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Seborrhoische Dermatitis

Von

Mercedes E. Gonzalez

, MD,

  • University of Miami Miller School of Medicine
  • Florida International University Herbert Wertheim College of Medicine
  • Pediatric Dermatology of Miami

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2017
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Quellen zum Thema

Die seborrhoische Dermatitis ist eine Entzündung von Hautarealen mit hoher Talgdrüsendichte (z. B. Gesicht, Kopfhaut, Oberkörper). Die Ursache ist unbekannt, aber Arten von Malassezia einer normalen Hauthefe, spielen eine Rolle. Die seborrhoische Dermatitis tritt gehäuft bei Patienten mit HIV sowie bei denen mit bestimmten neurologischen Erkrankungen auf. Sie geht mit gelegentlichem Pruritus, Kopfhautschuppen sowie mit einer gelben, schmierigen Schuppung am Haaransatz und im Gesicht einher. Die Diagnose wird anhand der körperlichen Untersuchung gestellt. Die Behandlung erfolgt mit Teershampoos oder anderen medizinischen Shampoos sowie mit topischen Kortikosteroiden und Antimykotika.

Trotz des Namens sind Zusammensetzung und Sekretionsmenge des Talges normal. Die Pathogenese der seborrhoischen Dermatitis ist unbekannt, wobei die Krankheitsschwere mit der Besiedlungsdichte der Haut mit Malassezia-Hefen in Verbindung gebracht wurde. Die seborrhoische Dermatitis tritt am häufigsten bei Säuglingen auf (in der Regel innerhalb der ersten 3 Lebensmonate) und bei Personen zwischen 30 und 70 Jahren. Inzidenz und Schwere der Erkrankung scheinen von genetischen Faktoren, emotionaler oder körperlicher Belastung sowie vom Klima (meist schlechter bei kühler Witterung) beeinflusst zu werden. Die seborrhoische Dermatitis kann einer Psoriasis vorausgehen oder mit ihr im Zusammenhang stehen und die sogenannte Seborrhiasis bilden. Die seborrhoische Dermatitis kann häufiger und schwerer bei Patienten mit neurologischen Störungen (vor allem der Parkinson-Krankheit) oder HIV/AIDS sein. Sehr selten generalisiert die Dermatitis.

Symptome und Beschwerden

Die Symptome entwickeln sich allmählich, und die Dermatitis ist meist nur als trockene Flocken (Schuppen) oder fettige diffuse Schuppung der Kopfhaut (Schuppen) mit variablem Juckreiz erkennbar. Bei schwerer Erkrankung treten am Haaransatz, hinter den Ohren und im äußeren Gehörgang, an den Augenbrauen, in den Axillae, auf dem Nasenrücken, in den Nasolabialfalten sowie über dem Sternum gelbrote schuppende Papeln auf. Gelegentlich entwickelt sich eine Lidrandentzündung mit trockenen gelben Krusten und Bindehautreizung. Die seborrhoische Dermatitis verursacht keinen Haarausfall.

Bei Neugeborenen findet sich gelegentlich eine seborrhoische Dermatitis mit einer dicken, gelben, verkrusteten Kopfhautläsion (Milchschorf), Fissurbildung und gelblicher Schuppung hinter den Ohren, roten Papeln im Gesicht und einer persistierenden Windeldermatitis. Bei älteren Kindern und Erwachsenen entstehen oft dicke, fest haftende, schuppende Plaques auf der Kopfhaut, die einen Durchmesser von 1–2 cm haben können.

Diagnose

  • Klinische Bewertung

Die Diagnose wird anhand der körperlichen Untersuchung gestellt. Die seborrhoische Dermatitis kann gelegentlich schwer von anderen Erkrankungen, wie z. B. Psoriasis, atopische Dermatitis oder Kontaktdermatitis, Tinea und Rosazea, zu unterscheiden sein.

Behandlung

  • Topische Therapie mit Antimykotika, Kortikosteroiden und Calcineurin-Inhibitoren

Erwachsene und ältere Kinder

Bei Erwachsenen mit Beteiligung der Kopfhaut, Zinkpyrithion, Selensulfid, Schwefel und Salicylsäure, Ketoconazol (2% und 1%) und Teershampoo (verfügbar OTC) sollten täglich oder jeden zweiten Tag verwendet werden, bis die Schuppen nachlassen und danach zweimal pro Woche. Bis zum Abheilen der Schuppung und Rötung kann 2-mal täglich eine Kortikosteroid-Lotion (z. B. 0,01%ige Fluocinolonacetonidlösung, 0,025%ige Triamcinolonacetonidlotion) in die Kopfhaut oder andere behaarte Bereiche eingerieben werden.

Bei seborrhoischer Dermatitis der postaurikulären Bereiche, der Nasolabialfalten, der Lidränder und des Nasenrückens wird 2- bis 3-mal täglich 1 bis 2,5%ige Hydrokortisoncreme eingerieben, nach Ansprechen der Läsionen nur noch 1-mal täglich. Hydrokortisoncreme ist das sicherste Kortikosteroid für das Gesicht, da fluorierte Kortikosteroide hier zu Nebenwirkungen führen können (z. B. Teleangiektasien, Atrophie, periorale Dermatitis). Bei einigen Patienten führt die 2-mal tägliche Gabe von 2%iger Ketoconazol-Creme oder anderen topischen Imidazolen über 1–2 Wochen zu einer monatelangen Remission. Imidazol oder Hydrokrtison können als First-Line-Therapie eingesetzt werden. Wenn nötig, können auch beide Mittel gleichzeitig verwendet werden. Calcineurin-Inhibitoren (Pimecrolimus und Tacrolimus) sind ebenfalls besonders wirksam, wenn eine Langzeitanwendung erforderlich ist. Bei der Lidrandseborrhö wird eine Lösung aus 1 Teil Babyshampoo und 9 Teilen Wasser mit einem Wattestäbchen aufgetragen.

Säuglinge und Kinder

Bei Säuglingen wird täglich ein Baby-Shampoo verwendet, und 1 bis 2,5% Hydrocortison-Creme oder Fluocinolon 0,01% Öl können ein- bis zweimal täglich bei Rötung und Schuppung auf der Kopfhaut oder im Gesicht verwendet werden. Topische Antimykotika wie Ketoconazol 2%ige Creme oder Econazol 1%ige Creme können auch in schweren Fällen hilfreich sein. Bei dicken Läsionen auf der Kopfhaut eines Kleinkindes wird Mineralöl, Olivenöl oder ein Kortikosteroidgel oder -öl vor dem Schlafengehen auf die betroffenen Stellen aufgetragen und mit einer Zahnbürste eingerieben. Die Kopfhaut wird täglich shampooniert, bis die dicken Schuppen verschwunden sind.

Wichtige Punkte

  • Bei Erwachsenen verursacht die seborrhoische Dermatitis (SD) Kopfhautschuppen und manchmal Schuppung um die Augenbrauen, Nase und Ohrmuscheln, hinter den Ohren, in der Achselhöhle und auf dem Brustbein.

  • Die seborrhoische Dermatitis kann bei Neugeborenen eine dicke, gelbe, verkrustete Läsion auf der Kopfhaut oder bei älteren Kindern dicke, schuppige Plaques auf der Kopfhaut verursachen.

  • Die Behandlung kann z. B. mit medizinischen Shampoos sowie mit topischen Kortikosteroiden erfolgen.

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