem Multiplex-Panel (oder einzeln für Influenza und RSV) ist in vielen klinischen Laboren verfügbar. Diese Tests sind schneller und sensitiver als Point-of-Care-Tests und werden, falls verfügbar, für klinische Zwecke bevorzugt.

Zellkultur- oder serologische Tests sind langsamer als PCR-Tests, können jedoch für die epidemiologische Überwachung nützlich sein.

Therapie

  • Unterstützend

  • Gegebenenfalls antivirale Medikamente

Die Therapie viraler respiratorischer Infektionen ist meist supportiv.

Antibakterielle Substanzen sind gegen virale Erreger unwirksam, und eine Prophylaxe gegen sekundäre bakterielle Infektionen wird nicht empfohlen. Antibiotika sollten nur gegeben werden, wenn sich sekundäre bakterielle Infektionen entwickeln. Bei Patienten mit chronischen Lungenkrankheiten können Antibiotika weniger restriktiv gegeben werden.

Aspirin sollte nicht bei Patienten verwendet werden, die 18 Jahre sind und Atemwegsinfektionen haben, weil das Reye-Syndrom ein Risiko darstellt.

Einige Patienten husten nach dem Abklingen einer Infektion der oberen Atemwege noch wochenlang weiter; diese Symptome können sich durch Inhalation von bronchodilatorisch wirksamen Medikamenten oder Kortikosteroiden bessern.

In manchen Fällen sind antivirale Substanzen nützlich:

  • Oseltamivir und Zanamivir sind bei Influenza wirksam.

  • Die Anwendung von Ribavirin, einem Guanosinanalogon, das die Replikation vieler RNA- und DNA-Viren inhibiert, kann bei schwer immunsupprimierten Patienten mit einer RSV-bedingten Infektion der unteren Atemwege erwogen werden.

  • Palivizumab, ein monoklonaler Antikörper gegen das RSV-Fusionsprotein, wird eingesetzt, um eine RSV-Infektion bei Säuglingen mit einem hohen Risiko zu verhindern.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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