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Hormonelle Methoden der Empfängnisverhütung

Von

Frances E. Casey

, MD, MPH, Virginia Commonwealth University Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Nov 2018| Inhalt zuletzt geändert Nov 2018
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Kurzinformationen

Hormonelle Verhütungsmittel können wie folgt angewendet werden:

  • Orale Einnahme (orale Verhütungsmittel)

  • Einführen in die Scheide (Vaginalringe oder Barrieremethoden)

  • Auftragen auf die Haut (Pflaster)

  • Implantieren unter die Haut

  • Injizieren in einen Muskel

Mit Östrogen und Progestinen (Wirkstoffe, die dem Hormon Progesteron ähneln) lässt sich eine Empfängnis verhüten. Die empfängnisverhütende Wirkung dieser Hormone beruht in erster Linie darauf, dass sie verhindern, dass die Eierstöcke reife Eier abgeben, oder dass sie den Schleim im Gebärmutterhals für Spermien undurchlässig machen. Hormonelle Methoden verhindern, dass das Ei befruchtet wird.

Alle hormonellen Methoden können ähnliche Nebenwirkungen und Nutzungsbeschränkungen haben.

Orale Verhütungsmittel

Orale Verhütungsmittel, die allgemein als Antibabypille oder einfach als „Pille‟ bezeichnet werden, enthalten Hormone – entweder eine Kombination aus Progestin und Östrogen oder ein Progestin allein.

Kombinationstabletten (Tabletten, die sowohl Östrogen als auch Progestin enthalten) werden gewöhnlich 21 bis 24 Tage in Folge einmal täglich eingenommen, eine Woche ausgesetzt (damit die Menstruationsperiode stattfinden kann) und danach wieder eingenommen. Inaktive Tabletten (Placebos) können während der Woche eingenommen werden, in der die Kombinationstabletten ausgesetzt werden, damit routinemäßig eine Tablette pro Tag eingenommen wird. Die inaktive Tablette kann Eisen und Folsäure enthalten. Eisen ist notwendig, um einen Eisenmangel zu vermeiden oder zu behandeln, weil jeden Monat Eisen in der Menstruationsblutung ausgeschieden wird. Folsäure wird verabreicht, falls Frauen, die unwissentlich an einer Folsäureinsuffizienz leiden, schwanger werden. Ein Folsäuremangel erhöht bei einer schwangeren Frau das Risiko von Geburtsfehlern, wie z. B. Spina bifida.

Andere Kombinations-Verhütungsmittel werden nach einem anderen Zeitplan verabreicht. Ein Produkt wird 12 Wochen lang täglich eingenommen, danach für eine Woche ausgesetzt. Folglich setzt die Menstruationsperiode nur 4-mal im Jahr ein. Bei einem anderen Produkt muss täglich eine aktive Tablette eingenommen werden. Bei diesem Produkt kommt es zu keiner regelmäßigen Blutung (keine Menstruationsperioden), aber unregelmäßige Blutungen treten häufiger auf.

Bei vorschriftsmäßiger Verwendung werden im ersten Jahr der Einnahme eines Kombinationspräparats ca. 0,3 Prozent der Frauen schwanger. Das Schwangerschaftsrisiko steigt, wenn eine Tablette vergessen wird, insbesondere wenn es sich um Tabletten handelt, die zu Beginn des Zyklus eingenommen werden.

Der Östrogengehalt der verschiedenen Kombinationspräparate unterscheidet sich. Präparate mit 10 bis 35 Mikrogramm Gehalt an Östrogen rufen weniger ernste Nebenwirkungen hervor als Präparate mit 50 Mikrogramm. Gesunde Frauen, die nicht rauchen, können niedrig dosierte Kombinationstabletten bis zu den Wechseljahren einnehmen.

Wenn Frauen die Kombinationstablette an einem Tag nicht einnehmen, sollten sie am nächsten Tag zwei Tabletten einnehmen. Wenn sie an 2 Tagen hintereinander vergessen, die Tablette einzunehmen, sollten sie danach wieder täglich eine Tablette einnehmen und in den nächsten 7 Tagen eine zusätzliche Verhütungsmethode anwenden. Wenn Frauen an 2 Tagen hintereinander vergessen, die Tablette einzunehmen, und innerhalb von 5 Tagen vor diesen 2 Tagen ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten, können sie eine Notfallkontrazeption in Betracht ziehen.

