Gewinnung von Blutprodukten

Vollständige Überprüfung: März 2026 VonRavindra Sarode, MD, The University of Texas Southwestern Medical Center | Peer-Review durchAshkan Emadi, MD, PhD, West Virginia University School of Medicine, Robert C. Byrd Health Sciences Center
Letzte Aktualisierung: März 2026
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In den Vereinigten Staaten sind Sammlung, Lagerung und Transport von Blut und Blutbestandteilen standardisiert und werden von der Food and Drug Administration (FDA), der AABB (Association for the Advancement of Blood and Biotherapies) und teilweise von staatlichen oder lokalen Gesundheitsbehörden reguliert. Die Spenderauswahl umfasst einen Gesundheitsfragebogen und ein Gespräch, die Überprüfung der Vitalparameter, ein Mindestgewicht von 50 kg sowie einen Hämoglobinwert zwischen 12,5 und 20 g/dl (125 bis 200 g/l). Einige potenzielle Spender können vorübergehend oder permanent von der Spende ausgeschlossen werden (siehe Tabelle ). Die Kriterien für die Zurückstellung schützen potenzielle Spender vor möglichen negativen Auswirkungen der Spende und die Empfänger vor Krankheiten. Obwohl Transfusionen heutzutage wohl sicherer denn je sind, erfordern es das Risiko und die öffentliche Wahrnehmung dieses Risikos, den Patienten – wann immer möglich – umfassend aufzuklären („Informed Consent“).

Eine Vollblutspende ist alle 56 Tage zulässig, eine Apherese-Spende von Erythrozyten alle 112 Tage und eine Apherese-Spende von Thrombozyten alle 72 Stunden (maximal 24 pro Jahr) (1). Blutspender werden in der Regel nicht bezahlt.

Bei der Standardblutspende werden etwa 450 ml Vollblut in einem Kunststoffbeutel gesammelt, der ein antikoagulatorsches Konservierungsmittel enthält. Vollblut oder Erythrozytenkonzentrate, die mit Citrat-Phosphat-Dextrose-Adenin konserviert wurden, können bis zu 35 Tage gelagert werden. Über 95 % der Erythrozytenkonzentrate werden für 42 Tage gelagert, wenn eine Adenin-Dextrose-Kochsalz-Lösung zugesetzt wird.

Die autologe Blutspende für die anschließende Transfusion an denselben Spender ist im Allgemeinen eine weniger bevorzugte Transfusionsmethode. Bei elektiven Eingriffen können 2 bis 3 Wochen vor der Operation 3 bis 4 Einheiten entnommen werden, wobei eine Eisenergänzung erfolgen sollte. Die autologe Spende ist Patienten mit seltenen Blutgruppen oder mehreren Alloantikörpern vorbehalten, bei denen es schwierig ist, kompatibles Spenderblut zu beschaffen. Sie wird am häufigsten vor elektiven Operationen eingesetzt, bei denen die Gefahr eines erheblichen Blutverlusts besteht. Die intraoperative und posttraumatische Blutrückgewinnung kann ebenfalls zur Autotransfusion verwendet werden.

Tabelle
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Allgemeiner Hinweis

  1. 1. American Red Cross. Blood Services. Eligibility Requirements. Requirements by Donation Type. Accessed January 30, 2026.

Untersuchungen vor einer Transfusion

Spenderblutuntersuchung beinhaltet:

  • ABO- und Rh(D)- Antigen-Typisierung

  • Antikörper-Screening

  • Testen auf Marker für Infektionskrankheiten (siehe Tabelle )

Kompatibilitätstests:

  • Testet die Erythrozyten des Empfängers auf die Antigene A, B und Rh(D)

  • Sucht im Plasma des Empfängers nach Antikörpern gegen Erythrozytenantigene

  • Beinhaltet eine Kreuzprobe, um sicherzustellen, dass das Plasma des Empfängers mit den Antigenen der Erythrozyten des Spenders kompatibel ist.

Die Verträglichkeitsprüfung muss vor der Transfusion erfolgen, obgleich in Notfällen der Test oft erst nach Freigabe der Blutprodukte durch die Blutbank durchgeführt wird. Die Tests können auch bei der Diagnose von Transfusionsreaktionen hilfreich sein.

