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Psoriasisarthritis

Von

Apostolos Kontzias

, MD, Stony Brook University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2017
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Quellen zum Thema

Die Psoriasisarthritis ist eine Spondyloarthropathie und eine chronisch-entzündliche Arthritis, die im Zusammenhang mit einer Psoriasis der Haut und/oder der Nägel auftritt. Diese Arthritis zeigt oft ein asymmetrisches Befallsmuster und einen Befall der DIP-Gelenke. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Behandlung umfasst krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) sowie biologische Wirkstoffe.

Die Psoriasisarthritis tritt beica. 30% aller Psoriasispatienten auf. Die Prävalenz ist bei AIDS-Patienten erhöht. Das Risiko ist bei positivem HLA-B27 oder anderen spezifischen Allelen sowie bei positiver Familienanamnese erhöht. Ätiologie und Pathophysiologie der psoriatischen Arthritis sind unbekannt.

Symptome und Beschwerden

Die Psoriasis der Haut und Nägel kann dem Gelenkbefall vorausgehen oder nachfolgen. Der Schweregrad der Gelenk- und der Hauterkrankung stimmen häufig nicht überein. Auch kann der Hautbefall an verborgenen Stellen wie Kopfhaut, Nabel oder Rima ani vorhanden sein und dem Patienten sowie dem flüchtigen Untersucher entgehen.

Die DIP-Gelenke der Finger und Zehen sind typischerweise betroffen. Ein asymmetrischer Befall großer und kleiner Gelenke, außerdem ein Wirbelsäulen- und Iliosakralgelenkbefall sind oft vorhanden. Gelenk- und Hautsymptome können sich gleichzeitig bessern und verschlechtern. Die Entzündung von Fingern und/oder Zehen kann zu wurstförmigen Deformitäten führen, die bei Patienten mit RA nicht vorhanden sind. Rheumaknoten fehlen. Remissionen der Arthritis treten häufiger, schneller und kompletter auf als bei der RA, aber auch das Fortschreiten zu einer chronischen Arthritis mit Deformierungen ist zu beobachten. Eine besonders ungünstige Form ist die Arthritis mutilans mit massiver Destruktion der Gelenke an Händen und Füßen und teleskopartiger Verkürzung der Finger und Zehen.

Die Enthesopathie (Entzündung beim Einführen in das Knochenei, Achillessehnenentzündung, Patellaspitzenentzündung, Ellenbogenepikondyle, Dornfortsätze der Wirbel) kann sich entwickeln und Schmerzen verursachen.

Rückenschmerzen können vorhanden sein. Auch tiefsitzende Rückenschmerzen kommen vor, sie können von asymmetrischer Syndesmophytenbildung an der Wirbelsäule begleitet sein.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

  • Rheumafaktor (RF)

An eine Psoriasisarthritis sollte bei Patienten gedacht werden, die eine Psoriasis und eine Arthritis aufweisen. Da die Psoriasis übersehen werden oder auch nach der Arthritis auftreten kann, sollte eine Psoriasisarthritis bei jedem Patienten mit seronegativer Arthritis in Erwägung gezogen werden; diese Patienten sollten auf das Vorhandensein einer Psoriasis oder von Nagelveränderungen gründlich untersucht werden, auch ist nach einer positiven Familienanamnese für eine Psoriasis zu fragen. Bei Verdacht auf eine Psoriasisarthritis sollte auch nach einem positiven RF gesucht werden. Gelegentlich können HF-Testergebnisse positiv sein. Antizyklische citrullinierte Peptidantikörper (Anti-CCP) sind jedoch sehr spezifisch für RA.

Die Psoriasisarthritis wird klinisch und durch Ausschluss anderer Krankheiten mit ähnlicher Symptomatik diagnostiziert. Zu den häufigsten Röntgenbefunden zählen ein Befall der distalen Interphalangealgelenke, die Resorption der terminalen Phalangen, eine mutilierende Form der Arthritis und ausgeprägte Destruktion, eine proliferative Knochenreaktion, ein wurstförmiges Erscheinungsbild der Finger und eine Fehlstellung im Bereich kleiner und großer Gelenke.

Therapie

  • Arthritis behandelt mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs - insbesondere Methotrexat) und biologischen Wirkstoffen (TNF-alpha-Antagonisten, Ustekinumab, Secukinumab und Apremilast).

Die Behandlung richtet sich auf die Kontrolle der Hautläsionen) und auf die Reduzierung von Gelenkentzündungen. Die medikamentöse Therapie ist ähnlich wie bei der RA, insbesondere das DMARD Methotrexat. Hydroxychloroquin sollte wegen der begrenzten Wirksamkeit und der Gefahr einer exfoliativen Dermatitis oder Verschlechterung der Psoriasis nicht verwendet werden. Pein Nutzen kann gewonnen werden von NSAR, Cyclosporin, TNF-alpha-Antagonisten (siehe Biologische Wirkstoffe), Ustekinumab, Secukinumab und Apremilast. TNF-alpha-Antagonisten waren besonders wirksam. (Siehe auch die Empfehlungen der European League Against Rheumatism's [EULAR] für die Behandlung der psoriatischen Arthritis mit pharmakologischen Therapien.

Ustekinumab ist ein IL-12- und IL-23-Antagonist. Die Dosis beträgt 45 mg i.m. in Woche 0 und 4 (Beladungsdosen), gefolgt von 45 mg danach alle 12 Wochen. Die Dosis beträgt 90 mg i.m., wenn der Patient > 100 kg wiegt. Unerwünschte Wirkungen ähneln denen von anderen biologischen Wirkstoffen.

Secukinumab ist ein IL-17-Hemmer. Secukinumab kann in Dosen von 150 mg s. c. zu Woche 0, 1, 2, 3 und 4 und danach alle 4 Wochen verabreicht werden. Ohne die (wöchentlichen) Einzeldosen wird Secukinumab mit 150 mg s. c. alle 4 Wochen verabreicht. Wenn Patienten weiterhin eine aktive Psoriasis-Arthritis haben, sollte eine Dosis von 300 mg in Betracht gezogen werden. Secukinumab kann mit oder ohne Methotrexat verabreicht werden. Nebenwirkungen sind Urtikaria, HWIs, Pilzinfektionen durch Candida, Durchfall, Herpes Zoster und entzündliche Darmerkrankung.

Apremilast ist ein Phosphodiesterase-4-Inhibitor. Die Anfangsdosis beträgt 10 mg p.o. einmal/Tag, und wird auf die Erhaltungsdosis von 30 mg 2-mal täglich, soweit verträglich, titriert. Nebenwirkungen sind Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen, Depressionen und Gewichtsverlust.

Wichtige Punkte

  • Die Psoriasisarthritis ist eine chronisch-entzündliche Arthritis, die bei Patienten mit Psoriasis auftritt. Allerdings kann die Psorasis leicht ausgeprägt sein oder übersehen worden sein oder sich noch nicht entwickelt haben.

  • Die Arthritis zeigt häufig ein asymmetrisches Befallsmuster, betrifft große und kleine Gelenke (einschließlich Axialgelenken) und hat in der Regel stärkere Auswirkungen auf Finger und Zehen der DIP-Gelenke als auf andere Gelenke.

  • Die Diagnose erfolgt aufgrund von klinischen Kriterien.

  • Behandeln Sie mit DMARDs und biologische Agenzien

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