Nur-Progestin-Tabletten werden den ganzen Monat täglich um dieselbe Uhrzeit eingenommen. Sie führen häufig zu unregelmäßigen Blutungen. Die Schwangerschaftsraten mit diesen Tabletten und mit Kombinationstabletten sind ähnlich. Nur-Progestin-Tabletten werden gewöhnlich nur dann verschrieben, wenn die Einnahme von Östrogen schädlich wäre. Diese Tabletten können beispielsweise von Frauen eingenommen werden, die unter Migräne mit Aura (Symptome, die vor den Kopfschmerzen auftreten), Bluthochdruck oder schwerem Diabetes leiden. Wenn zwischen zwei Tabletten mehr als 27 Stunden vergangen sind, sollten Frauen während der nächsten 7 Tage zusätzlich zur Einnahme des oralen Verhütungsmittels mit Progestin eine zusätzliche Verhütungsmethode anwenden.

Beginn der Einnahme oraler Verhütungsmittel

Bevor mit der Einnahme oraler Verhütungsmittel begonnen wird, muss die Frau einen Arzt aufsuchen. Ärzte befragen die Frau über ihre medizinische, soziale und familiäre Geschichte, um festzustellen, ob sie gesundheitliche Probleme hatte, aufgrund derer die Einnahme dieser Verhütungsmittel für sie riskant wäre. Sie messen ihren Blutdruck. Ist dieser hoch, sollte eine Kombination oraler Verhütungsmittel ( Östrogen mit einem Progestin) nicht verschrieben werden. Ein Schwangerschaftstest wird durchgeführt, um eine Schwangerschaft auszuschließen. Ärzte führen oft auch eine körperliche Untersuchung durch, obwohl diese Untersuchung nicht notwendigerweise vor Beginn der Einnahme oraler Verhütungsmittel erfolgen muss. Drei Monate nach Beginn der Einnahme oraler Verhütungsmittel ist eine erneute Blutdruckkontrolle sinnvoll, um festzustellen, ob der Blutdruck sich verändert hat. Sollte dies nicht der Fall sein, sollte sich die Frau einmal im Jahr untersuchen lassen. Orale Verhütungsmittel können jeweils 13 Monate lang verschrieben werden.

Frauen können zu jeder Zeit im Monat mit der Einnahme oraler Verhütungsmittel beginnen. Wenn sie jedoch mehr als 5 Tage nach dem ersten Tag ihrer Periode damit beginnen, sollten sie in den nächsten 7 Tagen zusätzlich zur oralen Verhütungsmethode eine weitere Verhütungsmethode anwenden.

Wann Frauen mit der Einnahme kombinierter Verhütungsmittel nach einer Schwangerschaft beginnen können, ist unterschiedlich:

  • Nach einer Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch während des ersten Schwangerschaftsdrittels: Sofort beginnen

  • Nach einer Fehlgeburt, Entbindung oder einem Schwangerschaftsabbruch während des zweiten Drittels: Innerhalb von 1 Woche beginnen

  • Bei Entbindung nach 28 Wochen: 21 Tage warten

  • Wenn Frauen stillen oder Risikofaktoren für Blutgerinnsel aufweisen (z. B. Übergewicht oder Entbindung durch Kaiserschnitt): 42 Tage warten

Frauen mit Risikofaktoren für Blutgerinnsel sollten warten, da Blutgerinnsel während der Schwangerschaft und nach der Entbindung wahrscheinlicher auftreten. Durch die Einnahme von oralen Verhütungsmitteln entstehen ebenfalls häufiger Blutgerinnsel.

Orale Verhütungsmittel, die nur Progestin enthalten, können unmittelbar nach der Entbindung eines Babys eingenommen werden.