Durch die zusätzliche Durchführung der Kreuzprobe nach der ABO-Typisierung und dem Antikörper-Screening werden lediglich 0,01% weitere Inkompatibilitäten entdeckt. Daher führen die meisten Krankenhäuser bei Patienten mit negativem Antikörper-Screening computergestützte elektronische Kreuzproben statt physischer Kreuzproben im Reagenzglas durch. Liegt beim Empfänger ein klinisch relevanter Erythrozytenantikörper vor, so müssen Spenderkonserven ausgesucht werden, die für dieses Antigen negativ sind. Zusätzlich wird eine Antiglobulinkreuzprobe mit Empfängerplasma, Spendererythrozyten und Antihumanglobulin durchgeführt. Bei Empfängern ohne klinisch signifikante Anti-Erythrozytenantikörper bestätigt eine Kurzkreuzprobe, die die Antiglobulinphase auslässt, die ABO-Kompatibilität, wenn eine elektronische Kreuzprobe nicht möglich ist.

Notfalltransfusionen werden durchgeführt, wenn nicht ausreichend Zeit besteht (in der Regel < 60 Minuten), um sorgfältige Verträglichkeitstests durchzuführen, da sich der Patient im hämorrhagischen Schock befindet. Wenn es die Zeit zulässt, sollte mit dem AB0/Rh-Typ kompatibles Blut transfundiert werden (zur Bestimmung sind ca. 10 Minuten notwendig). In Notfällen, in denen die Blutgruppe des Patienten unbekannt ist, werden Erythrozytenkonzentrate der Blutgruppe 0 transfundiert. Wenn auch der Rh‑Status unbekannt ist, wird bei Frauen im gebärfähigen Alter Rh‑negatives Blut verwendet, um eine Alloimmunisierung zu verhindern; bei anderen Patienten kann entweder Rh‑negatives oder Rh‑positives Blut der Gruppe 0 verabreicht werden.

"Typisierung und Screening" können in Situationen angefordert werden, in denen eine Transfusion wahrscheinlich nicht erforderlich ist, z. B. bei chirurgischen Eingriffen, bei denen das Blutungsrisiko gering ist. Hierbei erfolgen zunächst die Bestimmung des ABO/Rh-Typs und ein Antikörper-Screening beim Patienten. Sind keine Antikörper vorhanden und benötigt der Patient Blut, wird ABO/Rh-spezifisches oder kompatibles Blut auch ohne die Antiglobulinphase der Kreuzprobe ausgegeben. Wenn ein unerwarteter Antikörper vorhanden ist, ist eine vollständige Verträglichkeitsprüfung erforderlich. Bei Verfahren mit hohem Blutungsrisiko (z. B. Bypass-Operationen am Herzen) wird "Typ und Kreuz" verlangt, und die Anzahl der Einheiten für den Kreuzvergleich wird angegeben.

ABO- und Rh- Typing

Die ABO-Typisierung des Spender- und Empfängerblutes wird durchgeführt, um die Transfusion von inkompatiblen Erythrozyten zu verhindern (siehe Abbildung ). In der Regel sollte das transfundierte Blut den gleichen ABO-Typ haben wie das des Empfängers. In Notfallsituationen oder wenn die korrekte Blutgruppe des Patienten zweifelhaft oder unbekannt ist, können Erythrozytenkonzentrate (kein Vollblut—siehe akute hämolytische Transfusionsreaktion) der Blutgruppe O Rh-negativ, die weder A- noch B-Antigene enthalten, unabhängig vom AB0-Typ eingesetzt werden.

Kompatible Erythrozytentypen

Durch die Rh-Typisierung wird festgestellt, ob der Patient das Rh-Faktor-D-Antigen besitzt (Rh-positiv) oder nicht (Rh-negativ). Rh-negative Patienten sollten immer Rh-negatives Blut erhalten, es sei denn, in lebensbedrohlichen Notfallsituationen, in denen kein Rh-negatives Blut verfügbar ist. Patienten mit einer Rh-positiven Blutgruppe können hingegen Rh-positives und Rh-negatives Blut erhalten. Gelegentlich reagieren die Erythrozyten einiger Rh-positiver Personen aufgrund einer geringeren Expression des D-Antigens (weak D) bei der Standard-Rh-Typisierung schwach, diese Personen gelten jedoch weiterhin als Rh-positiv.

Antikörper-Screening

Ein Antikörper-Screening auf irreguläre Antikörper wird routinemäßig beim Empfänger und pränatal bei Schwangeren durchgeführt. Irreguläre Antikörper richten sich spezifisch gegen andere Erythrozytenantigene als A und B, z. B. Rh(D), Kell (K), Duffy (Fy). Eine frühzeitige Erkennung ist wichtig, da solche Antikörper schwerwiegende hämolytische Transfusionsreaktionen oder hämolytische Erkrankungen des Fetus und des Neugeborenen verursachen können und die Kompatibilitätstests erheblich erschweren und die Beschaffung kompatiblen Blutes verzögern können.