Bei einer Frau mit einer koronaren Herzkrankheit, Diabetes oder entsprechenden Risikofaktoren (z. B. Erkrankung von engen Verwandten) wird gewöhnlich ein Bluttest durchgeführt, um den Cholesterinspiegel sowie die Menge an anderen Fetten (Lipiden) und Zucker (Glukose) zu messen. Selbst wenn diese Werte auffällig sind, können Ärzte immer noch ein Kombinationsverhütungsmittel mit niedrig dosiertem Östrogen verschreiben. Allerdings führen sie regelmäßig Bluttests durch, um den Lipid- und Zuckerspiegel der Frau zu überwachen. Frauen mit Diabetes können normalerweise kombinierte orale Verhütungsmittel einnehmen, sofern die Blutgefäße sich aufgrund des Diabetes nicht verändert haben oder sie nicht länger als 20 Jahre an Diabetes erkrankt sind.

Vor Beginn der Pilleneinnahme sollten der Arzt und die Patientin die Vor- und Nachteile dieser Methode in Bezug auf die individuelle Situation der Frau durchsprechen.

Vorteile

Bei vorschriftsmäßiger Einnahme wirken orale Verhütungsmittel zuverlässig und dauerhaft. Außerdem reduziert die Einnahme oraler Verhütungsmittel das Auftreten der folgenden Symptome:

Das Risiko, an Gebärmutter- und Eierstockkrebs zu erkranken, ist für mindestens 20 Jahre nach dem Absetzen der Verhütungsmittel reduziert.

Wenn orale Verhütungsmittel im frühen Stadium einer Schwangerschaft noch eingenommen werden, schadet dies dem Fötus nicht. Dennoch sollte sie abgesetzt werden, sobald die Frau ihre Schwangerschaft erkennt. Orale Verhütungsmittel haben keine Langzeitwirkung auf die Fruchtbarkeit, obwohl eine Frau möglicherweise einige Monate lang nach Absetzen der Arzneimittel keinen Eisprung haben kann.

Wussten Sie ...

  • Bei einem der oralen Verhütungsmittel setzen die Menstruationsperioden nur 4-mal im Jahr ein.

  • Empfängnisverhütungshormone können gesundheitliche Vorteile haben.

Nachteile

Zu den Nachteilen zählen störende Nebenwirkungen. In den ersten Monaten der Einnahme kommt es häufig zu Durchbruchblutungen, die allerdings aufhören, sobald sich der Körper an die Hormongaben gewöhnt hat. Durchbruchblutungen sind Blutungen, die zwischen den Perioden auftreten, wenn Frauen die aktive Pille einnehmen. Wenn die Durchbruchblutungen anhalten, können Ärzte die Dosierung von Östrogen erhöhen.

Einige Nebenwirkungen hängen mit dem Östrogen in der Tablette zusammen. Zu den Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Blähungen, Wasseransammlung, ein erhöhter Blutdruck, Brustspannung und migräneartige Kopfschmerzen. Andere werden meistens durch die Art oder Dosierung des Progestins verursacht. Einige Frauen, die orale Verhütungsmittel einnehmen, nehmen aufgrund der Wasseransammlung ca. 1,5 bis 2,5 kg zu. Auch gesteigerter Appetit kann dazu beitragen. Viele dieser Nebenwirkungen treten bei niedrig dosierten Pillen nur selten auf.

Orale Verhütungsmittel können auch Erbrechen, Kopfschmerzen, Depression und Schlafstörungen verursachen.

Bei einigen Frauen verursachen orale Verhütungsmittel dunkle Flecken (Melasma) auf dem Gesicht, ähnlich denen, die während der Schwangerschaft auftreten können. In der Sonne dunkeln die Flecken stärker nach. Wenn dunkle Flecken entstehen, sollten Frauen mit ihrem Arzt besprechen, die oralen Verhütungsmittel abzusetzen. Nach dem Absetzen der oralen Verhütungsmittel werden die Flecken langsam schwächer.

Durch die Einnahme oraler Verhütungsmethoden steigt das Risiko für einige Krankheiten.

Das Risiko, dass es zu Blutgerinnseln in den Venen kommt, ist bei Frauen, die kombinierte orale Verhütungsmittel einnehmen, doppelt so hoch wie bei Frauen, die solche Mittel nicht einnehmen. Allerdings ist dieses Risiko immer noch nur halb so hoch wie das Risiko von Blutgerinnseln während der Schwangerschaft. Frauen, deren Familienmitglieder bereits an Blutgerinnseln gelitten haben, sollten keine oralen Verhütungsmittel mit Östrogen einnehmen. Wenn der Verdacht besteht, dass eine Frau, die orale Verhütungsmittel einnimmt, eine tiefe Beinvenenthrombose oder eine Lungenembolie erlitten hat, werden die Verhütungsmittel sofort abgesetzt. Danach werden Tests vorgenommen, um den Befund zu bestätigen oder auszuschließen. Da das Risiko von Blutgerinnseln auch durch längere Bewegungslosigkeit steigt, sollten Frauen orale Verhütungsmittel mindestens einen Monat vor einer großen elektiven Operation absetzen und erst einen Monat danach wieder einnehmen. Wenn eine Operation die Mobilität nur geringfügig einschränkt (z. B. bei kleineren ambulanten Operationen oder bei laparoskopischen Eingriffen) ist das Absetzen der oralen Verhütungsmittel nicht notwendig.

Gebärmutterhalskrebs entsteht mit leicht erhöhter Wahrscheinlichkeit bei Frauen, die orale Verhütungsmittel einnehmen, insbesondere bei einer Einnahme über mehr als 5 Jahre hinweg. Aber 10 Jahre nach Ende der Einnahme sinkt dieses Risiko auf das Niveau vor der Einnahme oraler Verhütungsmittel. Außerdem ist unklar, ob das erhöhte Risiko mit den oralen Verhütungsmitteln zusammenhängt. Frauen, die orale Verhütungsmittel einnehmen, sollten Papanicolaou-Tests (Pap-Tests) gemäß der Empfehlung ihres Arztes durchführen lassen. Bei solchen Tests können präkanzeröse Veränderungen im Gebärmutterhals festgestellt werden – bevor sie sich zu Krebs entwickeln.

Wenn es bei Frauen während einer vorhergehenden Schwangerschaft zu Gelbsucht gekommen ist, weil sich die Galle in geringerem Ausmaß oder zu langsam durch die Gallengänge bewegt hat (Cholestase), haben sie möglicherweise dasselbe Problem bei der Einnahme oraler Verhütungsmittel. Sie können immer noch orale Verhütungsmittel einnehmen, aber sie sollten sich regelmäßigen Untersuchungen und Bluttests unterziehen, um dieses Problem zu kontrollieren. Wenn Frauen allerdings aufgrund der Einnahme oraler Verhütungsmittel in der Vergangenheit bereits Gelbsucht entwickelten, sollten sie diese nicht wieder einnehmen.

Gallensteine kommen bei Frauen, die niedrig dosierte orale Verhütungsmittel einnehmen, nicht häufiger vor.

Das Risiko eines Herzinfarkts durch die Einnahme oraler Verhütungsmittel erhöht sich bei Frauen, die älter als 35 Jahre sind und rauchen. Gewöhnlich sollten solche Frauen keine oralen Verhütungsmittel einnehmen.

Wenn Frauen mit hohen Triglyzeridwerten (ein Fett) kombinierte orale Verhütungsmittel einnehmen, können diese Werte noch weiter steigen. Durch einen hohen Triglyzeridwert kann das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls bei den Personen steigen, die andere Risikofaktoren für diese Krankheit haben. Orale Verhütungsmittel erhöhen das Risiko für Thromben (die ebenfalls zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen können). Daher sollten Frauen mit einem hohen Triglyzeridwert keine kombinatorischen oralen Verhütungsmittel einnehmen.

Die Einnahme bestimmter Arzneimittel kann die Wirksamkeit oraler Verhütungsmittel abschwächen. Dazu gehören:

  • Einige Antiepileptika (hauptsächlich Phenytoin, Carbamazepin, Primidon, Topiramat und Oxcarbazepin)

  • Eine bestimmte Kombination von Medikamenten zur Behandlung einer Infektion mit dem humanen Immunschwächevirus (HIV) (Ritonavir plus ein anderer Proteasehemmer)

  • Die Antibiotika Rifampin und Rifabutin

Wenn Frauen, die orale Verhütungsmittel einnehmen, eines dieser Arzneimittel einnehmen müssen, sollten sie während der Einnahme des Arzneimittels eine andere Verhütungsmethode wählen, und sie sollten das andere Verhütungsmittel verwenden, bis die erste Periode nach Absetzen des Arzneimittels einsetzt. Frauen sollten kein Lamotrigin (ein Antikonvulsivum) zusammen mit oralen Verhütungsmitteln einnehmen. Orale Verhütungsmittel schwächen die Wirkung von Lamotrigin bei der Minderung von Krampfanfällen.