Der indirekte Antiglobulintest (indirekter Coombs-Test) dient dem Nachweis irregulärer Erythrozytenantikörper im Serum (siehe Abbildung ). Dieser Test kann positiv ausfallen, wenn irreguläre Antikörper oder freie (nicht an Erythrozyten gebundene) Antikörper vorhanden sind, z. B. bei der autoimmunhämolytischen Anämie. Die zu untersuchenden Erythrozyten werden mit Patientenplasma oder -serum vermischt, bei 37oC inkubiert, gewaschen und mit Antihumanglobulin versetzt. Danach wird die Agglutinationsreaktion beobachtet. Nachdem ein Antikörper entdeckt wurde, muss seine Spezifität bestimmt werden. Die Kenntnis der Spezifität des Antikörpers ist hilfreich für die Beurteilung seiner klinischen Bedeutung, die Auswahl kompatiblen Blutes und die Behandlung hämolytischer Erkrankungen des Fetus und des Neugeborenen.

Indirekter Antiglobulin-(Indirekter Coombs)-Test.

Der indirekte Antiglobulin-(indirekter Coombs)-Test (indirekter Antiglobulintest) wird zur Bestimmung von IgG-Antikörpern gegen Erythrozyten im Serum eines Patienten durchgeführt. Das Serum oder Plasma des Patienten wird mit den Testerythrozyten gemischt, dann wird das Coombs-Serum (Antikörper gegen humanes IgG oder humanes Anti-IgG) zugegeben. Kommt es zur Agglutination, sind IgG-Antikörper (Autoantikörper oder Alloantikörper) gegen Erythrozyten vorhanden. Dieser Test wird auch angewendet, um die Spezifität eines Alloantikörpers zu bestimmen.

Der direkte Antiglobulintest (direkter Coombs-Test) weist Antikörper nach, die Erythrozyten des Patienten in vivo umgeben (siehe Abbildung ). Er wird eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine immunvermittelte Hämolyse besteht. Dabei werden Erythrozyten des Patienten direkt mit Antihumanglobulin gemischt und die Agglutination abgewartet. Ein positives Ergebnis, wenn es mit klinischen Befunden und Laborindikatoren der Hämolyse korreliert, deutet auf eine autoimmune hämolytische Anämie, eine medikamenteninduzierte Hämolyse, eine Transfusionsreaktion oder eine hämolytische Erkrankung des Neugeborenen hin.

Direkter Antiglobulin-(Direkter Coombs)-Test

Der direkte Antiglobulintest (direkter Coombs-Test) wird verwendet, um festzustellen, ob IgG-Antikörper oder Komplement (C3d) auf den Membranen der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) vorhanden sind. Antikörper gegen humanes IgG und C3d wird zu den Erythrozyten des Patienten gegeben. Wenn IgG oder C3d an Erythrozytenmembranen gebunden ist, kommt es zu einer Agglutination — ein positives Ergebnis. Ein positives Ergebnis deutet auf das Vorhandensein von Autoantikörpern gegen Erythrozyten hin. Ein positives Ergebnis, das ausschließlich auf C3d beruht, weist auf das Vorliegen eines Kälteautoantikörpers hin (meist IgM, das im direkten Antiglobulintest [DAT] nicht erfasst wird, da das Coombs-Serum nur gegen IgG gerichtet ist). Ein positives Testergebnis ist nicht immer gleichbedeutend mit einer Hämolyse. Daher sollten die Ergebnisse immer mit den klinischen Zeichen und Symptomen korreliert werden.

Die Antikörpertitration wird durchgeführt, wenn ein klinisch signifikanter, unerwarteter Anti-Erythrozyten-Antikörper im Plasma einer schwangeren Frau oder bei einem Patienten mit einer kalten Agglutininin-Krankheit identifiziert wird. Der mütterliche Antikörpertiter korreliert recht gut mit dem Schweregrad der hämolytischen Erkrankung des Fetus mit dem entsprechenden Antigen und wird häufig als Leitfaden für die Behandlung hämolytischer Erkrankungen des Fetus und des Neugeborenen zusammen mit der Ultraschalluntersuchung und der Fruchtwasseruntersuchung verwendet.

Untersuchung auf infektiöse Krankheiten

Gespendete Blutprodukte werden auf das Vorhandensein einer Reihe von infektiösen Agenzien getestet (siehe Tabelle ).

Tabelle
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Weitere Informationen

Die folgenden englischsprachigen Quellen können nützlich sein. Bitte beachten Sie, dass das MSD-Manual nicht für den Inhalt dieser Quellen verantwortlich ist.

  1. Centers for Disease Control and Prevention. Blood Safety. Clinical Testing Guidance for Blood Safety, September 24, 2025.:

  2. FDA May 2023 Guidance document. Recommendations for Evaluating Donor Eligibility Using Individual Risk-Based Questions to Reduce the Risk of Human Immunodeficiency Virus Transmission by Blood and Blood Products.

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