Bedingungen, unter denen die Einnahme oraler Verhütungsmittel verboten ist

Eine Frau darf in einer der folgenden Situationen keine kombinierten oralen Verhütungsmittel (Tabletten, die Östrogen und ein Progestin enthalten) einnehmen:

  • Die Einnahme ist innerhalb von 21 Tagen nach einer Geburt oder, falls Risikofaktoren zur Entwicklung von Blutgerinnseln vorliegen, innerhalb von 42 Tagen nach der Geburt verboten. Zu den Risikofaktoren zählen Übergewicht und Entbindung durch Kaiserschnitt.

  • Die Frau raucht mehr als 15 Zigaretten am Tag und ist älter als 35 Jahre.

  • Sie hat oder hatte Brustkrebs.

  • Sie hat Hepatitis, eine Zirrhose, die Probleme verursacht (z. B. Verwirrtheit), oder einen Lebertumor.

  • Sie hat Migräne und ist älter als 35 Jahre oder sie hat Migräne mit Aura (Symptome, die vor den Kopfschmerzen eintreten, z. B. die Wahrnehmung zickzackartiger, schimmernder oder flackernder Lichter oder ungewöhnliche Empfindungen auf der Haut).

  • Sie hat einen sehr hohen Triglyzeridspiegel.

  • Sie hat unbehandelten oder schlecht kontrollierten Bluthochdruck.

  • Sie leidet seit mehr als 20 Jahren an Diabetes oder hat Diabetes, der ihre Blutgefäße geschädigt hat, z. B. in den Augen (mit Verlust des Sehvermögens).

  • Sie hat Blutgerinnsel in ihren Beinen (tiefe Beinvenenthrombose) oder in ihrer Lunge (Lungenembolie).

  • Sie hat eine koronare Herzkrankheit.

  • Sie hat eine Erkrankung der Herzklappen, die Probleme verursacht.

  • Ihr Herz wurde während einer früheren Schwangerschaft geschädigt (sogenannte peripartale Kardiomyopathie).

  • Sie hat sich einer Organtransplantation unterzogen, die Probleme verursacht.

  • Sie hat eine Gallenblasenerkrankung oder litt an Gelbsucht aufgrund von Cholestase (reduzierter oder verlangsamter Gallenfluss), als sie früher orale Verhütungsmittel einnahm.

  • Sie hat aktiven Lupus (systemischer Lupus erythematodes) oder Risikofaktoren für die Entwicklung von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit Lupus.

Andere Überlegungen

Die Einnahme oraler Verhütungsmittel führt nicht zu einem erhöhten Risiko für Brustkrebs, weder bei Frauen, die diese derzeit einnehmen, noch bei Frauen im Alter zwischen 35 und 65, die diese früher einnahmen, noch bei Frauen mit gutartigen Brusterkrankungen oder einer Familiengeschichte mit Brustkrebs.

Bei gesunden Nichtraucherinnen beeinflussen Kombinationsmittel mit niedrig dosiertem Östrogen das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko nicht.

Verhütungspflaster und Scheidenringe

Hautpflaster und Scheidenringe enthalten Östrogen und Progestin. Sie sollten 3 Wochen lang angewendet und danach eine Woche ausgesetzt werden, damit die Menstruationsblutung stattfinden kann. Wenn Frauen während der ersten 5 Tage nach der Periode nicht mit der Anwendung des Pflasters oder des Rings beginnen, müssen sie während der ersten 7 Tage, in denen sie das Pflaster oder den Ring schließlich verwenden, eine zusätzliche Verhütungsmethode anwenden.

Verhütungspflaster und Scheidenringe sind wirksam. Bei vorschriftsmäßiger Verwendung werden im ersten Jahr der Anwendung einer dieser Methoden ca. 0,3 Prozent der Frauen schwanger. Die Wirksamkeit entspricht der von oralen Verhütungsmitteln. Die Wirksamkeit des Pflasters kann bei übergewichtigen Frauen geringer sein als bei Frauen mit niedrigerem Gewicht.

Hautpflaster

Ein Hormonpflaster als Verhütungsmittel wird auf die Haut aufgeklebt. Es sollte nach einer Woche entfernt und durch ein neues Pflaster ersetzt werden, das auf einer anderen Stelle auf der Haut aufgeklebt wird. Nachdem 3 Wochen lang wöchentlich ein neues Pflaster (am selben Tag jeder Woche) aufgeklebt wird, wird eine Woche ausgesetzt.

Wenn mehr als 2 Tage ohne Anwendung des Pflasters vergehen, sollten Frauen zusätzlich zu dem Pflaster 7 Tage lang eine weitere Verhütungsmethode anwenden. Wenn 2 Tage vergangen sind und Frauen innerhalb von 5 Tagen vor diesen 2 Tagen ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten, können sie eine Notfallkontrazeption in Betracht ziehen.

Durch sportliche Betätigung, Saunagänge oder Bäder löst sich das Pflaster nicht. Es kann zu leichten Hautirritationen unter und um das Pflaster kommen.

Vaginalringe

Ein Vaginalring ist ein kleines Kunststoffteil, das in die Scheide eingesetzt wird. Er sollte 3 Wochen lang in der Scheide bleiben und danach für eine Woche entfernt werden. Anschließend wird ein neuer Ring eingesetzt.

Wenn der Ring länger als 3 Stunden entfernt wird, sollten Frauen 7 Tage lang zusätzlich zum Ring eine weitere Verhütungsmethode anwenden.

Frauen können den Scheidenring selbst einsetzen und herausnehmen. Der Ring hat eine Einheitsgröße und kann an beliebiger Stelle in der Scheide liegen. Gewöhnlich spürt der Partner beim Geschlechtsverkehr nichts davon. Der Ring kann sich weder auflösen noch zu weit nach oben geschoben werden.

Nebenwirkungen

Wenn Frauen 3 Wochen lang ein Pflaster oder einen Ring verwenden (und wöchentlich wechseln) und danach eine Woche lang kein Pflaster oder keinen Ring verwenden, haben sie gewöhnlich eine normale Menstruationsperiode. Schmierblutungen oder anhaltende Blutungen zwischen den Perioden (Durchbruchblutung) sind selten. Unregelmäßige Blutungen treten häufiger auf, je länger Frauen das Pflaster oder den Ring verwenden.

Die Nebenwirkungen, das Risiko für Erkrankungen und Einschränkungen bei der Anwendung sind vergleichbar mit denen bei kombinierten oralen Verhütungsmitteln.

Verhütungsimplantate

Ein Verhütungsimplantat ist ein einzelnes Stäbchen, das in mehreren Größen verfügbar ist, und das Progestin enthält. Das Implantat setzt das Progestin langsam in den Blutstrom frei. Der in den USA verfügbare Implantattyp ist 3 bis 5 Jahre wirksam.

Das Hormonimplantat zur Empfängnisverhütung besteht aus einem Kunststoffstäbchen mit einem Gestagen, das nach einer Betäubung und einem kleinen Schnitt oberhalb des Ellenbogens unter die Haut des Innenarms geschoben wird. Es sind keine Schnitte oder Stiche erforderlich. Ärzte müssen sich speziell ausbilden lassen, bevor sie dieses Verfahren anwenden können.

Wenn Frauen seit ihrer letzten Periode keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten, kann jederzeit ein Implantat während des Menstruationszyklus eingesetzt werden. Wenn Frauen ungeschützten Sex hatten, sollten sie bis zu ihrer nächsten Menstruationsperiode oder bis zu einem Schwangerschaftstest, durch den eine Schwangerschaft ausgeschlossen wird, eine andere Form der Verhütung wählen. Wenn Frauen nicht schwanger sind, kann das Implantat eingesetzt werden. Ein Implantat kann auch unmittelbar nach einer Fehlgeburt, einem Schwangerschaftsabbruch oder nach der Entbindung eines Babys eingesetzt werden.

Wenn das Implantat nicht innerhalb von 5 Tagen eingesetzt wird, nachdem die Periode der Frau einsetzt, sollte sie zusätzlich zu dem Implantat 7 Tage lang eine weitere Verhütungsmethode anwenden.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind unregelmäßige oder ausbleibende Menstruationsperioden sowie Kopfschmerzen. Diese Nebenwirkungen sind für einige Frauen ein Grund, das Implantat entfernen zu lassen. Da das Implantat sich im Körper nicht auflöst, muss der Arzt zum Entfernen einen Schnitt in die Haut vornehmen. Die Entnahme ist schwieriger als das Einführen, weil das Unterhautgewebe um das Implantat dicker wird.

Sobald das Implantat entfernt wird, nehmen die Eierstöcke ihre normale Funktion wieder auf, und die Frau wird wieder fruchtbar.

Verhütungsinjektionen

Ein Progestin mit dem Namen Medroxyprogesteronacetat wird von einer medizinischen Fachkraft alle 3 Monate injiziert. Es gibt zwei Arten von Injektionen, die der Verhütung dienen. Eine wird in den Arm- oder Gesäßmuskel injiziert. Die andere wird unter die Haut injiziert. Beide Typen sind sehr wirksam. Wenn die Frauen die Injektionen wie verordnet erhalten, werden während des ersten Jahres der Anwendung nur ungefähr 0,2 Prozent schwanger.

Eine Injektion kann auch unmittelbar nach einer Fehlgeburt, einem Schwangerschaftsabbruch oder nach der Entbindung eines Babys gegeben werden. Wenn der Abstand zwischen den Injektionen länger als 4 Monate dauert, wird ein Schwangerschaftstest durchgeführt, um eine Schwangerschaft auszuschließen, bevor die Injektion verabreicht wird. Wenn Frauen die erste Injektion nicht innerhalb von 5 bis 7 Tagen nach Beginn ihrer Periode erhalten, müssen sie 7 Tage lang nach der Injektion eine zusätzliche Verhütungsmethode anwenden.

Nebenwirkungen

Das Progestin unterbricht den Menstruationszyklus vollständig. Etwa ein Drittel der Frauen, die dieses Verhütungsmittel verwenden, haben keine Menstruationsblutung während der 3 Monate nach der ersten Injektion, und ein weiteres Drittel hat jeden Monat unregelmäßige Blutungen und Schmierblutungen für mehr als 11 Tage. Bei längerer Anwendung werden die Unregelmäßigkeiten seltener. Nach 2 Jahren tritt bei 70 Prozent der Frauen keine Blutung mehr auf. Wird das Hormon nicht mehr gespritzt, setzt die Periode bei etwa der Hälfte der Frauen innerhalb von 6 Monaten, bei drei Viertel der Frauen innerhalb von einem Jahr wieder ein. Bis die Frau wieder fruchtbar ist, können bis zu 18 Monate vergehen.

Frauen nehmen in der Regel im ersten Jahr der Anwendung 1,5 bis 4 Kilogramm zu. Anschließend nehmen sie weiterhin zu. Um diese Gewichtszunahme zu verhindern, müssen Frauen ihre Kalorienzufuhr einschränken und mehr Sport treiben.

Häufig treten Kopfschmerzen auf, aber sie lassen im Laufe der Zeit nach. Wenn Frauen in der Vergangenheit an Spannungskopfschmerzen und Migräne litten, werden diese durch die Injektionen nicht verschlimmert.

Die Knochendichte nimmt vorübergehend ab. Dennoch steigt das Risiko für Knochenbrüche nicht, und nach dem Aussetzen der Injektionen wird die Knochendichte normalerweise wiederhergestellt. Für alle Frauen ist es wichtig, täglich genügend Kalzium und Vitamin D einzunehmen, um die Knochendichte zu erhalten. Dies ist besonders bei Jugendlichen und jungen Frauen wichtig, die Progestin-Injektionen erhalten. Damit sie die erforderliche Menge zu sich nehmen, sind häufig Kalzium- und Vitamin-D-Präparate erforderlich.

Nutzen

Medroxyprogesteronacetat erhöht das Risiko für Brust-, Eierstock oder invasiven Gebärmutterhalskrebs nicht.

Es reduziert das Risiko für folgende Erkrankungen:

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind selten.

Im Gegensatz zu kombinatorischen oralen Verhütungsmitteln erhöhen Progestin-Injektionen das Risiko für hohen Blutdruck oder Blutgerinnsel nicht.

Medroxyprogesteronacetat gilt derzeit als sicher für Frauen, die kein Östrogen einnehmen sollten.

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